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Sonntag, 8. Juli 2012

Nachgekocht: Radieschen-Shooter nach Steffen Henssler und Gaumenthrill

Radieschen-Shooter.
Kalte Suppen sind erfrischend an heißen Tagen und nach dem Sport, aber auch eine schöne sommerliche Vorspeise. Das Rezept für diesen Radieschen-Shooter stammt aus Hensslers Buch "Hauptsache lecker!". Ich fand's bei Daniel und hab's leicht abgewandelt.

Radieschen-Shooter nach Steffen Henssler und Gaumenthrill

Zutaten für 6 Vorspeisen-Portionen:

1 Bund Bio-Radieschen (Bio, weil ich die Blätter zu einem Pesto verarbeite)
kalte Milch
1 Zitrone
Salz
Pfeffer
Chili
Blättchen von ca. 3 Stängeln glatte Petersilie
kaltes Mineralwasser mit Kohlensäure
ins Original-Rezept kommt auch noch Crème Fraîche, worauf ich verzichtete

Ich liebe Gerichte mit kräftigen Farben; der Anblick macht
mich fröhlich. Hier die pürierten Radieschen.
Zubereitung:

Radieschen vom Grün lösen, dabei das Grün aufbewahren, denn daraus wird ein Pesto. Radieschen waschen und putzen. Ein oder zwei Radieschen als Garnitur für die Bruschetta mit Radieschen-Pesto beiseite legen.

Radieschen teilen, in die Moulinette geben (alternativ fein reiben), zerkleinern und in einen Mixbecher füllen.

Petersilienblättchen wiegen.

Die Zitrone heiß abwaschen und abtrocknen. Die Schale abreiben und den Saft auspressen, dann beides in dem Mixbecher geben. Milch dazugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist, dabei die Masse regelmäßig mit dem Satbmixer durchmischen. Petersilienblättchen dazu geben. Mit Salz, Peffer und Chili kräftig abschmecken und bis zum Servieren kühl stellen. Unbedingt vor dem Servieren noch mal abschmecken!

Suppe auf sechs Grappagläser verteiler, dabei die Gläser nur halb füllen. Mit Mineralwasser auffüllen (Achtung, schäumt) und servieren.

Dienstag, 3. Juli 2012

Gut gegrillt, Gatte!

So ein Grill muss natürlich auch eingeweiht werden. Damit der Gatte das neue Spielzeug ausprobieren kann,  luden wir uns nach dem improvisierten Angrillen Gäste ein. Es gab

Radieschen-Shooter nach Steffen Henssler.
Bruschetta mit Radieschenpesto.
Quinoa-Avocado-Salat (links), griechischer Kartoffelsalat (oben) und nochmal die Bruschetta.
Mandelskordalia.
Garnelen-Lauchzwiebel-Spieße.
Hackspieße mit Quatre Épices auf Süßholz und Zimt.
Hähnchenkebab mit Korianderpesto.
Wassermelone mexikanisch, diesmal gegrillt (aber nicht gegrillt fotografiert).
Geeiste Fliederbeerblütenmousse mit Erdbeeren.
Weiße Mandeltorte. Eigentlich wollten wir mindestens ein Stück davon grillen, aber die Torte war schwindsüchtig ...
Die Rezepte kommen in den nächsten Tagen und werden hier verlinkt.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Ziemlich asiatischer Verwöhnwochenendabschluss in Hensslers Ono

Ich kann immer noch nicht richtig mit Stäbchen essen ...
Aber diese Hilfsstäbchen sind doch auch sehr entzückend.
Für den Abschlussabend unseres Verwöhnwochenendes standen verschiedene Lokale zur Auswahl. Schließlich entscheiden wir uns für das Ono von Steffen Henssler, auch, weil wir den Besuch mit einem Eppendorf-Bummel verbinden können - zumindest theoretisch. Bei den Temperaturen in der letzten Woche hatte keine von uns Lust zum Bummeln, und so warfen wir auf dem Weg vom Parkplatz ins Lokal nur noch einen kurzen Blick in die Buchhandlung Stories!, die eine kleine, aber sehr feine Kochbuchabteilung hat und auch schöne Veranstaltungen anbietet. Bei den Kochbüchern liegt der Schwerpunkt auf der vegetarischen Küche und auf den Büchern aus der Collection Rolf Heyne.

Holz und Anthrazit sind die im Ono vorherrschenden Farben.
Wie schon im Henssler & Henssler wunderte ich mich über die Kilometer, die die Restaurantleitung abends zurücklegen muss, denn auch im Ono sprintete die Dame häufig von einem Ende des Lokals zum anderen, zwischen Tür und Küche hin und her, immer das Telefon am Ohr, um Reservierungen oder Sushi-Take-Away-Bestellung anzunehmen und weiterzugeben. Zwischendrin wurden wir begrüßt und platziert, bekamen den Tipp, keinen Tisch am Fenster zu wählen, weil es da ziehe. Wir beherzigten den Rat, aber generell war es im Lokal eher kühl und zugig - ich hätte beim Umziehen auf meine innere Stimmen hören und das Rollkragenpullöverchen mit Nierenwärmerchen und langer Unnabüx anziehen sollen ... Im Sommer sind die großen Fensterfronten, die sich zur Terrasse hin öffnen lassen, sicher schön, im Winter aber eher unpraktisch, gerade bei zweistelligen Minustemperaturen.

Wir entschieden uns beide für das Menü.

Sashimi vom Loup de Mer, Apfel-Sellerie-Gelee, Mentsuyu-Walnussbutter.
Sashimi und Popcorn von der Jacobsmuschel, Trüffel-Nussbutter, Lauch, Sudach-Aioli.
Und das Ganze noch mal von oben.
Gratiniertes Lammkarree "Asia Gremolata", confierte Kartoffel, Miso, Paprika.
Ich habe eine Frau gesehen, die hat ihr Essen fotografiert. Das muss eine Foodbloggerin sein. .
Double Crunch Roll mit Königsfisch.
Meine Lieblingsgänge waren das Popcorn von der Jacobsmuschel und die Double Crunch Roll. Jacobsmuschel ist ja nicht so meins, ich halte sie für überschätzt, aber frittiert kann ich mich durchaus an sie gewöhnen. Und ich gebe zu, dass Jacobsmuscheln in der Qualität, in der sie bei Henssler serviert werden, sogar einen feinen Eigengeschmack haben, nicht nur nach Eiweiß schmecken, selbst frittiert. Mit dem Wasabi tat ich mich mal wieder schwer. Das im Shiawase schmeckt mir einfach immer noch am Besten.

Da für mich kein Menü ohne Dessert vorstellbar ist, gab's zum Abschluss noch gebratene Milchschokolade mit Hamburger Rote Grütze. Lecker.

Gebackene Milchschokolade mit Hamburger Rote Grütze. Wird die Milchschokolade angestochen, ergießen sich kleine Schokofontänen auf den Teller. Will ich auch können.
Von der baulichen Situation im Lokal (Zugluft ...) mal abgesehen, war's ein weiterer gelungener Abend und ein schöner Abschluss unseres Verwöhnwochenendes.

Am nächsten Tag gab's dann noch ein Treffen mit Monambelles und einen Besuch bei den Frauen von 1001 Gewürze, bevor Bushcook wieder an die Isar entschwebte - wieder mit Verspätung, klar, denn in Hamburg war man ja immer noch der Meinung, es läge Schnee. 

Das Verwöhnwochenende im Überblick:

Freitag: Abendessen im Sgroi
Sonnabend: 8. Hamburg kocht!-Treffen
Sonntag: Frühstück im Café Paris
Sonntag: Abendessen im Hala
Montag: Portugiesisches Frühstück in der Schanze
Montag: Mittagessen in der Curry Queen
Montag: Abendessen im Ono

Sonntag, 12. Februar 2012

The Day After Tausendundeine Nacht: Französisches Frühstück und Fernsehköche

Heidi ist Schuld, ganz klar. Wäre sie nicht angetreten, um der ganzen Bande beim 8. Hamburg kocht!-Treffen mal zu zeigen, dass man bei so einer Veranstaltung tatsächlich auch mal satt werden könnte, stünde ich jetzt nicht dümmlich lächelnd zwischen Henssler und Rosin und das einzige, woran ich denken kann, ist "Hoffentlich rutscht meine Hose nicht!" Die ist nämlich offen, die Hose. Wie das kam? Lies selbst!

Am Tag nach dem Kochtreffen saßen wir in kleinem Kreis im Café Paris. Als ich Wochen vor dem Kochtreffen reservierte, freute ich mich auf ein üppiges Frühstück. Mit Obstsalat, aber ohne Belegkirsche, die nur echt ist mit E124, wie ich am Vortag lernte. Jetzt saß ich vor der Karte und überlegte verzweifelt, was weniger ist, das kleine oder das französische Frühstück. Oder ob ich mir - schlichter Gipfel der Dekadenz - ein Mineralwasser gönne. Ein kleines. Ein ganz kleines. Nur ein wönziges Schlöckchen, sozusagen. Und ohne Kohlensäure. Aber mit einer Rennie, mindestens. Außerdem kneift meine Hose schon jetzt. Was musste ich auch morgens nach einem Kochtreffen eine enge frischgewaschene Jeans, in die ich nur mit des Gatten Hilfe kam, anziehen?
Foodbloggerin im Einsatz, selbst wenn es nur ein Milchkaffee ist.
Im Café Paris. Das Restaurant im Stil eines französischen Cafés um 1900 wurde
in einer 1882 gegründeten Schlachterei eingerichtet.
Im Café Paris: Gewölbte Decke mit Kachelbildern.
Im Café Paris: Kachelbild Schiffahrt und Handel.
Getreu dem Motto "Wenn man sich Mühe gibt, geht noch was" entschied ich mich tapfer für ein französisches Frühstück. Schwächeln gilt nicht. Ich bin schließlich Hanseatin. Ich weiß, was von mir erwartet wird. Ich habe meinen Jacob Gallois gelesen und will zeigen, dass wir den Suppenlöffel im Ordensbande und die Gabel im Knopfloch tragen, dass das Schwächeln vom Vortag eine Ausnahme war.
Im Café Paris: Zweimal französisches, einmal kleines Frühstück.
Im Café Paris: Croque und englisches Frühstück.
Nach dem Frühstück wollten Bushcook, terschies und ich ins Parlament und eine "Heidi" trinken. Diesen Cocktail nahm einer von Heidis Mitstreitern beim perfekten Dinner, der in dem Lokal arbeitete, ihr zu Ehren auf die Karte. Aber die "Heidi" blieb uns verwehrt. Laut Aushang hat das Lokal zwischen November und April sonntags ab 12 Uhr geöffnet. Ein Blick auf Uhr und Kalender zeigte, dass es 13 Uhr und Februar ist, aber die Türen trotzdem verschlossen sind. Wir waren nicht die einzigen, die sich darüber wunderten. Das Lokal braucht anscheinend keine Gäste.

Mir wäre jetzt durchaus nach einem längeren Spaziergang gewesen - Du erinnerst Dich: Ich war die mit der kneifenden Jeans - aber meine Begleitung wollte ins Warme. terschies führte uns in den Coffee Shop Bei der Stadtwassermühle, einer kleinen Straße neben dem Hintereingang des Alsterhauses.
Im Coffee Shop: Blick auf das schon ziemlich vereiste Bleichenfleet.
Im Coffee Shop: Tief unter uns führt bis heute der Alstertunnel des Mühlenkanals von der Binnenalster ins Bleichenfleet. Genutzt wird der Tunnel allerdings nicht mehr. Er wurde 1976 verfüllt.
Cookies mit Smarties und Kaffee.
Langsam war's an der Zeit, ins Studio zu den Topfgeldjägern zu fahren. Bushcook, von einigen Mitgliedern einer virtuellen Kochgruppe auch schon mal als "eingebildete Rampensau" angefeindet, wollte endlich mal ganz entspannt eine Aufzeichnung sehen. Als sie im letzten März da war, war sie viel zu aufgeregt, um was mitzubekommen. Bei ihrer und Heikes Aufzeichnung im Juli hatte sie andere Sorgen, und wenn sie wieder im Studio ist, muss sie den Fanblock geben für zwei andere Verrückte. Also jetzt oder nie, wenn sie entspannt zugucken will.

Wir haben Karten für zwei Aufzeichnungen und sehr gemütliche Plätze, unerreichbar für die Kamera - da soll noch mal jemand sagen, meine Begleitung sei kamerageil. Wir tratschen über die Girlies, die das Frauenteam geben, und über eine vorlaute Zuschauerin, die im Laufe der Aufzeichnung den Begriff "eingebildete Rampensau" völlig neu definieren wird. Ich mache es mir unbemerkt richtig kommod und lüpfe Knopf und Reißverschluss der immer stärker kneifenden Hose. Merkt ja keiner. Doch, ich weiß, dass wir noch mit Henssler und Rosin verabredet sind. Ich weiß nur nicht wann, und dachte, bis dahin schaffe ich es, mich wieder anzuziehen. Nein, ich schaffe es nicht.

Und nun sind wir wieder am Anfang. Da, wo ich dümmlich lächelnd zwischen Henssler und Rosin stehe und mich um meine Hose und die Schwerkraft sorge. Stretchjeans habe es nämlich so ansich, morgens zu kneifen, dann aber sich im Laufe des Tages zu weiten und plötzlich der Schwerkraft nachzugeben. Henssler sagt zu Bushi, dass Heike und sie gut gekocht haben und dass sie doch die mit dem Fanblock waren. Und ein Drittel des Fanblocks steht da, nickt verkniffen und hofft, dass die Hose oben bleibt. Eigentlich wollte ich Henssler fragen, warum er es noch nicht überwand, dass Ina Müller ihn von der Bettkante stieß oder welche andere Erklärung es für sein Müller-Bashing gibt. Ich wollte ihm durch die Haare strubbeln, um endlich die Frage zu klären, ob er eine Echt-Haar-Transplantation vornehmen ließ - und falls nicht, ihn bitten, mir den Trick zu verraten und dadurch dem Gatten wieder zu vollem Haupthaar zu verhelfen. Und dann war da ja noch der Po-Push-Up, der uns beschäftigte. Alles, was ich machen kann, ist, an meine Hose zu denken.

Die Frage kann ich auch nicht beantworten, aber ich glaube, auf Girlies steht er nicht.
Eines der Girlies, die gerade kochten, kommt zu Henssler und fragt, ob's das jetzt war oder ob man sich noch sieht. Der arme Kerl bekommt das P im Blick, presst ein "Das war's jetzt" hervor und wendet sich jetzt gänzlich Bushi zu. Rosin signiert derweil mein Kochbuch, tätschelt mir den Rücken, vermutlich, weil ich so verspannt aussehe, und ich denke an meine Hose. Dabei wollte ich ihm doch sagen, wie gut mir sein Kochbuch gefällt, dass es zu den wenigen gehört, die ich mir tatsächlich kaufte. Wird ihn zwar vermutlich nicht interessieren, aber ich wollte nicht wie ein stummer Fisch da stehen. Autogramme von beiden wollte ich auch noch haben. Damit Andreas C. Studer nicht so alleine an der Küchentür hängt. Also, sein Autogramm. Ich kann aber nur an meine Hose denken.

Irgendwann sind wir wieder vorm Studio, Bushi, meine Hose und ich. Ich zische Bushi zu, dass das gar nicht geht, dass sie mich hätte vorwarnen sollen, dass sie jetzt schon zum Henssler geht und nicht erst nach der nächsten Aufzeichnung, dass ich da minutenlang mit offener Hose gestanden hätte. Ich! Mit offener Hose! Vorm Henssler!

Als Antwort kommt nur ein knappes "Und? Wär's Dir lieber gewesen, seine Hose wäre offen gewesen?"

Na ja, so gesehen ...

Es lohnt sich übrigens, ab dem 6. März die Topfgeldjäger zu sehen. Nein, mich gibt es da nicht zu sehen. Nur meine Hose.

Das Verwöhnwochenende im Überblick:

Freitag: Abendessen im Sgroi
Sonnabend: 8. Hamburg kocht!-Treffen
Sonntag: Frühstück im Café Paris
Sonntag: Abendessen im Hala
Montag: Portugiesisches Frühstück in der Schanze
Montag: Mittagessen in der Curry Queen
Montag: Abendessen im Ono

Dienstag, 10. Januar 2012

Kochgruppe aufgemerkt! Wer will am 05.02.12 mit zu den Topfgeldjägern?

Dorothée und ich gehen nach dem Brunch am Sonntag (05.02.12) zu zwei Topfgeldjäger-Aufzeichnungen. Ich vermute, Dorothée will das Frauenteam vom Herd bomben, um noch mal abräumen zu können (so'n Pacojet braucht ja jede Menge Zubehör) oder den guten Steffen Henssler als Kompetenzesserin weiter traumatisieren. Ich ahne schon, das für Montag geplante Essen bei Henssler fällt aus wegen Lokalverbots. Ich schlafe momentan ohnehin beim Anblick Hensslers ein und wach erst bei Rosin wieder auf, werde also wohl nicht so viel von der Aufzeichnung mitbekommen *g*

Vorausschauend wie ich bin, habe ich gleich jeweils vier Karten auf der Frauentribüne reserviert. Ich habe also für die Aufzeichnungen um 15.30 Uhr und um 18 Uhr jeweils zwei Karten auf der Frauentribüne übrig. Die Karten kosten 5 Euro / Stück inkl. Freigetränken und müssen in den nächsten fünf Tagen bezahlt werden. So eine Aufzeichnung dauert bummelig eine Stunde.

Falls also eine von Euch mit möchte, bitte JETZT melden mit Angabe der Aufzeichnung. Da die Männertribüne meistens nicht so gut besetzt ist, sollte es kein Problem sein, wenn Du einen männlichen Begleiter mitbringen möchtest - ich muss das nur jetzt wissen und weitergeben.

Das Studio ist in der Stahltwiete in Ottensen, also gut zu erreichen. Nach der letzten Aufzeichnung werden wir noch was essen gehen, vermutlich in der Traube, ebenfalls in Ottensen - Falls Du mit möchtest, sag' bitte ebenfalls Bescheid wegen der Tischreservierung.

Ansonsten gibt es demnächst weitere Infos, geht's hier im Blog weiter. Wenn ich bloß wüsste, wo dieses blöde Kabel ist, das dafür sorgt, dass die Fotos aus der Kamera auf den PC kommen ... Das treibt sich nach den Umräumarbeiten irgendwo herum und sorgt dafür, dass die Blogpause unfreiwillig länger wird.

Samstag, 8. Oktober 2011

Duett vom Thunfisch: Lauwarmes Sashimi und Sesam-Schwarzkümmel-Würfel

Lauwarmes Sashimi und Sesam-Schwarzkümmel-Würfel
vom Thunfisch.
Seitdem ich Sushi für mich entdeckte, mag ich Thunfisch besonders gerne. Über Jahrzehnte kannte ich nur Dosenthunfisch. Dass die Tiere nicht rund eingedost im Meer schwimmen, war eine wirkliche Entdeckung für mich. Als ich irgendwann mal las, wie groß so ein Thunfisch werden kann, fragte ich mich, wie man so einen großen Fisch in so eine kleine Dose bekommt - der Rote Thun oder Blauflossen-Thunfisch schafft immerhin bis zu 4,50 Metern und 600 kg. Das ist mal 'ne Hausnummer.

Da Thunfisch überfischt ist, steht er selten auf meinem Speiseplan. Als ich beim Fischhändler auf dem Markt ein Prachtfilet sah, wurde ich aber schwach und erstand 500 g für meinen ersten Versuch, Thunfisch ohne Dose zuzubereiten.

Diesem Filet konnte ich nicht widerstehen.
Aus einer Hälfte schnitt ich rechteckige Stücke für lauwarmes Sashimi, das Steffen Henssler mal als "schnelle Nummer" in der Sendung Topfgeldjäger zeigte. Eine Seite wird jeweils in frisch gemahlenes Salz (in meinem Fall blaues, persisches Salz) und frisch gemahlenen Pfeffer gestippt ...
... und in der Pfanne angebraten.
Anschließend in möglichst dünne Scheiben schneiden.

Aus der anderen Hälfte schnitt ich Würfel, die ich in Sesam und Schwarzkümmel wendete und von jeder Seite kurz anbriet. 

Ergebnis war ein schnelles, edles Abendessen, aus dem man auch eine Vorspeise oder einen Zwischengang im Rahmen eines Menüs machen kann. Das Thunfisch-Duett ist mein Oktober-Beitrag für die Cucina Rapida von Man kann's essen.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Mittwoch, 7. September 2011

Szenen einer Ehe: Gejagte Töpfe

Sie, per Funkruftelefon, zum daheim in der Küche werkelnden Gatte: Duhu Schahatz. Ich komm gleich nach Hause. Hast Du dann schon gekooohooocht? Weil: Ich bin betrunken.

Er: Schon wieder?

Sie: Hä? Gestern hamwa uns doch gar nicht mehr gesehen, als ich nach Hause kam. Ach, Du meinst vorgestern? Egal. Übrigens: Die Mädels ham die zehntausend.

Er: War klar.

Sie: Uuuhuuund weißt Duuuu waahaas, Schaahaaatz: Ich will da auch hin. Das war total toll! Ich will im Färnsehn! Echt jezz!

Er: Gott bewa ... äh ... war klar!

Eloquente Männer sind doch was Feines ;o) Und: Nein, ich habe kein Probleme mit Alkohol. Höchstens ohne.

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:
Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:
Bushcooks Kitchen:
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese

Heike Essen von Au:
Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese

Dienstag, 6. September 2011

Food Porn und Blind Dates XIII: Kompetenzesser und Sauerkraut

Der Sieger-Warenkorb.
Wenn es eine Zutat gibt, die bei Bushi gar nicht geht, ist es Sauerkraut. Aber sonst isst sie alles. Mit Ausnahme von Labskaus. Weil sie meines noch nicht probierte. Aber das wird schon noch, das mit dem Labskaus. Für's Sauerkraut sehe ich allerdings wenig Hoffnung.

Tja, und wie das Schicksal so spielt, ist prompt Sauerkraut im Warenkorb bei der heutigen Folge der "Topfgeldjäger", einer Kochsendung im Nachmittagsprogramm des ZDF, in der ich seit drei Tagen sitze. Ich muss sehr lachen. Zum Glück ist Heike mit dabei. Später würde sie erzählen, dass sie Bushi kurz fragte, wie sie das Sauerkraut würzen solle, dann aber schnell den Fehler bemerkte und selbst entschied, wie sie es zubereitet. Wobei: Nicht alles aus dem Warenkorb muss verarbeitet werden. Die beiden hätten das Sauerkraut auch ignorieren können.

Nein, das ist nicht Frank Rosin, der da im Essen stochert.
Das ist ein anscheinend hungriger Studio-Besucher.
In der heutigen vierten Runde kochen Dorothée und Heike gegen zwei sympathische Wahlschweizer, die als "Hopp Schwiiz" antreten. Sie bieten eine tolle Show. Und zum ersten Mal bei all' den Aufzeichnungen, die ich in den letzten beiden Tagen sah, wird mir klar, dass es tatsächlich nur einen Herd mit vier Platten gibt. Bushi und Heike arbeiten nämlich so strukturiert, dass ich dachte, jede hätte einen Herd. Da die beiden Jungs ständig über Kreuz greifen und ich mich frage, warum die nicht auch einfach beide Herde benutzen, wird mir klar, dass es nur einen gibt. Die beiden Wahlschweizer sind nervös. Sie kommen mit der fremden Küche und der fremden Ausstattung nicht zurecht. So kommt es zum Versuch, Sahne in der Salatschleuder zu schlagen. Interessante Technik. Zu diesem Zeitpunkt einzusteigen, ist aber auch schwer. Die Jungs sind aber wirklich nicht schlecht. Angespannt sitzen Frau Küchenlatein und ich auf unseren Plätzen.

Spielgeld der vierten Runde und die Reste der Warenkörbe.
Die Mädels machen Blutwurst mit Sauerkraut, Kalbsrücken mit Brokkoli und Polentagrieß und Crêpe mit Birne. Wieder nur grob die Zutaten in drei Gänge sortieren. Sich bloß nicht festlegen. Was nicht da ist, kann auch nicht fehlen. Vor Aufzeichnungsbeginn gibt Henssler den beiden noch den Stiel seines Brokkolis. Im Warenkorb war nämlich der Stiel noch dran, aber als es ans Kochen geht, fehlt er. Das passierte den Mädels am Donnerstag schon mal mit den Radieschenblättern, aus denen ein Pesto hätte werden sollen. Diesmal sind sie auf der Hut und fordern den Brokkolistiel ein. Den kann man nämlich auch essen.

Die Sendung zieht sich wieder. Die 45 Minuten wollen einfach nicht vergehen. Heike und Bushi wirken angespannt. Heike guckt ein paar Mal zu uns. Die Anspannung überträgt sich auf uns. Wir atmen kaum noch. Und dann passiert es. Henssler macht ein Pausenbrot mit Wurzel-Ingwer-Salat. Schon gestern, beim Brot mit Fleischsalat, fragte ich mich, wie man das heil in die Schule bekommen solle. Frau Küchenlatein meinte, das ginge. Ich weiß, dass ich es nicht schaffe. Egal. Heute also Laugenbrötchen mit Salat. Als Henssler den Ingwer in die Wurzeln reibt, wird unsere Reihe unruhig. "Das isst kein Kind!", stellt die zweite Damen-Reihe kollektiv fest. Zu laut. Henssler holt eine Dame nach vorne. Als Kompetenzesserin. Und nach ihr darf Dorothée dran. Beiden schmeckt es nicht. War klar. Zu viel Ingwer. Später wird Dorothée sagen, sie wusste gar nicht, was Henssler ihr da in den Mund schob. Sie biss einfach nur zu und kaute. Gut konditioniert, die Frau.

Arthurs Tochter möchte, dass der Löffel mit einer
prominenten Persönlichkeit posiert. Hier sind sogar
zwei zu sehen. Danke an die Silberstreifen für das
Ausborgen der Autogrammkarten.
Irgendwann gehen auch diese 45 Minuten zu Ende. Zum ersten Mal scheinen die Mädels richtige Schwierigkeiten zu haben, die Teller rechtzeitig nach vorne zu bekommen. Bei den Wahlschweizern ist der Nachtisch nicht rechtzeitig vorne. Den Pfannekuchen bekommt stattdessen der verletzte Silberstreif. Schmeckt gut, wird er später sagen.

Rosin macht es spannend. Doziert über die Brokkoliröschen der Jungs. Erwähnt nicht, dass der Brokkolistiel der Mädels ein wenig mehr Garzeit hätte vertragen können, gelinde gesagt. Mensch, Mann, mach' hinne! Und schließlich ist es so weit. Die Entscheidung wird verkündet. Die Blind Dates haben gewonnen. Die Mädels ham's gerockt! Wir jubeln. Wir stampfen. Wir kreischen. Wir versenden SMS mit nur zwei Ziffern: 1 und 0. Die Empfänger wissen, was gemeint ist. Na ja, bis auf einen. Männer sind halt oft langsam im Denken. Die Produzenten der Sendung täten übrigens gut daran, mal die Statik der Frauentribüne zu überprüfen.

Ein Aufpasser verhindert, dass wir Bushi und Heike gratulieren. Ungeduldig warten wir. Endlich. Gratulieren, knuddeln, und abmachen, dass wir uns im Aufenthaltsraum treffen, wenn die beiden mit den Formalitäten fertig sind. Dort angekommen, haben die Silberstreifen schon dafür gesorgt, dass ausreichend Bier da ist. Als die Wahlschweizer und die Blind Dates kommen, ist der Jubel groß. Gratulieren, umarmen, Daten austauschen, Verabredungen treffen, Fotos machen, telefonieren ... Heike bittet darum, dass wir die folgende Aufzeichnung im Aufenthaltsraum anschauen, nicht im Studio. Da hätten wir mehr Spaß. Soll sein.

Blind Dates und Hopp Schwiiz. Die Siegerinnen
bekamen Schweizer Schokolade geschenkt.
Die Jungs haben Stil.
Auch Du wirst morgen viel Spaß haben, wenn Du um 15.05 Uhr wieder das ZDF einschaltest. Da treten nämlich Frau Monnem und die Checker gegeneinander an. Du siehst einen sichtlich mitgenommenen Henssler, der verkündet, es stehe 10 zu 6 für die Frauen. Du erfährst, wie man geharktes Püree macht. Gebückt. Über der geöffneten Wärmeschublade. Oder wie man Fisch metztelt. Besser, als ich das je könnte. Du siehst, wie man Fisch en papillote gart. Und zwar richtig. Du siehst einen Henssler, der auf den Arm möchte. Oder auf den Schoß. Auf jeden Fall vermisst er zwei wie die Blind Dates. Die hätten beim Anblick des Warenkorbs für diese Sendung ohnehin am liebsten gefragt, ob sie auf 20 Tausend erhöhen dürften. Coole Säue. Die muss man aus der Küche bomben, sonst kochen sie alles an die Wand. Du siehst einen Rosin, der beim Anblick des gemetzelten Fisches leidet. Richtig leidet. Und niemand gab ihm zum Trost eine Banane.

Du siehst nicht, wie Rosin später heftig nickt auf Bushis Frage: "Gell, eben ham Sie uns vermisst?!" Du siehst nicht, wie wir im Aufenthaltsraum mit vereinten Kräften Frau Küchenlatein und den verletzten Silberstreif davon abhalten müssen, ins Studio zu stürmen und Frau Monnem vom Herd zu zerren. Wer weiß, was passiert wäre, wären wir tatsächlich im Studio gewesen. Du siehst nicht, wie der Sicherheitsdienst kopfschüttelnd die Tür des Aufenthaltsraumes fest von außen verschließt. Wenn Du allerdings im Hintergrund Kreischen, Lachen, Rufen, Stampfen hörst: Das sind wir. Die Hostess hat inzwischen die Flucht ergriffen, allerdings nicht, ohne die Biervorräte aufzufüllen. Die Silberstreifen wissen, wie man den Kühlschrank und die Flaschen öffnet und sorgen dafür, dass wir nicht auf dem Trocknen sitzen.

Der Abend endet aber zivil. Eigentlich wollten wir mit den Mädels noch ins Ono oder in ein anderes nettes Lokal, aber die beiden sind einfach nur platt. Und inzwischen merke auch ich den Schlafmangel der letzten vier Tage, bin ja immer noch vergrippt. Jedenfalls dachte ich das da noch. Später werde ich erfahren, dass mich zwischen Februar und August eine heftige Streptokokken-Angina im Griff hatte. Tja, und wie das Leben so spielt: Für zwei andere beginnt jetzt das Trainingslager. Denn nach den Topfgeldjägern ist vor den Topfgeldjägern. Und falls Du bange bist, ob Du genau so den Durchmarsch schaffst wie Dorothée und Heike, frag' doch einfach Frau Küchenlatein, Heidi und mich, ob wir auch für Dich den Fan-Block machen. Wir mögen zwar nicht kochen können, aber wir klatschen, brüllen, stampfen, oooohen, aaaahen und mmmmmhen Dich zum Sieg. Sehr ambitioniert. Und ganz gewiss ohne Niveau.

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:
Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:
Bushcooks Kitchen:
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese

Heike Essen von Au:
Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese

Montag, 5. September 2011

Food Porn und Blind Dates XII: Kein Silberstreif am Horizont

Fernsehen von hinten.
Während ich an der Bushaltestelle stehe, um uns Studio zur heutigen Aufzeichnung der "Topfgeldjäger", einer Kochsendung im ZDF-Nachmittagsprogramm, zu fahren, informiert mich Frau Küchenlatein funktelefonisch, dass sie den gleichen Parkplatz hat wie Heidi am Vortag. "Das ist die Glücksparklücke!", jubelt sie. "Steht die Ducati noch da?", frage ich. "Was?" - "Na, das Motorrad." - "Hier ist kein Motorrad!" - "Hat's geknirscht beim Rückwärtsfahren?" - "Bitte?!" Okay, ich vergaß: Frau Küchenlatein war die, die einparken kann. Ich bin die, die es nicht kann.

Heidi ist heute leider nicht mit dabei. Wir sind nur zu zweit und müssen keine Brust zeigen. Die T-Shirts bleiben in den Taschen. "Blind Date jagt" macht zwar Sinn, aber ohne Heidis Shirt fehlt einfach was.

Wieder nehmen wir im Aufenthaltsraum Platz. Frau Monnem ist auch da. Sie ist schon aufgehübscht für die Sendung. Ihre Kochpartnerin ist heute auch da. Sie ist jung. Sie ist blond. Sie bekam von der Maske eine BDM-Frisur verpasst. Ich frage mich kurz, was die Maske aus ihrer Hot Pants und High Heels tragenden Freundin gemacht hätte. Die wäre vermutlich in einen rosa Skianzug und Moon Boots gesteckt worden, hätte Rattenschwänzchen, Kippe und Kaugummi bekommen.

Frau Monnem sagt mit Blick auf ihre Kochpartnerin abschätzig: "Die kann gar nicht kochen". Ich verkneife mir die Frage, warum sich die beiden bewarben. Frau Monnem hat Mitleid mit unseren Mädels. Den ginge es ja heute total schlecht. Die Nerven! Und gestern hätten sie gaaaanz lange in der Lobby gesessen und Kochbücher gewälzt, weil sie nicht wussten, was sie kochen sollen. Richtig verzweifelt seien sie. Ich bin irritiert. Sprechen wir von den gleichen Frauen? Die, die ich kenne, machen sich frühstens beim Frühstück Gedanken, was sie mittags kochen wollen und wälzen Kochbücher höchstens, um sich die Signaturen der jeweilige Köche zu zeigen. Hm.

Die haben gerade Pause.
Kurze Zeit später laufe ich beim Verlassen der Toilette in Bushi. Ich erkenne sie nicht. Die Maske hat sie total verunstaltet. Und sie ist blaß. Himmel hilf! Was ist da los? Wir drücken uns kurz, für mehr ist keine Zeit.

Im Aufenthaltsraum sind inzwischen zwei Checker eingetroffen. Die machen auf mächtig dicke Hose. Einer fragt uns gönnerhaft, ob wir gleich kochen. Wir verneinen. De Depp mit de Käpp neben ihm schlussfolgert: "Dann wartet Ihr auf Eure Männer!" - "Nein." - ??? - "Wir warten auf unsere Frauen." Sie sind irritiert. Später stellen wir fest: Die Checker sind eigentlich ganz lieb. Die wollen nur spielen. Und sie wissen inzwischen, dass sie mächtig froh sein können, dass sie nicht gegen Bushí und Heike kochen werden. Sondern gegen Frau Monnem und das Blondchen.

Sympathischer sind uns da schon die zwei Frauen und ein Mann, mit denen wir rasch die Sofa-Landschaft teilen. Ihre Männer treten als "Silberstreifen" gleich gegen unsere Mädels an. Die Stimmung zwischen uns ist entspannt. Sie wissen, was ihre Männer können. Wir wissen, was unsere Frauen können. Gemeinsame Grundeinstellung: Es ist in Ordnung, gegen jemanden zu verlieren, der besser ist. Gemeinsame Hoffnung: Hoffentlich sind jeweils die Unsrigen besser. Als wir kurze Zeit später zusammen auf der Tribüne sitzen, wünschen wir uns gegenseitig Glück.

Pütt un Pann.
Die Teams kommen ins Studio. Frau Küchenlatein stellt fest: "Bushi klappt gleich zusammen!" Ich nicke angespannt. Ihre Oberlippe zittert. Sie ist total blass, was angesichts einer Tonne Farbe im Gesicht eine Leistung ist, aber keine gute. Heike wirkt auch angespannt, als sie uns im Publikum sucht, findet, lacht und winkt.

Die Menüs werden vorgestellt. Frau Küchenlatein neben mir zieht Luft ein und raunt: "Wenn die das schaffen ...", als vorgelesen wird, was die Jungs vorhaben. Hmm. Wenn den Jungs alles gelingt, was sie planen, sehen unsere Mädels alt aus. Die Mädels setzen auf Handwerk mit Räucherforelle mit Zuckerschoten, Roastbeef mit Madeirasauce und Weizengrieß, gefolgt von einem Zwetschgentörtchen. Die Jungs setzen auf kulinarisches Basteln mit Spinatfisch auf Aubergine und Crêpe mit Pflaumen zum Nachtisch. Ihren Hauptgang habe ich vergessen, erinnere nur noch selbstgemachte Nudeln. Wenn das man gut geht.

Die Aufzeichnung zieht sich wie ein Kaugummi. Es ist unerträglich. Wie in Zeitlupe. Diesmal bin ich mehr auf die Jungs konzentriert. Was mag Spinatfisch sein? Die werfen die Räucherforelle mit dem Spinat in den Mixer. Ich fasse es nicht. Das Ergebnis sieht aus wie das, was die Nachbarskatze aus Protest im geöffneten nachbarlichen CD-Spieler hinterließ, als ich eine Tablette in sie stopfen musste. Erstaunlicherwiese wird Rosin später sagen, dass es schmeckt. Also nicht die nachbarliche Katzenkotze. Sondern der Spinatfisch. Ich hab' den Silberstreifen versprochen, dass ich den Spinatfisch auf Aubergine mal ausprobieren werde. Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass das schmeckt..

Arthurs Tochter möchte ihre abgegebenen Löffel
 an ungewöhnlichen Orten sehen. Bitte schön.
Die Silberstreifen machen Nudelteig. "Ich glaub', ich kann mich entspannen", meint Frau Küchenlatein neben mir. "Hä?" - "Die sind aus der Zeit. Das schaffen die nicht. Die Mädels sind weiter. Ganz sicher." Hm. Als ich die dicken Nudeln sehe, werde auch ich vorsichtig optimistisch. Die werden in der verbleibenden Zeit kaum gar, denn das Wasser kocht noch nicht.

Aber die Silberstreifen sind auch coole Säue. Einer schneidet sich in den Finger. Heftig. Und es kommt und kommt kein Pflaster. "Pflaster! Denk' an Pflaster!", befiehlt Frau Küchenlatein. Kein Problem. Ich habe welches in der Tasche. Ich komme hier nur gerade nicht raus. Und: Ich muss  mal. Dringend. Meine Nerven. Und die Sendung zieht sich. Und zieht sich. Aber der Silberstreif kocht einfach weiter. Später sagt er zu mir, er hätte sich Tape in die Tasche stecken sollen. Er wollte den Finger in den Pfeffer stecken, aber dafür war nicht genug in der Mühle. Schließlich wird er verarztet. Sogar mehrfach. In der nachfolgenden Aufzeichung wird er nämlich so stark klatschen, dass ein neuer Verband fällig wird.

Die Zeit ist um. Die Mädels bekommen mit Mühe alle Teller nach vorne. Bei den Jungs ist der Crêpe abgeschmiert. Aber sie haben auch alle drei Teller vorne. Nur den dritten halt ohne Crêpe. Rosin schreitet zur Tat. Die Mädels bekommen Pluspunkte, weil die Zuckerschoten auf zweierlei Art zubereitet sind. Polenta und Dessert gefallen ebenfalls. Aber auch die Gerichte der Silberstreifen sagen zu. Die Entscheidung wird knapp. Wieder entscheidet das Dessert. Die Mädels sind eine Runde weiter.

Silberstreifen und Blind Dates
Im kurzfristig leeren Aufenthaltsraum bittet Frau Küchenlatein um was Starkes. Die Hostess begreift, dass kein Kaffee gemeint ist und bedauert, sie habe nur Bier oder Prosecco. "Prosecco. Doppelt", ordert Frau Küchenlatein. Wir fallen auf die Sofa-Landschaft. "Meine Nerven!" stöhnt Frau Küchenlatein. "Egal wie, die nächste Aufzeichnung ist die letzte, oder?" - "Na ja, es könnte auch unentschieden werden. Dann müssen die Mädels heute noch ein drittes Mal 'ran." - Sie japst: "Das tun die uns nicht an, oder?" Ich hoffe nicht.

Die Silberstreifen kommen in den Aufenthaltsraum. Sie sind erschlagen vom Kochkönnen der Mädels. Und sie sind gute Verlierer. "Gegen die beiden verloren zu haben, ist keine Schande", lautet das Fazit. Bescheidene Frage an uns: "Meint Ihr, die beiden haben hinterher noch Zeit für ein Foto?" Klar. Und als ich höre, woher die Jungs kommen, verspreche ich auch gemeinsames Kochen. Kochbekloppte sind ja mobil.

Wie's weitergeht, erfährst Du am 6. September um 15.05 Uhr im ZDF. Und im Anschluss wieder hier im Blog.

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:
Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:
Bushcooks Kitchen:
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese

Heike Essen von Au:
Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese

Freitag, 2. September 2011

Food Porn und Blind Dates XI: Ohne Soß' nix los

Die Ruhe vor dem Sturm.
Die erste Klippe ist überwunden. Die erste "Topfgeldjäger"-Sendung im ZDF-Nachmittagsprogramm  ist überstanden. Während Heidi, Ulrike und ich uns wieder auf der Sofa-Landschaft im Aufenthaltsraum für Angehörige lümmeln, geht's für Heike und Bushi hinter den Kulissen vermutlich rund. Knapp anderthalb Stunden liegen zwischen zwei Aufzeichnungen. Die beiden werden kaum zum Durchatmen kommen, stehen doch Maske, Umziehen, Besprechungen usw. an. Die Sendung ist keine Erholung. Zumindest nicht für die außerhalb des Aufenthaltsraumes. Wir hingegen haben es weiterhin kommod, naschen Gummizeugs, trinken Cola und Kaffee und stochern im Büfett-Essen herum, das uns nicht schmeckt. Zumindest nicht das in den Chafing Dishes. Zu salzig. Brote, Salate und süß gefüllte Weckgläser sind lecker.

Im Aufenthaltsraum sind inzwischen die Gesichter ausgetauscht worden. Frau Monnem ist eingeflogen. Frau Monnem ist ein Star und dabei so bescheiden geblieben. Frau Monnem drängt uns in ein Gespräch. Sie erklärt uns, dass unsere Mädels auf keinen Fall mehr als zwei Aufzeichnungen durchhalten. Mehr schaffe man einfach nicht. Nervlich. Denn Färnsähn ist anstrengend. Sie weiß das, denn sie hat Fernseherfahrung. Sie war schließlich bei der Küchenschlacht. Am Montag. Und am Dienstag. Mehr hält man ja nicht durch. Nervlich. Wir schweigen beeindruckt. Wir nicken verständnisvoll. Wir wissen genau, was sie meint. Unter uns ist eine, die gewann "Das perfekte Dinner". Damals, als man dafür noch kochen können musste. Unter uns ist eine, die gewann "Unter Volldampf". Damals, als - na, Du weißt schon. Unter uns ist eine, die überstand vier Runden "Kochchampion". Und bei der Küchenschlacht war sie auch. Am Montag. Am Dienstag. Am Mittwoch. Und am Donnerstag. Und dabei war sie bei den Aufzeichnungen noch nicht mal in Hochform, sondern malad. Wer weiß, was sonst passiert wäre. Aber das sagen wir Frau Monnem nicht. Denn Frau Monnem ist ein Star. Und trotzdem so bescheiden geblieben. Frau Monnem weiß Bescheid.

Blick auf Hensslers Küchenblock mit den Quiz-Kisten
und den Zutaten für die schnelle Nummer.
Schließlich ist die Wartezeit vorbei. Es geht wieder ins Studio. Der Einheizer macht wieder seinen Job. Wir klatschen. Wir jubeln. Wir mmmmhen. Wir oooohen. Wir aaaaahen. Wir leckern. Wir wissen inzwischen, was von uns erwarten wird. Wir sind schließlich die dritte Frau im Frauen-Duo. Einmal mehr hoffe ich, dass mich hier niemand kennt. Egal. Ich stehe über Peinlichkeiten. Einen schönen Menschen kann nichts entstellen. Wer schön sein will, muss leiden. Ich bin nicht schön und lasse andere leiden. Ich muss mich ja nicht im Färnsähn sehen. Nicht ich bin wichtig. Die Mädels sind wichtig.

Was wollen sie eigentlich kochen? Ah, da steht's ja: Rauke-Salat, Lamm mit Kichererbsen und Johannisbeertörtchen. Okay. Mit anderen Worten: Sie haben die Zutaten aus dem Warenkorb wenigstens schon mal in drei Gänge sortiert, aber noch keine Ahnung, was sie daraus machen wollen. Da könnte auch stehen: Vorspeise, Hauptgang, Dessert. Na ja, ist ja auch noch Zeit, sich zu überlegen, was sie kochen wollen. Sie haben ja jede 45 Minuten Zeit. Also insgesamt 90 Minuten. Jamie Oliver kocht in der Zeit neun Gänge, glaubt man seinem 30-Minuten-Menü-Buch. Aber wer ist schon dieser englische Kochknabe angesichts unserer beiden Mädels?! Eben.

Das Männerteam kommt. Sie nennen sich die Pälzer Buben. Wieder bekomme ich nicht mit, was sie eigentlich kochen. Hört sich ihr Menü ambitioniert an? Ehrlich, ich weiß es nicht mehr. Ich bin ganz auf das konzentriert, was vor mir passiert. Wobei: Als Zuschauer siehst Du ja nichts außer einer Schrankwand. Von hinten. Und Steffen Henssler. Auch von hinten. Mit Bauarbeiterdekolleté. Ist alles drei keiner schöner Anblick. Von einer Schrankwand erwarte ich ja, dass sie von hinten flach ist. Einen Mann hingegen habe ich von hinten gerne knackig. Frau Küchenlatein neben mir raunt, der Arsch ihres Sohnes sei knackiger. Selbst wenn sie ganz neutral gucke. Ich nicke. Ich kenne den Arsch ihres Sohnes nicht. Aber ich kenne den meines Mannes. Und der ist auch knackiger als der vom Henssler. Und ich bin da auch ganz neutral. Klar. Angesichts des Bauarbeiterdekolletés kommen mir allerdings so Gedanken für den Kochlöffel. Und ich frage mich, ob's Po-Push-Ups auch für Männer gibt. Die Dinger sind sicher unisex, oder?

Hexenrat.
Die Mädels ziehen ihr Ding durch. Henssler fragt nach Zubereitungsarten, probiert hier und da, fragt schließlich nach Sauce. Bushi lässt ihn auflaufen. Gestern schon erklärte sie Henssler, zu kross gebratenem Fisch gehöre keine Sauce. "Merk' Dir das!", zischt Frau Küchenlatein mir zu. Kein Problem. Ich kann weder Sauce noch Fisch. Heute lernt Henssler, dass auch zu Hummus keine Sauce gehört. Aber großzügig, wie sie ist, setzt Bushi hinzu, dass sie eine Sauce mache, wenn ihr langweilig sei. Minuten später rührt sie unbeteiligt in einer Pfanne. Ich fass' es nicht. Und Heike wäscht mal eben 'ne Runde ab. Danach fragt sie vermutlich, ob sie mal kurz raus kann. Eine rauchen. Später wird sie sagen, dass die Vorspeise fertig war, Fleisch und Kuchen im Ofen waren. Und sie noch 26 Minuten Zeit hatten.

Auch diese Sendung vergeht wie im Fluge. Rosin nimmt Platz, öffnet die Clochen, probiert - und zuckt beim Hummus zusammen. Zu viel Knoblauch! Später fragen wir, wie viel Knollen Bushi im Hummus versenkte. Nix Knollen. Da war noch nicht mal eine Zehe drin. Heike würde Rosin jetzt vermutlich als Mädchen bezeichnen. So nannte sie mich, als mich die Ananas-Mango-Salsa schaffte. Aber die Sauce rettet den Hauptgang. Und das Dessert ist ohnehin ein Selbstgänger. Runde zwei meistern die Mädels auch. Machen sie weiter? Was für eine Frage!

Nach der zweiten Sendung: Gemeinsames Beratschlagen,
was man mit dem Warenkorb der dritten Sendung anfangen
würde. Und Heike klaute den verlorenen Männer-Amaretto
aus der Quiz-Kiste.

Wieder stürmen wir von unseren Plätzen, sobald wir dürfen, um zu gratulieren. Diesmal bleibt Zeit für ein paar Fotos, denn es ist die letzte Aufzeichnung des Tages. Wir verabreden, im Hotel noch ein Bier zu trinken. Dort angekommen, sitzen Bushi und Heike schon in der Lobby. Ihre Köpfe rauchen. Was ist los? Die beiden haben den Warenkorb im Studio vergessen und erreichen da jetzt niemanden mehr! Ich fass' es nicht! Meine Nerven. Aber halt, ich hab' doch Fotos gemacht. Auch vom Warenkorb. Okay, da ist er. Uff.

Den Rest des Abends entspannen wir beim Bier. Frau Küchenlatein ist überzeugt, dass wir drei zu mindestens 0,1 % mit daran beteiligt sind, dass die Mädels jetzt feiern dürfen. Um uns herum schleicht Frau Monnem. Wir ignorieren sie.

Inzwischen ist es so spät, dass Frau Küchenlatein überlegt, sich in Hamburg ein Zimmer zu nehmen. Nicht, weil kein Zug mehr fährt, sondern weil sie am nächsten Tag zur nächsten Aufzeichnung wieder hier sein wird. Und am übernächsten zum Kochkurs im trific. Wir verabreden uns für den nächsten Tag. Nach Hause fahre ich mit einer prall gefüllten Messertasche und einem Stockschirm unter Arm und einem Hermann in der Tasche.

Wie's weitergeht, erfährst Du am 5. September um 15.05 Uhr im ZDF. Und im Anschluss wieder meine Eindrücke hier im Blog.

Weitere Topfgeldjäger-Berichte bei Hamburg kocht!:
Vorbericht von 31. August 2011
Topfgeldjäger am 1. September 2011
Topfgeldjäger am 2. September 2011
Topfgeldjäger am 5. September 2011
Topfgeldjäger am 6. September 2011

Frau Küchenlateins Blind Dates

Topfgeldjäger-Berichte von denen, die kochten:
Bushcooks Kitchen:
Erst das Vergnügen, dann die Arbeit
Warum?
Durchschnaufen
Finale
Nachlese

Heike Essen von Au:
Warenkorb vom 1. September 2011
Warenkorb vom 2. September 2011
Wochenende
Finale
Nachlese