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Dienstag, 7. Februar 2023

Hirschsauerbraten

Silvester 2014 gab's bei uns Hirschsauerbarten mit Rosenkohl und Semmelknödeln. Dieses Silvester hatte ich situationsbedingt keine Kraft zum Kochen, aber immerhin kam ich dazu, ein paar alte Rezepte einzutippseln ... 

Hirschsauerbarten mit zu blassem Rosenkohl und Semmelknödel.

Dieser Beitrag geht rüber zu Dings vom Dienstag, Handmade on Tuesday und Creativsalat. Vielen Dank für's Sammeln!

Hirschsauerbraten 

Zutaten für 4 - 6 Portionen:

Für die Marinade:
2 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Wurzel (Karotte, Möhre)
2 Stangen Staudensellerie
1-2 Zweige Thymian
750 ml Rotwein
100 ml Rotweinessig
1 EL Pfefferkörner
1 EL Senfkörner
1 EL Wacholderbeeren, gequetscht
2 Lorbeerblätter
2-3 Gewürznelken
2-3 Pimentkörner

Für den Braten:

1 kg Hirschkeule, ausgelöst
Salz
Pfeffer
50 ml Öl
1 EL Tomatenmark
2 EL Johannisbeer-Gelee
1 EL Ahornsirup
1 Apfel
4 Gewürzspekulatius
1 TL Stärke
40 ml Rotwein

Zubereitung:

Für die Marinade Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Würzel und Sellerie schälen, putzen, waschen und in Würfel schneiden. Den Thymian waschen und trockentupfen. Gemüse und Thymian mit dem Rotwein, Rotweinessig und den Gewürzen in einer Schüssel gut vermischen. Die Hirschkeule in ein grosses Gefäss geben und mit der Marinade übergiessen. Zugedeckt kühl stellen und 2 bis 3 Tage ziehen lassen.

Das Hirschfleisch mit der Marinade in ein Sieb giessen, den Sud auffangen und beiseite stellen. Gemüse und Gewürze aufheben. Das Fleisch mit Salz und Pfeffer würzen. Öl in einem Bräter erhitzen und das Fleisch darin von allen Seiten dunkel anbraten. Gemüse und Gewürze der Marinade dazugeben und ebenfalls dunkel anbraten.

Den Apfel waschen, putzen und viertel. Tomatenmark, Johannisbeer-Gelee, Ahornsirup und den Apfel zum Fleisch geben und dunkel anrösten. Den aufgefangenen Sud unter Rühren dazu gießen. Spekulatius in kleine Stücke krümeln und hinzufügen. Alles einmal aufkochen lassen und bei geringer Hitze etwa 1 1/2 bis 2 Stunden zugedeckt köcheln lassen.

Das Fleisch herausnehmen und warm stellen. Die Sauce noch etwas einkochen lassen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Stärke im Rotwein glatt rühren und zu der Sauce geben, kurz aufkochen lassen und durch ein Sieb streichen.

Das Fleisch aufschneiden, in die Sauce geben und servieren.

Montag, 22. November 2021

Hirschbraten mit Dattel-Zimt-Sauce, Birnen und Kartoffelgratin mit Ziegenkäse

Kurz vorm ersten Advent kann man sich mal Gedanken ums Weihnachtsessen machen. Das hier war der Hauptgang unseres Weihnachtsessen 2019, als der Gatte noch gesund genug war, ein Menü zu kochen. Im Jahr drauf fiel Weihnachten dann quasi aus, weil der Gatte erst am Tag vorher aus dem Krankenhaus kam, und dieses Jahr lassen wir kochen. So ändern sich die Zeiten. 

Das hier ist ein relativ entspannter Hauptgang: Schmorbraten verzeiht, wenn Gäste nicht pünktlich sind und kann schon Stunden vorher vorbereitet werden. Das gilt auch für die Birnen, wenn sie vorm Servieren erwärmt werden, und die Kartoffeln kann man notfalls abgedeckt auch im Ofen warmhalten.

Hirschbraten mit Dattel-Zimt-Sauce, Birnen und Kartoffelgratin mit Ziegenkäse.

Das Rezept stammt aus einem Discounterheft. Der Gatte nimmt sie gerne mit. Die Zutaten hingegen kommen nicht vom Discounter. Ich kaufe kein Hirsch von einer neuseeländischen Farm, schon gar nicht, wenn er in irgendeiner ominösen Marinade daher kommt, wenn ich Wild aus niedersächsischen oder hamburgischen Staatsforsten haben kann.

Kartoffelgratin mit Ziegenkäse und Lauchzwiebeln.
Sauce und karamellisierte Birnen in Fliederbeerwein.
Hirschkeulenbraten.
Ich verzichte möglichst auf gekörnte Brühe, wenn ich sie nicht selbstgemacht habe. Bei Schmorgerichten bietet es sich ohnehin an, Suppengemüse mitzuschmoren. Beim Binden verzichtete ich auf Mehlbutter und nahm stattdessen Honigkuchen. Lebkuchen oder Printen, beides ohne Schokoladenüberzug, gingen auch.

Hirschbraten mit Dattel-Zimt-Sauce, Birnen und Kartoffelgratin mit Ziegenkäse

Zutaten für 6 - 8 Portionen:

Für den Hirschbraten:

1 Bund Suppengrün
2 Zwiebeln
Butterschmalz
1,5 kg Hirschbraten aus der Keule, ohne Knochen
2 - 3 Lorbeerblätter, gerne frisch und leicht angedrückt
Piment, leicht angedrückt
Wachholder, leicht angedrückt
Vanillesalz*
Salz
Pfeffer
1 Zimtstange
10 getrocknete Datteln
Butterschmalz
400 ml Wasser
400 ml Rotwein
2 Scheiben Honigkuchen, Lebkuchen oder Printen

Für die Birnen:

2 - 3 Birnen
20 g brauner Zucker
200 ml Fliederbeerwein (alternativ Fliederbeersaft oder Rotwein)
1 TL roter Pfeffer*, zerstoßen

Für das Kartoffelgratin:

1 Bund Lauchzwiebeln
600 g Kartoffeln
100 g Ziegenfrischkäse
250 g Schlagsahne
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Suppengrün putzen und würfeln bzw. in Scheiben schneiden. Zwiebeln pellen und vierteln.

Butterschmalz in einem Topf erhitzen und die Hirschkeule von allen Seiten anbraten. Herausnehmen, das Suppengrün in den Topf geben, mit etwas Vanillesalz bestreuen und anbraten, bis das Gemüse Farbe nahm. Mit Wasser und Rotwein ablöschen, die Hirschkeule und alle anderen Zutaten bis auf den Honigkuchen dazu geben. Bei mittlerer Hitze etwa 60 bis 90 Minuten garen, bis das Fleisch von einer Fleischgabel fällt.

Während die Hirschkeule gart, die Birnen waschen, schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Zucker in einem kleinen Topf karamellisieren und mit Fliederbeersaft ablöschen. Sud mit rotem Pfeffer würzen. Birnen  in den Sud geben und etwa 15 Minuten garen, dann herausnehmen und den Sud auf etwa die Hälfte einkochen. Vor dem Servieren die Birnen wieder in den Sud geben und warmziehen lassen.

Für die Kartoffeln die Lauchzwiebeln putzen, in Ringe schneiden und waschen. Etwa 2 EL Lauchzwiebelringe bis zum Servieren beiseite stellen. Kartoffeln schälen, waschen, in dünne Scheiben schneiden und in eine Auflaufform legen. Ziegenfrischkäse klein schneiden, mit Sahne verrühren, Lauchzwiebeln unterheben, mit Pfeffer und Salz würzen. Sahnemischung auf den Kartoffeln verteilen und im Backofen bis 160°C (Umluft) ca. 30 bis 35 Minuten goldbraun backen (ggf. mit Alufolie abdecken). Vor dem Servieren die beiseite gestellten Lauchzwiebelringe auf die Kartoffeln geben.

Mittlerweile sollte die Hirschkeule gar sein. Fleisch und Zimtstange herausnehmen, Fleisch warmstellen, Zimtstange entsorgen. Die Sauce pürieren und durch ein Sieb passieren. Den Honigkuchen zerbröseln, in die Sauce geben und die Sauce unter Rühren aufkochen, bis der Honigkuchen aufgelöst ist. Sollte die Sauce jetzt zu dick sein, noch etwas Rotwein dazu geben.

Birnenspalten fächerartig auf Teller legen und mit etwas Sirup beträufeln. Braten in Scheiben schneiden, mit Sauce und Kartoffeln auf Tellern anrichten und servieren.

Sollte es Reste geben: Die Birnen und der Hirschbraten können vorsichtig auf dem Herd erwärmt werden, das Kartoffelgratin in der Mikrowelle. Der Hirschbraten kann in der Sauce auch gut eingefroren werden.

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Sonntag, 26. Januar 2014

Szenen einer Ehe: Rehrücken im Filoteig mit Mairübchen und Wurzeln

Reh im Filoteig mit Mairübchen, Wurzeln
und Kartoffel-Sellerie-Stampf.
Sie, in der Vorbereitung des Weihnachtsessens: Die Mairübchen, die du mitgebracht hast, haben so schönes Grün, dass ich überlege, das Reh heute Abend darin einzupacken anstelle des Filoteigs.

Er: Kann man das essen? Ist das nicht giftig?

Sie: Was?

Er: Na, die Blätter.

Sie: Nee, isses nicht. Die kann man essen wie Spinat.

Er: Aber muss man das essen? Überhaupt: Warum nimmt man dann nicht gleich Spinat?!

Sie: Spinat ham wa nich.

Er: Ich hab' noch nie Mairübchengrün auf Speisekarten gesehen!

Sie: Das liegt an den Lokalen, in denen du isst.

Er: Nee, das liegt sicher daran, dass niemand überlebte, der davon berichten könnte!

Der Gatte konnte für dieses Mal beruhigt sein: Das Mairübchengrün sah nach zwei Tagen im Gemüsefach nicht mehr so schön aus und wurde entsorgt. Stattdessen nahm ich wie geplant Filoteig.

Rehrücken im Filoteig mit Mairübchen

Zutaten für 2 Portionen:

150 ml Wildfond
1 Schalotte
6 EL Butter
100 ml Portwein
2 Stücke vom Rehrücken à ca. 150 g
4 Filoteigblätter 6 Wacholderbeeren, zerdrückt
1 Zweig Thymian
2 Mairübchen
1 Wurzel
1 Prise gemahlene Vanille (oder Vanillemark)
1 Prise Zucker
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Backofen auf 180 Grad (Umluft 160 Grad) vorheizen.

Fond bei starker Hitze um die Hälfte einkochen lassen.

Schalotte pellen, sehr fein hacken und in 1 EL Butter andünsten, Portwein zugeben und fast einkochen lassen. Mit eingekochtem Fond aufgießen und um etwa zwei Drittel einkochen lassen.

2 EL Butter in einer ofenfesten Pfanne erhitzen, die Rehfilets mit Wacholder und 1 Zweig Thymian rundherum anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.

1 EL Butter schmelzen lassen, Filoblätter damit bestreichen und je 2 Blätter übereinanderlegen. Fleisch jeweils in 2 Filoblätter einwickeln. Zurück in die Pfannen geben und im heißen Backofen 6 bis 8 Minuten backen.

Mairübchen und Wurzel schälen. Mairübchen je nach Größe vierteln oder achteln, Wurzeln in dünne Scheiben schneiden.  1 EL Butter in einem Topf schmelzen lassen, Rübchen und Wurzel mit Vanille und Zucker hineingeben und garen. 

Filopäckchen schräg halbieren, mit dem Gemüse auf je einem Teller anrichten und mit der Saucenreduktion und Kartoffel-Sellerie-Stampf zusammen servieren.

Donnerstag, 23. Januar 2014

Fond vom rockenden Reh

Erste Grundlage für den Wildfond: Zwiebeln
und Parüren. 
Über Wild in Hamburg bekamen wir für unser Weihnachtsessen einen schönen Rehrücken - natürlich mit Knochen, denn ich wollte Fond ziehen. Das Reh kommt aus Wacken, da, wo sich jedes Jahr die Metaller treffen - ich bekam quasi rockendes Reh.

Zu Hause löste ich das Fleisch von den Knochen - keine Ahnung, ob ich das richtig kann, aber es kommt runter und hat irgendwie Filetform - hieß den Gatten, die Knochen zu hacken und legte los.


Der Gatte zuckte ob des Preises für den Rehrücken etwas zusammen, aber für rund 60 Euro bekamen wir ca. 10 Filets und 2 Liter Fond - ich finde, so relativiert sich der Preis.

Wenn ich Fonds koche, schäle ich das Gemüse nicht, sondern wasche es nur sehr sorgfältig, um Sand etc. zu entfernen. Die Fleischreste, die an den Knochen sind, fitzle ich nach dem Kochen ab - das kleine braune Hundevieh freut sich darüber.

Wildfond

Zutaten für ca. 2 Liter:

Wildknochen auf dem Weg in den Ofen.
1 kg Wildknochen, in Stücke gehackt
Öl
2 Zwiebeln, gewaschen und halbiert
2 Wurzeln, gewaschen und in dicke Scheiben geschnitten
2 Stangen Lauch/Porree, gewaschen, in breite Ringe geschnitten
1/2 Knolle Sellerie, gewaschen, in Scheiben geschnitten
1 Bund glatte Petersilie, gewaschen
2 Lorbeerblätter, gerne frisch und leicht zerknickt
1 Zweig Thymian, gerne frisch
2 TL Pfefferkörner, schwarz
2 TL Wacholderbeeren, zerdrückt
1 Zehe Knoblauch, zerdrückt
750 ml  trockner Rotwein
3 Liter Wasser (bzw. so viel, dass alles im Topf bedeckt ist)
Salz

Zubereitung

Die Knochen kommen aus dem Ofen.
Die Wildknochen in einer Auflaufform im Backofen bei 180°C (Umluft) anrösten, bis sie schön gleichmäßig braun sind.

Währenddessen Öl in einem ausreichend großen Topf heißwerden lassen und die Zwiebeln mit der Schnittfläche nach unten auf den Topfboden geben.Wenn die Zwiebelunterseiten braun sind, das Wurzelgemüse dazu geben und Farbe nehmen lassen, dabei gelegentlich umrühren.

Mit Rotwein ablöschen. Die Kräuter und Gewürze dazu geben und einkochen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist.

Wenn die Knochen schön gleichmäßig braun sind, diese mit in den Topf geben und mit so viel Wasser auffüllen, dass alles bedeckt ist.

Bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis sich die Flüssigkeit bis auf etwa die Hälfte reduziert hat.

Den Wildfond durch ein feines Sieb gießen, abkühlen lassen und portionsweise in sterile Gläser oder Tiefkühlbehälter abfüllen.

Der Fond ist eine schöne Grundlage für Saucen zu Wild oder Suppen.

Freitag, 20. Januar 2012

Heiligabend-Menü: Hirschbraten mit Preiselbeersauce und Spätzle-Versuch (Hauptgang)

Hirschbraten mit Preiselbeersauce und Spätzle-Versuch.
Die Sauce ist nicht so dünn wie sie aussieht und hat
durch die Preiselbeeren genau die gleiche Farbe wie
die Platzteller und die Tischdeko - wenn das nicht
Kochen mit Stil ist ...
Die Idee für den Hauptgang unseres Heiligabend-Menüs stammt aus einem Prospekt mit Maggi-Fix-Rezepten, den ich mir gerne im Supermarkt mitnehme. Gelegentlich koche ich was daraus nach, ohne Tüte, klar. Für den Hirschbraten benötigt man angeblich eine Tüte Maggi fix Sauerbraten. Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt, was das Tütchen enthält:
Weizenmehl, Zucker, Jodsalz, modifizierte Stärke, Hefeextrakt, Röstzwiebelpulver (4,2 %), karamellisierter Zucker, Säurungsmittel (Citronensäure, Natriumdiacetat), Gewürze (Paprika, Knoblauch, Piment, Pfeffer), Tomatenpulver, pflanzliches Öl (gehärtet), Maltodextrin, Kräuter, Aroma, Sellerie, Verdickungsmittel Guarkernmehl, Milchzucker, pflanzliches Eiweiß biologisch aufgeschlossen (Weizeneiweiß, Salz),Spuren: Eier, Senf.
Mir erschließt sich nicht, was das in einem Sauerbraten oder in einem Hirschbraten zu suchen hat, mal abgesehen von Paprika, Piment, Pfeffer, meinswegen auch noch Kräuter, Sellerie oder Mehl zum Saucenbinden. Aber ich habe auch noch nie Sauerbraten gemacht und will das dafür angeblich notwendige Tütchen ohnehin nicht kaufen.

Außerdem benötigt man angeblich noch Maggi Würzmischung Nummer 1. Der befragte Gatte zuckt mit den Schultern. "Ich hab' früher nur Nummer 5 genommen. Hackfleisch." Gut, dass es Google gibt. Nummer 1 ist die Gewürzmischung "Typ Pfeffer" und enthält
Jodsalz, Geschmacksverstärker Mononatriumglutamat, Weizenmehl, Pfeffer, Pflanzliches Öl (gehärtet), Aroma (mit Soja), Zwiebelpulver, Paprika, Majoran, Kümmel, Lorbeer, Knoblauchpulver, Rosmarin, Sellerieextrakt.
Okay, Majoran, Kümmel, Lorbeer, Rosmarin und Paprika haben wir eh' in der Küche, Mehl, Öl, Salz und Pfeffer auch, und den Rest brauchen wir nicht in Pulverform. Wird also auch nicht gekauft.

Gekauft werden stattdessen 1,6 kg Damwildkeule ohne Knochen und die sonstigen Zutaten, denn mit dem Kauf zweier Tüten ist es ja noch lange nicht getan. Es ist ja nicht so, dass ich Wasser auf die Tüte gieße und habe einen Hirschbraten auf dem Teller. Man kann's gar nicht oft genug sagen: Die Tüten sind meistens nur Geldschneiderei und totaler Quatsch, sparen weder Zeit noch Geld und Zutaten.

Unser Weihnachtsbraten kommt aus Alt Erfrade, einen Revier im Hamburger Osten. Wir fahren für den Kauf einmal quer durch die Stadt zum Wildverkauf der Revierförster im Niendorfer Gehege, der vor Weihnachten stattfindet, zusammen mit einem Tannenbaumverkauf. Wäre ich etwas weniger verplant, wären wir zum Wildverkauf im Klövensteen gefahren, bei uns um die Ecke. Aber der ging an mir vorbei, weil ich mich zu spät um die Termine kümmerte. Der Gatte hatte übrigens bis kurz vor der Kühltheke die Befürchtung, er müsse den Braten selbst schießen. Nein, der liegt sorgfältig portioniert und eingeschweißt vor einem. Das Fleisch ist mit ca. 15 Euro pro Kilo kaum teurer als überseeisches Wild vom Discounter. Der Kauf ließe sich noch mit einem ausgedehnten Waldspaziergang und Einkehr im Waldcafé verbinden, regnete es nicht gerade in Strömen.

Hirschbraten mit Preiselbeersauce und Spätzle-Versuch

Zutaten für 8 Portionen:

Für den Hirschbraten:
1,6 kg Damwildkeule ohne Knochen (im Original 1 kg Hirschbraten aus der Keule)
Majoran (frisch) , Kümmel, Lorbeer (frisch), Rosmarin (frisch), Salz und Pfeffer (im Original statt allem Maggi Würzmischung 1 - gebratenes Fleisch)
100 g geräucherter Speck, gewürfelt
2 Zwiebeln
Butterschmalz (im Original Sonnenblumenöl)
500 ml Rotwein (im Original je 250 ml Rotwein und Wasser)
2 Piment (im Original 1 Beutel Maggi Sauerbratenfix)
10 Wacholderbeeren, angedrückt
3 Nelken
300 g Preiselbeeren, TK (im Original 125 g getrocknete Cranberries)
Stärkemehl
Brauner Zucker
(im Original 1 TL Crème fraîche)
Preiselbeeren aus dem Glas

Für die Spätzle:
500 g Mehl
5 Eier
ca. 250 ml Wasser
1 TL Salz
Butter

Zubereitung:

Die Damwildkeule waschen, trocken tupfen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Zwiebeln schälen und würfeln.

In einem Topf Butterschmalz heiß werden lassen. Das Fleisch von allen Seiten gut darin anbraten und herausnehmen. Speck und Zwiebeln im Butterschmalz andünsten, mit Rotwein ablöschen und das Fleisch wieder in den Topf geben. Anstatt Tütenpulver einzurühren, nehme ich ein paar Stiele frischen Majoran, zwei, drei Blätter frischen Lorbeer, ein, zwei Zweige frischen Rosmarin, Kümmel, Piment, Wacholderbeeren und Nelken in den Topf und würze mit Salz und Pfeffer. Jetzt noch gut die Hälfte der aufgetauten Preiselbeeren dazu geben und alles bei mittlerer Hitze im geschlossenen Topf gut 90 Minuten schmoren lassen.

Während das Fleisch schmort, wird der Spätzleteig vorbereitet: Mehl, Eier und Salz verrühren und so viel Wasser dazu geben, dass ein dickflüssiger Teig entsteht. Den Teig etwa 30 Minuten ruhen lassen. Reichlich Salzwasser in einem großen Topf zum Kochen bringen und den Spätzleteig portionsweise ins Wasser schaben oder pressen. Schwimmen die Spätzle an der Oberfläche, können sie mit dem Schaumlöffel herausgenommen und kalt abgespült werden, damit sie nicht zusammenkleben, und schließlich abtropfen. Vor dem Servieren werden die Spätzle in einer Pfanne mit zerlassener Butter geschwenkt und so erwärmt.

Wenn das Fleisch gar ist, wird es aus dem Topf genommen und in Alufolie gewickelt beiseite gelegt. Den Bratenfond durch ein Sieb in einen Topf gießen, einmal aufkochen lassen, mit Stärkemehl binden und mit braunem Zucker abschmecken (im Originalrezept kommt noch 1 EL Crème fraîche in die Sauce). Die restlichen Preiselbeeren dazu geben und warmziehen lassen.

Fleisch aus der Alufolie nehmen, in Scheiben schneiden und mit Sauce und Spätzle portionsweise anrichten.
Bei uns gab's noch Rosenkohl dazu. Wer mag, serviert außerdem noch Preiselbeeren aus dem Glas.

Und da ich für dieses Gericht ein paar Blätter meines Lorbeers verwenden konnte, ist es mein Beitrag zum Lorbeer-Kochevent bei Tobias.

Kochevent- Mediterrane Kräuter und Gewürze - LORBEER - TOBIAS KOCHT! vom 1.01.2012 bis 1.02.2012