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Samstag, 16. November 2024

Wiedereröffnet: EDEKA Burkowski in Bochum


Nach einjähriger Umbaupause hat mit EDEKA Burkowski im jetzt West Tor Center genannten Einkaufszentrum an der Alleestraße der größte Supermarkt in der Bochumer Innenstadt wieder eröffnet. Nicht mehr ganz so weitläufig wie früher, als man die Kondition eines Marathonläufers brauchte, um von der Gemüse- zur Fleischtheke zu gelangen, erstrahlt das umfangreiche Sortiment jetzt in modernster Regal- und Präsentationsoptik. Irgendwie ist alles wie früher, aber völlig anders, woran sich ein Gewohnheitstier wie der alt gewordenen Genießer natürlich erst mal gewöhnen muss.

Eine erste Stippvisite machte deutlich, dass der neue Laden wohl auch in Zukunft der Supermarkt meines Vertrauens bleibt. Denn neben dem Standard-EDEKA-Programm gibt es bei Burkowski eine hübsche Anzahl von regionalen Produkten. So erspähte ich neben dem Gesamtprogramm der niederrheinischen Saftkelterei Van Nahmen inklusive Jahrgangssäften, Fruchtseccos und Cidre auch den Apfelsaft von Streuobstwiesen in Bochum und Umgebung, der bei Möller in Recklinghausen gekeltert wird, Produkte vom Ruhrtaler Freilandschwein aus Kettwig, Brathering von Neptun Delikatessen Wilken in Duisburg oder Kaffee von Kijamii In Witten. Umständlich ist nach wie vor, dass man an der Gemüsetheke seine Ware als Kunde selbst auswiegen und sich dafür eine lange Kennnummer merken muss, statt dass das an der Kasse automatisch passiert. Klasse ist, dass man beim Bezahlen problemlos sein Münzgeld in Automaten an der Kasse entsorgen kann. Anderswo knöpfen sie einem dafür an einem komplizierten Wechselapparat eine Extra-Gebühr ab.

Ich schätze, dass ich bei weiteren Expeditionen ins Supermarktreich noch weitere Entdeckungen machen werde. (Hoffentlich finde ich den neuen Standort der Kundentoilette wieder.)

EDEKA Burkowski, Alleestr. 38-40a, Bochum. 7 bis 21 Uhr geöffnet.

Montag, 16. April 2012

Einkaufsfrust: Verkeimte Bio-Kartoffeln


Mann, war der Genießer am Samstag sauer. Da wollte er in einem Bochumer Bio-Markt mehlig kochende Kartoffeln für Püree einkaufen. Unverpackt gab es die natürlich nicht, denn die Selbstverständlichkeit, verschiedene Kartoffelsorten lose anzubieten, ist schon lange aus der Mode gekommen. So griff er notgedrungen zu einer Tüte einer bekannten Bio-Handelskette und kaufte die Katze im wahrsten Sinne des Wortes im Sack. Zu Haus erlebte er dann die böse Übersschung: Die Kartoffeln waren völlig verkeimt. Sie waren wohl zu lange zu warm gelagert worden.

Wo ist eigentlich die Kartoffelkompetenz im ehemaligen Kartoffelland Deutschland geblieben? Gerade im Bio-Handel sollte man doch wissen, wie man Kartoffeln richtig lagert. Nur dann kann man auch im Frühjahr welche anbieten, wenn es noch keine neuen regional angebauten Kartoffeln gibt (und man auf weit eingeführte Ware aus den Mittelmeerländern verzichten möchte). Hat man im Bio-Handel wirklich so wenig Ahnung vom und so wenig Achtung vor dem Produkt?

Zeit zum Zurückgeben hatte der Genießer leider nicht, geschweige denn, auf dem Markt bessere Ware zu kaufen. Das Essen musste auf den Tisch. Also wurden die Kartoffeln kräftig geschält, und so wurde daraus doch noch ein genießbares Kartoffelpüree. Aber die 3,99 Euro, die die 2 (!) kg Kartoffeln gekostet hatten, waren sie wirklich nicht wert.

Dienstag, 14. Juni 2011

Im Supermarkt entdeckt: „pott.curry“ – Die teure Currysauce aus dem Pott


Bekanntlich ist der Genießer kein Freund der Currywurst als Nationalgericht des Ruhrgebiets. Er findet, dass die Ruhrgebietsküche etwas anderes als das in Berlin erfundene Würstchen als Symbol verdient hat - die Linsensuppe zum Beispiel. Bei dieser subjektiven Disposition war es also kein Wunder, dass er bislang an den Flaschenstapeln mit „pott.curry deluxe sauce“ ganz vorn in der Gemüseabteilung von EDEKA Burkowski immer vorbei gerannt war. Immerhin kostet die Currysauce in der 0,33-l-Bierflasche 5,70 Euro. Da besorgt er sich bei Real lieber eine Dose San-Marzano-Tomaten für 1,79 Euro und macht sich seine Sauce selbst (z.B. hier oder hier) und tut Curry dran. Doch jetzt überkam ihn das Pflichtgefühl des Chronisten und er kaufte sich eine Flasche des Produkts, das seit etwa anderthalb Monaten auf dem Markt ist.

Der Genießer war natürlich enttäuscht. Statt wie erwartet, kam keine fruchtig-pikante Curry-Sauce aus der chic designten Flasche, sondern eine dunkelbraune, zähflüssige Masse, durchsetzt mit Tomaten(?)kernen, eher laff im Geschmack und wenig ausdifferenziert. Enttäuscht war der Genießer auch, als er einen Blick auf die Zutatenliste warf und den Farbstoff E150d entdeckte, der sich bei weiterer Recherche aber als harmlose Zuckercouleur erwies, wie sie auch bei der Herstellung von Cola und bestimmten Biersorten verwendet wird. Passt irgendwie. Was sich aber hinter dem ominösen lebensmittelrechtlichen Dehnbegriff „Aroma“ verbirgt, mochte er nicht wissen. Er dachte immer, der Geschmack von Currysauce käme von Curry. Wozu dann noch „Aroma“?

Zutatenliste auf der Flasche. (Zum Vergrößern aufs Bild klicken.)

Die auf der Flasche angegebene Internetseite offenbarte das Dilemma. Hier waren anscheinend keine Feinschmecker, sondern Kreativwirtschaftler zu Gange gewesen, denn als verantwortlich für dieses Produkt zeigt sich eine Werbeagentur. Die hat auch eine schöne Legende für die Currysauce gestrickt, die unter Marketinggesichtspunkten gar nicht übel ist. Stichworte: Familienrezept, Ruhrgebietsverbundenheit, etc. Das ist zwar hip und entspricht dem Zeitgeist, den Genießer überzeugte es nicht. Ihm fiel dazu nur der alte Kurt Tucholsky ein: „Nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.“

"pott.curry" im Test

Dennoch wollte der Genießer seine Meinung nicht zum Maßstab aller Dinge machen und initiierte einen Currysaucentest mit der Grill-erfahrenen Familie eines Genießerfreundes: zwei Kinder, zwei Frauen, zwei Männer. Da stellte er insgesamt fünf Saucen an, vom Billigprodukt über eine Bio-Sauce, die wahre Bochumer Kult-Sauce von Dönninghaus bis hin zur teuersten Sauce, die er auftreiben konnte, einen US-Import von Stonewall Kitchen. Die Reaktion der Kinder auf „pott.curry“ war entlarvend: „Die schmeckt ja wie Curry-Gewürzketchup von Hela“, riefen sie fast unisono. Dabei stand dieses Produkt gar nicht als Vergleich im Test-Portfolio. Aber da ist der Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat drin - und es kostet mit 0,86 Euro in der kleinsten Verpackungs-Einheit gerade einmal die Hälfte.
Zum Ergebnis des gesamten Tests geht es hier.

pott.curry deluxe sauce. Die exklusive Sauce aus dem Pott. 330 ml 5,70 Euro (1,72 Euro pro 100 ml). Bezugsquelle: EDEKA Burkowski, Bochum.
Zutaten: Tomaten, Branntweinessig, Zucker, Gewürze (mit Senfsaat), Speisesalz, modifizierte Maisstärke, Verdickungsmittel (Guarkernmehl, Johanniskernmehl), Maltodextrine, Aroma, natürliches Aroma, Farbstoff E150d, Säuerungsmittel (Phosphorsäure), Aromakoffein, Zuckerrübensirup, Tonka Bohne, Sesam

Hela Curry Gewürzketchup. 150 ml 1,29 Euro (0,86 Euro pro 100 ml). Bezugsquelle: EDEKA Burkowski
Zutaten: Tomatensaft, Zucker, Dextrose, Kochsalz, Curry (u.a. Senfmehl), Pfeffer, Paprika, Chilis, Nelken, Branntweinessig, modifizierte Maisstärke, Säuerungsmittel: Citronensäure, Verdickungsmittel (Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl, Kräuter (u.a. Sellerie), Säureregulator: Natriumlactat, Geschmacksverstärker: Mononatriumglutamat

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Im Supermarkt entdeckt: San Marzano und Gelbe Tomaten

Unbezahlte WERBUNG
Aktualisierung 5.3.2016: Beide Tomatensorten gibt es schon lange nicht mehr. 

Soll man jetzt lachen oder weinen? Da war man bislang stolz, als Slowfoodie der Welt von den San-Marzano-Tomaten als (durchaus teuren) Geheimtipp zu empfehlen, und jetzt stehen sie unter der poetischen Bezeichnung „Lava des Vesuvs“ bei Rewe im Regal. Zwar nicht von einem Slow-Food-Presidio zertifiziert, aber mit der Ursprungsbezeichnung „Pomodoro San Marzano dell‘ Agro Sarnese Nocerino“ DOP. „Die San Marzano Tomate stammt aus Kampanien, vom Fuße des Vesuvs, und ist eine besondere, traditionsreiche und pflegeintensive Sorte“, wird der Kunde auf einem Dosenaufkleber informiert. Seit über 25 Jahren widmen sich kleine Familienbetriebe liebevoll dem Anbau von San Marzano Tomaten. Da die vollreife, sehr schmackhafte Frucht für das Tomatenkraut zu schwer ist, muss jede Pflanze einzeln an einem Stock befestigt werden.“ Und wird von Hand geerntet. Da sind wohl die 1,99 Euro, die die 400-Gramm-Dose kostet, durchaus gerechtfertigt, im Vergleich zu den 35 bis 39 Cent, die eine normale Dose geschälte Tomaten kostet, jedoch ganz schön happig. Aber der Geschmack ist einmalig. (Es sei allerdings drauf hingewiesen, dass es bei Real in Wattenscheid San Marzano Tomaten von der Fa. Mutti für 1,79 Euro gibt – ebenfalls mit geschützter Ursprungsbezeichnung und sogar mit Jahrgangsangabe.)

Der Einsatz von Slow Food für die Tomatenspezialität hat sich anscheinend gelohnt. Doch hoffentlich geht das Bewusstsein, mit diesem Produkt etwas Besonderes auf dem Teller zu haben, jetzt nicht im banalen Überfluss des Supermarkt-Alltags unter.

Übrigens: Die von Feinschmeckern ebenfalls geschätzten gelben kampanischen Flaschentomaten gibt es bei Rewe auch, unter der Bezeichnung „Gold des Vesuvs“.

Montag, 30. August 2010

Im Supermarkt entdeckt: Obstsäfte von Van Nahmen

Apfelsaft und Rhabarbernektar

Neulich hatte sich der Genießer über Zugabe von Vitamin C an einen Apfelsaft von westfälischen Streuobstwiesen der Fa. Möller, Recklinghausen-Stuckenbrock, gewundert, den er in einem Bochumer Supermarkt entdeckt hatte. Dass es auch ohne diesen Zusatz geht, konnte er jetzt erfahren. Bei Perfetto, der Lebensmittelabteilung von Karstadt im Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum, fiel ihm der „Apfelsaft von Streuobstwiesen Späte Ernte“ (2,99 Euro) der renommierten Privatkelterei Van Nahmen in Hamminkeln in die Hände. Der wurde aus Äpfeln mit mindestens 50° Oechsle von Streuobstwiesen am Niederrhein und in Westfalen hergestellt.

Van Nahmen ist Fördermitglied von Slow Food. Um Obstsorten zu erhalten, die vom Aussterben bedroht sind, keltert das Unternehmen seit 2007 sortenreinen Apfelsaft. Zusammen mit dem NABU wird zudem ein Konzept zur Erhaltung von Streuobstwiesen verfolgt, um alten Obstsorten eine Plattform gegeben. Anders als bei der Fa. Möller in Recklinghausen-Stuckenbrock, wo durch Verschnittmethoden auch aus unreifem Fallobst genießbarer Saft gewonnen wird, werden bei Van Nahmen nur vollreife Früchte verwendet.

Neben dem Apfelsaft war bei Perfetto auch ein Rhabarbernektar von Van Nahmen (2,99 Euro) im Angebot.

Samstag, 21. August 2010

Im Supermarkt entdeckt: Schulte Bloom’s naturtrüber Apfelsaft von westfälischen Streuobstwiesen

Unter dem Label „NRW Heimat Produkt“ geht die Handelskette Rewe auf die Forderung vieler bewusster Verbraucher nach regionalen Produkten ein. Und so freute sich auch der Genießer über das, was das Etikett eines so gekennzeichneten Apfelsaftes versprach: ein ökologisch akzeptabels Nicht-Bio-Produkt, bei dem die Zutaten nicht um den halben Globus kutschiert wurden, handwerklich einwandfrei hergestellt und die traditionelle Kulturlandschaft schützend. „Schulte Bloom’s naturtrüber Apfelsaft“ (0,75l 1,49 Euro) ist ein Direktsaft von westfälischen Streuobstwiesen, hergestellt von der Obstsaftkelterei Josef Möller in Recklinghausen-Stuckenbrock. Die Nährwertanalyse ist ausgiebig dokumentiert und mit dem Hinweis, dass die Werte den „für Naturprodukte üblichen Schwankungen“ unterliegen, versehen. So weit, so überzeugend.

Doch wer ist bloß auf die Idee gekommen, dem Saft zusätzlich noch Vitamin C zu verpassen, und zwar „mindestens 50 mg pro 100 ml“? Sind die Früchte der westfälischen Streuobstwiesen so schlecht, dass so ein Werbe- und Vermarktungstrick wirklich nötig ist? Und scheiden wir nicht sowieso das Vitamin C ungenutzt wieder aus, weil wir bei einer „abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung“, wie sie das Etikett empfiehlt, mehr als genug Vitamin C zu uns nehmen? Schade, dass mit so einer unnötigen Aufbrezelung ein eigentlich empfehlenswertes Produkt seine Wertigkeit einbüßt.

(Ein paar Worte noch zum Etikett: Die uncoole Obstbauernkarikatur ginge nicht einmal als schlechte idyllisierende Kinderbuchillustration durch. Andere Obstsaft-Etiketten von Rewe, die sich an aufgeklärte Verbraucher wenden, kommen dagegen durchaus an das Design moderner Wein-Etiketten heran.)

Mittwoch, 28. Juli 2010

Aldi-Gründer Theo Albrecht gestorben

Bereits am Samstag verstarb der Aldi-Gründer Theo Albrecht im Alter von 88 Jahren. Zusammen mit seinem Bruder Karl veränderte der Unternehmer aus Essen vom Ruhrgebiet aus den Lebensmittelhandel in der Bundesrepublik nachhaltig - und nahm damit ungeahnten Einfluss auf die Essgewohnheiten der Deutschen. Trotz der Geschäftsmaxime, dass Lebensmittel so billig wie möglich an den Kunden gebracht werden sollten, wurde er mit Aldi zum Milliardär.
Der Genießer erlebte als Kind mit, wie Anfang der 1960er die Albrecht-Läden In Essen in Discount-Märkte umgewandelt wurden - und bei der Kundschaft anfänglich auf Unverständnis stießen. Doch schon bald waren die damaligen Hausfrauen von den billigen Preisen überzeugt. Bei ihren Kindern, die mit Aldi aufgewachsen waren, wurde Aldi in 1980er und 90er Jahren sogar Kult.
Der Genießer meint, durch die Niedrigpreise wurde das Verhältnis der Deutschen zu Lebensmitteln nachhaltig gestört. So sozial die niedrigen Preise auch sein mögen, die ökologischen und qualitativen Auswirkungen, die sie auf die Produktion haben, sind nicht zu unterschätzen. Schließlich geht es um die Austarierung eine kleinsten gemeinsamen Nenners und nicht um den Erhalt guter Qualität.
Mehr über Theo Albrecht finden Sie hier.

Montag, 5. April 2010

Im Supermarkt entdeckt: Campbell’s Tomato Soup

Als der Genießer am Karsamstag auf der Suche nach einer Dose San-Marzano-Tomaten gegen 20 Uhr 30 durch Real in Wattenscheid schlich, war er überrascht, eine neue Abteilung mit internationalen Spezialitäten zu entdecken. Schön übersichtlich nach Ländern wie Italien, Frankreich, Griechenland, Spanien, Türkei, Mexiko und USA sortiert, standen hier auf einmal alle Produkte auf einem Haufen, die früher im ganzen Laden verteilt waren. Darunter gab es auch einiges, das dem Genießer früher noch nie aufgefallen war, etwa mit Sepia-Tinte schwarz gefärbte Spaghetti und französische Dosen-Saucen nach klassischen Rezepten, deren Zutatenlisten keine Geschmacksverstärker aufweisen und deshalb nicht uninteressant zu sein scheinen.

Höhepunkt war jedoch ein Stück Pop-Art zum Essen: die Tomatensuppe der Firma Campbell’s im USA-Regal, deren Dose durch Andy Warhols Porträt zu einer Ikone der modernen Kunst geworden ist. Die Lebensmittel-Konserve im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit kostet 2,29 Euro und besteht laut Aufdruck aus „Tomatenpüree (Wasser, Tomatenmark), Fruktose-Glukose-Sirup, Weizenmehl, Wasser, Salz, Säuerungsmittel Kaliumchlorid, Aroma, Säuerungsmittel (Citronensäure, Ascorbinsäure, Monokaliumphosphat), natriumreduziertes Meersalz“. Der Zubereitungstipp lautet: „Doseninhalt (laut Aufdruck 10 ¾ OZ., das entspricht 305 g) mit 270 ml Wasser oder Milch (für eine noch cremigere Suppe) in einen Topf geben und unter Rühren langsam erhitzen.“
Die Dose San-Marzano-Tomaten fand der Genießer übrigens nicht im Italien-Regal der neuen Abteilung, sondern bei den ganz normalen Gemüsekonserven. Das fand er gut.

Freitag, 26. März 2010

Im (Bio-)Supermarkt entdeckt: Die teuerste Currywurst der Welt

Obwohl der Genießer gern und leidenschaftlich gegen die Currywurst als geschmacksbestimmende Referenz für die kulinarische Kultur des Ruhrgebiets wettert, kann er sich der normativen Kraft des Faktischen gelegentlich nicht entziehen. So stand er neulich im „Biohaus“ an der Hattinger Straße in Bochum durchaus fassungslos vor dem Regal, als er eine Glaskonserve der Firma „Kiebitzhof“ in Gütersloh entdeckte, schön mit dem Label „Bioland – Ökologischer Landbau“ versehen: „Currywurst für zwei“ (Einwaage 410 g). Das musste er haben, selbst bei dem gepfefferten Preis von 6,29 Euro, also 3,145 Euro pro Portion (Wer sich noch erinnert: das sind 6,15 DM. Zum Vergleich: eine legendäre Original-Dönninghaus-Currywurst mit halbem Brötchen kostet am Stand neben dem Union-Kino im Bochumer Bermudadreieck 2,20 Euro, auf dem Parkplatz vor der Ratio mit ganzem Brötchen 2 Euro – ist aber nicht Bio.)
Currywurst in Bio-Qualität zum Apothekenpreis auf dem heimischen Herd aufgewärmt: Das musste ja schmecken – und tat’s irgendwie auch. Die Wurst war laut Aufschrift eine Röstbratwurst aus 71 Prozent Schweine- und 13 Prozent Rindfleisch, Trinkwasser, Zwiebeln, Meersalz, Gewürzen, Kräuterwürze und Milcheiweiß und so fein, dass sie in ihrem vorgebrühten und kaum gerösteten Zustand fast wie eine Brühwurst schmeckte, also für eine Currywurst im Ruhrgebiet untypisch, eher berlinerisch. Die Currysauce kam lässig an den Dönninghaus-Standard heran, war aber nicht ganz so scharf und bestand laut Aufschrift aus Tomatenmark, Rohrohrzucker, Branntweinessig, Meersalz und Gewürzen.
Doch der Genießer kam nicht umhin, die Normen des Faktischen mit aller Kraft zu sprengen. Um die Wurst extrascharf zu machen, würzte er sie mit dem selbstgemachten Currypulver der Freundin des guten Geschmacks nach, das vom letzten Männer-Kochkurs übrig geblieben war – eine Prise Slow Food fürs Fast Food. Zusammen mit einem Bio-Brötchen aus der Hutzel Bäckerei war das preislich und von der Zutatenqualität her bestimmt eine extravagantes Mahl – blieb aber im Grunde ein kulinarisches Armutszeugnis: ‘ne Currywurst eben.

Bio-Currywurst - noch nicht nachgewürzt

Montag, 25. Januar 2010

Im Supermarkt entdeckt: San-Marzano-Tomaten



Leider sind diese Tomaten z.Zt. nicht verfügbar.

Früher gab es bei Real Wattenscheid die 400-Gramm-Dose geschälte Tomaten (Pelati) für 29 Cents. Dann wurde der Preis auf die auch anderswo üblichen 35 Cents erhöht, und seit einiger Zeit gibt es die 400-Gramm-Dose zum Niedrigpreis überhaupt nicht mehr, sondern nur noch die große Dose und zahlreiche teurere Markenprodukte. Da hatte der Genießer die Lust verloren, bei Real weiter Pelati zu kaufen. Zu diesen Preisen kann er auch anderswo fündig werden.
Am Samstag warf er wieder einen Blick aufs Tomatenregal und war überrascht. Für 1,79 Euro gab es dort die 400-Gramm-Dosen mit San-Marzano-Tomaten von einer Konserven-Firma mit dem schönen Namen „Mutti“. San-Marzano-Tomaten sind Flaschentomaten, die in in der gleichnamigen Region am Fuß des Vesuvs auf dem Vulkanboden in der Nähe von Neapel angebaut werden und von unvergleichlicher Aromatik sind. Die internationale Genießervereinigung Slow Food hatte sich für die Erhaltung dieser Tomatensorte eingesetzt, und es entstand eine „Denominazione d’Originale Protetta“ (D.O.P.), die die Herkunft der Tomaten garantiert.
1,79 Euro für 400 Gramm Dosentomaten, die es auch für 35 Cents gibt, scheint viel, aber der Preis ist für diese Ausnahmequalität relativ niedrig. In Feinkostgeschäften und Weinhandlungen kosten die Dosen um die 2 Euro, bei Manufactum in Waltrop 2,60 Euro. Im Internet hat der Genießer sogar Dosen für über 3 Euro entdeckt. Billiger als 1,79 Euro wird es dort nur, wenn man größere Gebinde kauft, doch dann kommen die Transportkosten dazu.
Also griff der Genießer bei Real zu und kochte am Sonntag eine Dose San-Marzano-Tomaten mit Thymian, etwas Knoblauch, Chili und etwas Salz zu einer wunderbaren Nudelsauce "alla Mutti" ein, die er nur mit frischem Pfeffer, Basilikum und eine Schuss gutem Olivenöl würzte - mit geriebenem Parmesan ein einzigartiger Genuss.

Nicht "alla Mamma", sondern "alla Mutti": Spaghetti mit Tomatensauce

Montag, 28. Dezember 2009

Supermärkte in Bochum: Einkaufsparadies Wittener Straße



Der Genießer freut sich darüber, dass die Diskussion über der Supermärkte in der Bochumer Innenstadt, die er mit den Posts über den EDEKA-Markt an der Alleestraße und die Lidl-Filiale im Bermudadreieck hervorgerufen hat, mit solcher Leidenschaft geführt wird. Beide Posts gehören zu den am häufigsten besuchten im Blog „Genussbereit“, beide haben die meisten Kommentare. Das zeigt, wie wichtig die Leser den Lebensmitteleinkauf nehmen.
Dennoch findet es der Genießer bedauerlich, wie wenig gut man in de der Bochumer Innenstadt einkaufen kann. Dagegen ist die Wittener Straße südlich der Kreuzung mit dem Steinring ein wahres Einkaufsparadies. Auf 200 Metern Länge findet der Käufer fast alles, was sein Herz begehrt. An erster Stelle ist natürlich der Bio-Supermarkt „Biokauf“ zu nennen mit seinen beiden hervorragenden Shop-in-Shops, den Käsespezialisten „chieese“ und den Metzger Gläser. Dazu kommt noch der Bio-Back-Shop. Direkt nebenan befindet sich eine Filiale des Discounters „Netto“, ein paar Schritte nach Süden eine Filiale von „REWE Lenk“. Eigentlich fehlt hier nur noch ein guter Fischhändler, und wir hätten hier eine richtige Gourmetmeile.

Weitere Posts zum Thema:
Neuer EDEKA-Supermarkt in der Bochumer Innenstadt
Auf dem Balkon: Bordelaiser Fischerfrühstück
Neu in Bochum: „Lidl“ im Bermudadreieck

Montag, 21. Dezember 2009

Auf dem Balkon: Bordelaiser Fischerfrühstück

Austern, Frikadellen, Weißwein im jungfräulichen Schnee


Glaubt man der Kochbuchautorin Patricia Wells, nehmen in Gujan-Mestras an der französischen Atlantikküste die Fischer nach ihrer harten Arbeit auf See im Bistro „L‘Huître Joyeuse“ („Zur glücklichen Auster“) gern ein ganz besonderes Frühstück zu sich: sie schlürfen eine frische Auster, beißen sofort in eine superscharfe Bratwurst oder Frikadelle und spülen das Ganze dann mit einem weißem Bordeaux herunter. Dem Genießer imponiert dieser Brauch sehr, und traditionell nimmt er dieses Bordelaiser Fischerfrühstück gern in der Vorweihnachtszeit zu sich – es wäre auch ein prima Katerfrühstück am Neujahrsmorgen. Gestern feierte er damit den ersten Schnee in diesem Winter.
Für die Frikadellen in mundfreundlicher Löwenköttel-Größe nimmt er gerne Bratwurst-Brät. Die Schärfe fügt er mit kleingeschnittenen Chilis hinzu, diesmal tat er auch noch Knoblauch und Ingwer dran. Dessen Fruchtigkeit harmonierte hervorragend mit den bittersüßen Grapefruit-Aromen des 2004er Château de Cruzeau Blanc, den der Genießer zum runterspülen benutzte. Unterlegt war der schön gereifte Sauvignon Blanc mit leichten Barriquetönen. Das alles zusammen mit dem salzig-frischen, mit einem Spritzer Zitrone abgerundeten Meeresgeschmack der Austern – einfach ein Genuss!
Die Austern hatte der Genießer an der Fischtheke des neuen EDEKA-Supermarktes in Bochum gekauft, 1,29 Euro das Stück. Die Verkäuferin gab fachgerechte Auskunft, wie man die Muscheln bis zum nächsten Tag frisch halten. Natürlich im Kühlschrank, vorher aber die Folie der Transportverpackung entfernt, in die sie die drei Austern aufwendig einschweißte. Ansonsten seien die Austern frisch, das wurde man an der Schwere merken, mit der sie in der Hand lägen.

Nun ja. Dass eine der Austern schon tot aus dem Meer gekommen war, merkte der Genießer erst, als er sie öffnen wollte. Die Schale war voller Schlick, und ein Würmchen hatte sich der an der Delikatesse gütlich getan. Das hinderte den Genießer jedoch nicht daran, die beiden anderen, die durchaus noch in Ordnung waren, genüsslich auszuschlürfen. Die Austern, die er letztes Jahr fürs gleiche Gericht von Essengenuss bezogen hatte, waren um Klassen frischer gewesen.
Schade, dass es einem Supermarkt in einer Stadt mit 360.000 Einwohnern wie Bochum nicht gelingt, soviele Austern zu verkaufen, dass sie immer frisch sein können.

Scharfe Frikadellen

Rezepte: Auf dem Balkon

Dienstag, 15. Dezember 2009

Neu in Bochum: „Lidl“ im Bermudadreieck


Gestern eröffnete eine neue „Lidl“-Filiale in der Bochumer Innenstadt. Eigentlich nichts Besonderes, ist die Filiale doch nicht mehr als ein weiterer Spielstein im Expansions-Konzept des Discounters. Was den Genießer enttäuscht ist jedoch, dass sie im Bermudadreieck liegt, mitten im „ViktoriaQuartier", das nach dem Willen der Bochumer Stadtplaner und der Strategen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 ein Zentrum der Kreativitätswirtschaft sein soll. Als ein Vertreter der sog. „Kreativen Klasse“ hatte sich der Genießer, der hier schon seit Jahren wohnt, etwas anderes gewünscht als einen Billig-Discounter. Wenn schon eine Handels-Kette, warum dann nicht einen Bio-Supermarkt von „Basic“? Der hätte imagemäßig viel besser hier hin gepasst und die Einkaufssituation in Bochum tatsächlich gehoben. Der Genießer jedenfalls versäumt es nie, die entsprechende Filiale in Essen zu besuchen, wenn er da ist, und fährt gelegentlich auch extra dort hin. Will er sich in seiner Heimatstadt bio-mäßig versorgen, muss er die Innenstadt verlassen.
Sicher sind preiswerte Einkaufsmöglichkeiten in einer wirtschaftlich gebeutelten Stadt wie Bochum notwendig, aber die gibt es hier wahrlich genug. Verhungern tut hier keiner. Es ist ein Armutszeugnis, das für die Stadt mit der „Lidl“-Ansiedlung an der Viktoriastraße ausgestellt wird – zumal mit dem Bau des auf Hochwertigkeit setzenden Konzerthauses für die Bochumer Symphoniker ein paar Schritte weiter noch gar nicht begonnen wurde. Es wird jetzt wohl als „Bauplatz neben Lidl“ in die Stadtgeschichte eingehen.
Immerhin: „Lidl“ selbst sieht alles sehr realistisch. Der Eingang zum Laden wurde diskret nach hinten zum Parkplatz angebracht und nicht nach vorn zu Viktoriastraße und Konrad-Adenauer-Platz. Das wird den Discounter jedoch nicht daran hindern, als Bier-Nachttanke für das kreative Prekariat (sprich: arme Studies) zu dienen, die sich die Kneipenpreise im Bermudadreieck nicht leisten können.

Diskreter Eingang vom Parkplatz aus

Freitag, 13. November 2009

Neuer EDEKA-Supermarkt in der Bochumer Innenstadt


Update Februar 2026: Die Eröffnung einer weiteren Filiale von EDEKA Burkowski in Bochum-Linden wird auf Ende 2026 verschoben.

Update November 2024: Die Wiedereröffnung fand am 14.11.2024 statt (klick hier).

Update September 2023: EDEKA Burkowski schließt am 23.9.2023 für ca. ein Jahr und wird im November 2024 nach einem großen Umbau wieder eröffnet.


Bislang war der Genießer ja der Meinung, der beste Bochumer Supermarkt sei der „Boni-Markt“ in Witten. Doch jetzt braucht er als Bochumer anscheinend nicht mehr in die Nachbarstadt zu fahren, um gut einzukaufen. In den Hallen des ehem. „Marktkaufs“ auf der Alleestraße hat gestern „EDEKA Burkowski“ eröffnet. Auf den ersten Blick macht der Laden, der seinen Ursprung in Essen hat, einen fantastischen Eindruck. Im Gegensatz zum alten „Marktkauf“ hat man weitgehend auf den gesamten Krimskrams von Garten- bis Elektrogeräten verzichtet und sich auf Lebensmittel und Zusatzartikel aus dem Drogeriebedarf etc. beschränkt. Groß, geräumig, chic und mit einigem Gespür für Lokalkolorit ist der Laden für Leute eingerichtet, die Lebensmittel einkaufen wollen. Das Sortiment ist umfangreich, vielleicht nicht ganz billig. Jedenfalls fand der Genießer im Gewürzregal ohne langes Suchen Bio-Fenchelsamen, sein Lieblings-Ziegenfrischkäse „Chavroux“ war in der Kühltheke auch da, kostete aber 2,19 Euro – bei „Rewe“ (noch) 1,99 Euro. Ein halbes frisches Suppenhuhn war mit ca. 7 Euro genauso teuer wie in der Bochumer Fleischerei „Kruse“. Beeindruckt war der Genießer von der Fischtheke. Neben zahlreichen Frischfischen tummelten sich da Austern, Venus- und Jakobsmuscheln im Eis – herrlich. Und auch die Weinabteilung machte wenigstens optisch was her. Das Angebot war typisch für einen Supermarkt. Aber immerhin: es gab darüber hinaus einige schöne Bordeaux, die Einstiegsqualitäten vom Pfälzer „Reichsrat von Buhl“ und den Chianti „Coltibuono“, für den Roberto Stucchi Prinetti von Weingut „Badia a Coltibuono“ die Trauben selektiert und für die Vinifikation verantwortlich zeichnet.
So etwas hatte der Bochumer Innenstadt gefehlt. Zwar wird im Bermudadreieck eine „Lidl“-Filiale neu gebaut, doch dass sich im „ViktoriaQuartier“, das nach Willen der Stadtplaner die Kreativwirtschaft in Bochum forcieren soll, ausgerechnet ein Billig-Discounter einnistet, hat den Genießer ziemlich genervt.
Mal sehen, wie sich „EDEKA Burkowski“ bei weiteren Einkäufen bewährt. Hoffentlich kann es den Standard halten, womöglich noch verbessern und erreicht die Qualität von „EDEKA Zurheide“ in Gladbeck, dem legendären „Supermarkt des Jahres 2006“. Dazu muss das Bochumer Publikum allerdings mitspielen.
EDEKA Burkowski, Alleestr. 38-40a, Bochum. 8 bis 21 Uhr geöffnet.

Mittwoch, 2. September 2009

Im Supermarkt entdeckt: Die faire Milch

Erhöht wurde der Milchpreis schon im Juni, aber erst gestern entdeckte ich bei Rewe die Milch der Marke „Bubi“ mit folgendem Aufdruck: „Die faire Milch. Für faire Preise & eine nachhaltige Milchwirtschaft. Frische Fettarme Milch, traditionell hergestellt, pasteurisiert.“ Weiter unten war ein kleines Label aufgedruckt: „NRW Heimatprodukte Rewe“. Und auf der der Seite wurde ich noch weiter aufgeklärt: „Was bedeutet ‚Die faire Milch‘? Mit der fairen Milch unterstützen Sie die regionalen Milchbauern im nahen Münsterland. Von jedem Liter verkaufter Bubi faire Milch erhalten teilnehmende Landwirte nachweislich 10 Cent mehr Milchgeld. Dieses wird von der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen in Krefeld als unabhängigem Institut bestätigt. Für faire Preise, eine nachhaltige Milchwirtschaft und mehr soziale Verantwortung!“
Der Liter fettarme Milch kostete 55 Cents. Die ultrahocherhitzte fettarme Milch, die seit einiger Zeit unter dem Slogan „länger frisch“ als Frischmilch verkauft wird, stand daneben, war laut Verfallsdatum 10 Tage länger frisch und kostete 59 Cents. Fettarme Rewe-Bio-Milch kostete 95 Cents. Übrigens: Fettarme Bio-Milch von Dennree kostete neulich im Biomarkt 85 Cents.
Ist das alles ein Sieg der Weißen Ritter im Milchgeschäft?