Am Tag nach dem Kochtreffen saßen wir in kleinem Kreis im Café Paris. Als ich Wochen vor dem Kochtreffen reservierte, freute ich mich auf ein üppiges Frühstück. Mit Obstsalat, aber ohne Belegkirsche, die nur echt ist mit E124, wie ich am Vortag lernte. Jetzt saß ich vor der Karte und überlegte verzweifelt, was weniger ist, das kleine oder das französische Frühstück. Oder ob ich mir - schlichter Gipfel der Dekadenz - ein Mineralwasser gönne. Ein kleines. Ein ganz kleines. Nur ein wönziges Schlöckchen, sozusagen. Und ohne Kohlensäure. Aber mit einer Rennie, mindestens. Außerdem kneift meine Hose schon jetzt. Was musste ich auch morgens nach einem Kochtreffen eine enge frischgewaschene Jeans, in die ich nur mit des Gatten Hilfe kam, anziehen?
![]() |
| Foodbloggerin im Einsatz, selbst wenn es nur ein Milchkaffee ist. |
![]() |
| Im Café Paris. Das Restaurant im Stil eines französischen Cafés um 1900 wurde in einer 1882 gegründeten Schlachterei eingerichtet. |
![]() |
| Im Café Paris: Gewölbte Decke mit Kachelbildern. |
![]() |
| Im Café Paris: Kachelbild Schiffahrt und Handel. |
![]() |
| Im Café Paris: Zweimal französisches, einmal kleines Frühstück. |
![]() |
| Im Café Paris: Croque und englisches Frühstück. |
Mir wäre jetzt durchaus nach einem längeren Spaziergang gewesen - Du erinnerst Dich: Ich war die mit der kneifenden Jeans - aber meine Begleitung wollte ins Warme. terschies führte uns in den Coffee Shop Bei der Stadtwassermühle, einer kleinen Straße neben dem Hintereingang des Alsterhauses.
![]() |
| Im Coffee Shop: Blick auf das schon ziemlich vereiste Bleichenfleet. |
![]() |
| Im Coffee Shop: Tief unter uns führt bis heute der Alstertunnel des Mühlenkanals von der Binnenalster ins Bleichenfleet. Genutzt wird der Tunnel allerdings nicht mehr. Er wurde 1976 verfüllt. |
![]() |
| Cookies mit Smarties und Kaffee. |
Wir haben Karten für zwei Aufzeichnungen und sehr gemütliche Plätze, unerreichbar für die Kamera - da soll noch mal jemand sagen, meine Begleitung sei kamerageil. Wir tratschen über die Girlies, die das Frauenteam geben, und über eine vorlaute Zuschauerin, die im Laufe der Aufzeichnung den Begriff "eingebildete Rampensau" völlig neu definieren wird. Ich mache es mir unbemerkt richtig kommod und lüpfe Knopf und Reißverschluss der immer stärker kneifenden Hose. Merkt ja keiner. Doch, ich weiß, dass wir noch mit Henssler und Rosin verabredet sind. Ich weiß nur nicht wann, und dachte, bis dahin schaffe ich es, mich wieder anzuziehen. Nein, ich schaffe es nicht.
Und nun sind wir wieder am Anfang. Da, wo ich dümmlich lächelnd zwischen Henssler und Rosin stehe und mich um meine Hose und die Schwerkraft sorge. Stretchjeans habe es nämlich so ansich, morgens zu kneifen, dann aber sich im Laufe des Tages zu weiten und plötzlich der Schwerkraft nachzugeben. Henssler sagt zu Bushi, dass Heike und sie gut gekocht haben und dass sie doch die mit dem Fanblock waren. Und ein Drittel des Fanblocks steht da, nickt verkniffen und hofft, dass die Hose oben bleibt. Eigentlich wollte ich Henssler fragen, warum er es noch nicht überwand, dass Ina Müller ihn von der Bettkante stieß oder welche andere Erklärung es für sein Müller-Bashing gibt. Ich wollte ihm durch die Haare strubbeln, um endlich die Frage zu klären, ob er eine Echt-Haar-Transplantation vornehmen ließ - und falls nicht, ihn bitten, mir den Trick zu verraten und dadurch dem Gatten wieder zu vollem Haupthaar zu verhelfen. Und dann war da ja noch der Po-Push-Up, der uns beschäftigte. Alles, was ich machen kann, ist, an meine Hose zu denken.
![]() |
| Die Frage kann ich auch nicht beantworten, aber ich glaube, auf Girlies steht er nicht. |
Irgendwann sind wir wieder vorm Studio, Bushi, meine Hose und ich. Ich zische Bushi zu, dass das gar nicht geht, dass sie mich hätte vorwarnen sollen, dass sie jetzt schon zum Henssler geht und nicht erst nach der nächsten Aufzeichnung, dass ich da minutenlang mit offener Hose gestanden hätte. Ich! Mit offener Hose! Vorm Henssler!
Als Antwort kommt nur ein knappes "Und? Wär's Dir lieber gewesen, seine Hose wäre offen gewesen?"
Na ja, so gesehen ...
Es lohnt sich übrigens, ab dem 6. März die Topfgeldjäger zu sehen. Nein, mich gibt es da nicht zu sehen. Nur meine Hose.
Das Verwöhnwochenende im Überblick:
Freitag: Abendessen im Sgroi
Sonnabend: 8. Hamburg kocht!-Treffen
Sonntag: Frühstück im Café Paris
Sonntag: Abendessen im Hala
Montag: Portugiesisches Frühstück in der Schanze
Montag: Mittagessen in der Curry Queen
Montag: Abendessen im Ono































