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Snikers, vegan, no baked

Sonntag, 8. Februar 2026

 

Selbstredend schmecken diese Riegel nicht haargenau wie Snikers. Aber: sie erinnern daran. So wie auch Hannahs Snikers EisBounty hat mein Blog ebenfalls im Angebot.

Der Habib ist ganz und gar Team *Snikers*. Ich bin Team *Raider heißt jetzt Twix*. Und möglicherweise könnte man ganz leicht Gruppen bilden, in der jede einzelne für einen anderen der berühmten, amerikanischen Lieblingsschokoriegel steht. 

So richtige Süßschnuten sind wir hier nicht. *Gourmand* nennen es die Fränzis, wenn man gerne nascht. Oder eben generell ein Schleckermaul ist und gerne ißt. Appetitlichkeit ist durchaus eine Auszeichnung. An süßen Hauptgerichten sich satt essen zu müssen, finde ich Horror. Aber gerne esse ich nachmittags das berühmte *Pfefferminzblättchen*. So komme ich nahezu jeden Tag zu meiner Dosis Schokolade.

Schön, wenn das auch mit lauter guten Zutaten geht. Ich habe eine neue Rubrik entdeckt, die mir Spaß macht, weil sie mir unser Leben versüßt: die veganen Süßigkeiten, die man nicht bäckt... 



Zutaten - eine kleine Form von 20cm Länge:

1. Schicht:
75g geschälte, gemahlene Mandeln
75g Haferflocken
2 EL Ahornsirup
2 EL Kokosöl
ca. 4 EL warmes Wasser
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon
1/4 TL Salz
...
2 Schicht:
ca. 50g Datteln*
1 EL Honig*
2 EL Kokosnussöl
60g Erdnussbutter
3 EL heißes Wasser
...
3. Schicht:
75g geröstete Erdnüsse
50g Schokolade (m: Zartbitter 60%)
1 EL Kokosnussöl
fleur de sel


Zubereitung:

Eine kleine Form von ca. 20cm Länge mit Backpapier auslegen.

Für die erste Schicht alle Zutaten in der Küchenmaschine fein pürieren. Mit den Fingern glatt und gleichmäßig auf den Boden der Form festdrücken.

Nun die zweite Schicht bereiten. Dafür die Datteln klein schneiden und mit dem heißen Wasser übergießen. Wieder alle Zutaten miteinander pürieren und die zweite Schicht auf die erste Schicht streichen. Nun die Erdnüsse darauf verteilen.

Schoko mit dem Eßlöffel Kokosnussöl schmelzen. Als abschließende Schicht über alles gießen. Zuletzt mit ein wenig fleur de sel bestreuen.

Eine gute Stunde kalt stellen (noch schneller gehts in der Tiefkühle), dann in Streifen schneiden (klassische Riegel-Größe finde ich zu groß weil dann zu mächtig). Vor dem Genuß auf jeden Fall Zimmertemperatur annehmen lassen, dann ist die Erdnuss-Schicht *chewy* - so wie sie sein soll.

Anmerkung m: es ist ratsam, das Kokosöl vor Gebrauch zu verflüssigen. Auch die Erdnusscreme sollte zimmertemperatur haben zur besseren Verarbeitung/ der Habib fand die Erdnusscreme-Schicht etwas Dattel-lastig (ich nicht). Deshalb wird beim nächsten Mal versuchsweise noch ein Löffel Honig untergemischt.

Realtalk: Muffins mit Schoko, Nuss und Frucht

Sonntag, 1. September 2024

 

 

Mit Rauskommen der Serie habe ich auf dem Kanal von Dave bei Youtube *The Race* gebingt. Direkt mittendrin im Thema Jungendsprache, worauf ich hinaus will. Aber ich drehe vorher noch eine Volte.

Endlich kann man den Youngstern mit der Hilfe von *The Race* mal erklären, wie der Habib in seiner Jugend auf Weltentdeckung loszog. Nämlich genau so. Ohne Geld. Und ohne Handy. Tsss, heute völlig fancy und eine echte Challenge - und eben exakt die Grundidee von *The Race*. Naja, und Trampen war zu Habibi-Jugend-Zeiten erst im Begriff erfunden zu werden, Kartenmaterial von etwa besuchten afghanischen oder syrischen Dörfern nicht angedacht und Couch-Surfing, BlaBla-Car und Flixbus selbstredend noch lange nicht am Start. 

Wobei der Mut, mit dem sich der Habib ins Abenteuer stürzte, immer schon bestaunt wurde. Und ein bißchen vorgeführt fühlen sich heute wie damals viele, dass lediglich die Neugier auf fremde Länder, andere Kulturen und Begnungen mit anders denkenden Menschen ausreicht, um loszuziehen. Da macht es einer vor: Just do it! ist  möglich. Es gehört halt die Zauberkraft *Überwindung* dazu. Plus, nicht zu vergessen, ein Stückchen gnadenreiches Papier: ein  entsprechender Reisepass, der Grenzen öffnet. Was aber Generationen übergreifend eint - und *The Race* prima vor Augen führt -, ist die Erfahrung, dass Leben mit dem Faktor X, die Ungewissheit, was der heutige Tag bringt, alles um ein zigfaches spannender, intensiver, erlebnisreicher macht. Sowie der Erkenntnis, was für ein wundervoller Wert praktizierte Gastfreundschaft ist. Gilt doch die altbekannte Weisheit heute mehr denn je: Alle Menschen sind Ausländer - fast überall.

Ein neues Modewort der Jugend ließ mir allerdings jedes Mal beim Fallen einseitig die Augenbraue hochrutschen (innerlich - meine Gesichtsmuskeln lassen ein derartiges Mimenspiel nicht wirklich zu). Und zwar das Wort *Realtalk*. Das ist ja wohl die Jung-Alternative zu dem inflationären Lieblingswort vieler Deutscher *tatsächlich*. Einem Wort, bei dem meine Augenbrauen schon gar nicht mehr wissen, wo sie hinrutschen sollen, wenn jeder zweite Satz mit *tatsächlich* beginnt.  

Die Frage, die sich mir stellt, ist, wenn ich Worte wie *Realtalk* oder *tatsächlich* vorausschicken muss für eine Aussage, wie habe ich denn dann den kompletten Rest zu bewerten. Alles vorher ist nur Geföhne? Nur-so-dahin-geschwätzt? Selbstdarstellung? Pressemitteilung? Verkaufsgespräch? Werbeverantstaltung? Show-Buisness? Politik? Unterhaltungsindustrie? Versteht ihr, was ich meine? Ich kapiere nicht, wozu dieser Zusatz à la *jetzt mal ernsthaft* (jetzt schalte ich mal das Hirn an) gebraucht wird. Warum unterhalte ich mich denn mit jemanden? Doch genau weil ich eine ehrliche Meinung hören will. Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum man einzelne Sätze mit einem *Achtung jetzt tatsächlich/ Realtalk* unterstreichen muss. Das Kurioseste dabei finde ich ja, dass die Gesellschaft Ehrlichkeit anscheinend gar nicht mehr erwartet!!

Als Vergleich, als kleines Spiegelbild ziehe ich eine Habib-Geschichte heran, wie Tuaregs sich in der Wüste begegnen. Da setzt man sich zusammen um ein winziges Feuer, das gerade ausreicht, um Tee zu machen, dabei tauscht man sich aus und unterhält sich. Jeder Satz mit Gehalt und keine Phrase dabei: Jeder Satz gesprochen mit der Hand auf dem Herz. Jetzt könnt ihr dagegen halten, Stadt-Kultur geht nun mal anders und wir sind auch nicht mehr auf Kamelen unterwegs. Aber bleibt die Qualität einer menschlicher Begegnung nicht stets die gleiche - unabhängig von Ort, Zeit und Kultur? Eben in dem man sich einander öffnet und sagt, was man denkt? Ohne Aufrichtigkeit keine Begegnung. Und ohne Ehrlichkeit in der Beziehung kein Glück und kein Vertrauen. Vielleicht kann man, vielleicht muss man Aufrichtigkeit üben. Beispielsweise in dem man einfach bei seiner Geschichte bleibt, immer ein und derselben Version der Geschichte und sie unabhängig vom Gegenüber immer gleich erzählt.

 


Füllhorn-Zeit. Da weiß man gar nicht, mit welchem Obst man etwas Süßes backen soll vor lauter Auswahl. Diese Muffins-Idee kann man wunderbar ebenso verwenden für Brombeeren. Thymian läßt sich gut austauschen mit Lavendel, Walnuss gegen Haselnuss oder Mandeln... Rauskommen werden saftige und trotzdem lockere, aromatische Muffins. Ich habe unsere kleinen, intensiven Feigen genommen, die kaum größer sind als ein Tischtennisball. Wie meist gesellte ich der Feige etwas Piment und Thymian zur Seite - zum Ausgleich ihrer Süße.

 

12 Muffins:

140g Butter, weich
125g brauner Zucker
1 Pr Salz
2 Eier
200g Mehl (m: D630)
2 TL Back-Pu
30g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: Walnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
2 EL Kakao (oder auch 2 EL mehr, wer mag)
50g Schoko-Drops
120ml Milch
40g Crème fraîche
2 Msp Piment
1/2 TL Kardamom
2 TL Thymian
200g Feigen (oder Brombeeren), klein geschnitten
 
Deko: jeweils ein paar gehackte Nüsse, Schoko-Drops, Feigen und Thymian

Zubereitung:

Ofen auf 175°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Butter mit Salz und Zucker cremig aufschlagen. Gewürze zufügen. Mehl und Back-Pu mischen (wer mag: gesiebt). Eier nacheinander unter die Butter unterrühren. Dann abwechslend Mehl und Milch untermischen - dabei nur so viel rühren wie nötig.

Crème und Kakao, Drops und Nüsse dazu geben. Zuletzt die Früchte vorsichtig unterheben.

Muffinsform mit Förmchen rüsten.

Den Teig gleichmäßig auf die 12 Vertiefungen verteilen. Mit gehackten Nüssen, Frucht und Schoko-Drops sowie Thymian verzieren.

Für ca. 30 min im Ofen backen.

Anmerkung m: Die Muffins schmecken am nächsten Tag richtig durchgezogen noch besser.


Die Kommentarfunktion verweigert sich mir (Sch...gmpfhh....), aber dann halt so:

Was gebt ihr mir für ein warmes Gefühl, dass die Matrix eben doch kein luftleerer Raum ist, in dem man schneller vergessen wird, als man *Coucou* schreiben kann. Ich danke euch allen für die lieben Worte! Hoffentlich finde ich wieder etwas mehr Zeit für das Blog. Und wenn, dann liegt es mit an eurem Feedback. Am Schluß hat sich hier nach all den Jahren eine kleine eingeschworene Gruppe gebildet (eine zauberhafte Vorstellung für mich) - denn zusammen ist immer leichter als alleine: sogar vorm Computer :)

Phantásien, ein Herz für Lebkuchen und Blob-Buster Alpenbrot

Donnerstag, 30. November 2023


Von Otfried Preußler war es nur ein federleichter Katzensprung rüber zu Michael Ende. Und vielleicht muss ich in meiner künftigen Bücher-Edition doch *Krabat* gegen *Die unendliche Geschichte* austauschen. Bereits optisch verströmte das Buch für mich als Kind mit seinem roten und grünen Schriftbild und den verschlungenen Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels die ganze Magie, die später dann die Buchstaben entfalteten. Und natürlich ist diese Geschichte DER Inbegriff einer anderen herausragenden Eigenschaften von Büchern: sie verhelfen zur Flucht aus einer Welt, die einen nicht freundlich behandelt - DER Grund, warum ich ein Lesekind geworden bin.

Es hat mir Freude gemacht, mich die letzte Zeit ein wenig mit Michael Ende auseinander zu setzen (das Interview mit Fuchsberger). Wie viel Paralellen sich zwischen Preußler und Ende finden. Und wie fasziniert mich, dass Kinder so oft die Biographie ihrer Eltern fortsetzen. Mein Habib ist ganz folgerichtig der Sohn seines Vaters Emil, der Doktor der Chemie und Philosophie war.

Und während man Preußlers Geschichten anmerkt, dass ihm sein Vater viel von seiner Passion als böhmischer Heimatkundler weitergab, so ist Michael Ende spürbar der Sohn eines Malers, Edgar Ende, mit seinem bilderreichen Schreibstil. Außerdem ist Ende - wie wir alle - geprägt von seiner Jugend. Mit 14, berichtet er in einem Radio-Interview, als er sich gerade begonnen habe, dem Außen zu öffnen, brannte die Welt und alles lag in Schutt und Asche. Und früh war klar, dass er auf der Straße, wenn er mit anderen spielte, nicht erzählen durfte, was zuhause passierte oder gesprochen wurde. Sein Vater war zu den entarteten Künstlern gezählt worden und durfte keinerlei Malereibedarf erwerben - das mussten stets Freunde für ihn tun; Malen durfte nur heimlich geschehen...

Ich glaube schon, dass der Hintergrund, vor dem schöpferisches Schaffen stattfindet, sehr entscheidend ist. Er liegt wie eine Blaupause unter allem. Und so eint etwa Krabat und die unendliche Geschichte, dass die Bedrohung ein wesentlicher Baustein der Erzählung ausmacht. Braucht es eine Bedrohung, um zu erkennen, was schützenswert und kostbar ist, habe ich mich gefragt? Wie bei den *landscape of fear* etwa?

Literatur und Lügen sind aus der gleichen Substanz. Fiktion. Diese Substanz kann Medizin oder Gift sein, das hängt von den Händen ab, die sie verwendet. [...] Wenn es darum geht, Menschen zu kontrollieren, gibt es kein besseres Instrument als Lügen. Denn du siehst, Menschen leben nach Überzeugungen. Aber Überzeugungen kann man manipulieren. Daher ist die Macht, Überzeugungen zu manipulieren, das Einzige, was zählt. (Ende)

Ähnlich, weniger politisch, formuliert es Preußler: *Ich glaube an die Kraft der Phantasie. Und ich glaube an die seelischen Kräfte, die sich in magische Wirkung umsetzen können, sei's zum Bösen oder sei's zum Guten.*

Wir reden über die Kraft der Gedanken. Und viel, viel zu selten, machen wir uns über diese größte Fähigkeiten, die wir als Geistwesen besitzen, Gedanken und setzen uns damit auseinander, was das in aller Konsequenz bedeutet.

*Du meinst, dass Phantasie nicht wirklich sei? Aus ihr allein erwachsen künftige Welten: In dem, was wir [durch unsere Gedanken] erschaffen, sind wir frei* bekräftigt Ende seine Überzeugung. 

Man kann ja noch nicht einmal behaupten, dass wir tölpelhaft mit unserer schöpferischen Kraft umgehen. Wie im Nebel sind uns unsere Gedanken in keinster Weise bewußt, wir ahnen kaum, worin wir gedanklich fischen. Wir hören uns selbst beim Reden nicht zu, und merken nicht, worin wir uns mehr und mehr verstricken. Kann Mensch weiter entfernt davon sein, selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu werden, wenn er selbst keinen Zugang zu seinen Gedanken hat?

Dabei taucht man als Kind tief ein, in die unendlichen Weiten des eigenen, inneren Erlebens, in der die Kraft der Imagination den Realismus der Form ganz leicht sprengt.

Preußler formuliert das schön: *Die Kinder der Welt durchlaufen auf einer bestimmten Entwicklungsstufe alle diese magische Phase, in der man mit Steinen reden kann, in der man aus Tannenzapfen Kühe und Schweinerl macht. Da sind die Kinder der Welt eine internationale Nation. * 

Ob Kinder heute überhaupt noch derlei Erlebnisse haben in ihrem Spiel? Die Risiken für die Nutzung digitaler Medien im Kindesalter sind immer besser belegt. Schweden streicht aufgrund von neuesten Erkenntnissen den Bildschirmzwang für Kleinkinder. (via infosperber). Über 40 Forscher rund um die Gesellschaft für Bildung & Wissen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland fordern ein Moratorium der Digitalisierung an Schulen und Kitas. KI dürfe Lehrer nicht ersetzen (via Heise online). Bei aller kritischen Beobachtung, stehen die Zeichen doch allerortens so, dass der Mensch sich abwendet von seinem Ursprung hin zu einem seelenlosen, geistlosen Apparat.

 


Eine Aussage von Ende gefiel mir ebenfalls sehr, weil ich mich darin so wiedergefunden habe. Das Gespräch mit seiner Frau Ingeborg war für ihn nicht nur Inspiration und Anregung, sondern eigentlicher Schreibanlaß - das gilt sosehr auch für mich und meine Gespräche mit dem Habib. Ihr erinnert euch an Kleist *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, genau so: das Gegenüber hilft entscheidend beim Formulieren. Und für mich ist das hellste Licht, auf das ich schauen kann, mein Habib.

Jede Adventszeit hadere ich ein wenig mit meinem Los als Foodblogger, denn über die Jahre habe ich SO viele Lieblingsplätzen angesammelt - im Badischen nennt man sie ja Brödle - , dass ich eigentlich ungern Neues ausprobiere.

Prompt lehrt mich das Alpenbrot eines besseren! WIE konnte ich nur diesen Blog-Buster seither übersehen. Petra hat ihn bereits von einem anderen Blog und von ihr aus zog er seine Erfolgskreise von Blog zu Blog. Allesamt begeistert. Und ich kann nur ins gleiche Horn blasen: ein Spitzen-Rezept um in die Weihnachtsbäckerei einzusteigen, schnell zusammengefummelt und schmeckt super. Wobei ich eigentlich alle Lebkuchen-Rezepte, die ich seither ausprobiert habe, liebe - deshalb für euch heute hier gebündelt! Kann ich mich unter den letzten Rezepten kaum entscheiden, so belegen aber die untersten zwei hier auch in meinem Ranking die letzten Plätze.


 Zutaten:

500g Mehl (m: halb Einkorn-Vollkorn, halb D630)
250g Butter
250g Muscovado-Zucker (m: 200g)
2 Eier
30g Kakao
1/2 EL Zimt
2 gemahlene Nelken (od. 1/4 TL Nelkenpulver)
2 Kapseln grüner Kardamom (od. 1/4 TL Kardamom-Pulver)
1/4 TL Muskatnuss-Abrieb
1/2 TL Salz
...
40g Rohrzucker (zu Staubzucker gemahlen)
 
2-3 EL Zitronensaft

Den Backofen auf 180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die Butter in der Küchenmaschine cremig rühren. Den Zucker zugeben und alles so lange rühren, bis die Masse hellschaumig ist, das dauert eine Weile.

Währenddessen Mehl, Kakao, Zimt, gemahlene Nelken,, Kardamom, Muskat und Salz verrühren.

Die Eier einzeln unter die Schaummasse rühren, bei jeder Zugabe 1-2 Minuten rühren. Nun die Mehlmischung zugeben und nur kurz unterrühren. Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, nochmal ganz kurz durchkneten. Die Masse in 6 Teile a etwa 180 g teilen, diese zu Rollen formen und auf das Backblech legen (m: Rollen geformt von etwa 32cm).

Das Blech für 15-20 Minuten (m: 17min) in den Backofen schieben, die gebackenen Laibchen sollen sich noch etwas weich anfühlen.

Während der Backzeit den gesiebten Puderzucker und Zitronensaft zu einem dünnflüssigen Guss verrühren.

Das Blech aus dem Ofen holen, die heißen Laibchen sofort mit dem Guss bestreichen. Kurz abkühlen lassen, dann die Laibchen schräg in Scheiben schneiden, komplett auskühlen lassen.

Das Alpenbrot in gut schließenden Blechdosen aufbewahren.

Anmerkung m: idiotensicher, schnell, köstlich - und Vollkornmehl-Skeptiker dürfen hier ihre Abneigung ablegen: der Einkorn gibt einen zusätzlich schönen, leicht nussigen Geschmack

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta

 

    

      

      

 

„Ich habe mich ein Leben lang dagegen gewehrt, das zu werden, was man heutzutage einen richtigen Erwachsenen nennt, nämlich jenes entzauberte, banale, aufgeklärte Krüppelwesen, das in einer entzauberten, banalen, aufgeklärten Welt sogenannter Tatsachen existiert.“ (Michael Ende)


zwischendurch: süße Obst-Schnittchen

Donnerstag, 7. September 2023

 

Das Leben lenkt mich ab - zum Bloggen findet sich gerade einfach nicht so richtig das Zeitfenster. Hingegen gekocht, gebacken und gegessen wird weiterhin konstant. Ganz so eben wie der Körper es in seiner Stetigkeit verlangt. Und so stapeln sich die Rezepte, so dass ich heute schaue, dass ich eines wieder festhalte... für mich... für euch.

Noch nie habe ich so viele verschiedene Pflaumensorten gesehen und entdeckt wie dieses Jahr - in allen Farben von gelb, orange, lila, rosa, rot, blau und in allen Größen - von kugelrund bis oval. Und alle verschieden süß, manchmal mit mehr oder weniger Säure. Ich wußte gar nicht, dass es derart viele verschiedene Pflaumen gibt. Selbst die wilden Pflaumen tragen so sehr, dass sich die Zweige biegen.

Aber meine Schnittchen bieten Boden für vielerlei Obst: Himbeeren oder Pfirsiche, Zwetschgen, Brombeeren - ihr werdet meine vorgeschlagene Süßigkeit schon nach eurem Gusto und Angebot abgewandelt bekommen.

Ich habe unseren Kuchen *einfranzösischt* mit Ziegenfrischkäse, Verveine und diesen süßen, wilden Pflaumen in orange-rot

 


Zutaten: 

125g weiche Butter
50g Rohrzucker
1/2 TL Kardamom
1 Prise Salz
2 Eier (Gr. M)
200 g Weizenmehl (m: T65)*
1 TL Backpulver
120 g weiße Schokolade*
etwas Butter für die Form
 
Frischkäse-Swirl:
250g (Ziegen-)Frischkäse
50g Crème fraîche 
50 g Zucker
1 EL Verveine, fein gehackt 
1 Ei 
1 TL Stärke
400g Pflaumen
 
Zubereitung:
 
Backblech von ca. 28cm x 23cm (von der Größe cirka halbes Backblech).
 
Die weiche Butter mit den Zucker, Kardamom und Salz cremig aufschlagen. Nach und nach Eier unterrühren. Mehl mit dem Backpulver vermengen und unterrühren. Weiße Schokolade hacken und ebenfalls unter den Teig heben. Teig in die Form geben und glatt streichen.
 
In einer separaten Schüssel Frischkäse, Zucker, Ei und Stärke verquirlen. Den fein geschnittenen Verveine untermischen. Die Masse auf den Teig in die Backform geben und mit einer Gabel oder einem Messer marmorieren. 
 
Die Pflaumen halbieren, entsteinen und vierteln. Die Pflauemn-Schnitze auf den marmorierten Teig legen und leicht eindrücken. Blondies im vorgeheizten Backofen ca. 40 Minuten backen.  
 
Anmerkung m: die Schokoholics können die Schoko-Dosis auf 200g anheben/ anstelle von 250 Ziegenkäse und Crème könnt ihr auf Frischkäse ausweichen/ und das nächste Mal nehme ich die Hälfte Einkorn-Vollkorn - das passt hier gut. 
 


 

 

 

 

Abk. : Kokoskuchen mit Rhabarber und Lavendel

Sonntag, 4. Juni 2023

 

Genau genommen handelt es sich um ein Kokosblechrührkuchen mit Rhabarber und Johannisbeeren, weißer Schokolade, Orange und Lavendel. Aber das ist wie im richtigen Leben: zu viel Details schrecken ab. Es reicht eine kleine Überschrift, eine Einordnung, eine kurze Zusammenfassung - damit ist man doch meist schon bedient. *Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest* (Rilke). Vielleicht macht man es sich manchmal zu kompliziert. Bestimmt, da bin ich mir sicher, sollte man jede Form von Grübeln unterlassen. Das tut nicht gut, das führt zu nichts außer Kopfzerbrechen. Was (mir) nicht immer einfach fällt. Sehr oft erhält man nämlich keine Antwort vom Leben auf drängende Fragen. An mir kann das schaben. Wieder fällt mir Rilke dazu sein..., der sagt, dann habe doch einfach die ungelöste Frage selbst lieb... ich hatte es davon. Wäre nur der harte Reifen mit der Geduld nicht. Gut, in einem Rezept kommt spätestens mit der Zutatenliste sowieso alle Infos, die man benötigt.

Die Johannisbeeren etwa könnt ihr gut rauskürzen, wenn ihr schönen Himbeer-Rhabarber bekommt. Die gebe ich oft der Farbe zuliebe hinzu. Oder aber ihr mengt noch ein paar Himbeeren unter - auch super. In Südfrankreich bin ich froh, wenn ich überhaupt Rhabarber auftue. Auf dem Markt seltenst. Und bei uns im Garten habe ich die Hoffnung gesteckt, nach mehreren Versuchen ihn bei uns anzubauen. Er will nicht.

Mach dich rar und du wirst zum Star, sagt man. Das trifft bei mir und meinem Verhältnis zu Rhabarber den Nagel auf den Kopf. Als er noch als Riesen-Trumm im elterlichen Garten wuchs, wollte ich von Rhabarber nix wissen. Aber gerade im Frühling gelüstert mich hier im Süden wenigstens ein Mal im Frühjahr nach einem Kuchen mit Rhabarber.

Um dem Kuchen einen regionalen Twist zu verleihen, habe ich mit Lavendel *parfümiert*. Und unsere Feriengäste haben bestätigt: das darf man ruhig machen, selbst wenn es ungewöhnlich klingt - es schmeckt! Auf Lavendel im Essen reagieren ja viele skeptisch. But I do my very best um gegen diese Vorurteile anzuarbeiten. Naja, hänge ich es etwas tiefer auf: anzukochen.

 


 Zutaten:

1 1/2 kg Rhabarber (m: 1 kg Rhabarber, 250g Johannisbeeren)
250g Butter, weich
160g Rohrzucker (plus etwas mehr)
4 Eier
1 Pr Salz
300g Mehl (m: D630)
3 TL Back-Pulver
100g geriebener Kokos (und etwas plus)
3 EL Lavendel, fein gehackt
180g weiße Kuvertüre
1 Orange, Schale und Saft

 

 Zubereitung:

Rhabarber putzen und in 2 cm breite Stücke schneiden. Von der Orange 2 Tl Schale fein abreiben. 100 ml Saft auspressen. Kuvertüre hacken.

Butter, Zucker, 1 Prise Salz und Orangenschale mit den Quirlen des Handrührers mind. 5 min. schaumig schlagen. Eier nacheinander jeweils 30 Sek. unterrühren. Dann Mehl und Backpulver sowie Kokos mischen und abwechselnd mit dem Orangensaft unterrühren. Die Hälfte der Kuvertüre, sowie die Hälfte des fein gehackten Lavendel unterheben.


Teig auf ein gefettetes Backblech (40 x 30 cm) streichen, mit zusätzlichen Kokosflochen bestreuen und den Rhabarber und die Johannisbeeren darüber verteilen, außerdem dem restlichen Lavendel darüber streuen sowie 2-3 EL Rohrzucker. Im heißen Ofen bei 190 Grad (Umluft 170 Grad) auf der mittleren Schiene 20 min. backen. Restliche Kuvertüre auf den Kuchen streuen und weitere 15 min. backen. Auf dem Blech abkühlen lassen und in Stücke schneiden. 

Anmerkung m: wer keinen Kokos mag, kürzt ihn raus und nimmt insgesamt 400g Mehl

 

geistlose KI - weißer Schoko-Beeren-Cake

Samstag, 1. April 2023


Diese Woche habe ich im Netz bei einem kleinen Bilderquiz teilgenommen, bei dem ich den Unterschied erkennen sollte zwischen Fotos, die von KI erstellt wurden oder von einem fotographierenden Menschen (s. Stern). Um es direkt aufzulösen: keine Chance. Same-same but different. Ich habs nicht geschafft.

Zu ähnlichem Ergebnis kam Inés (aka Kaltmamsell) bei der Anwedungen von Texterstellung der KI ChatGP:  Foodblogs müssen endlich die “endlosen Labertextfahnen vor den eigentlichen Rezepten” nicht mehr selbst erfinden: Foodblogging 2023 (Formschub). Das bekommt ein Algorhythmus gleich gut hin.

Und im Gespräch mit einer Freundin, deren Mann in *der Branche* arbeitet, erzählte diese mir, dass er gerade mit der KI-Entwicklung rund um die Imitation der menschlichen Stimme beschäftigt sei. Etwa Arztpraxen könnten dadurch entlastet werden, wenn die Telefonauskunft in Zukunft auf häufig gestellte Fragen (nich, ganz so, wie es die Google-Suchmaschine anbietet) durch KI-Sprecher übernommen wird. Die Stimmen wären täuschend ähnlich und die Antworten decken ja immerhin eine statistische Mehrheit ausgewertetermaßen ab.

Dem gegenüber steht das Individuum. Denn individuell geht ganz anders, da sind wir uns wohl einig. Was aber macht den Kontrahenten zur Industrie 4.0 - das Einzelwesen - so wertvoll? Oder genauer nachgehakt: was macht dich als Individuum höchstpersönlich aus? Ist dir das bewußt?

Stand der Dinge ist: ob 'real' oder 'imitiert', ob 'Wahrheit' oder 'Fake' läßt sich nicht mehr scheiden. Das Auge ist täuschbar, das Gehör ebenso, bref: die Sinne dienen nicht mehr als Instrument, Spreu von Weizen trennen zu können. Was will der Verstand auf der Basis von verwirrten Sinnen auswerten?

*Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlst.* (Schiller)

Tsss, schütteln jetzt einige den Kopf, und weil irgendwer irgendetwas fühlt, sollen dann Entscheidungen getroffen werden ?! Hochgradig spinnert! Nein, falsch! ICH, ganz alleine, eigenverantwortlich, selbstbestimmt habe zu einem höchstpersönlichen Urteil für mich selbst zu finden - das erst ist der erwachsen gewordene Mensch, das ist der einsame Weg des Individuum. Aber wie klar bist du dir deiner eigenen Gefühle? Wie gut ist der Draht zu deinem Herz? Mit der Frage wende ich mich an eine kleine Minderheit, weil mir bewußt ist, dass eine Mehrheit bereits von der anderen Welt, in der Maß und Zahl die Hoheit hat, geschluckt wurde.

Eine kleine Beispielgeschichte. In Marokko luden wir eine Bekannte vom Team Graf Zahl zum Geburtstags-Essen ein. Wir hatten das kleine Lokal bereits einige Zeit zuvor entdeckt und waren völlig verzaubert. In einem verwunschenen Garten, umrundet von blühenden Bougainvillea, Granatäpfelbäumen und Jasmin-Sträuchern wurde uns eine üppige Vielfalt von köstlicher Mezze aufgetischt. Dorthin führten wir sie also aus. Anschließend, der Habib hatte bereits bezahlt, drehte unsere Bekannte beim Verlassen nochmals um mit der Begründung, sie müsse auf Toilette. Da ich aber meinen Pullover vergessen hatte, erwischte ich sie dabei, wie sie stattdessen am Tisch nach der Rechnung griff. Sie brauchte eine Zahl (den Preis), die ihr einen Maßstab bot, um den Wert dieser Einladung einordnen zu können.

Ohne Innerlichkeit, ohne Zugriff zur eigenen Gefühlswelt bleibt ein eigenes Urteil verwehrt. Wie wunderschön fasst Erich Fried in Lyrik, dass der Verstandesebene der Zugriff zum Gefühl nicht möglich ist: *Es ist, was es ist* und veranschaulicht dabei im gleichen Moment, dass einzig das Gefühl in seiner Tiefe Gewissheit findet - weil es die Tür zum Wesen der Dinge ist. Etwas, das man anderen nicht erklären kann. Und nicht muss. Fühlende Wesen verstehen sich untereinander ohne Worte - s. James French.

Oder mit der allbekannten Weisheit von Saint-Exupéry: *Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. Man sieht nur mit dem Herzen gut.*

 


Wer meine Rührkuchen kennt und nachbäkt, der muß wie ich die Schlagseite zu den Brownie-Style-Kuchen haben: schön saftig, schön durchgezogen, schön lecker.


Zutaten - Kastenform 23cm:

170g Butter, weich
180g Zucker (m: Rohrzucker)
3 Eier
200ml Kefir
Schale einer Zitrone
300g Mehl (m: D630)
8g Weinstein-Backpulver
1/2 TL Salz
90g weiße Schoko, gehackt (oder Drops)
150g Beeren (m: gemischt)*

Zubereitung:

Backform mit Backpapier auskleiden.

Ofen auf 170°C (Umluft) vorheizen

Mehl zusammen mit dem Back-Pu sieben. 1 EL davon zur Seite nehmen und darin die Beeren marinieren.

Butter mit Zucker hell schaumig aufschlagen. Eier nacheinander unterrühren. Zitronenschale, Salz und Schoko zufügen. Dann abwechselnd Kefir und Mehl beischütten. Nicht zu lange rühren, nur so lange bis ein homogener Teig entstanden ist.

Die Hälfte des Teiges in die Kastenform füllen. Beeren darauf verteilen. Restlichen Teig darauf setzen und glatt streichen und auf der 2. Schiene von unten in den Ofen schieben.

Backzeit ca. 70-75 min - Stäbchenprobe.

Anmerkung m: man kann sich auch nur für Himbeeren entscheiden. Oder Blaubeeren. Oder Brombeeren. Und weniger Frucht (80-100g) funktioniert der Cake auch gut...

Inspiration: Margot (coucou Margot)

 


Und weil wir in die Karwoche übergehen, und weil ich mit stolz geschwellter Brust der Minderheit der Pazifisten angehöre, und weil vor mir schon ganz andere Geister dafür eingetreten sind:

 

Ich halte es lieber mit meinem Landsmann Jesus Christus. Leiden ist mir eben wirklich lieber als Gewalt üben - Albert Einstein

Killing you softly: Schoko-Cookies der besonderen Art

Sonntag, 15. Januar 2023


Viele in unserem Dorf haben Probleme mit ihrem unmittelbaren Nachbarn. Das brachte mich zu der Theorie, dass für Beziehungen der richtige Abstand entscheidend ist. Kaum ist zumindest ein Haus dazwischen, steht es oft schon wieder deutlich besser um die gegenseitige Sympathie.

Irgendwie ähnlich wie mit Atomkraft - hat keiner wat dagegen, solange er nicht direkt neben dem Pfeiler leben muss. Ja, überzeichnet, ist klar, aber damit ihr die Richtung kriegt.

Oder anderes Beispiel. Gehen wir ins Tierreich. Nehmen wir das Nilpferd: planschender, dauerbadender Vollblutvegetarier. Der Habib, der alte Abenteurer und Weltenbummler, kann aus seinem Repertoire der schönen und ungewöhnlichen Tiergeschichten auch ein Erlebnis mit Nilpferden beisteuern. Und zwar campierte der Habib in Afrika am Flußufer des Nigers. Mitten in der Nacht wachte er oben in dem Dachzelt seines Jeep's auf, aufgeweckt von seltsamen Geräuschen. Er steckte den Kopf aus dem Zelt und sah eine Herde Nilpferde ums Auto grasen - die mit Inbrunst furzten und rülpsten. Kinder lieben diese Stelle der Geschichte sehr. Doch wehe, wehe man kommt dem bulligen Nilpferd zu nahe. Dann stellt sich umgehend raus, dass ein Nilpferd erstaunlich schnell rennen kann und über eine immense Beißkraft verfügt. Mehr als hundert Menschen sterben aufgrund von Nilpferd-Attacken jährlich, weil sie den (zugegen großzügig) benötigten Rhinozerus-Radius von hundert Metern unterschreiten - was das Nilpferd damit gefährlicher macht als einen Löwen. Heißt: Koloß Hippo ist nur so lange friedlich, bis man ihm nicht in der Aura steht.

Ich finde, jedes Miteinander (und zwar egal welcher Art) lebt davon, einen gewissen Zirkel nicht zu unterschreiten. So kompliziert ist es dann auch nicht: jeder hat seine Grenzen, und die gilt es zu respektieren. Tja, und dann sind wir halt wieder bei Themen wie Einfühlungsvermögen, Sensibliltät, Empathie, Respekt, Akzeptanz usw. Keiner kann leiden, wenn er übergangen wird. Keiner freut sich, wenn rote Linien überschritten werden, wenn man ihm auf den Zehen rumtanzt.

Nicht sehr förderlich für die nachbarschaftlich guten Kontakte ist in Frankreich der Tatbestand, dass die Dokumente des Katasteramts nicht juristisch bindend sind. Wobei es die Behörde hier eh noch nicht allzu lange gibt und manche Daten durch GPS neuerdings wieder korrigiert werden müssen. Davor einigten sich die Bauern untereinander (oder eben nicht) und es ging ähnlich zu, wie es Goethe in einem der beiden Wilhem Meisters beschreibt: zu Grenzsteinsetzungen wurden ein paar Buben der umgebenden Gemeinden dazugezogen und die bekamen bei der Gelegenheit eine ordentliche Backpfeife verpaßt, damit sie sich auch noch in ein paar Jahren gut erinnern konnten, wo genau der Grenzstein palziert wurde.

Als Deutscher kann man sich ein derart laxes Regelement schwer vorstellen. Leicht auszumalen allerdings läßt sich, mit wieviel Scharmützel das einhergeht. Tsss, Insidergeschichten von ehemaligen Bürgermeistern (nicht allein aus unserem Dorf) könnte ich wiedergeben, wie sich Nachbarn über Jahre bis aufs Messer stritten wegen  Wegerechten, versetzen Grenzsteinen, falsch plazierten Hecken... und der französische Gerichtsapparat zeigt sich in diesen Fragen zäh, langwierig, verschachtelt und kompliziert.

Naja, wie sagt Schiller: *Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt* Oder noch besser bringt es für mich Wilhelm Busch auf den Punkt:

Wer anderen gar zu wenig traut, hat Angst an allen Ecken;
wer gar zu viel auf andre baut, erwacht mit Schrecken.

Es trennt sie nur ein leichter Zaun, die beiden Sorgengründer:
Zuwenig und zuviel Vertraun sind Nachbarskinder

Wohl dem, der weiß, wem er die Tür einladend öffnen kann und wen er besser mit der Bohnenstange auf Abstand hält. Das gilt für Nachbars wie für alle anderen Menschengeschöpfe, das gilt auf dem Dorf wie in der Stadt. Der Unterschied auf dem Dorf ist: man kennt seine Pappenheimer.

 

      


Schwierig zu sagen, auf welcher Seite des Zauns ich stehen will, wenn es um die verschiedenen Texturen von Keksen geht. Ich mag sie genau so gerne crunchy wie chewy. Diese Cookies fesselten meine Aufmersamkeit direkt, weil sie mit ungewöhnlichen Zutaten aufwarten wie Miso, Apfelmus und Kokosmilch. Ein solches Rezept musste auf jeden Fall einem Selbstversuch unterzogen werden.

Fazit: diese Cookies werden alle lieben, die sich angezogen fühlen von dem Kontrast süß-salzig, die gerne Schneebesen und Teigschüssel abschlecken und die bei Schokolade prinzipiell schwer *Nein* sagen können. Oder die wie ich halt doch eine Schlagseite haben zu all den Kuchen im *Brownie-Style*.

 

Zutaten Schoko-Cookies mit Miso, Apfelmus und Kokosmilch - 19 Stück:

110g Butter, weich
220g Rohrzucker (m: Muscovado)
60g Apfelmus (m: Ofen-Apfelmus mit Muskatblüte)
60g Kokosmilch
1 EL helles Miso (m: 1 TL dunkles Miso)
310g Mehl (m: T65)
5g Natron
200g dunkle Schokolade (m: 70% Schoko)

 


 

Zubereitung:

Die weiche Butter mit dem Zucker mit Geduld schaumig aufschlagen. Apfelmus, Kokos­milch und Miso-Paste dazugeben und weiter ­aufschlagen, bis eine homogene Masse entstanden ist. Mehl und Natron hinzufügen und alles zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Die Schokolade klein hacken und die Schokoladenwürfel unterrühren. Den Teig zugedeckt für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank stellen (m: über Nacht). 

Den Backofen auf 180 Grad (O/U-Hitze vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen. Die Teig portioniern à ca. 50g und rund rollen. Dann die Kekse mit Abstand auf das Backapier setzen und etwas platt drücken (1 Blech mit 12 Keksen, das zweite mit 7 Keksen).

Die Bleche (m: nacheinander) für ca. 12-14min backen. Die Kekse sollten breiter gelaufen sein, die Oberfläche mit leichten Rissen und beim Anfassen bereits fest. Auf dem Backpapier auskühlen lassen. Wenn man die Kekse aus dem Ofen holt, scheinen sie innen und auf der Unterseite noch zu weich sein. Sind sie aber vollständig ausgekühlt, dann sind sie perfekt soft.

*Anmerkung m: gekühlt schmecken mir die Kekse am besten!

Inspiration: SZ 

 

die Worte des Propheten mit der Botschaft der Liebe heute auf unserem *Insta*

Dienen: Knusperhäuschen-Honig-Plätzchen oder schlichte Lebkuchen

Sonntag, 11. Dezember 2022


Mein Großvater verstarb früh an den Folgen seiner Kriegsgefangenschaft. Er hinterließ meiner Großmutter vier Töchter. Neben dem Existenzkampf als Alleinerziehende pflegte sie gleichzeitig mehrere Jahre ihren bettlägrigen Vater. Oft sollte die Großmutter später zu mir rückblickend sagen: *Ich weiß nicht, was ich ohne Schwester Misaela gemacht hätte.* Nicht alleine der tatkräftige Beistand sondern ebenso die moralische Unterstützung halfen ihr sehr durch diese harte Zeit.

In meinem Heimatdorf habe ich als Kind noch die letzte Generation Ordensschwestern miterlebt. Beide standen damals schon kurz vor der Rente. Die eine sprang als Krankenschwestern überall dort ein, wo Menschen ähnliche Hilfe wie meine Großmutter bedurften, die andere leitete den hiesigen Kindergarten. Das Grippelspiel zu Weihnachten in unserer Kirche war legendär. Für die Ausstattung konnte Schwester Luzia auf viele kleine, helfende Hände zurückgreifen und aus der gleichen Riege wurde eine ganze Heerschar  pausbäckiger Engel gebildet, die das Jesuskind samt Maria und Josef umringten. Obendrein gab Schwester Luzia den Dorfkindern Blockflöten-Unterricht. Dabei ging sie nicht eben zimperlich zur Sache. Wenn nicht alle leise genug waren, konnte einem schon mal der Kasten der Flöte ans Hirn fliegen.

Heute gibt es in Deutschland nur noch einen Bruchteil der Nonnen von damals. Und deren unentgeldliche, unbürokratische Hilfe von einst, ist nicht einfach ersetzbar durch Pflegedienste. Warum fehlt den Ordensschwestern der Nachwuchs?

Vielleicht weil meine Generation bereits unter neuer Prämisse ins Leben gestartet ist: *Verwirkliche dich selbst!* - ich hatte es davon. Die verstorbene Frau meines Habibs hingegen arbeitete als Krankenschwester. *Ich will etwas für die Menschen tun* - dieses innere Bedürfnis trieb sie an, ihren Beruf dieser Aufgabe zu widmen. Ganz nach dem altbekannten Goethe-Zitat aus seinem Gedicht *Das Göttliche*: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut. Doch dienen denn solche Gedanken heute überhaupt noch als Maßstab?

Sich in den Dienst von etwas zu stellen, ist doch eigentlich totally out, oder? Ich habe kein Beispiel aus dem Freundeskreis parat, das in seiner beruflichen Tätigkeit rein von moralischen Motiven angestoßen wäre. Wenngleich ich das weit verbreitete Ehrenamt (Tafeln usw.) nicht schmälern will. Bestimmt nicht. Mutter Theresa soll gesagt haben: *Die Frucht der Liebe ist Hoffnung. Die Frucht der Hoffnung ist Dienen. Und die Frucht des Dienens ist Liebe.* Es ist ein Kreislauf - das eine führt zum anderen. (Ein Zitat, das ich übrigens aus einem weiteren, kurzen Film von Green Renaissance entliehen habe). Alles hängt miteinander zusammen. Man kann das eine nicht ohne das andere haben. Eine alte Erkenntnis - ich komme wieder und wieder (...) darauf zurück, denn davon bin ich tief überzeugt. Doch wo nur sind unsere Ideale, wo die leuchtenden Vorbilder?

*Man erziehe Knaben zu Dienern und Mädchen zu Müttern, so wird es überall wohl stehen* (Goethe). Klingt doch nun völlig aus der Zeit gefallen, oder? Was aber ist die Alternative? Bleibt ja dann nur das Pendant dazu, nämlich dass stattdessen alle herrschen wollen über andere. Wo das hinführt, wenn sich der Mensch *die Erde Untertan macht*, bekommen wir ja vorgeführt.

In einem der letzten Vorträge, die ich mir mit dem Dalai Lama ansah, träumt er davon, noch zu Lebzeiten anzuregen zu können, dass *Mitgefühl* als Schulfach gelehrt wird. Die Herzensbildung als schulischer Kanon, Empathie als Pädagogik, Unterricht in Menschlichkeit. Ja, was glaubt ihr, ist denn das überhaupt möglich, zum Guten zu erziehen? Oder ist das nicht vielleicht doch Charaktersache? Gäbe es überhaupt ein Interesse daran? Bedarf es eines solchen Unterrichts? Was meint ihr? 

 


Von meinem heute zum 3. Advent vorgestellten Rezept war ich mit dem ersten Bissen überzeugt! Ganz schlichte Lebkuchen, an denen man sich gar nicht überessen kann, weil sie so pur gehalten sind und von angenehm dezenter Süße. Dazu lassen sie sich noch lange aufbewahren, so dass es keinen Grund gibt, nicht wirklich eine großzügige Ladung davon auf einen Schlag zu backen.

Tatsächlich sind die Lebkuchen in ihrer Grundidee für ein Lebkuchen-Haus gedacht. Aber warum sollte man sich verkünsteln, wenn man viel einfacher davon kommt... ihr kennt mich. Das Rezept stammt von einer Freundin, die es wiederum aus einem alten Weihnachtsbackbuch hat. 

 

Geschwister im Blog-Universum, die offen legen, wie gerne ich Lebkuchen esse:

 **** der Klassiker und DUBB gekennzeichnete Lebkuchen

 **** ein neuer Stern und gleich hoch eingestiegen: die vegangen Lebkuchen-Gutzli

 **** Lebkuchen-Herzen - fand ich auch absolut spitze. 



Zutaten - ca. 40 Stück:

250g Honig
200g brauner Zucker (evt. weniger)
150g Butter, weich
400-450g Mehl 
(optional: 100g davon ersetzen durch gemahlene Mandeln)
1 TL Zimt
2 TL Lebkuchengewürz 
(oder je eine gute Prise Kardamom, Nelke, Piment, Muskatblüte)
1/2 Zitrone, Schale davon
1 EL Kakao
1 Eier
1 TL Pottasche
2 EL Rum (oder Wasser)

Zubereitung:

Die Butter, den Honig und den Zucker in einen Topf geben und unter Rühren so lange erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Etwas abkühlen lassen und in eine Rührschüssel umfüllen. Die restlichen Zutaten mit dem Knethaken gründlich untermengen. Die Pottasche mit Rum oder Wasser in einer Tasse verrühren, bis sie sich aufgelöst hat. Diese dann ebenfalls zum Teig dazugeben und so lange auf höchster Stufe weiterkneten, bis der Teig glänzt und nicht mehr klebt (ansonsten noch etwas Mehl zufügen). Der Teig sollte fest und formbar sein. Den Teig im Kühlschrank für mehrere Stunden ruhen lassen - am besten über Nacht.

Backofen auf  180°C (O/U-Hitze) vorheizen. Backbleche mit Backpapier auslegen.

Dann den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche etwa 6 mm dick auswellen. Motive nach Wahl ausstechen - ich finde, zu dem Geschmack passen nicht zu kleine Formen, also eher größere. Was wiederum der Schnelligkeit der Herstellung entgegenkommt!

Die Sterne (Kreise, Herzen, Bäume...) mit etwas Abstand auf das Backblech setzen. Blech in die Mitte des Backofen einschieben und etwa 18 min backen. Vorsichtig vom Blech lösen, denn die Sterne sind noch sehr weich. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Dann in einer Keksdose aufbewahren - halten sich prima.

Anmerkung m: die Hälfte des Rezeptes haben bei mir 38 Lebkuchen à  5,5cm Durchmesser ergeben/ ein 1/5 des Honigs habe ich ersetzt durch Rübensirup/ den Rohrzucker kann man womöglich gut weiter auf 150g reduzieren beim ganzen Rezept

Quelle: Katja/ GU - Backen für Weihnachten

 

Vermittler: Lebkuchen-Gutzli, vegan

Sonntag, 27. November 2022


Wenn wir unterwegs auf den Flughäfen dieser Welt gelandet sind, dann rußte dem Habib bereits am Gepäckband das Aufeinandertreffen mit einer seiner liebsten Berufsgruppe: den Taxivermittlern. *Ich bin doch nicht zu doof, mir selbst ein Taxi klar zu machen, als dass ich auf diese Mtherfcker angewiesen wäre!*  - deren Angebot selbstredend stets ein Vielfachen über dem üblichen Preises liegt (eh klar, die wollen schließlich mitverdienen). Gleiches gilt für die Märkte und Souks. Nicht jener, der mit Fleiß und im Schweiße seines Angesichts etwas herstellt, macht das eigentliche Buisness, sondern der Zwischenhändler, der lässig im Laden rumhängt und verkauft.

Die Plattform-Ökonomie wird zum Sargnargel des Mittelstandes, lautet eine Theorie (für tiefer Interssierte: s. Ernst Wolff). Tatsächlich kann man sich doch kaum noch eine Pizza bestellen, ohne dabei an Lieferando vorbeizukommen. Das kann man locker ausdehnen auf das Rufen eines Taxi, das Buchen eines Fluges, Hotels, den Kauf eines Pullovers, das Suchen eines Handwerkers.... just name ist... Jeder shoppt doch mittlerweile bei Amazon. Spätestens seit der Pandemie. Die einschlägigen Unternehmen à la airbnb, booking.com, Uber, Trivago... brauche ich gar nicht listen, um plastisch zu machen, wovon ich rede. Kennen wir alle.

Ginge das nicht genauso auch im viel Kleineren? In meiner Jugend hatte die Mitfahrzentrale noch ein Büro. Niedlich, oder? Und für was braucht es eigentlich eine europaweite Plattform für Second-Hand-Klamotte (Vinted). Der deutsche Kleiderkreisel war doch bereits sehr groß. Wen interssiert, wo ich in Berlin Pizza ordern kann, wenn ich mich in München aufhalte?

Tech-Giganten nutzen ihr Monopol. Und Monopol-Bildung ist der freien Marktwirtschaft zuliebe verboten. Zumindest wurde mir das so noch während meiner Schulzeit beigebracht. Das scheint überholt. Das Geschäftsprinzip der Plattformökonomie ist simpel: Ein Plattform-Unternehmen managt kein Produkt und keine Dienstleistung, sondern lebt davon, dass es Marktakteure miteinander verknüpft. Plattformen stehen also zwischen dem Produzenten einer Ware auf der einen Seite und dem Konsumenten dieser Ware auf der anderen Seite. Für was braucht man diese Raubritter also, die von allen nur Wegzoll kassieren? Nur damit etwas WWW vergleichbar wird?  Würde das nicht jeder Wald und Wiesen- Programmierer auch für einen Bezirk, eine Gemeinde, eine Stadt hinbekommen, eine solche Homepage zu entwerfen? Wollen wir nicht alle lieber *libre et indepandant* leben als angewiesen zu sein auf irgendwelche dubiosen *Dealer*? Dann lieber Einzelkämpfer und vernetzt im echten Leben! Und überhaupt: WIE sehr ich diese ewige, vorgegebene Bewerterei verabscheue! Ehrlich, was soll das?

 


Nun, über dieses Thema bin ich gestolpert, weil dank einer der vielen Plattformen, die ich selbst nicht nutze (Pinterest), gelangt gerade eines meiner Rezepte zu dem Fame, den es grundsätzlich verdient: meine Linzer. Die Aufrufzahlen steigen und steigen. Keine Ahnung, ob geholfen hat, dass ich wiederholt und wiederholt mit Tolltolltoll (DUBB) darauf zurückverwiesen habe. 

In der letzten Zeit habe ich selbst ebenfalls wirklich viel aus meinem Fundus gebacken. Logo, die Linzer gerade wieder. Aber auch die Nuss-Tarte mit Tonka (und etwas Lavendel - war super), den Marmor-Kuchen, den Butter-Sand-Kuchen sowie außdem den Kaffeekuchen. Wäre ich auf Insta, dann.... aber lassen wir das.

Im Advent gehts wie gewohnt ans Plätzchen backen. Meine acht Lieblings-Plätzchen habe ich euch letztes Jahr verraten. Die werden sich stabil im Olymp halten. Für Schoko-Maniacs verlinke ich euch noch die DUBB Schoko-Sablés mit fleur de sel sowie die neu entdeckten Super-Schoko-Busserl.

Zum ersten Advent stelle ich euch heute vegane Lebkuchen vor, die uns sehr gut gefallen. Professionell würden sie schmecken, urteilt der Habib. Und schnell gebastelt sind sie ebenfalls, was meiner Art der  Zuckerbäckerei sehr entgegen kommt. Da reißt mir nämlich schnell der Geduldsfaden. Sogar energiesparend sind sie, da man sie nicht backen muss (das neueste aller Güte-Siegel). Sehr fein - mache ich bestimmt wieder! Jetzt stecke ich beim Frühstück die erste Kerze am Adventskranz an (selbstgedrehte Mischung aus Blautanne und Zeder), gen abend, wenn der Ofen brennt, raucht sicherlich auch ein Räucherstäbchen, dazu wird das erste Plätzchen in den Mund geschoben - Adventgemütlichkeit ist echt nicht schwer!


Zutaten 15 Stück:

150g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: 100g Mandeln/ 50g Haselnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
35g Datteln
20g Aprikosen, getrocknet
50ml kochendes Wasser
50g Nussmuss (m: Mandeln)
25g Ingwer, kandiert (oder Cranberries/ kandierte Orangenschale)
25g Marzipan
1 TL Zimt
1/4 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
Pr Piment
Pr Ingwer, gemahlen
100g Schokolade (m: 70% Kuvertüre + etwas Kardamom)

 

Zubereitung:

Datteln und Aprikosen klein schneiden, mit kochendem Wasser übergießen, abdecken und ca. 10min ziehen lassen - dann pürieren. Alle Zutaten - außer der Schokolade) zu einem homogenen, leicht klebrigen Teig vermengen (m: per Hand).

Kugeln von etwa 25g formen, diese flacher drücken und auf eine Platte (oder Kuchenform) mit Backpapier ausgelegt setzen. Für etwa 1/2 Stunde (oder auch Stunde) ins Tiefkühlfach stellen - dadurch werden sie griffiger (also leichter zu händeln, da nicht mehr klebrig).  

Die Schokolade überm Wasserbad schmelzen (m: noch einen Stich Kokosfett zugefügt außerdem Kardamom) und die dickeren Plätzchen (flachgedrückten Kugeln) in die Kuvertüre tunken. Für das letzte Drittel habe ich noch etwas Kokosraspeln untergemischt (ebenso gut ein wenig gehackte Nuss) und die Plätzchen eher mit der restlichen Kuvertüre bestrichen (mit Hilfe eines Teelöffels). Wieder aufs Backpapier setzen und trocknen lassen. 

Dann in einer Plätzchendose aufbewahren.

 

der große Wurf: Schoko-Mandel-Tarte mit Feigen/ Birnen/ Quitten/ Physalis

Sonntag, 25. September 2022

 

Wie Gedächntis oder Erinnerung funktioniert ist ja nachwievor eines dieser großen Mysterien, die bis heute unerklärt sind (ich komme immer wieder darauf zurück). Apropo Mysterium: den neuesten Kornkreis in England mitbekommen? Meine Meinung dazu kennt ihr. Lächelnd machte mich, dass eine Mehrheit der Presse dieses Phänomen als Vandalismus bezeichnet, als illegale Kornkreise. Tsss, hat doch keiner die Erlaubnis dafür erteilt. Ah, so ist das, stelle ich fest: Staunen und Wundern voll verlernt dafür aber Recht und Ordnung sowie Obrigkeitshörigkeit verinnerlicht. Wie unterschiedlich kann Wahrnehmung funktionierten - samt den daraus resultierenden Schlüssen. Nächstes Mysterium!

Zurück zum Thema Erinnerung. Mein Elefantengedächtnis funktioniert besonders gut im Hinblick auf den Umgang mit mir. War jemand freundlich zu mir, dann erinnere ich mich daran und belohne mit meinem hauseigenen Treuebonus. Hat mich jemand schlecht behandelt, dann bleibt mir das ebenfalls. Gott sei Dank gibt es aber noch Faktor Zeit und der läßt doch Gras über vieles wachsen. Das Üble sollte man irgendwann begraben können - sonst trägt man nur gewichtig daran. Und rum ist schließlich rum, oder? Aber je älter ich werde, umso mehr halte ich mich an das uralte *Trau-schau-wem*. Das hat mich meine Erfahrung gelehrt.

Mit guten Rezepten geht es mir ähnlich. Die kleben fest in meinem Poesie-Album der Erinnerung und auf die guten greife ich immer wieder zurück. Das heutige Rezept ist genau genommen eine Mariage aus zwei Rezepten, die das beste aus beiden zusammenbringt. Konnte somit eigentlich nur ein Treffer werden, denn beide sind bereits jedes für sich super. Doch es gelang mir die Tarte mit Birne und Kardamom und die Tarte mit Feigen und Schokolade zu einer kosmischen Verbindung zu vereinen.

Zumindest wenn ich den Reaktionen auf diese Tarte Glauben schenke, die waren nämlich regelrecht euphorisch à la beste Tarte ever und so... Aber wir wissen ja alle, wie schnell der Magen vergißt. In puncto süßen Schleckereien sind alle polyamor veranlagt. Trotzdem schwebte ich ein kleines Weilchen in einer schwer selbstverliebten Blase, dass mir mit dieser Tarte der ganz große Wurf geglückt ist. Und wißt ihr was: ausschließen will ich es nicht. Probiert selbst.

 


Mit Feigen sind wir in Südfrankreich üppig versorgt. Ihr könnt die Tarte gleichfalls mit Birne backen oder aber etwa auch mit Quitten, die vorher kurz gegart wurden wie für die schöne Apfel-Quitten-Tarte mit Salzbutter-Karamell. Physalis stelle ich mir ebenfalls toll darin vor... Oder mit Aprikose... Mir bleibt das Grundgerüst dieser Tarte definitiv im Ultralangzeitgedächtnis haften!


Zutaten:

Tarteboden:
200g Mehl (m: davon 50g Dinkel-VK)
100g Butter
1 Pr Salz
30g brauner Zucker
1 EL Crème fraîche
1 TL Kardamom, gemahlen
etwas kaltes Wasser

Füllung:
60g Schokolade, schwarz, gehackt
3EL Kakao
2 Eier
90g Butter, weich
120g Mandeln (nicht zu feinst gemahlen)
1/2 TL Piment
1 Orange, Zesten davon
2 TL Thymian
ca. 600g Feigen

 


 

Zubereitung

Den Tarteboden wie gewohnt zügig zu einem homogenen Teig verarbeiten und kühl stellen.

Ofen auf 200°C vorheizen.

Eine Tarteform (m: 26cm Durchmesser) buttern, den Teig ausrollen und den Boden auslegen, dabei einen Rand hochziehen, Boden mit einer Gabel einstechen. (: 15min in die Tiefkühle gestellt - soll verhindern, dass sich Boden wellt).  Mit Hülsenfrüchte 20 Minuten blind backen.

Währenddessen die Schoko-Mandel-Füllung herstellen. Zuerst die Schokolade klein hacken. Dann aus Eiern, Mandeln, Butter, Kakao, Piment und Orangenschalenabrieb mit dem Handrührgerät eine Paste verrühren - zuletzt die Schokolade untermischen. Die Masse gleichmäßig auf dem Tarteboden verteilen.

Den Ofen auf 180° runterschalten.

Feigen halbieren und auf der Mandel-Schoko-Paste verteilen.  Zuletzt den Thymian darüber streuen. Für weitere 30 Minuten backen. Entweder noch warm oder abgekühlt servieren. Ich finde, es tut dieser Tarte gut, einen Tag durchzuziehen, damit sich die Aromen entfalten können.

Anmerkung m: skeptisch wegen dem Thymian? Ich ermutige euch neugierig zu sein: das macht das Tüpfelchen auf dem i.


kleine Köstlichkeit zum 11ten: Blondies mit confierten Erdbeeren

Sonntag, 19. Juni 2022


11 Jahre blogge ich jetzt. Und es fällt mir schwer, dazu eine Bilanz zu ziehen. Bloggen spielt in meinem Selbstverständnis keine Rolle. Ich identifiziere mich nicht über das Blog. So war das schon immer. Zumal ich keine typische Foodbloggerin bin. Gerichte mit Geschichte. So irgendwie. Aber das hat gar kein richtiges Genre. Keine echte Zielgruppe. Das mag für manche nicht Fisch nicht Fleisch sein, aber wie sagt der Badener: *So ischs worre* (So ists geworden). Das Blog mutierte irgendwie organisch zu dieser seltsamen Mischform. So sitze ich irgendwie zwischen zwei Stühlen - ganz wie als Deutsche, die in Frankreich lebt und nicht mehr Deutsche aber auch noch kein Franzose ist. Spitzen-Gelegenheit mal wieder auf einen echten Lieblingspost zu verlinken!

Ich kann noch nicht einmal mehr sagen, mit welcher Motivation ich das Projekt *grain de sel - Salzkorn* gestartet habe. Vielleicht, weil ich damals eine begeisterte Foodblog-Leserin war. Ich mochte es sehr, mich für mein tägliches Kochen von Blogs inspirieren zu lassen. Und Foodblog-Rezepte waren wirklich immer verläßlich. Also damals. Vor über 11 Jahren. Das wußte ich als Koch-Novitzin zu schätzen. Vielleicht kam mir irgendwann der Gedanke, das kann ich doch grad so, foodbloggen. Das kann ich vielleicht sogar besser als andere. Ganz wie Jane Goodall, die berühmte Schimpansenforscherin. Sie wurde in einem Interview mal gefragt, wie sie denn zu diesem eigenartigen Berufswunsch kam, in den afrikanischen Urwald zu ziehen, um Affen zu beobachten. Und ich liebte ihre Antwort so sehr, dass ich sie mir leichterdings behalten habe. Jane Goodall erwiderte darauf, sie hätte als junges Mädchen *Tarzan* im Kino gesehen und war sich ganz sicher, dass sie Tarzan eine bedeutend bessere Jane gewesen wäre. Augenblicklich war ich in Jane Goodall verliebt! Sehr gerne verlinke ich auf das von ihr iniziierte, weltweite Projekt, das Jugendliche zum Mitgefühl für alle Lebewesen und Interesse an unterschiedlichen Kulturen ermutigen will: *Roots & Shoots*. Eine gute Idee!

Das macht mir an meiner Art zu bloggen wohl die meiste Freude, dass ich - ganz mit dem vor 10 Jahren laut gemachten Gedicht - mir schrankenlos Gedanken machen und mich dabei Mitteilen kann. Und das schriftliche, laute Formulieren ist eine prima Übung für die eigene Klarheit.

Aber das mache ich ja nun 11 Jahre. Wenn ich morgen damit aufhöre, fehlt mir möglicherweise nichts. Jetzt schon blogge ich bereits bedeutend weniger als zu Beginn. Da war die Schlagzahl ja totally überambitioniert.

Es bleibt also weiterhin beim jährlichen Fazit: so lange mein Leben mir Energie übrig läßt, das Leben nicht zu sehr stürmt und tobt, so lange wird nebenher weitergebloggt. Danke für Eure treue Begleitung!

 


Das Sammeln der Walderdbeeren war einer dieser Momente, die losgelöst sind, frei, kindlich, behaglich, behütet: alles ist gut, alles hat seine Ordnung, alles hat seinen Sinn. Die guten Mächte sorgen sich um jene, die sich beharrlich mit dem Herzen an sie wenden. Wer diese Gewißheit im Herzen trägt, dem kann nicht viel passieren. Ganz mit Teresa von Avila: *Nichts verwirre dich, nichts erschrecke dich, Gott verändert sich nicht...* So habe ich denken müssen an das Kinderbuch *Das Rosenresli* von Johanna Spyri, die Schweizer Schriftstellerin, die alle dank der *Heidi* kennen. Mag die Welt laut sein, in Willkür und Lüge wenig Orientierung bieten, die einfachen Regeln der Tugenden und Ethik kann man eh nur mit dem Herzen befolgen.

150g Walderdbeerchen habe ich gesammelt. Und Fuchsbandwurm hin oder her, die ein oder andere verschwand doch direkt im Mund. Man sagt, früher wurde die Landbevölkerung von den Fürsten ausgeschickt um die Beeren zu sammeln, streng verboten, sie dabei selbst zu genießen, denn sie waren dafür bestimmt, die fürstliche Gicht zu lindern, durch die die Blaublüter ihre übermäßigen Wildbraten reuen mussten. Walderbeeren schmecken wir das Konzentrat von Erdbeeren. So kam ich auf die Idee, dass sie wohl sehr gut durch confierte Erdbeeren zu ersetzen sind - so, wie man sie auch benötigt für das weltbeste Erdbeer-Eis! Es sind richtig kleine Köstlichkeiten geworden, diese Blondies, zumindest wenn man dem Habib Glauben schenken mag, der bei jeder Verkostung diese Worte wiederholte.

 

Zutaten Blondies mit confierten Erdbeeren/ Waldbeeren

180g Butter, gebräunt
100g weiße Couverture, fein gehackt
Bittermandel-Tropfen
2 EL Rosenblütenwasser
1 Pr Salz
50g Vollrohrzucker
50g Rohrzucker
50g Mandeln, geschält, geröstet, gehackt
150g Mehl (m: 100g Einkorn-VK/ 50g D1050)
2 Eier 
150g Walderdbeeren*

Zubereitung:

Zuerst die Butter in einem Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Aufschäumen lassen, dann bei kleinerer Hitze simmern lassen. Wenn die Butter anfängt sich zu klären, auf jeden Fall dabei bleiben und unter Rühren den Bräunungsgrad der Butter überwachen. Sobald die Butter schön bräunlich ist, sofort vom Herd ziehen, und die gehackte Couverture zufügen (es gilt aufzupassen, weil wenn die Butter in dem Topf zu dunkel wird, schmeckt sie nachher verbrannt).

Eine Auflaufform oder ein Brownieblech (ca. 18 x 25 cm) fetten (oder mit Backpapier auslegen). Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze (Umluft: 140 Grad) vorheizen. Kuvertüre hacken. Butter in einem Topf schmelzen. Topf vom Herd ziehen, Kuvertüre zugeben und darin auflösen lassen. Beiseite stellen. 

Eier, Rosenwasser, Salz, und die zweierlei Zucker schaumig schlagen .

Kuvertüre-Mix zugeben. Zuletzt das Mehl sowie die gehackten Nüsse unterrühren. Blondie-Teig in die vorbereitete Form geben und glatt streichen. Mit den Erdbeeren bestreuen. Die Blondies im vorgeheizten Backofen ca. 30min backen - möglicherweise etwas länger (Stäbchenprobe). Auskühlen lassen. Schmecken am nächsten Tag besser.

Anmerkung m: Walderdbeeren durch normale Erdbeeren ersetzen - ca. 250g und zwar folgendermaßen: 

Ofen auf 135° vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen, die Erdbeeren halbieren, auf das Blech legen und ca.15-20 Minuten im Ofen rösten und dann abkühlen lassen/ mit Blaubeeren oder Himbeeren werden die Blondies ebenfalls gut schmecken