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Samstag, 29. Oktober 2022

Wochenplan in KW 43/22: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CXXXVII

Unsere Wochenplanung ordnet sich weiterhin der Situation auf der Baustelle im alt-neuen Haus unter, und das wird auch noch ein paar Monate so bleiben. Vor allem freitags gibt es Gerichte, die wir notfalls schieben können, denn je nach Situation auf der Baustelle bleibt der Gatte über Nacht im alt-neuen Haus, essen wir getrennt. Da wir auf der Baustelle zeitweise keine Toilette haben, ist es auch an jedem Wochenende fraglich, wo wir gerade sind. Die Kochmöglichkeiten im alt-neuen Haus sind zudem arg begrenzt, aber immerhin haben wir Herd, Backofen, Mikrowelle und Grill - und manchmal sogar Wasser ... 

Der Plan am letzten Freitag.

Den Wocheneinkauf erledigten wir im Supermarkt im großen Einkaufszentrum, in das ich ohnehin musste. Danach ging's in zwei Discounter. Viele Regale waren leer - Frischkäse scheint beispielsweise aktuell sehr begehrt zu sein. Im Laufe der Woche ging's zum Bäcker, drehte der Gatte seine Runden und besorgte u.a. Kartoffeln - wir hatten mehr verbraucht als geplant. 

Der Plan am Dienstag.

Unser - zugegebenermaßen kohllastiger - Wochenplan in Theorie und Praxis:

Wir wollten das Wochenende im alt-neuen Haus verbringen und Sonnabend Cheeseburger grillen, allerdings kam wieder mal die defekte Toilette dazwischen. Den Gatten schreckte das nicht ab. Er fuhr trotzdem, und die Baubrigade schaffte es mittags, die Toilette wieder gangbar zu machen. So blieb der Gatte über Nacht und aß ein Fertiggericht. Für mich gab's in der Wohnung gefüllte Kartoffeltaschen.

Sonntag sollte es Burgenländer Rinderbraten geben, aber der Gatte blieb im Haus und grillte Cheeseburger. Ich fuhr zurück ins Haus und aß Rinderbraten mit Knödel.  

Montag sollte es Schichtkohl mit Hack geben, aber es war noch Burgenländer Rinderbraten da, der mit Kartoffelbrei für zwei reichte.

Dienstag wollte ich Rosenkohl putzen, den es mit Bratwurst und Kartoffelbrei geben sollte, aber dadurch, dass wir zum Rinderbraten mehr Kartoffeln verbrauchten als geplant, waren die Kartoffeln alle, und keiner schaffte es, kurz neue zu kaufen. Ein Hoch auf unseren Convenience-Vorrat, durch den es kurzerhand Schupfnudeln mit Sauerkraut und Speck gab! 

Mittwoch sollte es wieder Schichtkohl mit Hack geben, aber die Zutaten waren haltbarer als der Rosenkohl, den es jetzt endlich mit Bratwurst und Kartoffelbrei gab.  

Donnerstag sollte es nochmal Rosenkohl mit Bratwurst und Kartoffelbrei geben, nur blieb davon gerade mal eine Portion übrig, und da wartete ja auch noch der Schichtkohl mit Hack

Freitags ist ja meistens ungewiss, ob wir in der Wohnung oder auf der Baustelle sind, und so stand Ofenfisch mit Ofenkartoffeln auf dem Plan - beides lässt sich verschieben. Das war auch notwendig, denn der Gatte fuhr wieder ins alt-neue Haus vor. Er sollte die übrige Portion Rosenkohl mit Bratwurst und Kartoffelbrei mit, während ich mir gratinierte Miesmuscheln machen wollte, aber mit mir und den Miesmuscheln wird's nichts, denn der Gatte beschloss, lieber Fertigfutter essen zu wollen, und überließ mir den Rosenkohl ...

Schwiegermutter kam zum Tee, also wurde gebacken - Apfelkuchen, was sonst?! Diesmal wurde es ein gedeckter Apfelkuchen aus der Springform, von dem ausnahmsweise nichts zu Mudderns ins Pflegeheim ging, weil wir ihn alleine aßen. Nach langer Zeit holte ich auch mal wieder Backwaren über Too good to go. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.  

Samstag, 22. Oktober 2022

Wochenplan in KW 42/22: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CXXXVI

Dieser Wochenplan wurde während des Einkaufs umgeworfen: Da wir vergessen hatten, einen Tisch beim Griechen zu reservieren, und weil die geplanten Miesmuscheln in einem Laden ausverkauft, in zwei anderen nicht zu bekommen waren, mussten wir umplanen. Das fällt uns zum Glück nicht schwer. 

Wenngleich wir viel in dieser Woche aus dem Vorrat nahmen, brauchten wir dennoch einiges, füllten einige Vorräte wie Mehl und Butter auf. Klopapier war schwer zu bekommen - es gab nur noch wenige Pakete vom teuren. Wir kauften im kleinen Einkaufszentrum ein, wo es zwei Discounter und einen Supermarkt gibt. Das dauerte keine Stunde, aber wir finden die Menschen dort sehr anstrengend und vermeiden das Einkaufszentrum deswegen möglichst. Allerdings hat inzwischen nicht nur der Stamm-Supermarkt wegen Sanierung geschlossen, sondern auch der Stamm-Discounter, und im kleinen Einkaufszentrum haben wir halt alle Läden. 

Ansonsten ging's wie üblich in diesen Zeiten den Baumarkt und zu Ikea, außerdem zum Bäcker. 

Eigentlich wollten wir das Wochenende im alt-neuen Haus verbringen, Sonnabend gemütlich über den Wochenmarkt bummeln, aber aufgrund der Baustelle, einen nicht funktionierenden Toilette und des noch nicht angeschlossenen Entrümpelns ergriffen wir buchstäblich die Flucht. 

Unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend wollten wir zum Griechen, vergaßen aber die Reservierung. Ohne gibt es am Wochenende keine Chance auf einen freien Tisch. Es gab Spaghetti Bolognese

Sonntag fuhr der Gatte ins alt-neue Haus, um am kommenden Tag die Entrümpler in Empfang zu nehmen. Er aß eine TK-Pizza - nachdem er den Backofen ausräumte, denn ohne Küchenschränke lagern wir auch im Backofen Geschirr. Ich wollte gratinierte Muscheln mit Ofenkartoffeln essen, aber Miesmuscheln waren aus. Ich aß TK-Kartoffeltaschen - hatte ich ewig nicht mehr. 

Montag war der Gatte wieder da. Es gab Nizza-Salat

Dienstag gab's Bratwurst mit Apfel-Zwiebel-Sauce, diesmal mit Preiselbeeren statt Johannisbeeren. Die Äpfel kamen natürlich aus unserem Garten. 

Mittwoch gab's Tortelloni in Salbeibutter. Aktuell ist ja situationsbedingt einiges an Convenience zur Hand.

Aktuell habe ich ja kaum Zeit für Schmorgerichte, weil wir die Wochenenden in der lindgrünen Hölle verbringen, wo es im alt-neuen Haus nur eine rudimentäre Küche mit zwei Töpfen gibt. Also nutzte ich einen Heimarbeitstag, um Donnerstag burgenländischen Rinderbraten zu machen. Die dafür notwendigen Weintrauben kamen ebenso wie die Kräuter aus dem Garten. 

In diesem Jahr können wir reichlich Trauben ernten, und sie sind sogar so süß, dass wir sie so essen, nicht nur verkochen.

Freitag gab es Ofenfisch mit Ofenkartoffeln und Gurkensalat

Über Too good to go wurde wieder nichts geholt - es passt einfach gerade nicht. Dafür wurde gebacken: Elsässer Apfelkuchen, natürlich mit Äpfeln aus unserem Garten. Der Großteil des Kuchens ging wieder ins Pflegeheim, in dem Mudderns seit Juli lebt. Aktuell ist das Heim unter Corona-Quarantäne. Ich bin dankbar für jeden Tag, den Mudderns negativ getestet ist, denn immer mehr ihrer Bezugspersonen sind positiv. Aus ihrer Vierergruppe im Speisesaal ist sie aktuell die einzige, die negativ ist. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.  

Samstag, 15. Oktober 2022

Wochenplan in KW 41/22: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CXXXV

Aktuell geht alle Energie, die wir neben Arzt- und Krankenhausterminen (und in meinem Falle auch neben der Arbeit) haben, ins alt-neue Haus. Da ist Essen Nebensache. 

In der Küche des alt-neuen Hauses haben wir zudem nur eine kleine Ausstattung an Geschirr und Besteck sowie einen Kochtopf und eine Pfanne. Aber Herd, Backofen und Mikrowelle funktionieren, und der Grill zog als erstes ein. So haben wir uns tatsächlich erst einmal Essen geholt, nämlich letzte Woche, als wir vergaßen, Schaschlik zu kaufen und mitzunehmen, was erst nach Ladenschluss vorm langen Wochenende auffiel. 

Ab Montag haben wir keine Küchenschränke mehr - normalerweise kein Problem, aber die Ivar-Regale, die wir vorübergehend aufstellen wollten, können wir nicht aufstellen, weil die Bretter vergriffen sind, vielleicht Anfang November kommen. Also steht alles auf Herd, Küchentisch und Kühlschrank oder im Backofen, und sobald wir Backofen oder Herd brauchen, muss erstmal geräumt werden. Ist doof, aber irgendwann haben wir ja wieder eine richtige Küche ...

Der Wochenplan wurde auch von der Situation im alt-neuen Haus bestimmt. Übers Wochenende war die A7 gesperrt, kamen wir nicht durch den Elbtunnel zurück nach Hamburg, so dass der Gatte spontan beschloss, bis Montag zu bleiben. Ich musste Montag ins Büro und entschied mich, Sonntag durch die Stadt zu fahren. Dann stand plötzlich der Termin mit den Entrümplern fest, so dass der Gatte Mittwoch wieder ins alt-neue Haus fuhr, was den Wochenplan wieder durcheinander warf. Und dann bleiben wir nicht wie geplant das ganze Wochenende über im alt-neuen Haus, sondern verließen es Donnerstag fluchtartig, da es ein Wasserproblem gibt, so dass wir aktuell keine richtig funktionierende Toilette haben.

Diesen Wocheneinkauf verteilten wir auf zwei Tage. Zusammen waren wir im Discounter, und alleine war ich im Supermarkt. Es gab viele leere Regale, aber letztlich bekamen wir alles, was wir brauchten. Im Laufe der Woche ging's in Discounter, in Bau- und Elektromarkt und zur Apotheke. Jetzt haben wir im alt-neuen Haus auch eine Kaffeemaschine. Der Gatte war Kapselkaffee und Nescafé leid.

Unser Plan in Theorie und Praxis:

Sonnabend fuhr ich zum Gatten ins alt-neue Haus und nahm Schaschlik mit. Dazu gab's tomatisierten Reis.

Sonntag wollten wir Köttbullar mit Spätzle und brauner Sauce essen, aber der Gatte entschied sich, noch eine Nacht im alt-neuen Haus zu bleiben und trabte am Vorabend zum Supermarkt, um sich Fertig-Lasagne zu holen. Dann aber blieben vom Schaschlik zwei Spieße übrig, die er sich grillte . Dazu gab's Kräuterbutter-Baguette und eine fruchtige Sauce aus einem Näpfchen Pfirsich-Kompott. Das ist immer zur Hand, falls der Gatte unterzuckert. Ich schob mir eine TK-Pizza in den Ofen.

Montag war der Gatte wieder zu Hause, sollte es Nizza-Salat geben, aber da war ja noch die Lasagne. Die gab's mit Salatbeilage.

Dienstag wollten wir nochmal Köttbullar mit Spätzle und brauner Sauce essen, aber das Suppengrün schwächelte, und so gab's die geplante Bohnensuppe einen Tag früher. Der Topf kam mit in die lindgrüne Hölle. Jetzt haben wir dort zwei Töpfe.

Mittwoch sollte es Bohnensuppe geben, aber ich streike bei zwei Tagen Suppe in Folge. So aß der Gatte im alt-neuen Haus Bohnensuppe, während ich mir in der Wohnung Pelmeni mit Bröselbutter machte.

Donnerstag bis Sonntag wollten wir in der lindgrünen Hölle bleibe, der Gatte sogar bis Montag. Nachdem wir unseren Wochenplan schon ein paar Mal umwarfen, packte ich Donnerstag Köttbullar, Spätzle und braune Sauce ein, um alles im alt-neuen Haus zuzubereiten. Wir verließen das haus allerdings flutartig am Donnerstag, als wir feststellten, dass durch die Klempnerarbeiten das WC defekt ist, und aßen zu Hause. Köttbullar, Spätzle und braune Sauce gab's dann auch Freitag. 

Über Too good to go wurde nichts geholt - es passt einfach gerade nicht. Aber ich habe Apfelkuchen nach Betty Hönigsberg gebacken - natürlich aus Äpfeln aus Mudderns Garten. Eine Ikea-Tasche voller Äpfel ging zudem zum Fairteiler. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf. 


Samstag, 8. Oktober 2022

Wochenplan in KW 40/22: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten CXXXIV

Aktuell bin ich sehr kochunlustig. Das Pendeln zwischen der Baustelle im alt-neuen Haus an den Wochenenden (und für den Gatten auch unter der Woche) und die Situation an sich strengen mich einfach sehr an. Hinzu kommen meine Wechseljahrsbeschwerden, die dafür sorgen, dass ich mich nicht schmerzfrei bewegen kann. Ohne Schmerzmittel geht's nicht. So gibt es also im Wesentlichen Gerichte aus dem Vorrat und Convenience. 

Die guten ins Töpfchen ... Fünf solcher Wäschekörbe (links) wurden geerntet. Einer ging zum Fairteiler. Und heute geht's munter weiter. Langsam kommen die richtig reifen Äpfel runter. Der Gatte kaufte einen Apfelpflücker und ist mucksch, dass er teilen muss. 

Den größten Teil des Einkaufs erledigten wir in der lindgrünen Hölle in der bequemen Aldi-Edeka-Kombi. Im Laufe der Woche ging's dann öfter zum Bäcker, zum Discounter, zum Schlachter, in den Bau- und Drogeriemarkt, in die Apotheke und zur Packstation samt Fairteiler - Äpfel von jetzt unserem Apfelbaum abgeben. Außerdem ging eine große Tasche mit Fertigfutter aus Mudderns Vorrat zum Foodsharing.

Am langen Wochenende hatten wir zudem ein privates Apfelfest: Ich hatte die Äpfel bei Foodsharing und über Twitter angeboten, so dass drei Frauen zum Ernten kamen. Eine Kollegin, die sich für Mudderns Geschirr interessierte, nahm sich auch noch Äpfel mit. Gut fünf Wäschekörbe voll wurden geerntet. Als die Jungs einer Abholerin gerade im Apfelbaum herumkletterten, um die richtig reifen Äpfel zu ernten, kam die linke Nachbarin vorbei - die, die den Apfelbaum weghaben will, weil die Äpfel auch in ihren Garten fallen und ja nur Müll sind. Wir fragten, ob wir in ihren Garten dürften, um das Fallobst zu ernten, und, oh Wunder: "Daraus wollte ich Apfelkuchen backen, wenn es Ihnen recht ist." Sieh an, kaum kommen Menschen zur Apfelernte, ist das Fallobst kein Müll mehr ... Natürlich kann sie sich die Äpfel nehmen. Den Apfelbaum werden wir dennoch schnellstmöglich beschneiden lassen, und dann werden die Äste zur linken Seite gekappt, denn wer weiß, wie lange dieser Stimmungswandel anhält.

Mudderns freute sich, dass rund um ihren Apfelbaum so viel los war, ließ sich Äpfel ins Pflegeheim bringen und verteilte sie dort stolz. 

Unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend gab's Currywurst mit Pommes frites

Der Versuch, etwas Gemütlichkeit ins rumpelige alt-neue Haus zu bekommen. 

Sonntag grillte der Gatte Hähnchenbrustfilet. Dazu gab's Ofen-Kartoffeln

Montag wollten wir Schaschlik mit tomatisiertem Reis essen. Dusseligerweise fiel mir Sonnabend nach Ladenschluss auf, dass wir nur Reis und Sugo mitnahmen, aber kein Schaschlik kauften ... Wir überlegten Alternativen aus den im alt-neuen Haus vorhandenen Tüten und Dosen, über Twitter wurden mir Steinpilze angeboten. Kartoffelbrei mit Steinpilz-Sahne-Sauce oder Doesen-Rouladen mit Tüten-Kartoffelbrei sagte dem Gatten nicht zu, und auf die Idee, die Freundin nach Nudeln zu fragen, kam ich nicht - ich muss mich erst daran gewöhnen, dass jemand in der Nähe ist, den ich um Hilfe fragen könnte. Wir hatten die Wahl zwischen TK-Pizza von der Tankstelle und Döner. Wir entschieden uns für Döner bzw. Falafel Dürüm und stellten beim abendlichen Spaziergang zum Imbiss fest, dass wir günstig zur Imbiss-Meile wohne: Fußläufig vom alt-neuen Haus sind zwei Döner-Läden, zwei Asia-Imbisse, ein Sushi-Laden, ein Pizza-Laden und die legendäre Schiebetür! Dort hätte es sogar Schaschlik gegeben. Die lindgrüne Hölle wird uns immer sympathischer. Auffällig war, dass der eine Döner-Imbiss brechend voll war (inkl. des dazugehörigen Sitzbereiches, die Leute Schlange standen, während der andere gähnend leer war). Wir reihten uns in die Schlange ein und bereuten es nicht. 

Wo heute der "Schiebetür-Imbiss" ist, war in meiner Kindheit ein dänischer Imbiss, wo es neben Hot Dogs die besten Pommes frites gab, die ich jemals aß. Sie waren aus Kartoffelbrei und kamen aus einer riesigen Presse quasi direkt in die Fritteuse. Der Inhaber war ein Kunde meines Vaters, dessen Büro im gleichen Haus war, so dass ich quasi ein Fritten-Abo hatte. Diese Pommes frites vermisse ich!

Das Mallorca-Mitbringsel gab's Montag statt Kuchen.

Im Fächer sind Kekse und Konfekt.

Dienstag machte ich Kaisergemüse-Auflauf, diesmal mit Nudeln, die aus unserem Mallorca-Urlaub übrig waren. Dusseligerweise vergaß ich den Käse für die Käse-Sahne-Sauce im alt-neuen Haus ... So wurde die Sahnesauce mit Schafskäse gemacht. 

Mittwoch tauten wir Grüne-Bohnen-Suppe auf. 

Donnerstag gab's wieder Kaisergemüse-Auflauf

Freitag sollte es Ofenfisch mit Salat geben, aber der Gatte entschied sich, schon ins alt-neue Haus zu fahren, um weiterzuarbeiten. Da Gatte aß Pizza, ich holte mir Sushi, nachdem ich mich von der Schnappatmung ob des Preises erholte.

Diese Woche wurde auch wieder gebacken, sogar zwei Mal: Aus Foodsharing-Frischkäse, den eine Apfelpflückerin mitbrachte, und den Äpfeln aus unserem Garten wurde ein Mohn-Käsekuchen mit Äpfeln. Den teilten wir mit Schwiegermutter. Gestern buk ich Altländer Apfelkuchen. Die Hälfte geht morgen ins Pflegeheim, in den Gemeinschaftsraum der Etage, auf der Mudderns wohnt. Ich hoffe, dort freut man sich. 

Bleibt zuversichtlich, bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf.  

Mittwoch, 25. Mai 2022

Ährenrunde: Ein Bier vom Bäcker

Wenn Bäcker Weiss und die Kehrwieder Kreativbrauerei ein Bier herausgeben, ist klar, dass ich das probieren möchte. Die Bäckerei ist eine unserer vier Lieblingsbäckereien, leider zu weit weg für den regelmäßigen Einkauf, und die Brauerei macht nicht nur einfach leckeres Bier wie das einzige alkoholfreie Bier, das ich wirklich gerne trinke, sondern gehört einem inzwischen erwachsenen Kindheitsgefährten und seiner Frau. Die Kooperation kann also nur gut werden.

Ährenrunde, das Brotbier von Bäckerei Weiss und Kehrwieder.

Mudderns durfte losschieben, um das Bier zu besorgen, denn es ist limitiert, und da wollte ich auf Nummer sicher gehen. Da es das Bier in der lindgrünen Hölle nur in der Filiale gibt, die auch sonntags geöffnet hat, die Muddern sauch nur sonntags besucht, besorgte sie es zwischen Friedhof und Kirchgang. Das Bier kam mit in die Kirche, da kennt Mudderns nichts. Unterwegs hielt sie auch noch den üblichen Sonntagsplausch mit dem Vater des Brauern - auf den Dorf kennt man sich.

Mit Brot zu brauen, hat Tradition, und vermutlich ist aus Brot, das feucht wurde und zu gären begann, weiland in Ägypten das erste Bier entstanden. Der Ursprung des Bieres ist nämlich mitnichten deutsch, eben sowenig wie der des Brotes. Wer versucht, sich troidoitsch zu ernähren, muss sich mit Morcheln, Salz und Wasser begnügen

Das Bier kommt bislang nur im Viererträger daher.

Die Familie Weiß begann während des zweiten Corona-Jahres, zu Hause Bier zu brauen. Da kam dann irgendwann das Sylter Vollkornbrot ins Spiel, ein reines Roggenbrot. Das Brot ersetzt einen Teil der Braugerste. Brot bleibt ja immer beim Bäcker übrig, egal, wie viel Mühe man sich gibt, um Überproduktionen zu vermeiden, egal, wie viel man an die Tafel oder Too good to go gibt, also warum nicht Bier daraus brauen?! Das vermeidet das Wegwerfen von Lebensmitteln und spart Rohstoffe. Schließlich kamen die Profis der Kehrwieder Kreativbrauerei ins Spiel.   

Das Ergebnis ist ein obergäriges Schankbier, unfiltriert, naturtrüb, mit leichter Bitternote, herb wie ein Pils, im Nachgang leicht fruchtig wie ein IPA. Für mich schmeckt es zu sehr nach Pils, und daran, dass ich bislang kein Pils fand, das ich gerne trinke, änderte auch leider "Ährenrunde" nichts. Das Bier ist mir schlicht zu herb. Ich bin nun mal ein Mädchen. Unbestritten ist allerdings, dass das gut gekühlte Bier an heißen Sommertagen, von denen wir schon einige hatten, sehr erfrischt. Nur wird es sicher nicht mein Lieblingsbier. 

Gespannt bin ich auf die weiteren Ergebnisse der Kooperation zwischen Bäcker und Brauer. So soll aus Treber ein Brot entstehen (das wird sicher gut - zumindest das, das ich in der Ricklinger Landbrauerei aß, schmeckte mir), und wenn eine Bäckerei schon Weiss heißt, schreit das geradezu nach einem Weißbier. Mal schauen, was noch kommt. 

Donnerstag, 12. Mai 2022

Sieben Tage, drei Biere

Im Dänemark-Urlaub trinke ich mich gerne mal durch das lokale Bier-Sortiment, aber im Februar war mir mehr nach Wein. So wurden es nur drei Biere, darunter aber immerhin eine Besonderheit: Das Bier "Naturpark Nordals" wurde zur Einweihung des zwölften dänischen Naturschutzgebietes gebraut. Ich hatte Glück, eine der letzten Flaschen zu bekommen. 

Ale zur Einweihung des Naturparks Nordals.

Es ist ein dunkles ungefiltertes Ale mit hellbrauner Krone, einem Alkoholgehalt von 6,9%, gewürzt mit Vanille, Zimt, Sternanis, Koriander, Nelken, leichter Lakritznote und gebraut im Mjels Bryghus.  

Anarkist Motueka Lager.

Die Anarkist-Biere kannte ich schon aus dem letzten Herbsturlaub auf Thy. Es ist eine Marke der Theodor Schiøtz Brewing Company. Motueka ist ein Lager mit 5,5% Alkohol. Gebraut mit neuseeländischem Motueka-Hopfen hat es die erwarteten Zitrusnoten, ist ziemlich orange mit weißer Krone. Schmeckt 'n büschen flach, ist aber süffig, eher ein Sommer- als ein Winterbier.

Anarkist New England.

Anarkist New England ist ein IPA mit 5,4% Alkohol. Es enthält neben Mosaic-, Motueka- und Citra-Hopfen auch einen Schuss Rhabarbersaft und Holunderblüten, weswegen es mir ausnehmend gut schmeckte - ein wirklich schönes Sommerbier. 

Dienstag, 3. Mai 2022

Aecht Schlenkerla Rauchbier

Gelegentlich merke ich, wie sich Geschmack im Laufe der Zeit ändert. Als ich dieses Bier in den 1980er Jahren mit kaum 17 Jahren das erste Mal probierte, war es einfach nur bäh. Ich nannte es "Schinkenwaschwasser", denn so muss es schmecken, wenn man einen Räucherschinken ableckt (nicht, dass ich das je probierte). 

Aecht Schlenkerla Rauchbier.

Damals wohnte P. für ein paar Wochen bei uns, mein "amerikanischer Bruder", dessen Eltern aus der Nähe von Bamberg in die Nähe von Chicago auswanderten, und wir fuhren zu seinen Großeltern, Onkeln und Tanten, die noch immer in der Nähe von Bamberg leben. Von Chicago aus betrachtet ist das von Hamburg aus ja quasi um die Ecke. 

P. und seine in den USA lebende Familie schwärmte vom Aecht Schlenkerla Rauchbier, und so ging's natürlich auch in die historische Rauchbierbrauerei, die es schon seit 1405 gibt. 

Das Rauchbier ist ein sehr dunkles, herbwürziges, untergäriges Märzenbier mit einem Alkoholgehalt von ca. 5,1 Prozent. Sein nach frischem Geräucherten schmeckendes Aroma wird dadurch erzielt, dass der Rauch brennender Buchenholzscheite bereits auf der Darre dem Malz vermählt wird, bevor es sich mit Hopfen im Sud vermischt und im 700jährigen Felsenkeller zu einem süffigen Bier reift.

Natürlich kaufte P. so viele Flaschen, wie in ein Paket passten, und natürlich schickten wir in den kommenden Jahren immer wieder Rauchbier nach Wisconsin. Inzwischen hat die Brauerei einen Versand, gibt es in Wisconsin kaum noch Rauchbiermangel. 

Als wir Weihnachten Tante besuchten, kaufte ich zwei Flaschen Rauchbier Märzen, den Klassiker. Ich hoffte, dass es auch dem Gatten schmeckt, aber der fand es so fürchterlich wie ich mit kaum 17 Jahren. Dafür schmeckte es mir inzwischen so gut, dass ich mich freute, beide Flaschen für mich alleine zu haben. 

Samstag, 16. Oktober 2021

Wochenplan in KW 41/21: Einkaufen und Kochen in Corona-Zeiten LXXXIII

Diese Woche ging's mehrfach in Supermarkt und Discounter, außerdem ins Einkaufszentrum und zum Bäcker. Der Gatte machte seine üblichen Packstationstouren und war so nett, den eigentlichen Wocheneinkauf alleine zu erledigen, als mich die Tumordiagnose mal wieder umwarf. 

Wir essen noch recht sommerlich.

Der Einkaufszettel war recht übersichtlich, da wir noch immer weitgehend aus dem Vorratsschrank leben. Und da ich momentan zu Hause bin, habe ich Zeit, vorausgesetzt, die Kraft reicht zu mehr als Sofasitzen und stricken. 

Momentan habe ich den Eindruck, dass Corona für beendet erklärt wurde. Ohne Masken wäre alles wieder wie früher. In den Krankenhäusern, im Einkaufszentrum, vor dem Supermarkt gibt es keinen Sicherheitsdienst mehr, im Restaurant werden weder Kontaktdaten erfasst noch Impfausweise kontrolliert ...  

Unser Wochenplan in Theorie und Praxis:

Sonnabend gab's Cannelloni mit Kürbisfüllung.

Sonntag gab's Kartoffel-Artischocken-Pfanne. Die Artischocken kamen aus Glas bzw. Dose. Eigentlich sollte das Gericht auch noch für Dienstag reichen, tat's aber nicht.

Montag sollte es Tortilla mit Salbei, der im Garten noch immer sehr üppig wächst, geben. Der Gatte beschloss allerdings, solange ich noch alles essen kann, gibt es erstmal das, was ich nach einer eventuellen Tumor-OP nicht mehr essen kann. Es gab also Currywurst mit Pommes frites. Nebeneffekt: Der Tiefkühler wurde etwas leerer.   

Dienstag sollte es nochmal Kartoffel-Artischocken-Pfanne geben, aber ich verschätzte mich in der Menge, so dass es nur zwei Portionen wurden. Also gab's Maccheroni mit Pecorino, Tomaten und Speck. Ich probierte erstmals Low Carb Pasta* aus und dachte mir schon beim Kochen, dass wir keine Freunde würden. Ich werfe ja normalerweise die Nudeln in kaltes Wasser (doch, das geht, ganz sicher!), was hier nicht klappt. Damit die Nudeln nicht zusammenkleben, muss Essig ins Wasser gegeben werden. Und ich kann nicht wie sonst üblich vier Portionen auf einmal zubereiten, denn sobald sie kalt sind, verkleben die Nudeln. Davon ab schmeckten sie dem Gatten überraschend gut, während ich sie eher geschmacklos fand.

Mittwoch war wieder Tumorgucken, und da die bei mir in Magen und Speiseröhre sitzen, ich nicht wusste, ob ich nach der Magenspiegelung etwas essen darf, nicht vielleicht im Krankenhaus bleiben muss, setzten wir Hühnerfrikassee auf den Plan. Das kann sich der Gatte auch alleine zubereiten, und es ist magenschonend. Da ich aber nach der Untersuchung entlassen wurde und alles essen durfte, gab's abends nochmal Maccheroni mit Pecorino, Tomaten und Speck. 

Donnerstag gab's Tortilla mit Salbei.

Im Vorratsschrank fand sich eine Flasche mit einer Guinness-Steaksauce. Keine Ahnung, woher die kam. Normalerweise hätte ich sie zum Verteiler gegeben, aber dahin soll nichts alkoholhaltiges. Daher sollte sie Freitag in ein Guinness Stew wandern, genau wie eine Dose Guinness, die sich hier ebenfalls noch fand. Der Gatte überraschte dann allerdings mit dem Wunsch, frittierten Fisch zu essen, und so kam das ohnehin noch nicht ganz aufgetaute Fleisch für's Stew in den Kühlschrank, ging's zur Nordsee. 

Gebacken wurde auch, sogar zwei Mal: Da im Vorratsschrank Unmengen an Marmeladen sind, gab's einen Marmeladen-Guglhupf, gefolgt von einem Zitronenkuchen. Somit wurde eine Backmischung aus dem Vorratsschrank verbraucht. Bald ist er hoffentlich so leer, dass er wieder übersichtlich ist!

Bleibt zu Hause, bleibt gesund, passt auf euch und eure Lieben auf. 

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Freitag, 25. Januar 2019

Kostprobe: Steak & Kidney-Pie von Fray Bentos

Zu meinem liebsten kulinarischen Erinnerungen der Kindheitsurlaube in Großbritannien gehören Steak and Kidney-Pies. Die konnte ich mittags und abends bei jedem Pub-Besuch essen. Als ich herausfand, dass "kidney" Nieren sind, zögerte ich kurz, denn Nieren musste ich oft für den Hund vorbereiten und fand das immer ekelig, aber dann dachte ich mir, ich habe bereits unzählige dieses Pies gegessen, und sie schmeckten mir, solange ich nicht wusste, was drin ist, also kann ich die auch weiter essen.

Eingedoster Steak and Kidney-Pie.
Im Mallorca-Urlaub sah ich in den Supermärkten oft Steak and Kidney-Pies in Blechdosen von Fray Bentos. Da wir im Appartement keinen Ofen hatten, kaufte ich keine, sondern bestellte später eine im Britshop. Ich war sehr gespannt, wie der Pie wohl schmeckt.

Doch, ja, er ist durchaus essbar und mit dem Kindheitsgeschmack vergleichbar. Einzig, dass der Pie aus der Dose gelöffelt wird, finde ich nicht schön. Ich hätte ihn aber nicht in einem Stück aus der Dose bekommen. Außerdem hätte ich den Pie kräftiger gewürzt. Na ja, und die Zutaten habe ich nach einem Blick auf die Liste auch besser schnell vergessen.

Das Design der Dose ist seit Jahrzehnten fast unverändert.
Auch wenn Steak an Kidney Pie von Fray Bentos eng mit Großbritannien verbunden ist, steckt doch ein Deutscher dahinter: Justus von Liebig. Er gründet 1865 in Uruguay eine Fabrik, um vor Ort den beliebten Fleischextrakt herzustellen, der in Großbritannien unter dem Namen "Oxo" und in Deutschland als "Liebigs Fleischextrakt" verkauft wird.

Verschifft wird über den uruguayischen Hafen Fray Bentos, und als 1881 Dosen-Corned Beef ins Sortiment aufgenommen wird, erhält die Firma den Namen des Hafens. Im Zweiten Weltkrieg ist die Hochzeit der Firma: Die alliierten Soldaten werden mit Fray Bentos-Corned Beef versorgt, in solchen Mengen, dass zeitweise bis zu 5.000 Arbeiter aus über 50 Ländern 400 Kühe pro Stunde verarbeiten. Das Dosenfleisch wird wertvoller als der US-Dollar.

Keine Bangem gebacken sieht's besser aus. 
Nach der Befreiung wird Fray Bentos in Großbritannien zum Grundnahrungsmittel und erweitert seine Produktpalette um Fleischpasteten. Produktionsstätten in Großbritannien werden eröffnet. Aktuell gehört die Marke zum schottischen Lebensmittelkonzern Baxters.

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Montag, 7. August 2017

Vesterhavshytten: Heavy-Agger-Hotdog

Ein Ort mit kaum 400 Einwohnern, der leidenschaftlich um seinen købmand kämpft und einmal im Jahr ein Heavy-Metal-Festival veranstaltet, ist auch kulinarisch ein bisschen verrückt. So gibt es in der Vesterhavshytten, dem Lokal am Strandzugang, den Heavy-Agger-Hotdog.

Da der Gatte in seinen normal großen Fransk Hotdog gleich rein biss, gibt es keinen Vergleich. aber stell' Dir einfach drei Hotdogs in einem vor, dann hast Du den Heavy-Agger-Hotdog.
Der ist im Wortsinn ein Schwergewicht. Leider machte sich der Gatte über seinen normal großen Fransk Hotdog gleich mit Heißhunger her, deswegen gibt es keinen Größenvergleich, aber stell' Dir einfach drei Hotdogs in einem vor. Das trifft es ungefähr. Es gibt ein Bild, das mich mit dem Heavy-Agger-Hotdog zeigt, und mein Gesicht drückt vor allem eins aus: Angst. Pure Angst.

Der Heavy-Agger-Hotdog ist aber tatsächlich sehr lecker. Die Betreiber der Vesterhavshytten setzen vermehrt lokale, ökologische Produkte ein, was bei den Hotdogs (noch) nicht der Fall ist. Die Wurst kommt von Tican, dem zweitgrößten dänischen Schlachtbetrieb, der zum deutschen Fleischkonzern Tönnies gehört. Lokal ist das Fleisch aber irgendwie: Tican sitzt in Thisted.

Die Wurst war gut gewürzt, saftig, schmeckte sehr gut. Auch das Brötchen, das eher Baguettegröße hatte, schmeckte nicht wie so oft laff, sondern sehr gut.  Mit Hilfe des Gatten bezwang ich den Heavy-Agger-Hotdog. Unerklärlicherweise war mir danach aber nicht mehr nach Abendessen, bestand der Einkauf beim købmand nur aus Bier ...

Mehr Impressionen aus unserem Urlaub in der Nähe von Agger gibt es im kleinen Blog.

Montag, 10. Juli 2017

Raasted Bryghus: Blonde med Hyldeblomst

Das Raasted Bryghus in Randers ist eine Tochter des Randers Bryghus und auf kleine, oft saisonale Biere spezialisiert, von denen nur wenige Chargen gebraut werden. Zurzeit gibt es drei Biere, die aus rein biologisch angebauten Rohstoffen gebraut werden, darunter das Blonde med Hyldeblomst.

Blonde med Hyldeblomst.
Das Blonde med Hyldeblomst ist ein belgisches Bier, dem in der allerletztes Phase getrocknete Fliederbeerblüten zugesetzt werden. Für mich könnte das Fliederbeerblütenaroma stärker sein. Ansonsten ist es ein süffiges, leichtes, elegantes Sommerbier, ein guter Durstlöscher.

Donnerstag, 6. Juli 2017

Thisted Bryghus: Cold Hawaii Rav

Im letzten Jahr legte Thisted Bryghus drei Biere ohne Hopfen auf, die ausschließlich Zutaten aus Thy enthalten und nach dem dänischen Hotspot der Surferszene in Klitmøller Cold Hawaii heißen. Mit Ny Nordisk øl, den neuen nordischen Bieren, greifen die Brauer seit etwa drei Jahren den Trend, sich auf lokale Zutaten zu besinnen, auf. Bei den Köchen hat er sich ja in Form der Nye Nordiske Køkken schon lange etabliert.

Cold Hawaii Rav.
Ohne Hopfen wird gebraut, weil der eigentlich gar nicht in Skandinavien beheimatet ist, sondern aus Deutschland, Tschechien, England, Neuseeland oder in den USA importiert wird. Stattdessen besinnt man sich auf heimische Pflanzen oder Kräuter, die wie Hopfen eine Bitternote hervorrufen. Beim Cold Hawaii Rav ist es porse, zu deutsch Gagel, der schon jahrhundertelang zum Brauen verwendet wurde, bevor man im 15. Jahrhundert erkannte, dass man Biere auch hopfen kann.

Cold Hawaii Rav.
Im Cold Hawaii Rav ist ein Bernstein-Auszug enthalten, und auf dieses Bier war ich besonders gespannt. Das ist Bier ist bernsteinfarben mit cremigem, festem Schaum. Es schmeckt harzig-metallisch-herb, nach Nordseeluft und Kiefernwald. Das Bier ist sehr spannend, aber keines, das ich öfter trinken würde. Manchmal bin ich alt ein Mädchen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Rise Bryggeri: Rise Ærø Færgeøl

Die Rise Bryggeri liegt im Örtchen Store Rise auf der süddänischen Insel Ærø direkt neben einer Quelle, aus der das Brauwasser entnommen wird.

Ærø ist nach wie vor nur mit einer Fähre zu erreichen (viele Fähren wurden durch Brücken ersetzt, was dem dänischen Leben viel von seiner Ruhe nahm), und das Færgeøl, das Fährbier, wurde eigens für die Fährgesellschaft gebraut.

Rise Ærø Færgeøl.
Das Bier ist bernsteinfarben mit langanhaltendem cremefarbenem, cremigem Schaum und Aromen von Frucht und Karamell. Es ist leicht süß mit bitterem Abgang.

Montag, 3. Juli 2017

Thisted Bryghus: Jack & Beer

Bourbon ist normalerweise nicht meins, und Jack Daniels mag ich auch nicht. Das ist ausgesprochen praktisch, denn so vergreift sich der Gatte nicht an meinem Scotch, und ich lasse seinen Bourbon in Ruhe. In diesem Bier lasse ich mir den Bourbon aber durchaus gefallen. Dafür schmeckt es dem Gatten nicht. Irgendwas ist ja immer.

Jack & Beer aus dem Thisted Bryghus. 
Jack & Beer kommt aus dem Thisted Bryghus, wird mit Bourbon gebraut und drei Monate im Eichenfass ausgebaut, so dass es auch Aromen von Eiche und Holz aufnimmt, für mich aber nicht so unangenehm schmeckt wie im Barrique ausgebauter Wein (den ich gar nicht mag).

Es schmeckt fruchtig-süß, nach Karamell und Hopfen, leicht nach Schokolade. Für mich könnte es einen Hauch mehr Süße vertragen.

Sonntag, 2. Juli 2017

Thisted Bryghus: Madagascar Vanilla Stout

Im Dänemark-Urlaub trinke ich mehr Bier als sonst, was daran liegt, dass es so viele spannende Sorten zu entdecken gibt (und ich ansonsten einfach wenig Alkohol trinke ...). Im Februar-Urlaub fiel das Biertrinken weitgehend aus, denn in dem Ferienhaus gab's keine ordentlichen Biergläser, und ich trinke nicht gerne aus der Flasche.

In diesem Urlaub gab's Biergläser. Mehr noch: Ich fiel spontan in meine Kindheit zurück, denn mit dieser Glasserie wuchs ich auf.

Madagascar Vanilla Stout aus dem Thisted Bryghus.
Hier ist das Madagascar Vanilla Stout aus dem Thisted Bryghus im Glas, ein sehr dunkelbraunes, fast schwarzes, samtig-weiches Bier, das gut zu Desserts passt.

Madagascar Vanilla Stout aus dem Thisted Bryghus.
Mit Aromen von Vanille (klar), Schokolade, Karamell, Malz, ein wenig Kaffee und Lakritz trifft es genau meinen Geschmack.

Montag, 6. Februar 2017

Kostprobe: Chocolat von Elixia Limonade Artisanale (Schokobrause)

In den letzten Tagen war im Einkaufszentrum unterm Büro eine Ausstellung samt Verkaufsstand vom Chocoversum, dem Hamburger Schokoladenmuseum. Unter den Produkten, die dort angeboten wurden, war auch eine Schokobrause, Chocolat von Elixia Limonade Artisanale, der ältesten Brausemanufaktur Frankreichs.

Chocolat von Elixia Limonade Artisanale.
Ich war sehr gespannt auf die Brause, wurde aber ziemlich enttäuscht. Ich erwartete einen schokoladigen Geruch, aber die Brause riecht eher alkoholisch, schmeckt allenfalls ganz hinten im Abgang einen Hauch schokoladig, ähnelt aber ansonsten in Farbe und Geschmack einer Faßbrause (ist dabei gleichzeitig aber um einiges süßer).

Die Zutatenliste zeigt, dass in der Brause gerade mal 0,01% Schokoladenextrakt sind. Nun ja.

Ich glaube, ich experimentiere mal 'n büschen mit Schokoladensirup.

Mittwoch, 24. August 2016

Mittwochs mag ich Franzbrötchen - im Mülheimer Exil

Franzbrötchen sind ein vorwiegend in Hamburg bekanntes Gebäck aus Hefe- oder Plunderteig, gefüllt mit Zucker und Zimt (zumindest in der klassischen Variante - inzwischen schreckt man ja vor kaum einer Füllung zurück).

Zu ihrer Entstehung gibt es verschiedene Geschichten. Die bekannteste ist, dass Hamburger Bäcker während der Franzosenzeit, also im frühern 19. Jahrhundert, am Versuch scheiterten, Croissants zu backen. Franzbrötchen gab's als Begriff aber schon mindestens zwei Jahrhunderte vorher, allerdings wurde je nach Zeit und Region etwas anderes darunter verstanden. Letztlich sind sie eine lokale Variation einer Zimtschnecke.

Ein Mülheimer Franzbrötchen in einer Hamburger Küche.
Als ich mit Mudderns in der Bäckerei Hemmerle in Mülheim-Heißen zum zweiten Frühstück saß und die Verkäuferin hörte, dass wir aus Hamburg sind, meinte sie: "Dann müssen Sie unsere Franzbrötchen probieren!"

Wie das Franzbrötchen nach Mülheim kam, konnte die Verkäuferin nicht sagen. Ich nahm's dann von der Ruhr zurück an die Elbe - es ergab sich so. Aber auch einen Tag später war das importierte Franzbrötchen noch schön saftig. Etwas irritierend war die Baiser-Zuckerkruste, die ich so nicht kannte, aber sonst war's lecker.  

Ein Franzbrötchen mit leichten Transportschäden.
Dieser Betrag nimmt teil an der Linkparty "Mittwochs mag ich" bei Frollein Pfau.

Freitag, 27. Mai 2016

Kostprobe: Puro Ice Pops

Im letzten Jahr schwappten zum ersten Mal die Puro Ice Pops durch meine Twitter-Timeline: Sorbeteis am Stiel aus purer Frucht, kalorienarm, natürlich und lecker, zudem noch aus meinem Heimathafen, gefertigt bei Oroglace.

Okay, Sorbeteis schaffe ich auch gerade noch selbst (unter uns gesagt, es ist das einzige Eis, dessen Konsistenz ich richtig gut hin bekomme), aber einfach in den Tiefkühler zu greifen und ein Lutscheis herauszunehmen, ist bequemer, als die Eismaschine anzuschmeißen. Ich bin faul, ich weiß.

Avocado/Limette von Puro Ice Pops.
Puro Ice Pops gibt es auf verschiedenen Food Truck Markets und Märkten, aktuell zum Beispiel sonnabends und sonnstags vor der alten Rindermarkthalle an der Feldstraße, aber auch in ausgewählten Edeka-Filialen.

Nichts, was auf meiner täglichen Laufstrecke liegt, aber als wir bei Glasmeyer im Landhaus vorbeikamen, griff ich zu: Matcha/Kokos und Avocado/Limette wollten mit.

Matcha/Kokos.
Beim Probieren war ich dann 'n büschen enttäuscht. Geschmacklich gefielen mir beide Sorten gut, aber die Konsistenz war, als hätte wäre das Sorbet ohne Eismaschine produziert, sondern einfach in der Form in 'nem normalen Haushaltsgefrierer eingefroren worden. Beide hatten sehr viele Kristalle. Ob die Kühlkette der kompletten Charge mal unterbrochen war?

Bei einem Eis hätte ich das noch als Zufall abgetan, bei zweien fand's ich ärgerlich. So fällt mein Fazit sehr gemischt aus. Ich bin gespannt, wie Puro Ice Pops direkt vorm Wagen schmecken. Danach entscheide ich dann, ob dauerhaft welche in meinen Tiefkühler einziehen dürfen.

Mittwoch, 17. Februar 2016

Hamburgs fünfte Jahreszeit: Der 2016er Senatsbock

Senatsbock.
Als letzten Montag einige Rosenmontagsumzüge wegen einer Sturmwarnung abgesagt wurden, gingen die selbsternannten Abendlandretter aus Dresden und umzu steil und überboten sich in putzigen Verschwörungstheorien.

Als die hanseatisch-seriösen Norddeutschen Nachrichten meldeten, in Hamburg sei der Rosenmontagsumzug wegen der Flüchtlinge abgesagt worden, ging's bei den Pegidioten richtig rund (der entsprechende Thread ist inzwischen gelöscht).

Was die kulturlosen Kulturretter übersahen: Hamburg würde niemals einen Rosenmontagsumzug wegen Sturms absagen. Hamburg würde nämlich nie einen Rosenmontagsumzug veranstalten.

Dennoch gibt es eine fünfte Jahreszeit in Hamburg: Die Senatsbockzeit.

Seit letztem Jahr knüpfen fünf Craft Beer-Brauereien an eine Erfindung aus den 1950er Jahren an: Da war es für ein knappes Jahrzehnt üblich, dass Ende Januar / Anfang Februar der Senatsbock angestochen wurde. Gemäß Hamburgs jahrhundertealter Tradition als Brauhaus der Hanse wurde das Ereignis im Curiohaus gebührend zelebriert, wie ein Bericht im Hamburger Abendblatt zu schildern weiß (dann auch, wenn wir seriöse Hanseaten sind, feiern können wir. Nicht nur an Karneval).

Gut zwei Jahre tüftelten die Jungs und Deerns von Block Bräu, Gröninger, Kehrwieder, Brauhaus Joh. Albrecht und Ratsherrn am gemeinsamen Projekt. Heraus kam ein sehr cremiger, samtiger, fast schwarzer Doppelbock, gebraut bei Ratsherrn in den Schanzenhöfen.

Das Bier ist suffig, mit Kakaonoten, die ich sehr mag, Kaffeenoten und Röstmalzaromen, nicht zu malzig-süß im Antrunk, nicht zu bitter im Abgang, mit ordentlich Wumms (7,7 Vol.% - oder anders: mehr als eins heißt, ich muss nach Hause getragen werden). Der Senatsbock ist ungefiltert, so dass sich der Gatte an ein Kellerbier erinnert fühlte und, obwohl Bocktrinker, beschied, der Senatsbock sei nichts für ihn.

Umso besser, bleibt mehr für mich, denn wenn der diesjährige Senatsbock ausverkauft ist, heißt es, bis zum nächsten Jahr zu warten.

Montag, 8. Februar 2016

Kostprobe: "überNormalNull", das erste alkoholfreie IPA aus der Kehrwieder Kreativbrauerei

Momentan trinke ich relativ wenig Bier - ich gehe zu selten aus und komme zu selten in den Lieblingsgetränkemarkt. So wäre mir ohne den Social-Media-Abend "Ausgegraben" im Helms-Museum dann doch glatt das erste alkoholfreie IPA durch die Lappen gegangen.

Der Eindruck täuscht: Weder die Trinkerin noch das Bier schwanken, denn "überNormalNull" ist alkoholfrei.
"überNormalNull" wurde in der Kehrwieder Kreativbrauerei gebraut und hat mich wirklich überzeugt. Es ist aromatisch, satt und voll im Geschmack, keine flache Plörre. Es ist angenehm hopfig, malzig und leicht bitter, dabei ziemlich zitronig im Abgang - die Pampelmusen- und Maracuja-Noten kommen ganz klar durch. Möglich wird dieser volle Geschmack auch durch eine Spezialhefe, die Malzhefe nicht vergären kann (und das ganz ohne irgendeine Manipulation).

Viel Auswahl bei den Kehrwieder-Bieren. 
Ohne Oliver Wesseloh, der das Bier zusammen mit Joash Morris und Sebastian Jakob vom Brauhaus Nittenau entwickelte, zu nahe zu treten: Wegen seiner Zitronigkeit ist "überNormalNull" für mich eher ein Mädchenbier. Aber das ist ja nichts schlechtes. Wichtig ist: Es schmeckt! Und wie!

"überNormalNull" hat einen oberpfälzischen Zwilling, nämlich das "LeChauffeur FreIPA".

Ich muss dringend mal wieder zum Getränkemarkt.

Dieser Beitrag macht mit bei den "Montagsfreuden".