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Prophecy: Kefir-Limetten-Kuchen mit Kokos-Ingwer-Kruste

Mittwoch, 10. März 2021

 

Kennt ihr das: man behauptet etwas und das Leben haut einem postwendend das Gegenteil um die Ohren. So à la: *Jetzt kommen wir gleich wieder an die Ampel, die IMMER rot ist!* Und man biegt um die Kurve und dann steht sie natürlich auf Grün. So in der Art! Self-destroying prophecy eben! Was aber im Sinne der paradoxen Intension durchaus hilfreich und heilsam sein kann!

Mit *Life is a rollercoaster* haut eine Freundin als Lebensweisheit gerne um sich und schaut dabei betont (theatralisch) tiefgründig, was sie sehr gut kann als gelernte Schauspielerin und was mich immer zum Lachen bringt. Es geht hoch, es geht runter. Oben den Kopf nicht zu hoch strecken und unten ihn nicht zu sehr zwischen die Schultern klemmen. Schlägt das Pendel in die eine Richtung aus, dann kann man sich darauf verlassen, dass es irgendwann auch wieder in die andere Richtung wedelt. Der Ausgleich kommt. Schwierig nur die Nummer mit der Geduld!!

Kaum habe ich im letzten Post nägelkauend vor mich hingemümmelt, kam prompt ein unglaublich wunderschöner Frühlingstag um die Ecke: der erste Auswärtscafé an einem Stehtisch in der Sonne seit Ewigkeiten (so gehen heute ja Sensationen), die erste Nachtigall, die im Garten singt, die Tomätelchen, die sich in ihrer ganzen geschlüpften Winzigkeit präsentieren, überall explodierende Sträucher und Bäume - es war einfach herrlich!

Wie sagt Felix Lobrecht im Interview (eine weitere mir sympathische Youtube-Entdeckung): der Frühling ist deshalb der tollste Monat, weil der Kontrast so groß ist zu den langen, voran gegangenen Winterwochen. Nachher Mitte August mal 28°C zu haben, ist lange nicht der gleiche Burner! Es braucht den unmittelbaren Vergleich. Und je größer der Kontrast umso dicker der Eindruck! Da ist was dran!

Und jetzt denkt mal mit und weiter! In Anbetracht dessen - nachdem wir jetzt so lange so kurz gehalten wurden - könnte das doch ein richtigrichtig supi Sommer werden. Weil wir derart reif fürs Leben außerhalb der vier Wände in den Startlöchern stehen! Weil wir Ereignis-ausgetrocknet wie wir sind, jeden Erlebnis-Regentropfen wieder zu schätzen wissen, schlürfen werden wie Ambrosia! Doch nicht unwahrscheinlich! Doch nicht aus der Luft gegriffen, oder?!

Zeitgleich scheint ein kleiner Ruck auch durch andere zu gehen. Man schöpft wieder Hoffnung. So kommen vermehrt Anfragen und Buchungen bei uns rein. Trotz aller Ungewissheit. Das könnte wohl ein freudiges Wiedersehen mit einigen vom Tribe werden - schön wärs. Immer vorausgesetzt, dass Reisen innerhalb von Europa wieder möglich sein wird. Der springende Punkt (im wahrsten Sinne) wird wohl sein, ob sie den Tourismus vor oder nach Pfingsten lockern werden... 

Unsere deutschsprachigen Gäste bringen im Gepäck stets etwas mir sehr Wertvolles mit und das Einzige, was ich in Frankreich wiederkehrend vermisse: meine Muttersprache! Schließlich gehört diese Sprache untrennbar zu mir - verstärkend, weil ich mit einem Deutschen zusammenlebe. Und ich habe ja nicht umsonst *Deutsch* studiert! Ich liebe es, das exakt passende, beschreibende Wort im Ozean der deutschen Sprache herausgefischelt zu bekommen - samt dem manchmal damit einhergehende Ringen darum.

 

       


Allein solche Tage, solche Gedanken, solche Einschätzungen, solche Hoffnungen, solche Vorfreuden gilt es zu feiern. Ich backe also einen Kuchen! Dabei bleibe ich meinen Vorlieben treu: logo zählt auch dieser zum Team #Brownie-Style. Dafür gibts ja die einschlägige Zusammenstellung! Und ich hätte dergleichen süße Stückchen noch viele im Repertoire. Wie der Espresso-Kuchen mit Crème fraîche. Oder den Caprese al Limone. Oderoder... Eure Wahl wie ihr euch den Frühling aufsüßt!

Die heutige Variante besticht durch die gelungene Kombi an Aromen, der Frische und dem Eindruck der Leichtigkeit. Muse für das Topping bot mir übrigens Susanne.

 

Zutaten - Kastenform 25cm:

200g Butter, weich
150g Zucker (m: Rohrzucker)
1 Pr Salz
4 Eier
280g Mehl
2 1/2 TL Back-Pulver
190ml Kefir
2 Limetten (Schale, Saft)*

Topping:
50g Butter
50g Zucker (m: Rohrzucker)
25ml Sahne
1 Pr Salz
75g Kokosraspeln
2cm Inger, fein gehackt
 

Zubereitung:

Ofen auf 180° (O/U-Hitze) aufheizen.

Butter mit Zucker hell cremig aufschlagen, Limettenschale zufügen und die Pise Salz. Dann ein Ei nach dem anderen unterrühren. Dann abwechselnd Mehl/ Backpu und Kefir untermischen, dann den Limettensaft.

Form buttern.

Den Teig in die vorbereitete Kastenform füllen und in den heißen Ofen schieben - insgesamt für ca. 55min backen.

Nach 15 Minuten den Kuchen der Länge nach einschneiden und weiterbacken.

Nach ca. 45min das Topping vorbereiten: dafür alle Zutaten in einen Topf geben und so lange erhitzen und dabei rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat.

10 min vor Backende das Topping auf die Kuchenoberfläche verteilen/ spachteln und dann die letzten 10 Minuten fertig backen. Stäbchenprobe.

Anmerkung m: die Limetten könnte man auch prima mit Combava ersetzen - also wer dran kommt!

Inspiration Topping: Susanne aka Magentratzerl


Erstes Mal: Feigen-Scones-Kekse

Montag, 16. September 2019


Vor 15 Jahren begann Zorra mit ihrem *Kochtopf*, dabei hatte sie eigentlich schon ein Jahr zuvor mit dem Bloggen gestartet. Als echte Pionierin! Wie es ihr wohl zumute war, als sie zum ersten Mal auf den *Veröffentlichen*-Button drückte? Saß sie wie ich vorm PC wie eine Katze vor dem Mauseloch, als müßte anschließend jede Sekunde etwas passieren? Alles neu, alles noch nie dagewesen, alles aufregend!

Zu ihrem Jubiläum wünscht sich Zorra, das Flaggschiff und Aushängeschild der deutschsprachigen Foodbloggerei, Gebäck zum Afternoon-Tea. Die Zucchini-Brownie bringe ich bereits mit zur Party. Aber als ich ihr Motto las, wußte ich sofort, was ich ihr exakt und extra dafür kredenzen will: Scones - für mich DIE englische Teeknabberei schlechthin. 

Ach, die ersten Male, die vergißt man doch nicht! Ich weiß noch genau, wann ich zum ersten Mal Scones gegessen habe. Nämlich als ich zum allerersten Mal geflogen bin. Mit 17 Jahren verbrachte ich mit einer Freundin (Coucou Molly) bei deren Austauschpartnerin 2 Wochen in England. Ich war irre aufgeregt vor meinem ersten Flug, hatte aber schon recht klare Bilder vor Augen, wie ich mir das vorstellte.

Und zwar würde ich eine riiiiiieeesige Gangway hochlaufen und dann (Achtung Kalauer) haargenau so wie in der DreiWetterTaft-Werbung (nich, *Rom - die Sonne brennt! Perfekter Sitz - DreiWetterTaft*) aus dem Flugzeug aussteigen. Und so kam es auch. Nur ohne perfekten Haarschutz und ohne meine Giganto-Flugzeugtreppe, die ich mir so gewünscht hatte. Im Gegenteil stiegen wir mittels ausklappbarer Zwei-Stufen-Stiege in die kleine Propellermaschine. Was war ich enttäuscht: ein Popel-Flugzeug! Tja, aber nie wieder bin ich mit so einem exklusiven Flugzeug mit nur etwa 30 Sitzen geflogen. Was wußte ich denn? Mir fehlte ja der Vergleich! Und British Airways servierte in der Luft sensationelle Häppchen. Eben unter anderem die berühmten Scones. Wir ließen keine Krümel übrig.

Ansonsten erinnere ich mich an vierzehn Tage Dauerregen, unseren Ausflug im Mini-Cooper an die raue, englische Küste über verwinkelte, enge Landstrassen entlang an Natursteinmauern und Cottages, Tostbrot, das man mit der Zunge am Gaumen zerdrücken konnte, Majo-Salate, Essig-Chips, 3-Kilo-Plus auf den Hüften als Souvenir sowie ein Paar Schuhe, die ich mir in London kaufte (sogar eine Nummer zu groß), die ich UNBEDINGT haben musste, weil das echte Anne-of-Green-Gables-Schuhe waren. Wäre ich auf Insta, würde ich euch ein Foto dazu stellen - und ihr könntet mich auslachen. Ich besitze sie nämlich noch immer, obwohl ich sie nicht mehr trage.

Ach (ein weiteres ach), wo doch Anne of Green Gables für mich Inbegriff ist für das junge Mädchen, das stets emotional leicht drüber auf all die ersten Male reagiert, wenn das große Leben überwältigend auf unbeschriebene Fläche trifft.



Um den Bogen wieder zu Zorra und dem Foodbloggen zu ziehen, so weiß ich, dass ich zum ersten Mal von Foodblogs hörte über Nicky aka Delicious Days, die große Schwester des Foodbloggens, deren Rezepte bis heute an Präzision nicht zu überbieten sind. Und von ihr war es nur ein Wimpernschlag weiter um zu Zorra zu finden, der Schweizer großen Schwester des Foodbloggens. An Zorra gefällt mir ihre ungekünstelte, natürliche Art, die sie sich in all den Jahren - 15!!! - bewahrte und unbeirrt ihr Ding macht. Die Trends kamen und gingen, die Foodie-Kollegen ebenso, aber Zorra blieb sich treu. Auch erinnere ich mich SEHR gut, wie neugierig ich war, als Zorra zum ersten Mal ein Bild von sich zeigte (wobei ich glaube, dass ich sie gar zum ersten Mal im Video sah) - Kooperationen sei Dank. Wer weiß, ob Zorra sonst nicht deutlich länger hinter einer andalusischen Hecke versteckt geblieben wäre...

Nun, um diesem Event den letzten runden Schliff zu geben, ließ ich mich für dieses Scones-Rezept von Nicky inspirieren. Meine Variante wurden jedoch eher Kekse denn Scones (oder aber breitgelaufene dafür sehr lufitge Scones) mit den kleinen 2-Euro-großen süßen Feigen. Ich mache mir große Hoffnung, mit dieser Süßbäckerei bei Zorra Eindruck zu schinden... selbst wenn die Haare nicht sitzen (#Landmädchen). Herzlichen Glückwunsch nochmals, liebe Zorra!

Zutaten - 8 Stück:

200g Dinkelmehl
1 1/2 TL Weinstein-Backpulver
1/2 TL Salz
60g kalte Butter
150g Kefir
100g kleine Feigen*
30g brauner Zucker*

zum Bepinseln etwas Sahne

Zubereitung:

Mehl, Salz, Zucker und Backpulver mischen. Butter in kleinen Flöckchen in den Teig schneiden und zwischen den Fingern zusätzlich etwas verreiben.

Die Feigen in kleine Stücke (etwa 1/2 cm große und noch etwas kleinere Stücke) schneiden. Ebenfalls unter den Teig mischen.

Zuletzt den Kefir zufügen und rasch zu einem Teig kneten, der zusammenhält - auf jeden Fall vermeiden, den Teig zu lange zu bearbeiten. Je ausgiebiger man knetet, umso weniger luftig werden die Kekse. (Ich habe den Teig hier für 1-2 Stunden kalt gestellt - ist aber nicht zwingend nötig).

Ofen auf 220°C (O/U-Hitze) vorheizen.

Auch beim Ausrollen auf der bemehlten Arbeitsfläche zügig vorgehen. Etwa 2,5cm dick ausrollen und mit einem Ausstecher von 6cm Durchmesser Scones ausstechen. Dazwischen den Ausstecher mit Mehl bestäuben, damit der Teig nicht hängenbleibt. Den Teig wieder rasch verkneten und die restlichen Scones ausstechen.

Die Scones mit Abstand auf ein Backpapier setzen - sie laufen ziemlich auseinander -, mit Sahne, die mit einer Prise Salz vermengt ist, bepinseln, auf der zweiten Schiene von unten in den Ofen schieben und ca. 15min backen bis sich erste goldende Stellen zeigen.

*Anmerkung m: die Feigen lassen sich gut durch 50g getrockneten Früchte ersetzen. Oder durch 70g Brombeeren. Wer sie nicht klassisch wie Scones ißt - also mit Clotted Creme und Marmelade - sollte/ kann den Zucker auf 50g erhöhen.


zugegeben: die ersten Scones sind diese nicht - Geschwister im Blog-Universum sind diese Scones mit Erdbeeren, Mohn und Ziegenkäse

Rosenzeit: Kefir-Gugl mit Himbeeren und Johannisbeeren

Mittwoch, 23. Januar 2019


Während dieser elendlangen Busfahrten zum Gymnasium und zurück verschlang ich Denise-Romane. Die gabs damals am Kiosk am Busbahnhof in einem metallenen Drehständer, verheissend harmlos rosa und hellblau eingebunden, ein Pärchenbild als Cover wie von der Bravo geklaut, auf Altpapier gedruckt. Verwickelte Liebesgeschichten, die in der Jetztzeit angesiedelt waren: auf der ersten Seite lernten sie sich kennen, auf der letzten kamen sie zusammen. Die Frage war das Wie.

Fortbildung, bei der auf nichts aufgebaut wurde außer auf viel Hoffnung und Sehnsucht. Eine Lesephase, die genau so endete wie sie begann: in der Pupertät.  Ein schlechtes (jüngst gelesenes) Beispiel für dieses Genre in der Literatur ist übrigends *Die Einsamkeit der Primzahlen*: zwei Verhaltensauffällige, Gemütskranke irren um sich herum - anstrengend und ermüdend (schade eigentlich bei dem schönen Titel).

Hingegen ein echtes Bomben-Beispiel ist *Stolz und Vorurteil* von Jane Austen - ich war während der Lektüre wie zu besten Zeiten völlig im Fieber, wann sie sich endlich in die Arme fallen. Aber das nur unter uns im Geheimen, niemals würde ich das öffentlich zugeben! Am Kuriosesten an dieser Geschichte ist ja, dass die Verfilmung auch funktioniert. Jede Kameraeinstellung eine Postkarte. Kitsch as Kitsch can. *Ein kleines Wunder* urteilte damals die FAZ - und das ist es indeed. Vermutlich mit weil Keira Knightley mit ihrer verspannten Kieferpartie auf ganz natürliche Weise dieses Eigensinnige, Trotzige, Verweigernde mitbringt, das die Rolle der Elizabeth so hervorragend kleidet.

All das Überzuckerte-Klebrig-Dämmerige mit Nippes und Sonnenuntergang, am Valentinstag mit oppulenter Hochzeitsfeier, samt utopischen Versprechungen und Schwüren, als wisse man, was die Zukunft bringt, gestanzten Rollenbildern, protzigen Geschenken, die den Gegenwert der Gefühle spiegeln sollen, Kerzen, Negligés, Rosenduft oder (direkt aus der Hölle) Paare, die miteinander in Babysprache kommunizieren - die Typographie des Grauens ohne auch nur den Hauch eines romantischen Moments für mich.

Aber bitte, jeder darf Romantik interpretieren, wie er will. Für meine Zwillingsschwester ist Romantik gar eine bloße Erfindung ihrer Epoche (sie schrieb ihre Magisterarbeit darüber). Und das erwähne ich nicht als Anklage, sondern um aufzuzeigen, wie unterschiedlich zweieiige Zwillinge stets sind und sie trotzdem behaarlich von der Gesellschaft in den Topf der eineiigen geworfen werden. Es ist wohl zu viel von der Außenwelt verlangt genauer hinzuschauen, wo es sich doch viel einfacher mit Klischées lebt.

In meinem Leben gebührt der Romantik ein zentraler Platz. Zwei Menschen, die miteinander füreinander sind. Nix polyamor, nix Tandra, nix Swinger, nix freie Liebe. Zwei, die einen Kern bilden. Wie beim Fangenspielen als Kind. Es gibt den Bereich der Jagd und einen ganz kleinen Ort, da ist *Haus*, geschützt und bestenfalls selbst kreiert mit Vertrauen und Ehrlichkeit. Ein Verbund ganz freiwilliger Art. Nicht aus Pflicht heraus, nicht der Biologie gehorchend. Das gelebte Mysterium eines Baumes: 

Ginkgo Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie’s den Wissenden erbaut
 

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als Eines kennt?

 
Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich Eins und doppelt bin?
 

(JW v. Goethe)

Habib, du bist die Erfüllung eines Jungmädchentraums, aber du bist ein scheußlicher Zeitbeschleuniger: die letzten Jahre vergingen viel zu schnell! Rosenzeit mit Wermut. Versüße ich uns den *Weil-nichts-bleibt-wie-es-ist*-Moment mit einem Kuchen, gatschig und saftig ganz wie ein Rührkuchen sein muss und sein sollte... zumindest, wenn er aus meiner Gugelhupfform fällt!


Zutaten - Gugelhupfform*:

300g Weizenmehl (m: Dinkel 630)
250g Johannisbeeren (m: gemischt mit Himbeeren)
200g weiche Butter
200g Rohrzucker
150ml Buttermilch
1 Vanille-Stange, das Mark davon
4 Eier*
2 TL Backpulver
eine Prise Salz

Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

Den Ofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Guglhupfform einfetten und ein wenig mit Mehl ausstäuben.

Die Vanilleschote halbieren und das Mark herrausschaben. Die Butter mit dem Zucker und der Vanille aufschlagen bis die Masse aufhellt und cremig wird. Ein Ei nach nach dem anderen zugeben, dabei jeweils eine Minute weiterrühren.

In einer anderen Schüssel die trockenen Zutaten vermengen: das Mehl mit dem Backpulver und der Prise Salz vermischen. 

Mehl-Mischung und Buttermilch im Wechsel zum Kuchenteig geben - dabei nicht zu lange rühren. 

Die Johannisbeeren und Himbeeren (gm: eigene, gefroren) dazugeben und einmal kurz unterheben. 

Dann den Teig in die Form geben, drei bis vier Mal die Form auf die Küchenplatte hauen, damit sich eventuelle Bläschen auflösen. Für 60 Minuten backen.

Den Kuchen abkühlen lassen, erst dann aus der Form stürzen. 

*Anmerkung m: Um die Kuchen-Gugelhupfform ganz zu füllen, könnte (sollte - so mache ich das nächste Mal) man die Zutatenmenge mit 1,25 multiplizieren


Inspiration: Über-see-Mädchen

trotzig: opulentes Chili mit Mais-Fritters

Mittwoch, 26. September 2018


Kein Regen in Sicht. Und eigentlich zählt die Drôme zu einer der fruchtbarsten Gegenden von Frankreich. Weil zusätzlich zu viel Sonnenschein immer mal wieder ein Schauer runter geht. Azurblauer, wolkenloser Himmel. In der Wettervorhersage weiterhin Soleil soweit das Auge reicht. Meine hauptsächliche Gartenarbeit besteht nachwievor aus Gießen. Als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Und selbst die obligaten Wetter-Sprüchlein zur Begrüßung à la *On a du beau temps - c'est le principal* bleiben einem mittlerweile etwas im Hals stecken. So kann es doch nicht weitergehen?! Smalltalken heißt übrigens ins Französische übersetzt: *parler de la pluie et du beau temps* (über den Regen und das schöne Wetter sprechen) - und exakt so handhabt man das auch - mit positivem Grundton. Gerade bei Sonnenschein. Eigentlich.

Meine biologische Uhr drehte aber schon eine Weile weiter auf Herbst. Genug mit kurzen Hosen und barfuß laufen. Genug baden gegangen. Ich bin bereit für Socken. So wie der Garten bereit dafür ist, dass manche Beete umgestochen und für nächste Saison vorbereitet werden. Oder nochmals eine späte Saat ausgebracht wird. Das macht nur bei der Trockenheit überhaupt keinen Sinn. Der Boden ist hart wie Beton. Bei den Pflanzen im Garten geht es sowieso schon lange nicht mehr um Wachstum - vielmehr geht es ums Überleben. Einen ganzen Garten kann man unmöglich wässern...

Trotzig habe ich beschlossen, uns wenigstens ein herbstlich anmutendes Gericht auf den Tisch zu bringen. Einen Eintopf. Ein Chili. Ein Gericht, das auch kalte Zehen wieder zum Leben erwecken würde. Rein theoretisch. Ich vermelde, wenn dazu endlich auch Notwendigkeit besteht ...


Zutaten 4P:

1 rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
3 rote Paprika
1 Karotte
1 Stange Lauch
1 Stange Sellerie
1 kleine Zucchini*
100g getrocknete Bohnen*
1 Stück Kombu-Alge, ca. 5cm
1 Schluck roter Portwein
1 großer Schuß Rotwein
200g Ofentomaten
2 TL Thymian
1 TL Oregano
3 Lorbeerblätter
1/2 TL Pimenton dela vera
1 TL Paprika-Pulver
1/2 TL Kreuzkümmel
Harissa
(optional: ein Stückchen schwarze Schokolade
mindestens 70%)
Salz, Pfeffer
Olivenöl

100ml Kefir
50g Maismehl
150g Maiskörner (m: gefroren)
1 EL Sellerie-Stange, fein gehackt
1 Schalotte, fein gehackt
1 EL Sellerie-Grün, fein gehackt
1 Ei
Salz, Pfeffer
Öl zum Backen

Zubereitung:

100g Bohnen am Vortag in reichlich Wasser einlegen. Bohnen spülen und mit frischem Wasser und dem Stück Kombu-Alge ca. 45min köcheln lassen - abschütten und ca. 250ml von dem Kochwasser auffangen.

Die Paprika vom Kerngehäuse befreien, unter den Ofengrill legen so lange bis sie schwarze Blasen werfen. Die Haut entfernen und die Paprika in kurze, schmale Streifen schneiden.

Zwiebel, Knoblauch, Sellerie und Karotte fein würfeln. Lauch halbieren und in feine Streifen schneiden. Kleine geschnittenes Gemüse (inklusive Paprika) in dem Olivenöl anrösten bis die Zwiebel glasig ist. Dann die Gewürze zufügen und ebenfalls kurz mitrösten. Bohnen untermischen und die Lorbeerblätter zufügen. Mit Portwein und Rotwein ablöschen und einreduzieren lassen. Bohnen-Kochwasser sowie Tomatenconfit anschütten. Salzen, pfeffern und ca. 15min köcheln lassen bei geschlossenem Deckel.

Währenddessen die Zucchini in kleine Stücke (m: die Hälften gedrittelt und in Scheiben geschnitten) rüsten. Außerdem die Fritters zubereiten. Dafür alle Zutaten miteinander vermengen, beginnend mit Ei, Kefir und Maismehl - eas klümpchenfrei verrühren. Zuletzt die übrigen Zutaten untermengen. Dann ca. 12 Stück in heißem Fett ausbacken. Mit einem Eßlöffel kleine Häufchen in die Pfanne setzen und von beiden Seiten knusprig braten. Warm stellen

Die Zucchini nun unter das Chili rühren und weitere 10-15min köcheln lassen bei geschlossenem Deckel. Lorbeerblätter entfernen und mit Harissa, Salz und Pfeffer final abschmecken. Wer mag schmeckt hier noch mit einem Rippchen dunkler Schokolade ab. Das Chili zusammen mit den Fritters servieren. Aucfh prima zusätzlich: ein Löffel Crème fraîche.

*Anmerkung m: Die Zucchini kann gut durch eine Süßkartoffel ersetzt werden. Wer bereits gekochte Bohnen aus der Dose verwendet, der muß mit Gemüsebrühe aufschütten...

Inspiration Fritters: Petra von Chili und Ciabatta 


2x Nigel: Buttermilch-Polenta mit grünem Frühlingsgemüse und Miso-Mayonnaise

Freitag, 22. Juni 2018


Erbsen und Saubohnen bietet der Garten an und ein letztes Mal nehme ich Spargel vom Markt mit. Der Händler hat das endgültige Aus laut gemacht. So habe ich mich für diesen Teller gleich zwei Mal von Nigel Slater inspirieren lassen. Buttermilch-Polenta gab es ebensowenig hier jemals wie Miso-Mayo. Beides einen Versuch wert. Auch getrennt von einander. Und auch ohne dass man noch an grünem Spargel vorbei läuft. Dafür ließe sich ja die Menge an Saubohnen erhöhen. Oder noch ein paar Zuckerschoten dazujubeln. 

Ach, was schreibe ich: euch wird schon was einfallen. So schwer beim Kochen zu improvisieren, ist es ja nicht... Und ich verkneife mir mal irgendeinen altklugen Satz zum Thema *Improvisieren im Leben* im neuen Blogjahr. Obwohl... Hier auf dem Land, also der französischen Campagne ist ja das Imprivisationstanzen ganz groß. Vielleicht fallen euch zu diesem Essen ja obendrein ein paar Moves ein... in der Gruppe oder allein, um die Herdplatte oder in einer Jurte... immer schön raus damit!


Zutaten 2P:

Polenta
275ml Buttermilch
275ml Gemüsebrühe
120g Polenta
2 Lorbeerblätter
Salz, Pfeffer
1 Stück Parmesanrinde
2 TL Crème fraîche

Miso-Mayonnaise*:
80ml Erdnussöl (m: weniger)
2 TL weiße Miso-Paste
2 TL Senf, körnig
1 kleine Zitrone, die Zesten davon
Schnittlauch 

200g grüner Spargel
1 handvoll Erbsen
1 handvoll Saubohnen

Zubereitung:

Für die Polenta Buttermilch und Brühe miteinander erhitzen, Lorbeerblätter dazugeben ebenso wie die Käserinde und die Polenta einrieseln lassen. Bei leichter Hitze unter aufmerksamen Umrühren um das Anbrennen zu vermeiden die Polenta garen - dauert etwa 30-40min. Salzen, pfeffern und mit  Crème abschmecken.

Parallel dazu das Gemüse putzen: Erbsen puhlen, Saubohnen auch, diese aber zusätzlich aus ihrer Hülle befreien. Den grünen Spargel richten: Enden abschneiden und unteres Drittel schälen. 

Für die Mayo das Eigelb mit dem Senf vermengen und das Öl unter stetigem Rühren langsam anschütten. Mit Miso und Zitronenzesten abschmecken - *für diese Mayonnaise braucht es das Eigelb nicht zwingend. Für die Artischocken bereite ich eine ähnliche Begleitung (ohne Miso) zu und wenn ich mit Senf und etwas Zitronensaft beginne und das Öl in gleicher Manier einfließen lasse, dann entsteht eine ähnlich cremige Konsistenz (für alle Frisch-Eigelb-Verweigerer).

Den Spargel über Wasserdampf garen. Erbsen und Saubohnen kurz vor dem Servieren in kochendes Wasser geben und in zwei-drei Minuten gar ziehen lassen.

Die Polenta auf zwei Teller verteilen, Gemüse ebenfalls, die Mayo zum Gemüse setzen und mit Schnittlauchröllchen garnieren.

Inspiration: Nigel Slater und hier