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Donnerstag, 26. Juni 2014

Hühnerleber oder Hühnerherzen mit Speck, Erbsen und Minze nach Valentine Warner

Hühnerleber  mit Speck, Erbsen und Minze.
Normalerweise habe ich weder Probleme, Fleisch zu verarbeiten oder zu essen. Aber das Putzen winzig kleiner Hühnerherzen oder -lebern erinnert mich unbarmherzig daran, dass es Lebewesen sind, die wir essen. Ich könnte dann sofort zum Vegetarier werden.

Allerdings nur kurz.

Zum ersten Mal probierte ich diese Gericht mit Hühnerherzen aus, weil Leber beim Spontankauf beim Geflügelhändler vergriffen war. Herzen schmecken, Leber mag ich allerdings lieber.

Wenn's geht, kaufe ich die Leber beim Demester-Schlachter auf dem Wochenmarkt gleich in größerer Menge und friere sie ein - es gibt Produkte, die esse ich am Liebsten in Bio-Qualität, und Herz oder Leber gehört dazu.

Hühnerherzen mit Speck, Erbsen und Minze.
Dieses Gericht ist ein typisches Sommersonntagsessen mit frischen Erbsen direkt vom Markt und Kräutern aus dem Garten und vom Balkon - Sonntagsessen, weil das Gericht nicht gattenkompatibel ist. Sonntags isst er normalerweise nicht zu Hause, weswegen ich Gerichte ausprobieren kann, die er nicht mag.

Aber auch im Winter schmeckt es gut - Minze und Thymian gibt es schließlich das ganze Jahr über im Supermarkt und Erbsen gibt es TK.

Da Hühnerleber oder Hühnerherzen mit Speck, Erbsen und Minze ohne Erbsen nur Hühnerleber oder Hühnerherzen mit Speck und Minze wäre, ist dieses Gericht mein Beitrag zum Juni-Event im Gärtnerblog. Der Thymian kommt vom Balkon, trägt also zu Peggys Balkon-Bewohner-Event bei. Putzigerweise geht er im Garten immer ein. Da gedeiht hingegen die Minze prächtig.

Garten-Koch-Event Juni: Erbsen [30.06.2014]

Hühnerleber oder Hühnerherzen mit Speck, Erbsen und Minze nach
Valentine Warner*

Zutaten für eine Portion:

Hühnerleber mit Speck, Erbsen und Minze.
75 g Erbsen, frisch gepuhlt oder TK und nicht aufgetaut
6 Hühnerlebern oder Hühnerherzen
50 g durchwachsener Speck
1 Knoblauchzehe
1 Zweig frischer Thymian
1 paar Blätter frische Minze
1/2 EL Sonnenblumenöl
Salz
Pfeffer
1 EL Sherry (oder Sherry-Essig, aber den habe ich selten zur Hand)
4 EL Hühnerbrühe gut
1 TL Dijon-Senf
1 - 2 Würfel kühlschrankkalte Butter
1 - 2 Scheiben Bauernbrot

Zubereitung:

Wenn das Wasser für die Erbsen erstmal kocht, muss alles ratzfatz gehen, daher am Besten alle Zutaten fertig geschnibbel, gezupft und abgemessen parat stellen, damit nichts verkocht.

Hühnerlebern oder -herzen putzen. Den Speck in dünne Streifen schneiden oder fein würfeln.

Den Knoblauch schälen und fein hacken.

Die Thymianblättchen vom Zweig zupfen und fein hacken. Minzeblättchen vom Stiel zupfen und fein wiegen.

Wasser zum Kochen bringen, Erbsen hineingeben und ca. 2 Minuten garen. In ein Sieb gießen und kalt abschrecken. Abtropfen lassen.

Hühnerherzen mit Speck, Erbsen und Minze.
Öl in einer Pfanne erhitzen und  den Speck braten, bis er beginnt, Farbe anzunehmen. Hühnerleber oder -herzen, Salz, Pfeffer und Thymian dazu geben und braten, bis Leber / Herzen auf einer Seite Farbe angenommen haben (wenn die Pfanne richtig heiß ist, geht das sehr schnell).

Leber / Herzen wenden und den Knoblauch dazu geben. Wenn auch die zweite Seite Farbe genommen hat, alles mit Sherry ablöschen und Kochen, bis die Flüssigkeit fast verdampft ist. Hühnerbrühe und Erbsen dazu geben und köcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert ist.

Senf und Butterwürfel einrühren, damit die Sauce eine Bindung bekommt.

Bauernbrot auf einen Teller geben, Leber / Herzen mit Erbsen und Sauce auf das Brot geben, mit Minze bestreuen und servieren.

Das Rezept stammt aus dem Buch What To Eat Now Spring & Summer*, das 2009 erschien.

*Affiliate links

Samstag, 5. Februar 2011

Lecker Swienkroom: Gebackene Bananen mit Rum und Hamburger Braune Kuchen

Bananen bleiben bei uns oft übrig, da wir sie beide nicht mehr mögen, wenn sie erstmal braune Stellen haben. Ist natürlich kompletter Blödsinn, die Bananen sind dann ja nicht schlecht, sondern reif, aber ich kann sie dann einfach nicht mehr essen. Das Aroma ist mir zu intensiv, und beim Kauen vermehren sie sich im Mund. Als sparsame Hausfrau werfe ich die Bananen natürlich nicht weg, sondern verstecke sie im Essen – in einer Bananen-Hühner-Curry-Suppe zum Beispiel.

Nur Suppen sind aber auch langweilig, also kamen mir „Baked Bananas with Rum“ aus dem Buch „What to Eat Now Autum & Winter“ von Valentine Warner gerade recht als Inspiration. Im Originalrezept werden die gebackenen Bananen mit gingerbread loaf, also mit holländischem Frühstückskuchen, kombiniert, aber da ich noch Hamburger Braune Kuchen hatte, nahm ich die – das Rezept ist also auch eine nachweihnachtliche Resteverwertung.

Für Nicht-Norddeutsche: Hamburger Braune Kuchen sind flache, rechteckige Kekse, die mit Zuckerrübensirup und Lebkuchengewürzen kross gebacken werden. Erfunden hat sie angeblich 1782 der Altonaer Bäcker Kemm, weswegen sie auch Kemm’sche Kuchen heißen. Ich vertrete allerdings die These, dass Kemm ein ursprünglich dänisches Rezept aufgriff, nämlich Brune Kager – zur Kemm’schen Zeit war Altona ja noch die zweitgrößte dänische Stadt. 1992 wurde der Name Kemm’sche Kuchen samt dazugehörigem Rezept verkauft. Sie schmecken inzwischen leider nicht mehr so gut wie früher, und nach nur einem Keks bekommen wir beide Sodbrennen. Keine Ahnung, woran es liegt – die Zutatenliste liest sich bis auf unspezifizierte Aromen sauber.

Jedenfalls kaufe ich inzwischen Hamburger Braune Kuchen beim einzig wahren Hamburger Keksbäcker. Da schmecken sie einfach unvergleichlich gut – und kein Sod brennt, auch nicht nach mehr als einem. Der Bäcker hat auch einen Online-Shop, also gibt es keine Ausrede, die Kekse nicht zu probieren ;o)

Ein ordentlicher Hamburger isst die Braunen Kuchen übrigens auf gebuttertem Schwarzbrot oder Rundstück. Ich mag sie auch mit Salami, Schinken oder Leberwurst. Oder jetzt zu diesen gebackenen Bananen.  

Gebackene Bananen mit Rum und Hamburger Braune Kuchen

Zutaten für 2 Portionen:
3 Bananen, vollreif
20 g Butter
2 gehäufte Teelöffel Rohrzucker (noch besser Muscovado, also unraffinierter Zucker aus Zuckerrohr, aber der war gerade nicht zur Hand)
Muskatnuss, frisch gerieben
100 ml brauner Rum
½ Zitrone, Saft davon
100 – 150 g Hamburger Braune Kuchen
1 Teelöffel flüssiger Honig

Zubereitung:

Die Bananen pellen, halbieren oder vierteln und in eine Auflaufform legen. Butter in Würfelchen schneiden und über den Bananen verteilen. Zucker und geriebene Muskatnuss ebenfalls verteilen, dann den Rum und den Zitronensaft dazu geben. Auflaufform für 15 Minuten bei 200 Grad Umluft in den Ofen geben.
Nach 15 Minuten die Form aus dem Ofen nehmen. Die Masse sollte jetzt schon ziemlich blubbern und klebrig sein. Die Braunen Kuchen zerbröseln und auf die Masse geben. Den Honig darüber träufeln und die Form für weitere 10 Minuten in den Ofen geben. Dann mal schauen, ob die Braune-Kuchen-Kruste zu braun wird – ggf. mit Alufolie abdecken und weitere 10 Minuten im Ofen lassen.
Wer meint, der lecker Swienkroom sei noch zu kalorienarm, serviert das Ganze mit Sahne, Double Cream (so wird’s im Original gemacht), Vanillesauce oder Eis.

Bananen lassen sich übrigens prima einfrieren, und Braune Kuchen halten sich auch 'ne Weile. So sind die wesentlichen Zutaten also zu jeder Jahreszeit im Haus. 

Donnerstag, 22. Juli 2010

Der Hammer gegen Hochsommer-Hitze: Holunderblüten-Gurken-Granità

Okay, ich halte es heute mal mit Herrn Churchill: „Was schert mich mein Geschwätz von gestern?!“ Heute gibt es schon wieder was mit Gurke. Als ich nämlich dieses Holunderblüten-Gurken-Granità bei Valentine Warner sah, faszinierten mich Kombi und Farbe.


Ob das wohl schmeckt?

Ja. Tut es. Ein wenig seltsam. Etwas gewöhnungsbedürftig. Aber es schmeckt. Sogar nach mehr. Und das sage ich, die keine Gurken mag! Ich darf nur nicht das Gurkenwasser zu früh probieren. Brrrr. Mein Gesicht sieht dann vermutlich so aus wie das des Gatten, wenn ich ihm die Kochvorschläge für die kommende Woche unterbreite. Aber wenn es mit genügend Holunderblütensirup vermischt ist, ist es lecker. Wo es also in Valentine Warners Kochbuch “What To Eat Now: Spring & Summer”, aus dem das Rezept ist, heißt „[…] add a bit more cordial if you can’t taste the elderflower.“, heißt es folglich bei mir: Add cordial until you can’t taste the cucumber anymore. Die Gurke ist dann zwar noch zu riechen, aber das ist erträglich …

Ich behaupte sogar keck: Diese Granità schlägt alles, was zurzeit in Blogs als Sommer-Erfrischung unterwegs ist! Vergesst Melonensorbetsslushssmoothies! Vergesst Ben & Jerry-Eis! Vergesst Kirschkaltschalen!

Die Aromen dieser Granità sind der Hammer!
Den Gatten hauten sie glatt um. Als er den Geschmack wieder aus dem Mund raus hatte und laut im Treppenhaus zeternd beim Müllraustragen sämtliche Nachbarn wissen ließ, was seine Frau mal wieder in der Küche verbrochen hatte, stand seine Meinung fest, dass alle britischen Köche pervers seien. Und die Gattin völlig durchgeknallt ist. Selbige wurde angewiesen, fürderhin nur noch Erdbeeren, Pfirsiche oder Orangen zu Granità zu verarbeiten.

Wie langweilig.

Da mache ich lieber noch eine zweite Portion Holunderblüten-Gurken-Granità. Für mich ganz alleine. Na gut, eine geben ich ab. Zumindest virtuell.

Holunderblüten-Gurken-Granità

Zutaten für 2 Portionen:

1 Gurke
½ Zitrone (besser noch 1 Limone, aber die sind im Hamburger Westen selten zu bekommen)
100 ml Holunderblütensirup (ggf. auch mehr)

Zubereitung:

Die Gurke schälen, in Stücke schneiden und pürieren. Gurkensaft durch ein Sieb passieren. Zitronensaft und Holunderblütensirup dazu geben. Alles gründlich durchrühren und abschmecken. Evtl. noch mehr Sirup zugeben.

Die Flüssigkeit in eine flache Schale mit Deckel geben und in den Tiefkühler stellen (notfalls geht auch das 3-Sterne-Fach des Kühlschranks, aber da dauert der Gefriervorgang sehr lange). Nach zwei Stunden mit einer Gabel durchrühren, dabei Gefrorenes an Boden und Wänden abkratzen. Vorgang nach je einer Stunde noch zwei, drei Mal wiederholen. Wenn die Granità die gewünschte Konsistenz hat, im Glas servieren. Reste einfach in der geschlossenen Schale aufbewahren und bei Bedarf die gewünschte Portion abkratzen.

Freitag, 16. Juli 2010

Gegen Sommer-Grippe: Wassermelone mexikanisch

Mich hat's erwischt. Im Papiergebirge konnte ich in den letzten Wochen wählen zwischen Sauna und Zug. Ich entschied mich für Zug, und irgendwann, nach einem verniesten, verkrächsten Tag, lag ich abends flach. Bei fast 40 Grad Außentemperatur und annähernd gleicher Körpertemperatur macht es besonderen Spaß, zähneklappernd unter Daunen- und Heizdecke zu liegen, während der kopfschüttelnde Gatte mehr oder minder bekleidet unter dem Deckenventilator Zuflucht sucht.

Zwischen den Schlafphasen meldete sich irgendwann der Magen - es gibt ja nur wenige Lebenslagen, die mich vom Essen abhalten. Zwar versorgte mich der Gatte abends blendend mit Letscho, Saltimbocca, Tomaten-Zwiebel-Gemüse und ähnlichem, aber tagsüber war ich mir selbst überlassen. Prompt fiel mir ein Rezept ein, das ich unlängst in einem "What to eat now"-Video von Valentine Warner sah. Die Sendungen laufen in deutscher Synchronisation gerade dienstags gegen 23 Uhr auf RTLII, aber genialerweise werden sie in der Original-Reihenfolge gesendet. Start bei BBC war im Herbst, so dass uns RTLII unter dem Motto "Saisonale Küche" mitten im Hochsommer Herbst- und Wintergerichte präsentiert. Da weiß der Verantwortliche im Sender doch wirklich, was er tut, nichich?!

Aber bei youtube gibt's die Sommerfolgen (und die anderen) im englischen Original, teilweise komplett, teilweise als Preview. Das Melonen-Rezept gehört zu den Refreshing Summer Snacks. Es ist denkbar einfach: Gut gekühlte, reife Melone in Scheiben schneiden, mit Limette beträufeln, grobes Salz und Chili mischen, über die Melone geben und essen. Die kalte Frucht hilft dem wehen Hals, und das Chili macht die Nase frei. Im ersten Tran erwischte ich übrigens statt Chili Cayenne ... Das macht die Nase noch schneller frei ...
Guten Appetit und / oder gute Besserung!