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Pasta & Lenticchie - one pot

Mittwoch, 11. Februar 2026

 

Wenn es nur irgendwie geht, dann hält man die Nase gen Sonne - damit die Schatten hinter einen fallen. Manchmal denke ich, dass man eine derartige Scheuklappen-Haltung nahezu egozentrisch durchziehen muss. Der Lebensfreude zu liebe. Denn wenn man sich von all den schaurigen Nachrichten dieser Welt nicht erschlagen läßt, dann ist die Erfahrung, in einem Körper zu leben, ein großes Abenteuer - so als Geistwesen, die wir eigentlich sind.

Wohltuend begegnet mir ein Mal mehr Sibylle Berg - ja nicht zum ersten Mal. Jetzt bei den *SRF Kultur Sternstunden Philosophie* (YT-Link). Sehr gespannt hörte ich ihr, wie sie versucht ihre Ideen als Abgeordnete im EU-Parlament einzubringen  - meine Empfehlung für das Gespräch habt ihr. Mir hat Sibylle Berg wieder vor Augen geführt, warum ich mich so lange so sehr wohl gefühlt habe unter dem sog. *Künstler-Volk*. Sibylle Berg bezeichnet sich selbst als Künstlerin - und das gibt (nicht nur ihr) direkt SO viel mehr Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Herrlich! 

Auf diese Weise schafft sich Frau Berg auch die Möglichkeit, sich nicht an Zahlen abzuarbeiten - oder sich denen sklavisch zu unterjochen, sondern stattdessen für Werte einzustehen: *So ein bißchen hat es heute ja fast etwas Anrüchiges, wenn man sagt 'Ich bin für Frieden. Ich habe diese Utopie. Ich habe das Ziel. Ich träume davon.'* Ganz so empfinde ich das ebenfalls. Befremdlich genug, dass gegenseitiges Totschlagen heute überhaupt noch Grundlage für einen Diskurs hergibt..

Umso mehr erfreue ich mich an Menschen wie Sibylle Berg, die mit viel Ruhe, mit viel Klarheit und viel Selbstbewußtsein für die große Idee der Menschlichkeit einstehen. Wie würde die Asi-Jugend sagen: *Ich küsse dein Herz, Schwester!*.



Was wäre die Winterküche ohne Hülsenfrüchte und meinen besonderen Liebling darunter, die Linse! Dieses Gericht zählt zu den zubereitungsfreundlichen, weil alles in einen Topf geworfen wird - fertig. Während das Essen gart, kann man nebenher die Küche wieder aufräumen.


Zutaten 2P:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 kleine Stange Sellerie
1 Karotte
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
4 Blätter Salbei
2 TL Thymian
150g Linsen (m: Puy)
200g Pasta (m: Gnocchetti)
2 EL Tamari
2-3 TL weißer Balsamico (oder Apfelessig)
1/2 TL Harissa (oder Chili Crisp)
Salz, Pfeffer
Olivenöl
ca. 800ml Wasser
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
(optional Parmesan, gerieben)


Zubereitung:

Zwiebel fein würfeln, ebenso Sellerie; Karotte und Knofi. In einem Topf Olivenöl erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten. Dann das restliche Gemüse - Sellerie, Karotte, Knofi - zufügen und ebenfalls mitbraten. Tomatenmark unterrühren, Lorbeerblätter und Salbeiblätter in den Topf geben. Dann Linsen anschütten zusammen mit dem Wasser. 

Deckel auflegen und etwa 15min sanft köcheln lassen.

Dann die Pasta unterrühren und weitere 10-15min köcheln lassen - gegebenenfalls noch etwas Wasser zufügen. Garprobe machen, damit die Pasta al dente ist.

Lorbeerblätter und Salbeiblätter entfernen, würzen mit Gemüsebrühe-Pulver, Salz, Pfeffer, Tamari, und Balsamico sowie Harissa (oder später zum Servieren Chili Crisp). Wer keinen Chili Crisp zur Hand hat, darf auch zum Servieren mit Balsamico-Reduktion toppen und einem Schuß gutem Olivenöl. Optional passt auch Parmesan...

Anmerkung m: Linsen sind bekannt dafür, dass sie Gewürze fressen - also gerne zu Tisch Salz und Essig zum Nachwürzen reichen./ Gnocchetti machen sich auch leichterdings von Hand - frisch zubereitet ist die Garzeit deutlich kürzer


Snikers, vegan, no baked

Sonntag, 8. Februar 2026

 

Selbstredend schmecken diese Riegel nicht haargenau wie Snikers. Aber: sie erinnern daran. So wie auch Hannahs Snikers EisBounty hat mein Blog ebenfalls im Angebot.

Der Habib ist ganz und gar Team *Snikers*. Ich bin Team *Raider heißt jetzt Twix*. Und möglicherweise könnte man ganz leicht Gruppen bilden, in der jede einzelne für einen anderen der berühmten, amerikanischen Lieblingsschokoriegel steht. 

So richtige Süßschnuten sind wir hier nicht. *Gourmand* nennen es die Fränzis, wenn man gerne nascht. Oder eben generell ein Schleckermaul ist und gerne ißt. Appetitlichkeit ist durchaus eine Auszeichnung. An süßen Hauptgerichten sich satt essen zu müssen, finde ich Horror. Aber gerne esse ich nachmittags das berühmte *Pfefferminzblättchen*. So komme ich nahezu jeden Tag zu meiner Dosis Schokolade.

Schön, wenn das auch mit lauter guten Zutaten geht. Ich habe eine neue Rubrik entdeckt, die mir Spaß macht, weil sie mir unser Leben versüßt: die veganen Süßigkeiten, die man nicht bäckt... 



Zutaten - eine kleine Form von 20cm Länge:

1. Schicht:
75g geschälte, gemahlene Mandeln
75g Haferflocken
2 EL Ahornsirup
2 EL Kokosöl
ca. 4 EL warmes Wasser
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon
1/4 TL Salz
...
2 Schicht:
ca. 50g Datteln*
1 EL Honig*
2 EL Kokosnussöl
60g Erdnussbutter
3 EL heißes Wasser
...
3. Schicht:
75g geröstete Erdnüsse
50g Schokolade (m: Zartbitter 60%)
1 EL Kokosnussöl
fleur de sel


Zubereitung:

Eine kleine Form von ca. 20cm Länge mit Backpapier auslegen.

Für die erste Schicht alle Zutaten in der Küchenmaschine fein pürieren. Mit den Fingern glatt und gleichmäßig auf den Boden der Form festdrücken.

Nun die zweite Schicht bereiten. Dafür die Datteln klein schneiden und mit dem heißen Wasser übergießen. Wieder alle Zutaten miteinander pürieren und die zweite Schicht auf die erste Schicht streichen. Nun die Erdnüsse darauf verteilen.

Schoko mit dem Eßlöffel Kokosnussöl schmelzen. Als abschließende Schicht über alles gießen. Zuletzt mit ein wenig fleur de sel bestreuen.

Eine gute Stunde kalt stellen (noch schneller gehts in der Tiefkühle), dann in Streifen schneiden (klassische Riegel-Größe finde ich zu groß weil dann zu mächtig). Vor dem Genuß auf jeden Fall Zimmertemperatur annehmen lassen, dann ist die Erdnuss-Schicht *chewy* - so wie sie sein soll.

Anmerkung m: es ist ratsam, das Kokosöl vor Gebrauch zu verflüssigen. Auch die Erdnusscreme sollte zimmertemperatur haben zur besseren Verarbeitung/ der Habib fand die Erdnusscreme-Schicht etwas Dattel-lastig (ich nicht). Deshalb wird beim nächsten Mal versuchsweise noch ein Löffel Honig untergemischt.

Knuspriger Gochujang Ofen-Karfiol

Dienstag, 3. Februar 2026

 

Ein Veggie-Teller besteht aus Gemüse mit Gemüse. Voilà - jetzt wißt ihr Bescheid. Über die Jahre hat sich dabei die Erfahrung manifestiert, dass es kulinarisch beglückend ist, wenn sich die Konsistenz des Gemüses dabei unterscheidet. Womit wir - wieder einmal - bei meinem Lieblingsessensthema angelangt wären: den Puffern, Bratlingen, Gemüse-Laibchen, Pflanzerln und Konsorten. Die spielen einfach immer bereichernd auf in doppelter und dreifacher Gemüse-Konstellation. Dabei wollen sie nicht zwingend in der Pfanne zubereiten werden. Ofen gilt auch, oder?

Gut, ich will jetzt nicht mit vehementester Überzeugung behaupten, dass dieser Blumenkohl so richtig in die Puffer-Kategorie passt. Im engeren Sinn. Aber labeln tue ich das Rezept auf jeden Fall so. Auch damit ich es leicht wiederfinde.

Ich fand die Dingerchen nämlich spitze. Zuerst werden sie durch eine Art Tempura-Teig gezogen, gegart und dann mit einer zweiten Glasur lackiert. Ganz easy zuzubereiten und richtig köstlich.

Dabei wird auf einen beliebten Kniff der veganen Küche zurückgegriffen: auf Fertigsaucen. Was wäre die vegane Küche beispielsweise ohne Soja-Sauce? Undenkbar. Aber zur Mutter der Fertigsaucen sind mittlerweile unzählige andere hinzugekommen - worldwide Bereicherung quasi. Von Chrispy Chili oderoder... Da muss ich nix aufzählen, da fällt euch bestimmt ohne mich genug ein.

Für den heutigen Blumenkohl habe ich Red Thai Curry - Paste verwendet. Gesehen habe ich das Rezept unterwegs bei Insta aber mit Gochujang. Euer Geschmack entscheidet.



Begleitend gabs dazu bei uns in etwa dieses Stew (mit Quinoa, Amaranth und Hirse) sowie eine kräuterige, zitrone Joghurt-Sauce. Ich kann mich nur wiederholen: der Blumenkohl darf auf diese Weise wieder auf den Tisch.

Als Geschwister im Blog-Universum benenne ich den

      **** den Orangen-Blumenkohl


Hier wird allgemein gerne Blumenkohl gegessen. Das trifft sich gut zur Kohlzeit - zwei Monate wird uns Kohl bestimmt noch viel durch die Woche bringen..


Zutaten 2P:

1/2 Blumenkohl 
....
Tempura-Teig:
74 Mehl (m: D1050)
100ml Milch (Soja oder Mandel)
1 TL Paprika-Pulver
1 TL Knoblauch-Pulver
Kräutersalz
....
2. Glasur:
1 EL Red Thai Curry/ Gochujang
1 EL Soja-Sauce
1 EL Ahorn-Sirup
1 EL Reis-Essig
2 EL Sesam-Öl


Zubereitung:

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen.

Blumenkohl in Röschen (m: teilweise mit dem Messer halbiert) . Die Zutaten für die Tempura zu einem glatten, homogenen Teig verrühren, der eher etwas zu dick als zu dünn ist. 

Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und  in ca. 25 min golden backen. 

Währenddessen etwa das Stew und die Joghurtsauce zubereiten - sowie die zweite Glasur. Für letztere einfach alle Zutaten miteinander in einer Schüssel verquirlen. Den gegarten Blumenkohl nacheinander durch die Marinade ziehen, wieder zurück aufs Backblech setzen und dann weitere 5 min in Ofen fertig backen.


Rote Bete Salat von Ottolenghi

Mittwoch, 26. November 2025


Schon ewig her, dass ich einen Salat hier vorgestellt habe. Auch das letzte Ottolenghi-Rezept ist ewig her. Na, dann werden heute zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ottolenghi setzt mal wieder auf die alte Methode des Confierens, wozu hier die Rote Beete bei hoher Temperatur gut verschlossen im eigenen Saft im Ofen gart. Gerne wird dabei Alufolie verwendet. Je länger ich mich mit dem Kochen beschäftige, umso mehr achte ich auf manche Dinge. Alufolie versuche ich zu meiden. Wer sich für das Kleingedruckte interessiert: weil Alufolie und Alzheimer in Zusammenhang stehen können. Ich weiche dann normalerweise auf Backpapier aus.

In diesem Fall bin ich sogar ganz umgeschwenkt und habe die Rote Bete dampfgegart. Für einen Salat für 2 Personen wollte ich den Backofen nicht anderthalb Stunden laufen lassen. Und hier auf dem Markt erhalte ich nur Rote Bete in schöner *Verkaufsgröße* - also keine kleinen Rote Bete-Kugeln. Was bedeutet: je größer die Rote Bete umso länger die Backzeit im Ofen.

Aber wie sagt eine meiner Lieblings-Yogalehrerinnen auf Youtube (Maeve McCaffrey) gerne: alles nur Angebote, alles nur Inspirationen um selbständig abzuwandeln. Die Grundidee ist nämlich toll, die Aromen harmonieren prima. Und hey, endlich mal ein Rezept, das meinen geschätzten Schnittlauch einen Gastauftritt beschert!




Rezept 4P:

1kg kleine, rote Bete (etwa 10 Stück)*
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
3 EL weißer Balsamico
1/2 TL Ahornsirup
20g frischer Ingwer, geschält und fein gerieben
1/2 Bund Schnittlauch
1 TL schwarzer Sesam
...
für das Dressing:
60g weiche Erdnussbutter
1 TL Ahornsiurp
1 1/2 EL Soja-Sauce
1 EL Limettensaft


Zubereitung:

Backofen auf 220° (Umluft) heizen. Die rote Bete auf ein großes Stück Alufolie (m: Backpapier) legen, mit EL Öl und 1/2 TL Salz bestreuen und fest einwickeln (zubinden), so dass die Rote Bete gut verschlossen ist.

Auf ein Backblech im Ofen ca. 1 1/2 Stunden backen bis die rote Bete leicht mit einem Messer zu durchstechen ist. Folie (Backpapier) entfernen, Rote Bete etwas abkühlen lassen, dann schälen.

Während der Ofenzeit die Marinade zubereiten. Dafür in einer großen Schüssel Limettensaft, Ahornsirup und 1/3 TL Salz sowie Ingwer gut miteinander verrühren. Jede geschälte Rote Bete nun in 6 Spalten schneiden, in der Marinade wenden und eine halbe Stunde ziehen lassen.

Dabei das Dressing zubereiten. Erdnussbutter, Ahornsirup, Limettensaft, Sojasauce mit 2 EL (warmen) Wasser glatt rühren.

Die Rote Bete nun zusammen mit der restlichen Marinade auf einem Teller (flachen Schüssel) anrichten, die Hälfte des Dressings und 1 EL Öl darüber geben und mit Schnittlauch und Sesamsaat bestreuen. Das restliche Dressing separat dazu reichen.

Quelle: Ottolenghi 

Ofen-karamellisierter Kohlrabi

Freitag, 7. November 2025


Für Einsteiger in die vegane Küche habe ich eine Faustregel: man nehme Soja-Sauce, Ahornsirup und Chili-Crisp und los gehts. Gefühlt benötigt man für die Mehrheit der Rezepte nicht sehr viel mehr als diese drei Gewürze. Zumindest auf Insta. Und dann gehört OBLIGATORISCH noch dieses Leute-ihr-könnt-euch-nicht-vorstellen-wie-köstlich-das-schmeckt-deshalb-mache-ich-noch-mein-Leckerlecker-Gesicht dazu. Et voilà: schon ist ein Reel für ein veganes Rezept fertig.

So, und ganz ohne Spott: man füge außerdem noch etwas Ingwer und Erdnussbutter hinzu und wirklich jeder kann easy vegan kochen. Stimmt ja soweit. Und diese im Ofen karamellisierte Kohlrabi finde ich richtig sensationell. Eines der besten Ideen für Kohlrabi. Und dabei eigentlich gar nichts Außergewöhnliches, alles irgendwie so ähnlich schon mal da gewesen und herrlich unkompliziert! Hier, der Miso-Sellerie etwa ist ein Blog-Geschwisterchen. Und in der Warteschleife erscheint hier ein weiterer Verwandter nämlich mit roter Bete. Und auf dem Foto habe ich dem Kohlrabi ebenfalls schon Butterrübchen an die Seite gestellt. Auch prima.

Als Begleitung hat mir Kürbis-Pü gut gefallen. Dann kann man noch ein schnelles Sößchen dazu machen. Oder aber ein Quinoa-Stew - wie ihr auf einem der Fotos seht - in welches das Kohlrabi-Grün und noch zwei Karotten reingewandert sind. Voilà! Schon habt ihr wieder schnell und gut gekocht!




Zutaten 2 P:

2 mittlere Kohlrabi 
....
Marinade:
2-3 EL Olivenöl
2 EL Tamari
1 EL Honig mit Chili (m: Kramer-Honig)
Salz, Pfeffer
1/2 TL Paprika-Pulver
1/4 TL Pimenton de la vera
....
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 TL Miso, dunkel
150ml Gemüsebrühe
1 TL Thymian
1 Spritzer Balsamico-Reduktion
1 TL Rübensirup
Olivenöl


Zubereitung:

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen.

Die Zutaten für die Marinade mischen und rühren, bis alles homogen verbunden ist. Großes Extra hier ist der Honig mit Chili - eine tolle Kombi, auf die ich beim Kochen gerne zurückgreife! Grüße gehen hiermit raus an Astrid und Andy von Kramer-Honig!

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Die Kohlrabi schälen und in etwa 1,5cm - 2cm Scheiben schneiden - je dünner umso schneller sind sie fertig. Aber 1,5cm finde ich von der Dicke schon das Minimum. Die Scheiben von beiden Seiten mit der Marinade bepinseln.

Dann für ca. 20 min bei 200° in den Ofen schieben. Nach der Hälfte der Zeit die Scheiben drehen - wenn noch Marinade übrig ist, die bei der Gelegenheit darauf verteilen. Mit dem Messer eine Stichprobe machen, ob der Kohlrabi auch durch ist.

Nicht nötig - je nach weiterer Begleitung - macht während der Kohlrabi im Ofen ist, noch ein kleines begleitendes Sößchen. Dafür Schalotte und Knofi fein würfeln und in Olivenöl anschwitzen, abloschen mit Gemüsebrühe, Miso zufügen, Rübensirup und Thymian. Bei sanfter Hitze ca. 10min köcheln lassen. Zuletzt abschmecken mit Balsamico-Reduktion und Pfeffer.


Harmonie: Orangen-Blumenkohl

Montag, 13. Oktober 2025

 

Harmonie finde ich super! Noch nie ne Überdosis gehabt.

Im Gegensatz zu anderen, die dann auftauen, wenn die Stimmung gen Gefrierpunkt rutscht; die dann erst richtig erblühen, wenn beim Gegenüber Lust und Laune richtig verhagelt ist. Solche finden in jeder Suppe ein Haar. Solche kultivieren die Laus, die ihnen über die Leber läuft. Für die ist das Recht das oberste, jedes verbale Quartett-Spiel will als Sieg nach Hause getragen werden. Und man wird ja wohl noch sagen dürfen, was man denkt - wer darauf verletzt reagiert: selber schuld. Überhaupt ist man stets das bedauernswerte Opfer aller Geschichten dabei überall nur Übeltäter. Schreckliche Verdachtsmomente hängt man an seidenen Fäden wie lose in den Raum und jeder wundert sich anschließend, woher denn eigentlich dieser Gestank kommt. Das Sezieren menschlicher Schwächen nennt man Humor. Und nichts schöner, als sich über andere zu erheben, in dem man über sie hinweg trampelt. Ja, die eigentliche Passion gilt der Provokation, da wird man keine Möglichkeit zum Konflikt liegen lassen. Jeder hat eine kitzelige Stelle, notfalls stellt man sich plump quer. Wer auf Krawall gebürstet ist, hat die Nase stets ein Stückchen vorn.

Menschen können so anstrengend sein. Überhaupt, geht es euch auch so, ich habe gerade dein Eindruck, egal wann, egal wo ich das *mediale Fenster* öffne: es kommt nur bad energy ins Haus, überall finsterschwarzes und kriegslüsternes Gebrüll. Seit Ewigkeiten. Manchmal drehe ich den Kopf weg, als müßte ich an einem Dauer-Unfall vorbeifahren. 

Gehts denn nicht auch anders?! Ja, dieses unisono Yoga-Gelaber von graditude nervt mich mit unter auch. Aber mehr weil alle immer so brav in das gleiche Horn blasen. Denn mal ehrlich, was gibt es Schöneres als morgens aufzuwachen, ausgeschlafen mit Energie und nichts tut weh. Und abends mit vollem Bäuchlein in ein warmes Bett liegen - wie herrlich ist das! Alles nicht selbstverständlich. Früher hieß es stattdessen *und in Afrika sterben Kinder*.

Dabei wissen wir doch alle: die innere Ausrichtung ist das A und O. Vielleicht muß man das üben. Während man sich die Wimpern tuscht, das Brot schmiert, aus der Haustür geht, dem Klo sitzt - solche kleinen Momente parallel zu nutzen, um das Sonnensegel seines höchstpersönlichen Raumschiffs wieder gut zu justieren: gen Sonne. So wie Kleist erzählt in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er irgendwie feststeckt: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen als den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären*. Probiert es aus, das funktioniert.

Energy flows, where attention goes (Milton Erickson). Energie fließt dort, wo Aufmerksamkeit hingeht. Auch ein alter Hut. Alles bekannt. Paßt nur keiner auf sich auf!

Deshalb will ich nicht in einer rosaroten Alice-im-Wunderland-Parallelwelt leben, in der als Hindergrundmusik wie im Supermarkt in Dauerschleife *Tell me lies, tell me sweet little lies* läuft. Aber ich will entschieden meinen Pelz in die Sonne strecken und meine Gedanken vom Licht erwärmen lassen. Harmonie ist dabei immer ein guter Gradmesser!




Zugegeben habe ich dann doch über mich gestaunt, dass ich bald eine viertel Stunde zusehe, wie verschiedene Tiere nebeneinander Mittagsschlaf halten. Oder? Ist bißchen schräg. Aber halt so goldig. So wohltuend. So harmonisch. Guck, scheinen die alle zu rufen: SO gehts auch! We do it better!  Ich stelle es euch das Filmchen (YT) unten ein, mal schauen, wie lange ihr hängenbliebt. 

Dazu passt der goldgelbe Orangen-Blumenkohl, den ich bei Susanna aka Magentrazerl mitgenommen und schon mehrfach zubereitet habe. Ich mag eh Blumenkohl. Dieses Rezept kommt unter die Best-of-Blumenkohl! Wie üblich, improvisiere ich bei der Zubereitung: Reisessig ersetze ich gerne durch Apfelessig und Shaoxing-Wein habe ich restlos gestrichen, Speisestärke und Öl etwas gekürzt... Es gilt: was schmeckt, muss nicht Original sein....


Zutaten: 

1 Kopf Blumenkohl
Salz
1 EL Mandarinenzesten, Orangenzesten oder Blutorangenzesten
60 ml Mandarinensaft, Orangensaft oder Blutorangensaft
3 EL Reisessig
1 EL helle Sojasauce
1 EL Shaoxing-Wein
ca. 2 EL Zucker
65 g Speisestarke, plus 1 EL für die Sauce
2 EL Mandelmilch oder Sojamilch
80 ml Erdnussöl, plus 1 EL
3 Frühlingszwiebeln
3 Zehen Knoblauch

Zubereitung:

Blumenkohl putzen in in ca. 2,5cm große Röschen teilen. In eine große Schüssel geben, mit 1/4 TL Salz bestreuen, gut vermengen und ca. 15min ziehen lassen (m: diesen Schritt habe ich auch schon übersprungen).

Für die Sauce Zitronenzesten und-saft mit Essig, Soja-Sauce, Zucker und 1 EL Speisestärke sowie einem 1/4 TL Salz verrühren - und zwar bis sich der Zucker aufgelöst hat. Probieren und ggf die Süße anpassen.

Frühlingszwiebeln putzen und das Weiße und das Grüne getrennt voneinander in feine Ringe schneiden, Knofi fein würfeln.

Die Blumenkohlröschen sehr gut trocken tupfen und dann in einer Schüssel mit 1 EL Öl sowie der Milch vermischen. Die 65g Speisestärke zugeben und alles gut vermengen, bis der Blumenkohl von der Stärke überzogen ist.

80ml Erdnussöl in einem Wok erhitzen. Den Blumenkohl portionsweise in jeweils einer Lage in das heiße Öl geben und braten, bis er goldbraun ist, dann wenden und die zweite Seite ebenfalls goldbraun braten. Zum Auskühlen auf einen Teller geben: sie werden dann knusprig.

Nun sollten nur noch 1-2 PL Öl in der Pfanne sein -  wenn es mehr ist, mit Küchenkrepp auswischen. Das Weiße der Frühlingszwiebeln und den Knofi bei mittlerer Hitze braten, bis es duftet. Die Sauce nochmals durchrühren, in den Wok geben und unter Rühren andicken lassen. Blumenkohl zufügen und gut mit der Sauce vermengen.

Dazu passt Reis  (m: mit etwas Kokos und Spinat).


 

Erntedank: Quinoa-Pfannkuchen

Sonntag, 5. Oktober 2025



Zu den elementarsten Bedürfnissen aller Lebewesen gehört die Energiezufuhr durch Essen. Klar, ich bin Foodie. Aber mehr als um Genuß geht es mir beim Essen um Gesundheit. Die Hardliner formulieren überspitzt: *Erst machen sie uns krank mit ihrer Ernährung und dann mit ihren Medikamenten*. Eine Aussage, zu der sich jeder stellen mag, wie er will.

Gerne wird die Ernährungsindustrie mit ihren Machenschaften von ihren Verteidigern in Schutz genommen. Und zwar mit dem Todschlagargument sie würde schließlich dafür Sorge tragen, einen Großteil der Menschheit zu ernähren. Gut gefallen hat mir die spitzfindige Unterscheidung aus dem Mund eines Feriengastes dieses Jahr: es gibt Nahrungsmittel und es gibt Lebensmittel. Und wieder mal muß jeder für sich alleine entscheiden, von wem er sich ernähren lassen will: von der Natur oder der Ernährungsindustrie. Eine grundsätzliche Frage. Nicht nur heute zu Erntedank.

Wobei ich entschuldigend feststelle, dass viele Menschen abgelenkt sind vom Ranschaffen des täglich notwendigen Geldes im Galeeren-System des Kapitalismus. Weniger nachvollziehen als Landmädchen kann ich, dass sie sich abziehen lassen von all dem oberflächlichem Tand, der überall lärmt. Es muss jeden Tag gegessen werden. Und eine anständige Ernährung bleibt eine zwingende Basis für ein gutes, gesundes Leben.

In diesem Zusammenhang will ich euch einen wertvollen Link weitergeben. Ihr erinnert euch vielleicht, wie nachhaltig mich die Arte-Doku *Insektenkiller - wie Agrakonzerne unser Ökosystem zerstören* beindruckte. Die Organisation EWG testet jedes Jahr die *dirty dozen*, die 12 Obst- und Gemüsesorten, die in Europa am meisten mit Pestiziden belastet sind. Dank deren Testergebnisse erhält man eine gute, unabhängige Info, welche Lebensmittel man besser nicht von *konventioneller Landwirtschaft* kauft. Selbst wenn man sich Bio nicht immer leisten kann, sollte man sich bei den *dirty dozen* doch überlegen, ob man diese dann entweder seltener oder aber nur in Bio-Qualität verzehrt. Dem eigenen Körper zuliebe. Und da alles mit allem zusammenhängt - auch zuliebe der Umwelt.

Umgekehrt gibt es aber auch die *clean 15*, Obst- und Gemüsesorte, die oft bereits auf natürliche Weise bereits gut geschützt sind, so dass Pestizide selten eingesetzt werden. Die wiederum kann man daher überall gut kaufen. Nützliche Infos, oder?



Mindestens ein Mal die Woche bereite ich uns einen *bunten Teller* zu. Eine Art Entlastungstag. Rohkost begleitet oft von einem geliebten Puffer. Oder aber einem Pfannkuchen etwa aus Quinoa. So einfach, dass es fast kein Rezept ist. Und Quinoa esse ich eh so gerne mit seinem nussigen Geschmack - ich verweise euch gerne nochmals auf mein Stew

Geschwister im Blog-Universum sind:



Zutaten 2P:

  • Quinoa-Pfannkuchen:
  • 200g Quinoa
  • ca. 300 ml Wasser
  • 1Pr Salz
Zubereitung:

Quinoa gründlich unter fließendem Wasser waschen und abtropfen lassen. Anschließend mit 1l frischem Wasser bei Raumtemperatur mindestens 6 Stunden (oder über Nacht) einweichen. Mit 1 EL Zitronensaft kann man die Fermentation weiter anstoßen. Längere Einweichzeiten bis zu 24 Stunden sind auch kein Problem.

Dann das Einweichwasser wegschütten, Quinoa sorgfältig spülen, wieder gut abtropfen lassen und jetzt den gequollenen Quinoa mit ca. 300 ml frischem Wasser und 1 Pr Salz fein pürieren. So 10 min ruhen lassen - in dieser Zeit dickt der Teig etwas an. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pfannkuchen bei mittlerer Hitze goldbraun backen. 

Anmerkung m. werden in meienr kleinen Pfanne ca. 6-8 Pfannkuchen

Inspi: Insta: feinstekleinigkeiten




KI 1: Boule de pois chiche et couscous

Montag, 22. September 2025


Die Beleidigung *Fachidiot* scheint mir von der Bildfläche verschwunden. Schon ewig nicht mehr gehört. Im Gegenteil: nie wurden Experten öfters zu Rate gezogen wie heute. Aber ich behaupte, dass das sog. Expertentum gerade seinen Zenit überschreitet. KI bringt es mit sich. 

Und spätestens mit Corona musste Welt feststellen, dass es nicht nur eine Expertise zu einem Fachgebiet gibt, sondern verschiedene Perspektiven mit unterschiedlichen Bewertungen. Mit der Folge, dass sich jeder gezwungenermaßen seine eigene Meinung bilden muss - wenn er sich nicht einfach wie Grill von der großen Welle des Mainstreams treiben läßt.

Wissenschaftkritik seid ihr von mir gewohnt. Und ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft. John Steinbeck schreibt in *Jenseits von Eden*:

Vielleicht ist das Wissen zu groß, oder vielleicht sind die Menschen zu klein geworden. Vielleicht werden sie dadurch, dass sie sich in die Beobachtung des Atoms hineinknien, selbst seelisch atomisiert. Vielleicht ist ein Spezialist nur ein Feigling, der Angst hat, einen Blick über seinen kleinen Pferch hinauszuwerfen. Und bedenken Sie, was jedem Spezialisten entgeht - die ganze Welt jenseits seines Bretterzauns.*

Auch Goethe wehrte sich vehement gegen die beginnende Zersplitterung  der Wissenschaft (Uni-Frankfurt/ Prof. Ulrike Landfester). Fachidioten nannte er abfällig *Singularisten* - im Gegensatz zu den Universalisten. Wider dem Druck der Spezialisierung befürwortete Goethe die Aufrechterhaltung der humanistischen Tradition des *studium generale*, zu dem Kenntnisse in den sieben freien Künsten zur Basisausbildung der Studierenden gehörten. Und das, obwohl Goethe bereits klar war, dass der ganzheitlich gebildete *uomo univerale* ein bildungspolitisches Auslaufmodell war. 

Unter dem Einfluß der Aufklärung nahmen die wissenschaftlichen Bereiche geradezu explosionsartig zu - etwas, das schon damals die Kapazität eines einzelnen überschritt. Goethe war sich der Grenzen des einzelnen Menschen sehr bewußt. Selbst wenn ein Wissenschaftler sein ganzes Leben der Wissenschaft widmen würde, so wäre er dennoch nie in der Lage, sich einen vollen Überblick zu verschaffen.

Und nun wertet KI in Bruchteilen von Sekunden einen riesigen Datenschatz aus. Das vermag kein Mensch. Nicht mal in der Spanne eines Lebens. Nur: was wenn die Summe der Details noch lange nicht das Ganze ist?

Nochmal John Steinbeck, der seinerzeits die aufkommende Industrialisierung beobachtete:

Wenn unsere Ernährung, Bekleidung und Behausung völlig dem komplizierten Prozeß der Massenproduktion entstammt, dann muß das Massenverfahren unweigerlich in unser Denken übergehen und alles andere Denken ausschalten. Massen- oder Kollektivproduktion ist heute so sehr in unsere Wirtschaft, unsere Politik, ja in unsere Religion eingedrungen, dass es Völker gibt, die den Begriff des Kollektivs an die Stelle des Gottesbegriffs gesetzt haben.

In Anbetracht dessen, was uns in der Zukunft erwartet, wirken derlei Gedanken noch harmlos. Aber ich empfinde sie als zutiefst visionär!. Wir stehen wirklich vor einer Zeitenwende. Umwälzende Ereignisse wurden seitens der Tech-Entwicklung losgetreten. Da bleibt kein Stein mehr auf dem anderen, einfach alles wird in absehbarer Zeit neu bewertet. 

Sam Altman, Mitbegründer von chatgpt, prognostiziert in einem Interview, dass seine Technologie jedes Jahr um 300 Prozent voranschreiten wird. Er spricht somit von exponentiellem Wachstum. Das bedeutet für dieses Jahr vier Mal so schnell, nächstes Jahr 16 mal so schnell, in 2 Jahren 64 mal so schnell, in 5 Jahren 1056 mal so schnell. Unvorstellbar! Alleine an dieser Geschwindigkeit läßt sich erkennen, dass das nix mehr zu tun hat mit unseren klassischen digitalen Geräten, die man seither kennt.

 


draußen vor dem Fenster umhüllen uns dicke, graue Regenwolken. Wie sehr ich sie wieder schätze nach dem trockenen Sommer! Wie gemütlich ich es drinnen finde. Hach, und wie schön, es sich dann obendrein noch gemütlich zu kochen mit Soul-Food!

Die Kugeln aus Kichererbsen und Couscous sind schnell gebastelt. Beim Essen aber stellte sich raus - Star ist mehr die Sauce denn die boules. Hülsenfrüchte neigen einfach dazu sämtliche Bratlinge, Puffer, Gemüse-Patties ectpp eine gewisse Trockenheit zu verleihen. Für mich sind die Hülsenfrucht-Frikos deshalb auch die schwierigste Sparte in einem meiner kulinarischen Lieblingsthemen. So wollen eben diese Kugeln zwingend und unbedingt in einer leckeren Sauce baden!

Meine Lieblingsbraten-Sauce ist diese dunkle Sauce. Die schmeckt derart herrlich unami und ist dabei derart leicht zuzubereiten. Sahne könnt ihr rauskürzen (wie hier) oder durch Crème fraîche ersetzen. Paprika ist eine gute Alternative zu Pilzen, gebunden habe ich die Sauce dieses Mal mit etwas Stärke - voilà! Ich bin mir sicher, ihr versteht die Idee!


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - ca. 22 Stück (3-4P):

300g Kichererbsen (m: Dose)
150g Couscous, gekocht
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Soja-Sauce
2 EL Petersilie, fein gehackt
1 TL Sumac
1 TL Paprika-Pu
Harissa
Salz, Pfeffer


Zubereitung:

Couscous übergießen mit gleicher Menge kochendem Wasser (m: ich nehme immer einen guten Schluck mehr), dann Geschirrtuch auflegen, darauf einen Deckel - und auf diese Weise gut 10-15min ziehen lassen.

Nun alle Zutaten miteinander vermengen, in einem Blender (oder mit dem Zauberstab) pürieren und gut würzig abschmecken. 

Mit feuchten Händen Kugeln formen (m: habe noch 2 EL Gemüsebrühe zugefügt, fehlte Flüssigkeit - zur besseren Formbarkeit) . Dabei dürft ihr die Größe wählen, die euch sympathisch ist - meine waren eher kleiner. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

Im Ofen bei 200°C (Umluft) - ca. 15 - 20 min garen.



One-Pot-Bruch-Lasagne

Freitag, 12. September 2025



Heute stelle ich euch zwei Absurditäten vor - Fundstücke, die mir unterwegs in der Matrix begegnet sind. Aus beiden kann man leichterdings ein Ratespiel basteln, weil eben zu absurd um auch nur ansatzweise richtig zu tippen...

Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas (aus dem Interview-Podcast von Hotel Matze (YT) ) stellt fest: noch nie war die Schere zwischen arm und überreich so groß wie heute. Deutschland liegt dabei weltweit auf einem Spitzenplatz. Martyna gibt ein hübsches Anschauungsbeispiel für die unterschiedlichen Vermögensverhältnisse (ein ähnliches Zahlenspiel hatten wir bereits schon hier - es ist das Spiel mit den Nullen): 

Man nehme ein DIN4-Blatt mit seiner üblichen Höhe von etwa 30cm. Der untere Rand entspricht 0 Euro beim oberen Blattrand sind wir bei 1,5 Millionen Euro. Jetzt kann jeder sich individuell überlegen, wo er auf diesem Blatt Papier sein Vermögen ansiedeln würde. Das Vermögen von 99 Prozent aller Deutschen findet nämlich statt auf diesem Blatt Papier. Und dann schätze, wo sich die reichsten Familien Deutschlands verorten müssen. Einfach mal schätzen - kann man wirklich prima mit anderen spielen. An der Decke des Raume? So hoch wie ein 5 stöckiges Hochhaus? Die wirklich unvorstellbare Antwort lautet: ungefähr 10 bis 20 Kilometer über dem Hans Wurst mit dem Blatt Papier in der Hand.

In Deutschland besitzen 2 Familien mehr als die gesamte Hälfte der ärmeren Bevölkerung (= 42 Millionen Menschen). Und nein, keine Neid-Debatte, die Überlegung zielt dahin, ob arm und superreich überhaupt noch in der gleichen Welt, sprich gleichen Gesellschaft leben. Und steht die Idee von Solidarität und die Anhäufung solcher Vermögen nicht im Widerspruch?!


Das nächste Fundstück ist die Initiative *Correct the map* (via Nachdenkseiten), eine Kampagne, die Afrika seine korrekte Große auf der Weltkarte zurückzugeben will. So bizarr sich das liest: aber wir alle sind mit einer völlig falschen Vorstellung von der Größe Afrikas groß geworden. Auf den meisten, verwendeten Karten wird Afrika - zweitgrößter Kontinent der Erde - kaum größer dargestellt als Grönland. Da muss man schon leidenschaftlicher Afrika-Fahrer wie der Habib sein, um selbst darauf zu kommen, WIE krass falsch dieses Abbild ist. Und nun ratet, wie viel kleiner Grönland im Vergleich zu Afrika wirklich ist! Sage und schreibe 16 x kleiner!!!

*Die Kampagne entstand aus einer einfachen, aber unbestreitbaren Feststellung: Seit mehr als 450 Jahren vermittelt die Mercator-Karte ein verzerrtes Bild unserer Welt*, erklärt Fara Ndiaye, Mitbegründerin von Speak up Africa. Ich stimme Fara Ndiaye uneingeschränkt zu, dass es völlig inakzeptabel ist, dass Generationen weiterhin mit Karten aufwachsen, die Afrika in seiner Größe und somit auch Bedeutung herabsetzen. Eine solche Korrektur ist überfällig, demonstriert aber letztlich nur, wie sehr das koloniale Denken unsere Wahrnehmung der Welt bis zum heutigen Tag prägt.



Auberginen wußte ich lange nicht zu schätzen, aber mittlerweile mögen wir uns. Aubergine gehört einfach zum Leben im Süden dazu. In dieser One-Pot-Pasta habe ich mit den Garten-Tomaten überhaupt nicht gegeizt. Es sind die süßesten, besten Tomaten, die ich je geerntet habe. Es sind aber auch die Tomaten, die ich diesem Sommer abtrotzen mußte. Zwischendrin hätte ich die Gießkanne am liebsten den Hang runter geschmissen. Die Tomatenhaut hat fast Panzerglas-Dicke, das Fruchtfleisch gleicht Tomatenkonzentrat. Es sind quasi Ofentomaten - direkt vom Strauch.

Weil mir dieses Gericht so gut schmeckte, habe ich es mehrfach auf den Tisch gebracht. So easy auch, wenn man alle Zutaten einfach in einem Topf zubereitet. Mal habe ich ein paar Oliven untergeschmuggelt, mal eine handvoll rote Linsen. Das ist eine richtige Soul-Food-Pasta! Aber ihr werdet es ja selbst schmecken, solltet ihr nachziehen...


Zutaten 2P:

ca. 1200g Tomaten
1 Auberginen (ca. 400g)
3 Knoblauchzehen
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
1 Mozzarella*
Basilikum
5 Blätter Lasagne


Zubereitung:

Auberginen mit einer Gabel ringsherum einstechen und unter dem Backofengrill in ca. 15 min weich garen - dabei nach der Hälfte der Zeit wenden. 

In der Zwischenzeit die Tomaten häuten und klein schneiden und den Knoblauch schälen und fein hacken.

Wenn die Auberginen weich sind, halbieren, etwas auskühlen lassen, Haut abziehen und ebenfalls klein schneiden.

In einer tiefen Pfanne (die man auch in den Ofen stellen kann) Olivenöl erhitzen und Knoblauch kurz anrösten. Tomaten zufügen, Thymian und Lorbeerblatt dazugeben, gleichfalls die Aubergine. Würzen mit Salz, Pfeffer und Zucker. Deckel auf legen und kurz köcheln lassen.

Nun die Lasagneblätter grob brechen und in die Sauce stecken (wenn möglich schauen, dass die Stücke nicht aneinanderkleben, sondern immer etwas Sauce dazwischen ist. Deckel auflegen und bei kleiner Hitze etwa 20min köcheln lassen.

Den Mozzarella in Scheiben schneiden auf der Bruch-Lasagne verteilen und die Pfanne zum Gratinieren kurz unter den Grill im Ofen schieben. Zum Servieren mit Basilikum bestreuen.

Anmerkung m: man kann einen Teil der Tomaten auch durch etwas Gemüsebrühe ersetzen - intensiver wird die Pasta mit Tomate pur/ Veganer lassen den Mozzarella weg und bestreuen die Pasta zum Servieren mit gerösteten Pinienkernen und etwas Balsamico-Reduktion



Jenseits von Eden: Kokos-Tofu mit Zitronengras-Curry

Mittwoch, 20. August 2025

 

Es heißt, eine Begegnung oder ein Buch komme immer zur rechten Zeit. Und ja, ich bin der festen Überzeugung, dass jeder, der Fragen hat, auch Antworten erhält. Jeder, der sucht, ist bereits auf dem Weg. Manchmal erhält man schneller eine Antwort, manchmal muss man mit viel Geduld in die Beantwortung hineinleben (Rilke).

Ich leide darunter, dass mir von immer mehr Menschen die Notwendigkeit von Krieg erklärt wird. Ich dachte, das hätten wir hinter uns. Da werden dann für die Verteidigung der höchsten Werte wie Freiheit die niedersten aller Mittel nämlich Mord gerechtfertigt. Und dann wird mir etwas erzählt von zwei Macht verblendeten Autokraten, denen man die Welt nicht überlassen könne, und die Redner merken gar nicht, wie sie sich selbst in ihren Parolen das Todschlagen zum geistigen Eigentum gemacht haben, wie das Böse in ihnen bereits Nährboden findet. Bitterkeit steigt in mir auf.

Warum kehrt der Mensch immer wieder dahin zurück? Ich verstehe es nicht. Und dann bog Cornelia Funke um die Ecke samt ihrer Buchempfehlung *Jenseits von Eden*. Als ich das Buch in Händen hielt, war ich etwas schockiert: ein Wälzer von über 600 Seiten. Aber es hat sich SO gelohnt. John Steinbeck denkt sich tief ein in die Bibelgeschichte von Kain und Abel, dem Ursprung der christlichen Menschheitsgeschichte. Mir war nicht mehr im Gedächtnis, dass Kain und Abel die Kinder von Adam und Eva sind. Das hat mich peinlich berührt. Wie konnte ich vergessen, dass die Bibel erzählt, dass das Menscheitsgeschlecht aus einem Brudermörder hervorgeht? Es ist mir ein Rätsel.

Vielleicht weil man als Erwachsener mit dem Rumplagen von alltäglichen Dingen bereits völlig ausgelastet ist? Hingegen in der Kindheit ist der Kampf zwischen Gut und Böse der Schauplatz des echten Lebens. Kinder gucken sich die großen Fragen ja alle noch an, während wir uns als Erwachsene so gerne vor denen drücken. Kinder nehmen das Leben noch sehr viel ernster. Sie fragen: wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? sagt Cornelia Funke in einem Interview. Eines ist mir mit der Lektüre von *Jenseits von Eden* klar geworden. Nicht Licht und Schatten sind die eigentlich Polarität - im Mittelalter hat man die Gegensatzpaare noch als Einheit gedacht - sondern dem gegenüber steht *das große Einerlei*. Vergessen und verdrängt sind alle Grundprinzipien der Erde.

John Steinbeck fürchtet sich nicht, das Böse im Menschen genauer anzusehen. Das haben der Habib und ich auch getan in den letzten Jahren. Und Steinbeck zweifelt nicht, dass es abgrundtief schlechte Menschen gibt. Er nennt sie geistige Missgeburten. Wie Mensch so tief fallen kann, bleibt ein ungelöster Abgrund. Deren Samen lebt in einer weiteren Gruppe Menschen, in deren Innerem das Böse und Gute miteinander wettstreitet. Diese Menschen ringen mit sich, zweifeln an sich, straucheln. Das Böse als menschliche Veranlagung, das versucht, verführt und verwirrt. Diese Keimzelle liegt in uns allen. Sie zeigt sich im Lügen und (Selbst)Betrügen, im Manipulieren und sich besser dünken - das Böse in jedem von uns und eben nicht fernab in einzelnen, menschlichen Monstern.

Grundeigentlich behandelt *Jenseits von Eden* nichts anderes als die transgenerationale Weitergabe von Traumata - ein Thema, das mich eh seit langem fasziniert. Alles dreht sich um den Widerstreit, den jeder Mensch in sich trägt: was ist stärker, dein mitgebrachtes Erbe im Sinne von Familiengeschichte, Charakter, Temperament oder der freie Wille. Unterliegst du vorbestimmten Abläufen oder kannst du dich mit der Kraft deines Willens, deines Wünschens, deiner Sehnsucht dagegenstemmen? Ein episches Ringen, in dem leider oft den vorgegebenen Mustern und Mechanismen unterlegen wird. 

Ich würde gerne das Gegenteil behaupten, aber ich habe keine Beispiele aus meinem Bekanntenkreis, die als Testimonial erhalten könnten. Der freie Wille ist somit eine verheißungsvolle Tür und das Wunder der Selbstüberwindung die einzige Möglichkeit in eine neue, bessere Welt - wohin jeder ganz alleine zu streben hat.

Vieles könnte ich aus *Jenseits von Eden* herausziehen. Die Ode auf das Individuum hat es mir besonders angetan:

Unsere Gattung ist die einzige mit Schöpferkraft begabte, und sie besitzt nur ein einziges Werkzeug für diese Kraft: den individuellen Geist und Verstand des Menschen. Nie ist etwas von zwei Menschen geschaffen worden. Produktive Zusammenarbeit gibt es nicht, weder in der Musik noch in der Mathematik, weder in der bildenden noch in der Dichtkunst, geschweige in der Philosophie. Wenn sich das Wunder der Schöpfung einmal vollzogen hat, dann ist die Gruppe imstande, sie auszubauen und auszubreiten, aber niemals erfindet eine Gruppe etwas. Die kostbare Kraft liegt allein im Geist des Einzelmenschen.

                                                      (John Steinbeck, Literaturnobelpreisträger, 1952) 



Je länger ich koche, umso mehr muss ich feststellen, dass man auch mit wenig Zeit in der Küche lecker kochen kann. Es gibt keine Ausreden, warum man sich das Leben nicht ein Quäntchen schöner kochen sollte.

Dieses Gericht habe ich nun mehrfach auf den Teller gebracht: köstlich, schnell zubereitet, variabel und vegan! So simpel - so gut!


Zutaten 2P:

1 Tofu (200g/ m: Feto von Taifun - fermentierter Tofu)*
Tamari-Sojasauce
Kokosraspeln, getrocknet
Maisstärke
...
1 gelbe Paprika (oder grüne)
1 kleiner Pak Choi
Erbsen (ca. 100g)
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 cm Ingwer
1 Stange Zitronengras
1 1/2 TL Curry
150ml Kokosmilch
Kokosfett
Limettensaft
Salz, Pfeffer
Sesam-Öl
...
Reis
Topping: Sprossen/ Frühlingsgrün...

Zubereitung:

Reis aufsetzen (m: ca. 140g) und gar kochen (m: immer mit 2 Lorbeer-Blättern)

Dann die Sauce auf den Weg bringen. Dafür Zwiebel und Knofi feinwürfeln, ebenso die Zitronengrasstange.

Gemüse putzen und klein schneiden (m: Paprika mit dem Sparschäler schälen = bessere Bekömmlichkeit), Pak Choi in Streifen schneiden - dabei das Weiß der Stangen und das Grün der Blätter etwas separieren (wegen der unterschiedlichen Garzeit).

Zwiebeln, Knofi und Zitronengras in etwa 1/2 EL Kokosfett anschwitzen, kurz vor Ende das Curry mit rösten. Dann Paprika und das Weiß des Pak Choi zufügen sowie den fein geriebenen Ingwer. Gemüse kurz anbraten. Nun Kokosmilch anschütten, salzen, pfeffern und Deckel auflegen. Etwa 10 min auf sanfter Hitze köcheln lassen. Zum Schluß das Blattgrün vom Pak Choi untermischen, außerdem die Tiefkühl-Erbsen und mit Limettensaft abschmecken.

Parallel den Tofu zubereiten. Dafür den Block der Länge nach in 3 Scheiben schneiden. 2 tiefere Teller richten, einen mit Soja-Sauce einen anderen mit hälftig Maisstärke und Kokosraspeln. Die Scheiben nacheinander in der Tamari-Sojasauce wenden, dann anschließend in dem Kokos-Gemisch. 

In Öl (m: Sesam-Öl) den panierten Tofu von beiden Seiten knusprig braten. Auf Reis und Gemüse anrichten.


Anmerkung m: für die Gemüse-Einlage hat man die freie Wahl: grüne Böhnchen machen sich auch gut .- bereits getestet. Oder Zucchini. Der fermentierte Tofu (Feto) von Taifun hat sich bewährt, weil die Konsistenz etwas fester ist - und damit ideal zum Panieren.


Traute/r: veganer Bananenkuchen

Sonntag, 8. Juni 2025

 

Gerade wurde mir wieder vor Augen geführt, wie gestärkt jemand ins Leben startet, dessen Eltern sich wirklich mochten. Aus der Pool-Position quasi - mit der Extra-Portion Urvertrauen. Mama Erde trägt dich, Papa Himmel bläst dir Rückenwind. Kinder, die so aufgewachsen stolpern weniger über ihre eigenen Füße, sorgen sich nicht, dass immer was passieren kann, die trauen sich was, die lassen sich nicht so leicht entmutigen. Viel zu selten hört man den Satz: ich hatte eine glückliche Kindheit! Gut, wo soll sie herkommen auf einem Kontinent, über den zwei Weltkriege hinweggefegt sind (Das also ist der Fluch der bösen Tat, dass sie fortwährend immer neue Kinder muss gebären. Schiller) Traumata vererben sich weiter - das weiß man heute.

Als Kind lebt man vor allem in Atmosphäre, in Stimmungen. Und diese Eindrücke gehen viel tiefer als die eigentliche Erziehung à la *sitz gerade, schmatz nicht oder mache die Tür hinter dir zu...*.

Eltern, die sich gern haben, vertrauen einander. Und lassen sich frei. Etwas, das immer Hand in Hand geht. Ich hatte es auf Insta mal davon. Das Faszinierende ist, dass das Gute wie ein einziges Häkelwerk verkettet und miteinander verwoben ist. Keine Hingabe ohne Mut, kein Mut ohne Vertrauen, kein Vertrauen ohne Ehrlichkeit, keine Ehrlichkeit ohne Offenheit, keine Offenheit ohne Aufrichtigkeit, keine Aufrichtigkeit ohne Anständigkeit, keine Anständigkeit ohne Werte, keine Werte ohne innere Orientierung uswusf...

Früher, als junges Mädchen, bin ich immer davon ausgegangen, dass alle Paare gleich begonnen haben. Ihr wißt schon: verliebt, verlobt, verheiratet. Aber auch davon hatte ich es bereits - falsch gedacht

Es braucht neben echter Zuneigung eben auch zwei Menschen, die beziehungsfähig sind. Als erwiesen kann man annehmen, dass Kinder ab einem gewissen Alter alle Streitigkeiten auf sich beziehen mit der Folge, dass sie sich dafür verantwortlich und schuldig fühlen. Das wird kein einfaches Unterfangen, solche Mechanismen später abzulegen. Frei aufzuspielen kann man auf diese Weise in Partnerschaften bestimmt nicht. Weil ja das Vertrauen fehlt. Eben auch in sich selbst. Und gespiegelt wird von seinem Gegenüber.

Nur vertrauenswürdig sollte der Gefährte/ die Gefährtin halt schon sein. Trau-schau-wem! Denn wem willst du vertrauen, wenn nicht deinem Allernächsten. Demjenigen, mit dem du durchs Leben gehst, mit dem du dir Tisch und Bett teilst? Lieber deinem Nachbar, der Politik, einem x-beliebigen Fremden? Wahrlich, ein Hauptgewinn, wer eine Traute, einen Trauten hat... 

Ohne Vertrauen, ohne Freiheit, ohne Frieden - ist alles nix. Auch Mut gehört zur Grundausstattung um lebenstüchtig zu sein. Wer all das nicht von Haus aus mitbekommen hat, sollte sich im Wandeln, Emanzipieren, Überwinden üben. Oberste Aufgabe - vor allem anderen -  bleibt nun mal die Selbstverantwortung: sich selbst stabil auf zwei Beine zu stellen. Wie sagte es der kleine, krebserkrankte Junge, den ich immer wieder zitiere: *Mutig sein, an sich glauben und jeden Tag beten.* Das dürfen auch jene nicht aus den Augen verlieren, die von der Pool-Position aufs Gas drücken, die Geburtsstarken. Die laufen nämlich leicht Gefahr, sich im Dienst für andere zu übernehmen...



Es gibt bereits einen Bananenkuchen auf diesem Blog: der purbeste Bananenkuchen

Heute zeige ich euch einen einfachen Bananenkuchen, der schnell zusammengerührt ist und mir wirklich gut geschmeckt hat. Dabei könnt ihr euch aussuchen, welche Konsistenz ihr bevorzugt. Noch lauwarm angeschnitten, ist es fluffig. Aus dem Kühlschrank genommen wird die Krume deutlich fester. Ich mochte beides gern.

Ach, und da der Kuchen auf einem Blumenbild gebettet ist: was meint ihr, wieviel Wildblumen kennt ein Deutscher durchschnittlich. Also inklusive Löwenzahn, Gänseblümchen und Brennessel? Und was würdet ihr tippen? Nun, es sind sieben. Wieviel Blumen kennt ihr par coeur (vom Herzen wie der Fränzi so hübsch sagt, wenn er auswenig meint)? 


Zutaten - eine kleine Kastenform:

feuchte Zutaten
2 reife Bananen
120ml Ahornsirup
4 EL Kokosöl
5 EL pflanzliche Milch
(m: 1 EL davon Mandelmus)
....
trockene Zutaten
70g zarte Haferflocken
170g Mehl (m: 70g Einkorn-VK, 100g D1050)
Walnüsse (m: 70g Mandeln/ Haselnüsse)
1 1/2 TL Backpulver
1/2 TL Zimt
(plus m: 1/2 TL Sugar Spice)
1 Pr Salz

Zubereitung:

 Ofen auf 180°C vorheizen & eine 20 cm Kastenform einfetten - m: mit Backpapier ausgelegt

Bananen zerdrücken und mit den feuchten Zutaten vermengen.

Walnüsse grob hacken und mit den trockenen Zutaten unter die feuchten Zutaten unterrühren. Teig in die Form geben, glatt streichen & ca. 35 Minuten backen.


DUBB: Zucchini-Döner-Wrap

Sonntag, 1. Juni 2025


 

Eigentlich braucht es nur gute Ideen für ein leckeres Essen. Keine große Kocherfahrung, kein ausgeklügeltes Handwerk, keine fancy Küchengeräte. Einen Gurkenhobel hat man in aller Regel - wobei ich ja großer Fan bin von der Börner-Reibe. Aber dass ich den hype, wird wohl auch meinem Naturell geschuldet sein. Wenn ich mit etwas zufrieden bin, sehe ich überhaupt keinen Grund, Neues oder Anderes auszuprobieren. Never change a winning system habe ich verinnerlicht und lebe es...

Jedenfalls leistet dieser Hobel gute Dienste für das Zucchini-Wunderrezept von Robert, das hier in neuem Glanz erstrahlen darf. Als Doppel-Dupp quasi. Roberts Zucchinimatte ist ja bereits erklärter Blog-Buster und so gesehen in meinem Blogistan ein alter Hut. Brandnew für mich, ist diese Art Tofu zuzubereiten. Und dieser Döner-Tofu schafft es ohne weitere Umwege in den kulinarischen Olymp. So simpel wie gut - derlei Rezepte liebe ich ja.



Auf das Wesentliche reduziert zeige ich euch heute zwei Ideen, die sich vielfach anders kombinieren lassen. Den Zucchini-Käse-Wrap kann man mit anderer Rohkost füllen. Oder mit diesen Linsen-Bällchen - euch fällt bestimmt was ein.

Gleiches gilt für diesen Döner-Tofu. Natürlich passt der klassisch ebenso gut in einen Yufka gewickelt. Oder in diese Ofenbrote. Oder in einen Burger. Oderoder...

Hier zeige ich euch einfach diese Variante und dann werdet ihr das Prinzip schon nach eurem Gusto adaptieren! Wir fanden es beide absolut wiederholenswert!


     

        


Zutaten - ein Wrap/ 2P:

1 größere oder 2 kleinere Zucchini
Olivenöl
Oregano
Salz, Pfeffer
ca.100g Käse, geraspelt (m: Comté)
...
200g Räuchertofu (m: Taifun *Black Forest*)
2 EL Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
...
schnelle Guacamole aus 1 Avocado
1 Stück Salatgurke
etwas Rotkohl-Salat
2 Frühlingszwiebeln


Zubereitung:

Den Ofen auf 220° (Umluft) vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit etwas Öl bestreichen. Zucchini in sehr dünne Scheiben hobeln. Dicht an dicht dachziegelartig auf dem Backpapier in voller Größe des Backblechs schichten. (das sieht mehr aus, als es ist, die Zucchinischeiben *fallen* aber das Confieren deutlich zusammen). Salzen, pfeffern, den Oregano darüber streuen und mit Olivenöl besprenkeln.

Für insgesamt 25min in den Ofen geben - nach 15 min den Käse darüber verteilen und weiteren 10 min backen.

Während dessen den Tofu mit dem Sparschäler/ Gemüsehobel oder wie ich mit einem Messer der Höhe nach (also von der dünnsten Seite) in dünne, etwas ungleiche Streifen schneiden. In einer Pfanne bei kräftiger Hitze braten, bis der Tofu kross wird - dabei mit Soja-Sauce würzen. Zur Seite stellen.

Eine schnelle Guacamole herstellen aus der Avocado, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Joghurt, 1 EL Majo, Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

Den Rotkohl-Salat hatte ich noch über vom Vortag: Rotkohl in feine Streifen geschnitten, mit Salz geknetet, simpel gewürzt mit Apfelessig, Rapsöl, Ahornsiurp, Salz, Pfeffer.

Wenn die Zucchinimatte fertig gebacken ist, ein weiteres Blatt Backpapier auflegen und die Matte drehen, damit die Käse-Seite nun unten ist. Nun belegen: beginnend mit der Guacamole, der in feine Scheiben geschnittenen Gurke, Rotkohl-Salat, Tofu und zuletzt bestreut mit 2 Frühlingszwiebeln. Nun von der breiten Seite einrollen. Wer mag, ist den Wrap aus der Hand, wer nicht setzt ihn - etwa auf etwas Rucola - auf einen Teller

Anmerkung m: Veganer ersetzten den Käse durch veganen Kunst-Käse, mehr Käse als 100g geht natürlich auch


Geistmaschine: Linguine mit Veggie-Bolo

Montag, 21. April 2025

 

Könnte ich in die Kiste der Superkräfte langen, dann würde ich damit eine Geistmaschine erfinden. Ich stelle mir so einen Art Röntgen-Apparat vor wie an der Sicherheitskontrolle der Flughäfen, wo man einzeln durchgeht und gescannt wird. Dabei durchzuckt einen dann wie ein Geistesblitz und plötzlich steht man da: im Herzen barfuß. Man schaut auf sein tiefestes Inneres und erkennt mit einem Schlag die Motivation hinter dem eigenen Tun, Reden und Denken und wessen Geistes Kind man ist. Man erschaudert vor sich selbst, kommt zur Einsicht, Besinnung, reut und kehrt um und wandelt sich.

Das ist natürlich Blödsinn. Geistmaschine ist ein Ding der Unmöglichkeit, ein waschechter Widerspruch in sich, rhetorisch ein Oxymoron - ihr wißt schon: bittersüß, offenes Geheimnis und so. Zum einen würde eine solche Maschine ja direkt missbraucht werden (typisch Mensch), damit sich der eine über den anderen erheben kann. Und dann glaube ich, dass man diese Spiegelung seiner selbst gar nicht ertragen könnte ohne in Schockstarre zu verfallen oder wahnsinnig zu werden. Genau deshalb wird in anderen Hierarchien das Herz auf eine Waage gelegt (s. ägyptisches Totenbuch). 

Zumal ein solcher Apparat gar nicht von Nöten ist. Wer immer strebend sich bemüht, der findet allerorten unzählige Hinweise und Anregungen. Wir leben im Informationszeitalter - man muss die Hand nur ausstrecken... Wer sich schwer tut mit der Vorstellung von Geist, der lasse einfach mal all die Dinge weg, die eh hinfällig und vergänglich sind: Name, Nationalität, Gewicht, Alter, Besitz, Beruf, Familie, Freunde, Hobby, Kontostand… Und? fragt *Das tibetische Buch vom Leben und Sterben* von  Sogyal RinpocheWenn uns all das genommen würde, wüssten wir dann noch, wer wir wirklich sind? Was bleibt dann noch übrig? Eine Idee? Mal aller Tand weggeschält sollte doch ein Gespür für *geistig nackig* geben! 

Nach meiner Erfahrung stellt Homöopathie DIE Geisteswissenschaft im wahrsten Sinne dar, um Zugang zu Geist zu finden, um zu verstehen wie sich Geist unterschiedet. Hast du erstmal zwei lebende Beispiel für ein Silicea, Agaricus, Sulfur, Pulsatilla, Arsen… , wirst du diese konstitutionellen Mittel an anderen Menschen immer wieder erkennen. Es ist und bleibt eine Sensation für mich.

Oder man nehme die Geschichte Jesu - so einfach ist sie in ihrer Botschaft, dass sie jeder verstehen kann. Alle Weltreligionen berichten gleichermaßen, dass Geist Ursprung allen Leben ist. Allen Weltreligionen geht es darum, dem Menschen Hilfsmittel an die Hand zu geben, wie er das Tier in sich überwinden kann, wie sich selbst veredeln, wie weg von Lüge, Verblendung und Egoismus um zur Vollkommenheit zu streben. Mit Buddha gesprochen, wie kann Mensch zur Erleuchtung finden: Seid Euer eigenes Licht! Oder die Botschaft des Koran, die lehrt, sich demütig einer höheren Gerechtigkeit anzuvertrauen (allahu akbar). Die Hindus, die von Karma ausgehen und an Seelenwanderung lauben. Oderoder...

Dabei kristallisiert sich heraus, dass der Kopf schnell an seine Grenzen kommt: *Wenn ihrs nicht fühlt, ihr werdet es nicht erjagen.* Nur über das Herz ist Beziehung zu leben, hüben wie drüben. Ganz wunderbar veranschaulicht etwa vom Sufismus, dem es darum geht, eine reine Seele zu entwickeln, in dem eine innere Bindung zwischen Liebendem (Sufi) und Geliebten (Gott) geknüpft wird über das Prinzip: sterbe bevor du stirbst!

Auch Goethe beschreibt sehr detailliert in *Bekenntnisse einer schönen Seele* wie eine Verbindung zur unsichtbaren Welt zu knüpfen ist, nämlich über Inbrunst, über tiefste, innere Sehnsucht nach Verbundenheit mit dieser geistigen Welt. Ich weiß gar nicht, warum diese Offenbarung nicht viel bekannter ist. 

Dann, ja dann, wenn man mutig an sich selbst glaubt und sich demütig der geistigen Führung unterstellt, dann werden Wunder möglich, dann passieren ungeheuerliche Geschichten, die von no risk - no magic zeugen, von Zauberei in großer Not. Genau so schon selbst erlebt.



Veggie-Bolo-Rezepte gibt es wie Sand am Meer. Ich habe auch schon viele ausprobiert: ob mit Blumenkohl oder als de luxe-Variante mit Grünkern. Schmeckt eigentlich immer gut. Als ich über diese Version gestolpert bin mit Pilzen und Nüssen, musste die natürlich auch nachgekocht werden. Und ja, ein Mal mehr bestätigt: Veggie-Bolo schmeckt wirklich immer gut. Und findet ihr auch, dass wenn im Fernsehen Spaghetti gegessen werden, dass das total lecker aussieht? Ich bekomme sofort Hunger nur vom Zugucken!


Zutaten 2P:

250g Champignons
50g Walnüsse
1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Dose Tomate (400g/ m: Ofentomaten)
1 EL Tomatenmark
2 Lorbeer-Blatt
1 TL Oregano, getrocknet
1 TL Thymian, getrocknet
Harissa
Salz, Pfeffer
Olivenöl
250g Spaghetti (oder Linguine)


Zubereitung:

Champigons putzen und zusammen mit den Walnüssen in einem Blender hexeln - nicht zu fein (kein Mus!) es soll leicht stückig sein.

Zwiebel und Knofi fein würfeln. In Olivenöl glasig dünsten. Tomatenmark zufügen und kurz mitrösten. Pilze und Nüsse unterrühren und ebenfalls kurz mitbraten. Nun Tomaten zugeben, ebenfalls die Kräuter, würzen mit Salz, Pfeffer und Harissa. Deckel auflegen und bei leichter Hitze etwa 10 - bis 15 min köcheln lassen.

Währenddessen die Spaghetti/ Linguine al dente kochen, abschütten, abtropfen lassen und zur Sauce geben. Gut untermischen und nochmals abschmecken.

Zum Servieren mit frischen Kräutern bestreuen: Petersilie, frischer Knofi...