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Frühlingserwachen: Frühlingssalat mit Löwenzahn und Quinoa

Sonntag, 7. März 2021


*Warum fotographierst du eigentlich nie den Salat?* fragte der Habib schon oft, weil Salat gibt es fast täglich bei uns. Tja, mache ich ja manchmal. Bei all den Salat-Plus-Gerichten etwa. Aber so riesig unterschiedlich sind meine Salate nicht. Vermutlich lenke ich den Fokus deshalb selten darauf.

Der heutige Salat soll euch in erster Linie dazu animieren, vor die Haustür zu gehen und euch quer Feld ein durch die Natur zu schlagen - viel mehr darf man ja gerade eh nicht machen. Wobei mancherorts jetzt bereits der Wald wohl schon Schaden nimmt durch die vermehrten Ausflügler und Stadtbesucher während des Lockdowns. 

Kinners, ihr solltet euch wirklich konzentrieren aufs Atmen und Arbeiten. Und Überleben und Totstellen. Jetzt auch noch den Wald kapputttrampeln - also ehrlich!

Sorry, aber irgendwie greifen bei mir all Durchhalte-Parolen gerade nicht mehr. Und ich wünschte, ich würde zu all jenen zählen, die an die Allheilsversprechungen der Massenimpfungen glauben können. Aber woher sonst das Lichtlein nehmen? Im Gegenzug würde ich euch ja gerne erzählen, dass sich die Natur dank Lockdown sichtbar erholt. Dann hätte der ganze Mist ja eine positive Kehrseite. Aber zumindest was die Vögel betrifft, kann ich das leider überhaupt nicht behaupten. Und meine Beobachtungen - immerhin aus Frankreichs größtem und ältesten Naturschutzpark -  werden unterstützt von NABU (via Petra). Es zwitschert auffallend weniger in diesem Frühling. Klingt irgendwie symbolisch, oder? Immerhin hört man die Verbliebenen besser, denn es ist nachwievor stiller im Tal als sonst/ früher.

Also legen wir das Augenmerk aufs Unkraut - darauf wollte ich hinaus. Unkraut vergeht schließlich nicht. Und Löwenzahn schießt jetzt allerortens wie Unkraut aus dem Boden. In Frühjahreskuren - schreibt eines meiner Lieblingskräuterbücher *Heilpflanzen der traditionellen Europäischen Medizin* (coucou Robert) darf der Löwenzahn nicht fehlen. Er ist ein Universalreiniger der Bauchorgane, der die Säfte wieder zum Fließen bringt, der die Bauchspeicheldrüse reinigt, Pestizidbelastungen entgegenwirkt und Fettsucht bekämpft. Sprich: bei Winterfettpölsterchen an Hüfte, die man einer Leber/Galle-Schwäche verdankt, ist Löwenzahn die Pfanze der Wahl. Und ich vermute, dass die Leber so mancher diesen Winter mehr zu tun hatte...

Mein Youtube-Algorithmus (Super Sache das) hat mich auf folgenden Kanal aufmerksam gemacht: Buschfunkistan - samt deren neuesten Film *Frühlingserwachen der Wildkräuter*. Mit denen lasst sich doch hervorragend durchs Unterholz robben. Vielleicht reicht euch ja bereits die Theorie. Wenn nicht: Löwenzahn sollte auch an weniger *populären Ausflugsorten* wachsen (also für alle Städter). Alle anderen dürfen mit dem Messerchen gen Garten wackeln und sich selbst davon überzeugen, wie Frühlingserwachen schmeckt.

 

Zutaten 2P:

80g Quinoa
200ml Gemüsebrühe
1 kleiner Kopf Römersalat
1/2 Bund Radieschen
einige Blätter Radieschen-Grün
Ruccola
Löwenzahn
Pimpinelle
1 Avocado*
3 EL Olivenöl
2 EL Rotweinessig
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
 
 Zubereitung:

Den Quinoa in der kochenden Gemüsebrühe aufsetzen und ca. 12-15min sanft köcheln lassen - dabei immer wieder umrühren. Flamme ausstellen und weitere 10min quellen lassen.

Den Salat und die Salatkräuter waschen und trocken schleudern. Salat und Salatkräuter gegebenenfalls etwas kleiner rupfen/schneiden.

Avocado halbieren, entkernen, schälen und klein würfeln. Die Radieschen waschen und auf einem V-Hobel in feine Scheiben schneiden. Salat, Salatkräuter, Avocado und Radieschen miteinander vermengen. Ebenso den Quinoa zufügen

Aus den letzten vier Zutaten eine Vinaigrette rühren und den Salat damit marinieren.

Anmerkung m: ersatzweise Petersilie, Koriander, Minze... - was euer Garten hergibt/ Avocado ist mittlerweile eine der Früchte, die man (leider) nicht zu oft konsumieren sollte: ihr Anbau erfolgt sehr oft unter fragwürdigen Bedingungen.

Inspiration: Essen und Trinken

 

bald auch eine kleine Sensation weil so selten geworden: die Hummel
 

clichés franco-allmands: Kohlrabicremesuppe mit Radieschen

Mittwoch, 3. März 2021


Verallgemeinernde Urteile stimmen ja selten bis nie. Und kurioserweise ist ab und zu doch was dran. Als die Hälfte eines Paars mit Altersunterschied kenne ich mich damit aus, denn ich bin äußerst geübt im Umgang mit den stets gleichen Vorurteilen. Funktioniert wie ein Idiotendetektor - ich hatte es davon - oder wie ein grobes Raster, durch das all jene sausen, die nicht richtig hinsehen wollen und/ oder sich von ihren liebgewonnenen, vorgestanzten Bildern halt nicht trennen können.

Was will man auch machen? *Die Welt urteilt (nun mal) nach dem Scheine* (Goethe). Und außerdem macht es manchmal einfach Laune, in hohen Bögen gedanklich zu pauschalisieren ohne Rücksicht auf einzelne Befindlichkeiten - das sei allen gegönnt. Klischées entstehen durch eine gewisse Befremdung und werden getragen durch eine anhaltende Distanziertheit. Entschieden muss man für sämtliche Klischées alles Individuelle rigoros herauskürzen. Ich behalte mir vor, höchstpersönliche Eindrücke zu schildern, die keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben (sonst heißt es nachher noch, ich wäre tendenziös ;O).

Aber versuchen wir es zu Anfang unbedarft. Besonders gut lassen sich Urteile nämlich dann fällen, wenn man etwas/ oder jemand frisch kennenlernt. Zuerst fällt immer das ins Auge, was anders ist. Gerade im Vergleich.

Gelten die Fränzis aus deutscher Sicht als lockerer, chaotischer, lebendiger, lebenslustiger und mit ausgesprochenem Hang zum Protestieren, so werden umgekehrt die Deutschen als eher steif, kühl, kleinkariert, streng und Regel affin wahrgenommen. Wer Lust hat, sich in die Materie ein wenig einzuhören, dem empfehle ich den Youtube-Kanal Easy French und zum einschlägigen Thema deren Filme Was Franzosen über Deutsche denken und umgekehrt Was Deutsche über Franzosen denken.

Mir kam zum Thema deutsch-französisches Verhältnis mein Ex-Freund in den Sinn. Als mich mein strahlender Surferboy zum ersten Mal am Theater abholte, meinte eine Kollegin ganz beeindruckt: *Da hast du dir ja einen richtigen Sunnyboy geangelt*. Attraktiver Lausbub halt! Eine Freundin, die mit uns im Auto unterwegs war, als er hinterm Steuer saß, nannte ihn anschließend *Sorry*, weil er lächelnd  und beständig in alle Richtungen winkend die Verkehrsordnung zu seinen Gunsten auslegte und für all jene, denen er damit die Vorfahrt nahm, ein freundliches *Sorry* hatte. Wieder eine andere Freundin gab ihm den Spitzname *Easy*, weil er ohne Schwierigkeiten in lässiger Achtlosigkeit über alles hinweg sehen konnte - schlicht weil er nur sich selbst ernst nahm. Nie war das Ressonanz-Prinzip anschaulicher, wie wenn er sich im Bach vor den huschenden Wasserläufern vor Ekel nur so schüttelte. Er kam - wenn überhaupt - nie pünktlich, hielt Abmachungen aller Art etwas für Kleingeister, war unordentlich und maximal unzuverlässig, dabei meistens gut gelaunt, verschwenderisch und sehr spontan. Ein Flatteur, der es liebte in etwas zu schwelgen oder für etwas zu schwärmen und es ablehnte, sich einzufügen, unterzuordnen oder zu bescheiden. Ein eloquenter Redner mit Witz und Schlagfertigkeit, ein arbeitsscheuer Berufsurlauber, ein Pfuscher, ein Hochstapler und Schmarotzer, ein Chameur mit Klavierspielerhänden und Käsefüßen. Tja, und ich kann mir nicht helfen: er versprühte irgendwie südfranzösisches Flair...

 



Nun, es ist das eine, eine stürmische Affaire zu leben, das ganz andere ist der Alltag einer Beziehung (das warf ich schon Anna Gavalda vor in *Ich habe sie geliebt*). Oder eben auch etwas anderes, als miteinander zu arbeiten: *je vous appellerai* etwa nutzt man geschäftlich im Sinne von *Auf Wiedersehen*!

So ist es ganz normal, dass es einen riesigen Unterschied macht, sich mit anderen deutschen Expats über Fränzis zu unterhalten (derer es hier wie überall auf der Welt sehr viele hat) oder mit unseren Feriengästen. Unsere deutschsprachige Feriengäste sind die zauberhaftesten Frankreich-Fans, die man sich vorstellen kann, und deren Begeisterung durch den zusätzlichen rosa Urlaubsbrillenfilter nur verstärkt wird.

Aber um mal ein paar Stereotypen aufzubrechen (ich will ja schließlich auch meinen Spaß), so sind wir Deutschen allgemein toleranter und aufgeschlossener gegenüber anderen Kulturen, die unsere Sprache nicht sprechen - da können Fränzis ja gewaltig die Nase nach oben strecken. Außerdem sind wir sehr wendig im empathischen Mitdenken. Bürokratie ist in beiden Ländern ähnlich umfangreich wie lästig - nur kann man in F auch mal Fünfe gerade sein lassen. In Deutschland spricht man die Dinge direkter an sans tourner autour du pot/ ohne um den heißen Brei zu reden, wies die Fränzis gerne machen - aber auch, weil die französische Sprache reicher ist in ihrer finesse du detail (weshalb sie so schwer zu erlernen ist). Gerade Fränzis aus dem Süden können selbst mit Wildfremden direkt losplaudern, während wir Deutsche deutlich länger brauchen, um *zwischenmenschliche Betriebstemperatur* zu erreichen. Französische Beziehungsfilme sind irgendwie immer anstrengend und ziehen ihre Inspirationen aus Chauvinismus und überreizter, weiblicher Hysterie (nicht von ungefähr zählt F zu den führenden Länder im Bedarf für Psychopharmaka). Zum elitären, nationalen Selbstbewußtsein wird in Frankreich unverholender gestanden, erreicht aber die gleiche Höhe wie das der Deutschen, die damit nur gschamiger umgehen. Und für mich besonders überraschend: Fränzis selbst bezeichnen ihre Landsleute gerne als Volk der Dauernörgler.

Um aber keine Zweifel offen zu lassen - Muttersprache hin oder her - : ich lebe VIEL lieber und VIEL freier in Frankreich! Nicht nur wegen dem gepflegten Durcheinander, all den öffentlichen Klohäuschen, dem entspannten Einkaufen, der Minute mehr für die Begegnung oder der fratérnité mancher. Ganz (un)parteiisch schwärme ich, dass Frankreich einfach unglaublich schöne Landschaften beheimatet, die sensationelle, regionale Produkte hervorbringen! Und ich bin mittlerweile so gut akklimatisiert, dass auch ich ohne mit der Wimper zu zucken über rote Ampeln gehe, wenn nirgends ein Auto zu sehen ist. Nicht zu vergessen die französische Kleinkunst und die wundervollen, französischen Chansons. Vielleicht muß man dafür mal auf einem französischen Dorffest gesessen haben, wenn alle zusammen in einen der vielen Chansons einstimmen, die Volksgut sind und die mit der Mutterbrust aufgesogen werden - das sind magische Momente mit Gänsehaut-Garantie. 

 


 

Die Radieschen stammen erkennbar aus dem Treibhaus: ihr Grün ist dadurch besonders zart.  Denkt also bei einem schönen Bund Radieschen momentan auch an das feine Pesto, das man aus seinen Blättern machen kann! 

Die süßsauren Radieschen bilden einen schönen Kontrast zu der lieblichen Kohlrabicremesuppe - das passt super. Unser Kohlrabi musste dringend geernet werde: zum einen, weil der drauf und dran ist zu schießen, zum anderen weil er der Erbsensaat weichen sollte! Ansonsten gilt: darauf achten, dass die Konsistenz stimmt - nix wichtiger bei einer guten Suppe, als dass sie weder zu dünn noch zu sämig ist!


Zutaten 2P:

Süßsaure Radieschen:
6 Radieschen
1 TL Zucker
4 EL Rotweinesig
2 TL Grenadine 
 
Suppe:
1 Schalotte
350g Kohlrabi
1 Stich Butter
100ml Portwein (oder Noilly Prat) 
300ml Gemüsebrühe (evt. plus) 
80ml Sahne
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Muskatnuss-Abrieb
etwas Zitronensaft
1 Pr Zucker
etwas Haselnuss-Öl
 
 
Zubereitung:

Die Radieschen vom Grün befreien (aufbewahren für Pesto oder Salatbereicherung) und mit dem V-Hobel in feine Scheiben hobeln. In einem kleinen Topf Rotweinessig und Zucker kurz aufkochen, damit sich der Zucker auflöst, dann das Grenadine zufügen und noch warm über die Radieschenscheiben geben. Mindestens eine halbe Stunde marinieren lassen, währenddessen immer mal wieder mischeln.

Dann die Suppe auf den Weg bringen. Dafür die fein gewürfelte Zwiebel in der Butter glasig dünsten. Den Kohlrabi schälen und in etwa 2cm große Stücke schneiden und ebenfalls kurz mit der Zwiebel zusammen mitdünsten. Mit Portwein ablöschen und etwas einreduzieren lassen. Gemüsebrühe zufügen und bei sanfter Hitze etwa 15min bei geschlossenem Deckel gut weich köcheln lassen. Sahne zufügen und weitere 3-4min kochen. Nun sehr fein pürieren (wer mag, streicht die Suppe zusätzlich durch ein Sieb/ m: nicht gemacht). Abschmecken mit Salz, Pfeffer, Piment, eine Prise Zucker, Muskat und Zitronensaft.

Die Suppe auf zwei Teller verteilen und mit den Radieschen garnieren. Zusätzlich mit etwas Haselnussöl (oder Kürbiskernöl) beträufeln. (m: getoppt mit etwas Knoblauchgrün)

 
Inspiration: Essen und Trinken
 
 


Um sich zumindest ein bißchen einfühlen zu können, stelle ich euch einen Lieblingschanson des Habib unten ein, den ich auch absolut spitze finde... wie vemutlich fast ausnahmslos alle Franzosen.

 

Frühlingsbote: Radieschensalat mit Mohndressing

Sonntag, 18. März 2018


Eigentlich ist es schon noch ein bisserl früh für die weltersten Radieschen 2018. Und diese da sind definitiv keine Outdoor-Knirpse - das habe ich ihnen sofort angesehen. Aber weil man sie mit Haut und Haaren essen kann, wollte ich beim letzten Marktbesuch nicht widerstehen, als sie so fröhlich unter all dem Kohl hervorlächelten.

Und gerade das zartere Grün, das nie von echten Stürmen vor der Haustür geschüttelt wurde, sondern immer in der warmen Stube des Gewächshauses bleiben durfte, bietet sich hervorragend an für das Blog-Buster Radieschenblätter-Pesto - wozu es selbstredend verwandelt wurde und auf das ich jährlich zurückgreife.

Als Auftakt für diese Radieschen-Saison habe ich mir diesen Salat ausgesucht, den Susanne vor kurzem vorgestellt hat. Schlicht, fein, harmonisch, ungewöhnlich. Jetzt muß sich nur noch der Frühling durchsetzen!


Zutaten 3-4P:
200 g Radieschen
fleur de sel

Dressing:

2 EL kalt gepresstes Rapsöl
1 TL Zucker
1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
1/2 TL Dijonsenf
1/2 EL Mohnsaat
Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung:

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen - später wird mit dem fleur de sel noch gesalzen.

Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden - idealerweise mit einem Geüsehobel (ich stehe auf den von Börner).

Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben. Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen.



Gedächtnisforschung: Sellerierisotto mit Rettich und Sojasauce

Freitag, 24. März 2017

Wie Gedächtnis funktioniert finde ich faszinierend. Ein Mysterium. Ich selbst bin mir in kleinen Feldforschungsarbeiten selbst ein Buch mit sieben Siegeln. Warum bleibt das eine kleben und anderes wird durchgespült wie Meerwasser durch eine Muschel? Ja, da merkt man direkt, dass das Thema *Gedächtnis* verhakt ist mit *Wahrnehmung*, *Achtsamkeit*, *Aufmerksamkeit* oder *Bewußtsein*. Ebenfalls ganze Fässer.

Das eigene Interesse dünkt mir ebenfalls schwer verwoben mit dem Gedächtnis, denn es springt einem ja nur ins Auge, was irgendwie auch wiederum was mit einem selbst zu tun hat. Gut, manches kreuzt zufällig unsere Wege, aber was davon bleibt haften. Und wie lange? Sehr, sehr rästelhaft, das Ganze. Das lehrt selbst die Wissenschaft das Tänzeln...

Worüber ich mich allerdings überhaupt nicht wundere, ist, dass ein Rettich auf der Markttischauslage von meinem Gehirn verknüpft wurde mit diesem Risotto von Kathi . Rettich! An dem sehe ich normal immer vorbei. Aber als würden in meinem Kopf Memory-Karten hin und her geschoben und die zwei gaben für meine Synapsen sofort ein glattes Pärchen. Von Kathis Tisch würde ich sowieso alles essen und grundeigentlich könnte ich ein kleines Risotto-Buch herausgeben als Risotto-Liebhaberin der ersten Garde.

Ganz mit Kathi: eine oberköstliche Kombi, von der ein ausgewachsener Mensch locker 70g Risottoreis verdrückt. Aber sowas von locker...

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
200g Sellerie-Knolle
140g Risotto-Reis 
1 Lorbeerblatt
75ml Noilly Prat
Gemüsebrühe
Parmesan
1 Stich Butter 
5 Blätter Salbei
1 1/2 EL Soja-Sauce
1 EL Olivenöl
1 EL Zitronensaft
1 gute Prise Zucker
1 Rettich 

etwas Kresse durch Deko

Zubereitung:


Sellerie putzen, schälen und in 5 mm dicke Würfel schneiden. Zwiebeln fein würfeln. Lorbeerblatt mehrmals einreißen und in einem Topf mit der Gemüsebrühe erhitzen.

Rettich schälen und quer in sehr dünne Scheiben hobeln oder schneiden. Sojasauce mit Zitronensaft, Zucker und  Öl verrühren und den Rettich darin ziehen lassen.

Butter und restliches Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze 2-3 Minuten glasig dünsten. Reis zugeben und 1 Minute mitdünsten. Selleriewürfel zugeben und 1 Minute mitdünsten. Mit Wermut ablöschen und stark einkochen lassen. Mit so viel kochender Brühe aufgießen, dass der Reis knapp bedeckt ist und unter Rühren offen 16-18 Minuten garen (gegebenenfalls noch etwas Brühe nachgießen). Kurz vor Schluss leicht mit Salz und Pfeffer würzen.

Salbei in feine Streifen schneiden. Risotto beiseitestellen, Salbei, restliche Butter und Käse unterrühren und 2 Minuten ziehen lassen. Risotto in vorgewärmten Tellern mit dem Rettichsalat servieren.

äußerlich grün: Tarte mit Spargel, Erbsen, Ziegenkäse und Pesto

Montag, 30. Mai 2016

Die Erwartungshaltung, dass Schule vorbereiten soll, das Leben eigenverantworlich in Freiheit zu führen, wie man es sich wünscht, hat sich für mich nicht erfüllt. All die vielen auswendig gelernten Details, die zusammengesetzt kein Ganzes, noch nicht ein mal ein Puzzel ergeben - ein mosaikhaftes Stückwerk ohne roten Faden. Danach hatte ich die Schnauze so richtig dicke von aller Theorie. *Was man schwarz auf weiß besitzt, dass kann man getrost nach Hause tragen*. Und dort zum anderen Papier im Regal einsortieren. Ich wollte Praxis.

Dass mich das Leben nach vielen Kurven dennoch an die Uni verfrachtete, überraschte niemanden mehr als mich. Und neben der Erfahrung, dass mir studieren um Welten einfacher fiel als die Schullaufbahn, verdanke ich der Zeit dort vor allem aber eines: ich bin gefeit vor allem Dünkel! Kein Professorentitel noch eine andere here Auszeichnung vermag mir seither Hochachtung oder Ehrfurcht einzuflößen. 

Es wird überall nur mit Wasser gekocht. Und gerade der Status höherer Bildung dient leichterdings und hervorragend zur schmucken Maskarade. Und geht zudem nicht zwangsläufig einher mit überlegener Intelligenz. Über diesen Mehrwert des Studiums bin ich froh. Ich gebe zu, das klingt nahezu blasphemisch. Doch eben diese Erkenntnis birgt für mich eine größere Freiheit, ja Unbefangenheit im Umgang mit Menschen. Äußerlichkeiten vermögen mich weder einzuschüchtern noch mich zu einem Urteil zu verleiten, welches an irgendeinen gesellschaftlichen Rang geknüpft ist. Das Maß aller Dinge kann doch nur das Wesen, der Charakter sein.

Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muss in dir selber leben.

Wenn's deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.

Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können. 
(Theodor Fontane)

Die Ausbildung zur Anständigkeit, Redlichkeit, Wahrhaftigkeit, die Herzensbildung bleibt gänzlich *dir* überlassen und kann keine Universität, keine Institution, keine Gesellschaftsform noch eine Gemeinschaft für *dich* übernehmen. Was ich übernehmen kann, ist einen kleinen Vorschlag für eine weitere Tarte zu liefern -  so grün wie der grünste aller Monate, der Mai: mit grünem Spargel, Erbsen und dicken Bohnen. Verfrischt mit frischem Grün als Pesto aus Minze und Radieschenblätter.
Zutaten - längliche Tarteform 34cm x 11cm:

Tarteteig
100g Dinkel 1050
60g Dinkelvollkorn
80g Butter, in kleinen Flöckchen
Salz
2 EL Quark oder Joghurt
etwas kaltes Wasser

1 Ziegenfrischkäse (ca. 120g)
100g Erbsen
50g fêves (gepuhlt, geschält)
500g grüner Spargel
1/2 Limette, Abrieb davon
1 Pr Zucker
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
3 EL geriebener Parmesan
etwas Öl

3 Zweige Minze
1/2 Bund Radieschen
1 EL Holunderblütensirup
etwas Limettensaft
Salz, Pfeffer
2 EL Sonnenblumenöl
2 EL Haselnussöl 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Tarteteig homogen verkneten und mindestens 1 Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die gebutterte Form damit auskleiden. Für 20min in die Tiefkühltruhe stellen. Den Spargel putzen und schälen.

Den Ofen auf 200° vorheizen. Den Spargel mit Öl bepinseln und für ca 10min im Backofen garen. Währenddessen die Crème aus Ziegenfrischkäse, Erbsen und dicken Bohnen herstellen. Dazu alle Zutaten fein pürieren und mit Salz, Pfeffer, Zucker, Piment d'Espelette und Limettenschale würzen.

Den Tarteboden mit der Crème bestreichen. Die Spargelstangen dicht an dicht darauf verteilen und den Parmesan darüber streuen.

Im 190° heißen Ofen ca. 40min backen (falls die Tarte von oben zu dunkel werden droht: abdecken). Parallel dazu das Pesto zubereiten. Dafür das Radieschengrün zusammen mit den Minzblättern, Sonnenblumenöl, Holunderblütensirup und Limettensaft pürieren. Salzen, pfeffern und das Haselnussöl untermischen. Einige Radieschen fein würfeln.

Die Tarte nach dem Backen kurz ruhen lassen und mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden. Gemeinsam mit dem Pesto servieren und die feingewürfelten Radieschen darüber streuen.
Inspiration: Britta von Karmafoodra

deutsches Land: Reissalat mit Blutorange und Paprika

Mittwoch, 11. Mai 2016

Wenn Vielreisende zu jemand mutieren, der anderen seine Geschichten aufnötigt und die Welt erklären will, dann ist etwas schief gelaufen unterwegs.

Wenn aber Reisen benutzt wird, um an das kostbarste Elexier dieses Planeten zu gelangen, das da lautet *Erfahrungen*, dann gibt es für mich kaum einen vergleichbar guten Zugang. *Distanz schafft klare Gedanken* sagt man. Und genau das vermag Reisen. Dank dem gewonnenen Abstand kann Altbekanntes, Vertrautes, Selbstverständliches in einem komplett neuen Licht erscheinen. Ganz besonders flasht mich dabei die Rückkopplung auf einen selbst: das Selbstverständnis verändert sich damit parallel. Und ja, durch all die Eindrücke, die man selbst erlebt erfahren hat, erkennt man möglicherweise erst den hohen Wert von Erfahrungen. Sie stärken sehr in der eigenen Urteilsbildung und im eigenen Stand.

Nehme ich mal zur Veranschaulichung das Thema *Heimatland*, welches ganz und gar verwoben ist mit den unzähligen Selbstverständlichkeiten von Kultur und Tradition seit Kindheitstagen. Aus der Ferne betrachtet bietet Deutschland eine Vielzahl von Vorzügen. Abseitsreisen zählt  - dank 6 jährigem Auslandsaufenthalt mit gehöriger Außenperspektive - einige davon auf. 

Dennoch ist die Frage, wie schwer es ist, sich nach einer langen Reise wieder in Deutschland einzugewöhnen, nicht an den Haaren herbei gezogen. Denn in dem guten, warmen Selbstverständis als privilegierter Europäer gibt es einen Wehrmutstropfen. Genau jener, an dem gerade Reisende innig geleckt haben: die Freiheit.

Auch zu diesem Aspekt möchte ich jemand anderes zu Wort kommen lassen. Sie habe ich - wie solls anders sein - über das Reisen kennengelernt. Nämlich als wir einen Großteil des Winters auf Sansibar verbrachten und ich staunend aufgeklärt wurde, dass Sansibar einst *unter deutscher Schutzherrschaft* stand (komisch, Kolonialimus muß während meiner Schullaufbahn komplett aus dem Lehrplan gestrichen worden sein). So hörte ich auf der Insel zum ersten Mal von *Emily Ruete*. Emily Ruete wurde 1844 auf Sansibar geboren als Sayyid Salme, Tochter eines Sultan. Sie wächst als verwöhnte Prinzessin in dem Harem des Sultanpalastes auf bis zum Alter von 22 Jahren. Bis zu jenem Tag, als sie Heinrich Rute, einen Hamburger Handelsvertreter, kennenlernt. Und umgehend schwanger wird. Um dem Sultanhaus die Schande dieses Verhältnisses zu ersparen, flieht die Schwangere mit Heinrich und lebt mit ihm - fortan als Emily Ruete - in Hamburg. 

Nicht nur die Biographie von Emily Ruete liest sich faszinierend, vor allem ihre eigenen Bücher (*An arabian Princess between two worlds* und *Ein Leben im Sultanspalast* sind absolut lesenswert. (Empfehlung  ;). Nun zu dem Ausschnitt aus ihren Memoiren, zu dem ich euch eben führen wollte, nämlich jener, in dem Salme vor über hundert Jahren ihren Eindruck von Deutschland schildert:
*Hier merkte ich so recht, wie weit die vielbesungene Freiheit eigentlich geht. Die Polizei nimmt sich einfach das Recht, sich ganz unberufen in Familienangelegenheiten einzumischen. Meine Unzivilisiertheit mag Schuld daran sein, dass ich mich innerlich gegen eine solche Bevormundung sträubte, denn die Einheimischen finden zu meinem Erstaunen in dieser Art von Maßregelung absolut nichts Besonderes... Ganz unwillkürlich beschlich mich das Gefühl, als ob ich mich in einer streng geführten Anstalt, nicht aber in einem großen Staate befände. Alles ist so schablonenhaft geordnet und eingerichtet, dass das allergeringste Abweichen davon eine Strafe nach sich zieht. Alles, alles steht unter dem Gesetz, und die Paragraphen des letzteren sind fast so zahlreich wie der Sand am Meer.*

Ganz in eurer Freiheit steht, ob ihr euch zu diesem Reissalat verführen laßt und ob ihr an ihm irgend etwas deutsches ausmachen könnt. Mit importierem rotem Reis aus Madagaskar hat er uns ganz und gar überzeugt. Regelrecht seltsam, dass dies der erste Reissalat auf dem Blog ist... Da seine Verkostung etwas her ist, habe ich ihn in Klammern mehr an den Frühling angepaßt.

Zutaten:

140g Reis (m: roter Reis)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stange Sellerie
1 Karotte(oder 1/2 Bund Radieschen)
1 gelbe Paprika
1 EL Olivenöl
2 Blutorangen, filetiert
2 EL gehackte Petersilie
2 Hände voll Feldsalat (oder 1 Bund Rucola)
2 TL Tahini (Sesampaste)
2 EL Gemüsebrühe
3 EL Reisweinessig
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Zuereitung:

Die Zwiebel fein würfeln. Sellerie von Fäden befreien und ebenfalls fein würfeln. Die Paprika mit dem Sparschäler dünn von der Haut befreien und in kleine Streifen schneiden. Die Karotte putzen und zu feinen Julienne reiben. Den Knoblauch vom Trieb befreien und in fein hacken. In Olivenöl zusammen gar dünsten. Salzen und pfeffern.

Den Feldsalat waschen und trocken schleudern.

Den Reis in Salzwasser gar kochen. 
Die Blutorangen schälen und filetieren - den heraustretenden Saft auffangen, den Rest ausdrücken. Mit Gemüsebrühe, Sesampaste und Reisweinessig zu einem homogenen Dressing rühren und mit Salz und Pfeffer sowie Piment d'Espelette würzen. Alle Zutaten miteinander vermengen und servieren.
einer meiner liebsten Düfte: unser Orangenbaum blüht

Rote Bete-Radis-Salat

Freitag, 27. November 2015

Selten zeige ich unsere Salate, weil sich die Vinaigrettes doch sehr ähneln. So essen wir - unbemerkt aller Mitleser des Blogs - deutlich mehr Salat, als man meinen möchte.

Schön ist die Kombi von Rote Bete und Meerrettich. Und mir bietet es Gelegenheit, wieder auf die wirklich einfach herzustellende Meerrettich-Crème zu verweisen, die sich bis heute im Glas im Kühlschrank hält (über 9 Monate!!!). Sie verliert mit der Zeit lediglich etwas an Schärfe. Für mich wirklich eine praktische Sache, denn es erspart mir bei dem garstigen Wetter den Meerrettich frisch im Garten stechen zu müssen.

Wenn euch mal diese hübschen Winter-Radieschen auf dem Markt begegnen, dann greift zu. Sie schmecken im Prinzip ähnlich Radieschen und haben eine Hello-Kitty-Barbie-rosa Farbe. Ein Schmuckstückchen. Vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, warum ich für diesen Salat in der gleichen Farbfamilie geblieben bin (außer ein paar kontrastierenden Blättchen)...
Zutaten:

2 rote Bete
1/2 TL Kümmel
1 Lorbeerblatt
2 Winter-Radis
1/2 Granatapfel
einige Blätter Radicchio
1 Schalotte
1 EL Walnussöl
2 EL Olivenöl
2 EL Himbeeressig
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1-2 EL Pinienkerne, geröstet 

Zubereitung:

Die rote Bete mit dem Kümmel und den Lorbeerblatt in kochendem Wasser garen. Währenddessen die Vinaigrette herstellen. Dafür die Schalotte fein würfeln und mit Öl, Essig, Meerrettich und den Gewürzen mischen. Alles zu einer homogenen Sauce verqurilen. Unter kaltem Wasser die gekochte Rote Bete abschrecken und von der Schale befreien (ich mache das immer mit den Fingern) und in dünne Streifen schneiden. Noch warm mit der Vinaigrette mischen und mindestens 10min ziehen lassen.

Vor dem Servieren den in Streifen geschnittenen Chicoree sowie die Granatapfelkerne untermischen. Mit den Pinienkernen bestreuen.

Festtag II: Verlosung Börner V5 - Gurkensalat

Dienstag, 23. Juni 2015

Laut meiner Statistik ist es ja so, dass ihr mich hauptsächlich wegen dem Süßkram besuchen kommt. Was wiederum verallgemeinernd bedeuten würde, dass ihr euch lieber in die Küche stellt für Süßigkeiten, als für ein *vernünftiges* Gericht. Also zumindest nachdem ihr euch hier Anregungen gesucht habt. Echt jetzt?

Hey, die beste Naturkosmetik bleibt, wenn man viel frisches Zeugs ißt. Obst, Gemüse, Salat, Rohkost. Eben das, wofür man in der Stadt im Resto irgendwie unverhältnismäßig viel Geld hinlegen muss. Deshalb macht man sich das selbst. Wenn ich früher meine Oma auf dem Land besucht habe, dann gehörte zu den Highlights, dass sie mir über die Gurken (oder Tomaten) ein paar frische Kräuter aus dem Garten streute. So schlicht - so lecker.

Und grundeigentlich will ich euch ja tiefenpsychologisch-unauffällig in die Richtung beeinflußen, dass ihr Lust habt, euch was Frisches auf den Tisch zu zaubern. Einen schnellen Salat wie dieser Gurkensalat. Das muß gar nichts besonderes sein, aber ich verspreche euch, dass das eine kleine Frischzellenkur von innen ist. Dabei kann von Aufwand keine Rede sein.

Um euch dazu etwas zusätzlichen Rückenwind zu pusten, verlose ich ab heute den Börner V5 - den Porsche unter den Gemüsehobeln. Auf meine erste Börner-Reibe, die Roko, griff ich wieder zurück, weil ich mit dem Spirelli zusammen mit der Zucchini nicht zurecht gekommen bin. Hingegen der Börner V5 macht einfach nur Spaß. Und die Einsatzmöglichkeiten sind regelrecht unzählig. Leicht zu reingen ist er obendrein. Der perfekte truc für alle, die ebenso gerne Handwerker in der Küche sind wie ich. Viel Spaß beim Mitspielen und vielen Dank an Börner, die mir den Hobel zu eben diesem Zweck zur Verfüng stellt. Die Teilnahmebedingungen findet ihr am Ende des Posts.

Zutaten 2P:

1 Salatgurke*
einige Radieschen
1 EL Tahini
1 EL Olivenöl
Saft 1/2 Limette
1 EL Reisweinessig
Salz, Pfeffer
schwarzer Sesamsamen
etwas Radieschengrün (oder Kresse/ Sprossen)

Zubereitung:

Die Salatgurke schälen und in feine Scheiben hobeln. Das Radieschengrün fein hacken, die Radieschen in feine Scheiben schneiden. Aus Sesampaste, Olivenöl, Limettensaft, Reiswein, Salz und Pfeffer ein homogenes Dressing rühren. Den Gurkensalat damit marinieren. Sesamsamen und Radieschengrün darüber streuen.

*Anmerkung m: unsere Gurken sind kleiner - daher brauche ich für uns zwei Gurken. Blütenansatz etwas großzügiger wegschneiden und vom Blütenansatz zum Stiel hin schälen (wegen möglicher Bitterstoffe).
Teilnahmebedinungen: Unter jenen die hier unter diesem Post einen Kommentar samt Mail-Adresse findet das Los den/ die Beschenkten bis Sonntag, 30. Juni (24 Uhr).

Die Verlosung von *Gemüse kann auch anders* und drei Gewürzen von Bettina läuft noch bis zum 28.Juni

Mme Klößchens rosarote Mul-Kimtschi-Radieschen

Montag, 16. Juni 2014


Kimchi ist in aller Munde. Vorbei der kleine Nischenplatz mit Sonderstellung in nur einem Land. Kimchi wird mehr und mehr außerhalb Koreas enteckt. Spätestens beim zweiten Mal lesen weiß auch ich, dass Kimchi *Kimtschi* ausgeprochen wird. Doch außer beim Aussprechen ist mir Kimchi noch nie über die Zunge gerollt.

Eine gute Gelegenheit zur Radieschenzeit mit einem der laut Miss Boulette einfachsten Kimchi-Sorten einzusteigen, dem Mul-Kimchi, das für den Verzehr zwischen Tag 7 und 10 angedacht ist. Also nix zum Lagern, dafür geht aber auch keine monatelange Geduldsprobe voraus.

Ich war sehr gespannt auf die reifenden Radieschen und wurde beschenkt mit einem Aroma von einer Art ungewöhnlich erfrischendem Rettichsalat - ohne Salat. Und ja, fremd schmecken die so behandelten Radieschen, anders, so nicht gekannt, fremdländisch und doch nicht völlig unerwartet. Womöglich auch geschmacklich ein Einsteiger-Kimchi. Wir reden hier schließlich von meinem allerersten.

Meine sind optisch etwas anders, eher barbierosa, weil ja auch nicht alle meine Radieschen pink waren sondern aus einem kunterbunten Bund. Kunterbunt aufmischen tun diese Kimchi-Radieschen mit Sicherheit jedes Grillen, wozu ich sie mir besonders gut vorstellen kann. Merci fürs Anstoßen zum Kimchi-Machen liebe Miss Boulette!
Zutaten*:

1 Bündel Radieschen
ca. 1 l Wasser
3 TL Salz
1 EL Reismehl (notfalls Mehl)
1/2 EL Zucker
2 Knoblauchzehen
ca. 2,5cm Ingwer
Lauchzwiebel
optional
1/2 Chilischote

Zubereitung:

Das Wasser mit Salz, Mehl, Zucker kalt (!) verrühren. Der Salzgehalt ist richtig, wenn es ein Tick zu salzig schmeckt, d.h. sobald es beim Abschmecken salzig schmeckt, noch einen Extra-Teelöffel Salz dazugeben. Aufkochen, gelegentlich rühren und gut abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit Radieschen von Schmutz und welken Blättern befreien. Die zarten Blätter nicht entfernen. Besonders den Stielansatz mit kleinen Schnitten gut säubern. Alles mehrfach gut durchspülen, je nach Größe die Köpfe halbieren oder vierteln, die Blätter dran lassen. Abtropfen lassen und in einen ausreichend großen Behälter umfüllen.

Knoblauch und Ingwer schälen und in sehr dünne Scheiben hobeln, Lauchzwiebel in grobe Stücke schneiden evtl. auch Chilischote. Zu den Radieschen geben.

Alles mit dem abgekühlten Salzwasser aufgießen. Gut verschließen und bei Zimmertemperatur 2-3 Tage stehen lassen. Zwischendurch den Geschmack kontrollieren. Sobald die Flüssigkeit nicht nur salzig, sondern auch säuerlich schmeckt, das Mul-Kimchi im Kühlschrank aufbewahren. Kalt servieren und dabei evtl. die einzelnen Portionen nach Geschmack mit extra kaltem Wasser verdünnen.

Weitere Tipps siehe Mme Boulette

*Anmerkung m: nur die Hälfte von Mme Boulettes Rezept zubereitet.
Quelle: Miss Boulette

Grüne Kräutersauce mit salzigen Dampfnudeln

Mittwoch, 16. April 2014

Dampfnudeln mal mit Käse zu füllen, das habe ich mir als geniale Idee vorgestellt. Geschmacklich als echten Bringer. Aber wie so oft, ist gedanklich alles möglich, mit Materie verbunden aber nicht. Wie im richtigen Leben quasi.

Selbst wenn der Käse gekonnt vom Teig umschlossen ist, wird er sich später unter Dampf seinen Weg nach außen bahnen. Was bedeutet , dass man auf diese Art die Dampfnudeln um ihren Clou, nämlich die goldbraune Salzknusperkruste, bringt - und das kann keiner wollen, Käse hin oder her.

Was die Dampfnudel ohnehin nicht zu der frischen Kräutersauce braucht, um in ihrer puren Plusterschönheit ein köstliches Garten-Alltagsessen zu sein.

Das Schnittlauchbild ist übrigens nicht in unserem Garten aufgenommen. In dem wurde die prächtige Petersilie längst von Liebstöckel und Estragon übertrumpft - und beide trotzdem von mir bisher weitestgehend ignoriert...
Zutaten:

120g Weizenmehl (T65)
40g Einkorn-Vollkorn (gesiebt)
150ml Milch
10g Hefe
1/2 TL Salz
1 TL Honig

3 EL Gartenkräuter
(Schnittlauch, Petersilie, Pimpinelle, Minze, Sauerampfer, Radieschengrün, Borretsch)
2 hartgekochte Eier
einige Radieschen
100ml Buttermilch
100g Quark
1 EL Crème Fraîche
1 El (klein) körniger Senf
Salz, Pfeffer, 1Pr Zucker
Piment d'Espelette
Zitronensaft

Zubereitung:

Für die Dampfnudeln die Milch leicht temperieren, mit der Hefe und dem Honig verquirllen. Mit Mehl und Salz in einer Schüssel vermengen und ca. 10 Minuten gut kneten. Je nach Teigbeschaffenheit noch etwas Mehl oder Milch dazugeben - die Konsistenz sollte ungefähr wie ein Pizzateig sein. Abdecken und 45 Minuten gehen lassen.

Währenddessen die Eier kochen, kalt abschrecken und fein würfeln. Die Radieschen ebenfalls fein würfeln. Beides zur Seite stellen.
Die Kräuter mit der Buttermilch so fein wie möglich pürieren. Crème Fraîche und Quark unterpürieren, pikant abschmecken.

Den Teig mit einer Teigkarte aus der Schüssel lösen und vorstichtig auf die Arbeitsfläche geben. In 7 Portionen à 60g teilen und rundschleifen. Mit dem Schluß nach unten auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche abgeckt nochmals 10min gehen lassen.

In einem weiten Topf (m: Pfanne mit Glasdeckel - sehr zu empfehlen) 1 EL Öl und 1 EL Butterschmalz erhitzen. Dann so viel Wasser einfüllen, dass der Boden ca. 1⁄2 cm hoch bedeckt ist (für meine Pfanne mit 30cm Durchmesser ca. 140ml). Einen halben Teelöffel Salz dazugeben und aufkochen lassen. Die Hitze reduzieren. Die Dampfnudeln mit der Nahtstelle nach unten hineinsetzen (wenn man etwas Platz läßt paßt in meine Pfanne  - leider - nur 7 Stück) und zugedeckt bei mittlerer Hitze in ca. 12 Minuten garen.

In den ersten zehn Minuten den Deckel nicht öffnen, sie fallen sonst sofort zusammen. Dazwischen einmal die Pfanne schwenken, ohne den Deckel anzuheben, damit das Kondenswasser am Deckel zum Rand der Pfanne fließt und nicht auf die Dampfnudeln tropft. Die mittlere Hitze ist anzuraten für schön goldbraun knusprige Dampfnudeln (s. hier).

Zusammen mit der Kräutersauce servieren.