Posts mit dem Label Fenchel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Fenchel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

durchscheinen: Curry-Reissalat mit Räuchertofu und Fenchel

Freitag, 20. Oktober 2023


Könnte man nicht - habe ich mir überlegt - ein Krankenhaus nicht wie einen kleinen Mikrokosmos nehmen und von da aus auf alles Weiteres schließen. Im Krankenhaus steht das Leid zentral im Mittelpunkt, ganz in buddhistischer Tradition: der größte, gemeinsame Nenner alles Menschlichen ist der Wunsch, Leid vermeiden zu wollen. Im Alltag bekommt man sein Päckchen ganz gut kaschiert, aber im Krankenhaus liegt die Not mehr oder weniger offen. Die einen leiden sichtbar physisch, andere leiden psychisch oder mental - Ärzte und Pflegepersonal nicht ausgenommen, sei es Stress, Überforderung oder Überlastung. Da sitzen alle im gemeinsamen Boot des Leidens und das sollte... wie so eine Art Schicksalsgemeinschaft .... zusammenschweißen. Allumfassendes Mitgefühl als Elaborat, das sich auf diese Weise von ganz alleine einstellt - der Grundkern, der alle Weltreligionen eint.

Aber rein utopisches Kopfkino. Auch im Krankenhaus versammelt sich Gottes großer Zoo, ein buntes Sammelsurium aller Charaktere von sonnigwarm bis finstereisig, Leid hin oder her.

Und grundeigentlich dient ein Krankenhaus viel mehr als hervorragendes Beispiel wie entmenschlicht unser Umgang miteinander bereits ist. Der aktuelle AOK-Fehlzeiten-Report spiegelt wider, dass die psychischen Erkrankungen in den letzten 10 Jahren um satte 50 Prozent gestiegen sind. So was kommt von so was. Es krankt im Miteinander. Das moderne Krankenhaus besteht (klar, abhängig von der jeweiligen Abteilung, aber gerade wenn es um operative Eingriffe geht ) aus sehr viel Apparatemedizin, die menschliche Körper zu inspizierenden Objekten degradiert. Da braucht der Mediziner kein Fingerspitzengefühl mehr für das Wesen Menschen, sondern er benötigt seine volle Aufmerksamkeit im Umgang mit High-Tech-Maschinen. Alles mechanisiert, hochstandartisiert, hocheffizient. Vorbei die Zeit, in dem sich dir jemand gegenüber setzt und dich anschaut (wie in dieser Arte-Doku *Tibetische Medizin*), sich versucht einzufühlen, sich versucht in die individuelle Krankheitsgeschichte reinzudenken. Nein, die Standarts finden sich in allen Abläufen bishin zum Auftreten der Mediziner und der Krankenschwestern: automatisierte, sich immer wiederholende, leere Phrasen, professionelle Freundlichkeit ohne innere Beteidigung, sterilisierter Umgang mit Zimmernummern. Momente, in denen Mensch Mensch begegnet, sind nicht eingeplant und können nicht abgerechnet werden. Wenn doch, dann bleiben diese Augenblicke leuchtend im Gedächtnis.

Eine Geschichte kam mir in diesem Zusammenhang wieder in den Sinn. Die verstorbene Frau meines Habibs, Ute, die gestern Geburstag hatte, arbeitete als Krankenschwester. Eine sehr alte Patientin wandte sich in ihrer Verzweiflung an sie: *Schwester, können Sie mir helfen? Ich würde so gerne sterben und kann und kann nicht.*

Und da zog sich Ute aus, legte sich zu ihr nackt ins Bett, umschloß sie mit ihren Armen und in Utes Armen verstarb die alte Frau nach kurzer Zeit.

Was eine Geschichte! Jeder wird merken, dass man/ dass ich mir diese Begegnung nicht ausdenken kann. Das ist genau so passiert. Was offenbart sich hier?! Was ein Geist strahlt da durch! Von wessen Geistes Kind war Ute in dem Moment getragen?! Sich nackt auszuziehen um jemanden Sterbehilfe zu leisten, das geht nicht über den Kopf. Da wägt man die Situation nicht gedanklich ab. Und Utes Verhalten geht auch weit über eine Sensibilität hinaus, was der andere in dem Moment gerade brauchen könnte. Das ist größer. Da wirkt die unsichtbare Welt wie medial durch. Und nun stellt sich die Frage, was muss passieren, um mit dieser transzendenten Welt so verbunden zu sein, dass man auf diese Weise tätig werden kann?



Dieses Jahr konnte man monatelang durchgrillen - auf allen Ebenen. Bei der Gelegenheit gab es hier wiederholt Reissalat. Nun, auch ohne Grillgedöns.

Wer hier ab und an mitkocht, hat längst durchschaut, dass mein mir liebstes Mittagsessen aus etwas Gekochtem und Gebratenem (Puffer) besteht sowie begleitender Rohkost besteht. DAS Grundgerüst, an dem ich mich im wahrsten Sinne irgendwie festgebissen habe. Die Puffer werden demnächst als Rezept erscheinen - ausgepuffert hat es sich hier noch lange nicht! Wißt ihr ja...

 

Zutaten 4P:

120g Reis
2 TL Curry
1/2 TL Curcuma
2 Lorbeer-Blätter
1/2 Granatapfel/ 1/2 Mango/ 1 pêche de vigne
1 Räucher-Tofu
1 mittelkleiner Fenchel
2 Knofi
1/2 TL Kreuzkümmel
Piment d'Espelette
100g Erbsen
2 EL Soja-Sauce
1-2 EL Apfelessig
Dill/ Basilikum/ Koriander
Oliven
Salz, Pfeffer
Kokosfett/ Olivenöl/ Sesamöl

 

Zubereitung:

Etwas Kokosfett in einem kleinen Topf erhitzen, Curry und Curcuma kurz anrösten, Reis zufügen, Lorbeer-Blätter, Salz und mit entsprechend Wasser auffüllen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Lorbeer-Blätter entfernen.

Räuchertofu in Würfel schneiden und in Sesam-Öl knurspig braten und zur Seite stellen.

Fenchel putzen, halbieren, Strunk entfernen und in feine Scheiben hobeln. Zusammen mit dem Kreuzkümmel und dem fein gewürfelten Knoblauch in einer Pfanne in etwas Olivenöl rösten (m: 2-3 EL Gemüsebrühe angeschüttet, Deckel kurz aufgelegt) und den Fenchel dann so lange garen, bis er weich aber noch etwas Biss hat, dabei leicht salzen, mit Piment würzen und mit Ahornsirup würzen.

Nun die frischen Kräuter fein wiegen, das Obst der Wahl würfeln oder vorbereiten, die tiefgefrorenen Erbsen kurz garen und abschrecken und dann alle Zutaten miteinander in eine Schüssel geben. Würzen mit Soja-Sauce und Apfelessig, salzen und pfeffern - fertig.

Anmerkung m: sowohl mit unterschiedlichem Obst wie Kräuter zubereitet: Pfirsich mit Basilikum, Mango-Koriander, Dill - Granatapfel... mal mit mal ohne Oliven

 

Orchideen: salade aux fenouils, anis et pamplemousse

Dienstag, 14. März 2023

 

Früher - mindestens schon eine Dekade her - stellten Orchideen für mich der Inbegriff des Spießbürgertums dar. Da blüht diese zierlich verästelte, zarte Pflanze mit fast schon unnatürlicher Schönheit in den Fenstern zur Straßenseite und dahinter, hinter Blume und dem drappierten Vorhang-Gazé tobt Krieg: Ehepaare, die sich gegenseitig zu leid leben, Eltern, die ihren Kindern das Leben zu Hölle machen und Geschwister, die in Hauen und Stechen verstrickt sind. Aber das ist egal, wichtig ist der schöne Schein, versteckt hinter einer feengleichen, exotischen Plfanze.

Der angepasste Bürger, dem das Ansehen der Gesellschaft so wichtig ist, dass er dafür bereit ist, alle Energie für den äußeren Anstrich aufzuwenden, wird im Zuge dessen bei größtmöglicher verblendeter Selbstgerechtigkeit seine Innerlichkeit ebenso einbüßen wie einen gesunden Selbstbezug. Beeindruckend beschrieben von Leo Tolstoi in *Der Tod des Iwan Iljitsch*, ein Buch, das bei der Zusammenstellung II *Bücher meines Lebens* bestimmt nicht fehlen wird.

Für mich war das damals ein wesentlicher Gründe, warum ich mich so jung habe tätowieren lassen. Tattoos eigneten sich wunderbar als Rebellion gegen dieses verlogene Fassadentum. Ich dachte mir, wer sich an der angemalten Haut stört, weil seine Beurteilungskriterien derart oberflächlich sind und er nicht bereit ist, etwas genauer zu schauen, der sortiert sich doch dann idealerweise von alleine aus. So jemand brauche ich nicht in meinem Umfeld. Jugend halt. Alles mit großen Ausrufezeichen versehen, alles Statement! Und weil ich mich in der Künstlerwelt bewegte, begegneten mir zu meinem Erstaunen kaum Resentiments: den Künstlern billigt der Spießer mehr Freiheiten zu.

In der Jugend kann man sich schwer vorstellen, dass sich Dinge ändern, dass die Zeit weiterzieht und vergeht und mit ihr die ein oder andere Einstellung. Keiner konnte ahnen, dass sich die Haltung zu Tattoos derart drehen würde. Mittlerweile sind bald mehr Menschen tatöwiert wie nicht. Und die Tattoo-Fans leben heute genau das, was meinen Widerwillen einst erweckt hatte: die dekorierte Äußerlichkeit bzw. die Huldigung des Körpers.

Tja und etwas anderes hat sich ebenfalls gedreht: ich mag die Orchidee. Hier im ländlichen Frankreich sieht man die Blume seltener als Fensterschmuck und der Habib und ich wohnen eher ohne Zimmerpflanzen. Die machen mit großem Garten keinen wirklichen Sinn. Stattdessen gehört meine eigentliche Leidenschaft den heimischen Wildorchideen. Die sind weniger üppig wie ihre tropische Verwandtschaft aber bei genauerer Betrachtung nicht minder schön. Ein bißchen nerdig finde ich mein Hobby schon, oder? Aber meine Begeisterung hängt ganz entschieden mit der Drôme zusammen. Hier ist die Flora Obelix-gleich in den großen Orchideen-Topf gefallen. Felderweise stehen sie dicht an dicht und färben ganze Wiesen mit ihren Farben. Man muss schon sehr dump sein, um sich nicht an dieser Wildblume erfreuen zu können. Mehrfach habe ich euch an meiner Passion hier schon teilhaben lassen. Auf unserer Homepage *Sonne und Lavendel* erhielten sie eine eigene Seite.

Mit dem Riesenknabenkraut, auch Roberts Mastorchis genannt (oder...) beginnt jeden Frühling aufs Neude die Wildorchideen-Saison und meine Vorfreude auf ihr Blühen. Jedes Jahr aufs Neue bin ich gespannt, ob ich eine *neue Orchidee* erbeuten kann und habe die Hoffnung auf einen Frauenschuh seither noch nicht aufgegeben.

 


Am Ändern ist sich außerdem meine Haltung zu Pampelmoussen. Diese Frucht hat der liebe Gott nicht für mich erfunden. Ich laufe an ihnen vorbei, ohne sie zu bemerken. Ich übersehe sie, sie fallen mir einfach nie auf zwischen Orangen, Mandarinen und Zitronen. Es bedarf dann schon einer weiteren Inspiration von *les petits fournaux* um hier das welterste Rezept mit Pampelmousen vorzustellen. Ich mochte die Kombi von Fenchel, Anis und Pampelmusen sehr, ja, es war als würde ich damit ein kleines unbekanntes Geschmacks-Universum entdecken, eines, das sich lange vor mir versteckt hielt.


Salat 2P:

1 Fenchel (ca. 200g)
1 Pampelmuse
1 TL Anis
2 EL Olivenöl
1 EL Walnussöl
2 TL Ahorn-Sirup
1/2 TL Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
1 Avocado
optional: einige Wildkräuter (zur Dekoration)

Zubereitung:

Fenchel rüsten, halbieren, vom Kern befreien und in feine Streifen hobeln.

Die Pampelmuse schalen und filitieren - dabei den Saft über einer Schüssel auffangen und den restlichen Saft in eben diese Schüssel pressen.

Das Olivenöl erhitzen und den Anis darin kurz rösten, bis er beginnt zu duften, dann den gehobelten Fenchel darin kurz wenden, dabei mit Piment würzen, salzen und pfeffern.

Den Fenchel in den Zitrus-Saft geben, mit den Früchten mischen und mit Ahorn-Sirup abschmecken. Etwas abkühlen lassen, dann das Nuss-Öl zufügen. Kurz vor dem Servieren die klein geschnittene Avocado sowie mit den Wildkräutern dekorieren. Idealerweise mariniert der Salat mindestens eine halbe Stunde.

Anmerkung m: Original war der Salat ohne Avocado - schlichter ist auch lecker


 

Prima Gelegenheit, mal wieder Pamplamoose einzuspielen, die ich euch schon 2x angeprießen habe - und zwar hier zum Szegediner Grünkern-Gulasch und zum Schokoladenkuchen mit Maronen und Haselnüssen - weil der Spaß am Musikmachen so herrlich rüberkommt und das eine sehr smoothe Covernummer von Red Hot Chili Peppers ist...


Finals: Pasta mit Paprika-Tomaten-Sugo und Zucchini-Bällchen

Sonntag, 18. September 2022


Wer sich von unbedeutendem Tingeltangel nicht blenden, ablenken oder abziehen lassen will, der sollte nach der übergeordneten Ebene suchen: der Wesensebene. IMMER die optimale Perspektive. Dort findet sich die Erklärung nach dem *Wozu das Ganze*. Heute wirds inhaltlich etwas schwergewichtiger - mal gucken, wenn ich dabei nicht abgehängt bekomme...

Man kann Menschen spinnert finden, die Claus Schwabs Great Reset-Gedanken folgen wollen. Aber die vierte industrielle Revolution wird man schwer verneinen können, sie ist im vollen Gange. Industrie 4.0 bezeichnet die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie. Oder aus dem DF-Artikel: Die Fabrik der Zukunft ist geprägt durch die vierte industrielle Revolution. Die erste ersetzte Handarbeit durch die Dampfmaschine. Die zweite ging mit Fließband und Massenproduktion einher. Die dritte war die digitale Revolution. Und in der vierten kommunizieren nicht mehr Menschen, sondern die Dinge miteinander über das Internet.

Was mich dabei interessiert, ist die Rückkopplung auf den Menschen sowie die zukünftigen Aussichten in diesem Hinblick auf menschliches Dasein. Womit wir bei dem Begriff Transhumanismus gelandet wären - den meisten mehr oder weniger bereits geläufig.

Zu diesem Thema habe ich nun mehrfach Prof. Dr. Paul Cullen zugehört - Humanmedizinier, Facharzt für innere Medizin und Labormedizin, Schwerpunkte in Biochemie/ Molekularbiologie/ Epidemologie, Laborleiter in Münster, geboren in Dublin und daher mit einem sehr charmanten Aktzent in seinem hervorragenden Deutsch - alles unterlegt von seinem Interesse an den ethischen Aspekten der Biomedizin.

Ich schicke das voraus, weil ich jemandem mit einer solchen Reverenz lieber zuhöre als irgendeinem Grafvonwichtig-Sience Fiction-Fan. Ich finde es spannend, wenn ein Mediziner sich dieses Thema zur *Marotte* macht (wie er es selbst bezeichnet) - zudem ist mir Prof. Cullen einfach sympathisch, der steht auf dem Boden, ist klar und glaubwürdig. Das kann man ja nicht von jedem sagen...

Ich mag nur ein paar Aspekte herausgreifen zur Idee der Verschmelzung Menschen-Maschine. Obwohl es sich lohnt, Cullens Ausführungen ganz zu folgen (Referenz s. unten), denn er bettet den Transhumanismus geschichtlich und medizinisch ein, benennt Stufen und Methodik. Letztere liegen nach Cullen vier Kerntechnologien zugrunde: Gentechnologie, Robotik, Künstliche Intelligenz (KI-) Computertechnologie, Nanotechnologie - (interessanterweise gleichzeitig ebenso Kerntechnologien des Militärs). Wie weit man es für möglich hält, die Grenzen des Menschsein zu sprengen, hängt eng damit zusammen, wie man *Mensch* definiert, welche Auffassung man von *Mensch* hat. Und zunehmend auch, in welchen Dienst die Wissenschaft gestellt wird. Bezogen auf den Transhumanismus wird nach Cullen das Vokabular der Wissenschaft missbraucht, um ideologische oder neo-religiöse Impulse zu transportieren.

Für mich zeigt sich wieder die zunehmende grundsätzliche Zweiteilung - worauf ich zuletzt bei dem Artikel zu James French  hinwieß (bon, oder bei den Gedanken zum analogem Leben). Für die einen ist Bewußtsein nichts anderes als Datenauswertung (s. etwa auch *Maschinen wie ich* von Ian McEwan, der der Künstlichen Intelligenz Willkür und Irrationalität als Beweggründe menschlichen Handelns gegenüberstellt). Für die anderen hingegen stellen Bewußtheit oder Gedächtnis rein geistige Phänomene dar, die sich wissenschaftlichen Untersuchungen entziehen (wie etwa der Dalai Lama s. die Gedanken hier dazu). Ja, letztlich kommt man hier auf die entscheidende Basis zurück, meinen Artikel zur Polarität: Geist und Materie - wie von Magneten zieht es die unterschiedlichen Menschen entweder mehr zu dem einen oder dem anderen Pol.

Für #TeamEsprit möchte ich einen weiteren Begriff ins Feld führen, die Eschatologie, einen recht jungen Begriff für eine uralte Vorstellung, nämlich dass alle Dinge nach Vollendung streben; dass ein Sinn hinter allem Verborgen steckt; dass die Erde mit einem konkreten Ziel vor Augen erdacht wurde. Oder dass einem bestimmten Beginn ein entsprechendes Ende zugrunde liegt. Was ihr euch aus dieser Vorstellung rauszieht oder mitnehmt, das will ich eurem Geist, eurer Imaginationskraft, eurem Wünschen, eurem Streben offen lassen... Aber ich sag mal so: Maschinenmenschen, die andere Planeten auf die gleiche Weise wie die Erde ausschlachten, schließe ich für #TeamEsprit als höchste Entwicklungsstufe aus.


Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlst. (Friedrich Schiller)

 

Quelle: Wer mag, kann sich das Inverview auf Odysee anhören oder einer Zusammenfassung davon lesen in diesem Artikel im Katheon-Magazin.

 

 

Zigfach habe ich die Zucchini-Kugeln gerollt. Jedes Jahr habe ich scheinbar ein anderes, kulinarisches Thema, an dem ich mich abarbeite. Gerade sind es Gemüse-Bällchen (s. Roule ta boule). An diesen Zucchini-Bällchen hat mich von Anfang an ihre Einfachheit fasziniert. Gestört aber hat mich, dass das Kichererbsenmehl sie recht trocken macht. Meine Version braucht nicht zwingend viel Sauce, um sie genießbar zu machen, dafür werden sie beim Braten aber nicht mehr ganz kugelrund. Pi mal Daumen kann man sagen: je fester die Grundmasse umso fester das Bällchen - aber auch umso trockener.

Hier werden euch die Bällchen noch öfters begegnen - die lassen sich gewürztechnisch ja wirklich wie ein Ball vor sich herspielen. Und mit Herbst-Kollege Kürbis wird außerdem noch experimentiert.

Für heute also eine Idee, die mit wildem Fenchel angereichert und mit Pasta serviert wurde.

 

Geschwister im Blog-Universum: Zucchini-Falafel


Zutaten 2P:

Bällchen:
125g Zucchini, grob geraspelt
75g Kichererbsenmehl
2 EL Öl
1 TL Tahini
Kräutersalz
Pfeffer
1 EL wilder Fenchel, feinst gewiegt
Piment d'Espelette
Olivenöl

200g Pasta (m: selbstgemachte Orcchiette/ Farfalle )
350g Tomaten (m: 1 coeur de boeuf-Tomate)
1 kleine, rote Paprika
1 kleine rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Harissa
1/4 TL Pimenton de la vera
1/2 TL Paprika-Pulver 
1/2- 1 TL Harissa
1 Pr Zucker
1 EL weißer Balsamico
2 EL Kokos-Crème 
Koksfett 

 


Zubereitung:

Für die Sauce die Tomate(n) mit kochendem Wasser übergießen und dann häuten. Zwiebel und Knofi fein würfeln. Die Paprika mit dem Sparschäler von der Haut befreien und in Würfel schneiden.

Zwiebeln und Knofi im Kokosfett glasig dünsten. Dann Paprika-Pulver und Pimenton und mitrösten. Tomaten und Paprika zufügen, außerdem die Kokoscrème und bei aufgelegtem Deckel und sanfter Hitze etwa 15min weich köcheln lassen. Pürieren, salzen, pfeffern. Und abschmecken mit etwas Zucker (je nach Qualität der Tomaten), Harissa ( je nach gewünschter Schärfe) und dem weißen Balsamico. Pürieren.

Parallel die Bällchen herstellen. Dafür die Zucchini grob raspeln. In einer Schüssel mit den Gewürzen, Öl, Tahini und dem Kichererbsenmehl mischen, nochmals abschmecken und mit feuchten Händen zu 10 Kugeln formen. In heißem Olivenöl rundherum goldbraun braten.

Währenddessen die Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, abtropfen lassen und mit der Sauce vermengen. Anrichten mit den Zucchini-Bällchen und servieren.

Wer mag, reicht noch Parmesan dazu.

Inspiration: mal wieder Susanne von Magentratzerl


blühender, wilder Fenchel

analoges Leben - Annikas Fenchelsalat

Dienstag, 6. September 2022


Nach einem Vortrag zum Thema *Wie wollen wir leben in Europa*, den ich mir online anschaute, schloß sich eine Podiumsdiskussion an zu der Frage, wie realistisch es ist, das Recht auf analoges Leben einzufordern.

Pfffhhhtsssss... oder? Alleine die Fragestellung *Recht auf analoges Leben* - wie skurril ist das?!? Schließlich gehöre ich selbst zu den Dinos, die genau so aufgewachsen sind. Da gabs den Begriff *analoges Leben* noch nicht einmal - es war das einzige Leben, das wir hatten. Und schwups, auf einmal stecke ich mittendrin in einer Welt, in der dir ohne Smartphone keine Existenz zugebilligt wird. Keine Handynummer - kein Bankkonto. Keine Homepage - keine berufliche Selbstständigkeit. Ob ich will oder nicht, werde ich hineingezwungen in die künstliche Welt.

Und zur Hölle: wirklich nix beschissener, als wenn die Technik - Apparte irgendwie spinnen. Das kostet mich Nerven - ich kann euch das Ausmaß gar nicht beschreiben. Schon bequem - aber halt nur so lange, wie das Dingenskirchen funktioniert. Ich als Technik-Honk makiere das Ende der digitalen Nahrungskette. Komplett ausgeliefert. Und freiraus zugegeben: lieber jäte ich stundenlang Unkraut, ruiniere mir dabei Rücken und Fingernägel, als mich eine Viertelstunde in Technikkram einzudenken. Das macht mir in Sekundenbruchteilen schlechte Laune. Anscheinend ist mein Raumschiff für andere Aufgaben ausgerüstet...

Ey, und wißt ihr was: mir hat vor dem digitalen Zeitalter nix gefehlt. Ich bin - für die seltenen, notwendigen Fälle - sehr gut zurecht gekommen mit Telefonzellen. Oder damit das Telefon vom Flur an einem heillos verzwirbelten Telefonkabel in mein WG-Zimmer zu ziehen. Ja, und der Habib gar, der hat wieder und wieder die endlose, algerische Wüste durchpflügt ganz ohne GPS... mit Hilfe von Sonne, Mond und Sterne. Und mit gesundem Menschenverstand.

Ja, ganz ehrlich gesagt bin ich bereits in dem Alter, in dem mir nur zu bewußt ist, dass jeder sog. Fortschritt immer gleichzeitig einhergeht mit dem Verlust von Fähigkeiten. Tolle Apps wurden mir dieses Jahr vorgeführt. Wanderrouten, die man aufzeichnen kann, Vogelstimmen, die man aufnimmt und auf diese Weise bestimmt, Pflanzen, die man fotographiert und benennt bekommt, Bergnamen, Schmetterlinge uswusf. Tolltolltoll. Aber ist das nicht etwas völlig anderes, wenn man diese Namen - *par coeur* wie der Fränzi so schön sagt - auswendig weiß. Das Kopfwissen und das Herzwissen. "Denn was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“ (Goethe)

Ist ein bißchen so wie bei unserer China-Rundreise: hunderttausend Fotos blieben uns und keinerlei nachhaltigen Erinnerungen. Geistig der gleiche Mehrwert wie ein Hotdog.

Klar, verteufeln darf man die neue Technik nicht - damit würde man sich dem Zeitgeist verweigern. Man muss ja notabene brav realistisch bleiben, um nicht komplett aussortiert zu werden. Aber es fühlt sich an, als würde man zum zweiten Mal aus dem Paradies vertrieben.

 


Ich für meinen Teil weiß genau, auf welcher Seite dieser nun zweigeteilten Welt ich zuhause bin. Lieber gehe ich rückwärts als nach vorne zu stürmen. *Verzicht* heißt eines der Zauberwörter, Verzicht auf die ein oder andere Errungenschaft der neuen Techniken. Man kann nun mal nicht auf allen Hochzeiten tanzen.

Ja, bestimmt sogar muß man sich die *analogen* Momente zunehmend immer bewußter suchen. Nicht ganz so schwierig für all jene, die mitten in der Natur leben.

Wenn ich Heilkräuter sammle und durch die Wiesen streunere etwa - eine Außzeit, die ich dieses Jahr besonders schätze, da die Trockenheit unserer vielfältigen Flora extrem zusetzte. Oder man verbringt Urlaubstage bei uns und kocht Marmelade ein (coucou Mariel und David) oder übt Akkordeon (coucou Anja). Oder aber man verbringt den Sommer auf der Alm (coucou Annika). Von letzterer Annika bekam ich das definitiv schönste Rezept ever (s. Foto) zum Abschied, nachdem ich den Salat bereits habe verkosten dürfen. Mit der Kombi aus Herzhaftem und Obst landet Annikas Fenchelsalat einen echten Volltreffer bei mir: ein anständiges Aromen-Spektakel, das selbst Fenchel-Skeptiker vom Gegenteil überzeugen sollte! Probiert selbst! Winzigkeiten habe ich verändert nach Vorrat und Laune, aber so geht nun mal individuelles Kochen - ihr könnt es mit dem Original abgleichen...

 


Zutaten:

2 kleine Fenchelknollen
1 rote Zwiebel 
Orangenzesten
1 Stück Honigmelone
grüne Oliven (m: mit Knoblauch)
Weintrauben
Thymian
Olivenöl
Apfelessig 
Gemüsebrühe
geröstete Brot-Croûtons
Feta
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

 

Zubereitung:

Den Fenchel rüsten, halbieren und in feine Streifen schneiden. Ebenso mit der halbierten Zwiebel verfahren und beides zusammen in reichlich Olivenöl auf kleiner Flamme garen - etwa 10 - 15min. Dabei mit Thymian, etwas Gemüsebrühe, Apfelessig und Piment abschmecken. Salzen und pfeffern. Kurz vor Ende die Orangenzesten zufügen.

Trauben je nach Größe halbieren. Melone in Stückchen schneiden. Früchte sowie Oliven unter das gedünstete Gemüse mischen. 

Kurz vor dem Servieren die krachig-gebratenen Brot-Croûtons sowie den in Würfel geschnittenen Feta unterheben. Mit Freude und Genuß verkosten!

 

gut-achten: Cavatelli mit Fenchel, Tomatensugo und Pastis

Freitag, 11. Dezember 2020


Statistiken und Gutachten wollen festgestellt haben, dass sich die Mehrheit von uns im AZ mehr und mehr frustriert, antriebslos, gereizt, deprimiert und bleiern fühlt und dabei vereinsamt, verfettet und verarmt. Erschwerend komme die Dunkelheit und die Kälte hinzu, sowie die wiederholten Einschränkungen und das nicht absehbare Ende.

Kann das die Möglichkeit sein? Und das soll man jetzt glauben? Also bitte, man  kann sich ja nun alles einreden lassen - es muss nur oft genug wiederholt werden... Tsss, selbst in den Medien allerortens ähnliches. Die Zeit etwa tut mit ihren *Kopf hoch*-Seiten so, als würde die Welt aus lauter Hängeohrhasen bestehen, die ohne Nackenstütze mit dem Kinn auf der Brust hängen. Die Damen und Herren Journalisten hantieren anscheinend zu viel mit warmen Waschlappen. Also man kanns auch übertreiben! Zumal Kultur und Tradition eh überbewertet sind - wir leben schließlich in einem neuen Jahrtausend! Leute, als würden wir uns so leicht runterziehen lassen, oder?!

Hier darf nun wirklich (dringend) - und das erwarte ich von meiner Leserschaft auch - mal ein Funken Rebellion aufblitzen! Hey, mal mit eigener Haltung dagegen halten! Eigeninitiative ist gefragt - und nicht immer erwarten, dass das Gute von alleine vom Himmel fällt. Eigenes Köpfchen anschalten! Und nicht auf verweichlichtes Akademiker-Kind machen! Pandemie hin, Pandemie her - wie sagte der bayrische Großvater einer Freundin von mir: *Im Krieg is mehr hi ganga!*

Eben. Dabei liegen die einfachen Antworten ja so nahe. Für all jene die im Frühjahr bereits genug Möbel gerückt haben, schlage ich vor: kocht euch was schönes! HAHH - wenn das mal nicht DIE Lösung für alles ist. Und zwar exakt in dem Moment, in dem nur noch der Lebensmittelhandel offen hat?! Kinners, man muss auch mal zur richtigen Zeit mit dem thematisch richtigen Blog am Start sein, oder?! Bitte - sowas von gerne!

Wer jetzt befürchtet, 2021 direkt mit Extrakilos zu starten, den darf ich darauf hinweisen, dass ja für alle Überlebenden weiterhin Abstand halten angesagt sein wird. Soll heißen: man wird ja wohl noch eine Weile gut zwei Stühle in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kinos, in Veranstalltungshallen uswusf. zur Verfügung haben für die gewonnene Zusatzbreite (#lifehack). Oder wie schrieb mir eine liebe Blogleserin in einer Doppeldeutigkeit, die man erst mit der Testgenauigkeit von 2020 richtig versteht: immer schön negativ bleiben! Nie war Satire einfacher...



Wer bis heute noch keine frische Pasta zubereitet hat, dem ist von mir quasi kurz vor knapp noch zu helfen. Dafür braucht es nicht zwingend das Maschinchen, das ich zur Verfügung habe. Die Cavatelli lassen sich prima durch  Orcchiette ersetzen und den Bogen hat man im Nu raus, wie die kleinen Öhrchen von Hand zu formen sind! Wer weiß, vielleicht stellen sich dabei sogar die eigenen Ohren wieder steif nach oben auf. Also ich könnte mir das vorstellen, denn mit frischer Pasta ist erstaunlich viel zu bewirken - lasst euch das von jemanden mit Erfahrung gesagt sein...


Zutaten 2P:

100g Hartweizenmehl
70g Dinkel
90ml Wasser
 
1 Fenchel
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 TL Fenchelsaat, geschrotet
1/2 TL Anis, geschrotet
500g Tomanten-Sugo*
Pastis
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Harissa
1 EL Crème fraîche (od. vegane Variante)
 Olivenöl

Zubereitung:

Für die Pasta das Mehl in eine Schüssel geben. Eine Mulde in die Mitte machen und das Wasser angießen.  Langsam Mehl und Wasser vermischen, und den Teig gut kneten: er soll nicht kleben und schön elastisch sein. Wenn nötig, nach etwas mehr Wasser einarbeiten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen (m: meinen Teig im Kühlschrank 2 Stunden ruhen lassen).

Dann die Pasta zu Teigsträngen von ca. 1,5cm Durchmesser rollen und durch die Demetra-Walze kurbeln. Auf einem sauberen Küchenhandtuch auslegen.

Zwiebel vierteln und in feine Streifen schneiden. Fenchel gegebenenfalls von äußeren holzigen Stellen befreien (wenn überhaupt nötig, reicht normal ein Sparschäler) vierteln, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Knoblauch fein hacken.

Die Zwiebel in Olivenöl glasig dünsten. Fenchel zufügen und weitere 5min braten. Dann geschrotete Fenchelsaat und Anis kurz mitrösten und mit einem guten Schluck Pastis ablöschen. Würzen mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker. Tomatensugo unterrühren, Deckel auflegen und bei sanfter Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen. Mit Harissa abschmecken und einen Löffel Crème unterziehen. 

Die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente garen, abschütten und unter das Sugo mischen. Wer mag serviert die Pasta mit frisch geriebenem Parmesan. 


Kunstbetrachtung: Gnocchi alla romana mit Tomaten-Fenchel-Sugo

Dienstag, 18. Februar 2020


Entgegen dem Trend einer Handy-App den Vorzug zu geben, hänge ich immernoch an meinem Taschenkalender, meinen sogenannten *Terminator*. Stets vom gleichen Hersteller. Jedes Jahr begleitet mich darin ein anderer angeschwärmter *Kalenderspruch* (volle Team #Kalendersprüche - ihr wißt Bescheid). Und allerspätestens nach einem Jahr habe ich diesen dann für mein restliches Leben verinnerlicht.

In einem Jahr lautete er - übernommen von einem befreundeten Psychoanalytiker: *Der Irrsinn beginnt dort, wo du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst*. BÄM, oder, ein Faustschlag von Satz! Ohne funktionierende Sinne, die zu einem Urteil finden, wird es zweifelsfrei schwierig. NOCH schwieriger. Für nahezu sämtliche Tiere ist der störungsfreie Einsatz ihrer Sinne existenziell wichtig: sei es um zu Nahrung zu finden, sei es, um nicht selbst zu solcher zu verkommen. Nur wenige Tiere können es sich leisten, dumpf in der Sonne vor sich hinzudösen - wie etwa domestizierte Tiere. Oder Löwen.

*Wer sich auf andere verlässt, ist selbst verlassen* knüpft ein anderer Spruch an ersteren an. Er weißt ebenfalls darauf hin, dass man zuerst einmal SELBST hinschauen und hinhören sollte - der Eigenständigkeit zuliebe. Gut, überdreht in die andere Richtung droht die Gefahr der Verblendung oder des Verrennens als Mensch. Es ist halt kippelig. Doch es nützt nichts: wer zu einem gesunden Selbstvertrauen finden will, braucht unabdingbar eine verlässliche Wahrnehmung. Und ein mündiger Mensch hat nun mal urteilsfähig zu sein. Sonst macht er nur das Äffchen. Oder den Wahnsinnigen.

Wunderbar lässt sich das sowohl demonstieren wie üben, wenn es um eigentlich nichts geht, nämlich um Kunst. Denn komischerweise habe ich den Eindruck, dass viele heutzutage auf Kunst verschüchtert reagieren. Warum? Dafür braucht es weder Mut noch Studium. Lediglich einen lautgemachten Eindruck, eine artikulierte Position, eine eigene Haltung. Geht doch nix kaputt dabei!

Das weiß ich quasi aus erster Hand. Gestaltete sich das Studium an der Aka sehr easy, so war doch die abschließende Kunstgeschichtsprüfung richtig happig. Und zwar wurde u.a. zum mündlichen Abschluß unter der großen Fülle aller Epochen die Themen Malerei, Skulptur, Architektur und Fotographie derart abgefragt, als dass drei Dias (ganz oldschool) an die Wand geworfen werden und wenns ideal läuft, kann man sagen: was-wer-wann. Das bedeutet folgerichtig, dass man in der Vorbereitung genötigt ist, sich sehr umfassend mit allen Richtungen von Kunst auseinanderzusetzen. Dabei stellt sich dann en detail raus, dass man wirklich - beim besten Willen -  nicht mit allem etwas anfangen kann. Hey, und das ist totally okay. 

Bei Beuys beipsielsweise bin ich komplett raus. Keine Ahnung wie der Hamster zu seiner Stellung kam - durch mich bestimmt nicht. Gerne dürfen irgendwelche Experten versichern, dass sein Werk für sie trotzdem Kunst ist. Aber eben *für sie*.

Denn brechen wir Kunstbetrachtung mal runter auf das, was es ist. Es ist - im besten Fall - eine individuelle Auseinandersetztung von einem Subjekt (Mensch) mit einem Objekt (künstlerischem Gegenstand). Einzelschaffender präsentiert Einzelperson seine Arbeit. Sodele, und entweder findet dabei ein Austausch statt, also spricht einen das, was man anschaut (liest, hört, riecht...) irgendwie an. Oder eben nicht. Wie im echten Leben. Immer alles möglich. Aber völlig UNMÖGLICH ist, sich mit allem und jedem auseinandersetzen zu wollen. Und wer verlangt, dass man das muss? Dafür ist Welt zu manigfaltig und definitiv zu dicht besiedelt. Wer das Gegenteil behauptet, lebt im Reich der Utopie. Eigentlich kann man sogar sagen, dass jede Auseinandersetzung im Guten bereits einem kleinen Liebesakt gleichkommt. Denn mit wieviel Menschen setzt man sich auseinander? Eben. Hauptsächlich winkt man sich doch gegenseitig durch. Weil... siehe oben.

Ich fasse zusammen: wie großartig ist es, wenn man überhaupt *Kunst* begegnet, die einen irgendwie berührt, die einen innerlichen Prozess anzustoßen vermag. Niemand veranschaulicht hübscher als Stefan Draschan, dass manche Bilder anscheinend wie gemacht sind für ganz bestimmte Betrachter (kleiner Ausschnitt). Oder umgekehrt. Betrachter für Gemälde. Zumindest für diesen Augenblick. Ob nun Zufall oder Kismet - das mag jeder selbst entscheiden...


Die cremigen Polenta-Taler zusammen mit dem kräftigen Sugo haben uns allerköstlichst geschmeckt - das wird ein Rezept, auf das ich in Zukunft immer wieder zurückgreifen werde... ohne die Lust zu verspüren, daran auch nur irgendetwas zu verändern. SO lecker!

Zutaten 2P:

100g Maisgrieß (m: Instant-Polenta)
200g Milch
200g Gemüsebrühe
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
1 Stich Butter
2 EL Parmesan, gerieben

Sugo:
2 Fenchelknollen (ca. 500g)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
1 TL Fenchelknolle
400g Ofen-Tomaten*
1 Schuß Portwein
1 Schuß Rotwein
Harissa
1 Pr Zucker
1 EL Rosmarin, fein gehackt
1 EL Kapern
2 EL Mais
(optional: Balsamico-Reduktion)
Olivenöl

Zubereitung:

Milch mit Gemüsebrühe und Thymian aufkochen, den Stich Butter zufügen, dann die Polenta unter stetigem Rühren klümpchenfrei einrießeln lassen. Etwa 2-3min köcheln lassen. Zuletzt den Parmesan unterrühren und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken. In eine geölte Form füllen und glatt streichen und mindestens 2 Stunden auskühlen lassen (m: abgedeckt über Nacht).

Am nächsten Tag mit einem Ausstecher (m: 6cm Durchmesser) dicht an dicht Kreise ausstechen.

Für das Sugo die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch ebenfalls. Den Fenchel putzen, halbieren, vierteln und vom Strunk befreien. Dann in sehr feine Streifen schneiden.

Zwiebeln in Olivenöl glasig dünsten, kurz vor Ende den Knoblauch zufügen, dann den Fenchel mitrösten und schließlich mit dem Fenchel 5min weiter braten.

Nun Ofentomaten, Rosmarin, Harissa und Port wie Rotwein untermischen. Das Sugo etwa 25-30min sanft offen köcheln lassen. Salzen, pfeffern und mit einer Prise Zucker (und wer hat Balsamico-Reduktion) abschmecken. In eine Gratin-Form umfüllen und die Polenta-Taler darauf setzen.

Ofen auf 210° (O/U-Hitze) vorheizen.

Zusätzlich das Gratin mit etwas geriebenem Parmesan und etwas Thymian bestreuen und mit Olivenöl beträufeln. Für 15min in den Ofen schieben.

Inspiration: Brigitte

*Anmerkung m: gut gefällt mir die Idee die Ofentomaten durch eine Mischung aus geschälten Dosen-Tomaten, getrockneten Tomanten und etwas Tomatenmark zu ersetzen - diese Kombi intensiviert den Tomatengeschmack.



Winterfutter: Socca mit Ofen-Fenchel

Sonntag, 2. Februar 2020


Es sind die kleinen Geschichten nebenher, die manchmal erfreuen können. Schon allein Infrastruktur bedingt laufen wir öfters durch Baumärkte beziehungsweise Gartencenter. *Schau mal* lenkte ich die Augen des Habibs auf eine leere Palette, *die Sonnenblumenkerne sind schon wieder ausverkauft.*

Nicht nur den Winter durch füttern wir die Vögel. Aber momentan fressen uns die kleinen Racker einen 15 Kilo-Sack in drei Wochen weg. Und der kostet round about 20 Euro. Das ist nicht gerade Klimpergeld. Trotzdem scheint es hier auf dem Land noch genügend andere zu geben, die bereit sind, für ein paar Piemätze in den Geldbeutel zu langen.

Es ist ja bereits einige Jahre her, dass wir die kalte Jahreszeit zuhause verbrachten. Aber auffallend ist, dass wir zuletzt eine große Vielfalt an Vögeln an unserem Futterhäuschen versammeln konnten und dabei drumherum auch einiges zu Gesicht bekamen: Gartenbraunelle, viele Buchfinken, viele Grünfinken, jede Menge Distelfinken, Baumläufer, Zaunkönig, Rotkehlchen, Mönchgrasmücke, Zeisig, mal ein Gimpel, mal ein Bergfink, mal ein Kernbeißer, Kleiber, Spechte, mal eine Tannenmeise, mal eine Schwanzmeise. Manche etwas seltener, andere etwas häufiger. Doch jetzt sind es quasi nur noch Kohlmeisen und Blaumeisen. Gerade Stiglitze fielen sonst als ganze Kohorden mit viel Krawumms ein - sie fehlen richtig, die bunten Unruhestifter... Wo sollen sie sich versteckt haben, wenn nicht in den Inseln der naturgeschützten Parks?

Die Ganzjahresfütterung wird übrigens durchaus kontrovers diskutiert - fest steht allerdings, dass sie leider dem Vogelschwund nicht entgegenwirken kann. Schön wärs schon gewesen...


Als Selbstfütterung gab es ein klassisches, südfranzösisches Essen, das sich prima anbietet als Unterbrechung zu den überwiegenden Kohl-Gerichten: Kichererbsen-Pfannkuchen in einer besseren - weil saftigeren - Variante wie dieser von Ottolenghi vor vielen Jahren. Die Zubereitungsweise habe ich allerdings weitest gehend beibehalten, da sie sich als praktisch erwies, wenn der Ofen gerade besetzt ist.

Zutaten 2P:

120g Kichererbsenmehl
200- 220ml Wasser
Salz
2 TL grüne Tapenade
1 EL Rosmarin, fein gehackt
1 Eiweiß, steif geschlafen

2 Fenchelknollen (ca. 500g)
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
1 Orange
1 TL Thymian, getrocknet
1 TL Honig
Noilly Prat
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
100g Feta
2 EL Olivenöl
ca. 12 Oliven

Zubereitung:

Kichererbsenmehl mit Wasser vermengen und eine halbe Stunde quellen lassen.

Die Fenchelknollen halbieren, vom Strunk befreien und gegebenenfalls holzige Stellen der äußeren Blätter entfernen. Dann die Fenchelknollen vierteln und in feine Streifen schneiden. Schalotten ebenfalls halbieren und fein schneiden, Knoblauchzehen vom Trieb befreien und fein würfeln. Die Orange schälen und filetieren. Alle Zutaten - außer Oliven und Feta - miteinander vermengen, würzen und in eine Gratinform füllen - ca. 25min bei 190° im heißen Ofen backen.

Oliven und Feta letzten die 5min  darüber verteilen und mitbacken.

Parallel in den Socca-Teig die Tapenade, den Rosmarin und das Salz untermischen und das steif geschlagene Eiweiß unterheben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, mit etwas Öl bestreichen. Eine kleine antihaftbeschichtete Pfanne mit einer Grundfläche von etwa 14cm Durchmesser mit sehr wenig Öl auspinseln. Bei mittel bis heißer Temperatur den Soccateig mit Hilfe einer Schöpfkelle in die Pfanne geben - der Pfannkuchen sollte ca. 5mm dick sein. Wenn Luftbläschen an der Oberfläche erscheinen, dann ist die Unterseite gestockt. Die Ränder lösen, dann den Pfannkuchen vorsichtig anheben und umdrehen und fertig backen. Danach auf das vorbereitete Backblech legen. Mit dem restlichen Teig ebenso verfahren, bis aller Teig verbraucht ist. Wenn die Pfannkuchen fertig gebacken sind, alle zusammen 5 Minuten im Ofen erhitzen.

Socca mit dem Ofenfenchel servieren.


weitere gute Ideen, um übriges Eiweiß zu verwerten:



Totally Gemüseliebe

Mittwoch, 24. Juli 2019


Jeder, der Gemüse liebt, liebt ofengeröstetes Gemüse. Erstes Gemüse-Groupie-Gesetz. Wer das nicht tut, der ist leider nicht normal. Der muss an einem sehr komischen Defekt leiden (kein Geschmackssinn?) oder eben nur vortäuschen, Gemüse zu lieben.

ADORE - hatte ich mir in der Jugend mal mit großen Buchstaben als Shirt-Aufdruck gebastelt, um mit dem schönen, englische Wort (welches es genau so auch in Frankreich gibt) als wandelnde Litfass-Säule Werbung zu laufen. Weil ich fand, dass dieses Verb in meiner Geburtsnation zu wenig im aktiven (!) Gebrauch ist - verbal wie tätig. J'adore... sagen die Fränzis häufig: die himmlen an, vergötteren, schwärmen,  brennen, mögen einfach vieles furchtbar gerne... Das hebt definitiv die Lebensqualität.

Exakt wie ein Ofenaufenthalt die Qualität von Gemüse zu heben vermag. Ich hatte wirklich schon sämtliches Gemüse im Ofen: Blumenkohl, Aubergine, Kürbis, grüner Spargel, Wirsing, Zucchini quasi bald nur noch, ohne die Ofen-Tomaten geht eh nix - das macht gar keinen Sinn, alles auflisten und verlinken zu wollen. Es sind einfach zu viele Gerichte, die ich so schon zubereitet habe. Und alle werden eigentlich zu DUBBs. Selbst Obst kann man auf diese Weise um mehr Geschmack bereichern wie Erdbeeren, Rhabarber, Äpfel....

Ich glaube, das wäre auch der Titel für ein Kochbuch von mir: *Rezepte mit ofengerösteten Gartenfrüchten* (jetzt nur mal so als Blaupause-Titel/ Skizze/ als grobes Konzept, ihr versteht) - aber das Thema gäbe lockerlecker ein ganzes Buch für mich her! Und sollte je ein derartiges Buch erscheinen, das nicht von mir ist, dann wurde die Idee von mir geklaut (ich wollte es nur rechtzeitig angemerkt haben)!

*Was gibt es denn heute*, fragte der Habib mich. Ich erklärte ausführlich. *Gemüse mit Gemüse also*, fasste der Habib zusammen. Und so kam es dann.

In dieses Gericht hätte ich mich ohne jede Untertreibung reinsetzen können. *Ohhh*, stöhnte ich am Mittagstisch gen Habib, *das könnte ich jeden Tag essen! Das wird ein waschechter Lieblingsteller!* Ich mochte einfach alles: die unterschiedlichen Temperaturen, Gewürze, Aromen, Texturen und dann noch gebettet auf einem eh absolut DUBB würdigen Karotten-Pü... franchement, je l'adore totalement! 
 

Zutaten 2P:

(plus ca. 4 EL Kokosmilch - dadurch etwas flüssiger)

5 kleine Kartoffeln, festkochend (m: Charlotte)
5 Artischocken
Rosmarin, Paprika-Pulver

1 rote Zwiebel
1/2 Fenchelknolle
1 Rote Beete
1 1/2 TL Sumach
1/2 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriander

1 kleine, grüne Zucchini
Rosmarin, Thymian
eine handvoll Kirschtomaten 
Vanillezucker
Thymian
Rohrzucker

Sonnenblumenöl
fleur de sel, Pfeffer

1 griech. Schafsjoghurt
3 Knoblauchzehen
1/2 Gurke
einige Blätter Minze


Zubereitung:

Alles Gemüse putzen und rüsten. Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen.

Das Gemüse in der Reihenfolge wie in der Zutatenliste in einer Schüssel würzen. Zu genannten Gewürzen kommt bei sämtlichem Gemüse noch Öl, Salz und Pfeffer an die Marinade.

Die Kartoffeln achteln, Artischocken vierteln und gut mit den aufgezählten Gewürzen marinieren - vorne als Streifen auf dem Backblech ausbreiten und in den Ofen schieben (insgesamt für 25min - zwischendrin mal wenden)

Als nächstes den entstrunkten und in Streifen geschnittenen Fenschel mit der ebenfalls halbierten und in Streifen geschnittenen Zwiebel mischen. Außerdem unter die Gewürzmischung unterziehen die geschälte rote Bete, die ich in feine Schnitze geschnitten habe - neben dem ersten Gemüse als Streifen auf das Backblech setzen und in den Ofen geben (insgesamt für 20-25min)

Die Zucchini vierteln, in Streifen schneiden und durch die Marinade schwenken, wieder neben das andere Gemüse auf das Backblech - nach 10 Minuten Garzeit des anderen Gemüses für 10 Minuten in den Ofen schieben.

Die Kirschtomaten halbieren, würzen und für die letzten 5 Minuten mit in den Ofen geben.

Parallel das Karotten-Pü auf den Weg bringen. Außerdem das minzige Zaziki zubereiten. Gürke fein reiben, in einem Sieb gut ausdrücken, mit dem Joghurt, der fein geschnittenen Minze und dem durch die Knofi-Presse gequetschen Knoblauch mischen. Kalt stellen.

Zum Servieren das lauwarme Pü auf den Tellern verteilen, das heiße Gemüse darauf anrichten und den Zaziki zur Seite stellen.


 Geschwister im Blog-Universum (u.a.):




Papa Bär: Südindisches Kartoffel-Curry

Samstag, 19. Januar 2019


Zwischen Kartoffeln und mir - das war keine Liebe auf den ersten Blick. Die war für mich der unauffällige Kerl, der sich trotz breitem Kreuz eher schüchtern an der Wand anlehnt dabei die groben Bauarbeiter-Pranken in die Hosen gesteckt. Knubbelige Nase, ausgeprägtes Kinn, Dreitagebart  - keiner, von dem man direkt Notitz nimmt. Aber die Gutmütigkeit und Zuverlässigkeit in Person. Immer da, wenn man in braucht. Papa Bär halt, die Kartoffel.

Und dann fiel mit ein, dass ich sehr wohl eine enge Verbindung zu Kartoffeln habe. Mit der verarbeiteten Version *Schupfnudeln* bin ich quasi großgezogen worden. Die sind bis heute eine Leib- und Magenspeise, sowas von! Aber mit Salzkartoffen kann man mich jagen. Verwässerte Kartoffeln, die auf diese Weise gegart alle irgendwie mehlig werden - ganz schlimm. Braucht wirklich kein Mensch. Die Pellkartoffelliebe wiederum meines Habib färbte auf mich ab - derlei Geschichten sollen sich ja häufiger abspielen zwischen Paaren, die schon länger zusammen sind. Mittlerweile habe ich gar eine Lieblingssorte - quasi die zarte, tanzende Tochter von Papa Bär - und zwar die festkochende, schöne gelbe Charlotte, die frisch gepellt mit einem Stück Butter und etwas Salz dem Genuß eines Butterbrotes gleichkommt. Basic-Begeisterung at its best.

Für die Abwechslung auf unserem Tisch achte ich, dass ich mindestens ein Mal die Woche auf den Tisch bringe. Auch um meinem Mitesser gerecht zu werden. Für ihn sind seit jeher ALLE Kartoffeln die hübschesten Mädchen der Umgebung. Dann werde ich ihm diese Freude ja nicht verweigern... kulinarischer Art versteht sich.

Wer nach diesem Curry für die Kartoffel anschließend den Cheerleader macht, den verstehe ich zu gut. In der Redaktion von Valentina, von wo ich das Rezept mitgenommen habe, zeigten sich alle schwer begeistert von diesem Eintopf. Und ich kann nur zustimmen. Das nächste Mal würde ich ihn noch etwas suppiger zubereiten (nur für mich als Erinnerung). Der frischer Koriander macht sich bestimmt lecker (ich musste ohne auskommen) dafür gab es als Zuschlag Chapati.


Zutaten:

500 g Kartoffeln (m: Charlotte)
4 EL Pflanzenöl
2/3 TL braune Senfsamen
2/3 TL Kreuzkümmelsamen
1½ TL gelbe Linsen (im Handel als Chana Dal erhältlich), gewaschen und getrocknet*
5 cm Zimtstange
12 frische Curryblätter (optional)*
2 kleine Zwiebeln, geschält und fein gehackt
10 g Ingwer, geschält und fein gehackt
2 große Tomaten, gehackt
(m: Ofentomaten)
¼ – ½ TL Chilipulver
2 ½ TL gemahlener Koriander
½ TL gemahlene Fenchelsamen
1/3 TL Kurkuma
150 ml Kokosmilch (optional)
30 g Koriandergrün, gehackt, zum Garnieren
Salz

Zubereitung:

Die Kartoffeln halbieren und so lange kochen, dass sie gerade weich sind – sie dürfen jetzt noch nicht zu weich sein, weil sie sonst in der Sauce zerfallen würden. Ich koche sie vorzugsweise mit Schale, damit sie so wenig Wasser wie möglich aufnehmen, und pelle sie danach.

Inzwischen das Pflanzenöl in einem großen Topf erhitzen. Senf- und Kreuzkümmelsamen, Linsen und Zimtstange anrösten. Wenn die Senfsamen nicht mehr aufplatzen, die Curryblätter dazugeben. Unmittelbar danach die Zwiebeln hinzufügen und anbraten, bis sie weich und leicht goldbraun sind.

Ingwer, Tomaten, Chilipulver, Koriander, Fenchelsamen, Kurkuma und Salz dazugeben und 3 Minuten bei hoher Temperatur unter Rühren braten. Anschließend 200 ml Wasser dazugießen, zum Kochen bringen und 10 Minuten leise köcheln lassen. Die gekochten Kartoffeln in die Sauce geben, damit sie die Aromen aufnehmen, und 5 Minuten weiterköcheln, bis die Flüssigkeit in der Pfanne eingedickt ist.

Die Kokosmilch einrühren sowie so viel Wasser, dass die Sauce eine mitteldicke Konsistenz erhält. Nochmals abschmecken, das Koriandergrün untermischen und servieren.

*Anmerkung m: getrocknete Curryblätter verwendet (frische sind im Outback nicht zu bekommen) und gelbe Linsen durch rote Linsen ersetzt...

Quelle: Valentinas Kochbuch