Posts mit dem Label Basilikum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Basilikum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freidenker: Flognarde aux abricots et basilic

Montag, 28. Juli 2025

 

Was mich ebenfalls sehr an Cornelia Funke fasziniert hat (ich bin noch nicht durch), ist ihre Bereitwilligkeit ihr eigenes Denken grundsätzlich in Frage zu stellen. Dafür braucht es VIEL Selbstbewußtsein. Unser Denken ist unsere Existenz, die wir innerlich auf einen goldenen Sockel gestellt haben. Nichts, was sich einfach umwerfen lassen würde. Alles, was daran auch nur wackelt, bedroht diese Existenz. Also wird das tunlichst vermieden.

Nachdem ich nun 20 Jahre ausgewildert in Südfrankreich lebe, unzählige Stunden im Garten Unkraut rupfend, kann ich mir selbst ganz gut beim Denken zuhören. Keine Selbstverständlichkeit. Das ist wohl überhaupt der erste Schritt. Welche Gedanken gehen mir durch den Kopf, was beschäftigt mich, wessen Geistes Kind bin ich, was wiederholt sich... Anfangs mußte ich feststellen, dass ich oftmals gar keine Kontrolle über meine Gedanken hatte. Beispiel Ohrwurm. Da läuft in einem was auf Dauerschleife und man sagt sich genervt, ist gut jetzt. Um wenige Minuten später wieder den gleichen Gassenhauer innerlich zu summen...

Der nächste Schritt ist, in seinen Gedanken Auslese zu treffen wie beim Unkraut rupfen im Garten. Diesen Gedanken mag ich nicht. Der tut mir nicht gut, den will ich nicht. Ich hatte ja viel aufzuarbeiten, als ich hierher kam. Da war mir mein Habib, dieser Garten und dieser Ort mit seiner Weite und Ruhe Therapie. Jahrelang. Immernoch. Wunderbar geholfen hat mir beim *gelenkte Denken* (so nenne ich das einfach mal) gegen negative Gedanken ein Mantra zu setzen, ein kurzes Gebet. Beharrlichkeit wirkt Wunder. In allen Bereichen. Heute kann ich sogar zunehmend unterscheiden, ob ein Gedanke von mir kommt oder wie ein Geistesblitz in mich gelegt wurde - aber das hat gedauert...

Auch bin ich noch am Üben, wenn es darum geht, gedanklich bei einem Thema zu bleiben, ein Thema bis zum Ende durchzudenken, aus unterschiedlichen Richtungen anzusehen. Immer wieder hüpfen die Gedanke woanders hin (à la *Habe ich Butter schon auf die Einkaufsliste gesetzt) und wie oft muss ich - im besten Fall - eine Volte drehen, um wieder zurückzukehren und anzuknüpfen.

Mir ist sehr bewußt, wie wenig Menschen Raum und Zeit haben, so nach innen zu schauen und sich derart mit sich selbst zu beschäftigen können. Es ist ein Geschenk des Lebens, wenn das möglich ist. Gnade. Die meisten Menschen hetzen doch durch die Woche und Samstag und Sonntag versucht man Montag bis Freitag zu vergessen.

Der weit größere Schritt ist der, den Cornelia macht und sich kritisch überlegt, in welchen Mustern sie denkt. Das macht nur derjenige, der nach Freiheit strebt, echter innerlicher Freiheit. Cornelia überlegt, in wie weit ist mein Denken geprägt von meiner Erziehung, meiner Kultur, meinem Kontinent, meiner Zivilisation. Vielleicht unterliege ich mit meinem Denken immer noch dem Überlegenheitsgefühl der weißen Rasse, dem immateriellen Erbe des Kolonialismus. Als Anregung nimmt sie das Buch Sand-Talk von Tyson Yunkaporta, welches ihr sehr geholfen hat, die Perspektive zu wechseln. (ich freue mich auch schon auf das Lesen). Eurer Denken unterscheidet sich grundlegend von dem unseren, da euer Denken geprägt ist von zwei Illusionen, Geld und Zeit, zitiert Cornelia Yunkaporta aus diesem Buch.

Weil ja, streiche aus dem Denken der weißen Rasse Geld und Zeit samt der Leistungsidee, die daraus potenziert wurde. Was bleibt denn dann noch übrig? Kein Lebensbereich, der nicht davon touchiert würde, egal welcher Beruf, Profit, Marge, Versicherungswesen, Sport, Forschung....Wer kann sich überhaupt ein Denken vorstellen, aus dem diese zwei Komponenten - Zeit und Geld - herausgefiltert ist? Überall wirkt das verinnerlichtes Maß und Zahl-Prinzip. Wie Welt wahrnehmen und beurteilen ohne diese beiden Parameter? Es scheint nicht möglich für unsere Zivilisation. Man traut es sich in keinster Weise zu. Das ist doch riesig spannend, oder nicht?!



Naja, Flognarde klingt exotischer als es ist - im Prinzip reden wir eigentlich von einer Art Clafoutis. Nur wird klassischerweise der Clafoutis mit Kirschen zubereitet. Deshalb weicht man auf den Begriff Flognarde aus, den Fruchtauflauf. (Krass, findet ihr auch, WIE viel schicker sich alles immer auf französisch anhört!!). Und Clafoutis kennt meine Leserschaft: der unkomplizierte, französischen Pfannkuchen-Kuchen. Aber in einer sehr schönen Variante. Wieder etwas anders. Und wer Pfannkuchen liebt, wer Clafoutis liebt, und wer wie ich die Kombi aus Obst und Kräutern liebt, der wird auch diesem Flognarde verfallen...


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - cm:

4 Eier
200ml Milch
150ml Sahne
80g Mehl (m: D630)
80g Rohrzucker
Vanillezucker
Butter
ca. 400g Aprikosen
Basilikum*


Zubereitung:

In einer Schüssel Mehl und Zucker vermischen. Die Eier zufügen, die Vanille (das Vanillemark) und mit einem Schneebesen gut vermengen

Nach und nach die Milch und die Sahne zufügen und klümpchenfrei unterrühren.

Die Aprikosen halbieren, entkernen und je nach Größe vierteln.

Die Kuchenform (m: moule à manque) buttern. Die Aprikosen in der Form verteilen und den fein geschnittenen Basilikum darüber streuen. Die Rührteigmischung vorsichtig einfüllen und die Form mindestens 20min im Kühlschrank ruhen lassen.

Bei 180° für ca. 35min im Ofen backen.

Schmeckt am besten gekühlt 

PS: Tolle Idee, Aprikose mit Basilikum zu kombinieren. Richtig toll etwa Zitronenbasilikum. Aber schmeckt ebenso mit Thymian oder Lavendel hervorragend!

Freiheit: saftiger Zucchini-Cake

Sonntag, 29. September 2024


Wenn Frankreich morgen chinesisch verwaltet wird, dann lebe ich hier genau so weiter. Das ist eine Aussage, die ich dieses Jahr öfters rausgehauen habe. Und dann schaute ich in zweifelnde, entgeisterte Gesichter und erhielt eigentlich unisono die Antwort: *Das glaube ich nicht, dass du dann weiterhin so frei leben kannst. Ohne Demokratie. Ohne Meinungsfreiheit.* Ich merkte wohl: ich wurde für bekloppt erklärt.

Aber hey, nix davon, was Obrige beschlossen haben, beeinflußt mein alltäglichliches Leben hier in dem Haus, von dem aus ich ins Tal schaue. Bestimmt würde sich dann periphär das ein oder andere ändern. Möglicherweise ändert sich die Währung, zahlt man andere Steuern, vielleicht müßte ich eine Mütze tragen, wäre die gängige Musik eine andere oder ich müßte heimlich auf die Guinguettes zum Tanzen gehen. Vielleicht gäbe es weniger Bananen - ich weiß es nicht. Aber DAS würde mein Leben nicht wesentlich ändern, damit würde ich zurecht kommen - im Gegensatz zu Krieg.

Nehmt die Geschichtsbücher. Da wandern Grenzen ein bißchen nach rechts oder links, nach oben oder unten. Und dafür sind Menschen gestorben. Es ist mir ein unfassliches Rätsel. Und nachher sitzen Kravattenträger an Tischen, deren Angehöre nicht *gefallen* oder verstümmelt sind, unterzeichnen Verträge und einigen sich auf neue Grenzen. Bis zum heutigen Tag. Das ergibt doch keinen Sinn.

Mit Nationalitäten wische ich mir den Hintern ab - ich hatte es bereits davon: ein Lieblingspost von mir. Vaterland ist nichts, worüber ich mich identifiziere. Wenn mich das Reisen eines gelehrt hat, dann, dass ich überall leben kann. Existentiell ist es überall auf der Welt das Gleiche: du mußt essen, du mußt aufs Klo, du mußt schlafen. Und dann gibt es noch eine Regel, die man befolgen muss: halte dich von Politik fern. Dann kann man überall leben.

Weil ungemütlich bis gefährlich wird es, wnn man systemkritisch denkt und redet (s. Julian Assange). Dann ist die Überschrift,  unter welcher Art der Regierung man lebt, egal. Da sind sich nämlich alle herrschenden Schichten gleich: Kritik mag man nicht. Wer das beachtet, lebt überall.

Gerne füge ich an der Stelle die Episode von den Großeltern an von der verstorbenen Frau des Habib. Die haben im dritten Reich Juden zur Flucht in die Schweiz verholfen. Auch darüber erzählte ich schon. Keiner wußte etwas davon - noch nicht einmal die Familie. Sie redeten nicht, sie machten einfach. Und wollten möglich Konsequenzen ganz alleine tragen.

SO geht gelebte Freiheit. Das ist doch etwas Innerliches und bestimmt nicht etwas, das von Außen vorgegeben wird. Nur weil mir irgendjemand sagt, ich habe das gut zu finden oder aber dadagen zu protestieren, ist das noch lange nicht MEINE Meinung. Die bilde ich mir doch höchstpersönlich selbst. Unabhängig davon, wer gerade hupen darf. Ich rede doch nicht Blödsinn hinterher, nur weil das gerade gängiger Konsens ist. In Freiheit zu leben, bedeut, sich freiwillig Werten zu unterwerfen - und nicht, weil man dafür belohnt oder bestraft wird. Mit der Bürde individueller Freiheit muss man schon alleine zurecht kommen. Das ist doch nicht schwer zu verstehen!

Wobei der Hund wohl in den unterschiedlichen Erfahrungen begraben liegt. Ohne die kein Verständnis, keine Erkenntnis, kein Urteilsvermögen. Ich habe bereits in unterschiedlichen Ländern gelebt. Und aus diesen Eindrücken und Erlebtem speißt sich meine Haltung zum Thema *Weltenbürger*. Dabei vertraue ich meiner Wahrnehmung - ganz so, wie ein befreundeter Psychoanalytiker mal formulierte: *Der Irsinn beginnt da, wo du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst.*  So einfach lasse ich mich in meinen Auffassungen nicht in die eine oder andere Richtung schubsen. Oder vom Pazifismus abbringen.



Ende der Zucchini-Saison - ein Teil der Zucchinipflanzen mußten der Senfsaaft bereits weichen. Noch ist aber die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Dieser Zucchini-Cake eignet sich nicht nur hervorragend als Salat-Plus-Essen sondern macht sich mindestens so gut als Grill-Begleitung.

Es gilt wie eigentlich bei allen Zucchini-Rezepten (man kann es nicht oft genug wiederholen): viel hilft viel. Mehr ist mehr! Zucchini braucht ordentlich Unterstützung. Grundeigentlich bildet der Cake nur eine Basis und dann dürft ihr mit Gewürzen um euch werfen. Meine Version ist zitronig geworden.


Zucchini-Cake:

2 Zucchini (ca. 700g)*
4 Eier
100ml Milch
60ml Öl (m: Olive)
1 kleiner TL Zucker (m: Rohrzucker)
120g Mehl, gesiebt (m: 60g Einkorn-VK, 630 Dinkel)
11g Back-Pu
1 mittlere Karoffel, grob gerieben
2 Schalotten
3 Knoblauchzehen
2-3 EL Parmesan (m: Comté)
150g Ziegenfrischkäse
1 Salzzitrone
2 TL Zitronen-Thymian
1/2 Bund Basilikum
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Zucchini in feine Scheiben von ca. 2mm hobeln. Mit Salz bestreuen, mischen und etwas Wasser ziehen lassen. Dann in etwas Olivenöl kurz (2-3min - nicht länger) dünsten, dabei den Deckel auflegen - Zucchini-Scheiben sollen nicht durchgebraten sein oder Farbe annehmen.

4 Eier mit dem Schneebesen verquirlen zusammen mit Zucker (gibt goldene Farbe), Salz und Pfeffer. Milch zufügen, ebenso Öl und zuletzt das gesiebte Mehl samt Backpulver untermischen. Gut vermengen, bis alles schön glatt und homogen ist.

Die Kartoffel schälen, grob reiben, dann gut ausdrücken (m: nacheinander zwischen den Händen) und gemeinsam mit der fein gehackten Schalotte und dem Knofi unter den Teig heben. Außerdem kommen die Kräuter hinzu: fein geschnittenen Basilikum, die feinst geschnittene Schale der Salzzitrone und der Zitronen-Thymian.

Ofen auf 180°C vorheizen.

Zuletzt die Zucchini-Scheiben dazu geben. Diese mit einer Schaumkelle aus der Pfanne heben, um das beim Dünsten abgegebene Wasser nicht mitzunehmen. Dann den geriebenen Käse zufügen sowie den in Würfel geschnittenen Ziegenfrischkäse.

Eine Form von 28cm gut buttern und den Boden mit Backpapier auslegen. Die Cake-Masse einfüllen, glatt streichen. Im vorgeheizten Ofen ca. 45min backen lassen.

Auskühlen lassen, dann Stürzen und in Scheiben schneiden. Entweder lauwarm zum Salat oder gut gekühlt zum Grillen - beispielsweise.

Anmerkung m: in welche Richtung ihr den Cake mit Gewürzen trimmt, liegt an Euren Vorlieben. Sehr gut passen auch getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten und entkernte Oliven. Dann mit Thymian, Oregano und/ oder Rosmarin begleitet, Piment d'Espelette, Pimenton de la vera... ihr macht das schon!

Ich habe dem Teig ganz am Schluß noch 2 EL Semmelbrösel zugefügt, weil meine Zucchini beim Garen nicht viel Wasser verloren hatten - zu flüssig sollte der Teig nicht sein. Nehmt ihr kleine, knackige Zucchini sollte das nicht notwendig sein. Mehr als 700g Zucchini würde ich nicht empfehlen (ich hatte etwas mehr verwendet).

Inspiration: YT - Ricette dolci

 

Ich darf auf meinem eigenen Blog immer noch nicht kommentieren - irgendeine Cookie-Einstellung hakt und ich checks nicht. Bis dahin wieder auf diese Weise:

Vielen Dank für die unterschiedlichen Perspektiven auf dieses Thema. Schön vielfältig - so mag ich das. Mit derlei Feedback macht Gedankenteilen wirklich Freude!

Mir wurde nochmals mehr bewußt, dass ich mehr *unter Menschen* als in *politischen Konstrukten* lebe. Und wie sehr die Dinge stets zusammenhängen. Keine Freiheit ohne Frieden. Keine Freiheit ohne Mut. Kein Mut ohne Vertrauen. Kein Vertrauen ohne Ehrlichkeit.... so verstricken sich Werte zu einem Ganzen. Und im Rahmen der kleinsten Möglichkeiten schafft sich jeder Mensch sein Reich selbst.

was machst du an der welt - tomates farcies

Sonntag, 27. August 2023


An alle, die glauben, man könne die Welt in Einzelteile zerlegen, sezieren und mit dem Kopf das Geheimnis des Lebens entschlüsseln, an diese wende ich mich nicht.

Viel mehr berufe ich mich auf die Gruppe, die einsieht, dass *die Summe unserer Existenz, durch Vernunft dividiert, niemals rein aufgehe, sondern dass immer ein wunderlicher Bruch übrig bleibe * (Goethe). An jene adressiere ich mich, die in der Natur die Schöpfung eines großen Geistes wahrnehmen können und diese Erkenntnis geht einher mit einem Gefühl von Respekt, Ehrfurcht und Demut.

Irren gehört zum Menschsein dazu. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Jeder vermeintliche Vorteil birgt ebenso einen Nachteil. Zu jedem Fortschritt gehört auch Verlust von Fähigkeiten. Beispielsweise hat sich gerade bestätigt, dass Apparatemedizin auch Risiken in sich birgt: jede Computertomographie erhöht das Krebsrisiko. Oder als man Kokain entdeckte, wurde es anfangs als Hustenmittel für Kinder in Apotheken verkauft ( s.Arte-Doku Drogen). Bevor überhaupt klar war, ob man es als Medikament überhaupt einsetzen kann, ging es um Money-Making. In erster Linie wird nicht geforscht, ob eine Substanz heilt, sondern ob und wie man damit Geld ziehen kann - auch hierzu diente mir eine weitere Arte-Doku als Gedankengeber, die über Diabetes.

Mehr Geld als mit Drogen kann man mit Waffen verdienen. Oder der Kombination aus beiden. Womit wir bei der Genomforschung gelandet wären. Wenn Molekularbiologen heute über "Leben" schreiben, benutzen sie das Vokabular der Informatiker: Es geht um Codes, Entschlüsselungen oder Programme...Jeder kennt die Metapher von der DNA als *Buch des Lebens*, in dem alles codiert ist. Es scheint heute, als wäre das gängige Wissenschaftssprache, aber dem war nicht immer so. Wie also sind diese Redeweisen entstanden? Erst mit dem Einbruch der Informationstheorie in die Mikrobiologie. Ende der fünfziger Jahre beginne die Erfolgsgeschichte dieser Metapher und eines ganzen Forschungszweiges - so Lily E. Kay in ihrem Buch über Wissenschaftsgeschichte, einen Forschungszweig,  den sie vorsichtig benennt als *militärisch-industriell-akademischen Komplex*. Gleichzeitig wurde in der Wissenschaft ein rein materielles Verständnis von Natur abgelöst durch unser heutiges informationelles Weltbild: Leben als verschlüsselte Information. Spannend, oder?

Darüber darf man sich ruhig Gedanken machen, denn wir leben mittendrin im Zeitalter der synthetischen Biologie. Die ersten Patente der mRNA-Technologie - die zu den Gentherapeutischen Arzneimittel  (GTMP) zählen, da sie wirken, indem *rekombinierte(synthetisierte) Gene* in den Körper injeziert werden - sind nun bekanntermaßen auf dem Markt. Die Menschheit durfte dieser Neuerung nicht nur hautnah beiwohnen sondern Teil davon werden. Offene Fragen inklusive - wie bei allen technischen Neuerungen. In diesem Fall weiterhin unklar: wo genau findet die Aufnahme der Substanz im Körper statt, wie verteilt sich diese im Organismus, wie lange wird ein Spike-Protein gebildet und wieviel davon... Zum Thema *unerwünschte Nebenwirkungen* verweise ich auf  Dr. John Campell, dessen gläserne, offene, wissenschaftliche Arbeitsweise schwer zu widerlegen ist. Weiter will ich darauf nicht eingehen: Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld - das hat jeder für sich zu entscheiden, wie tief ihn das interessiert.

Bekannt ist hingegegen, dass die injezierten Spike-Proteine durch Blut, Muttermilch und Sperma weitergeben werden können. Das ist insofern wissenswert, als dass weitere Überlegungen im Raum stehen, sämtliche Impfungen auf mRNA-Technologie umzustellen - sowohl für Mensch wie für Tier. Auch sonst nimmt die Gentechnik rasant an Fahrt auf: die EU will den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich erleichtern.

Zusammengefasst kann man erkennen, dass sich Mensch nun klüger als die Natur dünkt - worauf ich eigentlich hinaus will. Wir werden Zeuge einer nie dagewesenen Erhebung über die Schöpfung, eine beispiellose Anmaßung gegenüber Gott, einer schrankenlosen Hybris, einhergehend mit einer nie dagewesenen Zerstörung der Natur. Wir glauben allen Ernstes, es besser zu wissen. Wir spielen *Gott* bei größtmöglicher Ahnungslosigkeit, indem wir uns abkoppeln von Naturgesetzen. Wie weit haben wir den Überblick über das, was wir hier treiben?  Wo soll das enden?

Gerne wird geredet über eine Spaltung der Gesellschaft. Und ja, mir wird immer bewußter, dass wir tatsächlich an einer Wegkreuzung angekommen sind, in der sich der einzelne zu entscheiden hat, auf welcher Seite er steht. Da hilft keine Moderation und keine Diplomatie mehr: zwei völlig unvereinbare Geisteshaltungen stehen sich gegenüber, da trennen im Grundsätzlichen ganze Himmel.

Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht,
Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht. (Goethe)
 

Schwere Gedanken - leichtes Rezept. Wir haben dieses Jahr besonders schöne Tomaten. Auch besonders schöne Ochsenherz-Tomaten. Ein schöner Schwung wurde reif und die riefen mir zu: fülle uns und stecke uns in den Ofen. Schnelle, unkomplizierte, leichte Landküche... wie immer.

Die Fritteuse könnt ihr wieder einpacken. Für die Zucchini-Beilage reicht eine Pfanne. Das kann man schon fast kein Rezept nennen, aber es tut der Zucchini ja SO gut, ordentlich Röstaromen abzubekommen. Dafür brät man sie scharf in Fett an und würzt sich anschließend lediglich mit etwas Gewürzsalz. Oder kippt später mehr Öl drauf sowie Minze und Knofi. Eine meiner liebsten Zubereitungsarten für schöne, kleine, knackige Zucchini!

 

Zutaten 2P:

6 coeur de boeuf - Tomaten (m: Sorte *Ananas*)*
60g Couscous
1 TL Ras el Hanout 
2 Lorbeer-Blätter
Gemüsebrühe
Pinienkerne
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Basilikum
1/2 TL Thymian, getrocknet
Harissa
Balsamico-Reduktion
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
100g Feta
Bergkäse (m: Tomme de brebis)
Olivenöl


Zubereitung:

Für das Couscous in etwas Kokosöl das Ras el Hanout anfangen lassen zu duften, dann Gemüsebrühe samt Lorbeerblätter zufügen und darin das Couscous nach Packungsangabe garen (m: VK-Couscous - benötigt etwas mehr Flüssigkeit und mehr Zeit). Anschließend die Lorbeer-Blätter entfernen.

Die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne rösten.

Von den Tomaten einen Hut abschneiden, zuerst den Strunk entfernen und dann das Innere mit Hilfe eines Löffels aushöhlen. Den Tomatensaft abschütten (m: und trinken) und gut Dreiviertel des Fruchtfleischs behalten (dabei vorwiegend Kerne aussortieren) und klein schneiden.

In einer kleinen Pfanne in etwas Olivenöl den fein gehackten Knoblauch kurz anrösten, dann die Tomatenstücke zufügen, mit Harissa und Balsamico-Reduktion würzen sowie etwas Zucker und dem Thymian, salzen, pfeffern und einreduzieren lassen, bis die Tomatensauce sämig wird. Das Couscous untermischen und nochmals nachwürzen. Vom Herd nehmen und zerkrümmelten Feta, wie kleingeschnittenen Basilikum und Pinienkerne untermischen. Die Tomaten mit dem Couscous füllen und mit geriebenem Bergkäse bestreuen

Ofen auf 180° (OU-Hitze) vorheizen (kann man aber auch schon während dem Aufheizen reinstellen) und die Tomaten für ca. 15min garen.

*Anmerkung m: die Menge der Tomaten hängt von der Größe ab. Ich habe mich für mittlere coeur de boeuf-Tomaten entschieden - daher 6 Stück. Besser Treibhaustomaten, da die eine deutlich dünnere Haut haben, Tomatendeckel habe ich nicht mitgegart im Ofen... kann man aber machen...

 


12-Monate-Durchsteher: Basilikum-Tagliatelle mit Auberginensauce

Donnerstag, 5. November 2020


Unsere Siebenschläfer im Rollladenkasten haben längst Ruhe gegeben. Da rappelt gar nichts mehr im Karton. Und Feriengäste können es bestätigen: sonst rein gar nichts los, aber während ihrer kurzen, wachen Phase im Sommer drehen sie täglich fünf Minuten so richtig am Rad. Das hört sich an, als ob eine ganze Gnu-Herde den Dachstuhl durchquert - und nicht etwa eine Sippe knopf-äugiger, extrem ortsanhänglicher Nager. Mich erinnert ihr lärmender Bühnenmoment immer an den legendären wie erfrischenden Hildegard Knef Ausspruch, die auf die Frage, wie sie sich jung halten würde, antwortete: *Ich habe ein einfaches Rezept, um fit zu bleiben - ich laufe jeden Tag Amok!*

Tja, aber nach ihrem Blitz-Gastspiel ist ihr Pulver auch direkt wieder verschossen. Die angefutterte Fettreserve muss schließlich für länger halten. Da muss man mit seiner Energie haushalten: Füße still halten, nicht zu oft blinzeln und tief durchatmen. Tatsächlich schlafen Siebenschläfer nicht wie man ob des Namens ableiten könnte, sieben sondern sogar acht Monate. Es dünkt einen an einem grauen, nebeligen, kalt-feuchten Novembertag jetzt nicht als das schlechteste aller Lebenskonzepte. Nicht das abenteuerlustigste, gut, stattgeben, auch nicht das energetischste, aber ja, gerade mal für länger Abtauchen...

Andererseits würde man dann so grandiose Monate wie den Februar verpassen. Und auf den fiebert doch die Menschheit in diesen Breitengarden schon jetzt - ein viertel Jahr vorher - entgegen. Ein weiterer Monat ohne nennenswerte Farbe, entsprechende Lichteinstrahlung und Hoffnung auf bald wieder sprießende Natur. Mein persönlicher Wonnemonat... Man könnte sich dieses Jahr an Fasching als Siebenschläfer verkleiden. Für die Kracher-Party mit einem weiteren Haushalt. Nur so eine Idee... Wenn Traditionen zwei Jahre hintereinander aussetzen, kann man die dann als endgültig erledigt aus dem Kalender streichen? Es bleibt spannend. Vielleicht stellt die Menschheit ja in Kürze fest, dass *Kür* keiner mehr braucht und *Pflicht* völlig ausreicht für einen gesunden Überlebenswillen. Ach, alles so ein bißchen am Wackeln momentan...

Bevor einen durch Wetter- oder Pandemiefühligkeit wiederkehrende Vogel-Strauß-Momente übermannen - hey, Kopf in Nacken, wie sind Homo sapiens, wir sind 12-Monate-Durchsteher, jammern ist was für Winterschläfer - halten wir uns an Frauen mit Erfahrung. Wie die Pasta Grannies. Die wissen, dass eine Portion frisch hergestellte Pasta wieder rosige Wangen zaubern können. So einfach erweckt man seine Sinnesfreude für den Augenblick! Nicht erst beim Essen bereits beim Auswellen der Nudeln - und nebenbei wird der Sommer ein wenig auf den Teller zurückgeholt!


Beim Nudelteig habe ich mich an mein Rezept gehalten: pro Person und 100g Mehl ein Ei. Ganz simpel. Der entscheidende Tipp für alle Pasta-Frischlinge ist, zum Verarbeiten von frischer Pasta Hartweizenmehl zu verwenden: dann verklebt die Pasta weder beim Auslegen auf dem Küchentuch noch während dem Kochen im Salzwasser! Merke!

Auch bei dem provola affumicata (einem geräucherten, mozzarella-ähnlichen Käse) mußte ich improvisieren, denn an den war natürlich in Frankreich nicht zu kommen.

Besonders spannend finde ich hier, wie die Auberginen gebraten werden. Da habe ich sofort Gefallen gefunden:  auf diese Weise zubereitete Auberginen nennt man auf Italienisch auch funghetto, das bedeutet 'wie ein Pilz'!


Zutaten 2P: 
 
Pastateig:*
100g Mehl (m: D1050)
100g Hartweizen
2 Eier
2-3 EL gehackte Basilikum
1 EL Olivenöl

Sauce:
1 Aubergine
250g Tomaten-Sugo*
1 Kugel provola affumicata*
2 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

einige Basilikum-Blätter
etwas geriebener Parmesan 


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig einen homogenen, nicht klebenden Teig kneten und 30min abgedeckt ruhen lassen.

Auberginen schälen und in 2cm große Würfel schneiden. Leicht salzen und für 30min in einem Sieb Wasser ziehen lassen. Das Salz dann abspuülen und die Würfel anschließend trocken tupfen. 

Etwas Pflanzenöl in einer großen Pfanne bei eher höherer Hitze erwärmen und die Auberginenwürfel darin derart anbraten, dass sie dabei nebeneinander und nicht übereinander liegen - gegebenenfalls portionsweise. Dabei achten, dass die Auberginen nicht anbrennen: sie sollen goldbraun werden. Kein weiteres Öl hinzufügen, sonst werden die Auberginenwürfel matschig (was wir nicht wollen - s.o Pilze!)

Wer kein Tomaten-Sugo vorrätig hat, bereite es jetzt zu (s. Anmerkungen).

Nun den Pastateig dünn auswellen (m: Marcato) und in Tagliatelle von 1cm Breite schneiden. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen, Nudeln darin etwa 2min kochen. Dann die Pasta zusammen mit dem gewürfelten Käse, den Auberginen unter die Tomatensauce mischen (wenn nötig, die Sauce mit etwas Pastawasser flüssiger machen).

Auf Teller verteilen und mit Basilikum-Blätter und Parmesan bestreuen.

Anmerkung m: die Pasta Granny verwendet hier auf 400g Mehl 3 Eier und 3 EL Mehl, aber ebenfalls halb Hartzweizenmehl

wer kein Tomatensugo wie ich griffbereit hat, der kann eine kleine Zwiebel würfeln, in Olivenöl anschwitzen und mit gehackten, stückigen Tomaten und einigen zerrupften Basilikum-Blätter dickflüssig einkochen lassen. Würzen mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker.

Als Ersatz für provola affumicata wird scamorza empfohlen - ich habe improvisiert und einen Mozzarella und etwas Saint Marcellin verwendet.

Inspiration: Pasta Grannies


Gastbeitrag von Hannah: Tomaten mit Kräuterfüllung

Dienstag, 15. September 2020


Anfang Juli – zum Glück vor der großen Hitzewelle - verbrachten wir eine Woche bei Micha und Fried / „Sonne und Lavendel“. Als kleine Ergänzung zu Michas „Herbergsmutterreihe“ möchte ich hier von der anderen Seite aus berichten, zumal das Wetter hierzulande jetzt glücklicherweise etwas auf „goldenen Spätsommer“ umgeschlagen hat, und ich gestimmt bin den Sommer Revue passieren zu lassen.
 
Und jaa, und was bringt man so aus dem Urlaub mit - neben Urlaubsbräune, Entspannung und vielen Eindrücken? Souvenirs. Quasi auf der Hand liegt ja, dass „Souvenir“ dem Französischen entlehnt ist, wörtlich übersetzt ein Erinnerungsstück. Etymologisch noch weiter gegraben hat se souvenir seine Wurzeln im Lateinischen und ist da eine Zusammensetzung aus den Wörtern sub (=von unten) und venire (=kommen).  Ein Souvenir „zieht“ also Erinnerungen von unten herauf.

Dabei können Souvenirs unterschiedlicher Art sein: Es kann sich dabei um Gegenstände handeln, die man mitgebracht hat, oder es können im übertragenen Sinne auch Eindrücke sein, die sich fest im Gedächnis verankert haben und untrennbar mit dem Ort des Erlebens verknüpft sind. Bilder, Gerüche und – für die meisten Leser hier – sicher auch Geschmäcker.

Logisch – und Micha erinnert auch nochmal daran - nimmt man aus einem Urlaub im Dep. Drome ganz handfeste Souvenirs wie Lavendelhonig, Einkorn, lila Knoblauch und natürlich guten Käse mit, schließlich werden alle diese Naturprodukte hier angebaut beziehungsweise produziert. Und wenn noch Platz im Auto ist, packt man noch sonnenverwöhnte Tomaten, Melonen und Pfirsiche dazu. Daheim angekommen tafelt man mit diesen Köstlichkeiten und erinnert sich.

Als weitere schöne Souvenirs brachten wir Lorbeer aus Micha und Frieds reichhaltigem Kräutergarten mit und Lavendel, abends auf der Terrasse zu festen duftenden „Knüppeln“ gebunden, ein sommerliches Kleidchen für unsere Tochter, das Lieblingskleid dieses Sommers, benannt nach dem Namen der Stadt, wo wir es kauften: „Das Die Kleid“, einen schönen Sonnenhut für meinen Mann, dem ersten Sonnenbrand am Kopf geschuldet und eine neue Lieblingssommerhose für mich – meiner Vorliebe für Second Hand Läden / Dinge mit Geschichte geschuldet, genauso wie drei kleine Tässchen für die Spielküche aus dem „Mitnahme-nicht-nur-Bücher-Häuschen“ im malerischen Piégros-la-Clastre.

Was ich noch mitnahm war das Vorhaben ein Rezept für gefüllte Tomaten zu entwickeln. Micha und ich hatten einen Versuch unternommen, der zwar durchaus gut schmeckte, aber noch nicht in Gänze „blogwürdig“ erschien. Daheim angekommen unternahm ich einen nächsten, der mir allein, weil er etwas ganz Anderes ist, auf jeden Fall mal zu notieren wert ist. Die Fotos sind leider nicht so toll geworden, aber das machen die Souvenir Fotos hoffentlich wieder wett. Ich servierte die gefüllten Tomaten – genauso wie Micha - mit dieser Zucchini-Tarte  - auch diese schöne Kombi war mir in guter Erinnerung geblieben. Als das Essen so auf dem Tisch stand, fragte unsere Tochter: „Hat das die Micha gekocht?“. So funktionieren Souvenirs.

Zutaten 4P:

6 mittelgroße Fleischtomaten
100 g frische Brennesselblätter
5 Zweige Basilikum
5 Zweige glatte Petersilie
30 g Frühlingszwiebeln
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
1 Ei
6 eingelegte Kirschpepperoni
2-3 EL Semmelbrösel
60 g kräftiger Hartkäse – z.B. Comté / Ziegen- oder Schafskäse ist ebenso eine gute Alternative!
20 g Zedernnüsse oder Pinienkerne
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Ofen auf 200° C Umluft vorheizen.
Brennnesseln waschen und gut abtropfen

Tomaten waschen, waagerecht halbieren und das Fruchtfleisch aushöhlen. (Dieses wird hier nicht weiter verwendet, natürlich schmeißen wir es aber nicht weg, sondern verwenden es anderweitig – z.B. im Gazpacho, in einer Tomatensoße oder auch einfach gewürzt und mit Basilikum und Parmesan und einigen weiteren Tomaten kalt zu Pasta.)

Zedernnüsse in einer Pfanne ohne Fett leicht bräunen. Beiseite stellen
Nun etwas Olivenöl in die Pfanne und darin die feingewürfelte Schalotte und den ebenso fein gewürfelten Knoblauch sowie die Frühlingszwiebeln in Ringen andünsten.

Derweil die Brennnesseln, Basilikum und Petersilie fein hacken. Kirschpepperoni klein schneiden.

Käse reiben. 20 g davon beiseite stellen

Nun alle Zutaten für die Füllung mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Füllung in die Tomatenhälften geben. In eine Auflaufform stellen und mit dem restlichen Käse bestreuen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Im Ofen ca. 25 Minuten backen.


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.
 
 

Genug - Trofie mit Basilikumsauce und Bohnen

Sonntag, 23. August 2020

Der Habib war gerade von der Terrasse nach drinne gegangen um etwas zu trinken für uns zu holen, da durchbohrte mich der Blick unserer Bekannten, eine Apothekerin, die zu Besuch war: *Jetzt komm', Micha, jetzt gib' es doch zu. Das kann dir doch nicht reichen. Dafür hast du doch nicht studiert. Bitte! Um jetzt hier ein bißchen Garten und ein bißchen Haushalt zu machen. Was soll das?* Ich lächelte amüsiert und blieb dann mit meiner Beobachtung an ihrem verkniffenen Mund hängen. *Doch*, sagte ich, *das reicht mir sogar üppig. Schau mal, was ich seither kann!* Und ich strich mit meinem Zeigefinger immer wieder über meine entspannte, weiche, nachgiebige Unterlippe und mache dazu *Bäbebäbebäbebäbe*. Ihr Gesichtsausdruck - unbezahlbar! Der Habib kam mit den Getränken und sie wechselte das Thema.

Selbst wenn ich mehr Worte verwendet hätte, um mich zu erklären, sie hätte mich nicht verstanden. Unterwegs auf Reisen seufzten junge Backpacker ehrfürchtig auf: *Wow, was? Ihr vermietet Ferienwohnungen! Ach, toll!* So unterschiedlich ist die Welt. Jetzt stand auf unserem Parkplatz der Porsche der Apothekerin und er machte das Symbol für die unterschiedlichen Werte, für die sie und ich brennen. *Ost ist Ost und West ist West, und niemals treffen sich die beiden* sagt Kipling. Ich brauche ihren Status nicht - da kann man doch direkt mal wieder ZAZ einspielen - und sie hat keine Ahnung davon, dass in einer bestimmten Form der Bescheidenheit die Zufriedenheit verborgen liegt. Brauchts auch nicht: dafür fährt sie Porsche.

Bestimmt glauben die meisten Porschefahrer, dass die Welt sie um ihren schnittigen Flitzer beneiden muss. Zumindest stelle ich mir dass so vor. Dass die Porschefahrerinnen sich hinterm Steuer wie eine der Kardashians fühlen. Und alleine diese Kopfkino hebt dann wieder ihre eigene Stimmung. Aber was schreibe ich da - ich habe keine Ahnung. Man sollte nicht fabulieren über Dinge, die nichts mit einem zu tun haben. Vielleicht versuchte sie mich herabzusetzen, weil sie selbst mal mit dem Habib anbandeln wollte. Und allen älteren Frauen, für die Äußerlichkeiten eine große Rolle spielen, ist ein Paar mit unserem Altersunterschied ein Dorn im Auge. Aber egal, ich weiß es nicht und ihr Diss hat mich nicht getroffen.

Zu Zufriedenheit fällt mir mehr ein. Zufrieden sein ist wie satt sein, habe ich vor kurzem geschrieben. Genug ist genug. Keine Kirsche auf dem Sahnehäubchen nötig. Kein Platz für mehr. Eigentlich sollte einem Porschefahrer das einleuchten - zumindest im Bezug auf seinen Kofferraum und das mitnehmbare Gepäck darin.

Ben, ihr versteht vielleicht, ich meine das übertragen auf die innere Einstellung zur eigenen Biosphäre. Meine Welt ist komplett, ausgefüllt, reich, schlicht, bunt, frei - voller Qualitäten, die ich gegen nichts eintauschen, voller Erfahrungen und Erlebnisse, die ich nicht mehr hergeben wollte. Mein kleines, intimes, sehr privates, höchstpersönliches Reich erhält seinen Wert einzig und allein über die Bedeutung, die ich ihm verleihe. Niemand sonst. Da kann weder Materie noch können andere mit. Moi j'veux crever la main sur le coeur. Und ich will eben bestimmt nicht in einem Porsche verrecken. Aber das kann ein Ostler einem Westler nicht erklären. Und umgekehrt. 

 

Außerdem kann ich euch nicht erklären, wie Rosetta ihre Trofies macht. Offensichtlich anders als ich. Das wunderbare Buch *Pasta-Grannies*, das mir eine liebe Blogleserin UND Feriengästin als Goodie obendrauf zu *Die Mangelbaumgasse* von meiner Wunschliste packte (coucou Stephanie) macht mir riesig Freude! Heute habe ich das dritte Rezept daraus nachgekocht. Ein Ende ist nicht in Sicht. Mit Rosettas Trofies bin ich eingestiegen. Schaut hier auf Youtube mit welcher Lässigkeit Rosetta kleine Torpedos dreht: ein Mal nach vorne rollen, dann schräg nach hinten, wegwedeln, die nächste. Für mich war es eine Lektion in Demut, was die Herstellung von frischer Pasta angeht. Bis zum letzten Fitzelchen Stück Teig habe ich es nicht herausgefunden, wie sie es macht. Obwohl ich viele (wirklich viele) Trofies mehrfach gerollt habe. *Trofie* wurde bei mir irgendwann barmherzig alles genannt, was den Willen zur Schraube zeigte. Mehr war nicht rauszuholen. Nicht eine einzige Nudel gelang so perfekt wie Rosettas. Und jede ein Unikat - im Gegensatz zu Rosetta, bei der eine Trofie der anderen gleicht.

Egal. Ich bleib dran. Und alleine die Sauce ist es wert nachzuziehen!

 

Zubereitung 4P*:

400g Mehl (Type 00 oder 450)*
180ml kochendes Wasser (evt. plus)

Sauce
2 EL Pinienkerne
2 Knofi
75ml Olivenöl
150g frische Basilikumblätter
4 EL Prescinsêua-Käse (ersatzweise griech. Joghurt)
80g Parmesan, gerieben
20g Pecorino Sardo, gerieben
1/2 TL Salz 
 
150g grüne Bohnen 

Zubereitung:

Besser erklären als Rosetta es vormacht, kann ich es nicht: s. hier . Das Buch bescrheibt es so: ein erbsengroßes Stück Teig abknipsen und auf dem Brett mit der Handfläche spindelförmig ausrollen. Die Handfläche vorsichtig diagonal darüberziehen, aber mit der Außenkante der Hand fest auf die Nudel drücken. 

Alle Zutaten für die Sauce in einen Mixer geben und fein pürieren.

Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen (dauert je nach Größe und ob frisch oder getrocknet länger oder kürzer - probieren). Parallel dazu die gegipfelten Bohnen ebenfalls garen, so dass beides - Bohnen und Nudeln - gleichzeitig fertig sind. Beids abschütten und mit der Sauce vermengen. Sofort servieren.

*Anmerkung m: ich habe die Hälfe für uns beide zubereitet - außer die Buschbohnen, da habe ich die komplette Menge für uns zwei gemacht, für die Pasta halb D1050er halb D630er Mehl verwendet - und auch zweidrei Schluck mehr Wasser für den geschmeidigen, glänzenden Teig benötigt. An die Mengenangabe für die Sauce habe ich mich nur grob orientiert - kann man ja nix mit falsch machen - griech. Ziegenkäse-Joghurt verwendet, etwas Schafskäse, etwas Parmesan, etwas tomme de brebis. Zum Reinsetzen!
 

Herbergsmutter Plus und Minus 1 - Parmigiana di Melanzane

Freitag, 21. August 2020

Um etwas genauer aus dem Alltag einer Herbergsmutter zu erzählen - damit die Festtagswoche zu unserer neuen Homepage ihren Höhepunkt findet - versuche ich beide Seiten ein wenig zu beleuchten: Licht und Schatten. Nachwievor finde ich, dass es ein toller Beruf ist (wenn man von Beruf reden will), sein Geld mit dem Vermieten von Ferienwohnungen zu verdienen. Daher offenbare ich vier Qualitäten, die mir daran besonders gefallen und drei, die weniger Spaß bringen - schließlich überwiegt haufenweise das Gute. Ich fange also mit dem Positiven an (und werde damit im nächsten Post auch schließen), denn leichterdings könnte ich endlos Vorteile listen: alleine der Morgen ohne Wecker, die viele Freizeit oder dort zu leben, wo andere Urlaub machen...  Aber ich vesuche es strukturiert:

Wenn wir unterwegs auf Reisen waren, trafen wir viele, die davon träumten, irgendwann irgendwo eine Lodge/ Herberge/ Bed&Breakfast aufzumachen und das Spiel umzudrehen: umgekehrt Reisenden eine Unterkunft anzubieten. Ist doch aber auch toll, den äußeren Rahmen mitgestalten zu dürfen, für die *schönste Zeit des Jahres* von anderen Menschen, oder? Mitgestalten deshalb, weil dieses Tal, dieser Ausblick, diese Natur nicht unser Verdienst ist. Die Ferienwohnungen allerdings hat der Habib mit seiner eigenen Hände Arbeit erbaut und mit viel Schweiß und Energie diesem Hang abgetrotzt. Dafür bewundere ich ihn bis heute sehr! Dieser ungeheuere Kraftakt über Jahrzehnte, diese Schinderei machte diese Existenz überhaupt erst möglich - und wird gerne übersehen, wenn es JETZT so wirkt, als würden wir vor allem eine ruhige Kugel schieben. 

Ich hatte es bereits mal erwähnt, dass ich besonders gerne den Moment mag, wenn ich zuletzt ein kleines Blumensträußen auf den Tisch des fertig gerichteten Appartements stelle - dann ist meine Arbeit getan. Diese Geste ist stets begleitet von den besten Wünschen: wenn es nach mir ginge, dann verbringen hier alle samt und sonders eine schöne Zeit. Aber das liegt nun nicht mehr in unserer Hand: wie sie ihre Ferien mit Inhalt füllen, dafür sind die Urlauber selbst verantwortlich - wir bieten lediglich *den äußeren Rahmen*.

    Um schnell und effektiv die Ferienwohnungen wieder für die nächsten Feriengäste richten zu können, hat alles seine Ordnung und seinen Platz. Auf diese Weise erkennt man direkt: fehlt etwas oder ist etwas kaputt gegangen. Ich brauche nur den Küchenschrank zu öffnen und sehe sofort, ob alles vollständig ist - dafür habe ich diese Gegenstände ja zigfach in der Hand innerhalb einer Saison. Kinners, und ich verstehe es nicht, warum man für die Dauer einer Woche eine Ferienhaus-Küche komplett umräumen und umgestalten muss (hier schaue ich wieder wie bei den Teelichtern schräg zu den Mädels). Mag ja sein, dass für die ein oder andere ein anderes Arrangement sinnvoller erscheint. Bitte - dafür sind wir unterschiedlich. Aber für ein paar Tage könnte man es doch auch so nehmen, wie es vorgegeben ist. Es würde mir auf jeden Fall Arbeit ersparen. Glücklicherweise ist diese Lust an der Ummodelei die Ausnahme und nicht die Regel!

Komme ich zu dem nächsten Punkt, der mir viel Freude bereitet und dazu zählen zweifellos die Vorher-Nachher-Gesichter mancher Feriengäste. Es ist wirklich großartig - und kleiner kann ich es nicht ausdrücken - wie sehr sich manche Gesichter glätten und entspannen nach zwei Wochen Aufenthalt (und so lange braucht es, um anzukommen und durchzuatmen - binnen einer Woche kann kein Mensch sich akklimatisieren und etwas Abstand gewinnen zu seiner sonstigen Routine). Damit dass auf gar keinen Fall unbemerkt bleibt, weißen wir unsere Gäste darauf auch hin, damit sie im Spiegel (oder Gesicht ihres Partners) diese Feststellung selbst überprüfen, weil der Unterschied derart offensichtlich ist. Darüber kann ich mich riesig mitfreuen und genau das ist es, was ich einen *erfolgreichen Urlaub* nenne.

     Nicht wie man meinen könnte der Tatbestand, dass man logischerweise immer wieder das Gleiche erzählt à la *Kompost ist keine Biotonne* oder so nervt (das gehört einfach dazu), sondern SELBSTVERSTÄNDLICH sind wir so, wie wir leben, auch klassische Ökos. Der Umgang mit den Ressourcen dieser Welt liegt uns am Herzen. Das bedeutet unter anderem, wir versuchen alles Materielle so lange es geht zu erhalten - völlig im Gegensatz zu dem Anspruchdenken nur das Neueste ist gerade gut genug. Den subversiven Hinweis darauf macht auf der Homepage das Adjektiv *rustikal* vor den Ferienwohnungen (Insider wissen, dass *rustikal-romantisch* für mich sowieso das allumfassendste Güte-Siegel schlechthin ist ;). 

Bon, dafür muss man aber pfleglich mit den Dingen hantieren - selbst wenn sie als Feriengast nur geliehen sind. Und weh tut mir in dem Zusammenhang auch der Umgang mit Wasser. Wir leben in einer Region, in der Wasserknappheit schon lange ein großes Problem darstellt, worauf wir unsere Besucher dementsprechend aufmerksam machen. Dennoch ist 2 bis 3 x Duschen am Tag heute wohl für viele Standard - selbst wenn man direkt vom Baden in einem der glasklaren Bäche zurückkommt. Lange Zeit konnte bei uns die Waschmaschine einfach mitgenutzt werden, aber nachdem wir wiederholt beobachteten, welches Schindluder damit von manchen getrieben wird (ein Maschinengang für zwei Unterhosen und ein Paar Socken) braucht es dafür eine Genehmigung - uncool aber prinzipienfest.

Weiter gehts das nächste Mal mit meinen absoluten Highlights, die das Volldoofste am Vermieten abfedern müssen - und es auch können!


Klassiker sind Klassiker, weil sie einfach super schmecken. So wie Parmigiana die Melanzane. Und es liegt an derlei Gerichten, dass sich die Aubergine noch zu einem echten Lieblingssommergemüse aufschwingt - kaum möglich mich zurück zu erinnern, an Zeiten als ich schwere Startschwierigkeiten mit der kleinen Keule hatte. Dabei sollte ich es mittlerweile wissen: ein gutes Rezept macht ein gutes Essen - c'est tout! Eigentlich unglaublich, dass sich hier im Fundus noch keine Version der Parmigiana di Melanzane findet. Hiermit nachgeholt! Ein Knaller mit wenig Zutaten - am leckersten mit einem grünen Salat... in unserem befand sich noch eine halbe Gurke.
 
Zutaten 2P:
 
500g Aubergine (m: zwei mittlere)
600g Tomaten (m: Roma)
1 Zwiebel
2 Knoblauch-Zehen
5 Zweige Basilikum
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Mozzarella
80g geriebener Käse (m: Tomme de brebis)*
etwas getrockneter Oregano
 
etwas Mehl zum Panieren (m: D1050)
Öl zum Backen 

Zubereitung:

Die Aubergine in 1/2cm dicke Scheiben schneiden (m: Börner-Hobel), mit etwas Salz bestreuen und etwas ziehen lassen (m: 15min). Dann abtupfen und die Hälfte davon in Mehl wenden - man kann diesen Arbeitsschritt weglassen oder alle panieren. Panierte Auberginenscheiben brauchen deutlich mehr Öl - werden aber leckerer - it's up to you (ich mag die Variante halb/ halb). Dann alle Scheiben von beiden Seiten schön golden in Öl braten und auf einem Küchenkrepp etwas entfetten.

Parallel das Tomaten-Sugo zubereiten: Zwiebel und Knofi fein würfeln. Tomaten in kochendem Wasser kurz baden und dann enthäuten. Zwiebel und Knofi in Olivenöl anschwitzen. Tomaten in Stücken dazu, Basilikumblätter rupfen und ebenfalls unter die Sauce mischen. Nun schön schlonzig nahezu auf die Hälfte einkochen lassen. Dabei salzen, pfeffern und mit der Prise Zucker würzen. Fein pürieren (wer mag, darf das Sugo auch durch die Flotte Lotte drehen) und nochmals gut abschmecken - die Sauce trägt später von der Würze zusammen mit dem Käse die Auberginen mit.
 
Ofen auf 200° vorheizen.
 
In einer Gratinform in 3 Schichten stapeln: mit etwas Tomatensauce beginnen, dann Auberginenscheiben darauf verteilen, ein wenig Käse, Tomate, Aubergine, etwas Käse, Tomate, Abergine, Tomate, viel Käse - ein wenig Olivenöl darüber träufeln, Oregano bekitzeln und für 20m in den heißen Ofen. Dann noch kurz unter den Grill, bis der Mozzarella schön golden ist.
 
Anmerkung m: welchen Käse ihr zu dem Mozzarella gesellt ist Geschmacksache: Parmesan, Pecorino... ich mag den Tomme gerade sehr. Auch wie ihr die Auberginenscheiben behandelt - alle panieren oder keine oder wie ich halb/halb - selon le goût!
 


Rumliegen: Zucchini-Flan mit Zucchini-Salat

Montag, 3. August 2020


Wenn ich durch unseren verbrannten Garten gehe, dann möchte ich mich zwischen unsere Pflanzen werfen und solidarisch neben ihnen liegen bleiben, um ihnen zu zeigen, dass ich mit ihnen mitfühle. Abgesehen davon, dass man keinen ganzen Garten gießen kann - selbst wenn man es wollte - gießen wir mit Regenwasser, das wir in vielen großen Zisternen sammeln. Das Dach ist ausladend genug: ein richtiger Regenguß und die Reservoire sind wieder voll. Nur: dafür muss es mal regnen. Morgen werde ich in das größte Auffangbecken eine Leiter stellen, hinunterklettern und es säubern. Dass es blitzt und blinkt und dass - wenn es irgendwann mal wieder nasser werden sollte -  dem Wasser, das von oben fällt, der rote Teppich ausgerollt ist.

Längst hat sich das Gras gelb verfärbt. Für viele Pflanzen geht es ums reine Überleben. Ich kann nichts tun. Nur hoffen, dass bald ein Tief eine fette Regenwolke über unser Tal stellt. Manchmal, so wie gestern, als ein paar vereinzelte, verirrte Tropfen auf den Boden fielen, war ich versucht, mantra-mäßig *Mehr- viel mehr-meeeehr* zu singen - als könnte ich irgendetwas beeinflussen.

Aber ich bin nicht gefragt. Liegenbleiben - abwarten. Und als wir am Sonntag über den Flohmarkt streunerten (ein neuer-alter Teller... demnächst in diesem Kino) drehte ein passender Ohrwurm im Kopf seine Runden und machte mir gute Laune. Für euch hiermit eingestellt, damit ihr einstimmen könnt.


Zucchini mit Zucchini - ein Gericht für ein Kochbuch, weil es wirklich eine tolle Vorspeise ist (wobei wir das während dieser Hitze als Mittagessen verputzt haben). Ich dachte, ich hätte den Salat bereits verbloggt, weil er letztes Jahr DIE Entdeckung war in einem kleinen vegetarischen Resto, wo es mir so gut schmeckte, als hätte ich selbst gekocht. Der Salat ist ganz simpel, aber knackig (da Rohkost) und frisch (dank der Minze) und spritzig (durch die Salzzitrone), so dass man davon ganz easy eine beträchtliche Menge essen kann. Sehr gut hat mir die Kombi mit dem Flan dazu gefallen. Mir scheint, als wäre Flan gerade out, dabei verliert sich gerade Zucchini besonders gut darin.

Zutaten 4P:

für die Flans:
500g Zucchini
3 Eier
150 Crème fraîche
25g Ziegenkäse (hart)*
25g Parmesan
2 Knoblauchzehen
2 EL Kräuter (m: Rosmarin, Oregano, Thymian)
Salz; Pfeffer
Piment d'Espelette
1 EL Olivenöl

Salat:
1 Zucchini (m: gelb)
1 Knoblauchzehe
1 Salzzitrone, die Schale davon
1 EL Petersilie
1/2 EL frische Minze
1 EL Basilikum
3 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für den Salat die Zucchini der Länge nach in Spaghetti-Streifen schneiden (m: mit Börner-Julienne-Reibe). Knoblauch fein hacken, die Salzzitrone von ihrem Fleisch befreien und die Schale fein schneiden. Frische Kräuter in feine Streifen schneiden und mit Olivenöl und Zitronensaft marinieren. Gut vermengen, kalt stellen und erst kurz vor dem Servieren salzen und pfeffern (mit dem Salz fängt der Zucchini an zu wässern).

Für den Flan Zucchini waschen, putzen, auf der Rohkostreibe grob raspeln. 1 EL Olivenöl erhitzen, Zucchini darin bei schwacher Hitze ca. 10min dünsten. Backofen auf 180° vorheizen.

Zucchini mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Den Käse klein schneiden, Kräuter und Knoblauchzehe fein hacken. Die Eier mit Crème fraîche verrühren, die Zucchini untermischen. Förmchen (etwa à 200ml-Größe) buttern (ich habe den Boden mit etwas Backpapier ausgelegt - sicher ist sicher), die Masse einfüllen und im Wasserbad im Ofen 30min stocken lassen. Kann kalt oder warm gegessen werden (ich mag die Flans kalt ein bißchen lieber).

*Anmerkung m: der Käse im Flan ist optional - ihr könnt damit aber gut noch einen zusätzlichen Geschmacksdreh (je nach Käsesorte auch in eine unterschiedliche Richtung) geben/ was neben den grünen Tomaten als Deko auf den Tellern zu sehen ist - habe ich als *Erbsen-Knödel* hier verbloggt.