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Dienstag, 31. März 2015

Rüebli-Cupcakes

Rüebli-Kuchen gehört für den Gatten zu Ostern dazu. In diesem Jahr wünschte er sie sich als Cupcakes mit quietschfarbenem Frosting.

Kann er haben.

Cupcake mit Zuckerwerk und Frosting.
Rüebli-Cupcakes

Zutaten für ca. 24 Stück (oder eine 26er Springform):

5 Eier
250g brauner Zucker
250g Wurzeln (Rüebli)
250g gemahlene Mandeln
1 Zitrone, heiß abgewaschen, Schale und Saft davon
80 g Mehl
1 EL Backpulver
1 Prise Salz
guter Schluck Eierlikör

Viele, viele Cupcakes.
Zubereitung:

Eier trennen.

Eigelb und Zucker schaumig rühren. Eierlikör einrühren.

Wurzeln fein raffeln, Mandeln, dem Saft und der Schale einer Zitrone dazugeben.

Mehl und Backpulver dazusieben.

Eiweiß steif schlagen und mit dem Salz unter die Masse ziehen.

Für Cupcakes: Die Masse auf 24 Muffinförmchen verteilen und bei 180°C (Umluft) ca. 20 Minuten backen. Abkühlen lassen.

Für einen Kuchen: Die Masse in eine gut gefettete, bemehlte Springform füllen und 180°C (Umluft) ca. 50 min backen. Abkühlen lassen.

Unter dem Frosting ist der Cupcake.
Frosting

Zutaten für 24 Cupcakes:

165 g Butter
165 g weißer Zucker
Vanillepulver oder Vanillemark
300 g Frischkäse
Lebensmittelfarbe nach Wahl
Allerlei Zuckerwerk zum Verzieren

Zubereitung:

Butter und Zucker weiß schlagen - das kann bummelig zehn Minuten dauern, also Geduld!

Vanille, Frischkäse und Lebensmittelfarbe schnell, aber gründlich einrühren.

Frosting ca. 10 Minuten kaltstellen, dann auf die Cupcakes oder den Kuchen bringen und mit allerlei buntem Zuckerwerk verzieren.

Quelle für Kuchen / Cupcakes: Birds like cake

Blick in die volle Cupcake-Pracht.
Affiliate links zu meinen Muffinförmchen mit Füßen:

Donnerstag, 9. Oktober 2014

Mandarinen-Cupcakes mit karamellisierten Mandarinenscheiben

Mandarinen-Cupcake mit
karamellisierter Mandarinenscheibe.
Als wir uns trafen, um mit SanLucar-Mandarinen zu backen, bekamen wir auch Früchte mit nach Hause, um selbst damit zu backen.

Traf sich, denn ich wollte schon lange mal Mandarinen-Cupcakes machen.

Mandarinen-Cupcakes mit karamellisierten Mandarinenscheiben

Zutaten für 12 Cupcakes:

Für die Mandarinenscheiben:
2 Mandarinen, heiß abgewaschen und abgetrocknet
3 EL Puderzucker, fein gesiebt
2 EL Kakao, fein gesiebt
1 TL Zimtpulver, fein gesiebt

Für den Teig:
3 Mandarinen, heiß abgewaschen und abgetrocknet
200 g Mehl
2 gestrichene TL Backpulver
1 gestrichener TL Natron
100 g gemahlene Mandeln
125 g brauner Zucker
1 EL Vanille-Zucker
1 Ei
50 ml Milch
150 g Joghurt
3 EL Öl

Mandarinen-Cupcakes mit
karamellisierten
Mandarinenscheiben.
Für das Topping:
250 g Butter (Zimmertemperatur)
250 g weißer Zucker
1 TL gemahlene Vanille
400 g Frischkäse

Zubereitung:

Für die Mandarinenscheiben die Mandarinen in dünne Scheiben schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Puderzucker, Kakao und Zimt miteinander verrühren und über die Mandarinen geben.

Backblech unter den Backofengrill schieben und die Mandarinenscheiben bei großer Hitze karamellisieren lassen. Am Besten bleibst Du dabei stehen, denn das kann blitzschnell gehen. Falls Du weggehst: Wenn der Rauchmelder piept, sind die Scheiben fertig. Wenn sich der Gatte beschwert, dass Qualmschwaden in seine Werkstatt zogen, sind die Scheiben verbrannt.

Während Du die Mandarinenscheiben im Auge behältst, kannst Du Dich schon mal um das Topping kümmern: Butter, Zucker und Vanille weiß schlagen (das dauert so bummelig 5 bis 10 Minuten). Dann den Frischkäse unterheben, bis die Masse homogen ist. Das Topping in den Kühlschrank stellen, bis die Küchlein fertig sind.

Mandarinen-Cupcake mit
karamellisierter Mandarinenscheibe.
Für die Küchlein die Mandarinenschale abreiben und die Früchte pellen.

Dann Mehl, Backpulver, Natron und gemahlene Mandeln in einer Rührschüssel mischen.

In einer zweiten Schüssel die restlichen Zutaten (bis auf die Mandarinenstücke) mit dem Handmixer zu einer homogenen Masse verrühren. Die Mehlmischung einrühren, dann die Mandarinen unterheben.

Den Teig gleichmäßig in die Vertiefungen eines mit Papierförmchen ausgelegten Muffin-Backblechs verteilen.

Die Form in den Backofen schieben und bei 160°C (Umluft) ca. 25 Minuten backen (Stäbchenprobe). Auskühlen lassen, mit Topping und Mandarinenscheiben verzieren.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Es gibt was zu gewinnen: Mia Moscato-Vorstellung mit Style your Cake in der Sturmfreien Bude

"Wo bist du denn heute Abend?" fragte der Gatte. "Freixenet stellt einen neuen Sekt vor", antwortete ich. "Du trinkst doch gar keinen Freixenet!" "Es gibt Cupcakes!" Der Gatte liebt Cupcakes. Ich muss also nicht mehr sagen.

Viel Süßkram, bunte Deko und ein leckerer, fruchtig-süßer Sekt.
Und ja, es stimmt: Ich trinke keinen Freixenet. Er schmeckt mir nicht.

Sieht das nicht entzückend aus? Mir taten es vor allem die Pompoms an, sehen sie doch so aus wie perfekte Dahlien.
Da Mia Moscato aber eine eigene Linie des Sektherstellers ist und sich Geschmäcker ändern können, nahm ich die Einladung von Freixenet und der Agentur Brand Affairs zum Cupcake-Workshop von Style your Cake in der Sturmfreien Bude hoch über den Dächern Hamburgs gerne an.

Sommer auf dem Tisch.
Tschaaaa, was soll ich sagen?


Mia Moscato schmeckt mir!


So gut, dass ich zwei Tage nach dem Event gleich drei Flaschen nachkaufte.

In der Sturmfreien Bude.

Der Grundwein des Mia Moscato ist die spanische Moscatel-Traube. Die verleiht dem Mia Moscato seine Süße und das fruchtige Aroma von Aprikosen und Pfirsichen. Normalerweise hat die Traube auch ein feines Muskatbukett, aber das nahm ich hier nicht war. Dafür erinnerte mich Duft und Geschmack einfach nur an eines: Sommer!

Nein, das ist keine Szene aus einem Sequel von "Sex and the City". Das ist Julia Trzebiatowsky von "Style your Cake", die uns in die Grundlagen der Cupcakes einführt.
In Deutschland ist die Moscatel-Traube bisher nur als Grundlage für Asti-Sekt bekannt, und daran fühlte sich auch die eine oder andere erinnert. Meine Asti-Erinnerungen sind keine guten: Morgen, die mit Sodbrennen, Kopfschmerzen und der hektischen Suche nach einer Aspirin begannen. Der Schaumwein läuft für mich unter "Jugendsünden".

Grundlage eines guten Cupcake-Toppings: Butter. Viel Butter. Außerdem Zucker. Viel Zucker. Und dann die Butter-Zucker-Menge mit Frischkäse aufwiegen und alles direkt auf die Hüften streichen auf die Cupcakes spritzen.
Bei Mia Moscato ist es anders: Der fruchtige Geschmack dominiert. Der Schaumwein erinnert mich an Cider. Der Alkoholgehalt ist mit sieben Prozent niedrig (aber höher als der von Cider), was vorallem bei hohen Temperaturen angenehm ist.

Cupcakes werden verziert.
Mia Moscato schmeckt am Besten gut gekühlt aus Weißweingläsern - sehr erfrischend!

Yes, I can Cupcake!
Während eines Cupcake-Workshops konnte ich endlich mein Frosting-Trauma besiegen. Bislang bekam ich ein vernünftiges Topping nämlich nur mit einer Backmischung hin. Dank Julia habe ich nun ein Rezept für eine perfekte Mischung!

Nach dem Workshop ließen wir den Abend mit Fingerfood von Traiteur Wille ausklingen und konnten entdecken, dass Mia Moscato auch mit Herzhaftem gut harmoniert. 

Spargelquiche mit Parmaschinken.
Kalbsfilet und Wrap.
Ziegenfrischkäse auf Früchtebrot.
Maracuja-Creme und Obstsalat
Dann ging ein schöner Sommerabend auch schon zu Ende - irgendwie viel zu schnell. Ich freute mich über die persönliche Begegnungen mit anderen Bloggerinnen wie Susanne von Serendipity Blog, Ann-Christin von Hafenmädchen, Kathi von Deck schon mal den Tisch, Michaela von herzelieb und Küchenchaotin Mia sowie über die Begleitung von Kitchennerds.

Mia Moscato kommt erst langsam in die deutschen Läden. Eine gute Chance, ihn zu kaufen, hast Du momentan bei Rewe und Edeka. Die 0,7 Liter-Flasche kostet ca. 7 Euro.

Noch einfacher kommst Du an Mia Moscato, wenn Du bei meinem Gewinnspiel mitmachst. Mia Moscato stellt mir nämlich drei Kisten des Schaumweins zur Verlosung zur Verfügung. Um eine der Kisten zu gewinnen, sende mir bis 24.07.2013, 23.59 Uhr, eine eMail mit dem Betreff "Mia Moscato" an hamburg_kocht_blog (ät) freenet.de und Deiner Postanschrift. Ich lose die Gewinner aus und gebe die Namen und Adressen an Mia Moscato weiter, die sich zwecks Klärung des Versands direkt mit den Gewinnern in Verbindung setzen. Rechts-, Links- und sonstige Wege sind ausgeschlossen. 26.07.2013: Die Gewinner sind ausgelost und benachrichtigt.

Montag, 5. März 2012

Reklame: Montags wird blau gemacht

Swimmingpool-Cupcakes mit Blue Curaçao-Topping
Mein Schlachter macht montags blau, der Fischhändler auch, und gelegentlich der eine oder andere Friseur. Sie halten eine alte Handwerkstradition hoch: Montags ist das Geschäft (zumindest am Nachmittag) geschlossen, um einen Ausgleich zu haben für die Arbeit am Sonnabend.

Dass gerade montags blau gemacht wird, verdanken wir vielleicht den Färbern des Mittelalters. Sie gewannen die blaue Farbe aus Färberwaid, dessen Blätter in der Sonne in Bottichen gefüllt mit dem zu färbenden Leinen, Urin und Alkohol gärten. Die Flüssigkeiten bildeten die Küpe, die Färbebrühe.

Besonders gut eignete sich der Urin betrunkener Männer, also wurden die Färbergesellen mit Alkohol abgefüllt und konnten nun ihrerseits die Bottiche füllen - je mehr Alkohol, um so intensiver die Farbe. Das war billiger und effektiver, als den Alkohol direkt in die Küpe zu geben. Montags wurden die Küpen warm angesetzt, dann die gefärbten Stoffe in der Sonne zum Trocknen aufgehängt, denn erst durch die Sonne kommt die blaue Farbe zum Vorschein, und die Färbergesellen konnten daneben liegen und ihren Rausch ausschlafen. Sie waren blau, sie machten blau und genossen den blauen Montag.

Andererseits war die Arbeit mit dem gefärbten Leinen körperlich anstrengend. Der mit der Küpe getränkte Stoff war schwer und schlüpfrig, außerdem bestand die Gefahr von Verätzungen durch die alkalische Küpe. Der Stoff musste immer wieder umgehängt werden, was körperliche Anstrengung und Aufmerksamkeit erforderte, denn Fehlfärbungen waren teuer, unter Umständen sogar existenzgefährdend. Ganz so entspannend war das Blaumachen also nicht.

Eine weitere Überlegung zur Herkunft des Blauen Montags geht daher davon aus, dass sich Knechte und Handwerksgesellen einen freien Tag erkämpften, den Montag - zum Erledigen persönlicher Angelegenheiten, zum Baden, zur Totenehrung, zur Verabschiedung wandernder Gesellen und auch zum Feiern. Bis heute ist der Blaue Montag in vielen europäischen Ländern zu finden.

Tchibo stattete uns dankenswerter Weise mit Silkonformen, Schürze und Silikon-Spritzbeutel aus, die es mit anderen Back- und Küchenutensilien auch bei Tchibo zu kaufen gibt. 
Die Küchlein warten auf den Ofen.

Swimmingpool-Cupcakes mit Blue Curaçao-Frosting

Zutaten für 12 Stück:

Für die Küchlein:
200 g Mehl
2 TL Backpulver
½ TL Natron
50 g Kokosraspeln
250 g Ananasscheiben (gerne frisch, aus der Dose geht aber auch)
1 Ei
150 g brauner Zucker
100 ml Rapsöl
250 g Joghurt
1 EL weißer Rum

Für das Topping:
200 ml sehr kalte Sahne, carrageenfrei (ansonsten wird Sahnesteif benötigt)
350 g Puderzucker
1 EL Blue Curaçao
evtl. ein paar Tropfen blaue Lebensmittelfarbe

Zubereitung:

Schmecken auch schon ohne Guss sehr saftig und lecker.
Mehl, Backpulver, Natron und Kokosraspeln in einer Schüssel miteinander vermischen.

In einer zweiten Schüssel Ei und Zucker schaumig rühren, dann Öl, Joghurt und Rum dazu geben. Die Ananas in Stücke schneiden und unterheben. Die Mehlmischung dazugeben und unterheben.

Den Teig in Muffinförmchen geben und bei 160°C Umluft (180°C Ober-/Unterhitze) ca. 25 Minuten goldgelb backen. Die Küchlein komplett auskühlen lassen, bevor sie mit dem Frosting verziert werden.

Für das Topping die Sahne steif schlagen. Löffelweise den Puderzucker und den Blue Curaçao dazu geben und weiter schlagen, bis die Masse sehr steif ist (ggf. kurz in den Kühlschrank legen, damit sie fester wird). Die Masse in einen Spritzbeutel geben und auf die Küchlein spritzen.

Das Rezept für die Küchlein stammt aus dem Buch "Muffins & more", das 1998 bei Gräfe und Unzer erschien und heißt im Original Ananas-Kokos-Muffins / Piña Colada Muffins. Das Topping ist eine Idee von mir.

Montag, 9. August 2010

Desaster Cooking: Kakao-Mokka-Cupcakes mit Karamelglasur

Eigentlich wollte ich diese Cupcakes für den Blog-Event Kulinarisches aus Film und Literatur einreichen, aber dann kam was dazwischen. War dann auch besser so.
Das Rezept stammt aus dem Buch „Viele Köche verderben den Mord“ von Tamar Myers. Die Krimireihe dreht sich um die streng gläubige, amisch-mennonitische Magdalena Yodder, Besitzerin der Pension PennDutchInn in Pennsylvania, die gerne kocht und isst. Dementsprechend enthalten die Bücher auch Rezepte. Leider wurden nur drei Bücher aus der Reihe ins Deutsche übersetzt und Mitte der 1990er Jahre bei Knaur unter dem Etikett „Frauenkrimis“ verlegt. Ich habe sie nicht im amerikanischen Original gelesen, fand aber die Übersetzung bislang so schlecht nicht – jedenfalls, bis ich mich ans Nachbacken von Doc Shaffers Kakao-Mokka-Kuchen mit Karamelglasur machte.

Im Original-Rezept sind es zwei kleine Kuchen mit einem Durchmesser von 20 cm. Ich hatte den Kuchen einmal vor ca. 15 Jahren gebacken, als ich das Buch zum ersten Mal las. Damals entschied ich mich für eine große Guglhupfform und fand den Kuchen drüch. Mit etwas mehr Erfahrung entschied ich mich heute für Cupcakes, die tatsächlich lecker und schön saftig wurden, so, wie Myers sie beschreibt. Damals habe ich auf die Glasur verzichtet, weil sie mir zu reichhaltig erschien. Jetzt merkte ich, dass sie ganz andere Tücken hat. Das Rezept für die Glasur fällt ganz klar in die Kategorie „Desaster Cooking“ und ist nicht zur Nachahmung empfohlen. Die Küchlein an sich sind aber zu empfehlen.
Kakao-Mokka-Cupcakes mit Karamelglasur

Zutaten für 18 Cupcakes:

Für die Cupcakes:
320 g Mehl
240 g brauner Zucker (im Original: Zucker)
4 EL Kakao
1 TL Instant-Espresso (im Original: Instantkaffee)
1 TL Backpulver
1 TL Natron (im Original: 2 TL Backpulver)
180 g weiche Butter
2 Eier
240 ml Milch

Für die Glasur:
500 g brauner Zucker
250 ml Zahne
3 TL Butter
½ TL gemahlene Vanille (im Original: ½ TL Vanille, ich nehme an, dass es im englischen Original Vanilleextrakt ist)
1 Prise Salz

Außerdem:
1 bequemer Stuhl / Barhocker
1 spannendes Buch
2 Kühlpads
Brandsalbe
1 Wassereis
1 Fingerstrip
Wegzehrung
Guter Zahnarzt

Für die Cupcakes alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen. Butter, Milch und Eier schaumig schlagen und mit den trockenen Zutaten mischen, bis ein glatter Teig entsteht. Teig auf 18 Muffinförmchen verteilen (bei den üblichen 12er Blechen muss man also in zwei Schichten backen) und bei 200° C Umluft ca. 20 Minuten backen (Stäbchenprobe).

Während die erste Ladung Muffins im Ofen ist, ziehe man sich einen bequemen Stuhl (in meinem Fall Barhocker) in Herdnähe, lege sich ein spannendes Buch in Griffweite, sorge dafür, dass mindestens zwei Kühlpads und ein Wassereis im TK gut durchgefroren parat sind (ein Hoch auf die Vorratshaltung von Herrn Kaoskoch!), dass Brandsalbe und Fingerstrips erreichbar sind (wir lassen wieder Herrn Kaoskoch hochleben, der mich so gut kennt, dass er weiß, so was gehört in die Küche) und mache schon mal einen Termin beim Zahnarzt.

Ist das erledigt, gibt man Zucker und Sahne in den Topf und lässt alles ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln – so steht’s im Rezept. Dabei muss ständig gerührt werden, damit die Masse nicht am Topf klebt. Mit Buch und Stuhl lässt sich das aber ganz gut aushalten. Idealerweise macht man diese Cupcakes an einem kalten Wintertag und freut sich, dass die Knie schön warm werden, weil man unmittelbar vorm Ofen sitzt (vorausgesetzt man hat die übliche Anordnung mit dem Backofen unter dem Herd). Im Sommer braucht man ein bisschen Selbstdisziplin, um die heißen Knie auszuhalten. If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.

Nach einer halben Stunde lässt man ein bisschen von der Mixtur in ein Schälchen mit kaltem Wasser fallen, wo sie zu einer weichen Kugel werden soll. Nun soll man nun Butter, Vanille und Salz dazugeben und so lange rühren, bis die Mischung eine solche Konsistenz erhält, dass sie auf den Kuchen bzw. die Cupcakes gestrichen werden kann.

Die Masse bleibt hartnäckig flüssig und weigert sich, zu kugeln.

Also rührt man geduldig weitere 30 Minuten und lässt alle 10 Minuten mal etwas von dem Zuckerzeugs ins Wasser plumpsen. Zwischendurch kann man auch die Spülmaschine aus- und wieder einräumen. Oder mal die Arbeitsflächen feucht wischen. Die Schränke könnten auch mal wieder ausgewischt werden. Zeit ist genug da, denn auch nach nun mehr 60 Minuten wird da nichts zu einer weichen Kugel.

Also gibt man dem Klebezeugs noch weitere 30 Minuten. Beide Schichten Muffins sind inzwischen gar und ausgekühlt und schmecken lecker. Deswegen braucht man Wegzehrung, damit noch Muffins übrig bleiben, die glasiert werden können.

Auch nach 90 Minuten bleibt es einfach eine klebrige, flüssige blubbernde Masse. Keine weiche Kugel. Ich gab dann trotzdem mal Butter etc. dazu, weil ich dachte, das hilft vielleicht was. Nö. Tat's nicht.

Und ich fragte zwischenzeitlich Foodies um Rat. Barbara hatte die prinzipiell passende Idee: Das muss nicht köcheln, das muss richtig kochen! Ohne Deckel! Sonst wird die Flüssigkeit nicht weniger!

Inzwischen weiß ich, dass das, was ich verzweifelt versuchte zu erreichen, nämlich die Kügelchen im Wasser, im Fachjargon „Ballenprobe“ heißt. Dafür muss der Zucker mindestens 122° C erreichen. Bei 140° C ist es Karamel. Diesen Zustand hatte ich auch irgendwann hinbekommen. Das Ergebnis schmeckte himmlisch, wie die polnischen Kuh-Bonsche. Leider blieb der Topf auf dem Herd, weil die Masse immer noch zu flüssig war. So erreichte sie über 140° C und wurde Zuckerfarbe – eine nette Umschreibung für „verbrannt“. Das Ergebnis war dann „Bruch“ – oder schlichtweg: Zu lange auf dem Herd gewesen. Nach dem Abkühlen zu hart zum Essen. Aber eine Freude für den Zahnarzt.

Und nun kommt der Arbeitsschritt, bei dem man sich vergewissern sollte, dass Kühlpads, Wassereis und Brandsalbe tatsächlich bereit liegen: Das Glasieren der Muffins. Solange das Zuckerzeugs flüssig ist, ist es kochend heiß. Prompt tropfte mir was davon auf dem Daumen, und reflexartig steckte ich diesen in dem Mund, was dann auch noch die Zungenspitze verbrannte. Also Kühlpad auf den Daumen und Wassereis auf die Zunge. Später kommen dann Brandsalbe und Fingerstrip zum Zuge – am Daumen, nicht auf der Zunge.

Ist die Zuckermasse so weit abgekühlt, dass sie sich theoretisch gefahrlos auf die Muffins verteilen lässt, ist sie praktisch knüppelhart und lässt sich nicht verteilen. Aber sie glänzt schön. Leider lässt sie sich nicht beißen. Jedenfalls nicht mit einem handelsüblichen Gebiss. Deswegen der Termin beim Zahnarzt. Aber man kann das Küchlein umdrehen und den Teig aus der Glasur löffeln. Das spart Teller und geht mit dem üblichen Creamcheesefrosting nicht – jedenfalls nicht, ohne sich die Hände dreckig zu machen …

Ich werde am nächsten freien Wochenende einen neuen Anlauf machen. Dafür wird aus dem Backofen- ein Zuckerthermometer. Und dann mache ich die Karamelglasur nach dieser Anleitung. Das klappt dann hoffentlich. Und das Originalrezept verkaufe ich an meinen Zahnarzt, damit der sich um Patientennachschub keine Sorgen machen muss. Und da in den anderen Büchern noch jede Menge Rezepte sind, bin ich sehr gespannt, ob das Nachmachen auch ein Desaster wird … Fortsetzung folgt.

Sonntag, 6. Juni 2010

St. Pauli Fantaler und Rhabarber-Cupcakes

Als die Schanzenbäcker die St. Pauli Fantaler ankündigten, fand ich das erst mal total cool: Hanseaten mal nicht rot-weiß-glasiert, sondern mit Schokoguß und Totenkopf, also in Braun-Weiß, den Farben des einzig wahren Hamburger Fußballvereins ;o) Eigentlich perfekt für meine kulinarische Hamburg-Tour, wenn ich mal nicht selbst backen kann.

Gleichzeitig war ich auch skeptisch, denn die Hanseaten beim Schanzenbäcker schmecken mir nicht. Sie sind einfach nur sehr süß und nicht mürbe genug, als ob der Teig nicht richtig durchgebacken ist. Kein Vergleich mit denen von Wedemann, wo ich normalerweise kaufe, oder mit selbstgebackenen.

Na ja, was soll ich groß darum herumreden: Die St. Pauli Fantaler fielen bei uns auch durch. Der Teig ist wieder nicht mürbe genug, sie sind einfach nur süß ohne Geschmacksnuancen, die Schokolade überdeckt die Himbeer-Johannisbeer-Marmelade total. Selbst der süßmäulige Gatte meinte, befragt nach einem Urteil, nur knapp: "Na ja!" Und so passiert, was selten bei uns passiert: Hier liegt ein Keks einsam herum und keiner mag ihn ...

Da ein freies Wochenende nach Kuchen verlangt und noch Rhabarber da war, gab's dann Rhabarber-Cupcakes. Dabei kam dann auch einer meiner liebsten Küchenhelfer zum Einsatz: Mozart (für alle Nicht-Tupper-Junkies: das Spritzdingens im Bild rechts). Ich kann nämlich nicht mit einem Spritzbeutel umgehen.

Zutaten für 12 Cupcakes:

250 g Rhabarber
100 ml Öl
110 g Zucker
1 Zitrone, Schale davon
1 Prise Salz
3 Eier
200 g Mehl
50 g gemahlene Pecannüsse
3 TL Backpulver
1 TL Natron
6 EL Milch
120 g Puderzucker
rote Lebensmittelfarbe

Zubereitung:

Den Rhabarber waschen, putzen und klein würfeln (Makro ist was Feines - die Würfel auf dem Bild sind maximal einen Zentimeter groß ...).

Die Eier trennen - das Eiweiß wird für den Baiser benötigt.

Öl mit Zucker, Zitronenschale, Salz und Eigelb schaumig schlagen.

Pecannüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten und erkalten lassen.

Vom Mehl einen Esslöffel abnehmen und unter die Rhabarberwürfel ziehen. Das restliche Mehl mit Nüssen und Backpulver in die Ölmischung rühren und so viel Milch dazu geben, dass der Teig leicht flüssig ist. Auf ein 12er-Muffinblech verteilen und bei 175°C (Umluft) ca. 20 Minuten backen.

Währenddessen das Eiweiß zu Schnee schlagen. Puderzucker und Lebensmittelfarbe dazu geben - je nach Menge der Lebensmittelfarbe muss evtl. mehr Zucker dazu gegeben werden, damit der Eischnee steif bleibt.

Muffinblech aus dem Ofen nehmen, den Baiser darauf verteilen, das Belch wieder in den Ofen geben und weitere 10 Minuten backen, bis der Baiser Farbe angenommen hat. Abkühlen lassen.

Die Cupcakes schmecken besonders saftig, wenn sie einen Tag durchziehen konnten - wenn man denn so lange warten mag ;o)
Quelle ist dieses CK-Rezept.