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Frühling-Kräuterleins mit Pici

Freitag, 28. März 2025

 

Eigentlich ist gerade Sauerkraut-Zeit! Auf den Markttischen ist nicht viel los. Um sich im Frühling auf andere Ideen zu bringen, stromert man am besten über die saftig grünen Wiesen und geht fürs Mittagessen ein Sträußchen erstes Grün pflücken. Und genau darum gehts heute: nämlich es soll nichts mehr sein als eine kleiner Anstoß, sein Augenmerk auf frische Kräuter zu lenken. 

Wildkräuter wie etwa Bärlauch - hier gehts zum Bärlauch-Spezial - oder aber den hübschen, nussigen Pimpinelle, Löwenzahn - Stichwort Salat mal so oder so, oder aber der schöne Löwenzahn -Honig - Klettkraut, Labkraut, Gänseblümchen - wie wärs mit Gnocchi damit - oder was euch sonst bekannt ist und zwischen die Finger kommt. Spitzen-Idee ist ja einfach ein Pesto aus verschiedenen Kräutern herzustellen. Pesto geht immer - wie etwa dieser Teller: Risotto mit Löwenzahn-Pesto, mit Spaghetti und pochiertem Ei, oder ganz klassisch als Gruß vom Land...

Ich habe mich heute auf den jungen Knoblauch konzentriert. Die Drôme ist bekanntermaßen Anbaugebiet für Knoblauch und so bekommt man seine Stangen als Sträußchen gebunden zu kaufen. Der frische Knoblauch bekommt auf dem heutigen Teller die vollen Schweinwerfer, dazu noch gutes Olivenöl, fleur de sel, Parmesan... Und beim Essen wird man dann festellen: das Gute ist schlicht - es braucht nicht viel zum glücklich sein...

Die Pici kennt ihr bereits - vielfach hier auf den Tisch gebraucht, weil so köstliche, selbstgemachte Pasta! Mittlerweile habe ich die Herstellung ein wenig vereinfacht  - s. Zubereitung



Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
70 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz
1/4 TL Kurkuma
Piment d'Espelette
Kräuter oder Pesto der Wahl
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Kartoffeln als Salzkartoffeln kochen, gut ausdampfen lassen und mit der Gabel so fein wie möglich drücken. Die Kartoffeln sollten dabei noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.

Mit dem Nudelholz zu Bahnen ausrollen von etwa 3-4 mm Dicke und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.

Nun die Kräuter der Wahl fein schneiden (oder für ein Pesto alle zusammen in einen Hexler geben). Das Weiße des jungen Knoblauch kurz andünsten in einer Pfanne in etwas Olivenöl. Mit fleur de sel und Pfeffer würzen. Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und al dente garen - dauert gute 3 Minuten (probieren vorher) und beim Abschütten etwas Nudelwasser auffangen. Die nassen Nudeln in die Kräuterpfanne geben, ebenso das fein geschnittene Grün des Knofis und noch mehr Olivenöl. Gebenenfalls noch etwas Nudelwasser anschütten und mit reichlich Parmesan bestreuen.

Last call: Kräuter-Schmarrn mit Spargel

Freitag, 9. Juni 2017

Wie hieß es an der Akademie kurz vor einer Ausstellung gerne: *Torschlußpanik ist die beste Muse*.

Und Kommilitonen, die man über Wochen nicht mehr im Atelier gesehen hatte, die sich sonst gerne mit vielen Theorien in den Vordergrund schoben, lieber Bier tranken als zu arbeiten und überhaupt prinzipiell deutlich besser waren im Philosophieren wie im Machen, schoben mit einem Mal Sonderschichten. Und sie hatten alle keine Zeit mehr, große Reden zu schwingen: nun gings nur noch darum, produktiv zu sein. Irgendetwas MUSSTE später schließlich an der Wand hängen oder auf dem Sockel stehen.

Ladehemmung war nicht angesagt. Wobei mir just eine Studienkollegin aus der Nachbarklasse einfällt, die bei der Sommerausstellung *Den Absprung nicht schaffen* performte: auf einem gebastelten Startblock stand sie in wunderschönem, roten Badeanzug und zunehmend erhitzen Wangen, so lange in gebückter Haltung mit den Armen nach vorne, bereit ins Wasser zu köpfen, so lange bis die Beine zitternd die Kraft versagten. Eine sehr gute Gelegenheit als Hintergrundsmusik *Tranquillo* von Fischmob einzuspielen. 

Wenn ihr dieses Jahr nochmals Spargel essen wollt, dann dürft ihr nicht mehr lange fackeln. Wir gehen zielstrebig Richtung *letztem Moment*, sprich: Ende der Spargel-Saison. Last call also für dieses Spargel-Gericht, bei der mir das kleine Erdbeer-Chutney als Krönung besonders gefiel: geschmacklich wie als Farb-Akzent.

Zutaten 2P:

Kräuter-Schmarrn*
50g Dinkel-Vollkorn
50g Dinkel 630
3 Eier
110ml Milch
ein Schuß Mineralwasser
eine GROSSE Hand Kräuter
(m: Basilikum, Estragon, Koriander, Thymian)
Salz, Pfeffer

(ganz ähnlich nur ohne Estragon)

200g grüner Spargel
200g weißer Spargel

4 ELErdbeeren, klein geschnitten
das Grün einer Frühlingszwiebel
Pfeffer 

Zubereitung:

Die Kräuter für den Kräuter-Schmarrn zusammen mit den Eiern und einem Schluck Milch fein pürieren. Das Mehl zufügen und mit einem Schneebesen klümpchenfrei glatt rühren. Nun die Milch anschütten und unterrühren. Zuletzt den Schluck Mineralwasser untermischen und salzen und pfeffern. Etwa 10min quellen lassen.

Die Sauce zubereiten und warm stellen.

Spargel schälen, in mundgerechte Stücke schneiden, zuerst den weißen Spargel, dann 4min später den grünen Spargel in den kochenden Spargelsud geben und weitere 6-8min garen. Warm stellen.

Parallel zum Spargel das kleine Erdbeer-Chutney zubereiten.

Etwas Öl (m: Raps) in einer großen Pfanne erhitzen und den Schmarrnteig einfüllen. Wenn die Unterseite beginnt zu bräunen, die Masse vierteln und weiter braten, dann in kleinere Stücke zerhacken.

Alles miteinander servieren und genießen!

*Anmerkung m: ihr dürft gerne die Eier trennen und den geschlagenen Eischnee unter die Pfannkuchenmasse heben. Ich habe den Weg der Abkürzung eingeschlagen...

ein Salat-Plus-Essen: Manfriguli

Sonntag, 28. Mai 2017

Mit der ersten Heu-Ernte verschwinden meine Margeriten-Wiesen. Margeriten-Sträuße zu pflücken, die so dick sind, dass ich sie nicht mehr mit dem Daumen und den restlichen Fingern der linken Hand umfassen kann, gehören zu meinen ersten Kindheitserinnerungen. Wie weiße Sterne leuchten die Margeriten aus dem Wiesengrün und bis zuletzt halten sie  in der Vase ihre Köpfe königlich aufrecht. Ein Frühling ohne mehrere Sträuße mit Margeriten zu pflücken, ist absolut undenkbar.

Zu diesem Vorsommerwetter paßt wieder ein Salat-Plus-Essen. Die Inspiration ging von Susanne aus, allerdings habe ich die Buchweizen-Crêpes nach meinem üblichen schlichten und knusprigen Galette-Rezept zubereitet, das kein Ei benötigt. Die Füllung wurde von mir etwas entschlankt und dank Tapenade mit einem französischen Touch versehen. Sehr lecker. Die übrigen Manfriguli schmeckten auch abends kalt noch gut. Und ein schöne Restessen ist es obendrein, um Käsereste und Brot vom Vortag  darin zu verstecken. Die obligate Dosis Frühlingskräuter ist fast schon Pflicht.

Zutaten 2P:

100g altbackenes Brot
1 TL grüne Oliven-Tapenade
50ml Sahne
1 kl EL Crème fraîche
100g Käse (m: verschiedene Reste)
Salz, Pfeffer
einige Butterflöckchen

Zubereitung:


Für die Galette die Zutaten vermengen und den Teig ca. 30 min quellen lassen. Eventeuell etwas Wasser nachgeben.

Eine Pfanne mit Öl ausstreichen ( (braucht nicht viel sein) und erhitzen. 1 Schöpflöffel Teig in die Pfanne geben, durch Schwenken verteilen und backen wie hier beschrieben, bis 5 Galette gebacken sind.
.
Das Brot in kleine Würfel schneiden und diese in einen Blitzhacker oder Mixer geben. Kräuterpaste, Crème, Tapenade und Sahne dazu geben. Käse wenn nötig, entrinden, dann würfeln. Das Brot zusammen mit Käse mixen. Die Füllung mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken.

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform buttern. Die Pfannkuchen jeweils mit der Brotmischung bestreichen, aufrollen und in Scheiben von ca. 4 cm Dicke schneiden. Rollen mit der Schnittlfläche nach oben in die Form schichten. Butterflöckchen auf der Oberfläche verteilen und die Manfriguli ca. 20 min überbacken.

*Anmerkung m: zu Kräuterpaste siehe auch hier

Blog-Buster: Barbie-Essig

Sonntag, 21. Mai 2017

Bei der Namensgebung meines Essigs bin ich gedanklich über die großen Drei meiner Kindertage gestolpert: meine Puppe, mein Hase und die Barbie. Wie intensiv und vorallem wie lange ich als Spätzünder mit meinen liebsten Spielsachen Zeit verbracht habe, will ich gar nicht verraten. Aber weil das Rezept heute VIEL zu einfach ist, um lange darüber zu reden, will ich eure Aufmerksamkeit daher auf etwas anderes lenken. Viel mehr auf jemanden und zwar auf Arno Stein, der über Jahrzehnte hinweg Kinder in seiner Malwerkstatt beim Malen beobachtete.

Arno Stein initiiert seine Malorte als ruhigen Raum der Freiheit und der Tätigkeit, in dem lediglich vorgegeben wird, wo Farbe und Pinsel zu stehen haben und wo die weißen Blätter an der Wand hängen. Ab drei Jahren darf jeder mitmachen. Ein sehr spannender Artikel über seine Arbeit, sein Konzept dahinter und die erstaunlichen Rückschlüsse, die er daraus zieht, findet sich hier. Oder für ein interessantes Interview, um einen Eindruck von ihm als Person zu erhalten, bitte hier entlang.

Ein Feriengastes brachte mich auf Arno Stein (der mit der eierlegenden Wollmichsau - Coucou Jan Peter) und er traf gerade mit seiner Kritik an den staatlichen Schulsystemen bei mir direkt einen Nerv. Aber ich will einen anderen Aspekt rauszugreifen, der mich besonders fasziniert. Und zwar nimmt Arno Stein die Bilder der Kinder nicht als Ausdruck ihrer Kreativität, sondern es geht ihm um die Versenkung im sponaten Tun. Wichtig ist ihm dabei auch, dass man sich jede Interpretation und Deutung der Bilder verbietet - sie sind ihm lediglich Ausdruck *einer Spur*. Die Art und Weise des Malens und nicht das Produkt, das daraus entsteht, birgt die Möglichkeit, heilend zur Selbstachtung beitzuragen: im geschützten Raum, im friedlichen Nebeneinander, ohne jede Deutung.

In Zeiten von Maß und Zahl, in der alles direkt in ein System gepresst werden muß, finde ich es regelrecht herausfordernd, ein Kinderbild ohne jede Assoziation anzusehen.

Und ich erinnere mich dabei direkt an den schönsten Tag auf meiner allerersten Reise durch Myanmar. Yair, mein israelischer Reisebegleiter und ich, stürzten uns in einen Ausflug zu einem Vollmondfest zu Fuße einer heiligen Höhle, ohne zu wissen, wo wir abends übernachten würden. Es wurde ein Fest für die Sinne und wir erhielten tiefe Eindrücke zur burmesischen Kultur. Einige davon verstetzen mich ins Staunen, wie etwa der kleine Marktstand mit dem ururalten Karaokee-Gerät, um das sich eine Traube von Menschen gebildet hatte. Alle wollten sie mal in das Mikrophon singen. Und jeder durfte. Nacheinander kam einer nach dem anderen an die Reihe und es wurde nicht gepfiffen und gepuht und nicht applaudiert und gejohlt. Jeder durfte sich einfach mal ausprobieren - völlig wertfrei. Während einer tat (sang), hielten sich die anderen als neutrale Zuschauer zurück. SEHR fremd, SEHR anders und SEHR faszinierend!


Nun, solltet ihr an blühendem Schnittlauch vorbei kommen, dann denkt an meinen Barbie-Essig, der unter den Foodies ein beliebtes DIY ist - weswegen wir von einem Blog-Buster reden. Beliebt nicht von ungefähr:  bei wenig Aufwand (Schnittlauchblüten in Reisessig einlegen) ergibt sich ein schöner farblicher (rosa) und geschmacklicher (zwiebeliger) Effekt.

Schnittlauchblüten-Essig -  für 250ml:
Zutaten:

250ml Reisessig
15-20 Schnittlauchblüten
Zubereitung:

Schnittlauchblüten sauber schütteln (eventuelle Kleintierbewohner) und in ein sauberes Schraubglas (oder anderes Gefäß) geben. Mit dem Essig auffüllen und das Glas verschließen. Den Essig 5 Tage bis eine Woche ziehen lassen, dabei immer mal wieder schütteln. 

Die Schnittlauchblütenessig durch ein Sieb zurück in  die Essigflaschen gießen (m: einfach gleiche Essigflasche des Reis-Essig wiederverwendet) oder in ein anderes sterilisiertes Gefäß und die Essigflaschen gut verschließen.


Anregung dazu: etwa bei Glasgeflüster oder Schöner Tag noch

Karottensalat mit Knoblauch und Schnittlauch nach Uli

Montag, 4. Mai 2015

Wenn ich diesen Salat zubereite, denke ich unweigerlich an meine Freundin Uli, bei der ich den Salat zum ersten Mal gegessen habe. Liebe auf den ersten Biss. Daher muss man sich zur der Salatschüssel einfach auch Uli vorstellen können. Eine echte Rubensfrau: weich, rund und eine Haut so zart, dass selbst der pêche de vigne struppig daherkommt. Die liebliche Weiblichkeit pur. Dazu stets wohlduftend und die Farben ihrer gletscherseefarbenen Augen mit den Rauschewimpern betont mit tiefgründigen Mondstein-Ohrringen. An diesem Busen (von dem auch meine Augen immer wieder magisch angezogen waren) ist gut ruhen, strahlte die gesamte Erscheinung aus.

Ich kann mich noch gut erinnern - es ist wohl einige Jährchen her - , dass ich ziemlich unfein geschaufelt habe. Zu gut hatte mir der Karottensalat geschmeckt. Ausgehungert, karottenverrückt, übernächtigt und küchenphobisch wie ich seinerzeits war. Wer hätte es auch für möglich gehalten, dass Karotte, Sahne, Schnittlauch und Knofi mich zusammen so dahinraffen...

Ach, und kauft mehr lilanen Knoblauch aus der Drôme (eh der beste). Die Knoblauchbauern stimmten  im regionalen Käseblatt nach der letzten Ernte ein Klagelied an – der chinesische Knofi drückt mit Niedrigpreisen den hiesigen Markt darnieder… Den allerersten frischen Knoblauch gibts bereits wieder auf den Tischen: so oder so.
Zutaten 2 P:


5 Karotten
50ml Sahne
2 EL Olivenöl
2 EL Zitronensaft
1 EL Balsamico bianco
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
(oder 2 Stangen junger Knoblauch)
1 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
1Pr Zucker

Zubereitung:

Karotten schälen und grob raspeln. Knoblauch fein hacken, ebenso den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. 

Die restlichen Zutaten zu einem Salatdressing vermengen und würzig und nicht zu sauer ab schmecken: leichte Schärfe dank Knoblauch, Süße dank Karotten und Sahne. Vor dem Servieren 10min ziehen lassen.

Curryreis mit filet de dorade sebaste

Donnerstag, 12. Juli 2012

Es ist warm und die Köchin möchte es in der Küche unkompliziert haben. Daher gibt es gerne Essen, für die man nicht länger am Herd stehen muß - so wie in der letzten Zeit häufiger.

Um mir mein Studium zu finanzieren, habe ich nebenher 3 Mal die Woche in der Küche eines kleinen Restos gearbeitet. Daher weiß ich sehr genau, dass die Sommermonate in der Küche beim gesamten Küchenpersonal arbeitstechnisch nicht die Lieblingszeit ist. Das Schwitzen vor Herd und Öfen ist einer der Gründe, warum ich nicht wie manch andere Foodblogger von einem eigenen kleinen Bistro oder etwas in der Art träume. Mein Hauptgrund aber, warum ich das nicht Vollzeit professionell machen wollte, ist ein anderer. Dazu aber ein anderes Mal...

Der Reis ist fruchtig und scharf, der Fisch mit viel Frische dank Zitrone und frischen Kräutern. Dazu wie zumeist ein Salat - ein Sommeressen, wie ich es mir gerne gefallen lassen.

Zutaten:

200g Basmati-Reis
1 Schalotte
1 EL Olivenöl
Curry

einige getrochnete Feigen
(m: eigene Feigen)
2 EL Pinienkerne

Kräuterbutter
2 filet de dorade sebaste
etwas Zitronensaft

Zubereitung:

Die Kräuterbutter am besten am Vortag vorbereiten, damit sie wieder gut erkaltet ist - herzustellen etwa wie bei Barbara beschrieben. Meine Kräuter waren eine bunte Mischung durch den Kräutergarten, eine demi-sel-Butter und diese gepfeffert - eingewickelt in Frischhalte- und zudem Alufolie, so zur Rolle gedreht.

Die feingewürfelte Schalotte in etwas Olivenöl anschwitzen, die Reiskörner dazugeben und ebenfalls glasig werden lassen. Wasser (anderthalbfache Menge wie Reise - gut beides in Tasse abzumessen) beifügen, salzen, ein Mal aufkochen lassen und bei niedrigster Temperatur den Reis garen lassen. (bei 70° im Ofen geht auch). Ab und an nachsehen, ob der Reis zu trocken wird, dann etwas Wasser nachschütten.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Getrocknete Feigen klein schneiden. Kurz vor Ende der Garzeit des Reises beides hinzufügen und mit dem Lieblingscurry schärflich abschmecken.

Die Fischfilet in der Pfanne von beiden Seiten kurz gar ziehen lassen. Mit etwas Zitronensaft beträufeln und zusammen mit der Kräuterbutter und dem Reis servieren. Dazu einen Salat reichen.

Fenchel mit Feige im Pergament und Kartoffel mit Schafgarbe

Donnerstag, 18. August 2011

Fenchelgemüse ist in seinem Geschmack lange nicht so auffällig wie sein Samen, bzw. als Gewürz. Und dass die Kombi Fenchel-Ziegenkäse gut ist, weiß ich ebenso wie von der Kombi Feige-Ziegenkäse. Daher habe ich beim Lesen dieses Rezeptes logisch geschlußfolgert, dass Fenchel-Feige-Ziegenkäse ebenfalls einen Erfolg verspricht. Und der war so überzeugend, dass ich mir diese Zusammenstellung für die Zeit vorgemerkt habe, wenn unser Feigenbaum Früchte trägt.

Außerdem ist da noch die Schafgarbe, die dieses Jahr so üppig auf den Wiesen blüht. Die kurze Regenperiode vor ein paar Wochen läßt die Felder diesen August in ungewöhnlichem Grün erscheinen. Weiß ragt die Schafgarbe raus.
 
Der Inhaltsstoffe der Schafgarbe werden viele heilende Effekte nachgesagt: entzündungshemmend, krampflösend, verdauungsanregend, appetitanregend und sie soll die Gallentätigkeit fördern. Grund genug also, mal auszuprobieren, wie die Schafgarbe sich als Gewürz so macht. Und ihre leichte Bitterkeit hat wunderbar harmoniert mit den Ofenkartoffeln - und mit dem Fenchelgemüse.
Zutaten:

2 Fenchelknollen
2 Feigen (getrocknet)
2 rote Zwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 kleine rote Chilischote
8 grüne Kardamomkapseln
4 EL Olivenöl
1/2 Ziegenfrischkäse

4 Blatt Pergamentpapier (etwa 25x25cm)
Zubereitung: 

Den Fenchel waschen, putzen und halbieren. Die Fenchelhälften in einen Dämpfeinsatz geben und über Dampf in 12 Minuten garen.

Inzwischen die Feigen waschen und in Würfel schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen, beides in Würfel schneiden. Die Chilischote längs halbieren, putzen, waschen und fein schneiden. Die Kardamomkörner aus den Schoten lösen und im Mörser etwas anstoßen..

Den Backofen auf 200° (Umluft 180°) vorheizen. Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebeln, Knoblauch, Chili und Kardamomkörner dazugeben und 8 Minuten anschwitzen. Die Feigen vorsichtig unterrühren. Die Pfanne vom Herd nehmen. Den Fetakäse dazubröckeln. Die Feta-Feigen-Mischung mit wenig Kristallsalz abschmecken.

Das Pergamentpapier mit etwas Olivenöl bepinseln. Auf jedes Blatt Pergament eine Fenchelhälfte setzen, die Feta-Feigen-Mischung daraufgeben. Die Seiten des Pergamentpapiers darüber zu einem Päckchen verschließen. Im Backofen (Mitte) 10 Minuten backen

Kartoffeln - Zutaten:

1kg Kartoffeln
10 große Scharfgarbenstängel
Öl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in Spalten schneiden. Aif ein Backblech geben und mit Salz, Pfeffer und Olivenöl würzen. Im Ofen bei 160°C ca. 20 min backen. Zusammen mit der grob gehackten Scharfgarbe in einer heißen Pfanne kurz schwenken.
Quelle: Gabriele Kurz *Natürlich gut essen*
Und damit nehme ich gerne am momentanen Gärtner-Bogevent teil: 
Garten-Koch-Event August 2011: Fenchel [31.08.2011]

Sommer in Tüten - Sommertee-Mischung nach dem Klostergarten Fulda

Dienstag, 9. August 2011

Mit Garten ist das Kräutersammeln ein besonderer Spaß. So ein wenig à la Rosamunde Pilcher, mit nem flachen Weidekorb am Ellenbogen, darin eine Gartenschere, auf dem Kopf einen Strohhut (wahrscheinlich mit Blume), und dann ein bißchen Schnippschnapp hier und ein bißchen Schnippeln dort - munter durch das vom Personal gepflegten Anwesen. Aristokratische Gartenarbeit vom Feinsten. Nur Blumen für die Vase sammeln kommt noch davor.

Unser Kräutergarten ist wunderbar groß und im Moment wunderbar ungepflegt. Keiner macht sich eine Vorstellung, wie gerne gerade Kräuter wuchern. Die Melisse ist von dort ebenso verbannt worden wie die Minze. Zu dominant ausufernd. Nun, ordentlicher sieht es deshalb nicht aus. Mais tant pis, was eine Auswahl!

Aber zum Tee. Am liebsten trinken wir Zitronen-Verveine - der darf daher sogar ins Treibhaus. Aber warum nicht mal mischeln? Rosmarin (auch ausgelagert - zu buschig) wird eine belebende Wirkung nachgesagt, weshalb die klugen Nonnen des Klostergartens Fulda ihn mit in ihren Sommertee genommen haben. Und sie wissen, was sie tun: So packt man ein Stück Sommer in kleine Tüten! Schluck für Schluck geht so die Sommersonne auf  - zumindest innerlich.
Zutaten:

Minze (Nane-Minze, Bergamotte-Minze, Pfefferminze)
Zitronen-Melisse
Zitronen-Verveine (viel)
Rosenblätter
Rosmarin
(wenig im Vergleich zu den anderen Kräutern - soll nicht vorschmecken)
Lavendelblüten (als Farbklekse)

Zubereitung:

Aus dem Garten läßt sich nun aus den Sommerkräutern ein belebender und erfrischender Sommertee zusammenstellen. Am besten eignet sich zum Trocknen ein Dachboden oder ein anderer kühler Raum, wie zum Beispiel das Schlafzimmer. In der Küche ist es zu feucht, sie eignet sich zum Trocknen nicht, da dort durch das Kochen die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist.

Ich breite auf einem großes Leinentuch meine gesammelten Kräuter aus, und wende sie die ersten beiden Tage mehrfach. Die Kräuter sollen gut durchgetrocknet sein - sie knistern dann beim Anfassen. Dann erst in Tüten oder Schraubgläser verpacken (noch etwas feucht verwahrt, fangen sie an zu schimmeln).

Und ist übrigens auch ein schönes Weihnachtsgeschenk - kann man an einem regnerischen Tag schon mal verpacken...
Tips:

Wer schon immer Tees mit spezieller Heilwirkung zusammenstellen wollte, dem kann ich das Buch von Maria Treben empfehlen.

Mit Garten: Zitronemelisse darf nicht blühen, sonst verliert sie ihre ätherischen Öle - daher mehrfach im Jahr zurückschneiden.

Ohne Garten: In den Apotheken kann man wunderbar einzeln und in allen gewünschten Mengen getrocknete Kräuter kaufen und ist dann auch in der Lage, nach Herzenslust zu mischeln.