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DUBB: Zucchini-Döner-Wrap

Sonntag, 1. Juni 2025


 

Eigentlich braucht es nur gute Ideen für ein leckeres Essen. Keine große Kocherfahrung, kein ausgeklügeltes Handwerk, keine fancy Küchengeräte. Einen Gurkenhobel hat man in aller Regel - wobei ich ja großer Fan bin von der Börner-Reibe. Aber dass ich den hype, wird wohl auch meinem Naturell geschuldet sein. Wenn ich mit etwas zufrieden bin, sehe ich überhaupt keinen Grund, Neues oder Anderes auszuprobieren. Never change a winning system habe ich verinnerlicht und lebe es...

Jedenfalls leistet dieser Hobel gute Dienste für das Zucchini-Wunderrezept von Robert, das hier in neuem Glanz erstrahlen darf. Als Doppel-Dupp quasi. Roberts Zucchinimatte ist ja bereits erklärter Blog-Buster und so gesehen in meinem Blogistan ein alter Hut. Brandnew für mich, ist diese Art Tofu zuzubereiten. Und dieser Döner-Tofu schafft es ohne weitere Umwege in den kulinarischen Olymp. So simpel wie gut - derlei Rezepte liebe ich ja.



Auf das Wesentliche reduziert zeige ich euch heute zwei Ideen, die sich vielfach anders kombinieren lassen. Den Zucchini-Käse-Wrap kann man mit anderer Rohkost füllen. Oder mit diesen Linsen-Bällchen - euch fällt bestimmt was ein.

Gleiches gilt für diesen Döner-Tofu. Natürlich passt der klassisch ebenso gut in einen Yufka gewickelt. Oder in diese Ofenbrote. Oder in einen Burger. Oderoder...

Hier zeige ich euch einfach diese Variante und dann werdet ihr das Prinzip schon nach eurem Gusto adaptieren! Wir fanden es beide absolut wiederholenswert!


     

        


Zutaten - ein Wrap/ 2P:

1 größere oder 2 kleinere Zucchini
Olivenöl
Oregano
Salz, Pfeffer
ca.100g Käse, geraspelt (m: Comté)
...
200g Räuchertofu (m: Taifun *Black Forest*)
2 EL Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
...
schnelle Guacamole aus 1 Avocado
1 Stück Salatgurke
etwas Rotkohl-Salat
2 Frühlingszwiebeln


Zubereitung:

Den Ofen auf 220° (Umluft) vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und mit etwas Öl bestreichen. Zucchini in sehr dünne Scheiben hobeln. Dicht an dicht dachziegelartig auf dem Backpapier in voller Größe des Backblechs schichten. (das sieht mehr aus, als es ist, die Zucchinischeiben *fallen* aber das Confieren deutlich zusammen). Salzen, pfeffern, den Oregano darüber streuen und mit Olivenöl besprenkeln.

Für insgesamt 25min in den Ofen geben - nach 15 min den Käse darüber verteilen und weiteren 10 min backen.

Während dessen den Tofu mit dem Sparschäler/ Gemüsehobel oder wie ich mit einem Messer der Höhe nach (also von der dünnsten Seite) in dünne, etwas ungleiche Streifen schneiden. In einer Pfanne bei kräftiger Hitze braten, bis der Tofu kross wird - dabei mit Soja-Sauce würzen. Zur Seite stellen.

Eine schnelle Guacamole herstellen aus der Avocado, 2 Knoblauchzehen, 1 EL Joghurt, 1 EL Majo, Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

Den Rotkohl-Salat hatte ich noch über vom Vortag: Rotkohl in feine Streifen geschnitten, mit Salz geknetet, simpel gewürzt mit Apfelessig, Rapsöl, Ahornsiurp, Salz, Pfeffer.

Wenn die Zucchinimatte fertig gebacken ist, ein weiteres Blatt Backpapier auflegen und die Matte drehen, damit die Käse-Seite nun unten ist. Nun belegen: beginnend mit der Guacamole, der in feine Scheiben geschnittenen Gurke, Rotkohl-Salat, Tofu und zuletzt bestreut mit 2 Frühlingszwiebeln. Nun von der breiten Seite einrollen. Wer mag, ist den Wrap aus der Hand, wer nicht setzt ihn - etwa auf etwas Rucola - auf einen Teller

Anmerkung m: Veganer ersetzten den Käse durch veganen Kunst-Käse, mehr Käse als 100g geht natürlich auch


Mundart: vegetarisches Labskaus

Samstag, 6. Februar 2021


Wie sicher war ich mir, dass *Labskaus* ein Wort ist, das dem Platt entlehnt ist - aber nein, was das Wort bedeutet, obs gar aus England oder dem Baltikum stammt, ist alles nicht klar. So ganz ohne eindeutigen Ursprung, könnte man sagen, dabei handelt es sich um eine ähnliche Wortschöpfung wie bei Pippi Langstrumpfs Spunk - nur mit dem Unterschied, dass bei Labskaus die meisten zumindest wissen, dass es sich um ein Gericht handelt und bei Spunk wirklich keiner eine Ahnung hat, was gemeint ist.

Woraus Labskaus besteht und wie man es zubereitet, da dürften sich die Geister bereits wieder scheiden. Aber mit Kartoffeln, rote Bete und Gurken als Basis sind wir uns einig? Zumindest für die vegetarische Variante. Und dafür habe ich heute einen Rezeptevorschlag von der Kochbuchautorin Bettina Matthaei, genau die, die bei mir bekennend hoch im Kurs steht. So ist nicht weiter verwunderlich, dass mir das Gericht so gut geschmeckt hat, dass ich mich nach keiner weiteren Variante für ein vegetarisches Labskaus umschauen werde - was man in meiner Foodie-Sprache dann DUBB nennt.

Wäre die Rezepteeinführung hiermit direkt abgehakt, so dass ich nochmals auf Dialekt zurückkommen kann. Denn ich dachte ja, dass *Labskaus* mir dafür eine Steilvorlage bietet.

Ich l-i-e-b-e Dialekte. Galt Mundart früher als Makel, so drohen mittlerweile die Dialekte zu verschwinden oder sich zur Geheimsprache eines kleinen Kreises an Eingweihten zu verwandeln. Dörte Hansen verglich in *Mittagsstunde* so herrlich das Sprechen von Plattdeutsch mit einem Feldhamster: „Jetzt wurde man, sobald man seinen Mund aufmachte, wie ein Rote-Liste-Tier gehätschelt. Wie ein Feldhamster, der auch fast ausgestorben war, und auch so niedlich. Und so nett. So urig.* Erst in der Zeit von Gerhart Hauptmann wurde man sich der Bedeutung von Mundart erst richtig bewußt. In seinem  Drama *Die Weber* verhilft der in der Literatur festgehaltene Dialekt zu einem ganz neuen Naturalismus. Für Gerhart Hauptmann war Dialekt die Sprache des Gemüts. Und ich finde, da hat er absolut recht gehabt. Da webt stets so viel mehr zwischen den Zeilen als das blosse, gesprochene Wort.

Eines meiner süddeutschen Lieblingsworte ist *Muggaseggele* - ein von der Stubenfliege (Mugg) abgeleites Größenmaß (dabei war mir allerdings seither nicht klar, dass *Seckel* von Hodensack kommt...). Und ich habe ein weiteres herrliches Beispiel parat, das ich aus meiner Kindheit nur zu oft gehört habe. Meine beiden Großmütter lebten jeweils in dem Dorf, in dem sie auch geboren waren, Luftlinie keine 30 Kilometer auseinander - aber damals ohne Auto bereits WELTEN entfernt. Man sprach badisch, aber teils mit unterschiedlichen Worten und Betonungen. Das kam mir in den Sinn, als ich zufällig die Episode *Gschieß machen* von der bayrischen Kabarettistin Martina Schwarzmann sah. Im Badischen wird das anders ausgesprochen (Gschiss machen - mit kurzem i), aber es meint exakt das Gleiche, was Martina Schwarzmann wirklich super witzig erklärt. Und nichts wohltuender, als wenn man gerade nicht jeden Ferz ernst nehmen muss. Ach, Dialekt, das verleiht einfach allem einen anderen Schmelz...

 


Martinas Beziehungstipps bestätigen übrigens auch nur, was wir Foodies längst wissen (ich übersetze direkt in Schriftsprache, weil bayrisch kann ich nicht richtig schreiben):* Wer kochen kann, ist nie allein. Wenn du kochen kannst, so *greislig* kannst du gar nicht sein, dass man keinen abkriegst.*  Und ich füge noch hinzu: *So greislig kann kein Tag sein, dass man ihn sich nicht eine Winzigkeit schöner kochen kann!* Zumindest ist es allemal ein Versuch wert, oder?

 

Zutaten 4P*:

800g Kartoffeln (mehlig kochend/ m: Mona Lisa)
ca. 800g Gemüsebrühe
1/2 TL Kümmel
250g Gemüsezwiebeln
6 EL Olivenöl
250g Rote Bete
1 EL Kapern
100g Senfgurken (Glas)
Salz, Pfeffer
Cayenne
4 Eier
2 Stängel Dill (m: Fenchel)
8 Cornichons

Zubereitung:

Kartoffeln schälen und als Salzkartoffeln weich garen (dauert etwa 20min).

Die Zwiebeln fein würfeln und in 5 EL Olivenöl glasig dünsten. Die Rote Beete schälen und auf einer Julienne-Reibe in feine Stifte zu hobeln und weiter mit einem Messer in kleine Würfel schneiden. Die Rote-Bete-Würfelchen zu den Zwiebeln mischen und etwa 8min bei kleiner Hitze und unter gelegentlichem Rühren mitdünsten. Währenddessen Kapern und Senfgurken fein hacken und zuletzt zu den Zwiebeln geben.

Die Kartoffeln abgießen, ausdampfen lassen und mit dem Kartoffelstampfer grob zerstampren. Die Rote-Beete-Mischung dazugeben, untermischen und alles weiter zerstampfen. Mit Salz, Pfeffer und Cayenne abschmecken.

Die Eier im übrigen Öl bei kleiner Hitze zu Spiegeleiern braten.

Anmerkung m: ich habe für uns zwei die Menge nicht ganz halbiert - wir sind wohl zu appetitlich. Bettina Matthaei schlägt noch ein ungewöhnliches Topping aus Sesam und Noriblätter vor - hört sich spannend an!

Quelle: Gemüse kann auch anders von Bettina Matthaei

 

und als Sonntags-Goodie:

Hochstapler: bunter Burger

Sonntag, 21. Juni 2020


In meinem bunten Burger versteckt sich ein Hochstapler in doppeltem Sinn, denn er kann die Brust noch so sehr aufpumpen, so halten ihn doch *Reste* zusammen. Genau genommen hatte ich mit einem Rest von Süßkartoffeln, die im Ofen gegart wurden (Teller folgt noch), überhaupt erst die Idee zu diesem Burger. Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, wird bei uns nicht weggeworfen, sondern eingeforen und harrt dann seiner Weiterverwertung. Gleiches gilt für den Tomaten-Apfel-Ketchup, den wir damals ebenfalls nicht sofort komplett verputzten. So bilden die Süßkartoffeln auf dem unteren Teil des Buns die süßlich-zitronige Creme während der Ketchup den fruchtig-säuerlichen Part auf dem oberen Teil übernimmt. Wir wollen ja ein ausgewogenes, spannendes und harmonisches Geschmackserlebnis kreieren, und nicht etwa der Willkür Tür und Tor öffnen - da darf man sich zu der Architektur schon Gedanken machen!

Eigentliches Grundgerüst meiner Burger-Vorstellung formierte das Drei-Gespann *Süßkartoffel-Bohnen-Avocado* - kann man gar nix mit falsch machen, die Drei funktionieren immer zusammen. Meine Avocado hatte sich jedoch am Stichtag geweigert, anständig reif zu sein - so mussten wir ohne sie auskommen. Und richtig vermisst habe ich sie dann beim Zubeißen auch nicht.

Kann man also wie ich auf Reste zurückgreifen, dann gilt es am Burgertag nur die Buns und die Patties zuzubereiten (und den Salat, wie es mir beim Schreiben wieder in Erinnerung kommt, es sei denn, man bringt ihn am Vortag auf den Weg) - so man kann nicht mehr von aufweniger Küche reden. Zumindest kam es mir nicht so vor. Für die Patties könnt ihr euch entscheiden, ob ihr anstelle von schwarzen Bohnen Kichererbsen verwendet - schmeckt beides gut, erstere sehen etwas hübscher darin aus, finde ich. Es ist eine Grundsatzgeschichte bei mir, dass ich nahezu immer meine Hülsenfrüchte selbst koche (seit Amy Chaplin stets mit einem Stück Kombu Alge) und sie dann einfriere. Ihr könnt ebenso Bohnen aus der Dose verwenden - wie ihr wollt. Wichtig - und zwar mit Achtung und Ausrufezeichen versehen! - ist, dass der Bohnen-Puffer definitiv überwürzt wird. Der Pattie bildet das Herzstück des Burgers und muss geschmacklich die Hauptrolle tragen - dafür braucht der Wumms! Sprich: viel hilft viel! Und bloss beim Abschmecken nicht schüchtern sein!

Begleitend gabs bei uns einen schlichten Krautsalat dazu - identisch wie hier: ganz unspektakulär aber schön frisch und knackig. Voilà, voilà, bleibt mir nur noch, viel Spaß beim Nachbasteln zu wünschen und guten Appetit! Und zum Schluß auf die alte Regel der Ernährungswissenschaften hinzuweisen: Bunt ist gesund!

Ein schönes Sommersonnenwende-Wochenende euch allen!


Zutaten 4 Burger:


Patties:
200g Kidney-Bohnen
200g schwarze Bohnen (oder Kichererbsen)*
1 kleine, rote Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 Ei (Grösse L)
1/2 - 1 TL Harissa
1 TL Dijon-Senf
1 EL Oliven-Tapenade
1 EL Tomatenmark
1/4 TL Pimenton de la vera
2 EL fein gehackte Kräuter
(m: Rosmarin, Oregano, Thymian)
1 EL Tamari-Sauce
2-3 EL Vollkornmehl (evt. plus/m: Einkorn)*

1 Tomate (m: eine große Rose de Berne)
1 Stück Gurke
4 Blätter Salat
4 Scheiben-Käse
12 Blätter Basilikum


1 Salzzitrone
1 EL Majo
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Für die Süßkartoffel-Crème alle Zutaten miteinander vermengen und abschmecken - eine Gabel oder ein Löffel reicht dafür, die derart gegarte Süßkartoffel ist bereits cremig.

Für die Patties kommt es darauf an, ob Bohnen selbst gekocht oder aus der Dose verwendet werden. Bei den (gut gespülten und abgetropften) Bohnen aus der Dose kann man einen Kartoffelstampfer verwenden, um die Bohnen etwas zu zerkleinern und zu zerdrücken. Für die selbstgekochten (die einfach eine andere Konsistenz wie die aus der Dose haben) nahm ich meinen Zauberstab zu Hilfe, um sie damit grob zu pürieren. Achtung: es soll kein Brei herauskommen, die Masse soll immernoch stückig, aber eben teils feiner sein (das hilft, dass die Patties besser zusammenhalten, aber noch einen guten Biss haben). Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln (wer mag, drückt den Knofi durch die Presse ;). Dann alle Zutaten gut miteinander vermengen und noch besser/ schärfer/ würziger abschmecken.

Jetzt alles andere Gemüse: Salat, Gurke, Tomaten, Basilikum richten.

Mit feuchten Händen vier etwa gleichgroße Kugeln formen und diese dann zu nicht zu dünnen, runden Puffern drücken. Von einer Seite golden braten, wenden, dann den Käse auf das Pattie auflegen außerdem einen Deckel auf die Pfanne und den Bohnen-Bratling von der anderen Seite golden braten und dabei den Käse schmelzen lassen.

In dieser Zeit damit beginnen, den Burger zu richten:
Buns aufschneiden und die obere Bun-Hälfte und bestreichen mit
* Tomaten-Apfel-Ketchup
Auf die untere Hälfte kommt
* Salat
* Süßkartoffelcrème
* fertig gebackenes Bohnen-Käse-Pattie
* Tomate
* Gurke
* Basilikum
obere Bun-Hälfte auflegen: und los gehts!

Pyramiden-Hundswurz

sonnige Rouladen = Sommerrollen

Montag, 30. Juli 2018


Je älter meine Großmütter geworden sind, um so mehr einte sie eine Beschäftigung: in dem Ortsblättchen ihres jeweiligen Heimatdorfes, in dem sie beide von Kindheit an lebten, studierten sie mit größtem Interesse die Todesanzeigen. Mit wem zusammen war man nach wie vor am Start und wer überlebt wen - schien mir damals einigermaßen skurril...

So den ersten Hauch von Vorstellung, wie sich das anfühlen könnte, bekomme ich nun in meinem achten Bloggerjahr... Immer deutlicher wird mir, dass von meiner ursprünglichen Foodblog-Gang, mit der ich mal zusammen angetreten bin, kaum noch jemand bloggt. Lediglich eine kleine handvoll davon ist übrig geblieben. Was bin ich froh, dass meine Säulenfiguren Petra und Robert wenigstens fest stehen - ohne die ginge mir wohl die Orientierung in Foodistan verloren! Ansonsten kann ich gerade zusehen, wie mein Foodie-Hausen an schleichender Abwanderung leidet, ausdünnt, aufgibt, aufhört und ein kärglicher Rest das Rad von heimischen Online-Rezepten versucht weiterzudrehen. Mein Blogroll besteht hauptsächlich aus Foodblogs, die nicht mehr aktiv sind. Wenn das nicht nostalgisch macht...

Klar, nachgewachsen sind genügend andere. Vielleicht sollte ich nicht so fremdeln. Hierzu passt hervorragend dieser Artikel zur Einwanderung, der mit viel positiver Energie aufzeigt, dass nun die Chance besteht, Deutschland, pfffhhh... Europa ganz neu zu denken. Alles auf Neustart - man muß nur mit der Zeit gehen...

Fürs Bloggen bedeutet das für mich, dass ich mich wohl wieder öffnen sollte für neue Foodblogs - auch wenn ich meine alten Homies vermisse.... Habt ihr Ideen und Vorschläge, wem ich mehr auf den Teller schauen sollte? Mein Klausel ist: so wenig Werbung wie nur möglich - dafür lese ich nunmal keine Blogs, meine Zeit möchte ich mit anderen Inhalten und Anregungen füllen...

Weiterhin gilt für mich (Gruppe hin oder her): Social Media ist nicht mein Kontent. Die müssen dort ohne mich klarkommen. Aber ich spiele mit einer Veränderung (nach der Datenreform). Ich überlege nämlich, die Kommentarfunktion abzuschalten. Zum einen wäre ich damit rechtlich auf der sicheren Seite - ich hab's satt, mich für derlei technischen Firlefanz um die Hilfe anderer zu mühen, die mir bei der Umgestaltung helfen müssten (jaja: jedem seine Demütigung). Zum anderen nimmt die Kommentarlust sowieso exponentiell ab... Tja, und grundeigentlich kann man mich ja weiterhin über Mail  (salzkorn@email.de) erreichen für alle Korrekturen, Nachfragen, Anregungen, für jedes von mir so geschätzte Feedback und bereichernde Weiterdenken meiner Gedanken. Auch zu diesem Thema hätte ich gerne eure Meinung: was sagt ihr?

Passend zu der Dauerhitze gibt es ein weiteres schönes Sommeressen. Ich aß die Salatrollen, die in Reispapier eingewickelt sind, zum ersten Mal in Kambodscha. Und gar nicht viel später fand ich allerortens Rezepte dazu. Meine Variante ließ sich sehr von les Gourmandises vegetariennes inspirieren - seit jeher ein Blog mit vielen tollen Rezept-Ideen... auch wenn sich Melissa ebenfalls sehr rar macht.


Zutaten 2P:

6 runde Blätter Reispapier
6 (kleine) Blätter Blattsalat 

plus etwas Salat in Streifen
Koriander
Gurke, in Stiften
Karotte, in dünnen Stiften

(m: Karotten in allen Farben)
Kohlrabi, in dünnen Stiften
Avocado, in Streifen
Thai-Basilikum

weitere Möglichkeiten:


50g Glasnudeln, nach Packungsangabe zubereitet und abgeschreckt 
ca. 150g Tofu (hier: bereits marinierter)
kurz gedünstetes oder gebratenes Gemüse
wie Brokkoli, Zucchini, Paprika
Sprossen aller Art
Mango, in Stiften
Chinakohl/ Weikohl/
Rotkohl in Streifen - mit etwas Salz weichgeknetet
Frühlingszwiebeln
Minze


Zubereitung:

Zuerst all die Rohkost als mise en place richten. Dann das Reispapier kurz rundherum in lauwarmes Wasser tauchen (auch wenn es sich noch nicht richtig weich anfühlt, reicht es das Papier in 2 Umdrehungen zu befeuchten). Dann idealerweise das Reispapier glatt auf ein Holzbrett auslegen. (ganz mit Melissa: das Brett saugt noch etwas Flüssigkeit auf und verhindert so, dass das Papier zu weich und damit rissig wird.)

Belegt wird lediglich die untere Hälfte - dabei die Ränder frei lassen. Melissa verlinkte für die Technik dieses Video (durchaus hilfreich für all jene, die zum ersten Mal wickeln). Ich habe als verstärkende Unterlage mit einem Stück Salatblatt begonnen - zur Zierde bereits darunter etwas Koriander oder Borretschblüten. Dann all die klein geschnittenen Rohkost darauf setzen und dabei achten, die Rolle nicht zu überfüllen. Das Reisblatt samt Füllung eng bis zur Mitte wickeln, dann beide Seiten zur Mitte einschlagen und fertig rollen.


Sauce:

2 EL Sojasauce (m: Tamari)
2 EL Wasser
2 TL Limettensaft
1 TL Wasabi
1 Zehe Knoblauch, fein gehackt


Quelle: Melissa aka les gourmandises vegetariennes




Europas einziger ursprünglicher Wildwasserfluß: la Drôme

Kohlrabi-Salat mit Fragebogen

Mittwoch, 27. Juli 2016

Vor Kurzem fiel mir eine Liste voller Fragen bei Mme Kaltmamsell auf. Das habe ich schon lange nicht mehr bei Blogs gefunden, wo das anfangs doch sehr beliebt war, sich solche *Stöckchen* hin und her zu werfen. Auch fand ich Joels Frage gut gestellt (3,5,6,9 - alles tolle Fragen)! Das hat bei mir die Lust entfacht, ebenfalls mal das Mikro zu halten und nachzuhaken. Voilà, das sind meine 10 Fragen - wer sich angesprochen fühlt, ist hiermit zum Beantworten eingeladen! Ich würde mich sehr freuen...


1. Du hast in deinem Garten genau einen einzigen Platz für einen Baum. Welchen suchst du dir aus? 
2. Der Titel deiner Autobiographie könnte lauten...?
3. Es ist einer dieser fiesen Tage, an denen nix hinhaut - wie kannst du dich selbst aufheitern?
4. Umgekehrt (Aufheiterung für andere): ein Lieblingswitz vielleicht?*
5. Du darfst dich in der Kiste der Superkräfte bedienen - welche wählst du?*
6. Eines der schönsten Liebeslieder ever ist...?
7. Woran hast du gemerkt, dass du verliebt bist?
8. Stell dir vor: Du stehst vor einem allwissenden Orakel. Welche Frage stellst du?
9. Gibt es etwas, das dir heilig ist? Wenn ja, was?
10. Was ist stärker: Liebeskummer oder Liebe?*


*Anmerkung m: Frage 4 inspiriert von Svea/ Frage 5 inspiriert von Katja/ Frage 10 von Roger Willemsen übernommen
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Und weil ich alle Antworten auf diese Fragen spannend finden (sonst hätte ich sie ja nicht gestellt) verlinke ich erfreut (in der Hoffung, es mehrt sich dadurch  ;) auf Mitspieler wie:
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Anbei ein erfrischender Salat - der soll nun ja nicht hintenunter fallen - der dem jungen, zarten, köstlichen Kohlrabi als Rohkost huldigt! Derart gut, dass ich ihn (unverbloggt) bereits letztes Jahr zubereitet hatte.
 
Zutaten:

1 mittlere grüner Kohlrabi
(m: ergänzt durch etwas Salatgurke
und 1/2 Avocado)
50g griechischer Joghurt*
40g saure Sahne*
30g Sahne
1 Knoblauchzehe
1 TL Zitronensaft
1 EL Olivenöl
1 TL getrocknete Minze

(m: frische)
Salz
Zucker
schwarzer Pfeffer


Garnitur:
Sumach
Kapuziner-Kresse
Minze


Zubereitung:

Den Kohlrabi schälen, vierteln und in sehr dünne Scheiben hobeön. Mit Salz und Zucker marinieren. Die Knoblauchzehe fein würfeln. (Wer den Salat ergänzt mit Gurke und Avocado ebenfalls die beiden rüsten: Gurke schälen, Avocado schälen und beide in feine Scheiben schneiden).

Die Minze fein hacken. Aus Joghurt, saurer Sahne, Sahne, Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl und Minze ein Dressing rühren und mit Salz, Zucker und Pfeffer abschmecken.

Den Kohlrabi mit dem Dressig vermischen und auf Teller geben. Einige Minzblätter in feine Streifen schneiden. Mit Sumach, Kresse und Minzblätterstreifen garnieren.
Streifenwanze - auch Badehosen-Wanze genannt...
 Quelle: Bushcook

Erfrischung - litauische kalte Rote-Bete-Suppe

Dienstag, 19. Juli 2016

Nix erfrischender als etwas Offenheit und Ehrlichkeit. So nimmt sich die Unterschiedlichkeit der Menschenfamilie gleich viel lockerer, sogar mit Amusement.

Gutes Beispiel ist ein Freund von uns, immer im 4.Gang unterwegs, der mit seiner Geschwindigkeit und seinem Ereignishunger durchaus anzustrengen weiß. Dabei ist er aber so herzerfrischend unbeschönigend in all seinen Erzählungen - auch sich selbst gegenüber - man kommt nicht umhin, ihm alleine dafür sämtliche seiner hochgradigen Flausen nachzusehen. Viel mühseliger empfinde ich alle Konversation, die in Richtung *mein-Haus-mein-Auto-mein-Livestyle* gehen. Fassadengedöns, Selbstdarstellerei und Geniegehabe - da bin ich ein lausiges Gegenüber, denn als Fan habe ich noch nie getaugt. Und wenn ich nur als Publikum mißbraucht werde, dann fange ich schnell an, mich zu langweilen. Mir geht da immer eine Szene aus dem Film *Kleine Haie* durch den Kopft, als einer der Bewerber für das Schauspielstudium sein Vorsprechen abbricht, weil ihm für sein Monolog ein Gegenüber fehlt.

*„Was ist erquicklicher als Licht?" fragte jener. „Das Gespräch," antwortete diese.* (Goehte *Das Märchen*). So kanns laufen.... im Idealfall. Und ein Schatz-Moment, wenn eben dies passiert.

Und wenn nicht gehen wir der Erfrischung halber eben baden. Oder essen genau diese Suppe - für all jene, die weder einen Fluß in der Nähe noch einen geeigneten Gesprächspartner griffbereit haben. Rosaroter Moment inklusive...
Zutaten 4P:

1l Kefir
1 rote Bete, gegart
1 kleine Gurke
1 Apfel*
1/2 Bund Frühlingsszwiebeln
1 EL Crème Fraîche
Apfelessig
Salz, Pfeffer
1 Bund Dill (m: keinen gehabt)
2 Eier, hartgekocht

Zubereitung:

Die Rote Bete zur Hälfte fein reiben, die andere grob. Den Apfel schälen und ebenfalls fein reiben. Das Weiß der Frühlingszwiebeln fein würfeln, das Grün in feine Ringe schneiden - einen Teil des Grüns zum Dekorieren zur Seite legen. Die Gurke entkernen und ebenfalls stiften.

Mit dem Kefir mischen, die Crème unterrühren und mit Apfelessig würzen, salzen und pfeffern. Gegebenenfalls etwas Wasser für eine schönere Konsistenz zufügen. 

Zum Servieren mit dem Zwiebelgrün und den Eiern dekorieren.

Bei uns gab es kleine Pellkartoffeln dazu

*Anmerkung m: Klassischerweise ist in dieser Suppe kein Apfel. Allerdings verwendet man üblicherweise in Apfelsaft eingemachte Rote Bete dafür - das gleiche ich damit aus.

Inspiration: CK

Hausfrauenkunst: Kartoffel-Meerrettich-Salat mit Auberginenschnitzel

Dienstag, 18. August 2015

*Volle Hausfrauenkunst* hieß es an der Aka gerne abfällig. Das war quasi unterste Schiene. Schlimmer noch als Kunsthandwerk. Wieso ich meine erste Ausstellung *Hausmannskunst* nannte. Immer schön unter der Welle durchtauchen. Das sind sozusagen gute erste Übungen, wenn man den Freischwimmer erst am Ausprobieren ist. Als Kind konnte ich mich damit in der Brandung übrigens stundenlang beschäftigen. Hat man den Drive raus, dann bringt einen der Schwung der Welle wieder zum Stehen. Man muß nur unter Wasser im richtigen Moment sanft mitgehen und den Kopf leicht nach hinten legen. Je größer die Welle, umso mehr Spaß. Also Atlantik-Größe.

Viele, viele Auberginen-Rezepte warten in der Halte vorgestellt zu werden - und als Erinnerung für mein eigenes Gedächtnis kommende Auberginen-Saison. Die Auberginenschnitzel kenne ich allerdings noch von meiner sizilianischen Freundin. In RICHTIG fettig. Klar, schmeckt auch. Ich habe sie dennoch entschlackt. Und ich zeige euch eine vegane Alternative dazu, die ich auf diesem inspirierenden Blog entdeckt habe. Ebenfalls sehr gut.

Dazu gabs den Kartoffelsalat in leicht abgewandelter Form nach Sabine. Die Meerrettich-Crème nenne ich ab sofort *Highlander*. Die scheint mir *for ever* leben zu wollen, bzw. zu können. Wirklich wundersam. Und der gekaufte aus dem Glas kommt mir dementsprechend nicht mehr ins Haus. Definitiv eines der Dinge à la Ofentomaten, die ich nun immer in selbstgemacht brauche. Ich fands köstliche Hausfrauenküche. Oder Hausmannsküche? Who cares?
Zutaten:

400g festkochende Kartoffeln (m: Charlotte)
1/2 Salatgurke
1 Schalotte, fein gewürfelt
2 EL Crème fraîche
2 TL Meerrettichcrème
50 ml Milch
70ml Gemüsebrühe
Zucker
2 EL Zitronensaft
1 Bund Basilikum
etwas Olivenöl 

1 mittelgroße Aubergine
1 großes Ei
2-3 EL Mehl
2-3 EL Semmelbrösel (m: 1/3 davon Panko)
Olivenöl

Zubereitung:

Die Kartoffeln am Vortag kochen.

Am nächsten Tag die Kartoffeln pellen und in dünne Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben. Gie Gurke schälen, in Scheiben schneiden (m: halbiert) und zu den Karoffeln in die Schüssel fügen.

Für das Dressing die feingewürfelte Zwiebel in einem kleinen Topf dem Olivenöl glasig dünsten. Milch, Gemüsebrühe und Zitronensaft dazugießen. Salzen und pfeffern. Eine Prise Zucker zufügen und kurz aufkochen. Die Crème fraîche unterrühren und vom Herd ziehen. Nun noch den Meerrettich zufügen und die Marinade sofort über die Kartoffelscheiben geben. Gut mischen und mindestens 15min ziehen lassen. Eventuell noch etwas Gemüsebrühe dazugeben.

Vor dem Servieren nachwürzen und den mittelfein geschnitten Basilikum unterheben.

Für das Auberginenschnitzel die Aubergine in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben von beiden Seiten dünn mit Olivenöl bestreichen und in der heißen Pfanne gar dünsten. Die Scheiben erkalten lassen.

Die Scheiben nacheinander zuerst in Mehl, Ei (gut gesalzen und gepfeffert) und Semmelbrösel wenden und in heißem Olivenöl knusprig backen.
vegane Auberginen-Alternative:

2 Auberginen
1 1/2 EL Mehl 
2 EL Semmelbrösel 
1 EL Panko
Gewürzmischung: je 1/4 TL Kurkuma, gemahlener Koriander, Paprika, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chiliflocken

Zubereitung:
Die Auberginen mit einer Gabel mehrmals rundherum einstechen und dann für ca. 20-30 Minuten (je nach Größe) im vorgeheizten Backofen unter dem Grill bei 220° garen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Schale abziehen und dabei den Stielansatz nicht entfernen.

Die nackigen Auberginen auf Küchenpapier legen und dadurch zusätzlich etwas Flüssigkeit entziehen. Mit Hilfe eines Pfannenwenders unten leicht platt drücken. Die Auberginen im Ganzen von beiden Seiten in der Panade aus Brotbrösel, Mehl, Gewürzen, Salz und Pfeffer wenden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und bei mittlerer Flamme schön goldbraun braten.

Zack die Bohne: Kräuter-Erdnuss-Bohnen-Reisnudel-Salat

Dienstag, 4. August 2015

Wenn die Bohnen auf einen Schlag reif sind, dann verwandle ich sie zu allererst wie Tomaten gerne zu einem schlichten Salat. Und noch einem Salat. Aber dann fehlts mir schnell an Ideen. Kathi's Anregung zu diesem Rezept kam mir da genau richtig. Zumal ich *Täglich vegetarisch* von Hugh-Fearnley Whittingsall ebenfalls besitze. Aber wie es so oft ist: im Buch wäre mir der Salat nicht aufgefallen dafür bei Kathi direkt. 

Ihre Empfehlung, die Sauce zu strecken, habe ich übernommen - das macht absolut Sinn. Dann habe ich die Nudelmenge verringert zu gunsten einer drastisch erhöhten Menge an Buschbohnen. Und siehe da: dieser Salat kommt zu meinen Lieblingsrezepten mit Bohnen. Sogar den frischen Koriander mochte ich darin. Ja, kulinarische Abneigungen können durchaus überwunden werden - ihr dürft mich als Beispiel aufführen...
Zutaten 3P:

75g geröstete, ungesalzene Erdnüsse 
(falls gesalzen: Salz abspülen und Nüsse trockentupfen)
150g Reisnudeln
400g grüne Buschbohnen
1/2 Gurke
3 Frühlingszwiebeln
1 Bund Minze
1 Bund Basilikum
1 Bund  Koriander

Dressing:
4 EL Reisessig
2 Limetten: Schale und Saft
3 Knoblauchzehen
1 rote Chili
3 TL Vollrohrzucker
4 TL Sesamöl, dunkel
2 TL Sojasauce

Zubereitung:

Die Nüsse auf einem Blech im Ofen bei ca. 180°C ca. 8-10 Minuten goldbraun rösten. Abkühlen lassen, leicht quetschen, um sie aufzubrechen, ggf. grob hacken.

Für das Dressing Knoblauch und Chili fein hacken, Zitrusschale abreiben, Zitrusfrüchte auspressen. Alle Zutaten zu einer Vinaigrette verrühren.

Die Nudeln nach Packungsanweisung kochen. Abgießen, unter kaltem Wasser abspülen, gut abtropfen lassen und mit der Hälfte des Dressings vermischen. Abkühlen lassen.


Die Bohnen putzen und in einem Topf mit leicht gesalzenem Wasser gerade bissfest kochen (meine brauchten etwa 7min). Abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und abtropfen lassen.

Die Gurke der Länge nach halbieren und in dünne Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel schräg in feine Ringe schneiden. Das Gemüse mischen und mit dem Dressing verrühren.


Kräuter waschen, trockenschütteln und grob hacken / zerzupfen. Zusammen mit den Nudeln unter das Gemüse heben, mit den Nüssen bestreuen und auf einer großen Platte servieren.


Dazu extra Sojasauce reichen, so dass sich jeder selbst bedienen kann.


Quelle:  *Täglich vegetarisch* von Hugh-Fearnley Whittingsall, bzw Kathi aka Kochfrosch

Sommersonnenfrische: Gurken-Avocado-Buttermilch-Gazpacho

Mittwoch, 15. Juli 2015

Gäbs nur mich auf der Welt, dann dürfte die Sonne ungebremst noch eine Weile so weiterscheinen. Dazu der anhaltende Mistral, von dessen Stümereien wir geschützt sind, und der lediglich als kühles Lüftchen der Terrasse etwas Wind zufächelt - Sommersonnenfrische wie im Bilderbuch.

Aber so zu denken, macht mieses Karma - das wissen wir ja. Also so zentrifugal für sich allein im Mittelpunkt des Geschehens. Wie eine Primaballerina auf einer Spielzeugdose, die sich zu lieblicher Musik fleißig um sich selbst dreht. Nee, da kommt nix Gutes bei rum.

Der Rasen fängt an, sich hellbraun zu verfärben, die Bohnenblätter verbrennen an den Spitzen bevor sie Schoten ausformen, die Zucchini hält inne und wartet auf bessere Zeiten, die Vögel suchen in den Blumentöpfen nach etwas Nass, Smaragdeideche und Äskulap nehmen dankbar den Gartenteich als Tränke an. Alles Bemühen, mit Gießen dagegen zu halten, wirkt wie der alberne Versuch, das Grau des Gartens grün überfärben zu wollen.

Nehme ich, wie es ist. Mit der Gewißheit, dass nichts bleibt, wie es ist. Und versuche uns etwas runterzukühlen. Mit der nächsten Gazpacho, die durchaus zu erfrischen wußte. Besonders gut gefiel mit der Apfel als kontrastreiche Einlage.
Zutaten 4-6P:

2 Salatgurken
1 Avocado (essreif)
5 cm frischer Ingwer
1 große Zehe junger Knoblauch
1/2 Bund Minze
2 Schafsmilchjoghurt
200 ml fettarme Milch (m: Buttermilch)

400ml Wasser (m: weniger Buttermilch)
5 EL Sherryessig
2-3 TL Tamarindenpaste (m: etwas weniger)
1 Prise Piment d’Espelette
3 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Garnitur:

1 knackiger grüner Apfel
1 Prise Piment d’Espelette (m: vergessen)
1 unbehandelte Zitrone
Frühlingszwiebelgrün (m: weggelassen)


Zubereitung:

Für die Gazpacho die Gurken schälen, halbieren und gründlich entkernen. Ein Drittel einer Gurke beiseite legen, den Rest in kleine Stückchen schneiden. Avocado halbieren, Kern entfernen und das Fruchtfleisch herauslöffeln. Knoblauchzehe abziehen, Ingwer schälen und beides klein hacken. Minze waschen und trocknen, Blätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. 2 EL davon beiseite stellen. 

Sämtliche Zutaten mit Joghurt, Milch, Sherryessig, Tamarindenpaste , Piment d’Espelette, Wasser und Olivenöl etwa 1-2 Minuten pürieren.Mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken und kalt stellen.

Als Garnitur den Apfel schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und den Apfel in ca. 5 mm breite Stifte schneiden. Mit Zitronensaft marinieren.

Das verbleibende Gurkendrittel in winzige Würfel schneiden. Die Würfel in einem Teil der beiseite gestellten Minzestreifen in eine Suppenterrine geben und mit Salz und Pfeffer abschmecken und kalt stellen.

Mit der Gazpacho auffüllen, mit Apfelstiften garnieren, Piment d’Espelette drüberstreuen und eiskalt servieren. Nach Geschmack die Garnitur noch ergänzen durch Zitronenzesten und fein gehacktes Frühlingszwiebelgrün.

Festtag II: Verlosung Börner V5 - Gurkensalat

Dienstag, 23. Juni 2015

Laut meiner Statistik ist es ja so, dass ihr mich hauptsächlich wegen dem Süßkram besuchen kommt. Was wiederum verallgemeinernd bedeuten würde, dass ihr euch lieber in die Küche stellt für Süßigkeiten, als für ein *vernünftiges* Gericht. Also zumindest nachdem ihr euch hier Anregungen gesucht habt. Echt jetzt?

Hey, die beste Naturkosmetik bleibt, wenn man viel frisches Zeugs ißt. Obst, Gemüse, Salat, Rohkost. Eben das, wofür man in der Stadt im Resto irgendwie unverhältnismäßig viel Geld hinlegen muss. Deshalb macht man sich das selbst. Wenn ich früher meine Oma auf dem Land besucht habe, dann gehörte zu den Highlights, dass sie mir über die Gurken (oder Tomaten) ein paar frische Kräuter aus dem Garten streute. So schlicht - so lecker.

Und grundeigentlich will ich euch ja tiefenpsychologisch-unauffällig in die Richtung beeinflußen, dass ihr Lust habt, euch was Frisches auf den Tisch zu zaubern. Einen schnellen Salat wie dieser Gurkensalat. Das muß gar nichts besonderes sein, aber ich verspreche euch, dass das eine kleine Frischzellenkur von innen ist. Dabei kann von Aufwand keine Rede sein.

Um euch dazu etwas zusätzlichen Rückenwind zu pusten, verlose ich ab heute den Börner V5 - den Porsche unter den Gemüsehobeln. Auf meine erste Börner-Reibe, die Roko, griff ich wieder zurück, weil ich mit dem Spirelli zusammen mit der Zucchini nicht zurecht gekommen bin. Hingegen der Börner V5 macht einfach nur Spaß. Und die Einsatzmöglichkeiten sind regelrecht unzählig. Leicht zu reingen ist er obendrein. Der perfekte truc für alle, die ebenso gerne Handwerker in der Küche sind wie ich. Viel Spaß beim Mitspielen und vielen Dank an Börner, die mir den Hobel zu eben diesem Zweck zur Verfüng stellt. Die Teilnahmebedingungen findet ihr am Ende des Posts.

Zutaten 2P:

1 Salatgurke*
einige Radieschen
1 EL Tahini
1 EL Olivenöl
Saft 1/2 Limette
1 EL Reisweinessig
Salz, Pfeffer
schwarzer Sesamsamen
etwas Radieschengrün (oder Kresse/ Sprossen)

Zubereitung:

Die Salatgurke schälen und in feine Scheiben hobeln. Das Radieschengrün fein hacken, die Radieschen in feine Scheiben schneiden. Aus Sesampaste, Olivenöl, Limettensaft, Reiswein, Salz und Pfeffer ein homogenes Dressing rühren. Den Gurkensalat damit marinieren. Sesamsamen und Radieschengrün darüber streuen.

*Anmerkung m: unsere Gurken sind kleiner - daher brauche ich für uns zwei Gurken. Blütenansatz etwas großzügiger wegschneiden und vom Blütenansatz zum Stiel hin schälen (wegen möglicher Bitterstoffe).
Teilnahmebedinungen: Unter jenen die hier unter diesem Post einen Kommentar samt Mail-Adresse findet das Los den/ die Beschenkten bis Sonntag, 30. Juni (24 Uhr).

Die Verlosung von *Gemüse kann auch anders* und drei Gewürzen von Bettina läuft noch bis zum 28.Juni