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Brokkoli-Kartoffel-Puffis mit Käse

Dienstag, 17. März 2026

 

Mit meinem mittelalten Erfahrungshorizont fällt mir auf, dass es bei manchen Themen gerne am ganz Grundsätzlichen hapert. Eines meiner Lieblingsbeispiele dafür ist Homöopathie. Es lohnt nicht, also überhaupt nicht, mit Menschen darüber zu diskutieren, die keinerlei Vorstellung haben von *Geist*. Da mangelt es (leider) an der Basic, dass Leben auf dem Planet Erde eine Zusammensetzung aus Materie (Hülle) und Geist (Inneres) ist. 

Ähnliches ist mir zum Thema menschliche Beziehung aufgefallen. Der Hauptgrund, warum viele Beziehungen scheitern, ist die banale Tatsache, dass der Andere nicht anders sein darf. Das klingt regelrecht dämlich, aber beobachtet doch selbst: wie schnell geht da ein Tauziehen los, wer *richtiger* ist. Auch darüber hatte ich es bereits. Eine epische Mächte-Rangelei, bei der jedes freundliche Gefühl mit Füßen gestoßen wird.

Öl auf meine Mühlen gießt unterstützend der Psychologe Ulrich Wilken (Insta), von dem ich mir nun bereits ein paar Reels angehört habe, die ich alle anregend empfand.

Ulrich Wilken schaut auf 40 Jahre therapeutischen Arbeitens zurück und nimmt dabei wiederkehrende Verhaltensmuster war. Wesentlicher Grund für die Differenzen von Paaren sei nicht die schlechte Kommunikation - das ist lediglich die Auswirkung. Er sagt: *was im Grund die Missverständnisse erzeugt, ist die innere Schwierigkeit, den anderen in seinem Anderssein zu akzeptieren.*

Stattdessen erwarte man, dass sich der andere dem eigenen Sein angleiche. Was einer Grundkränkung gleichkäme, weil was als Botschaft dabei vermittelt wird ist: Du bist falsch. Und dann fängt die Hackerei erst an mit *Ich? Was! Nein, DU bist nicht richtig! *Und worum streiten die Paare: wer die Welt richtig sieht, wer hat recht hat. Das ist die Form der Kommunikation. Die eigentlichen Missverständnisse sind auf diese Weise sogar erwartbar.*

Zwangsläufig geht die Neugier für den Anderen und seine Sicht der Dinge flöten - und zwar ganz unabhängig davon, ob man diese Sichtweise teilt oder nicht. Obendrein beraubt man sich dabei der Möglichkeit, seinen eigenen Horizont durch den Austausch mit einem anderen zu erweitern.

Das ist das Wichtige, fasst Ulrich Wilken zusammen: es hängt auch hier von der eigenen Haltung ab, von dem eigenen Sein, von der eigenen Perspektive auf die Welt und NICHT, dass der andere sich dem eigenen Sein angleichen muss. Es gilt eine innere Haltung und Wertschätzung zu entwickeln, ohne diesen Wunsch, dass sich der andere verändern möge, weil erst dann - so die Utopie - wird alles gut werden. Und das ist wiederum das Unwahrscheinlichste, was überhaupt passieren kann.*

Nicht wirklich Raketenphysik, doch logisch, oder? Keiner will, dass an einem rumgedoktort wird. Nur in der Umsetzung rappelts im Karton. 

Leichterdings kann man Paarbeziehung dann weiter hochabstrahieren, wenn es um Gruppenbildung geht. Da verschanzt sich dann der Mainstream hinter dem Block: wir denken ALLE so und wer es anders handhabt, muss falsch gepolt sein. Oder gar wenn es sich um Konflikte zwischen verschiedenen Ländern handelt. So dass die Schlußfolgerung lautet: frei lassen und Freiheit überhaupt vermag allein das Individuum.



Schön, dekliniere ich weiterhin die Gemüse-Bratlinge dieser Welt durch. Wieder eine neue Variante. Ähnliches habt ihr hier - bien sûr - bereits schon gesehen. Aber was will ich machen: ich liebe Puffis.

* etwa die Kartoffel-Calzone

* der Kinderteller

* oder die Blumenkohl-Kartoffel-Käslinge

... alles Artverwandte im Blog-Universum

Einen kleinen Umweg bastle ich in Zubereitung ein, um die wertvollen Inhaltsstoffe des Brokkoli nicht zu verderben - alle anderen, die einen Teufel drauf geben, werfen ihn mit den Kartoffeln in einen Topf.

Neuerdings bekommt der Brokkoli nämlich mehr Zeit von mir, seitdem ich folgendes weiß: bei Brokkoli reichert sich der gesundheitsförderliche Pflanzenstoff Sulforaphan an, wenn das Gemüse klein geschnitten wird und danach ruhen kann. Schneidet man den Brokkoli auf, wird ein Enzym aktiviert, welches die enthaltenen Senfölgykoside in Sulforaphan umwandelt. Je mehr Zeit man dem Enzym nach dem Schneiden gibt, desto mehr Sulforaphan bildet sich. Anschließend wird der Brokkoli gedünstet oder gebraten - voilà, voilà. Jetzt wißt ihr das auch.


Zutaten ca. 8 Stück:

400g Kartoffeln
250g Brokkoli
1 Ei
30g Kartoffel-Stärke
40g Mehl (m: D1050)
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
optional: Kräuter der Wahl
(m: Bärlauch passt gerade prima)
4 Scheiben Käse
Sonnenblumenöl


Zubereitung:

Kartoffeln schälen, kleinschneiden und als Salzkartoffeln garen, abschütten und ausdampfen lassen. Brokkoli (s.o.) klein schneiden, ruhen lassen und dann je nach Lust entweder dämpfen oder braten (nicht zu weich: wegen der Inhaltsstoffe). Den Käse zu acht Vierecken schneiden

Alle Zutaten miteinander vermengen und würzen. Der Teig wird ziemlich klebrig bleiben, aber dafür in der Pfanne gut zusammen halten. Am besten, man arbeitet nun mit leicht geölten Händen. Den Teil aufteilen in etwa 8 gleichgroße Bälle. 

Einen Ball auf der Innenseite der linken Hand zu einem dünnen Kreis drücken mit Hilfe der rechten Hand. Den Käse in die Mitte legen und den Teig, die Teigränder darüberlegen und dann gut verschließen. Wenn der Käse noch irgendwo an der Seite rausguckt, dann läuft er während dem Backen gerne raus...

Nun von beiden Seiten die Puffis goldbraun braten.

Kraut, Pflanzerl und Bratensauce

Donnerstag, 19. Februar 2026

 

Mutti-Küche. Hausmannskost. Landmädchenteller. Und zwar mit meiner absoluten Lieblings-Nicht-Braten-Veggie-Sauce. Es hat seine Vorteile, dass ich seltener blogge - nun werden nicht einfach alle Rezepte vorgestellt, die ich ausprobiert habe, sondern lediglich die, die es wert sind, verewigt zu werden.

Was habe ich mir das einst kompliziert gemacht mit der Bratensauce. Völlig unnötigerweise. Besser kann eine Umami-dunkle-Sauce nicht schmecken wie diese - und dabei schüttelt man sie sich einfach aus dem Ärmel.

Begleitet werden sie von *Pflanzerl*, so wie sie die bayrische Großmutter einer Freundin zubereitete. Auf die Kartoffel-Pflanzerl komme ich noch mal gesondert zurück, aber ich will euch jetzt nix vorenthalten - Rezept bekommt ihr direkt mitgeliefert.

Einfache Bauernküche eben, wie ihr sie von mir kennt. Ganz mein Geschmack. Bratlinge aus Kartoffeln waren früher ein typisches Arme-Leute-Essen, Kohl sowieso. Und ich kann mir schlecht vorstellen, dass hier jemand Fleisch vermisst bei DER Sauce - mais bon, das kann ich mir eh nie vorstellen.


Geschwister im Blog-Universum:



Zutaten 2P:

1/2 Weißkohl (oder Spitzkohl)
1 TL Miso
2 EL Tamari
2 EL Balsamico
1 TL Rübensirup
1 TL Gemüsebrühepulver
300ml Wasser
2 Lorbeerblätter
1 TL Thymian
Harissa
Sonnenblumenöl
....
500g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
ca. 150g Mehl (m: D1050)
1 Ei
1 kleine Zwiebel
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
(optional: Petersilie)
(optional: Thymian)
Butterschmalz


Zubereitung:

Den Kohl halbieren, vierteln und dann in konische Scheiben schneiden, so dass die einzelnen Scheiben vom Strunk noch zusammengehalten werden - etwa 5/6 cm Dicke. Bei starker Hitze in einer Pfanne mit Deckel von beiden Seiten anbraten. 

300ml zum Kochen bringen, darin Gemüsebrühe und Miso auflösen. Die Brühe anschütten zusammen mit den restlichen Zutaten und Gewürzen. Deckel auflegen und bei leichter Hitze simmernd etwa 15min garen bis der Kohl  gut gar ist (Messerprobe machen). Lorbeer-Blätter erfinden. Mit einer Mehlschwitze (oder etwas Stärke) die Sauce sämig binden. Nochmals abschmecken mit Harissa, Salz und Pfeffer.

Kartoffeln am Vortag als Pellkartoffeln kochen und ausdampfen lassen. Am nächsten Tag schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Zwiebel fein würfeln und in etwas Butterschmalz glasig dünsten. Alle Zutaten zügig zu einem homogenen Teig vermengen - dabei den Teig nicht überkneten, sonst wird er *speckig*. Salzen, pfeffern und mit Muskatnuss-Abrieb würzen.

Den Teig halbieren zu Rollen von ca. 6cm Durchmesser formen, leicht länglich drücken (oder auch nicht) und Scheiben abschneiden von etwa 2cm Dicke - ergibt etwa 10 Stück (reicht auch für 3 Personen)

In einer Pfanne Butterschmalz erhitzen und die Pflanzerl von beiden Seiten golden braten. Zusammen mit Kohl und Sauce servieren.

Best of Ofen Kartoffelpuffer

Sonntag, 15. Februar 2026


Je länger ich koche, umso mehr bevorzuge ich die einfachen, schlichten Hausmannskost-Rezepte, die auf guten Zutaten beruhen. Das muss nicht fancy sein noch raffiniert. Gerichte, die leicht zuzubereiten sind und man im Prinzip mehr oder weniger jeden Tag essen könnte, sind mir die liebsten.

Und vielleicht ist diese selbstbestimmte Mäßigung generell ein Schlüssel zum Glück. Die Erfahrung lehrt nämlich, dass wenn das Pendel in die eine Richtung schwingt, dann wird es ebenso mit gleicher Kraft in die entgegengesetzte Richtung ausschlagen.

Ich glaube auch, dass in dem französischen Sprichwort *Il faut reculer pour miex sauter* (man hat rückwärts zu gehen um besser zu springen) viel Kraft verborgen liegt. Besser nicht immer alles ausreizen müssen, sondern die vornehme Zurückhaltung - auch eines dieser Worte, die kaum mehr im Gebrauch sind.

Jeden Tag erhalte ich Pop-up-Nachrichten von Lebensmitteln, die zurückgerufen werden, Wurst wird von der WHO in die gleiche Kategorie wie Asbest sortiert - der maximal krebserregenden Stoffe; es heißt, dass jeder Mensch wöchentlich 5g Plastik - also eine Kreditkarte - mit dem Essen zu sich nimmt, Böden und Gewässer sind durch PFAS belastet, gestern sah ich eine Doku über *Invasive Pilze*... Es ließe sich leichterdings weiterlisten.... leider...

Dabei will man eigentlich nur friedlich leben - und nicht gefühlt ständig problematisieren wollen...

Achtung aber noch an dieser Stelle - ich hatte die dirty dozen bereits verlinkt (und zwar hier bei den Quinoa-Pfannkuchen, auch schön basic): Kartoffeln zählen zu den besonders Pestizid belasteten Gemüse-Sorten. Und Kartoffelpuffer bestehen nun mal hauptsächlich aus Kartoffeln.



Kartoffelpuffer sind klassische Mama-Küche. Kartoffelpuffer kenne ich noch aus meiner Kindheit und habe sie geliebt: triefend vor Fett. Schon damals lieber mit Salat als mit Apfel.Kpmpott.

Dieses Rezept, das im Original-Titel lautet: Rosti di patate super croccanti - toppt alles, was ich seither an ähnlichen Rezepten ausprobiert habe: richtig knusprig und innen toll saftig. Bref: die besten Kartoffe-Puffer, die es gibt, anders werden die hier nicht mehr zubereitet!


Zutaten 6 Stück /2P:

500g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
40g geschmolzene Butter
50g geriebener Käse
Salz, Pfeffer
Muskatnuss-Abrieb
(optional: 1 TL Thymian
oder 1 EL gehackte Petersilie
oder eine kleine, gewürfelte Zwiebel)


Zubereitung:

Kartoffeln grob raspeln und dann gut ausdrücken (m: in feinem Sieb) - den ausgedrückten Saft entsorgen. Nun Kartoffel-Raspeln mischen mit den restlichen Zutaten - das macht man am besten mit Handschuhen (ausnahmsweise empfehle ich Handschuhe ;).

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Mit Hilfe eines Servier-Rings von ca. Durchmesser 10cm, der als Rahmen dient, die Kartoffelmasse nacheinander in den Ring drücken und auf diese Weise 6 gleichmäßige Kartoffel-Puffer formen - Höhe knapp 1 cm

Ofen auf 180° (Umluft) vorheizen

Puffer ca. 35min backen - anschließend im Ofen noch weitere 5 min ruhen lassen - auf diese Weise werden sie knuspriger

Quelle: Insta 4hands4gourmet - Rosti di Patate super croccanti





Pasta & Lenticchie - one pot

Mittwoch, 11. Februar 2026

 

Wenn es nur irgendwie geht, dann hält man die Nase gen Sonne - damit die Schatten hinter einen fallen. Manchmal denke ich, dass man eine derartige Scheuklappen-Haltung nahezu egozentrisch durchziehen muss. Der Lebensfreude zu liebe. Denn wenn man sich von all den schaurigen Nachrichten dieser Welt nicht erschlagen läßt, dann ist die Erfahrung, in einem Körper zu leben, ein großes Abenteuer - so als Geistwesen, die wir eigentlich sind.

Wohltuend begegnet mir ein Mal mehr Sibylle Berg - ja nicht zum ersten Mal. Jetzt bei den *SRF Kultur Sternstunden Philosophie* (YT-Link). Sehr gespannt hörte ich ihr, wie sie versucht ihre Ideen als Abgeordnete im EU-Parlament einzubringen  - meine Empfehlung für das Gespräch habt ihr. Mir hat Sibylle Berg wieder vor Augen geführt, warum ich mich so lange so sehr wohl gefühlt habe unter dem sog. *Künstler-Volk*. Sibylle Berg bezeichnet sich selbst als Künstlerin - und das gibt (nicht nur ihr) direkt SO viel mehr Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Herrlich! 

Auf diese Weise schafft sich Frau Berg auch die Möglichkeit, sich nicht an Zahlen abzuarbeiten - oder sich denen sklavisch zu unterjochen, sondern stattdessen für Werte einzustehen: *So ein bißchen hat es heute ja fast etwas Anrüchiges, wenn man sagt 'Ich bin für Frieden. Ich habe diese Utopie. Ich habe das Ziel. Ich träume davon.'* Ganz so empfinde ich das ebenfalls. Befremdlich genug, dass gegenseitiges Totschlagen heute überhaupt noch Grundlage für einen Diskurs hergibt..

Umso mehr erfreue ich mich an Menschen wie Sibylle Berg, die mit viel Ruhe, mit viel Klarheit und viel Selbstbewußtsein für die große Idee der Menschlichkeit einstehen. Wie würde die Asi-Jugend sagen: *Ich küsse dein Herz, Schwester!*.



Was wäre die Winterküche ohne Hülsenfrüchte und meinen besonderen Liebling darunter, die Linse! Dieses Gericht zählt zu den zubereitungsfreundlichen, weil alles in einen Topf geworfen wird - fertig. Während das Essen gart, kann man nebenher die Küche wieder aufräumen.


Zutaten 2P:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 kleine Stange Sellerie
1 Karotte
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
4 Blätter Salbei
2 TL Thymian
150g Linsen (m: Puy)
200g Pasta (m: Gnocchetti)
2 EL Tamari
2-3 TL weißer Balsamico (oder Apfelessig)
1/2 TL Harissa (oder Chili Crisp)
Salz, Pfeffer
Olivenöl
ca. 800ml Wasser
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
(optional Parmesan, gerieben)


Zubereitung:

Zwiebel fein würfeln, ebenso Sellerie; Karotte und Knofi. In einem Topf Olivenöl erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten. Dann das restliche Gemüse - Sellerie, Karotte, Knofi - zufügen und ebenfalls mitbraten. Tomatenmark unterrühren, Lorbeerblätter und Salbeiblätter in den Topf geben. Dann Linsen anschütten zusammen mit dem Wasser. 

Deckel auflegen und etwa 15min sanft köcheln lassen.

Dann die Pasta unterrühren und weitere 10-15min köcheln lassen - gegebenenfalls noch etwas Wasser zufügen. Garprobe machen, damit die Pasta al dente ist.

Lorbeerblätter und Salbeiblätter entfernen, würzen mit Gemüsebrühe-Pulver, Salz, Pfeffer, Tamari, und Balsamico sowie Harissa (oder später zum Servieren Chili Crisp). Wer keinen Chili Crisp zur Hand hat, darf auch zum Servieren mit Balsamico-Reduktion toppen und einem Schuß gutem Olivenöl. Optional passt auch Parmesan...

Anmerkung m: Linsen sind bekannt dafür, dass sie Gewürze fressen - also gerne zu Tisch Salz und Essig zum Nachwürzen reichen./ Gnocchetti machen sich auch leichterdings von Hand - frisch zubereitet ist die Garzeit deutlich kürzer


Knuspriger Gochujang Ofen-Karfiol

Dienstag, 3. Februar 2026

 

Ein Veggie-Teller besteht aus Gemüse mit Gemüse. Voilà - jetzt wißt ihr Bescheid. Über die Jahre hat sich dabei die Erfahrung manifestiert, dass es kulinarisch beglückend ist, wenn sich die Konsistenz des Gemüses dabei unterscheidet. Womit wir - wieder einmal - bei meinem Lieblingsessensthema angelangt wären: den Puffern, Bratlingen, Gemüse-Laibchen, Pflanzerln und Konsorten. Die spielen einfach immer bereichernd auf in doppelter und dreifacher Gemüse-Konstellation. Dabei wollen sie nicht zwingend in der Pfanne zubereiten werden. Ofen gilt auch, oder?

Gut, ich will jetzt nicht mit vehementester Überzeugung behaupten, dass dieser Blumenkohl so richtig in die Puffer-Kategorie passt. Im engeren Sinn. Aber labeln tue ich das Rezept auf jeden Fall so. Auch damit ich es leicht wiederfinde.

Ich fand die Dingerchen nämlich spitze. Zuerst werden sie durch eine Art Tempura-Teig gezogen, gegart und dann mit einer zweiten Glasur lackiert. Ganz easy zuzubereiten und richtig köstlich.

Dabei wird auf einen beliebten Kniff der veganen Küche zurückgegriffen: auf Fertigsaucen. Was wäre die vegane Küche beispielsweise ohne Soja-Sauce? Undenkbar. Aber zur Mutter der Fertigsaucen sind mittlerweile unzählige andere hinzugekommen - worldwide Bereicherung quasi. Von Chrispy Chili oderoder... Da muss ich nix aufzählen, da fällt euch bestimmt ohne mich genug ein.

Für den heutigen Blumenkohl habe ich Red Thai Curry - Paste verwendet. Gesehen habe ich das Rezept unterwegs bei Insta aber mit Gochujang. Euer Geschmack entscheidet.



Begleitend gabs dazu bei uns in etwa dieses Stew (mit Quinoa, Amaranth und Hirse) sowie eine kräuterige, zitrone Joghurt-Sauce. Ich kann mich nur wiederholen: der Blumenkohl darf auf diese Weise wieder auf den Tisch.

Als Geschwister im Blog-Universum benenne ich den

      **** den Orangen-Blumenkohl


Hier wird allgemein gerne Blumenkohl gegessen. Das trifft sich gut zur Kohlzeit - zwei Monate wird uns Kohl bestimmt noch viel durch die Woche bringen..


Zutaten 2P:

1/2 Blumenkohl 
....
Tempura-Teig:
74 Mehl (m: D1050)
100ml Milch (Soja oder Mandel)
1 TL Paprika-Pulver
1 TL Knoblauch-Pulver
Kräutersalz
....
2. Glasur:
1 EL Red Thai Curry/ Gochujang
1 EL Soja-Sauce
1 EL Ahorn-Sirup
1 EL Reis-Essig
2 EL Sesam-Öl


Zubereitung:

Ofen auf 200° (Umluft) vorheizen.

Blumenkohl in Röschen (m: teilweise mit dem Messer halbiert) . Die Zutaten für die Tempura zu einem glatten, homogenen Teig verrühren, der eher etwas zu dick als zu dünn ist. 

Dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen und  in ca. 25 min golden backen. 

Währenddessen etwa das Stew und die Joghurtsauce zubereiten - sowie die zweite Glasur. Für letztere einfach alle Zutaten miteinander in einer Schüssel verquirlen. Den gegarten Blumenkohl nacheinander durch die Marinade ziehen, wieder zurück aufs Backblech setzen und dann weitere 5 min in Ofen fertig backen.


Loop: Broccoli-Cheese-Fritters

Dienstag, 13. Januar 2026

 

Beginne ich das neue Jahr wie ich das alte beendet habe: einfache Landküche für jeden Tag, bref: mit Gemüseküche samt Gemüse-Puffer. Sowie weiterhin musikalischer Unterlegung. Angedacht fürs normale, einfache Volk. Also für all jene, die sich graue Tage gerne bunt kochen, für all jene, die sich nicht davor drücken, eine eigene Meinung zu entwickeln, für alle Gegen-den-Strom-Schwimmer, für Menschen mit âme rebelle wie in der Drôme, mit Natur-, Gemüse- und Küchenbezug, halt für alle, die sich das Leben etwas schöner kochen wollen. Sucht euch was aus.

Die Süßkartoffel-Gnocchi kennt ihr bereits. Ich liebe sie. Best of. Und so leicht kann man das Rezept mengenmäßig strecken. Sie werden am nächsten Tag nur noch knuspriger! Zigfach habe ich sie schon auf den Tisch gebracht. 

Verschriftlicht habe ich auch endlich mal mein Gewürzrotkraut. Mit Rotwein, genau wie es die Omas zubereitet haben. Auch das Rotkraut schmeckt am nächsten Tag aufgewärmt nochmals besser.



Das hundertundeinste Gemüsepflanzerl bildet den Mittelpunkt - Gnocchi und Rotkohl waren nämlich Reste vom Vortag - ihr habt es euch vermutlich bereits gedacht. Fritters mit viel Brokkoli und viel Käse. Kann nicht anders als schmecken. Außerdem halten sie gut zusammen, die Konsistenz stimmt und viel Öl zum Braten benötigen sie nicht - lauter wichtige Pflanzerl-Qualitätsmerkmale!


Zutaten 2P/ 7 Stück:

1 Brokkoli
2 EL Mehl (m: Dinkel 1050)
1 EL Kartoffel-Stärke
1 Ei
1/2 Feta (ca. 100-125g)
60g Käse, gerieben (m: Comté)
2 EL Petersilie, fein gehackt
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl

Zubereitung:

Brokkoli in Röschen teilen, Stiel schälen und klein schneiden und über Wasserdampf garen (nicht in Wasser kochen - sonst gehen die Vitamine im Wasser flöten).

Wenn der Brokkoli gar ist, diesen etwas abkühlen lassen, dann mit einem großen Messer fein bis mittelfein wiegen. 

Alle Zutaten miteinander vermengen, Feta-Käse dafür mittelfein gekrümmelt. Und dann mit den Händen 7 Kugeln formen und platt drücken. In einer Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Fitters von beiden Seiten goldbraun braten.


Zutaten 4P:

1 Rotkohl
1 rote Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 TL Rohrzucker
150ml Rotwein
60ml Balsamico-Essig
100ml Gemüsebrühe
1 EL Tamari
2 EL Preiselbeeren
1 Sternanis
2 Nelken
1 Stück Zimt
4 Piment-Körner
7 Pefferkörner
1/2 TL Kreuzkümmel
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Thymian
Olivenöl

Zubereitung:

Gewürze - Sternanis, Nelke, Zimt, Piment, Pfeffer, Kreuzkümmel) in einem schweren Topf ohne Fett anrösten bis sie duften und in ein Gewürzsäckchen (Teebeutel) füllen. 

Rotkohl vierteln, Strunk entfernen und in feine Streifen schneiden. Zwiebeln schälen, halbieren und ebenfalls in feine Streifen schneiden.

Zwiebeln im erhitzen Olivenöl glasig dünsten, fein gewürfelten Knofi und Rohrzucker zufügen und kurz mitschwitzen. Rotkohl zufügen, Rotwein, Balsamico und Gemüsebrühe zufügen, ca. 1 TL Salz, das Gewürzsäckchen, Lorbeerblätter und Thymian sowie die Preiselbeeren. Deckel auflegen und bei sanfter Hitze in ca einer Stunde weich garen. Gegebenenfalls noch etwas Gemüsebrühe anschütten, sollte wärend des Kochens zuviel Flüssigkeit verdampfen. Abschmecken mit Tamari (eventeull noch etwas Balsamico und Rohrzucker). 

Vor dem Servieren Gewürzsäckchen und Lorbeerblätter entfernen.


Rote Bete Salat von Ottolenghi

Mittwoch, 26. November 2025


Schon ewig her, dass ich einen Salat hier vorgestellt habe. Auch das letzte Ottolenghi-Rezept ist ewig her. Na, dann werden heute zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Ottolenghi setzt mal wieder auf die alte Methode des Confierens, wozu hier die Rote Beete bei hoher Temperatur gut verschlossen im eigenen Saft im Ofen gart. Gerne wird dabei Alufolie verwendet. Je länger ich mich mit dem Kochen beschäftige, umso mehr achte ich auf manche Dinge. Alufolie versuche ich zu meiden. Wer sich für das Kleingedruckte interessiert: weil Alufolie und Alzheimer in Zusammenhang stehen können. Ich weiche dann normalerweise auf Backpapier aus.

In diesem Fall bin ich sogar ganz umgeschwenkt und habe die Rote Bete dampfgegart. Für einen Salat für 2 Personen wollte ich den Backofen nicht anderthalb Stunden laufen lassen. Und hier auf dem Markt erhalte ich nur Rote Bete in schöner *Verkaufsgröße* - also keine kleinen Rote Bete-Kugeln. Was bedeutet: je größer die Rote Bete umso länger die Backzeit im Ofen.

Aber wie sagt eine meiner Lieblings-Yogalehrerinnen auf Youtube (Maeve McCaffrey) gerne: alles nur Angebote, alles nur Inspirationen um selbständig abzuwandeln. Die Grundidee ist nämlich toll, die Aromen harmonieren prima. Und hey, endlich mal ein Rezept, das meinen geschätzten Schnittlauch einen Gastauftritt beschert!




Rezept 4P:

1kg kleine, rote Bete (etwa 10 Stück)*
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
3 EL weißer Balsamico
1/2 TL Ahornsirup
20g frischer Ingwer, geschält und fein gerieben
1/2 Bund Schnittlauch
1 TL schwarzer Sesam
...
für das Dressing:
60g weiche Erdnussbutter
1 TL Ahornsiurp
1 1/2 EL Soja-Sauce
1 EL Limettensaft


Zubereitung:

Backofen auf 220° (Umluft) heizen. Die rote Bete auf ein großes Stück Alufolie (m: Backpapier) legen, mit EL Öl und 1/2 TL Salz bestreuen und fest einwickeln (zubinden), so dass die Rote Bete gut verschlossen ist.

Auf ein Backblech im Ofen ca. 1 1/2 Stunden backen bis die rote Bete leicht mit einem Messer zu durchstechen ist. Folie (Backpapier) entfernen, Rote Bete etwas abkühlen lassen, dann schälen.

Während der Ofenzeit die Marinade zubereiten. Dafür in einer großen Schüssel Limettensaft, Ahornsirup und 1/3 TL Salz sowie Ingwer gut miteinander verrühren. Jede geschälte Rote Bete nun in 6 Spalten schneiden, in der Marinade wenden und eine halbe Stunde ziehen lassen.

Dabei das Dressing zubereiten. Erdnussbutter, Ahornsirup, Limettensaft, Sojasauce mit 2 EL (warmen) Wasser glatt rühren.

Die Rote Bete nun zusammen mit der restlichen Marinade auf einem Teller (flachen Schüssel) anrichten, die Hälfte des Dressings und 1 EL Öl darüber geben und mit Schnittlauch und Sesamsaat bestreuen. Das restliche Dressing separat dazu reichen.

Quelle: Ottolenghi 

Kartoffelgratin mit Birne

Sonntag, 23. November 2025

 

Wie schön anzusehen ist das Phänomen der Murmuration (youtube). Murmuration ist ein Begriff, den ich neu gelernt habe. Es beschreibt das Himmelsspektakel bei dem sich hunderte bis tausende von Staren zu riesigen, sich ständig verändernden Schwärme versammeln, um gemeinsam in der Luft zu tanzen. Sie führen eine synchrone Choreographie aus, bei der sie immer neue, phantastische Formationen bilden. Bald ziehen sich Ellipsen auseinander, dann sammelt sich alles zu einem Kreis, verflüchtet sich wieder zu einer geschwungenen Acht, alles in weichen Bögen - mit bezaubernder Wirkung. 

Für mich könnte man Filme von Murmurationen als Natur-Ready-Made in Endlos-Schleife an die Wand werfen. Das ist doch Kunst! Alleine das Betrachten schenkt Harmonie, Zartheit, Ordnung, Leichtigkeit. Quasi eine Therapie, die man über das Sinnesorgan Auge zu sich nimmt. Vermutlich spielen die Stare derart miteinander, weil sie sich darauf freuen, in den Süden zu ziehen. Komm' ich lege noch den alten Beatle-Song drunter und stelle euch unten *I follow the sun* ein.... For good energy!



Denn Fakt ist: die aktuellen Temperaturen rufen nach *Hüttenzauber-Gerichten*. Und da hätte ich doch ein herrliches Gratin anzubieten, das auch von Innen wärmt, wenn es draußen frostig ist. 

Dabei will ich wie gerne auf Blog-Geschwisterchen hinzuweisen. Das Rote-Bete-Kartoffel-Gratin ist eines meiner Favoriten - kein anderes bereite ich so häufig zu wie dieses. Und ebenfalls verwandt ist dieses alte, vorgestellte Rezept: die Käse-Spätzle mit Zwiebel-Birnen-Schmelze - auch die erhalten an dieser Stelle mal wieder eine dicke Empfehlung. Für alle, die wie ich Obst in salzigen Gerichten zu schätzen wissen!


Zutaten 2P:

5 Kartoffeln (m: ca 550g)
1 Birne
1 kleine, rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
200ml Sahne
Piment d'Espelette
(oder: 1 EL Meerrettich)
4 Zweige Thymian (m: 1 TL wilder Thymian)
Salz, Pfeffer
Muskat
Bergkäse (m: Tomme de brebis)
(optional: mit Schnittlauch bestreuen)

Zutaten:

Knofi fein hacken. Sahne zusammen mit dem Knofi und dem Thymian aufkochen. Salzen, pfeffern, mit Muskat und  Piment würzen (oder Meerrettich). 10 min ziehen lassen.

Kartoffeln gut waschen, halbieren und zwischen zwei Holzspieße legen und wie bei den Fächerkartoffeln in dichte, dünne Scheiben schneiden (ohne die Kartoffel so ganz durchzuschneiden). Dicht an dicht in eine Gratinform (Ø 24cm) setzen.

Birne halbieren, vierteln, schälen und in feine Scheiben schneiden. Rote Zwiebel schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. Beides in die Zwischenträume der Kartoffeln drücken.

Sahne über die Kartoffen geben und das Gratin in den vorgeheizten Ofen schieben  bei 160° (OU-Hitze) - ca. 1 Stunde.

Dann mit einer guten handvoll geriebenem Käse betreuen und kurz unterm Grill gratinieren.

Anmerkung m: selbstredend ein Spitzen Salat-Plus-Essen!




Maktub - käsige Kürbis-Plätzchen

Sonntag, 16. November 2025


Maktub (مكتوب) kommt aus dem Arabischen und bedeutet wörtlich übersetzt 'es steht geschrieben'. Maktub wird in ähnlichem Sinne verwendet wie Schicksal. Wie Kismet. Für all jene, die an Schicksal glauben, gibt es so etwas wie eine Bestimmung für jeden einzelnen Menschen. 'Matub' bedeutet, dass die wesentlichen Eckpfeiler des Lebens bereits mit der Geburt feststehen. Man könnte von einem Lebensplan reden. Das heißt konsequenterweise, dass manche Ereignisse unausweichlich sind, unabänderbar: die Stunde des Todes, ein Unfall, eine Begegnung, die Anzahl der Kinder...

Mir ist diese Vorstellung von Schicksal zum ersten Mal in Paulo Coehlos Buch *Der Alchimist* begegnet. Zu jedem Anfang gehört ein entsprechendes Ende sowie eine Entwicklung, die die beiden miteinander verbindet. Nichts anderes versucht die Numerologie zu vermitteln: mit der 1 - dem Beginn - ist schon alles da. Der Rest wickelt sich lediglich aus. Dem Samen liegt die komplette Entwicklung bereits inne. Eigentlich logisch, oder?! Das kann man durchaus als kosmisches Gesetz nehmen und zwar für alle Anfänge: so wie etwas beginnt, wird es auch weitergehen.

Mich fasziniert diese Vorstellung von einer höheren Ordnung, einem tieferen Sinn in allem. Und ich bin damit fein, dass sich diese Idee in einer Größenordnung abspielt, die das menschliche Fassungsvermögen übersteigt. Vermutlich braucht es höchstpersönliche Erlebnisse, die eine Ahnung davon vermitteln. Wenn man jemanden trifft etwa, mit dem man direkt vertraut ist.

Für mich gibt es keine Zufälle - es ist maktub. Alles ist vorgezeichnet. Besonders begeistert mich dabei gerade mein Habib, der als hervorragendes Testimonial dient. Nun, da er Kraft seines Alters (man könnte sagen) das Hochplateau seines Lebens erreicht hat, ist es ihm möglich, weit ins Tal seiner Biographie zu schauen. Und die Geschehnisse verknüpfen sich rückblickend auf erstaunlichste Art und Weise, ja, als ob sich Perlen auf einer Schnur auffädeln.

*Wir hören von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke erkenntlich sind, dass sie der Krone gehören. *(Goehte)

Ein offensichtlich roter Faden zieht sich durch das Leben des Habib und ich bin SEHR gespannt, ob ich diesen bei mir wohl irgendwann genau so deutlich erkennen darf. Bestimmt braucht es dafür ein gewisses Alter, noch bestimmter braucht es dafür Bewußtsein und Forscherdrang, was einen eigentlich selbst im Inneren zusammenhält. Beide haben wir keine Zweifel, dass wir geführt werden. Wer das verinnerlicht hat, bekommt die Möglichkeit Zuschauer seines eigenen Lebens zu werden, etwas mehr Abstand zu sich zu gewinnen. Einhergehend mit mehr Klarheit.

Ich erinnere mich, wie wir in meiner Kindheit einen Ausflug in den Stadtpark unternommen haben. Dort gab es eine kleine Anlage, in der Kinder in bunten Metallautos ihre Runden ziehen durften. Ich war vielleicht im Kindergartenalter. Und ich weiß noch haargenau, wie ich mir am Lenkrad hochkonzentriert einen abgekurbelt habe: bloß nicht aus der Kurve fallen. Wie hätte ich verstehen sollen, dass die Autos auf Schienen liefen und mein Einsatz völlig umsonst ist?

So in etwa stelle ich mir *maktub* vor. Manches läuft wie auf Schienen. Bien sûr nicht starr. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn es nicht Bewegung in alles bringen würde. Und der Menscht hat - im Gegensatz zum Tier - durch die Superkraft der Überwindung, die Möglichkeit sich selbst zu ändern. Aber manche Ereignisse laufen ab, wie sie ablaufen sollen. Zwangsläufig. Egal ob ich kaspere oder nicht. Angenommen, dem ist so, dann hilft das doch enorm zu mehr Gelassenheit und Akzeptanz. Gleichzeitig bekommt mein Kanarienvogel Ego in seiner Verblendung als großer Maker ordentlich eins auf den Schnabel, während dem Menschlein nur bleibt, demütig die Augen gen Sternengewölbe zu heben. Ich finde, das nimmt viel Druck raus.

Manches ist, wie es ist. Es läßt sich nicht ändern. Aber auf diese Weise verschiebt sich die Wahrnehmung. Möglicherweise auch die Bewertung dessen, was mir passiert. Oder was ich selbst treibe. Denn für alle, die von Vorherbestimmung ausgehen, liegt die eigentliche Freiheit weniger im Reagieren als viel feinstofflicher in der Empfindung: *Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus* (Marie von Ebner-Eschenbach).  



November. Zeit für das erste Kürbisrezept! Mein liebster Kürbis ist und bleibt seit langem der Butternut. Den muss man zwar im Gegensatz zum Hokkaido schälen, aber ich finde der Butternut schmeckt einfach um Welten besser. 

Diese Rezept-Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sie schon mehrfach ausprobiert habe. Dabei habe ich die Plätzchen dann auch mit unterschiedlichem Käse gefüllt, nur mit viel Salbei serviert, als Salat Plus-Essen, mit Mangold oder mit Kale-Wirsing. Immer prima. 


Zutaten 8 Stück:

350g Kürbismus (m: Butternut)*
100g Hartweizengrieß*
80g Vollkornmehl (m: Einkorn)
1 Ei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Piment d'Espelette
ca. 100g Gauda (m: Comté)*
Salbei
Butter/ Olivenöl




Zubereitung:

Für das Kürbismus den Kürbis am besten im Ofen garen  - dafür in dünne Spalten schneiden (oder gewürfelt im Topf mit sehr wenig Wasser). Je 'trockener* das Kürbismus umso weniger klebt der Teig später.

Nun alle Teigzutaten mischen. In etwa 8 gleichgroße Teigkugeln teilen. Die Kugeln auf der flachen Hand platt drücken. Mit geölten Hände geht es leichter, sollte der Teig noch kleben. Man kann auch noch etwas mehr Mehl zufügen, aber dann werden die Pätzchen in der Konsistenz auch fester. Nun ein Quader-förmiges Stück Käse (nicht zu knausrig von der Größe) in die Mitte setzen und mit Teig umschließen. Dabei auch in Plätzchenoptik formen.

Einige Salbeiblätter in etwas Öl kross frittieren.

In einer großen Pfanne ein Gemisch aus Butter und Öl erhitzen und die 8 Kürbis-Plätzchen mit weiterem Salbei von beiden Seiten goldbraun braten.

Wer mag toppt zum Servieren mit gerösteten Kürbiskernen und Parmesan - zusätzlich zum frittierten Salbei.

Anmerkung m: je mehr Mehl/ Grieß verwendet wird, umso fester werden die Plätzchen. Selbst wenn der Teig noch kleben sollte, mit öligen Händen läßt er sich gut verarbeiten und in der Pfanne halten sie prima zusammen/ auch schon mit Saint Nectaire-Käse oder Tomme gefüllt - Comté, Gauda und Tomme haben die Nase vorn. Alternativ zum Hartweizengrieß kann man auch gut 180g (oder auch glatt 200g) Weizengrieß verwenden.


Kartoffel-Spätzle

Sonntag, 26. Oktober 2025

 

Zu den Sternstunden meiner Kindheit zählten die Momente bei der Oma, die mit uns im Haus über uns wohnte. Es kam leider nicht oft vor, dass wir zum Spielen hoch durften. Aber wenn, dann stellte die Oma alles zur Verfügung, was sie hatte. Wir durften in ihren durchsichtigen, Spitzen verzierten Unterkleidern Prinzessin spielen. Wir durften sogar ihr Geschmeide anlegen, dass sie gut versteckt in kleinen Schachteln zwischen den Schlüpfern versteckte. Wir durften mit gestürzten Lippen unsere Milch aus bunt dekorierten Sammeltassen nippen und von erlesenen Tellerchen Rosinen picken. Das ganze Wohnzimmer wurde zu einem einzigen Beduinen-Lager mit einer Höhle aus Decken und Kissen. Und Vorgelesen hat die Oma auch, aus dem Gebrüder Grimm-Märchenbilderbuch, das ich heute noch besitze, mit meiner Lieblingsgeschichte *Die Gänsemagd*.

Der Oma habe ich zu verdanken, dass ich ein Pferdemädchen wurde, das reiten lernte. Und besonders an der Oma schätze ich ihren Gerechtigkeitssinn: nie hat sie eines ihrer Enkelkinder bevorzugt. Stets war sie im Geben auf gleiches Maß bedacht. Streng führte sie Buch darüber.

Zur Krönung bekam dann mal nur eines der Mädchen ihre Aufmerksamkeit. Ganz exklusiv. Dafür wurde man höchstpersönlich zum Mittagessen eingeladen und durffe sich sein Lieblingsgericht wünschen. Mein Lieblingsessen waren Kartoffel-Spätzle mit Rahm-Spinat. Angeblich mögen viele Kinder keinen Spinat, aber ich fand Spinat schon immer super. Die Oma behauptete von sich, dass niemand schönere Spätzle schaben könne, als sie. Und ich sehe, das alte, abgewetzte Messer mit Holzgriff noch vor mir, dass sie dafür stets benutzte.



Selbst wenn im Wesentlichen der Haussegen mehr als schief hing , so gab es doch immer Momente, die für kleine Lichtsprinkler sorgten. Leben eben.

An Kartoffel-Spätzle hatte ich mich schon mal versucht. Aber Ionen trennten sie von den Spätzle von der Oma. Und nun wurden sie mir wieder in Erinnerung gebracht! Vielen lieben Dank in die Pfalz an Susanne und Axel, die mir dieses Familien-Rezept erneut auferstehen ließen.

Wie es sich für ein derart vergangenheitsschwangeres Gericht gebührt, habe ich mich gehörig daran abgearbeitet. Denn je simpler ein Rezept ist, umso mehr Spielraum. Zumal ein waschechtes Omi-Rezept nicht wirklich nach Grammangaben funktioniert, sondern par pife (der Nase nach) gemacht wird wie der Fränzi sagt, halt aus der Lameng geschüttelt. Kartoffel-Spätzle bestehen aus rohen Kartoffeln, Mehl, Ei und Salz - der Rest ist Tingeltangel. Also ob man noch Muskatnuss-Abrieb zufügt, oder Thymian... Und die richtige Teigkonsistenz: das sieht man dann schon. Ihr versteht...



Ich habe also - wie von Susanne und Axel weitergegeben - die Kartoffeln im Hexler zerkleiner. Mal etwas feiner, mal ein wenig gröber. Dann habe ich sie fein gerieben und zuletzt die Raspel-Seite verwendet, die man sonst nie benutzt (ich nur für frischen Meerrettich) - und die stellte sich letztlich als Oma-Seite heraus. Ich habe aus dem Teig kleine Nocken geformt, ich habe ihn durchs Knöpfli-Brett gedrückt und selbstredend klassisch geschabt. Ich habe sie am nächsten Tag angebraten oder direkt verwendet... Alles richtig spitze! Je einfacher ein Rezept, umso alltäglicher landet es auf dem Tisch. Und solche Rezepte mag ich ja gerade besonders, wie die kürzlich verbloggten Quinoa-Pfannkuchen etwa...

Aber hier eine Richtlinie, die ich so auch von Susanne und Axel erhalten habe. Der Rest ist ausprobieren. Auch habe ich festgestellt, dass die frischen Kartoffeln jetzt etwas mehr Mehl benötigen, wie später, wenn sie bereits einige Zeit lagerten.



Zutaten ca. 3P:

ca. 350g Kartoffeln (m: Mona Lisa)*
1 Ei
ca. 150g Mehl (+/-  m: D1050)
Muskatnuss
Salz


Zubereitung:

Kartoffeln fein raspeln oder grob schneiden und in der Küchenmaschine fein hexeln oder zusammen mit dem Ei in einem hohen Gefäß mit dem Zauberstab pürieren. Mehl und Ei zufügen und weder zu einem zu flüssigen noch zu festen Teig vermengen. 5-10min ruhen lassen. Der Kartoffelspätzle-Teig ist etwas flüssiger als der klassische Spätzleteig. Den Kartoffelspätzle-Teig wird auch nicht geschlagen, bis er Blasen wirft wie sein Bruder;

Nun entweder in reichlich kochendes Wasser zu Spätzlen schaben, mit Hilfe eines Teelöffels als Nocken ins Wasser gleiten lassen oder das Knöpfli-Brett verwenden.

Die fertigen Kartoffel-Spätzle von der Wasseroberfläche abschöpfen und gut abtropfen lassen. Entweder warm stellen - mit einem Stick Butter zwischen den Lagen. Oder etwas ausdampfen lassen und dann anbraten....

Anmerkung m: ich verwende dafür gerne eine eher mehlig kochende Kartoffelsorte, die Mona Lisa. Das Foto von den geriebenen, handgeschabten Spätzle wird nachgereicht (ausgerechnet die hatte ich nicht fotographiert).



Nicht zu vergessen all die Kombinationsmöglichkeiten - neben Rahm-Spinat. Dafür einige Links für euch, damit ihr seht, wie herrlich kompatibel Kartoffel-Spätzle sind. In der Pfalz ißt man sie auch gerne einfach mit etwas Schmand, wurde mir erzählt. Ich finde sie auch super angebraten mit viel Butter und Petersilie. Oder Pangrattato (ihr wißt schon, Semmelbrösel in viel Butter knusprig gebraten mit Thymian und Knofi). Oder etwas Raclette-Käse in der Pfanne darüber schmelzen lassen,


 Oderoder...

Harmonie: Orangen-Blumenkohl

Montag, 13. Oktober 2025

 

Harmonie finde ich super! Noch nie ne Überdosis gehabt.

Im Gegensatz zu anderen, die dann auftauen, wenn die Stimmung gen Gefrierpunkt rutscht; die dann erst richtig erblühen, wenn beim Gegenüber Lust und Laune richtig verhagelt ist. Solche finden in jeder Suppe ein Haar. Solche kultivieren die Laus, die ihnen über die Leber läuft. Für die ist das Recht das oberste, jedes verbale Quartett-Spiel will als Sieg nach Hause getragen werden. Und man wird ja wohl noch sagen dürfen, was man denkt - wer darauf verletzt reagiert: selber schuld. Überhaupt ist man stets das bedauernswerte Opfer aller Geschichten dabei überall nur Übeltäter. Schreckliche Verdachtsmomente hängt man an seidenen Fäden wie lose in den Raum und jeder wundert sich anschließend, woher denn eigentlich dieser Gestank kommt. Das Sezieren menschlicher Schwächen nennt man Humor. Und nichts schöner, als sich über andere zu erheben, in dem man über sie hinweg trampelt. Ja, die eigentliche Passion gilt der Provokation, da wird man keine Möglichkeit zum Konflikt liegen lassen. Jeder hat eine kitzelige Stelle, notfalls stellt man sich plump quer. Wer auf Krawall gebürstet ist, hat die Nase stets ein Stückchen vorn.

Menschen können so anstrengend sein. Überhaupt, geht es euch auch so, ich habe gerade dein Eindruck, egal wann, egal wo ich das *mediale Fenster* öffne: es kommt nur bad energy ins Haus, überall finsterschwarzes und kriegslüsternes Gebrüll. Seit Ewigkeiten. Manchmal drehe ich den Kopf weg, als müßte ich an einem Dauer-Unfall vorbeifahren. 

Gehts denn nicht auch anders?! Ja, dieses unisono Yoga-Gelaber von graditude nervt mich mit unter auch. Aber mehr weil alle immer so brav in das gleiche Horn blasen. Denn mal ehrlich, was gibt es Schöneres als morgens aufzuwachen, ausgeschlafen mit Energie und nichts tut weh. Und abends mit vollem Bäuchlein in ein warmes Bett liegen - wie herrlich ist das! Alles nicht selbstverständlich. Früher hieß es stattdessen *und in Afrika sterben Kinder*.

Dabei wissen wir doch alle: die innere Ausrichtung ist das A und O. Vielleicht muß man das üben. Während man sich die Wimpern tuscht, das Brot schmiert, aus der Haustür geht, dem Klo sitzt - solche kleinen Momente parallel zu nutzen, um das Sonnensegel seines höchstpersönlichen Raumschiffs wieder gut zu justieren: gen Sonne. So wie Kleist erzählt in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er irgendwie feststeckt: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen als den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären*. Probiert es aus, das funktioniert.

Energy flows, where attention goes (Milton Erickson). Energie fließt dort, wo Aufmerksamkeit hingeht. Auch ein alter Hut. Alles bekannt. Paßt nur keiner auf sich auf!

Deshalb will ich nicht in einer rosaroten Alice-im-Wunderland-Parallelwelt leben, in der als Hindergrundmusik wie im Supermarkt in Dauerschleife *Tell me lies, tell me sweet little lies* läuft. Aber ich will entschieden meinen Pelz in die Sonne strecken und meine Gedanken vom Licht erwärmen lassen. Harmonie ist dabei immer ein guter Gradmesser!




Zugegeben habe ich dann doch über mich gestaunt, dass ich bald eine viertel Stunde zusehe, wie verschiedene Tiere nebeneinander Mittagsschlaf halten. Oder? Ist bißchen schräg. Aber halt so goldig. So wohltuend. So harmonisch. Guck, scheinen die alle zu rufen: SO gehts auch! We do it better!  Ich stelle es euch das Filmchen (YT) unten ein, mal schauen, wie lange ihr hängenbliebt. 

Dazu passt der goldgelbe Orangen-Blumenkohl, den ich bei Susanna aka Magentrazerl mitgenommen und schon mehrfach zubereitet habe. Ich mag eh Blumenkohl. Dieses Rezept kommt unter die Best-of-Blumenkohl! Wie üblich, improvisiere ich bei der Zubereitung: Reisessig ersetze ich gerne durch Apfelessig und Shaoxing-Wein habe ich restlos gestrichen, Speisestärke und Öl etwas gekürzt... Es gilt: was schmeckt, muss nicht Original sein....


Zutaten: 

1 Kopf Blumenkohl
Salz
1 EL Mandarinenzesten, Orangenzesten oder Blutorangenzesten
60 ml Mandarinensaft, Orangensaft oder Blutorangensaft
3 EL Reisessig
1 EL helle Sojasauce
1 EL Shaoxing-Wein
ca. 2 EL Zucker
65 g Speisestarke, plus 1 EL für die Sauce
2 EL Mandelmilch oder Sojamilch
80 ml Erdnussöl, plus 1 EL
3 Frühlingszwiebeln
3 Zehen Knoblauch

Zubereitung:

Blumenkohl putzen in in ca. 2,5cm große Röschen teilen. In eine große Schüssel geben, mit 1/4 TL Salz bestreuen, gut vermengen und ca. 15min ziehen lassen (m: diesen Schritt habe ich auch schon übersprungen).

Für die Sauce Zitronenzesten und-saft mit Essig, Soja-Sauce, Zucker und 1 EL Speisestärke sowie einem 1/4 TL Salz verrühren - und zwar bis sich der Zucker aufgelöst hat. Probieren und ggf die Süße anpassen.

Frühlingszwiebeln putzen und das Weiße und das Grüne getrennt voneinander in feine Ringe schneiden, Knofi fein würfeln.

Die Blumenkohlröschen sehr gut trocken tupfen und dann in einer Schüssel mit 1 EL Öl sowie der Milch vermischen. Die 65g Speisestärke zugeben und alles gut vermengen, bis der Blumenkohl von der Stärke überzogen ist.

80ml Erdnussöl in einem Wok erhitzen. Den Blumenkohl portionsweise in jeweils einer Lage in das heiße Öl geben und braten, bis er goldbraun ist, dann wenden und die zweite Seite ebenfalls goldbraun braten. Zum Auskühlen auf einen Teller geben: sie werden dann knusprig.

Nun sollten nur noch 1-2 PL Öl in der Pfanne sein -  wenn es mehr ist, mit Küchenkrepp auswischen. Das Weiße der Frühlingszwiebeln und den Knofi bei mittlerer Hitze braten, bis es duftet. Die Sauce nochmals durchrühren, in den Wok geben und unter Rühren andicken lassen. Blumenkohl zufügen und gut mit der Sauce vermengen.

Dazu passt Reis  (m: mit etwas Kokos und Spinat).


 

Erntedank: Quinoa-Pfannkuchen

Sonntag, 5. Oktober 2025



Zu den elementarsten Bedürfnissen aller Lebewesen gehört die Energiezufuhr durch Essen. Klar, ich bin Foodie. Aber mehr als um Genuß geht es mir beim Essen um Gesundheit. Die Hardliner formulieren überspitzt: *Erst machen sie uns krank mit ihrer Ernährung und dann mit ihren Medikamenten*. Eine Aussage, zu der sich jeder stellen mag, wie er will.

Gerne wird die Ernährungsindustrie mit ihren Machenschaften von ihren Verteidigern in Schutz genommen. Und zwar mit dem Todschlagargument sie würde schließlich dafür Sorge tragen, einen Großteil der Menschheit zu ernähren. Gut gefallen hat mir die spitzfindige Unterscheidung aus dem Mund eines Feriengastes dieses Jahr: es gibt Nahrungsmittel und es gibt Lebensmittel. Und wieder mal muß jeder für sich alleine entscheiden, von wem er sich ernähren lassen will: von der Natur oder der Ernährungsindustrie. Eine grundsätzliche Frage. Nicht nur heute zu Erntedank.

Wobei ich entschuldigend feststelle, dass viele Menschen abgelenkt sind vom Ranschaffen des täglich notwendigen Geldes im Galeeren-System des Kapitalismus. Weniger nachvollziehen als Landmädchen kann ich, dass sie sich abziehen lassen von all dem oberflächlichem Tand, der überall lärmt. Es muss jeden Tag gegessen werden. Und eine anständige Ernährung bleibt eine zwingende Basis für ein gutes, gesundes Leben.

In diesem Zusammenhang will ich euch einen wertvollen Link weitergeben. Ihr erinnert euch vielleicht, wie nachhaltig mich die Arte-Doku *Insektenkiller - wie Agrakonzerne unser Ökosystem zerstören* beindruckte. Die Organisation EWG testet jedes Jahr die *dirty dozen*, die 12 Obst- und Gemüsesorten, die in Europa am meisten mit Pestiziden belastet sind. Dank deren Testergebnisse erhält man eine gute, unabhängige Info, welche Lebensmittel man besser nicht von *konventioneller Landwirtschaft* kauft. Selbst wenn man sich Bio nicht immer leisten kann, sollte man sich bei den *dirty dozen* doch überlegen, ob man diese dann entweder seltener oder aber nur in Bio-Qualität verzehrt. Dem eigenen Körper zuliebe. Und da alles mit allem zusammenhängt - auch zuliebe der Umwelt.

Umgekehrt gibt es aber auch die *clean 15*, Obst- und Gemüsesorte, die oft bereits auf natürliche Weise bereits gut geschützt sind, so dass Pestizide selten eingesetzt werden. Die wiederum kann man daher überall gut kaufen. Nützliche Infos, oder?



Mindestens ein Mal die Woche bereite ich uns einen *bunten Teller* zu. Eine Art Entlastungstag. Rohkost begleitet oft von einem geliebten Puffer. Oder aber einem Pfannkuchen etwa aus Quinoa. So einfach, dass es fast kein Rezept ist. Und Quinoa esse ich eh so gerne mit seinem nussigen Geschmack - ich verweise euch gerne nochmals auf mein Stew

Geschwister im Blog-Universum sind:



Zutaten 2P:

  • Quinoa-Pfannkuchen:
  • 200g Quinoa
  • ca. 300 ml Wasser
  • 1Pr Salz
Zubereitung:

Quinoa gründlich unter fließendem Wasser waschen und abtropfen lassen. Anschließend mit 1l frischem Wasser bei Raumtemperatur mindestens 6 Stunden (oder über Nacht) einweichen. Mit 1 EL Zitronensaft kann man die Fermentation weiter anstoßen. Längere Einweichzeiten bis zu 24 Stunden sind auch kein Problem.

Dann das Einweichwasser wegschütten, Quinoa sorgfältig spülen, wieder gut abtropfen lassen und jetzt den gequollenen Quinoa mit ca. 300 ml frischem Wasser und 1 Pr Salz fein pürieren. So 10 min ruhen lassen - in dieser Zeit dickt der Teig etwas an. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Pfannkuchen bei mittlerer Hitze goldbraun backen. 

Anmerkung m. werden in meienr kleinen Pfanne ca. 6-8 Pfannkuchen

Inspi: Insta: feinstekleinigkeiten




KI 2: die besten Süßkartoffel-Gnocchi

Freitag, 26. September 2025


Jedes Ich ist ein Globus. Ein kleines Universum. Eine Welt für sich. Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine Planeten. Ja, dem einzelnen Menschen ist Großes prophezeit. Nämlich die Überwindung seiner Begrenzung durch sein Ego hin zu einer Verbindung zum großen Ganzen. Der verlorene Sohn, der den Weg zurück zum Vater findet. Die Idee von Platons Weltenseele. Die Idee vom Universum als Makrokosmos und der Analogie dazu, dem einzelnen, menschlichen Lebewesen als Mikrokosmos. Im Menschen sollen sich Erde und Himmel berühren können. Doch diese Tür geht nur für den einzelnen Menschen auf. Nicht für die Menschheit. Nicht für eine Gruppe. Ganz alleine hat er Verbindung zum Kosmos zu suchen. Und weil nur individuell Zugänge zu knüpfen sind, kann niemand einen anderen dahin begleiten. 

Zeit der universellen Einsamkeit. Zeit der Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit. Zeit der Rückbesinnung auf alte, große Ideen, oder?

Denn was verheißt uns die Gegenwart? Vielleicht wird uns die KI in Zukunft auf andere Planeten bringen. Vermutlich. Und dann werden wir von der Erde das Prinzip der systematischen Ausbeutung in das Weltall tragen und nach der Erde andere Planeten plündern und ruinieren. Vermutlich. Wer dort landet, folgt heute schon den Stimmen, die verkünden, dass die Menschheit ab nun erhaben ist über die Naturgesetze und sich eigene Welten nach maschinellen Vorgaben erschaffen kann.

Gleichzeitig führt uns die KI vor, dass wir unsere bisherige Vorstellung von dem, was wir dachten, was uns als Menschen auszeichnet, in Frage stellen müssen. Wir sind eben nicht die einzigen, die sich Inhalte merken können, die kombinieren können, sich um Raum zurechtfinden uswusf. In dieser Hinsicht werden wir gerade von rechts überholt. Seltsamerweise beharrt ein Teil der Menschheit umso mehr auf der Überzeugung, man könne die Gesetze des Lebens zusammenbauen wie ein zerlegtes Puzzle. 

Der anderen Fraktion, Team Goethe, ist bewußt, dass man sich auf diese Weise als Irrlicht outet. Denn die wahrhaft Suchenden streben mit ihrer Sehnsucht nach mehr Wissen nicht nach Information (im Faustschen Sinn *was die Welt im Innersten zusammenhält*) sondern ihr Ziel ist Erkenntnis. Höher als alles Vielwissen stellt Goethe die erfahrungsgesättigte *Vorstellungskraft*. Er stellt der Zersplitterung der Wissenschaft das Kultivieren einer schöpferischen Imagination entgegen. Denn *es komme bloß darauf an, dass man Augen, Weltkenntnis und Übersicht genug besitze, um im Kleinen das Größere wahrzunehmen. Dann, ja, dann eröffnet sich vielleicht der Blick fürs Wesentliche:  »Schau alle Wirkungskraft und Samen / Und tu nicht mehr in Worten kramen.« Und wieder und wieder zitiere ich: *Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet es nicht erjagen*. 

Gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Aussage des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther, die nochmals mit anderen Worten gleichen Inhalt verdeutlicht:

*Wir haben die eigentlich zusammengehörige Welt, in der wir Teil sind, und in der alles Lebendige miteinander verbunden ist, in lauter Stücke zerlegt. Mitgefühl hemme ich weg, in dem ich kognitive Erklärungen obendrüber setze und  irgendwann sind dann hemmende Verschaltungen im Hirn so gut ausgebildet, dass ich alles kognitiv erklären kann und nichts mehr fühle. Und dann sind wir in unserer heutigen Welt angekommen. Kein Wunder, dass wir sie ruinieren. Sie ist uns gar nicht mehr nahe, wir sind gar nicht mehr mit dieser Welt verbunden. Wir sind gar nicht mehr mit unserer Lebendigkeit verbunden! (Meet your mentor/ YT)

Im Gefühl ist die Lebendigkeit verortet - nicht im Kopf. Aber hier will ich spitzfindig sein, ich rede von einer Klarheit des Gefühls. Keiner Verworrenheit wie sie heute der große Standard geworden ist.  Der Schamene vom Stamm der Kogui erklärt Herzensdenken ganz schlicht:

*Ich bin ein *Mamo* weil ich gelernt habe, klar zu denken - Herz und Verstand gleichzeitig zu nutzen.* (Kogui Tribe YT). 

Nun schöpfe mit der Kraft deiner Gedanken und lasse dich leiten von der Klarheit deiner Gefühle, vertraue dich in der täglichen Hinwendung einer höheren Kraft an, sei mutig und demütig - dann, ja dann darf Mensch hoffen auf dem Zweig der Menschen zu landen, die sich geistig weiterentwickeln darf und nicht auf dem anderen, der abrupt endet - s. auch den Prophecy rock der Hopi-Indianer.





Süßkartoffel-Gnocchi oder diese , seither lagen die hier vorne, bzw. Süßkartoffel-Schupfnudeln sind hier keine Neuigkeit. Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert und zu meiner Verwunderung ist diese ganz simple Variante ab sofort meine Top 1. Nun gilt es vorher zu wissen, welche Art von Gnocchi man bevorzugt. Ob man eher die zart schmelzenden, weichen, fluffigen Wasserschweber mag, oder ob man im Mund bei Gnocchi auch etwas Grip spüren will. Ich gehöre letzterer Mannschaft an: ich finds gut, wenn Gnocchi eher fester sind und ich nicht nur die Zunge zum Zerkleinern brauche. Eben so wie bei diesen.

Besser ist, man nimmt für dieses Rezept 3 kleinere Süßkartoffeln, die brauchen dann im Ofen deutlich kürzer als eine große. Der Rest ist kinderleicht.

Wer mag, pimpt den einfachen Teller durch Nussbutter. Bei Magarine bin ich raus: *Margarine ist vom Molekül her per se sehr nah am reinen Plastik. Das ist nichts anderes als ein gehärtetes Industriefett* (Fabian Kowallik). Aber das nur am Rande..., muss jeder selbst wissen!


Zutaten 2P:

450g Süßkartoffeln (2-3 Stück)
1 EL Stärke (Mais oder Kartoffel)
100g Mehl (m: D1050)
30g Butter
2 EL Olivenöl
Salbei-Blätter
fleur de Sel
Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Süßkartoffeln ringsherum mit einer Gabel einstechen und bei 190°C in den Ofen geben. Nach 10 min drehen (m: mit spitzem, kleinen Messer nochmals eingestochen bis in die Mitte, um den Garprozess zu beschleunigen). Weitere 10 min garen (Dauer im Ofen hängt von Größe der Süßkartoffeln ab).

Süßkartoffeln halbieren und mit einem Löffel von der Schale trennen. Mit einem Kartoffelstampfer in einer Schüssel zu Mus zerdrücken. Mehl und Stärke untermischen (Teig wird ein wenig klebrig bleiben).

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen drehen von ca. 1,5cm Dicke und Gnocchi abstechen (oder schneiden - m: quadratisch geformt) und in einen Topf mit kochendem Wasser geben.

Parallel Butter in einer Pfanne schmelzen, zusammen mit Öl und Salbeiblättern. Die Gnocchi aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen - besser noch: einen Moment ausdampfen lassen - und dann erst in die Pfanne setzen. Mit etwas Geduld goldbraun rösten. Dabei salzen und pfeffern

Zum Servieren mit Parmesan bestreuen (und zusätzlich frittierten Salbei-Blättern)