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DUBB: Zucchini-Döner-Wrap

Sonntag, 1. Juni 2025


 

Eigentlich braucht es nur gute Ideen für ein leckeres Essen. Keine große Kocherfahrung, kein ausgeklügeltes Handwerk, keine fancy Küchengeräte. Einen Gurkenhobel hat man in aller Regel - wobei ich ja großer Fan bin von der Börner-Reibe. Aber dass ich den hype, wird wohl auch meinem Naturell geschuldet sein. Wenn ich mit etwas zufrieden bin, sehe ich überhaupt keinen Grund, Neues oder Anderes auszuprobieren. Never change a winning system habe ich verinnerlicht und lebe es...

Jedenfalls leistet dieser Hobel gute Dienste für das Zucchini-Wunderrezept von Robert, das hier in neuem Glanz erstrahlen darf. Als Doppel-Dupp quasi. Roberts Zucchinimatte ist ja bereits erklärter Blog-Buster und so gesehen in meinem Blogistan ein alter Hut. Brandnew für mich, ist diese Art Tofu zuzubereiten. Und dieser Döner-Tofu schafft es ohne weitere Umwege in den kulinarischen Olymp. So simpel wie gut - derlei Rezepte liebe ich ja.



Auf das Wesentliche reduziert zeige ich euch heute zwei Ideen, die sich vielfach anders kombinieren lassen. Den Zucchini-Käse-Wrap kann man mit anderer Rohkost füllen. Oder mit diesen Linsen-Bällchen - euch fällt bestimmt was ein.

Gleiches gilt für diesen Döner-Tofu. Natürlich passt der klassisch ebenso gut in einen Yufka gewickelt. Oder in diese Ofenbrote. Oder in einen Burger. Oderoder...

Hier zeige ich euch einfach diese Variante und dann werdet ihr das Prinzip schon nach eurem Gusto adaptieren! Wir fanden es beide absolut wiederholenswert!


     

        


Zutaten - ein Wrap/ 2P:

1 größere oder 2 kleinere Zucchini
Olivenöl
Oregano
Salz, Pfeffer
ca.100g Käse, geraspelt (m: Comté)
...
200g Räuchertofu (m: Taifun *Black Forest*)
2 EL Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
...
schnelle Guacamole aus 1 Avocado
1 Stück Salatgurke
etwas Rotkohl-Salat
2 Frühlingszwiebeln


Zubereitung:

Den Ofen auf 220° (Umluft) vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit etwas Öl bestreichen. Zucchini in sehr dünne Scheiben hobeln. Dicht an dicht dachziegelartig auf dem Backpapier in voller Größe des Backblechs schichten. (das sieht mehr aus, als es ist, die Zucchinischeiben *fallen* aber das Confieren deutlich zusammen). Salzen, pfeffern, den Oregano darüber streuen und mit Olivenöl besprenkeln.

Für insgesamt 25min in den Ofen geben - nach 15 min den Käse darüber verteilen und weiteren 10 min backen.

Während dessen den Tofu mit dem Sparschäler/ Gemüsehobel oder wie ich mit einem Messer der Höhe nach (also von der dünnsten Seite) in dünne, etwas ungleiche Streifen schneiden. In einer Pfanne bei kräftiger Hitze braten, bis der Tofu kross wird - dabei mit Soja-Sauce würzen. Zur Seite stellen.

Eine schnelle Guacamole herstellen aus der Avocado, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Joghurt, 1 EL Majo, Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

Den Rotkohl-Salat hatte ich noch über vom Vortag: Rotkohl in feine Streifen geschnitten, mit Salz geknetet, simpel gewürzt mit Apfelessig, Rapsöl, Ahornsiurp, Salz, Pfeffer.

Wenn die Zucchinimatte fertig gebacken ist, ein weiteres Blatt Backpapier auflegen und die Matte drehen, damit die Käse-Seite nun unten ist. Nun belegen: beginnend mit der Guacamole, der in feine Scheiben geschnittenen Gurke, Rotkohl-Salat, Tofu und zuletzt bestreut mit 2 Frühlingszwiebeln. Nun von der breiten Seite einrollen. Wer mag, ist den Wrap aus der Hand, wer nicht setzt ihn - etwa auf etwas Rucola - auf einen Teller

Anmerkung m: Veganer ersetzten den Käse durch veganen Kunst-Käse, mehr Käse als 100g geht natürlich auch


Freiheit: saftiger Zucchini-Cake

Sonntag, 29. September 2024


Wenn Frankreich morgen chinesisch verwaltet wird, dann lebe ich hier genau so weiter. Das ist eine Aussage, die ich dieses Jahr öfters rausgehauen habe. Und dann schaute ich in zweifelnde, entgeisterte Gesichter und erhielt eigentlich unisono die Antwort: *Das glaube ich nicht, dass du dann weiterhin so frei leben kannst. Ohne Demokratie. Ohne Meinungsfreiheit.* Ich merkte wohl: ich wurde für bekloppt erklärt.

Aber hey, nix davon, was Obrige beschlossen haben, beeinflußt mein alltäglichliches Leben hier in dem Haus, von dem aus ich ins Tal schaue. Bestimmt würde sich dann periphär das ein oder andere ändern. Möglicherweise ändert sich die Währung, zahlt man andere Steuern, vielleicht müßte ich eine Mütze tragen, wäre die gängige Musik eine andere oder ich müßte heimlich auf die Guinguettes zum Tanzen gehen. Vielleicht gäbe es weniger Bananen - ich weiß es nicht. Aber DAS würde mein Leben nicht wesentlich ändern, damit würde ich zurecht kommen - im Gegensatz zu Krieg.

Nehmt die Geschichtsbücher. Da wandern Grenzen ein bißchen nach rechts oder links, nach oben oder unten. Und dafür sind Menschen gestorben. Es ist mir ein unfassliches Rätsel. Und nachher sitzen Kravattenträger an Tischen, deren Angehöre nicht *gefallen* oder verstümmelt sind, unterzeichnen Verträge und einigen sich auf neue Grenzen. Bis zum heutigen Tag. Das ergibt doch keinen Sinn.

Mit Nationalitäten wische ich mir den Hintern ab - ich hatte es bereits davon: ein Lieblingspost von mir. Vaterland ist nichts, worüber ich mich identifiziere. Wenn mich das Reisen eines gelehrt hat, dann, dass ich überall leben kann. Existentiell ist es überall auf der Welt das Gleiche: du mußt essen, du mußt aufs Klo, du mußt schlafen. Und dann gibt es noch eine Regel, die man befolgen muss: halte dich von Politik fern. Dann kann man überall leben.

Weil ungemütlich bis gefährlich wird es, wnn man systemkritisch denkt und redet (s. Julian Assange). Dann ist die Überschrift,  unter welcher Art der Regierung man lebt, egal. Da sind sich nämlich alle herrschenden Schichten gleich: Kritik mag man nicht. Wer das beachtet, lebt überall.

Gerne füge ich an der Stelle die Episode von den Großeltern an von der verstorbenen Frau des Habib. Die haben im dritten Reich Juden zur Flucht in die Schweiz verholfen. Auch darüber erzählte ich schon. Keiner wußte etwas davon - noch nicht einmal die Familie. Sie redeten nicht, sie machten einfach. Und wollten möglich Konsequenzen ganz alleine tragen.

SO geht gelebte Freiheit. Das ist doch etwas Innerliches und bestimmt nicht etwas, das von Außen vorgegeben wird. Nur weil mir irgendjemand sagt, ich habe das gut zu finden oder aber dadagen zu protestieren, ist das noch lange nicht MEINE Meinung. Die bilde ich mir doch höchstpersönlich selbst. Unabhängig davon, wer gerade hupen darf. Ich rede doch nicht Blödsinn hinterher, nur weil das gerade gängiger Konsens ist. In Freiheit zu leben, bedeut, sich freiwillig Werten zu unterwerfen - und nicht, weil man dafür belohnt oder bestraft wird. Mit der Bürde individueller Freiheit muss man schon alleine zurecht kommen. Das ist doch nicht schwer zu verstehen!

Wobei der Hund wohl in den unterschiedlichen Erfahrungen begraben liegt. Ohne die kein Verständnis, keine Erkenntnis, kein Urteilsvermögen. Ich habe bereits in unterschiedlichen Ländern gelebt. Und aus diesen Eindrücken und Erlebtem speißt sich meine Haltung zum Thema *Weltenbürger*. Dabei vertraue ich meiner Wahrnehmung - ganz so, wie ein befreundeter Psychoanalytiker mal formulierte: *Der Irsinn beginnt da, wo du an deiner eigenen Wahrnehmung zweifelst.*  So einfach lasse ich mich in meinen Auffassungen nicht in die eine oder andere Richtung schubsen. Oder vom Pazifismus abbringen.



Ende der Zucchini-Saison - ein Teil der Zucchinipflanzen mußten der Senfsaaft bereits weichen. Noch ist aber die Möglichkeit, Neues auszuprobieren. Dieser Zucchini-Cake eignet sich nicht nur hervorragend als Salat-Plus-Essen sondern macht sich mindestens so gut als Grill-Begleitung.

Es gilt wie eigentlich bei allen Zucchini-Rezepten (man kann es nicht oft genug wiederholen): viel hilft viel. Mehr ist mehr! Zucchini braucht ordentlich Unterstützung. Grundeigentlich bildet der Cake nur eine Basis und dann dürft ihr mit Gewürzen um euch werfen. Meine Version ist zitronig geworden.


Zucchini-Cake:

2 Zucchini (ca. 700g)*
4 Eier
100ml Milch
60ml Öl (m: Olive)
1 kleiner TL Zucker (m: Rohrzucker)
120g Mehl, gesiebt (m: 60g Einkorn-VK, 630 Dinkel)
11g Back-Pu
1 mittlere Karoffel, grob gerieben
2 Schalotten
3 Knoblauchzehen
2-3 EL Parmesan (m: Comté)
150g Ziegenfrischkäse
1 Salzzitrone
2 TL Zitronen-Thymian
1/2 Bund Basilikum
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Zubereitung:

Zucchini in feine Scheiben von ca. 2mm hobeln. Mit Salz bestreuen, mischen und etwas Wasser ziehen lassen. Dann in etwas Olivenöl kurz (2-3min - nicht länger) dünsten, dabei den Deckel auflegen - Zucchini-Scheiben sollen nicht durchgebraten sein oder Farbe annehmen.

4 Eier mit dem Schneebesen verquirlen zusammen mit Zucker (gibt goldene Farbe), Salz und Pfeffer. Milch zufügen, ebenso Öl und zuletzt das gesiebte Mehl samt Backpulver untermischen. Gut vermengen, bis alles schön glatt und homogen ist.

Die Kartoffel schälen, grob reiben, dann gut ausdrücken (m: nacheinander zwischen den Händen) und gemeinsam mit der fein gehackten Schalotte und dem Knofi unter den Teig heben. Außerdem kommen die Kräuter hinzu: fein geschnittenen Basilikum, die feinst geschnittene Schale der Salzzitrone und der Zitronen-Thymian.

Ofen auf 180°C vorheizen.

Zuletzt die Zucchini-Scheiben dazu geben. Diese mit einer Schaumkelle aus der Pfanne heben, um das beim Dünsten abgegebene Wasser nicht mitzunehmen. Dann den geriebenen Käse zufügen sowie den in Würfel geschnittenen Ziegenfrischkäse.

Eine Form von 28cm gut buttern und den Boden mit Backpapier auslegen. Die Cake-Masse einfüllen, glatt streichen. Im vorgeheizten Ofen ca. 45min backen lassen.

Auskühlen lassen, dann Stürzen und in Scheiben schneiden. Entweder lauwarm zum Salat oder gut gekühlt zum Grillen - beispielsweise.

Anmerkung m: in welche Richtung ihr den Cake mit Gewürzen trimmt, liegt an Euren Vorlieben. Sehr gut passen auch getrocknete, in Öl eingelegte Tomaten und entkernte Oliven. Dann mit Thymian, Oregano und/ oder Rosmarin begleitet, Piment d'Espelette, Pimenton de la vera... ihr macht das schon!

Ich habe dem Teig ganz am Schluß noch 2 EL Semmelbrösel zugefügt, weil meine Zucchini beim Garen nicht viel Wasser verloren hatten - zu flüssig sollte der Teig nicht sein. Nehmt ihr kleine, knackige Zucchini sollte das nicht notwendig sein. Mehr als 700g Zucchini würde ich nicht empfehlen (ich hatte etwas mehr verwendet).

Inspiration: YT - Ricette dolci

 

Ich darf auf meinem eigenen Blog immer noch nicht kommentieren - irgendeine Cookie-Einstellung hakt und ich checks nicht. Bis dahin wieder auf diese Weise:

Vielen Dank für die unterschiedlichen Perspektiven auf dieses Thema. Schön vielfältig - so mag ich das. Mit derlei Feedback macht Gedankenteilen wirklich Freude!

Mir wurde nochmals mehr bewußt, dass ich mehr *unter Menschen* als in *politischen Konstrukten* lebe. Und wie sehr die Dinge stets zusammenhängen. Keine Freiheit ohne Frieden. Keine Freiheit ohne Mut. Kein Mut ohne Vertrauen. Kein Vertrauen ohne Ehrlichkeit.... so verstricken sich Werte zu einem Ganzen. Und im Rahmen der kleinsten Möglichkeiten schafft sich jeder Mensch sein Reich selbst.

Pizza bianca - mit Zucchini

Sonntag, 8. September 2024

 

 

Bevor die Welt sich weiter dreht von Zucchini zu Kürbis, möchte ich gerne noch wenigstens zwei Rezepte mit euch teilen - schließlich darf keine Zucchini-Saison vrübergehen, in der nicht neue Rezepte ausprobiert werden. Beginnen werde ich mit dieser Pizza bianca - also fast weiß, aber das werdet ihr bestimmt durchgehen lassen.

Es gilt die gleiche Regel wie immer: mehr ist mehr, viel hilft viel. Schüchtern und zurückhaltend zu sein, darf man sich für andere Gelegenheiten aufheben, Zucchini aber braucht entschiedene, mutige,beherzte, wenn nicht gar verwegene Unterstützung. Sonst bleibt Zucchini ein blasses Gemüse, das vielen nur ablehnende Grimassen entlockt. Das hat dann wiederum aber nichts mit dem armen Zucchini zu tun, sondern nur mit dem Umgang dieser kleinen bis großen Keulen.

Wie lautet schließlich einer meiner Lieblingskalendersprüche, den ich mit Sicherheit nicht zum ersten Mal zitiere, und sich mit nichts Besser beweisen ließe als mit Zucchini:

*Die Dinge sind nie so, wie sie sind. Sie sind immer das, was man daraus macht.* (Jean Anouilh)

 

 

Die Inspiration und Anregung zu dieser Pizza bianca geht auf liebe Feriengäste zurück (coucou Claudia und Martin), die Gastgeben zum Kinderspiel machen. Die beigefügten Fotos ihrer Pizza, die dokumentieren sollten, was aus dem mitgenommenen Gigors-Zucchini wurde, ließ keine Zweifel mehr, dass ich diese Pizza auf jeden Fall bei uns auf den Tisch bringen muss. Hoffentlich erreichen einen ähnlichen Nachmachzwang meine Bilder auch... Bleibt nur noch anzumerken, dass ich den Wild-Yeast-Pizzateig für den besten von allen halte und daher einst zum unerkannten Blog-Buster kürte!


Zutaten 1 Pizza:

Pizzateig (m: nach Wild Yeast)
ca. 500g Zucchini
ca. 2-3 EL Tapenade (m: schwarz)
ca. 2-3 EL Pesto (m: Bärlauch)
2 Kugeln Mozzarella
7-8 in Öl eingelegte Tomaten
Thymian
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

 

Zubereitung:

Zucchini in feine Streifen hobeln (m: Sparschäler), in eine Schüssel geben, salzen, mischen und ca. 10-15 min ziehen lassen. Zucchini zwischen den Händen gut ausdrücken.

Pizzateig auswellen (Wild Yeast-Teig zieht man in die richtige Größe). Mit Tapenade bestreichen (eher mit Hilfe eines Löffels den Boden punkten). Zucchini-Streifen darüber verteilen, sprenkeln mit den klein geschnittenen Tomaten, dann den in Scheiben geschnittenen Mozzarella darauf setzen und zuletzt die Käsescheiben toppen mit Pesto.

Jetzt noch pfeffern und mit Piment würzen, mit Thymian und etwas Olivenöl bestreuen und im heißen Ofen (m: auf Pizzastein) knsuprig backen.


beurteilen: Gemüselaibchen

Samstag, 23. September 2023


Wäre ich später geboren, dann könnte ich mich heute bestimmt unter die zunehmende Zahl von Kindern und Jugendlichen (Nation unabhängig) reihen, die an Depressionen leiden. In der Pupertät ist man dünnhäutiger und registriert leichter, wenn im Außen etwas nicht stimmt. Und der Zustand der Erde muss traurig und hoffnungslos machen. Das Deprimierendste dabei ist, finde ich, dass die Probleme menschengemacht sind. Wie ist die Sehnsucht nach *heil* zu stillen?

Andererseits: soooo gemütvoll kommt mir die Mehrheit der Jugend gar nicht vor.

Einleuchtender scheint mir folgende Erklärung, nämlich dass die Gründe für die psychischen Schwierigkeiten zusätzlich physische Ursachen haben können. Richtig gelesen: körperliche Ursachen. In den letzten knapp 30 Jahren wurde in Japan bemerkt, dass die durch psychische Erkrankungen bedingte Verhaltensstörungen bei Kindern deutlich zugenommen hat. Geforscht wurde nun, ob Wasser und Umwelt einen schädlichen Einfluß auf die Menschen nehmen könnten. Denn zeitgleich mit den Auffälligkeiten kamen dort zum ersten Mal eine neue Klasse Insektizide zum Einsatz, die von Japan aus dann ihren Siegeszug über alle Kontinente antraten. Mit der unmittelbaren Folge dass bereits im Jahr darauf das Ökosystem von einem der größten, japanischen Seen zusammenbrach. Neonicotinoide stehen unter Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen, aber vor allem Auswirkungen auf die Entwicklung unseres Nervensystems zu nehmen. Heute weist eine japanische Studie schon in dem ersten Harnstrahl der meisten, japanischen Neugeborenen Neonicotinoide nach.

Aber von vorne. Ich habe die Arte-Doku *Insektenkiller - wie Chemie-Riesen unser Ökosystem zerstören* angeguckt. Sogar 2x hintereinander. Zu gerne wüßte ich, was diese Doku in euch auslöst?! Es ist ja so ungeheuerlich, was man in dieser Doku präsentiert bekommt! Nun ist mein Blog keiner mit nennenswerter Reichweite und ich bin sehr fern davon, Influencer zu sein. Aber als Lehrerin wäre das astreines Unterrichtsmaterial. Er dient nämlich hervorragend als *pars pro toto* - anhand dieses Beispiels (= die Agro-Chemie), läßt sich leicht auf eine Meta-Ebene hochschwingen und ebenso auf andere Bereiche schließen. Man erkennt Prinzipien. Ist etwas wahr, dann ist es nämlich übertragbar richtig. Tatsächlich halte ich diese anderthalb Stunden Film für eine Bildungsmaßnahme im besten Sinn - insbesondere um sich die Kernkapazität *Urteilsfähigkeit* zurückzuerobern.

Meistens hat Mensch ja kaum Möglichkeiten, sich ob der Masse an Informationen, der Flut unterschiedlichster, wissenschaftlicher Studien, eine Meinung zu bilden. Zu komplex alles, im Zweifelsfall *multikausal*. In dieser Doku erhält man einen Überblick über die letzten 30 Jahre Insektizide, mit dem Schwerpunkt auf Neonicotinoide samt ihren Nebenwirkungen, dem *schlimmsten Massensterben der Geschichte -  seit 1990 sind 75% der wirbellosen Tiere ausgestorben mit einem Domino-Effekt in der Nahrungskette wodurch Fische aus den Gewässern verschwinden und Vögel vom Himmel. Ein apokalyptisches Massaker. 

Dafür muss man kein Entomologe sein, dafür braucht man kein Mikroskop, kein Studium, noch nicht einmal einen Schulabschluß, nur Augen im Kopf. Menschen in meinem Alter können aus eigener Erfahrung noch vergleichen. Es ist still geworden auf den Wiesen und im Wald. Ein einziges Wespennest im Treibhaus diesen Sommer. Eins.

Mehrfach habe ich meinen kleinen Artikel nun schon umgeschrieben. Ich habe zusammengefasst, erklärt, mich dafür tiefer mit Neonicotinoide beschäftigt, manche Stellen des Films mehrfach angeschaut. Aber wofür. Ihr seid keine Schulklasse und mich belastet es nur.

Wer sich für unser Biotop interessiert, wird die Doku gucken. Dann bleibt nur eine Erkenntnis. Oder haltet ihr die  Doku für zusammengesponnenen Blödsinn von einzelnen Querschlägern? Jeder Zweifel dürfte doch behoben sein: man hört nicht auf die Wissenschaft, man hört auf das Geld. Und die Gewissheit stellt sich ein, dass sich das nie ändern wird. Wie heißt es zu Beginn: *Die Agro-Chemie setzt mit ihrer Lobbyarbeit die wissenschaftlichen und demokratischen Kontrollsysteme außer Kraft. Im Namen des Profits maßen sich in paar wenige Chemiker und Geschäftsleute an, über Leben und Tod zu bestimmen*. Das unfassliche Artensterben, das Vergiften unseres Lebensraums verantworten einige, wenige Akteure, die mit ihre Finanzkraft Einfluß nehmen auf  Regierungen, Medien und Wissenschaft. Und Beweis ist nicht eine kleine Arte-Doku, Beweis ist leider der Zustand der Erde. Und ab da fädeln sich die Perlen von alleine auf - um im Thema zu bleiben: EU plant Verängerung für Glyphosat-Zulassung um weitere 10 Jahre.

Ich glaube, die größte denkerische Schwierigkeit, um das Prinzip dahinter zu begreifen, besteht in diesem Sprung, den man machen muss: die Leute, die Unrecht tun, wissen dass sie Unrecht tun - sie tun es trotzdem. Aber wenn man sich das mal klar gemacht hat, dann gewinnt man eine innere Festigkeit, die in Zeiten voller Lug und Betrug nicht kostbarer sein könnte. Obgleich man die Dimension und die Tragweite dieser Skrupelosigkeit und dieser Perfidität nie wirklich verstehen wird. Ich kann mich da nicht hindenken. Dennoch festigt sich der Stand, die eigene Haltung, man läßt sich viel weniger verwirren und beirren, läßt sich nicht mehr auf sinnlose und unfruchtbare Diskussionen ein mit Unbelehrbaren, die dem Herdentrieb kopflos und seelenlos folgen.

Hey, und ich habe keine Kinder! Ich muss lediglich aufpassen, dass ich mich in diese Scheiße emotional nicht zu sehr verstricke, muss versuchen Abstand zu halten, meine Jahre noch runterzureißen, die mir gegeben werden und zwischendurch erlaube ich mir kurz wütend und traurig zu sein wegen all der für immer verschwundenen Geschöpfe.



Zwei Zucchini-Pflanzen liefern ab, so dass hier Zucchini weiterhin auf der Speisekarte stehen. Ich könnte wohl eine eigene Ruprik mit Zucchini-Puffer aufmachen. Ein weiteres Rezept wartet auf Veröffentlichung.

Diese hier mit zusätzlicher Karotte und Kartoffeln haben mir gut gefallen. Immer schön, wenn geschmolzener Käse mit ins Spiel kommt, so wie hier im Inneren der Laibchen. Die Fritte stand noch draußen und ich habe dann ausprobiert, ob die Puffer auf diese Weise zubereitet besser werden. Aber nein, die Pfanne hatte sogar die Nase vorn, denn viel Fett benötigen sie nicht.

Ansonsten gilt, was für alle Puffer gilt: die Gewürze verleihen den Geschmack - gut abschmecken ist alles. Und ich mag halt gerne was Frisches wie Salat dazu. Dieser Karottensalat ist einer meiner Klassiker.


 Zutaten 2-3P /10 Stück:

250g Kartoffeln (Salzkartoffeln)
1 Karotte
1 mittlere Zucchini (ca. 500g)
1 Ei
20g Mehl (D1050)
15g Kartoffelstärke
1/2 Bund Petersilie, fein gehackt
1 TL Paprika
1 TL Cumin
1 TL Thymian
Salz, Pfeffer
1 Mozzarella
Sonnenblumenöl

Zubereitung:

Kartoffeln schälen, in Stücke schneiden und in kaltem Salzwasser aufsetzen und gar kochen. Abschütten und ausdämpfen lassen. Mit dem Kartoffelstampfer zerdrücken.

Zucchini groß raspeln, salzen, etwa 5 min ziehen lassen, dann ausdrücken und in die Schüssel zu den Kartoffeln geben. Karotte ebenfalls grob reiben. Alle Zutaten - außer dem Käse - miteinander vermengen (geht am besten von Hand) und gut würzig abschmecken.

Mozzarella in etwa 10 gleich große Scheiben schneiden.

Die Masse grob (für sich) durch 10 teilen. Dann einen guten Eßlöffel auf die geölte Handfläche geben, etwas glatt und breit formen, das Mozzarella-Stück darauf setzen und mit der Gemüsemasse ummanteln. So fortfahren, bis 10 Laibchen geformt sind.

In heißem Sonnenblumenöl von beiden Seiten golden braten.

Inspiration: Asenas Kitchen (YT)

 

was machst du an der welt - tomates farcies

Sonntag, 27. August 2023


An alle, die glauben, man könne die Welt in Einzelteile zerlegen, sezieren und mit dem Kopf das Geheimnis des Lebens entschlüsseln, an diese wende ich mich nicht.

Viel mehr berufe ich mich auf die Gruppe, die einsieht, dass *die Summe unserer Existenz, durch Vernunft dividiert, niemals rein aufgehe, sondern dass immer ein wunderlicher Bruch übrig bleibe * (Goethe). An jene adressiere ich mich, die in der Natur die Schöpfung eines großen Geistes wahrnehmen können und diese Erkenntnis geht einher mit einem Gefühl von Respekt, Ehrfurcht und Demut.

Irren gehört zum Menschsein dazu. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. Jeder vermeintliche Vorteil birgt ebenso einen Nachteil. Zu jedem Fortschritt gehört auch Verlust von Fähigkeiten. Beispielsweise hat sich gerade bestätigt, dass Apparatemedizin auch Risiken in sich birgt: jede Computertomographie erhöht das Krebsrisiko. Oder als man Kokain entdeckte, wurde es anfangs als Hustenmittel für Kinder in Apotheken verkauft ( s.Arte-Doku Drogen). Bevor überhaupt klar war, ob man es als Medikament überhaupt einsetzen kann, ging es um Money-Making. In erster Linie wird nicht geforscht, ob eine Substanz heilt, sondern ob und wie man damit Geld ziehen kann - auch hierzu diente mir eine weitere Arte-Doku als Gedankengeber, die über Diabetes.

Mehr Geld als mit Drogen kann man mit Waffen verdienen. Oder der Kombination aus beiden. Womit wir bei der Genomforschung gelandet wären. Wenn Molekularbiologen heute über "Leben" schreiben, benutzen sie das Vokabular der Informatiker: Es geht um Codes, Entschlüsselungen oder Programme...Jeder kennt die Metapher von der DNA als *Buch des Lebens*, in dem alles codiert ist. Es scheint heute, als wäre das gängige Wissenschaftssprache, aber dem war nicht immer so. Wie also sind diese Redeweisen entstanden? Erst mit dem Einbruch der Informationstheorie in die Mikrobiologie. Ende der fünfziger Jahre beginne die Erfolgsgeschichte dieser Metapher und eines ganzen Forschungszweiges - so Lily E. Kay in ihrem Buch über Wissenschaftsgeschichte, einen Forschungszweig,  den sie vorsichtig benennt als *militärisch-industriell-akademischen Komplex*. Gleichzeitig wurde in der Wissenschaft ein rein materielles Verständnis von Natur abgelöst durch unser heutiges informationelles Weltbild: Leben als verschlüsselte Information. Spannend, oder?

Darüber darf man sich ruhig Gedanken machen, denn wir leben mittendrin im Zeitalter der synthetischen Biologie. Die ersten Patente der mRNA-Technologie - die zu den Gentherapeutischen Arzneimittel  (GTMP) zählen, da sie wirken, indem *rekombinierte(synthetisierte) Gene* in den Körper injeziert werden - sind nun bekanntermaßen auf dem Markt. Die Menschheit durfte dieser Neuerung nicht nur hautnah beiwohnen sondern Teil davon werden. Offene Fragen inklusive - wie bei allen technischen Neuerungen. In diesem Fall weiterhin unklar: wo genau findet die Aufnahme der Substanz im Körper statt, wie verteilt sich diese im Organismus, wie lange wird ein Spike-Protein gebildet und wieviel davon... Zum Thema *unerwünschte Nebenwirkungen* verweise ich auf  Dr. John Campell, dessen gläserne, offene, wissenschaftliche Arbeitsweise schwer zu widerlegen ist. Weiter will ich darauf nicht eingehen: Information ist eine Holschuld und keine Bringschuld - das hat jeder für sich zu entscheiden, wie tief ihn das interessiert.

Bekannt ist hingegegen, dass die injezierten Spike-Proteine durch Blut, Muttermilch und Sperma weitergeben werden können. Das ist insofern wissenswert, als dass weitere Überlegungen im Raum stehen, sämtliche Impfungen auf mRNA-Technologie umzustellen - sowohl für Mensch wie für Tier. Auch sonst nimmt die Gentechnik rasant an Fahrt auf: die EU will den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft deutlich erleichtern.

Zusammengefasst kann man erkennen, dass sich Mensch nun klüger als die Natur dünkt - worauf ich eigentlich hinaus will. Wir werden Zeuge einer nie dagewesenen Erhebung über die Schöpfung, eine beispiellose Anmaßung gegenüber Gott, einer schrankenlosen Hybris, einhergehend mit einer nie dagewesenen Zerstörung der Natur. Wir glauben allen Ernstes, es besser zu wissen. Wir spielen *Gott* bei größtmöglicher Ahnungslosigkeit, indem wir uns abkoppeln von Naturgesetzen. Wie weit haben wir den Überblick über das, was wir hier treiben?  Wo soll das enden?

Gerne wird geredet über eine Spaltung der Gesellschaft. Und ja, mir wird immer bewußter, dass wir tatsächlich an einer Wegkreuzung angekommen sind, in der sich der einzelne zu entscheiden hat, auf welcher Seite er steht. Da hilft keine Moderation und keine Diplomatie mehr: zwei völlig unvereinbare Geisteshaltungen stehen sich gegenüber, da trennen im Grundsätzlichen ganze Himmel.

Was machst du an der Welt? Sie ist schon gemacht,
Der Herr der Schöpfung hat alles bedacht. (Goethe)
 

Schwere Gedanken - leichtes Rezept. Wir haben dieses Jahr besonders schöne Tomaten. Auch besonders schöne Ochsenherz-Tomaten. Ein schöner Schwung wurde reif und die riefen mir zu: fülle uns und stecke uns in den Ofen. Schnelle, unkomplizierte, leichte Landküche... wie immer.

Die Fritteuse könnt ihr wieder einpacken. Für die Zucchini-Beilage reicht eine Pfanne. Das kann man schon fast kein Rezept nennen, aber es tut der Zucchini ja SO gut, ordentlich Röstaromen abzubekommen. Dafür brät man sie scharf in Fett an und würzt sich anschließend lediglich mit etwas Gewürzsalz. Oder kippt später mehr Öl drauf sowie Minze und Knofi. Eine meiner liebsten Zubereitungsarten für schöne, kleine, knackige Zucchini!

 

Zutaten 2P:

6 coeur de boeuf - Tomaten (m: Sorte *Ananas*)*
60g Couscous
1 TL Ras el Hanout 
2 Lorbeer-Blätter
Gemüsebrühe
Pinienkerne
2 Knoblauchzehen
1/2 Bund Basilikum
1/2 TL Thymian, getrocknet
Harissa
Balsamico-Reduktion
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
100g Feta
Bergkäse (m: Tomme de brebis)
Olivenöl


Zubereitung:

Für das Couscous in etwas Kokosöl das Ras el Hanout anfangen lassen zu duften, dann Gemüsebrühe samt Lorbeerblätter zufügen und darin das Couscous nach Packungsangabe garen (m: VK-Couscous - benötigt etwas mehr Flüssigkeit und mehr Zeit). Anschließend die Lorbeer-Blätter entfernen.

Die Pinienkerne ohne Fett in der Pfanne rösten.

Von den Tomaten einen Hut abschneiden, zuerst den Strunk entfernen und dann das Innere mit Hilfe eines Löffels aushöhlen. Den Tomatensaft abschütten (m: und trinken) und gut Dreiviertel des Fruchtfleischs behalten (dabei vorwiegend Kerne aussortieren) und klein schneiden.

In einer kleinen Pfanne in etwas Olivenöl den fein gehackten Knoblauch kurz anrösten, dann die Tomatenstücke zufügen, mit Harissa und Balsamico-Reduktion würzen sowie etwas Zucker und dem Thymian, salzen, pfeffern und einreduzieren lassen, bis die Tomatensauce sämig wird. Das Couscous untermischen und nochmals nachwürzen. Vom Herd nehmen und zerkrümmelten Feta, wie kleingeschnittenen Basilikum und Pinienkerne untermischen. Die Tomaten mit dem Couscous füllen und mit geriebenem Bergkäse bestreuen

Ofen auf 180° (OU-Hitze) vorheizen (kann man aber auch schon während dem Aufheizen reinstellen) und die Tomaten für ca. 15min garen.

*Anmerkung m: die Menge der Tomaten hängt von der Größe ab. Ich habe mich für mittlere coeur de boeuf-Tomaten entschieden - daher 6 Stück. Besser Treibhaustomaten, da die eine deutlich dünnere Haut haben, Tomatendeckel habe ich nicht mitgegart im Ofen... kann man aber machen...

 


Affenhitze - Beignet de courgette à l'indien

Montag, 21. August 2023


Wie Kindergartenkinder an den hochgestreckten Fingern demonstrieren, wie alt sie sind, genau so nehme ich gerade die Finger zu Hilfe, um mir den Countdown runterzuzählen bis Freitag. Vier Tage noch. Dann endlich soll sich das Wetter drehen und die Affenhitze beendet sein. Behaupten die Meteorologen. Bis dahin dämmern wir wie im Fieber.

Nein, so geht Hochsommer nicht mehr. Wir sind kurz davor die 40Grad Marke zu knacken. Alle Lebewesen klappern mit Zähnen - wenn vorhanden - vor der Macht und Kraft der Natur. Gerade vor der ungebremsten Glut des mächtigsten Planeten nachdem unser Sonnensystem auch benannt ist.

Alles ist aufgeheizt, jedes Gießen ein Trofen auf den heißen Stein, die Nächte tropisch warm, alles nur noch abwarten, bis diese Episode Vergangenheit genannt werden kann. 

Gegessen muss dennoch werden.

Und diese kleinen, knusprigen Beignet sind es absolut wert, alle Widerstände gegen Frittiertes fallen zu lassen. DAS Rezept für Fritti-Skeptiker. Und für Zucchini-Hasser. Dann kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dazu eine frische, kalte Joghurt-Sauce bzw.-Dipp und bei uns gab es noch einen Linsensalat zusätzlich - köstlichst! Große Empfehlung!


Zutaten 2P:

2 Zucchini (ca. 600g)
25g Mehl (m: D1050)
2 Eiweiß
Salz
1 TL Garam Masala
1/2 TL Kumin
1/4 TL Paprika
Öl zum Frittieren

 


 

Zubereitung:

Zucchini in feine Scheiben hobeln, in eine Schüssel geben, salzen, damit von Hand gut marinieren und 15min Wasser ziehen lassen. 

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.

Zwischen 2 Händen nun die Flüssigkeit gut aus den Zucchini-Scheiben ausdrücken und in eine Schüssel geben. Mehl darüber streuen sowie die Gewürze und gut mischen (m: mit einem Eßlöffel). Dann das Eiweiß zufügen und dieses vorsichtig aber gründlich unterheben (etwa mit einem Spatel).

Portionsweise (m: mit einem Eßlöffel) in das heiße Fett setzen und golden und knusprig braten - auf Küchenkrepp abtropfen lassen und warm stellen.

Anmerkung m: für die übrigen Eigelb bietet sich an, diese zu Eis zu verwandeln - wie in das Eis wie Seide beispielsweise - oder Pasteis de nata. Oder ihr mischt sie beim Nudelnmachen in den Pastateig... Dafür lassen sie sich auch gut einfrieren.

 

wer-wie was: Zucchini-Falafel

Mittwoch, 16. August 2023

 

wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt, bleibt dumm. So lautete weit über die Sesamstraße hinaus das Motto für das sog. Bildungsbürgertum. Heute wendet man sich nun nicht mehr aneinander mit seinen Fragen, heute nutzt man dafür ein Apparätchen. Darüber klagte ich vor kurzem. Und: man stellt nicht mehr sämtliche Fragen, die einen durch den Kopf gehen - auf gar keinen Fall - sondern nur noch ausgewählte Fragen (egal ob Mensch oder Maschine?). Zum Beispiel darf man nicht fragen, ob der Klimawandel auch andere Gründe haben könnte als den  CO2-Ausstoß (s. meinen Dokumentarfilmer). Denn anscheinend ist alleine die Überlegung subversiv, wenn man die Möglichkeit in Erwägung zieht, dass VIEL größere Faktoren Einfluß nehmen könnten auf unseren sich krass wandelnden Planeten, wie etwa ein veränderterer Neigungswinkel der Erde zur Sonne oder eine veränderte Rotationsachse... Mir fällt auch direkt eine Erklärung für das Warum ein: mit der einen Theorie besteht die Möglichkeit, damit Politik zu machen... mit der anderen ebent nicht.

Oder der Wettlauf um den Mond. Dieser Tage soll eine indische Sonde auf dem Mond gelandet sein um Bodenproben zu entnehmen, nachdem sie einen ganzen Monat dahin unterwegs war. Es hießt, das haben die USA, die Sowjetunion und China mit ähnlich erfolgreichen Mondmissionen schon hinter sich. Man darf jetzt auf keinen Fall die Schultern zucken und fragen: who cares? Tsss, ein paar Bodenproben, wo soll da die Sensation sein, wenn doch bereits vor 50 Jahren Menschen dort Spaziergen gegangen sind. Wer kennt die Bilder nicht. Wie pillepalle sind da Bodenproben?! Aber gut, demnächst wird es bestimmt Zeit, die amerikanische Flagge auszuwechseln. Was soll ich sagen? Ich finde, es ist eine satte Parade-Beleidigung an einen vernunftbegabten Menschenverstand, hier eins und eins nicht zusammenzuzählen. Oder man begnügt sich damit, dass der *Wettlauf* um den Mond hat halt zwei Generationen lang pausiert... wegen anderen Interesssen/ technischen Problemen/ anderweiligen Verpflichtugen ... und nun wird wieder attackiert... aber nicht übereilt... und unbemannt.

Damit zweifle ich bestimmt nicht die Geschichte der Menschheit an. Ich zweifle Medien und Politik an. Denn wenn ich von unseren Reisen eines gelernt habe (und das ist eine der wertvollsten Mitbringsel unserer Reisen für mich), dann, dass man überall gut leben kann, so lange man sich nur von Politik fern hält. Das Geschichtenerzählen selbst ist so alt wie die Menschheit und beeinflußt mehr als alles eine Gesellschaft (s. Harari). Deshalb: laß die anderen ihre Geschichten erzählen - ich muss nicht Recht haben. Das dürft ihr gerne sehen wie ihr wollt - keine Beschränkung meinerseits. Mit *Recht*, diesem dehnbaren Begriff, putze ich mir eh die Zehennägel.

Aber wenn wir gerade beim Geschichtenerzählen sind. Der Großvater meines Habibs war Geheimkämmerer des Herzogs von Baden. Den Großvater lernte der Habib nicht mehr kennen, aber seine Großmutter Franziska. An ihn weitervererbt wurde der Ratschluß, den die Familie aus diesem seltenen Beruf zog. Schließlich geht der ungewöhnliche Beruf eines Geheimkämmmerer mit tiefen Einblicken in eine Welt einher, die der Mehrheit verschlossen bleibt. So wurde die Großmutter nicht müde zu wiederholen: mit der Polizei und dem Gericht hat man nichts zu tun, von der Obrigkeit und von Machthabenden hält man Abstand, weil man immer den Kürzeren zieht und untergeht.

Eine Sichtweise, die ich mir ganz zu eigen gemacht habe. Ob das andere tun, interessiert mich nicht. Schließlich muss jeder seinen eigenen Weg zu gehen. In meiner Goethe Lektüre von Wilhelms Wanderjahren heißt es als elementare Mitgift an Wilhelm bevor er seinen Lehrbrief erhält: *Lernen Sie die Menschen kennen, zu denen man Vertrauen haben kann*.  Wie sehr beeinflußt eine Lebensgeschichte, wem man Glaube und Vertrauen schenkt. Heute wird dieses kostbare Gut gar einer Maschine hinterhergeworfen. Dabei hängt jede ehrliche Beziehung von einem vertrauenswürdigen Gegenüber ab.

 


Ich starte ein Zucchini-Special! YEAH, spielt mir mein imaginäres Kopf-Kino vor, volle Begeisterung auf Leserseite: mehr Zucchini-Inspiration braucht die Welt!

Zwei Zucchini gieße ich noch, viele einjährige Pflanzen erhalten kein Wasser mehr. Pflanzen-Triage. Die Trockenheit zwingt uns dazu, die Zisterne ist so gut wie leer, für kommende  Woche ist weiterhin die größte Hitze des Jahres angekündigt. Nun wird nur gegossen, wer eine längere Lebenserwartung hat. Vermutlich könnt ihr es euch vorstellen (oder auch nicht), aber der Garten hat schon mehr Freude versprüht...

Sukrrilerweise entzieht man in den meisten Rezepten der Zucchini wieder das Wasser, das wir ihr hier so mühselig zukommen haben lassen. Wieder habe ich mit Susanne kulinarisches Tennis gespielt - und man sieht direkt: gute Kochideen altern nicht. 10 Jahre ist ihr Post schon her...

Etwas gestoplert bin ich, weil ich dachte, ich komme ums Frittieren drumerhum, und dann sind mir die Dinger doch elendig in der Pfanne auseinandergerfallen. Da hat mich dann der Stolz gepackt und mit ihm wurde meine kleine Fritteuse aus der Vorratskammer hervorgezogen (die ich jedes Schaltjahr mal brauche). Und siehe da: halte dich ans Rezept, dann klappt es auch mit den Zucchini-Falafeln! Die sehen doch schon unwiderstehlich aus, oder? Und sind entsprechend köstlich!

Da wir wetterechnisch ja auch regelrecht frittiert werden, habe ich meine kleine Fritteuse gleich draußen gelassen. Ey, und kein Wunder liebt das Street-Food dieses Planeten alles Frittierte: so kleine Knuspereien bringen auf Veggie-Teller eben jede Menge Spaß. Bevor ich mit dem nächsten fettgetunkten Zucchini-Rezept um die Ecke komme, könnt ihr eure Fritteuse bis dahin mit den Kichererbsen-Falafeln vergnügen.

 

Zutaten 2-3P - ca.14 Stück :

ca. 450-500g Zucchini
100ml Mandelmilch
50g Kichererbsenmehl
50g Kichererbsen
(1 EL Kichererbsenmehl)*
2 EL Petersilie, fein gehackt
2 Knofi
1 kleinere Zwiebel
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriander
1/4 TL Paprika-Pulver
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
1 EL Zitronensaft
1 EL Olivenöl
Öl zum Frittieren  



 

Zubereitung:

Ein EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Kreuzkümmel, Koriander und Piment andünsten, bis die Zwiebel glasig ist, kurz vor Ende Knofi und Petersilie zufügen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

In einem mittelgroßen Topf die Milch zum Kochen bringen, dann das Kichererbsenmehl nach und nach einrühren, dabei ständig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Das restliche Olivenöl einrühren und alles salzen und pfeffern. Unter ständigem Rühren ca. 8 min köcheln lassen. Die Masse wird sich dann vom Topfboden lösen und einen Klumpen bilden. Den Teig dann abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Zucchini fein reiben und alle Flüssigkeit gut ausdrücken. Zwiebel, Zucchini, Kichererbsen-Teig, Kichererbsen und Zitronensaft zu einem Teig verkneten und alles mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Aus dem Teig kleine Bällchen formen, diese auf ein mit Frischhaltefolie belegtes Backblech geben und einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (m: über Nacht). In dieser Zeit gewinnt die doch recht weiche Masse an Festigkeit (bei mir bleibt sich die Konsistenz recht ähnlich).

Zum Frittieren das Öl in einem weiten Topf erhitzen. Es sollte so viel Öl sein, dass die Falafel darin schwimmen können. Falafel portionsweise in ca. 3-4 min goldbraun fritieren.  Nach dem Herausheben auf Küchenpapier abtropfen lassen (halten prima zusammen).

Anmerkung m: bei Versuch 1 löste sich die Kichererbsnmaße unverzüglich und ich ließ es damit bewenden, bei Versuch 2 wollte ich alle möglichen Fehlerquellen beheben und hilt mich an die 8 min, mit der Folge dass mir blieb viel von der Masse am Topfboden hängen trotz stetigem Rührens - daher gab ich dann noch ein EL Kichererbsenmehl extra hinzu. Die Konsistenz der Bällchen am nächsten Tag war aber sehr ähnlich und gewann nicht sehr an Festigkeit dazu - also bleibe ich bei Zubereitungsart 1 plus Fritte.

Inspiration: Susanne aka Magentratzerl bzw. Silvena Rowe, Orient Express

 

Freizügigkeit - Zucchini-Käse-Tortilla

Montag, 17. Juli 2023

 

Das lesenswerte Buch *Menschliche Dinge* von Karine Tuil hat mich insofern fasziniert, als dass Tuil darin hervorragend eine Gesellschaft illustriert, in der Freizügigkeit als höchstes Kulturgut und größte Errungenschaft hochgehalten wird. Exakt was der Weltreisende eben in der Ferne mit großem Unbehagen beobachten kann: DER Exportschlager weißer Touristen in andere Länder ist Suff und Hurerei! Tuil beschreibt weiter, wie die sexuelle Freiheit, die von keinem religiösen Sitten-Korsett mehr begrenzt wird, elementar eine Gesellschaft formt samt den Auswirkungen auf Hierachien, Beruf, Status, Partnerschaft, Familie, den Einzelnen. Sex als unterschwelliger Motor einer Gesellschaft *der Sex und sein destruktives Potential, der Sex und seine unbändige, tyrannische, unstillbare Triebkraft*

Tuils Schreibstil gefällt mir gut, ihre Figuren sind verständlich, menschlich, nachvollziehbar. Und alle eint, dass sie Opfer sind einer zutiefst sexulisierten Gesellschaft.

Was also, wenn der Körper die Hoheit innehat, wenn *der unbezwingbare Drang des sexuellen Begehrens* sich seine halsbrecherische Bahn schlägt ungebremst von äußeren Institutionen und wenn Alkohol als weiterer wesentlicher, gesellschaftlicher Baustein seinen Teil der Enthemmung beiträgt?! Oder wie eröffnet Tuil ihr Buch: *Sex war unbestreitbar der wirksamste Brandbescheluniger, löste das ultimative Inferno aus - Schluß mit der Maskarade...* Hinter aller Fassade und Kosmetik schlummert die Frage: und wie halten wir es mit dem Beischlaf.

Um das Beispiel einer bourgeoisen Familie, einflußreich, prominent, gut situiert, zeichnet Tuil die ganze Klaviatur sexueller Abgründe: von Seitensprüngen, Affairen, Doppelleben, ménage à trois, offene Beziehungen....bishin zu Karriere-Ambitionen, sexueller Belästigung, Nötigung, Missbrauch, Vergewaltigung. Sie thematisiert die #metoo-Debatte um Harvey Weinstein, die Geschehnisse der Sylvesternacht in Köln 2016, die Affäre um Strauß-Kahn und die weltbekannte Episode von Bill Clinton und Monica Lewinsky- alles Indizien einer sexkranken, degenerierten Gesellschaft, deren Strukturen nur *unter großen Mühen und mit Zugeständnissen-Lügen-Versprechungen, der Dreieinigkeit der haltbaren Ehe* stabil bleiben, so Tuil - und einhergehen mit einer krankhaften Körperwahrnehmung und krankem Gefühlsleben.

Unsere Kultur ist schon derart lange sexgetränkt, es fällt uns nicht mehr auf in Werbung, Mode, Gebaren. Alles dreht sich um Geld, Macht, Sex und Alk. Alles dreht sich um Sexyness samt Fuckability-Spanne (toller bereits verlinkter Auftritt von Caroline Kebekus). Vor einigen Jahren, schreibt Tuil, scheiterten die Wissenschaftler der Universität von Montreal an einer Studie, in der sie die Auswirkung von Pornos auf Männer näher untersuchen wollten, in dem sie eine Gruppe von Männern, die regelmäßig Pornos schauen, einer zweiten gegenüberstellen wollte, die noch nie pornographische Inhalte komsumiert hat. Sie scheiterten aus dem schlichten Grund, dass sie keinen einzigen Mann auftreiben konnte für letztere Gruppe. Was Männer nicht automatisch zu Tätern macht und nichts rechtfertigen oder entschuldigen soll, aber, es liegt in der Natur des Triebs, dass Männer gerade in der Jugend unter Testosteron-Schüben leiden. Gleichzeitig kehrt sich die Überdosis ins Gegenteil: zunehmend mehr Männer haben Orgasmus-Schwierigkeiten. Vaginalen Schönheitsoperationen, deren Häufigkeit in Deutschland mittlerweile mit Nasen-Korrekturen gleichgezogen haben, können als Einflußmerkmal auf Frauen herangezogen werden. Zweifellos aber wird jedem vor Augen geführt, dass auf Sex keine tragbaren Beziehungen aufzubauen sind, sondern die Alk-Sex-Kombi auf kurz oder lang in den Ruin führt. Einen Gefährten/ Gefährtin findet man auf diese Weise bestimmt nicht.

Tuil greift auf, dass vor etwa 40 Jahren in Frankreich zum ersten Mal eine Vergewaltigung als Verbrechen eingestuft und vor Gericht behandelt wurde. Die leitende Rechtsanwältin äußerte sich damals folgendermaßen: *Eine Vergewaltigung ist, wie der Rassismus, wie der Sexismus, in dem sie übrigens wurzelt, der ernst zu nehmende Hindweis auf eine soziokulturelle Krankheit. Die Gesellschaft, die an der Vergewaltigung krankt, kann nur dann genesen, wenn sie nach der Diagnose bereit ist, das große Räderwerk ihrer Kulturmaschinerie und deren Inhalt radikal infrage zu stellen.*

Haben wir das in den letzten Jahrzehnten in Frage gestellt, um Weichen anders zu stellen? Die Fälle häuslicher Gewalt steigen stetig ebenso wie Vergewaltigungsdelikte.

Und jetzt tun wir alle ein bißchen gekünstelt betroffen und überrascht... Religöse Menschen, die bei Tuil als Randfiguren auftauchen, werden von ihr als ewig Gestrige dargestgestellt aus der Zeit gefallen, fanatisch-orthodox. Selbstbestimmte Menschen, die eigene innere Werte, die in Spiritualität wurzeln, einer solchen Gesellschaft entgegenstellen, kommen bei ihr nicht vor. Nicht von ungefähr warnen sämtliche Religionen seit jeher vor unheilsamen sexuellen Handlungen. Das Warum muss man niemanden erklären, das erklärt sich von selbst. Oder um den Dalai Lama hier zu wiederholen: kein Glück und keine Zufriedenheit ohne Tugendhaftigkeit. Soetwas kommt von soetwas.



Tortillas ist für diese Zucchini-Fladen natürlich eine komplett falsche Bezeichnung. So, wie *Galettes* eben in Frankreich Buchweizen-Pfannkuchen benennen und keine Obst-Tartes mit eingeklapptem Rand. Aber irgendwie haben mich die kleinen Fladen rein optisch an Tortillas erinnert - ihr verzeiht mir also hoffentlich diese Taufe.

Es handelt sich um unkomplizierte, schnelle Sommerküche und ein weiteres Rezept für Zucchini, derer man bekanntlich nicht genügend haben kann. So, wie ein Salat-Plus-Essen immer eine meiner liebsten Gerichte sein wird, wenn es heiß ist. Die kommen bestimmt wieder auf den Tisch.


Zutaten 2P/ 4 Stück:

ca. 400-450g Zucchini (m: mittlere Größe)
1 Ei (Größe L)
30g Mehl (halb Einkorn VK/ halb D1050)
1/4 TL Back-Pu
70g Käse (m: Tomme de Brebis)
Kräuter (m: 1/2 Bund Petersilie/ Rosmarin/ Thymian)
1 Frühlingszwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl 


Zubereitung:

Zucchini halbieren, das wattig-kernige Innere etwas entfernen (m: nur wenig entnommen, weil meine Zucchini knackig und frisch war) , die Zucchini grob reiben, salzen, gut vermengen und ca. 10min Wasser ziehen lassen. Dann die Zucchini gut ausdrücken.

Den Backofen auf 180° (Umluft) vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Das Mehl mit dem Back-Pu und dem Ei mit Hilfe eines Schneebesens verrühren. Die Frühlingszwiebel sowie die Kräuter fein wiegen, den Knofi fein hacken.

Nun alle Zutaten miteinander vermengen, den gut ausgedrückten Zucchini mit dem Rest.

Das Backpapier mit Olivenöl bepinseln, die Teigmenge vierteln, mit feuchten Händen (oder einem Löffel) auf dem Backpapier setzen und zu 4 Teigfladen verstreichen, die zwischen 0,5 und 1cm dick sind. Mit Olivenöl beträufeln und für etwa 20-25min goldbraun backen.

Inspiration: Youtube

 

Finals: Pasta mit Paprika-Tomaten-Sugo und Zucchini-Bällchen

Sonntag, 18. September 2022


Wer sich von unbedeutendem Tingeltangel nicht blenden, ablenken oder abziehen lassen will, der sollte nach der übergeordneten Ebene suchen: der Wesensebene. IMMER die optimale Perspektive. Dort findet sich die Erklärung nach dem *Wozu das Ganze*. Heute wirds inhaltlich etwas schwergewichtiger - mal gucken, wenn ich dabei nicht abgehängt bekomme...

Man kann Menschen spinnert finden, die Claus Schwabs Great Reset-Gedanken folgen wollen. Aber die vierte industrielle Revolution wird man schwer verneinen können, sie ist im vollen Gange. Industrie 4.0 bezeichnet die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie. Oder aus dem DF-Artikel: Die Fabrik der Zukunft ist geprägt durch die vierte industrielle Revolution. Die erste ersetzte Handarbeit durch die Dampfmaschine. Die zweite ging mit Fließband und Massenproduktion einher. Die dritte war die digitale Revolution. Und in der vierten kommunizieren nicht mehr Menschen, sondern die Dinge miteinander über das Internet.

Was mich dabei interessiert, ist die Rückkopplung auf den Menschen sowie die zukünftigen Aussichten in diesem Hinblick auf menschliches Dasein. Womit wir bei dem Begriff Transhumanismus gelandet wären - den meisten mehr oder weniger bereits geläufig.

Zu diesem Thema habe ich nun mehrfach Prof. Dr. Paul Cullen zugehört - Humanmedizinier, Facharzt für innere Medizin und Labormedizin, Schwerpunkte in Biochemie/ Molekularbiologie/ Epidemologie, Laborleiter in Münster, geboren in Dublin und daher mit einem sehr charmanten Aktzent in seinem hervorragenden Deutsch - alles unterlegt von seinem Interesse an den ethischen Aspekten der Biomedizin.

Ich schicke das voraus, weil ich jemandem mit einer solchen Reverenz lieber zuhöre als irgendeinem Grafvonwichtig-Sience Fiction-Fan. Ich finde es spannend, wenn ein Mediziner sich dieses Thema zur *Marotte* macht (wie er es selbst bezeichnet) - zudem ist mir Prof. Cullen einfach sympathisch, der steht auf dem Boden, ist klar und glaubwürdig. Das kann man ja nicht von jedem sagen...

Ich mag nur ein paar Aspekte herausgreifen zur Idee der Verschmelzung Menschen-Maschine. Obwohl es sich lohnt, Cullens Ausführungen ganz zu folgen (Referenz s. unten), denn er bettet den Transhumanismus geschichtlich und medizinisch ein, benennt Stufen und Methodik. Letztere liegen nach Cullen vier Kerntechnologien zugrunde: Gentechnologie, Robotik, Künstliche Intelligenz (KI-) Computertechnologie, Nanotechnologie - (interessanterweise gleichzeitig ebenso Kerntechnologien des Militärs). Wie weit man es für möglich hält, die Grenzen des Menschsein zu sprengen, hängt eng damit zusammen, wie man *Mensch* definiert, welche Auffassung man von *Mensch* hat. Und zunehmend auch, in welchen Dienst die Wissenschaft gestellt wird. Bezogen auf den Transhumanismus wird nach Cullen das Vokabular der Wissenschaft missbraucht, um ideologische oder neo-religiöse Impulse zu transportieren.

Für mich zeigt sich wieder die zunehmende grundsätzliche Zweiteilung - worauf ich zuletzt bei dem Artikel zu James French  hinwieß (bon, oder bei den Gedanken zum analogem Leben). Für die einen ist Bewußtsein nichts anderes als Datenauswertung (s. etwa auch *Maschinen wie ich* von Ian McEwan, der der Künstlichen Intelligenz Willkür und Irrationalität als Beweggründe menschlichen Handelns gegenüberstellt). Für die anderen hingegen stellen Bewußtheit oder Gedächtnis rein geistige Phänomene dar, die sich wissenschaftlichen Untersuchungen entziehen (wie etwa der Dalai Lama s. die Gedanken hier dazu). Ja, letztlich kommt man hier auf die entscheidende Basis zurück, meinen Artikel zur Polarität: Geist und Materie - wie von Magneten zieht es die unterschiedlichen Menschen entweder mehr zu dem einen oder dem anderen Pol.

Für #TeamEsprit möchte ich einen weiteren Begriff ins Feld führen, die Eschatologie, einen recht jungen Begriff für eine uralte Vorstellung, nämlich dass alle Dinge nach Vollendung streben; dass ein Sinn hinter allem Verborgen steckt; dass die Erde mit einem konkreten Ziel vor Augen erdacht wurde. Oder dass einem bestimmten Beginn ein entsprechendes Ende zugrunde liegt. Was ihr euch aus dieser Vorstellung rauszieht oder mitnehmt, das will ich eurem Geist, eurer Imaginationskraft, eurem Wünschen, eurem Streben offen lassen... Aber ich sag mal so: Maschinenmenschen, die andere Planeten auf die gleiche Weise wie die Erde ausschlachten, schließe ich für #TeamEsprit als höchste Entwicklungsstufe aus.


Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlst. (Friedrich Schiller)

 

Quelle: Wer mag, kann sich das Inverview auf Odysee anhören oder einer Zusammenfassung davon lesen in diesem Artikel im Katheon-Magazin.

 

 

Zigfach habe ich die Zucchini-Kugeln gerollt. Jedes Jahr habe ich scheinbar ein anderes, kulinarisches Thema, an dem ich mich abarbeite. Gerade sind es Gemüse-Bällchen (s. Roule ta boule). An diesen Zucchini-Bällchen hat mich von Anfang an ihre Einfachheit fasziniert. Gestört aber hat mich, dass das Kichererbsenmehl sie recht trocken macht. Meine Version braucht nicht zwingend viel Sauce, um sie genießbar zu machen, dafür werden sie beim Braten aber nicht mehr ganz kugelrund. Pi mal Daumen kann man sagen: je fester die Grundmasse umso fester das Bällchen - aber auch umso trockener.

Hier werden euch die Bällchen noch öfters begegnen - die lassen sich gewürztechnisch ja wirklich wie ein Ball vor sich herspielen. Und mit Herbst-Kollege Kürbis wird außerdem noch experimentiert.

Für heute also eine Idee, die mit wildem Fenchel angereichert und mit Pasta serviert wurde.

 

Geschwister im Blog-Universum: Zucchini-Falafel


Zutaten 2P:

Bällchen:
125g Zucchini, grob geraspelt
75g Kichererbsenmehl
2 EL Öl
1 TL Tahini
Kräutersalz
Pfeffer
1 EL wilder Fenchel, feinst gewiegt
Piment d'Espelette
Olivenöl

200g Pasta (m: selbstgemachte Orcchiette/ Farfalle )
350g Tomaten (m: 1 coeur de boeuf-Tomate)
1 kleine, rote Paprika
1 kleine rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer
Harissa
1/4 TL Pimenton de la vera
1/2 TL Paprika-Pulver 
1/2- 1 TL Harissa
1 Pr Zucker
1 EL weißer Balsamico
2 EL Kokos-Crème 
Koksfett 

 


Zubereitung:

Für die Sauce die Tomate(n) mit kochendem Wasser übergießen und dann häuten. Zwiebel und Knofi fein würfeln. Die Paprika mit dem Sparschäler von der Haut befreien und in Würfel schneiden.

Zwiebeln und Knofi im Kokosfett glasig dünsten. Dann Paprika-Pulver und Pimenton und mitrösten. Tomaten und Paprika zufügen, außerdem die Kokoscrème und bei aufgelegtem Deckel und sanfter Hitze etwa 15min weich köcheln lassen. Pürieren, salzen, pfeffern. Und abschmecken mit etwas Zucker (je nach Qualität der Tomaten), Harissa ( je nach gewünschter Schärfe) und dem weißen Balsamico. Pürieren.

Parallel die Bällchen herstellen. Dafür die Zucchini grob raspeln. In einer Schüssel mit den Gewürzen, Öl, Tahini und dem Kichererbsenmehl mischen, nochmals abschmecken und mit feuchten Händen zu 10 Kugeln formen. In heißem Olivenöl rundherum goldbraun braten.

Währenddessen die Pasta in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, abtropfen lassen und mit der Sauce vermengen. Anrichten mit den Zucchini-Bällchen und servieren.

Wer mag, reicht noch Parmesan dazu.

Inspiration: mal wieder Susanne von Magentratzerl


blühender, wilder Fenchel

kleine, wilde Horde - Rote Bete Kugeln mit Grünkern und Salzzitrone

Donnerstag, 11. August 2022

 

Wenn die Stadtmaus im Sommer für eine Landpartie aufbricht und ihre gewohnte Umgebung verläßt, dann tut sie das mit vielen romantischen Vorstellungen im Gepäck: sie träumt vom Barfußlaufen, davon, auf der Terrasse zu frühstücken oder mit offenem Fenstern zu schlafen, von frischer Luft und Stille, Grillengezirpe und Sternschnuppen.

Ja, nickt, die Landmaus, alles richtig, genau so isses, richtig ausgemalt - es wurde lediglich das Prinzip des Ausgleichs vergessen. Denn diesem Planet liegt das Schöpfungsmodell der Polarität zugrunde. Harmonie und Idylle offenbaren sich nur punktuell. Damit einem bei den warmen Temperaturen nicht zu wohlig wird, schwärmt eine Heerschar von kleinen bis winzigen Wilden aus, die alle schwererziehbar sind: Fliegen, die mit bewundernswerter Präzision und gleicher Beharrlichkeit, sich wieder und wieder auf ein und die selbe Stelle setzen können (beim Kochen in der Küche gerne irgendwo an der Wade), Ameisen, die ihre Kolonien in Strassen durch die Wohnung schicken, der Sierenenton von Stechmücken, der direkt auf die Großhirnrinde zielt, Kellerspinnen, die in Waschbecken stranden, Wespen, die Angriffe fliegen, sobald das erste Marmeladenbrot gestrichen ist, im Dachgebälk ein nacht- und hyperaktiver, polternder Siebenschläfer, Teddybär-äugig, der auf Großwild macht, Hornissen, Spinnenläufer, Schlangen uswusf...

Davon wird die Stadtmaus überrascht und fühlt sich schnell sehr gestört. Das kennt sie so nicht mehr, darauf war sie nicht vorbereitet, das hatte sie sich anders vorgestellt. Hmm, nickt wiederum die Landmaus, die das Szenario samt Unbehagen bereits kennt, ja, wie darin eingeschlossen - bien sûr - die ganze einschlägige Kleinplage, aber so geht nun mal Sommer: die Natur lebt. Es bleibt nur, sich damit zu arrangieren. Die Alternative wäre, mit der Chemiekeule zurückzuschlagen. Oder mit dem ein oder anderen Life-Hack, der mal besser, mal schlechter funktioniert. Backpulver gegen Ameisen einzusetzen etwa - klappt bei mir nicht. Eine saubere Küche ist noch immer der beste Schutz vor ihren Autobahnen. Oder Moskitonetze: sie halten effektiv die Blutsauger ab - und gleichzeitig jeden frischen Windhauch. Sehr erheiterte uns mal das entdeckte KO-Spray gegen Schlangen, das in einer Apotheke verkauft wurde. Schlangen sieht man wirklich äußerst selten und wenn, dann sind sie schneller weg, als man gucken kann. Aber Angst ist halt ein gutes Geschäftsmodell, das wurde uns unlängst ja in aller Deutlichkeit vorgeführt... Wovor man sich zu schützen versucht, in dem man sich nachts von innen hier en pleine campagne einschließt, das habe ich allerdings noch nicht herausgefunden.

Ein Life-Hack wußte mir dieses Jahr zu imponieren. Er wurde uns in einem kleinen Resto demonstriert. Und zwar gibt man drei bis vier Löffel Kaffeepulver in ein feuerfestes Behältnis (z.B. Aschenbecher), zündet ein Streichholz an und legt es zu dem Pulver. Der Kaffee fängt nicht an zu brennen, er glimmt lediglich vor sich hin. Der entstehende Rauch mit seinem intensiven Geruch hält die Wespen fern. Funktioniert!

Wir benötigen einen solchen Kniff nicht, denn wir haben direkt neben unserem Terrassentisch ein Hornissennest. Bester Wespenausbremser überhaupt. Leider aber schlemmen die sonst so friedlichen Hornissenkameraden, mit denen ich regelmäßig zusammenstoße, weil wir ja um in den Garten und wieder zurückzugehen  den gleichen Weg benutzen, das reife Obst unserer Obstbäume und fressen viele Früchte an bis auf. Ohne je gestochen worden zu sein, damit alle Mutmaßungen ausgeräumt wären, das muss ich bestimmt dazu erwähnen. Bref,  ich sags ja: es hat alles eine Kehrseite. Oder um wieder auf den Sommmer zurückzukehren: irgendetwas kitzelt, kribbelt, krabbelt und schwirrt immer.

 

 

Das heutige Gericht passt zu den heißen Temperaturen. Aber Vorsicht: schmeckt gesund! Also das kann man schon mal machen, Bälle zu formen anstelle daraus Bratlinge zu basteln, aber ich sags lieber gleich dazu. Wir sind doch Gemüse-Frikadellen deutlich mehr gewohnt (ein Ei darunter gezogen, Patties geformt und dann ab in die Pfanne zum Anbraten) - ich vermute daher, dass uns die gewohnte Version besser gefallen hätte.

So aber war es tatsächlich ein leichter, frischer Sommerteller mit buntem Salat - in der Art der Raffaello-Werbung, ihr wißt schon, alles ganz luftig und unbeschwert. 


Zutaten - ca. 10 Kugeln*:

eine rote Bete (m: mittlere Größe aber mit Grün)
1 Karotte
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Salzzitrone, die Schale davon
2 Zweige Rosmarin
1 TL Kreuzkümmel
100g Grünkern-Schrot
1 EL geschroteter Leinsamen
1/4 TL Pimenton de la verra
Kräutersalz
Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl 
150ml Gemüsebrühe

Sauce:
300g Zucchini (m: hellgrün-schalig)
wenig Gemüsebrühe
50ml Kokos-Crème (nicht -milch)
Kokosfett
Raz-el-Hanout
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zwiebel und Knofi fein würfeln. Rote Bete schälen, Stiele und Grün waschen und trocken schleudern, die Karotte bürsten, die Rosmarinnadeln von den Stielen entfernen und fein wiegen. Rote Bete sowie die Karotte in einen Hexler geben. Das Fett in einem Topf erhitzen und die Zwiebel mit dem Knofi darin glasig braten. Das Gemüse zufügen und kurz mitrösten.

Dann den Grünkernschrot und außerdem die Gewürze und den Leinsaat (außer der Salzzitrone) zufügen, die Gemüsebrühe anschütten und alles bei aufgelegtem Deckel ca. 15min sanft köcheln lassen. Dabei immer wieder umrühren. Gegen Ende aufpassen, dass die Masse nicht anbrennt (gegebenenfalls noch etwas Flüssigkeit zufügen). Die richtige Konsistenz ist erreicht, wenn alles beginnt anzuhängen - dann noch ein bißchen weiter kochen lassen.

In eine Schüssel umfüllen und etwas auskühlen lassen, kleingeschnittene Salzzitrone untermischen. Nochmals würzig abschmecken. Dann etwa 10 Kugeln daraus formen und wer mag wälzt sie noch in einer Saaten-Nuss-Mischung (brauchts aber nicht wirklich).

Nebenher die Zucchini-Sauce zubereiten. Dafür das Kerngehäuse der Zucchini entfernen, das Zucchinifleich kleiner schneiden und im Kokosfett zusammen mit dem Raz-El-Hanout anbraten. Dann Brühe samt Kokoscreme angießen und bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel gar kochen. Pürieren und abschmecken

Anmerkung m: 3 Kugeln pro Personen reichen, um sich satt zu fühlen.

Inspiration: Syl  Gervais - Blog

 

vom anderen Trupp: der Hummelschwärmer, der Bruder vom Taubenschwänzchen