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Sonntag, 11. Januar 2026

Slow Food Bochum: Neujahrstreffen im „JK's Eleven“ im Dorfkrug Witten-Heven

Nostalgie im ehemaligen Dorfkrug

Das neue Jahr war kaum eine Woche alt, da traf sich das Orga-Team von Slow Food Bochum (Nostalgiker sagen auch gern INI-Kreis), um die Aktivitäten für 2026 zu planen. Treffpunkt war das Restaurant „JK's Eleven“ in Witten. Seit Mitte 2025 betreibt die Köchin Joana Kachel (daher das Kürzel JK) das Lokal im Dorfkrug im Stadtteil Heven an der A43. Nach wie vor ist die auch als Dorfkrug bekannte gemütliche Fachwerkkneipe ein Treffpunkt nicht nur für die Nachbarschaft und jetzt auch eine feine Adresse für deftige Gasthausküche.

Slowfoodies bei der Vereinsarbeit

Doch bevor es für die Slowfoodies zum fröhlichen Schmausen ging, gab es etwas Vereinsarbeit zu erledigen und Ideen fürs nächste Jahr zu sammeln. Eine gute Nachricht war, dass die Slow-Food-Kochkurse weitergehen können. Bislang fanden sie ja in der Lehrküche der Kaholischen Erwachsenen- und Forbildungsstätte Bochum (KEFB) statt, die jetzt aber geschlossen wird. In Zukunft können sie in der Familenbildungsstätte der Stadt Bochum in Hamme stattfinden. Für den 19.3., und 29.6.2026 sind Termine gebucht; die genauen Themen werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Ebenfalls wurden die Besuche von verschiedenen Produzenten und Initiativen im Ruhrgebiet angedacht; auch hier werden die Termine bekannt gegeben, sobald sie realisert sind.

Joana Kachel, die neue Wirtin im Dorfkrug (Foto: JK's Eleven)

Vom Essen waren dann alle ziemlich angetan; es wirkte wie eine schöne Erinnerung an Weihnachten. Joana Kachel hat bei bei Sascha Stemberg in Velbert gelernt und u.a. auch als Köchin für Borussia Dortmund gearbeitet. „Gutbürgerliche Küche – neu gedacht“, umschreibt sie ihr Küchenkonzept auf der Restaurant-Website, und auch mit „Ehrlich. Regional. Kreativ.“ Und das ist ja gar nicht weit vom Slow-Food-Motto „Gut. Sauber. Fair.“ entfernt. Oder ist es nur eine ziemlich freie Übersetzung des Neon-Schriftzuges „F*ck the Diet“, der mit eleganter Leichtigkeit an einer Wand der Fachwerkstube leuchtet wie der Stern von Bethlehem über der Krippe?



Das Neujahrs-Menü
7.1.2026, JK's Eleven, Witten



Knusprige Garnelen
Blumenkohlpüree | Himbeere, 13,90 Euro 
Vorspeise, bei der auch für die Augen mitessen können



Kartoffelsuppe, Mettwurst, 7,50 Euro
Vorspeise zum Sattwerden 



Ravioli
Paprikasalsa | Blumenkohl, 16,50 Euro 
Hauptgang aus der vegetarischen Abteilung.




Wiener Kalbsschnitzel
Preiselbeeren | Kartoffel-Gurken-Salat, 30 Euro
Dazu gab es Kartoffel-Gurken-Salat anstelle der Spätzle, wie auf der Karte vorgesehen. Der Clou: Frittierte Kapern als Variante der klassischen Garnitur. 



Königsberger Klopse
Salzkartoffeln | Kapernsauce. 20,90 Euro
Ein Klassiker der Oma-Küche.
 


Hirsch Osso Buco
Spätzle | Rotkohl, 24,90 Euro 
Eigenwillige Variante des italienischen Klassikers.



Quark-Nougat-Knödel
Zwetschgenröster | Vanillesauce, 9,90 Euro




Eisschokolade
Winterliche Gewürze | Sahne, 6 Euro 
 
 

Hier hat man Lust, vom Fußboden zu essen 


JK's Eleven. Dorfstraße 11, Witten. Tel. 0 23 02. 1 85 22 84. Di-Fr 13:30 - 21:00 Uhr. Sa 17-21 Uhr. So Ruhetag.
https://www.restauranteleven.de/

Dienstag, 9. Dezember 2025

Slow Food Bochum: Mitgliederversammlung und Wiederwahl der Convivien-Leitung bei Wegermann's

Als Convivienleitung bestätigt: Wiebke und Torsten Rieck

Es ist schon fast eine liebgewordene Tradition, dass sich das Slow-Food-Conivium Bochum alle zwei Jahre im Genussführer-Restaurant Wegermann's zur satzungsgemäßen Mitgliederversammlung trifft. So fanden sich am am 7. Dezember 2025 immerhin zwölf der insgesamt über 70 Mitglieder des Conviviums in der idyllischen Elfringhauser Schweiz ein, um die zurückliegenden Aktivitäten zu rekapitulieren und die Leitung zu wählen. Auch in diesem Jahre wurden Wiebke und Torsten Rieck in dieser Position einstimmig bestätigt. Die beiden engagierten Slowfoodies schaffen es nicht nur, gemeinsam mit anderen Interessierten immer wieder ein beeindruckendes Programm aus Kochkursen, Restaurant- und Produzentenbesuchen aufzustellen. Sie nehmen auch leidenschaftlich die Funktion des „Außenminsteriums“ des Conviviums wahr, um die Interessen des kulinarischen Ruhrgebiets bei Slow Food Deutschland und Slow Food International zu vertreten.


So machte die Erinnerung an die Veranstaltungen im letzten Jahr allen viel Spaß; Berichte über die meisten kann man hier nachlesen. An die Vereinsarbeit schloss sich wie immer ein fröhliches Mittagessen in fast familiärer Atmosphäre an, bei dem besonders die Gerichte von der Gudendorfer Freilandgans, die jetzt in der Vorweihnachtszeit bei Wegeremann's Saison haben, im Mittelpunkt standen. Hier eine Auswahl der Gerichte, die serviert wurden.



Mitgliederversammlung Slow Food Bochum
7.12.2015, Wegermann's Bio-Landhaus Hattingen



Warmes-Trauben-Lauch-Küchlein
mit Ziegenfrischkäse mit Knusperspeck




Geräucherte Bachforelle mit Bratkartoffeln und Meerrettich




Kabeljaufilet unter einer Kartoffelkruste mit Rahm-Sauerkraut



Gänseleberknödelsuppe



Gänse-Innereien Ragout im Bratapfel mit Zuckernüssen 




Gänsebrust & Keule “Klassisch”
mit handgeschnittenem Rotkohl, Bratapfel, Kartoffelknödel. Dazu ein „lecker Sößken“.



Hausgemachte Eispralinen mit Obstsalat 



Espresso

Sonntag, 12. Oktober 2025

Mit Slow Food Bochum im Labsal, Dortmund

Jessica und Florian vom Labsal

Schon im Sommer dieses Jahres, als ich die Landpartie des Dortmunder Restaurants „Labsal“ auf der Hühnerwiese des Glückliche-Eier-Produzenten Bernhardt & Söhne in Herdecke besuchen konnte (klick hier), bedauerte ich sehr, dass ich das „Labsal“ nicht schon viel früher entdeckt hatte. Schließlich betreiben Jessica Pahl und Florian Kohl ihre Gastronomie schon seit 2017. Doch ich war wohl von der „schwäbischen Küche“ irritiert, unter deren Spezialitäten-Flagge die beiden segeln. Bei aller Wertschätzung von Kässpätzle, Schäufele und Herrgottsbescheißerle, ich musste dabei immer an treudeutsche Wohnküchen-Esskultur denken, und da wäre mir als regional-bewusstem Ruhrgebietler der Gelsenkirchener Barock ganz einfach näher gewesen. 

Aber dann war alles ganz anders. Das „Labsal“ ist ein moderner, urbaner Laden direkt gegenüber dem „U“ an der Rheinischen Straße, mit unverputzten Wänden oder solchen mit großen Blumentapeten und einer offenen Küche, bei denn die Gäste vom Tresen aus bei der Zubereitung der Speisen zusehen können. Natürlich stehen Maultaschen auf der Speisekarte, aktuell sogar mit Kimchi-Füllung, so dass sie an asiatische Nudel-Kreationen erinnern, und natürlich gibt es Kässpätzle, doch die gebärden sich als eins-A internationales Soulfood wie eine sämige Bolognese. Und darüber hinaus gibt es Gerichte, die zeitgemäßer und moderner nicht sein könnten. 



Gerade einmal elf Tische gibt es im „Labsal“

Das „Labsal“ ist eines der ganz wenigen Restaurants im Ruhrgebiet, die ich kenne, das die die Slow-Food-Idee vom guten, sauberen, fairen und - ich möchte hinzufügen – regionalen Essen so konsequent lebt, allerdings ohne sich in zeitverschwenderischer Vereinsarbeit aufzureiben. Das mag daran liegen, dass Jessica und Florian eigentlich Seiteneinsteiger im Gastronomiegeschäft sind. Ursprünglich haben beide Philosophie studiert, Jessica auch noch Soziologie. Die daraus erwachsenden Arbeitsmöglichkeiten – Jessica forschte an der Uni Dortmund, Florian arbeitete als Fußballreporter für eine Essener Zeitung – brachten sie dazu, ihre Vorliebe fürs Kochen zu professionalisieren und sich den gemeinsamen Traum eines eigenen Restaurants zu erfüllen.

Um den regionalen Ansatz zu realisieren, brachte Florian aus seiner Heimat Tübingen die schwäbische Küche mit, und Jessica fand, dass diese Küchenrichtung gut nach Dortmund passen würde. Aber fast noch wichtiger sind die regionalen Erzeuger, von denen sie ihre Produkte beziehen. Das sind allesamt Betriebe, die mit der gleichen Leidenschaft wie das „Labsal“ arbeiten.

Sechs Slowfoodies freuen sich auf ihr Menü

So war es letzten Freitag endlich Zeit, gemeinsam mit den Freunden von Slow Food Bochum das „Labsal“ zu besuchen. Florian und Jessica hatten uns ein viergängiges Sharing Menü zusammen gestellt, das wie ein Degusationsmenü durch die Vielseitigkeit der „Labsal“-Küche wirkte. Die Vorab- und die Hauptgänge wurden mittig auf die lange Tafel zum Teilen gestellt, den Zwischengang und das Dessert gab es in Einzelportionen.

Causa, eine peruanisch inspirierte Vorspeise

Besonderen Wert legte Florian auf die Herkunft der Zutaten. Die waren alle regional; doch sollte man bedenken, dass das agrarische Hinterland des Molochs Ruhrgebiet riesengroß ist. Und da gehört natürlich auch das Münsterland zu. Und so war die Liste der Produzenten beachtlich: Bernhardt & Söhne, Herdecke (Eier). Edles Fleisch, Lüdinghausen Rind, Wild). Bioland Erzeugergemeinschaft Hohenlohe (Getreide). Scellebelle, Münster (Ziegenkäse). Hartkämper, Bielefeld (Kuhmilch, Käse). Feine Fruchtlinien, Wolf, Mosel (Quitte & Walnuss). Kemker Kultuur, Münster (Kartoffeln, Rote Bete, Sauerbier & Cider).

Zu den Gängen gab es Empfehlungen von der beeindruckenden Weinkarte des „Labsal“, Alkoholfreies sowie einen bemerkenswerten Cider aus dem Münsterand.


Sharing Menü Slow Food
75 Euro pro Person zzgl. Getränke
10.10.2025, Labsal 


Verjus Rosso vom Weingut Tement, Südsteiermark, 
und Cider aus dem Münsterland
Verjus wird aus jungen unreifen Trauben hergestellt und ist alkoholfrei.


Gruß aus der Küche
Krokette vom Zander aus dem Ijsselmeer 




Appelwien (Cider aus Äpfeln und Quitten) 
von Kemker Kultuur, Münster

Herber Genuss, wie ein pelziger Champagner 



Feldstärke Grauburgunder trocken, 
Weingut Alexander Gysler Rheinhessen


Vorab


Handgemachtes Kartoffelbrot 
mit Butter des Tages



Kartoffelcausa mit Wurzelgemüse und Aji Verde

Was sich so juristisch anhört, ist die peruanische Zubereitung von Kartoffelpüree. Dazu wird das Püree mit verschiedenen anderen Zutaten und Gewürzen vermischt. Garniert war die Causa mit Topinamburchips und Möhrchen. Dazu gab die Aji Verde, ein peruanische Koriandersauce ähnlich wie die grüne Mojo-Sauce von den Kanarischen Inseln. Die Aji Verde gab den Ganzen eine scharf-säuerlich Note.



Labneh, Rote Bete & braune Butter

Ein Gaumenschmeichler par excellence und das süße Pendant zur Kartoffelcausa. Die zart geschmorten Roten Bete zergingen auf der Zunge. Labneh, die türkische an Quark erinnernde Joghurtzubereitung und die braune Butter brachten zusätzlichen Schmelz. 



2023 Spätburgunder, Kleines Gut, Uhlbach, 
schwäbischer Landwein Württemberg
Dante heißt übrigens der Hund des Hauses



Zwischengang


Maultasche von der Rehschulter
Waldpilze, Topinamburchips, Verjusgel, Wacholderschaum
Schwäbische Küche der Spitzenklasse.


Hauptgang

Geschmorte Rinderschulter
Wie ein kleines Rindfleisch-Stonehenge präsentierte sich der Hauptgang: löffelweich geschmorte Rinderschulter von edelster Provenienz. Dazu eine Germolatajus, die an ein italienisches Ossobuco erinnerte. 

Bunte Kohlschnitte 
Sorgfältig geschichteter Rot- und Weißkohl, ebenfalls in Gremolatajus. 



Kässpätzle
Schwäbische Sättigungsbeilage für die Seele und idealer Saucenträger.


Endiviensalat
Für die herbe Erfrischung zwischendurch.

Dessert


Grießflammerie
Walnusseis, Quitte, Kürbiskerne 



Ziegenkäse & Pflaumen vom letzten Jahr




Labsal. Rheinische Straße 12, 44137 Dortmund. Tel. 0231. 13 75 88 52. Di-Fr 17-22 Uhr, Sa 12-14.30 und 17-22 Uhr. labsal-dortmund.de

Montag, 7. Juli 2025

Slow Food beim Bio-Mobil in Bochum


Patrick Jabs (mit Kollegin) von "lecker werden" kochte mit Bio-Produkten.

Bioland und Slow Food informierten über gutes Essen.

Noch bis zum 15. Juli gastiert das Bio-Mobil des Erzeugerverbandes Bioland in der Bochumer Bongardstraße im Rahmen des EU-Projekts „Grenzenlos Regional – Bio in Europa“. Im Rahmen des großen Programms rund um Bio, Umwelt und Nachhaltigkeit unterstützen regionale Lebensmittelproduzenten und Initiativen die Aktion.



CV-Leiterin Wiebke wird interviewt.

Am Freitag, den 4., und Samstag, den 5. Juli waren die Slow Food Convivien Bochum (klick hier) und Essen (klick hier) mit einem Stand vertreten. Die Bochumer CV-Leiterin Wiebke Rieck informierte über Ziele und Tätigkeit der der weltweit agierenden Genießerorganisation, während aus Essen das Mitglied der Slow Food Chef Alliance Patrick Jabs von der Kochschule und dem Feinkostladen „lecker werden“ (klick hier) angereist war, um in mehreren Kochshows zu zeigen, wie einfach und schmackhaft man mit regionalen Bioprodukten kochen kann. Die Zutaten für die Gerichte stammten vom Bochumer Bio-Vertrieb Flotte Karotte, die ebenfalls mit einem Stand vertreten war, und dem Klosterberg-Hof in Essen-Steele.



Zur Begrüßung ein Rote-Bete- Smoothie



Urgetreide-Gemüserisotto mit würzigem Bergkäse


Sommerliches Alblinsengemüse mit buntem Mangold und Pilzen


Die Speisekarte


In dieser Woche finden noch weitere Termine mit Betrieben, die Slow Food verbunden sind, statt. Am Donnerstag, den 10. Jul, kommt Hendrik Peek von der „Mausefalle“ in Mülheim (klick hier), ebenfalls ein Mitglieder Slow Food Chef Alliance, und gibt eine Kinder-Kochkurs mit 11 bis 12.30 Uhr. Am Freitag 11.7., gibt es eine Verkostung mit Produkten des Speiseölproduzenten „Pottmühle“ aus Herne und am Samstag, 12.7., sind der Demeter-Betrieb Wünnerhof aus Hattingen (klick hier) und die Solawi Hevener Feld aus Witten zu Gast.

Bio-Mobil, 1.-15. Juli. Bochum, Bongardstraße 24–28, tägl. 11-18 Uhr. geöffnet. Vollständiges Programm unter: https://regionalbio.eu


Die Moderatoren



Spaß beim Melken





Stand der Flotten Karotte




Gemüsekiste


Slow-Food-Stand


Patrick Jabs