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Baukasten: Lasagne weiß-grün

Sonntag, 2. Juni 2019


Wären die Menschen zufriedener, wenn das Leben wie ein Baukasten-System funktionieren würde? Wenn man - sagen wir mit der Volljährigkeit - einen Fragebogen ausfüllen dürfte, um verschiedene Eigenschaften, bestimmte Qualitäten festlegen zu können? Vielleicht kommt das ja in Zukunft. Mit der Gen-Forschung bieten sich bald vieleviele Möglichkeiten, wenn es beispielsweise um das Thema *Kinderwunsch* geht. Da wird bereits im vorhinein viel festzulegen sein. 

Aber ob ein paar Kreuzchen, für die man sich vorab entscheiden durfte, zu mehr Zufriedenheit im eigenen Leben führt? Hmmmm, ich weiß es nicht.... Für mich, die ich an Vorherbestimmung glaube, eh eine komplett verrückte Vorstellung. Aber heute - man gibt sich aufgeklärt - haben doch die meisten Firlefanz wie Kismet als mögliche Erklärung für Unerklärbares rausgestrichen. 

So oder so bleibt die wichtigste Vorraussetzung - also ob mit Fragebogen oder ohne -, dass man wissen sollte, was man will. Ansonsten wirds selbst bei einem schlichten Multiple-Choice-Fragebogen doof. Wahlfreiheit bleibt Wahlfreiheit - ob groß oder klein. Bon, die hat man wohl weniger, wenn es darum geht, welche Kinder einem zugeteilt werden, aber für das eigene Leben darf man die Zügel durchaus in die Hand nehmen. Wenn man will. Oder ist das mehr ein Können?

In meiner Jugendzeit galt das Motto *Verwirkliche dich selbst*. Vorallem in beruflicher Hinsicht. Und das ging durchaus einher mit einem gewissen gesellschaftlichen Druck. Auf jeden Fall hielt mir dieses Angebot ganz deutlich vor Augen, dass in den Breitengraten, in denen ich aufwachse, Emanzipation sehr weit fortgeschritten ist. Ich hatte den Eindruck, wirklich alles machen zu können, was ich will. Ich musste halt nur wissen, wohin mit mir. Gleichzeitig versperrten mir diese vielen offenen Türen den schlichten Gedankengang, ebenso karrieretechnisch ganz kleine Brötchen zu backen und mein Glück in der Familie zu suchen. Das war in meinem Umfeld einfach keine Option: eine junge Frau braucht eine gute Ausbildung. Wenngleich ich immer wieder feststellen muss, dass bis heute Frauen in anderen Kulturen mit vielen Kindern um sich sehr glücklich sein können. Bei wenn-dann-Sätzen muss man in der Schlussfolgerung aufpassen (das weiß niemand besser wie die Mathematik).

Fakt ist: für die handelsübliche irdische Vorgehensweise hilft, wenn man Schritte absichtlich Richtung Zielvorstellung macht. Übrigens ist der gerade verlinkte Artikel ein Lieblingsartikel von mir - der wird demnächst in *Pro centum* wieder auftauchen. Ebenso wie dieser, bei dem es generell um *Zufriedenheit* geht. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass man auch bekommt, was man will. Wer nur *Ferrari* oder *Waschbrettbauch* im Kopf hat, der hat früher oder später ein rotes Auto vor der Tür und kann eine durchtrainierte Köprermitte sein eigen nennen - und wenn es sich dabei um einen Gebrauchtwagen sowie einer Schönheitsoperation handelt. Stichwort Fokusierung. Dafür setzt man dann sämtliche Hebel in Bewegung, dafür ist man bereit viel zu tun. Und irgendwann zieht das wie ein Magnet.

Soweit so gut. Gehen die Wünsche allerdings tiefer, dann wird es schwieriger. Dafür braucht es eine Verbindung zu seinem Inneren, eine Vorstellung seiner selbst. Dann könnte ich erst - rein theoretisch - damit beginnen, die Dinge passend zu gestalten. Die Königsklasse quasi: ein eigenes Biotop. Zweifelhaft ob das überhaupt möchlich ist - es scheint mir sehr abhängig von einer Vielzahl an Faktoren. Eine fragile Angelegenheit zudem, wenn man die Schicksalsschläge miteinberechnet. Und vergessen darf man weiterhin nicht die eigene Beschränktheit durch die Betriebsblindheit: Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand.

Ums Eck wartet der nächste Haken bereits: bin ich denn in der Lage, das Gegenteil direkt mitzudenken, also fähig, in Einheiten zu denken. Meine erste Mediävistik-Arbeit (daran erinnere ich mich gut) gründete auf der zentralen These, dass die Menschen im Mittelalter eben genau das gewohnt waren: Gegensätze bereits gedanklich zu verbinden. Ein RIESEN Unterschied zu heute, wo das Wissen um Polarität praktisch verloren ging. Aber nur auf diese Weise wäre man gewappnet für das *Gesamt-Paket* seiner Wünsche. Stichwort: Konsequenz.

Abgesehen davon glaube ich nicht, dass generell alle Menschen für Zufriedenheit geschaffen sind oder die einhergehende Eintönigkeit aushalten würden. Ach, wäre es so einfach mit der Zufriedenheit, dann wäre es ja jeder...


Hingegen bei dieser Lasagne funktioniert das Modell Baukausten hervorragend. Unter dem Sammelbegriff *Grün* bitte ich euch, so findig wie es nur geht zu sein. Gerade leben wir in der größtmöglichen Fülle von Grün. Also sammelt Brennnessel, greift den leidigen Gierscht dem Kochtopf zuliebe mit dem Messer an, zieht die Melde dazu - egal ob Wildkräuter oder Zuchtgrün: für diese Lasagne könnt ihr einen bunten Strauß an *Grün* mischen, wie er euch zur Verfügung steht.

Für *weiß* gelten gleiche Gesetze. Ich verwendete *Petersilienwurzel* - ein Mitbringsel aus Deuschland, denn das findet sich hier in Südfankreich auf den Märkten nicht - aber ebenso eignen sich Butterrübchen oder Sellerie. Wenn wir die Farbfamilie ausweiten auf *orange* dann könnt ihr gleichfalls ausweichen auf Karotte und Süßkartoffel. Hauptsache ihr macht diese adorable Lasagne nach - alles andere wäre ein Versäumnis!


Zutaten 2-4P:

100g Mehl
(halb Einkorn-Vollkorn)
1 Ei (Größe M)
Salz
1 EL Öl

500g Spinat
(m: plus Melde, Rauke, Brennnessel) *
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
etwas Butter

250g Petersilienwurzel*
150ml Gemüsebrühe
40g Butter
2 EL Mehl
50ml Weißwein (oder Rosé)
150ml Milch
1 EL Crème fraîche*
Salz, Pfeffer
Muskatnussabrieb

geriebener Käse (m: Tomme de Montagne)*
2 EL Semmelbrösel
etwas Olivenöl

Zubereitung: 

Aus den Zutaten für die Lasagneblätter einen homogenen Teig kneten und mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Teig auswellen (m: mit Marcato - Stufe 6 von 7) - ergab 6 Blätter passend für meine Kastenform. In einer breiten, hohen Pfanne Salzwasser zum Kochen bringen und die Lasagne-Blätter nacheinander kochen, abtropfen lassen und auf einem Leinentuch glatt auslegen.

Die Petersilienwurzel schälen, klein schneiden und in der Gemüsebrühe bei geschlossenem Deckel weich garen. Fein pürieren.

Grünzeugs waschen (mein Spinat war so zart und jung - die Stiele musste ich nicht entfernen) und entweder über Dampf zusammenfallen lassen oder in wenig Wasser und unter Wenden garen. Letzterenfalls zuerst abtropfen lassen, etwas abkühlen lassen und klein hacken.

Die Zwiebel und den Knoblauch fein würfeln und in etwas Butter hell golden braten. Spinat untermischen und mit den Gewürzen abschmecken.

Für die Béchamel die Butter zusammen mit dem Mehl anschwitzen, mit Wein und Milch unter ständigem Rühren ablöschen. Das Pü untermischen und zu einer cremigen Sauce vermengen. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss-Abrieb würzen.

Die Kastenform buttern und nun die Lasagne zusammen basteln: 2 EL von der Béchamel, etwas Grün, geriebener Käse, Lasagneblatt - das solange wiederholen bis zum Deckel. Diesen abschließen mit einem Lasagneblatt, etwas Béchamel sowie Semmelbrösel, geriebenem Käse und etwas Olivenöl. Bei 190° (O/U-Hitze) für ca. 25min in den Ofen schieben. 

*Anmerkung m: Gemüse und Grün ist wie oben erwähnt abwandelbar - auch ein anderer Bergkäse läßt sich zu der Lasagne denken

die kleinste von mir entdeckte Gottesanbeterin - so groß wie ein Haar am Unterarm...

Wildkräuter: Tarte mit Melde - Tortilla-Style

Montag, 16. Juli 2018


Alle Zeichen weißen für mich gerade Richtung *Wildkräuter*. Fest, ja wild entschlossen bin ich, mich in die Materie mehr einzufuchsen. Ein Feriengastpaar - Botaniker - hatten im Frühjahr mit viel Begeisterung für unsere Artenvielfalt binnen kürzester Zeit 200 (!) Wildblumen bestimmt. Und eine Wildkräuterpädagogin lenkte erneut meinen Blick auf die große Fülle der heimischen Flora - inkulsive interessanter Ideen, was man mit Wildkräutern alles anstellen kann. Mit Löwenzahn oder Brennessel habe ich in der Küche zwar schon gespielt, aber da geht deutlich mehr.

Zeitgleich stolperte ich über einen Link meines geschätzten Dirk Müllers zu einem Interview mit dem wohl in Deutschland bekannten Wildkräuterexperten Dr. Markus Strauß. Einiges von dem, was er in diesem Youtube-Film erzählt, leuchtet mir ein. So liegt es auf der Hand, dass die direkte Ernährung aus der umgebenden, unkultivierten Natur die älteste der Menschheit sein muß. Viele Wildkräuter beinhalten das zigfache an Inhaltsstoffen wie die aus ihnen gezüchteten, kultivierten Pflanzen. Sehr spannend also - und Wissen, das mehr und mehr verloren geht.

So erzählte ein mittlerweile verstorbener Freund dem Habib die Geschichte, wie er einst in russischer Kriegsgefangenschaft mit der Hand durch den Zaun die Melde geangelt hatte, froh um alles, das irgendwie nährte.

Sofort habe ich mich der letzten Minute unserer Melde erinnert. Die ist kurz vorm Blühen und verteilt sich jedes Jahr munter wild im Garten. Wir lassen sie so kunterbunt wachsen - und meistens kippt sie dann hinten runter, weil es ja rechts und links noch so viel anderes gibt. Wie Mangold etwa. Oder Spinat. Dabei schmeckt Melde wirklich gut.

Ich habe zum einen ein Pesto (u.a.) mit Melde zubereitet und diese Tarte, die mir gelungen aus dem Handgelenk purzelte. Die Fotos hauen mich jetzt nicht um, aber das Rezept wollte ich mir auf jeden Fall merken. Der dünne, knusprige Boden und die Tortilla-artige Füllung - das mache ich genau so wieder!


Zutaten für eine Tarte à 22cm Durchmesser:

Tarteteig:
100g Einkorn-Vollkorn
80g Dinkel 1050 *
90g Butter
Salz
1 EL Quark
1/4 TL Koriander
etwas kaltes Wasser

150g Champignons
100g Melde
100g Kirschtomaten
3 Eier
50g Crème fraîche 
2 Knoblauchzehen
75g Saint Nectaire
Salz, Pfeffer
20g Délice de tomate
(=Pürree aus in Öl eingelegten, getrockneten Tomaten)

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Tarteteig einen homogenen Boden kneten, in Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde kalt stellen. Die Tarteform buttern und mit Mehl bestäuben und den Teig dünn auswellen und die Form damit auskleiden. Mit einer Gabel mehrfach einstechen und für etwa 20-30min in die Tiefkühle stellen.

Den Ofen auf 200° vorheizen.

Währenddessen die Füllung vorbereiten: Melde von den Stielen befreien, in etwas kochendem Wasser zusammenfallen lassen, kalt abschrecken, gut ausdrücken und grob hacken. Die Pilze putzen, in Scheiben schneiden und in einer heißen Pfanne ohne Fett goldbraun braten und zur Seite stellen. Kirschtomaten halbieren. Den Käse würfeln. Den Knoblauch fein hacken. Die Eier mit der Crème und dem Tomatenpü verquirlen. Melde, Pilze und Tomaten untermischen. Die Füllung auf dem Boden verteilen und glatt streichen.

Die Tarte in den heißen Ofen schieben und 10min bei 200° backen, dann runterschalten und weitere 30min bei 190° (m: Unterhitze).

*Anmerkung m: Für ungeübtere Tarte-Bäcker empfehle ich die Mehlmenge etwas zu erhöhen auf 100g Dinkelmehl Typ 1050 (und damit die Butter auf insgesamt 100g) - der Tarteboden wird sonst sehr dünn und wird mit dem hohen Vollkornanteil eine Herausforderung auf die Breite auszuwellen...

Komm, ein Zitat zu Voltaire muß sein: *Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen glücklich zu sein.*

Don Quijote: Pâte brisée à l'huile d'olive ...mit Melde

Mittwoch, 13. August 2014

Er lebte wohl in seiner eigenen Welt. Die verzauberten Riesen konnte in den Windmühlen nur er sehen. So oder so bleibt das Gegenüber, dem sich Don Quijote so todesmutig wie waghalsig in den Weg stellt, übermächtig. Tja, und wer macht schon eine gute Figur im David gegen Goliath-Spiel in der David-Rolle? Ist dann nicht jeder ein *Ritter von trauriger Gestalt*.

Ich zweifle keine Sekunde daran, dass das TTIP-Abkommen zustande kommt. Und doch rassle ich mit meiner rostigen Rüstung. Aus Verblendung? Oder hat sich unsere sogenannte Demoratie nicht längst in einen Turbokapitalismus verwandelt. Und wir kleinen Bürger halten an der Vorstellung fest, dass Volksvertreter die Interessen des Volkes vertreten. Es gibt mittlerweile so viele Worthülsen. Und ich kann sogar all diejenigen verstehen, die an *Tell my lies, tell my sweet little lies* festhalten. Lebt es sich in einer schönen Illusion am Ende nicht besser als in einer häßlichen Wahrheit. Obwohl... Ich kann Lügen, diese Pest, nicht ausstehen!

Hundertausende haben sich bereits gegen das TTIP ausgesprochen. Ein Bruchtteil dieser Zahl an (angeblich) neu entstehenden Arbeitsplätzen in der EU soll diese Abwehrhaltung aufwiegen. Und noch einiges mehr. In dem Film *Gefährliche Gemeimnisse* (einsehbar in der Mediathek von 3sat) kann man sich eine kleine Vorstellung von dem einholen, was bisher über das Freihandelsabkommen an die Öffentlichkeit gelang. Es bleibt bei einem groben Scherenschnitt, da sämtliche Details penibel unter Verschluß gehaltenen werden. Daher arbeitet auch die Doku der ARD *Der große Deal - Freihandelsabkommen* vorallem eines heraus, nämlich dass die Verhandlungsthemen von größter Relevanz für alle EU-Bürger sind. Fest steht: die Lobby, die Interesse an dem Abschluß hat, ist eine Windmühlen-Übermacht. Aber ob der Aussichtslosigkeit des Unterfangens keine Postition beziehen? Das ist was für Duckmäuser, die Angst vor Riesen haben.

Kaum einer kennt die gute, alte Melde noch. Zu Kriegszeiten war sie sehr beliebt. Sie gedeiht selbst auf anspruchslosem Boden - fast wie Unkraut. Vom Geschmack erinnert sie an Spinat, ist aber herber. Den Tarteboden, die pâte brisée à l'huile d'olive, habe ich von Edda mitgenommen - das Olivenöl anstelle der Butter samt dem Ei in dem Teig ergibt eine ungewöhnlich splittrige und sehr standfeste Konsistenz. Tarte mal ganz anders. Eigentlich wollte ich die Melde mit Kreuzkümmel bestreuen, vergriff mich aber an schwarzem Sesam... tant pis...
Zutaten:

Olivenöl-Tarteteig
250g Weizenmehl (m: T55)
40ml Olivenöl
1 Ei
1 TL Salz
2-3 EL kaltes Wasser

100g Ziegenfrischkäse
50ml Sahne
50ml Milch
2 Eier
Muskatnuss
Salz, Pfeffer
Kreuzkümmel
(oder schwarzer Sesam)

300g Melde, von der Rippe befreit*

Zubereitung:

Für den Tarteteig das Mehl zuerst mit dem Öl vermengen, dann das Ei und nach und nach das Wasser unterarbeiten. Sorgfältig zu einem homogenen Teig verkneten, in Frischhaltefolie wicklen und mindestens 2 Stunden (oder auch über Nacht) kalt stellen.

Den Ofen auf 190° (Umluft) vorheizen.

Eine Tarteform buttern und den Tarteteig derart auswellen, dass man die Form mit einem Rand auskleiden kann. Mit einer Gabel mehrfach einstechen

Die Melde waschen und von der Mittelrippe befreien. In reichlich kochendem Salzwasser kurz blanchieren, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Dann die Melde etwas ausdrücken. Nun kleinschneiden. Den Ziegenfrischkäse mit Sahne, Milch und Eiern verquirlen, anschließend die Melde untermengen und mit den Gewürzen abschmecken

Den Guß auf den Teigboden gießen und mit schwarzem Sesam (oder Kreuzkümmel) bestreuen.

Die Tarte bei 190° 25min backen, dann den Ofen auf 180° runterschalten und weitere 10min  knusprig backen.

*Anmerkung m: die Melde kann man mit Spinat oder Mangold ersetzen.

Quelle: pâte brisée à l'huile d'olive - Edda von Un Déjeuner de Soleil

Rotolo ripieno - Pastarolle mit Spinat, Tomate und Ziegenkäse

Freitag, 7. September 2012

Als mir in einem italienischen Kochbuch begegnet ist, dass man gefüllte Pasta zubereiten kann wie Serviettenknödel  war die Neugier geweckt. Es kribbelte nahezu in den Fingern und zwar nicht nur wegen dem zu erwartenden Geschmackserlebnis, sondern ebenso was die Zubereitung angeht. Vielleicht eine Blogger-Krankheit, dass man Gerichte besonders spannend findet, die man zum ersten Mal kocht. Zumal frische Pasta ebenso wie selbstgemachte gefüllte Pasta zu meinen kulinarischen Lieblingen zählen.

Trotz Premiere hat nix geholpert: die Pasta war durchgegart, das Handtuch klebte nicht daran und die Scheiben ließen sich einfach schneiden. Einzige Arbeit: das Auswellen des Pastateigs - c'est ca. 

Dazu habe ich wieder auf die frische Tomatensauce zurückgegriffen, die mir bereits gut gefallen hat zu der Schuhbeckschen Moussaka-Torte. Das war eine gute Idee, ohne wäre mir die Pasta sonst zu trocken gewesen. Liebe Leser: SO schmeckt Italien!
Zutaten:

Pastateig:
170g Mehl
30g helles Kamutmehl
2 Eier
2 EL ÖL
Salz

Füllung
300g Spinat (Melde/ Mangold)
1 Ziegenfrischkäse (etwa 110g)
50g crème fraîche
3 Eiertomaten (etwa 250g)
Chili
Salz
1/2 TL Zitronenabrieb
3 Stiele Zitronenbasilikum

2 EL Butter
3 EL geriebener Comté (Parmesan)

Tomatencoulis
400 g stückige Tomaten (aus der Dose/m: frisch)
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte
1 Msp. geriebener Ingwer
1 Msp. abgeriebene unbehandelte Zitronenschale
100 g Cocktailtomaten (in Vierteln)

Zubereitung: 

Pastateig wie gewohnt zubereiten und im Kühlschrank ruhen lassen. 

Spinat waschen, von Stengel und Mittelrippe befreien und in Salzwasser kurz zusammenfallen lassen, in Eiswasser abschrecken und den Spinat gut ausdrücken. Spinat fein hacken. Zitronenbasilikum fein schneiden. Tomaten überbrühen, enthäuten und fein würfeln. Mit den anderen Zutaten der Füllung zu einer Crème vermengen und pikant abschmecken.

Tomatencoulis zubereiten wie hier bereits beschrieben.

Pastateig dünn (etwa 2mm) ausrollen und in der Mitte teilen. Füllung darauf verstreichen - nach außen etwas Rand lassen. 2 Pastarollen von der kürzeren Seite rollen und jeweils in ein Küchentuch schlagen. Mit Küchengarn zuschnüren. Reichlich Wasser in einer Casserolle erhitzen. Beide Rollen in das siedende Wasser geben und etwa 20 Minuten ziehen lassen. Herausnehmen und 5 Minuten abkühlen lassen.

Das Tuch entfernen und die Rolle in etwa 2-3 cm breite Scheiben schneiden. In eine gebutterte, ofenfeste Form setzen. 2 EL Butter schmelzen und darüber träufeln, den geriebenen Käse darüber streuen und die Form für 5-8 Minuten in den heißen Ofen stellen bis der Käse geschmolzen ist.

Spätzle - un peu carbonara

Donnerstag, 16. August 2012

Eine Mischung aus jungen Mangold-, Spinat- und Meldeblättern bot der Garten an, dazu eine handvoll Erbsen. Ebenso, comm d'hab im Moment, Tomaten und Bohnen. Bon, alors, Inspiration zu Fushion-Küche: bißerl deutsch, bißerl italienisch und a bißerl fanzösisch - wobei der französiche Anteil dank Comté-Käse wohl der kleinste ist.

Den Bohnen-Tomatensalat habe ich mit einer ganz klassisch-schlichten Vinaigrette angemacht - dafür braucht ihr nun wirklich kein Rezept. Er gehörte als Begleitung zu den heutigen Spätzle dazu. Gartenküche eben.
Zutaten 4P:

Spätzle:
400g Mehl
7 Eigelb (m: Enteneier)
Salz, Pfeffer
Muskat
ca. 120ml Wasser

150g gekochter Schinken
2 Schalotten
1 EL Butter
150ml Sahne
150ml Milch
150ml Geflügelbrühe
Salz, Pfeffer

3 Hände voller frischer Melde-, Spinat-, Mangolgblätter
1 Handvoll Erbsen

geriebener Comté
etwas feingeschnittener Schnittlauch
Zubereitung:

Die Blätter waschen, trocken schütteln und in Streifen schneiden. Schinken in breite Streifen und Schalotten in  feine Würfel schneiden. Beides, Schinken und Schalotten, in einer Pfanne in der Butter andünsten. Sahne und Brühe hinzufügen und einköcheln lassen. Kleingeschnittenen Blätter hinzufügen. Abschmecken und mit etwas Mehlbutter oder einer Mehlschwitze sämiger binden.

ERbsen aus ihren Schoten lösen und in kochendem Wasser 2 Minuten blanchieren.

Die Zutaten für die Spätzle mit dem Wasser in einer Schüssel verrühren und den Teig so lange kräftig schlagen, bis er kleine Blasen schlägt. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig durch eine Spätzlepresse (oder Knöpflepresse) in Wasser drücken oder wie ich von Hand schaben. Alles einmal gut aufkochen lassen und die oben schwimmenden Spätzle mit einer Schaumkelle herausnehmen. 

Die Spätzle mit den Erbsen unter die Sauce geben, nochmals abschmecken und mit geriebenem Käse servieren.

Spätzle nach Johann Lafer

Blattgemüse nach ...

Freitag, 1. Juli 2011

... Jamie Oliver. Bei Katha von esskultur wurde durch das Küren von Lieblingskochbüchern auch eine Disksussion über Jamie Oliver losgetreten. Nun habe ich über den ja auch schon gefrozzelt. Sehr gut hat mir Kathas Haltung zu ihm gefallen. Viele von Jamies Rezepten sind sicher kein Geniestreich, sondern schon ultra schlichte Küche. Wenn unser eins sich aber bereits über die ein oder andere Seite in Kochbüchern von Jamie wundern muß, was wird der sich erst anhören müssen von gelernten Köchen! 

Insofern muß ich mich für soviel Eigensinn begeistern. Sich derart gegen das Degenerieren und das Entfernen von der Natur zu stellen, das hat was von Don Quijote - une âme rebelle. Denn auch ich denke, dass es Jamie eher darum geht, zu zeigen, dass ein bißchen Schnippeln und Rühren jeder kann, und es keinen Grund gibt, sich von der Industrie ernähren zu lassen.

So könnte ich euch locker den ein oder anderen Schwank erzählen, von Menschen, die wir im Garten stehen hatten, die Tomatenpflänzchen für Unkraut und Wirsing für Salat gehalten haben. Das soll nicht schnippisch sein; bis vor einiger Zeit kannte ich Melde zum Beispiel auch nicht, das meint nur: Ohne etwas Naturkunde wird Kochen schwierig.

Daher zeige ich heute dieses in seiner Purheit durchaus als mutig zu bezeichnende Rezept von Jamie (das Kochbuch aus dem es ist, bekommt von mir allerdings keine Kaufempfehlung - da hat die Gegenfraktion in ihrem Argumenten ja recht -  auch wenn seine Frau Jools dort auf einigen Bildern sehr süß aussieht ;)
Zutaten:

2 große Hand voll Mangold
2 große Hand voll Chicoree oder anderes Blattgemüse
m: Roten Beten-Blätter, Melde, Spinat
Olivenöl
2 große Knoblauchzehen, geschält, in feine Scheiben
Salz, Pfeffer
2 große Hand voll Rucola (m: 1 kleine Hand voll)
1/2 Zitrone 

Zubereitung:

In einem großen Topf Wasser mit einer Prise Salz zum Kochen bringen. Die gewaschenen Blätter in zwei-drei Minuten al dente kochen, dann in einem Sieb abgießen.

In einem ordentlichen Schuß Olivenöl die Knoblauchscheiben knusprig braten. Nun den gekochten Mangold und das andere Blattgemüse dazugeben. Würzen, umrühren, bis das Gemüse ganz von dem würzigen Öl umhüllt ist.

Nach einer Minute von der Kochstelle nehmen, Rucola dazugeben und Zitronensaft hineinpressen. Erneut abschmecken und sofort servieren.
Bocksriemenzunge - eine der letzten blühenden Wildorchideen
Quelle: Genial Kochen mit Jamie Oliver - Besser Kochen mit Jamie gefällt mir um einiges besser