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Snikers, vegan, no baked

Sonntag, 8. Februar 2026

 

Selbstredend schmecken diese Riegel nicht haargenau wie Snikers. Aber: sie erinnern daran. So wie auch Hannahs Snikers EisBounty hat mein Blog ebenfalls im Angebot.

Der Habib ist ganz und gar Team *Snikers*. Ich bin Team *Raider heißt jetzt Twix*. Und möglicherweise könnte man ganz leicht Gruppen bilden, in der jede einzelne für einen anderen der berühmten, amerikanischen Lieblingsschokoriegel steht. 

So richtige Süßschnuten sind wir hier nicht. *Gourmand* nennen es die Fränzis, wenn man gerne nascht. Oder eben generell ein Schleckermaul ist und gerne ißt. Appetitlichkeit ist durchaus eine Auszeichnung. An süßen Hauptgerichten sich satt essen zu müssen, finde ich Horror. Aber gerne esse ich nachmittags das berühmte *Pfefferminzblättchen*. So komme ich nahezu jeden Tag zu meiner Dosis Schokolade.

Schön, wenn das auch mit lauter guten Zutaten geht. Ich habe eine neue Rubrik entdeckt, die mir Spaß macht, weil sie mir unser Leben versüßt: die veganen Süßigkeiten, die man nicht bäckt... 



Zutaten - eine kleine Form von 20cm Länge:

1. Schicht:
75g geschälte, gemahlene Mandeln
75g Haferflocken
2 EL Ahornsirup
2 EL Kokosöl
ca. 4 EL warmes Wasser
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon
1/4 TL Salz
...
2 Schicht:
ca. 50g Datteln*
1 EL Honig*
2 EL Kokosnussöl
60g Erdnussbutter
3 EL heißes Wasser
...
3. Schicht:
75g geröstete Erdnüsse
50g Schokolade (m: Zartbitter 60%)
1 EL Kokosnussöl
fleur de sel


Zubereitung:

Eine kleine Form von ca. 20cm Länge mit Backpapier auslegen.

Für die erste Schicht alle Zutaten in der Küchenmaschine fein pürieren. Mit den Fingern glatt und gleichmäßig auf den Boden der Form festdrücken.

Nun die zweite Schicht bereiten. Dafür die Datteln klein schneiden und mit dem heißen Wasser übergießen. Wieder alle Zutaten miteinander pürieren und die zweite Schicht auf die erste Schicht streichen. Nun die Erdnüsse darauf verteilen.

Schoko mit dem Eßlöffel Kokosnussöl schmelzen. Als abschließende Schicht über alles gießen. Zuletzt mit ein wenig fleur de sel bestreuen.

Eine gute Stunde kalt stellen (noch schneller gehts in der Tiefkühle), dann in Streifen schneiden (klassische Riegel-Größe finde ich zu groß weil dann zu mächtig). Vor dem Genuß auf jeden Fall Zimmertemperatur annehmen lassen, dann ist die Erdnuss-Schicht *chewy* - so wie sie sein soll.

Anmerkung m: es ist ratsam, das Kokosöl vor Gebrauch zu verflüssigen. Auch die Erdnusscreme sollte zimmertemperatur haben zur besseren Verarbeitung/ der Habib fand die Erdnusscreme-Schicht etwas Dattel-lastig (ich nicht). Deshalb wird beim nächsten Mal versuchsweise noch ein Löffel Honig untergemischt.

Vermählung: Früchte-Nussknacker

Samstag, 23. Dezember 2023

 

Rückblickend schüttle ich über mich selbst den Kopf! Selbst als #Team Romantik der ersten Stunde (jaja, auch hier) war es doch sehr kindlich naiv, davon auszugehen dass alle Paare den gleichen Werdegang durchlaufen, ähnlich diesen Hüpfkästchen aus Straßenkreide, indem der Parcours klar vorgegeben ist: verliebt-verlobt-verheiratet. Heute fallen mir nicht mal eine handvoll Paare ein, die ich anschmachte ob des liebenswürdigen Umgangs miteinander. Eher im Gegenteil: in unseren Breitengraden scheint das mit der Paarbeziehung kaum einer hinzukriegen. Warum verlieren wir so schnell das Interesse aneinander, reden nicht mehr, suchen keinen Austausch?

Dabei wird derart Hosiana auf die freie Wahl der Liebe gesungen. Und? Im Ergebnis scheint das Modell wenig erfolgverprechend und eher ernüchternd. Zumal: so lange gibt es das freie Aufspielen in der Liebe noch nicht.

Schaue ich mir meine Familiengeschichte an, so paarte sich die Generation meiner Großeltern während dem Krieg. Ich kenne nur die weibliche Sicht, die Großväter lernte ich nie kennen. Die eine Oma schrieb mit zwei Soldaten, beide fielen. Später heiratete sie dann einen deutlich älteren Mann, an den sie nie ihr Herz verlor. Die andere Oma lernte ihren künftigen Mann ebenfalls als Soldaten kennen, schnelle Heirat, keine großen Gefühle ihrerseits, zudem ständig getrennt, in den kurzen Fronturlauben dann die schnelle Zeugung von Kindern und irgendwann, Jahre später, kehrte er zurück aus der Gefangenschaft, verdreckt, verlaust, verwanzt und traumatisiert. Romantik geht definitiv anders.

Die Elterngeneration, die mussten noch heiraten, um überhaupt das Elternhaus verlassen zu können. So wollte es die Zucht und Ordnung. Und ich hätte für mich die Hand nicht ins Feuer legen wollen, ob ich nicht genauso die erstbeste Möglichkeit ergriffen hätte, um dem Elend zu entkommen. In der Not frißt der Teufel Fliegen. Nur, das könnt ihr einer Fachkraft glauben: Liebesgeschichten beginnen anders.

Dann kam die Pille, die Wohngemeinschaften und nun ging der wilde Reigen erst richtig los. Mit der einhergehenden Ernüchterung in Folge der meine Generation recht bald feststellen mußte, dass Sex noch keine Liebe und dass der Glimmstängel der Leidenschaft schnell runtergeraucht ist.

Obwohl die Beziehungen nicht länger halten als früher, wird immer noch kräftig geheiratet - möglicherweise der Kinder wegen. Also Hochzeit ist überhaupt nicht meine Veranstaltung. Alleine diese unmöglichen Brautkleider-Sendungen, in denen die Mädels vor dem Spiegel stets totally ergriffen von sich selbst sind, wenn sie *ihr* Kleid gefunden haben, maximal egozentrisch, völlig selbstverliebt, ganz so als wollten sie sich selbst heiraten. Schlimm! (Wobei es diesen Firlefanz mit Selbst-Heirat ja sogar gibt - was soll man über die Verwirrtheit der Menschen noch sagen?). Für ein Kleid für einen einzigen Tag, für ein einziges Fest so viel Geld auf den Tisch zu legen - nee, sorry, verstehe ich nicht, das leuchtet mir nicht ein. Sowieso mal wieder ganz mit Goethe: *Man feiere nur, was glücklich vollendet ist; alle Zeremonien zum Anfang erschöpfen Lust und Kräfte, die das Streben hervor bringen und uns bei einer fortgesetzten Mühe beistehen sollen. Unter allen Festen ist das Hochzeitsfest das unschicklichste; keines sollte mehr in Stille, Demut und Hoffnung begangen werden als dieses.*

Ob die von Eltern eingefädelten Ehen zwingend schlechter sein müssen als die der freien Wahl? Diese Doku schaute ich mir an, in der u.a. eine arrangierte Hochzeit im Himalaya verfolgt wird: Becoming women in Zanskar (ca. min 40).  Die Eltern der Braut wählen für ihre Tochter einen Bräutigam, ganz so, wie es die Tradition will, ganz so wie sie verbunden wurden. Sie erzählen, die Zuneigung füreinander würde mit der Zeit schon wachsen, wenn man sieht mit wieviel Arbeit, Einsatz und Fleiß sich für die Familie engagiert wird - notwendigerweise in dieser rauhen Gegend, man braucht sich und ist aufeinander angewiesen. Aber was fließen bei allen die Tränen während der Vorbereitung auf die Brautentführung: ihr kleines Mädchen würde das Haus für immer verlassen. Da schniefe ich synchron mit - angefasst und ein wenig neidisch - weil diese offensichtliche Verbundenheit so rührt, weil die Familienbande derart außergewöhnlich innig sind. 

Da frage ich mich dann schon: wie beziehungsfähig sind wir eigentlich, wie liebesfähig - gerade wenn man den Vergleich so vor Augen gestellt bekommt. Tja, und bei der freien Partnerwahl kann man von Eigenverantwortung nicht frei gesprochen werden, schon Richtung: dir geschieht nach deinem Glauben. Wovon hast du denn geträumt? Wonach hast du denn gesucht? Denn mir fällt wenig ein, dass ähnlich entscheidend für die Vita ist, mit WEM man gemeinsam durchs Leben geht. Werte brauchen ein entsprechendes Gebenüber. 

Gute Gelegenheit mal wieder auf James French zu verweisen, der auf so phantastische Weise demonstriert, dass erst auf der Basis von Frieden, Vertrauen und Freiheit der Weg zueinander geöffnet ist. Und dass wir uns über das Gefühl verbinden und nicht über den Verstand, Intellekt, Worte oder andere Konstrukte. Dann, ja dann ist Beziehung der Paradeort, die beste aller Möglichkeiten um Werte erfahren, leben und üben zu können - in Ernsthaftigkeit, in Wahrhaftigkeit. Das Üben von Miteinander statt Gegeneinander, freiwillige Kooperation, fruchtbarer Austausch, gemeinsames Wachsen. Was wäre wünschenswerter für diesen Planeten und seine Lebewesen als das?!



Eine ganz klassische, kulinarische Vermählung zu Weihnachten sind Dörrfrüchte mit Nüssen. Diese Früchte-Nussknacker sind eine super Sache für alle Kurzentschlossenen noch auf den letzten Metern vor Weihnachten schnell  den Plätzchenteller mit Selbstgemachten zu füllen. Sie halten sich im Froster locker 3 Monate und im Kühlschrank mehrere Tage. Ich habe die Rollen einfach in der Tiefkühle gelassen und je nach Bedarf für uns Scheibchen abgeschnitten - selbst dann lassen sie sich direkt essen.


Zutaten - 2 Rollen/ca. 50 Stück:

100g Datteln
70g Dörr-Pflaumen
80g Dörr-Aprikosen
50g Rosinen
50g Dörr-Preiselbeeren
50g Kürbiskerne
75g Walnüsse, gehackt
75g ganze Mandeln, geröstet
40g Sesam (Teil davon für Deko)
20g Pinienkerne (m: Pistazien)

Zubereitung:

Datteln, Pflaumen, Rosinen, Aprikosen und Cranberries getrennt voneinander mit kaltem Wasser übergießen und etwa 15min ziehen lassen.

Walnüsse fein hacken. Ganze Mandeln in einer Pfanne ohne Fett rösten.

In einer Schüssel Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne, Sesam und Pinienkerne zusammenschütten. 

Auf einem Brett 2 Bahnen Klarsichtfolien vorbereiten.

Dörr-Früchte abgießen. Rosinen und Cranberries zu den Nüssen geben. Aprikosen klein schneiden. Datteln und Dörrpflaumen entkernen und in einem Mixer zu Mus pürieren. Nun alle Zutaten mit behandschuhten Hände gut vermengen.

Die Hälfte der Masse auf eine der Folien setzen, erst mit den Händen etwas länglich formen dann in der Folie rollen. Wenn die Rolle schön und fest geformt ist, wieder etwas aufwickeln und den Sesam vor und hinter die Rolle streuen und erneut rollen - auf diese Weise die Rolle im Sesam wälzen. Mit der 2. Hälfte genauso verfahren. Enden gut verknoten und Rollen für 2 Stunden in den Froster legen.

Dann mit einem scharfen Messer in gewünschte Stücke (m: ca. 1cm Breite) abschneiden.

Quelle: YT - fantastische Rezepte

 



  Ein harmonisches und friedliches Weihnachten euch!

*

    **** wieder mit Verweis auf die Weihnachtsbotschaft meines Habibs ****

 *

 

Wegweiser - das beste, vegane Aprikosen-Eis

Sonntag, 23. Juli 2023


Sagt mal: sind bei euch alle Wespen? Wo sind denn die Wespen alle hin? Letztes Jahr waren sie eine einzige Plage und überall hagelte es Tipps, wie man draußen dennoch in Ruhe Eis schlecken, Orangina trinken, Crêpes essen kann. Und jetzt?! Normalerweise LIEBEN die Wespen unser Treibhaus. Kaum hat der Habib, der unbeeindruckte Wespenjäger, eines entfernt, schon formiert sich ein Stückchen weiter ein neues. Und dieses Jahr sind sie auf einen Schlag verschwunden. Wespenleeres Treibhaus - das gabs noch nie! Setzen die für ein Jahr aus? Pausieren die? Oder sind die jetzt ausgestorben?

Ich habe schon verstanden, dass man sich heutzutage gegenseitig nichts mehr frägt. Dazu gibt es schließlich die Suchmaschine. Und das fiel mir erst so richtig auf, als ich dieses Jahr mit dem Habib ein paar Tage in Ulm verbrachte.

Während der Habib Siesta machte, wollte ich durch die Stadt mäandern. Nun kenne ich Ulm nicht, sondern war zum ersten Mal dort. Und: noch immer trage ich das Handy nicht mit mir spazieren. Für was? Öffentliche Telefonzellen mied ich früher ja auch (unvergessene Stinkbomben!). Außerdem habe ich einen Uralt-Prepaid-Vertrag ohne Roming, so dass ich das Handy eigentlich vor allem dann zücke, wenn ich mit Wlan verbunden bin. Halt nicht unterwegs.

Bref, ich hielt es während meines Ulmer Stadt-Bummels ganz oldschool: ich fragte mich durch. Und die Reaktionen... priceless. Da erst wurde mir so richtig bewußt, WIE weltabgewandt und hinterwäldlerisch wir doch in unserem Tal hinter den sieben Bergen leben. Vorneweg staunte ich, dass ALLE direkt das Handy zückten, wenn ich mich nach dem richtigen Weg erkundigte. Und zwar unabhängig davon, ob es sich um waschechte Ulmer handelte oder Stadtfremde wie mich (da hakte ich nach, das wollte ich dann genau wissen). Wie bizarr ich das fand! Alle schlugen Google-Maps auf. Dabei wäre ich sogar mit einer groben Richtung und einer ungefähren Angabe ganz zufrieden gewesen. Und ich finde, von einem Ortsansäßigen kann man erwarten, dass er das so hinkriegt. Aus sich heraus. Ganz ohne. Ein Mutter-Tochter-Gespann mit Hund kam richtig ins Stuzen ob meines Anliegens - nach dem Weg fragen, tsss, das macht man heute nicht mehr - , so dass die Mutter mich mit gerunzelter Stirn geringschätzend anschaute: *Ja, haben Sie denn kein Handy?* Als wäre ich entweder debil oder komplett mittellos. Oder beides. Auf der Sonnenseite dieser meiner Ulmer-Stadtumfragung ergab sich auf diese Weise aber der ein oder andere, freundliche Plausch über Ulm und das Leben...

Kurzum, ich habe meine Lektion gelernt: man wendet sich nicht mehr an Menschen mit seinen Fragen, sondern direkt an die Maschine. Nur kann die mir bei meiner Wespensuche nicht wirklich weiterhelfen: möglicherweise kommen die Wespen dieses Jahr mit Verspätung. Aber nichts Genaues weiß man nicht.  Wenn ihr also schlauer seid: bitte raus damit!

 


Es gab hier schon lange kein Eis mehr, oder?! Ein veganes Eis aus drei Zutaten als Grundlage... das klingt erstmal zu einfach, um etwas Besonderes zu sein. Oder um überhaupt ganz prinzipiell überzeugen zu können. Falsch. Ganz falsch. Mich hat dieses Eis, für das noch nicht einmal eine Eismaschine nötig ist, völlig eingenommen. Tatsächlich dient es den Aprikosen als hervorragende Basis, um zur Geltung zu kommen. Was mich echt überrascht hat. Die Kokosnote schmeckt man nur dezent, die Datteln gar nicht hervor. Bien sûr sollte man hierfür - gerade ob der überschaubaren Zutatenliste - wirklich gute Produkte verwenden. Keine zitronigen sondern vollreife, süße Aprikosen, keine ausgetrockneten sondern saftige Datteln, keine Emulgator-Kokosmilch sondern gerne eine mit mehr Kokoscreme als -wasser. 

Wer dennoch irgendwie einen Extra-Dreh benötigt, dem empfehle ich entweder Zitronenthymian oder etwas Verveine zuzufügen. Herrlich exotisch macht sich auch der Abrieb einer halben Combava (Kaffirlimette) in dem Aprikosen-Eis , aber dafür fehlt es Deutschland vermutlich an der entsprechenden Kolonie im Indischen Ozean...  So oder so: große Empfehlung.


Geschwister im Blog-Universum:

    **** Hannahs Snickers-Eis 2.0


 Zutaten:

400ml Kokosmilch
100ml Wasser
80g Datteln
250g Aprikosen
(optional: einige Zweige Zitronen-Thymian oder Verveine/ 1/2  Comabava Abrieb davon)

 

Zubereitung:

Datteln mit Kokosmilch und Wasser fein pürieren (m: gemacht in hohem Gefäß und Standmixer = Zauberstab). Dann den Mix auf 2 Eiswürfel-Behälter verteilt und in den Froster verfrachtet. Mindestens 6 Stunden gefrieren lassen. Den Rest abgedeckt im Gefäß gelassen und in den Kühlschrank gestellt.

Nun - nach den 6 Stunden (m: länger, über Nacht) - zuerst die Aprikosen fein püriert - wer mag: zusammen mit den Kräutern - und zur Seite stellen. Nun nacheinander (m: 3 Stück-weise) die Eis-Eiswürfel mit dem Standmixer im Rest püriert. Kokos-Dattel-Masse mit Aprikosenmasse verquirlen und in einem Plastik-Behälter für weitere 4-5 Stunden ins Eisfach stellen.

 

Anmerkung m: wer sich für das Aprikosen-Eis-Plus entscheidet - mit Zitronenthymian, Verveine oder Keffirlimette - sollte darauf achten, dass diese Zugabe wirklich allerfeinst zerkleinert wurde. Sonst wird später das Schleck-Erlebnis gestört! In der Eismaschine erhält das Eis bestimmt etwas kleinere Eiskristalle, aber das Ergebnis von Hand ist ebenfalls völlig zufriedenstellend.

Inspiration: Stern

 

Holzbiene im Passionsblumenrausch

EDIT 8.August: vermelde das erste Wesepnnest im Treibhaus dieses Jahr!

Gefährten - Linsen-Brokkoli-Salat

Freitag, 30. Juni 2023


 

Ich erinnere mich noch gut, wie mir eine Feundin mit glühenden Backen frisch verliebt von ihrem heutigen Mann (und Vater ihrer vier Kinder) vorschwärmte. Wie sie meinte, sie würde schon dem Ende einer Party entgegenfiebern, weil auf dem Heimweg würden sie sich austauschen und sie wäre jedes Mal voller Vorfreude und Faszination, was er gesehen, gehört, wahrgenommen hatte und wie beurteilen würde...

Genau das berüht auch ein weiterer Film von *Green Renaissance*, von denen ich euch schon zwei andere vorgestellt habe. Ich freue mich immer, wenn ich etwas ausfindig mache, das mich anregt. Und die klugen Gedanken im Hinblick auf ihre Beziehung, die das Paar Anthony und Margy teilt, empfinde ich als sehr ispirierend. Ich gehe ganz mit Anthony, dass genau das eine der größten Bereicherungen ausmacht: *Das ist eines der wunderbaren Dinge, wenn man einen Gefährten hat, dass man die Welt durch ihre Augen sieht. Das erweitert den Blickwinkel. Ich kann Dinge teilen, die mich begeistern. Und ich kann Dinge teilen, die sie begeistern. Und manchmal ist es schwierig, diese Begeisterung zu finden - und das teilen wir ebenfalls. Aus dem gleichen Grund siehst du, wenn sie leiden und eine schwere Zeit durchmachen. Das ist genauso ein Teil, es mit ihren Augen zu sehen.* 

Wirklich nichts auf der Welt ist eine größere Lebensschule als in Beziehung zu leben. Denn durch nichts kommt man sich selbst näher, wird gespiegelt, erkennt Wunden und Kanten - an sich, an dem anderen.... und heilt im besten Fall in der Interaktion, im Zusammenspiel, im Austausch, in der Freiheit, die man sich zu gewähren hat, je intimer man miteinander ist. Deshalb reift eine Beziehung und wird kraftvoller, je tiefer sie berührt, je länger sie währt. Und wenn ihr Boden auf Anständigkeit und Ehrlichkeit gebaut ist, dann entsteht ein Humus, der möglich macht, dass man sich entwickeln darf, gedeihen, klarer werden und bewußter, purer, eindeutiger... wahrhaftiger wird.

Ich habe etwa immer davon geträumt, eine eigene Sprache mit einem anderen Menschen zu entwickeln. Und die stellt sich durch die manigfaltig gemeinsam gemachten Erfahrunge von ganz alleine ein. Da reicht ein Satz, ein Stichwort und unsere Augen kreuzen sich und wir beide wissen sofort, welche Assoziation der andere damit verbindet. Ein wunderbares Band, diese Geheimsprache!

Auseinandersetzungen sind mir Harmonie-Junkie trotzdem ein Greuel. Man steht sich so leicht auf den Eingeweiden. Aus nächster Nähe entstehen die größten Verletzungen. Der Affekt hinterläßt zu gerne schnell verbrannte Erde. Aber Reingefressenes eitert mit der Zeit - wir Margy so gut sagt - frißt schwellend und brandschatzt ebenfalls. Manchmal würde man sich auch am liebsten vor sich selbst verstecken. Es kann schon kompliziert sein. Dazu der Alltag, das gefräßige Monster. Immerhin kann man dieser Bestie mit Reisen kontern, raus aus Gewohnheit, raus aus festgefahrenen Mustern, und dem Leben wieder Raum und Möglichkeit bieten, sich und anderes neu zu entdecken. Bestimmt aber ist eine der größten Hilfen, sich seiner eigenen Themen bewußt zu sein. Auf der Meta-Ebene des Bewußtseins tut mancher Zusammenstoß  nicht ganz so weh - zumindest wenn der erste Schmerz weggeatmet ist.

Stürmt und braust das Leben und brausen wir zwei Köpfe aneinander, dann trägt mich doch mit der unerschütterlichen Gewissheit des Anfangs der Goethe-Zweiteiler: *Gegenüber zu großen Vorzüge eines anderen, gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe* - den Margy ganz schlicht in ihren Worten bestätigt. An der Dankbarkeit, jemanden begegnet zu sein, der einen erträgt, den man erträgt, ändert ganz bestimmt ein tosendes Gewitter nichts. So leicht geht echte Neugier nicht verloren.

Hey, und ohne jedes Zaudern: was mache ich mit Millionen von *followern*, wenn ich stattdessen einen einzigen Gefährten haben kann?!



Mit Blick auf die Teller könnte man meinen, ich bin schon wieder bei meinem momentanen Lieblingsthema: Gemüse-Bratlinge. Aber nein. Oder eher jein. Weil begleitend zu meinen Puffern braucht es ja auch etwas. Und dieser Salat macht sich einfach spitze zu meinen Pufferchen. Deshalb habe ich ihn auch schon mehrfach gemacht. Der lässt sich leicht abwandeln: mal anteilig (damals im Winter) mit Rosenkohl, Gemüse geröstet im Ofen oder gedünstet, oder statt Datteln gedörrte Aprikosen, etwas Rucola untergemischt und den Sesam rausgekürzt, die Linsen ausgekeimt (wie hier)... aber was schreibe ich, das merkt ihr selbst, wenn ihr nur erstmal dieses Grundgerüst nachgebastelt habt.

Und demnächst gibt es dann das vorerste Puffer-Ranking. Das *vorerste* - sonst mache ich da wieder eine epische Gedankenspielerei daraus und ringe mich zu keinem Ergebnis durch...

 

Zutaten 2P:

1 kleiner Brokkoli (ca. 450g)
70g Linsen (m: grüne)
2  Lorbeerblätter
1 Stück Kombu-Alge
1 rote Zwiebel
4 Datteln
2 TL Savora-Senf
1 TL Curry
3 EL Sesam-Öl
1 EL Tamari
1 EL Apfel-Essig
Salz, Pfeffer
Sesam-Saat (optional)


Zubereitung:

Linsen in doppelter Menge kaltem Wasser aufsetzen und zusammen mit den Lorbeerblättern und dem Stück Kombu in etwa 25min weich garen.

Brokkoli in Röschen teilen und über Wasserdampf garen. 

Währenddessen die Zwiebel halbieren und in dünne Streifen schneiden und in 1 EL Sesamöl glasig garen - dazu auch die klein gewürfelten Datteln zufügen. Zuletzt noch das Curry-Pulver anrösten.

Sobald die Linsen gar sind (Lorbeer-Blätter und Kombu entfernen), die Zwiebelmischung direkt untermengen, würzen mit restlichem Sesam-Öl, Savora-Senf, Apfelessig,Tamari, salzen und pfeffern. Dann den garen Brokkoli ebenfalls unterheben und nochmals gut würzig abschmecken

Inspiration: Schrot und Korn

 

Vermittler: Lebkuchen-Gutzli, vegan

Sonntag, 27. November 2022


Wenn wir unterwegs auf den Flughäfen dieser Welt gelandet sind, dann rußte dem Habib bereits am Gepäckband das Aufeinandertreffen mit einer seiner liebsten Berufsgruppe: den Taxivermittlern. *Ich bin doch nicht zu doof, mir selbst ein Taxi klar zu machen, als dass ich auf diese Mtherfcker angewiesen wäre!*  - deren Angebot selbstredend stets ein Vielfachen über dem üblichen Preises liegt (eh klar, die wollen schließlich mitverdienen). Gleiches gilt für die Märkte und Souks. Nicht jener, der mit Fleiß und im Schweiße seines Angesichts etwas herstellt, macht das eigentliche Buisness, sondern der Zwischenhändler, der lässig im Laden rumhängt und verkauft.

Die Plattform-Ökonomie wird zum Sargnargel des Mittelstandes, lautet eine Theorie (für tiefer Interssierte: s. Ernst Wolff). Tatsächlich kann man sich doch kaum noch eine Pizza bestellen, ohne dabei an Lieferando vorbeizukommen. Das kann man locker ausdehnen auf das Rufen eines Taxi, das Buchen eines Fluges, Hotels, den Kauf eines Pullovers, das Suchen eines Handwerkers.... just name ist... Jeder shoppt doch mittlerweile bei Amazon. Spätestens seit der Pandemie. Die einschlägigen Unternehmen à la airbnb, booking.com, Uber, Trivago... brauche ich gar nicht listen, um plastisch zu machen, wovon ich rede. Kennen wir alle.

Ginge das nicht genauso auch im viel Kleineren? In meiner Jugend hatte die Mitfahrzentrale noch ein Büro. Niedlich, oder? Und für was braucht es eigentlich eine europaweite Plattform für Second-Hand-Klamotte (Vinted). Der deutsche Kleiderkreisel war doch bereits sehr groß. Wen interssiert, wo ich in Berlin Pizza ordern kann, wenn ich mich in München aufhalte?

Tech-Giganten nutzen ihr Monopol. Und Monopol-Bildung ist der freien Marktwirtschaft zuliebe verboten. Zumindest wurde mir das so noch während meiner Schulzeit beigebracht. Das scheint überholt. Das Geschäftsprinzip der Plattformökonomie ist simpel: Ein Plattform-Unternehmen managt kein Produkt und keine Dienstleistung, sondern lebt davon, dass es Marktakteure miteinander verknüpft. Plattformen stehen also zwischen dem Produzenten einer Ware auf der einen Seite und dem Konsumenten dieser Ware auf der anderen Seite. Für was braucht man diese Raubritter also, die von allen nur Wegzoll kassieren? Nur damit etwas WWW vergleichbar wird?  Würde das nicht jeder Wald und Wiesen- Programmierer auch für einen Bezirk, eine Gemeinde, eine Stadt hinbekommen, eine solche Homepage zu entwerfen? Wollen wir nicht alle lieber *libre et indepandant* leben als angewiesen zu sein auf irgendwelche dubiosen *Dealer*? Dann lieber Einzelkämpfer und vernetzt im echten Leben! Und überhaupt: WIE sehr ich diese ewige, vorgegebene Bewerterei verabscheue! Ehrlich, was soll das?

 


Nun, über dieses Thema bin ich gestolpert, weil dank einer der vielen Plattformen, die ich selbst nicht nutze (Pinterest), gelangt gerade eines meiner Rezepte zu dem Fame, den es grundsätzlich verdient: meine Linzer. Die Aufrufzahlen steigen und steigen. Keine Ahnung, ob geholfen hat, dass ich wiederholt und wiederholt mit Tolltolltoll (DUBB) darauf zurückverwiesen habe. 

In der letzten Zeit habe ich selbst ebenfalls wirklich viel aus meinem Fundus gebacken. Logo, die Linzer gerade wieder. Aber auch die Nuss-Tarte mit Tonka (und etwas Lavendel - war super), den Marmor-Kuchen, den Butter-Sand-Kuchen sowie außdem den Kaffeekuchen. Wäre ich auf Insta, dann.... aber lassen wir das.

Im Advent gehts wie gewohnt ans Plätzchen backen. Meine acht Lieblings-Plätzchen habe ich euch letztes Jahr verraten. Die werden sich stabil im Olymp halten. Für Schoko-Maniacs verlinke ich euch noch die DUBB Schoko-Sablés mit fleur de sel sowie die neu entdeckten Super-Schoko-Busserl.

Zum ersten Advent stelle ich euch heute vegane Lebkuchen vor, die uns sehr gut gefallen. Professionell würden sie schmecken, urteilt der Habib. Und schnell gebastelt sind sie ebenfalls, was meiner Art der  Zuckerbäckerei sehr entgegen kommt. Da reißt mir nämlich schnell der Geduldsfaden. Sogar energiesparend sind sie, da man sie nicht backen muss (das neueste aller Güte-Siegel). Sehr fein - mache ich bestimmt wieder! Jetzt stecke ich beim Frühstück die erste Kerze am Adventskranz an (selbstgedrehte Mischung aus Blautanne und Zeder), gen abend, wenn der Ofen brennt, raucht sicherlich auch ein Räucherstäbchen, dazu wird das erste Plätzchen in den Mund geschoben - Adventgemütlichkeit ist echt nicht schwer!


Zutaten 15 Stück:

150g Nüsse, geröstet, gemahlen (m: 100g Mandeln/ 50g Haselnüsse)
50g Nüsse, geröstet, gehackt (m: Walnüsse)
35g Datteln
20g Aprikosen, getrocknet
50ml kochendes Wasser
50g Nussmuss (m: Mandeln)
25g Ingwer, kandiert (oder Cranberries/ kandierte Orangenschale)
25g Marzipan
1 TL Zimt
1/4 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Kardamom, gemahlen
Pr Piment
Pr Ingwer, gemahlen
100g Schokolade (m: 70% Kuvertüre + etwas Kardamom)

 

Zubereitung:

Datteln und Aprikosen klein schneiden, mit kochendem Wasser übergießen, abdecken und ca. 10min ziehen lassen - dann pürieren. Alle Zutaten - außer der Schokolade) zu einem homogenen, leicht klebrigen Teig vermengen (m: per Hand).

Kugeln von etwa 25g formen, diese flacher drücken und auf eine Platte (oder Kuchenform) mit Backpapier ausgelegt setzen. Für etwa 1/2 Stunde (oder auch Stunde) ins Tiefkühlfach stellen - dadurch werden sie griffiger (also leichter zu händeln, da nicht mehr klebrig).  

Die Schokolade überm Wasserbad schmelzen (m: noch einen Stich Kokosfett zugefügt außerdem Kardamom) und die dickeren Plätzchen (flachgedrückten Kugeln) in die Kuvertüre tunken. Für das letzte Drittel habe ich noch etwas Kokosraspeln untergemischt (ebenso gut ein wenig gehackte Nuss) und die Plätzchen eher mit der restlichen Kuvertüre bestrichen (mit Hilfe eines Teelöffels). Wieder aufs Backpapier setzen und trocknen lassen. 

Dann in einer Plätzchendose aufbewahren.

 

Paris ist weit weg VII - Reisnudeln mit Buschbohnen in Erdnuss-Sauce

Mittwoch, 1. Juli 2020


Wir fahren einen utilitaire - ich hatte es schon davon - einen Kastenwagen, den wir gebraucht gekauft haben. Wichtiger als die Marke (ich kann sie eh nicht auseinanderhalten) ist in meinem Autoverständnis die Farbe. Es ist weiss. Beziehungsweise *sie* -  in Frankreich sind Autos ja weiblich und vielleicht mit ein Grund, warum sie der Buben liebstes Spielzeug sind.

Gerade der letzte Tatbestand (die Farbe)  macht es mir oft besonders schwer, meinen im Auto wartenden Habib vor dem Supermarkt wieder ausfindig zu machen, wenn er in der Zwischenzeit im Baumarkt auf der Straße gegenüber etwas besorgte. Wer sich auf französischen Landstrassen unsichtbar machen will, kauft sich einen weißen Kastenwagen - auch darüber berichtete ich. Oft hilft mir nur der Blick aufs Nummernschild weiter...

Nun, weil es ein utilitaire (also ein Nutzfahrzeug) ist, müssen wir jedes Jahr zum TÜV. Ein Jahr ist es TÜV mit ASU, im nächsten ist es nur ASU. Immer Ende Juni wenn es brütend heiss ist.

Unsere TÜV-Werkstatt ist Ein-Mann-Betrieb in einer offensichtlich selbst gebauten Halle und ich finde ihn genauso super wie unseren Mechaniker (ihr erinnert euch?). Beide echte Orginale! Gerne mache ich mir ja den Spaß mich als GRANDIOSE Regisseurin zu fühlen und dann besetze ich die Menschen, die mir begegnen in meinem Kopf-Kino: ich überlege, für welche Rolle sie - quasi bereits ohne Worte - wie gemacht wären. Also unser TÜV-Abnehmer kleidet seinen Echt-Job bereits sehr gut, er wäre aber auch ohne jede weitere Veränderung perfekt als Trainer für einen Alt-Herren-Fußballverein in den 90ern. Mit größerer Selbstverständlichkeit könnte sein Extremo-Vokuhila nicht getragen werden. Unmöglich.

Unser Termin war um 16 Uhr und dummerweise können wir uns als Deutsche partout nicht abgewöhnen, Schlag 4 vor der Tür zu stehen. Dabei WISSEN wir, dass pünktlich in Südfrankreich zu früh ist. Natürlich war noch ein Wagen auf der Hebebühne. Draußen auf der Wartebank knallte die Sonne hin, also setzten wir uns neben unsere Vorgängerin auf einen der fünf klapprigen Stühle, über denen einer dieser dekorativen Klebestreifen für Fliegen baumelte - wie sich rausstellt zu recht und nicht 100% effektiv.

Großes Hallo, die Arbeit wird unterbrochen, uns derweil ein Bier angeboten, kurzes Abhacken des obligatorischen Wetter-Schmall-Talks, das Telefon klingelt scheppernd durch die Werkstatthalle - und er verschwindet in seinem Tohuwabohu-Büro. Er kommt wieder raus, bietet uns an, den Ventilator für uns anzuschalten (nicht notwenig) und schaut sich dann den Unterboden des hochgefahrenen Wagens mit einer Taschenlampe genauer an. Das Formular wird ausgefüllt, unsere Vorgängerin folgt ihm ins Büro, während unser Nachfolgetermin dazukommt.

Wieder großes Hallo, man kennt sich - Land halt. Er müsse seinen Hund erst aus dem Auto holen, viel zu heiß für den da drinne. Tsss, einer von diesen Kleinen, winkt Patrick ab. Ein ganz Süßer, wenn du ihn siehst, wirst du dich in ihn verlieben, ist sich der Besitzer sicher. Und er kommt wieder mit einem Jack-Russel-Rüden, der sich gegen die Leine stemmt mit verschlagenem heruntergeklapptem, rechten Ohr, der erst einmal am Motorrad in der Werstatt das Bein hochhebt. Also ich bin nicht verknallt. Der wäre ja sowas von brav und freundlich.... mhmmm...

Patrick holt unseren Weißen für die ASU (Schlüssel steckt), mir ist heiß, die Fliegen nerven, die ASU erhalten wir gerade so (irgendetwas am Anlasser macht nicht wie es soll) und endlich können wir bezahlen. Sein Vater war Kanninchen-Züchter, die Hasen werden erst zum Schlachten gegeben, wenn sie ein Kilo haben. Patrick macht vor, wie er sie zum Wiegen hochhob, das hat er im Gefühl, ein Kilo, das weiß er so. Er kann vielleicht deshalb so gut Gewicht schätzen. Ich, also ich würde soundsoviel wiegen und der Habib dasunddas. Er zieht jeweils 1-2 Kilo Kulanz ab - ansonsten stimmts.

Patrick folgt uns zum Auto, wechselt die ASU-Plakette und wir reden darüber, wie wichtig es ist, heute schon zu leben und nicht erst morgen. Einer seiner Kumpels, erzählt er, hatte sich riesig auf die Rente gefreut, Wohnmobil kaufen und dann gehts los. Kaum war er in Rente, Krebs-Diagnose, drei Monate später war er tot. Ach, im Elsass habe er auch mal einige Zeit gelebt, aber mit denen dort könne man nicht zusammenschaffen, komplett andere Mentalität, die haben nur Arbeit im Kopf. Dann landet unsere Unterhaltung - wie die meisten heutzutage - bei Covid. Wie er während der strengen Auflagen des confinements zu seinen Pferden gefahren war zum Füttern und die flics gerufen wurden, den Zettel (Passierschein) hatte er natürlich dafür nicht dabei... Er wisse genau, wers war, sind ja immer die gleichen und eine bestimmte Rasse an Mensch, die in solchen Zeiten aufblüht... Ach, und ein anderer Kumpel von ihm hat ein Resto, kommt nicht rum mit den Verlusten, überlegt, dicht zumachen, zwei andere haben auch die Arbeit verloren. Er macht sich Sorgen, wie das weitergeht, das gebe doch soziale Unruhen. Nee, man muss wirklich jetzt und heute leben. Nächste Woche habe er Geburtstag. Er feiert ein bißchen in der Werkstatt, nix Großes, die Kumpels kommen, bringen ein halbes Wildschwein mit, nebenher macht er drei Autos von ihnen - wir sollen doch auch kommen...

Er wendet sich unserem Nachfolger zu, der nicht nur mit einer Engelsgeduld wartet, sondern weiterhin bestens gelaunt ist - Hitze und Mücken zum Trotz. Sein Hund habe gegen das Motorrad gepinkelt, berichtet er. Drei Mal, präzisiert der Habib, während er den Motor anlässt und wir aus der Werkstatt rollen. Drei Mal, wiederholt Patrick grinsend und tadelnd zugleich - und alles lacht.

Kurz nach 5 verlassen wir die Werkstatt: für eine Kontrolle, die keine 5 Minuten dauerte, haben wir über eine Stunde dort verbracht. Und in mir regt sich der Verdacht, dass es sich bei *reiblungslosen Abläufen* und *freundlichem Miteinander* um so ein *Entweder-Oder-Dingens* handelt - man kann nicht beides gleichzeitig haben.


Wie soll es anders sein, denke ich mit meiner Gartenküche sobald etwas im Garten geerntet wurde an Gerichte, die mir letzte/ vorletzte Saison gut schmeckten. Die Bohnen mit Reisnudeln fielen mir ein. Und Hannahs Sommerrrollen-Dipp - dieses Gericht ist eine Kombi aus beidem und dabei doch ein bißchen anders. Ich hätte locker nochmal Nachschlag nehmen können, obwohl ich pappsatt war, so lecker fand ich's.

Zutaten 2P:

120g Reisnudeln
400g Buschbohnen
1/2 Bund Frühlingszwiebeln

3 Datteln, klein
2 Knoblauchzehen
50g Erdnuss-Crème, crunchy
2 EL Tamari-Sauce
1 Stück Ingwer, wallnuss-groß
1/2 Zitrone, Abrieb davon
2 EL brauner Reis-Essig
100ml kochendes Wasser

2 EL gehackte Erdnüsse

Zubereitung:

Buschbohnen gipfeln (je nach Sorte den Faden ziehen) und in Salzwasser gar kochen, dann abschütten und unter kaltem Wasser abschrecken.

Die Reisnudeln nach Packungsanweisung garen (dauert in kochendem Wasser etwa 7min), abschütten und etwas Kochwasser auffangen und ebenfalls unter kaltem Wasser spülen.

Parallel die Sauce herstellen: dazu die Datteln entsteinen, kleiner schneiden und mit den 100ml kochendem Wasser übergießen. Den kleingeschnittenen Knoblauch und die restlichen Zutaten zufügen und fein pürieren.

Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. In einer Pfanne Nudeln, Bohnen und Sauce zusammen erwärmen, dabei den unteren Teil der Frühlingszwiebel (die weißen Ringe) direkt untermischen - eventuell (der Konsistenz zuliebe) noch etwas von dem aufgefangenen Kochwasser der Reisnudeln untermischen.

Auf Teller anrichten, mit dem Frühlingszwiebel-Grün und den gehackten Erdnüssen bestreuen.


Gastbeitrag von Hannah: „Snickers“ Eiscrème ZweiPunktNull

Samstag, 27. Juni 2020


Eines vorneweg: Das Rezept, was ich hernach vorstelle, hat von den Inhaltsstoffen absolut nichts mit dem nährwerttechnisch eher bedenklichen Schokoriegel eines amerikanischen Lebensmittelgiganten zu tun.

Aaaber - mit eben jener industriezucker- und fettreichen Riegelbombe verbinden sowohl mein Mann als auch ich Grenzerfahrungen und in genau diesen kam uns der erste Biss in die Schokoummantelung, hindurch durch nussig, klebrig süße Karamellschicht einfach gigantisch gut vor. Das Phänomen dabei: Nie mehr schmeckte uns ein „Snickers“ wieder so gut und nie mehr sonst haben wir das Bedürfnis nach einem „Snickers“ gehabt außer in diesen Situationen: Bei meinem Mann war es eine Reise nach Nepal mit Trekking zum Mount Everest Base-Camp, und nachmittags ein obligatorisches „Snickers“ an einem der Kiosks auf dem Weg. Bei mir war es der Biss in ein Snickers, auf einer Skihütte erstanden, bei der ich auf einer Skitour ankam, durchgefroren und ausgehungert, unendlich glücklich und dankbar diese im Schneesturm gefunden zu haben und nun in einen Schokoriegel beißen zu dürfen.

Die Phase der Suche nach Grenzerfahrungen liegt bei uns beiden schon eine Weile zurück und so brauchen wir auch kein „Snickers“ mehr. Was wir aber nach wie vor lieben, ist die Kombination aus (Erd)nüssen und Schokolade. Dass diese auch gesünder geht, liegt auf der Hand - im „echten Snickers“ sind vermutlich verhältnismäßig wenig Nüsse und noch weniger Kakao – dafür in diesem Eis umso mehr. Fix gemacht, eine gute Verwertung von in der Sommerwärme schnell nachgereiften Tigerbananen und einfach lecker, ist es bei uns im Sommer eigentlich immer vorhanden. Nicht zuletzt, weil es DAS „Slokoslakeeneis“ unserer Tochter ist.


Bei den meisten „Nicecreamrezepten“, die man im Internet findet, wird das Obst zuerst tiefgefroren und dann verarbeitet. Hat zwar den Vorteil, dass man dann gleich eine (eis)kalte Masse hat, die man gleich essen kann, mir war das aber irgendwie zu unpraktisch und zu wenig flexibel. So habe ich einfach mal probiert die Bananen direkt zu verwenden, also ohne sie vorher zu gefrieren. Hat den Vorteil, dass man für diese Variante auch nicht unbedingt einen extrem leistungsstarken Mixer benötigt. Eine Eismaschine braucht man im Übrigen für dieses Eis auch nicht. Es ist auf jeden Fall cremig und ohne lange Kristalle. Lediglich leicht antauen sollte man es vorm Genießen.

Zutaten:

2 gut reife Bananen
200 ml Kokosmilch (Dose)
75 g weiche Medjool Datteln*, entsteint gewogen
50 g + 25 g Erdnuss Mus „Crunchy“**
25 g Edel Kakao Pulver, ungesüßt
1 El Hanfsamen, geschält

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf 25 g des Erdnussmus‘ mit einem Standmixer oder leistungsstarken Pürierstab sehr gut pürieren.
Masse in eine Gefrierbox geben und nun die restlichen 25 g Erdnussmus in Tropfen draufgeben und ganz leicht einrühren.
Im Tiefkühler gefrieren.

* Wer keine weichen Datteln bekommt, nimmt die härteren und weicht sie 30 Minuten in etwas heißem Wasser ein. Die Datteln dann kurz abtropfen lassen und wie oben verwenden.

** Ich verwende stets ungesüßtes Erdnuss Mus. Gerne die leicht gesalzene „Crunchy“ Variante. Alternativ geht auch feines Erdnussmus ohne Salz, dann einfach eine Prise Salz zugeben.

Varianten mit zusätzlichen gerösteten Nüssen, Kakaonibs, Schokostückchen… alles lecker.
Statt der Kokosmilch kann auch die gleiche Menge süße Sahne verwendet werden, oder halb, halb...


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Gastbeitrag: Sommerrollen-Dipp von Hannah

Freitag, 26. Juli 2019


Es ist Sommer und wieder einmal darf ich Michas geöffnete Blogpforte passieren und hier einen Gastbeitrag veröffentlichen. Sicher, über einen Foodblogeinsteigertext geht es nicht hinaus, aber vielleicht gibt es da bei mir auch eine gewisse Scheu, schließlich bin ich hier Gast und bilde mir nicht ein, weder in Gedankenschärfe noch in Rezeptraffinesse, an Michas Beiträge heranzureichen. Die Rollenverteilung ist klar und das ist gut so. Nicht dass ihr denkt… 

Das Rezept, das ich vorstellen möchte, gehört auch in die Kategorie „Nebenrolle“ – was aber wäre das große Schauspiel ohne seine Komparsen? 

So sind Sommerrollen für mich DIE Entdeckung dieses Sommers. Keine Ahnung warum erst jetzt – ich glaube ich hielt sie für „kompliziert“ in der Herstellung. Bis sich eine Packung Reispapier bei uns in die Küche verirrte. Als mir dann klar wurde, dass man in diese halbtransparenten Papiere Blüten und Blätter miteinwickeln und damit ein wunderhübsch anzusehendes und natürlich leckeres Essen zaubern kann, war die Neugier entfacht. Und natürlich bin ich auch auf Michas Blog auf ein passendes Sommerrollen-Rezept gestoßen - nebst anfängerfreundlicher Verlinkung des Aufrollprozesses UND dem genialen Holzbretttipp. Bei der Füllung bin ich ganz bei Micha und neben diversen Gemüsestreifen gehören für mich unbedingt die Kombi aus fruchtiger Mango und cremiger Avocado in der Füllung und natürlich viele hübsche Blüten für alle Blumenmädchen und – jungs! 

Die Sauce, welche Micha dazu reicht, ist freilich auch sehr fein und asiatisch leicht. Ich mariniere einen Teil des Gemüses mit ihr und reiche ferner einen etwas reichhaltigeren Dip auf Erdnuss Basis dazu.

Mittags haben wir Hunger und so gibt’s ferner noch Reis als Beilage dazu (mache dafür weder Glasnudeln noch Reis in die Rollen). Für uns eine gelungene Rollenbesetzung. 


Zutaten: 

5 Stück große, weiche Medjool Datteln 
(entsteint gewogen waren es bei mir 110 g)
100 g Erdnuss Crunchy Mus (ohne Zucker, aber mit Salz)
2 EL Tamarisoße
1 Limette, Saft*
daumennagelgroßes Stück Ingwer
1 TL Limettenschale*
200 ml Wasser

Zubereitung 

Wasser aufkochen und über die entsteinten Datteln gießen. Kurz ziehen lassen.
Dann mit den übrigen Zutaten fein pürieren. 

Zusammen mit den Sommerrollen servieren!

*Anmerkung Hannah: wer keine Limetten zur Hand hat, kann genauso gut Zitrone verwenden

Dass sich Reste von diesem Dip prima auch als Salatsoße eignen, muss ich wohl kaum erwähnen? Bewährt bei uns etwa zu knackig gedämpftem Brokkoli, Bohnen, Erbsen und Zucchini…


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Kommunikation: Safran-Pasta mit Radicchio

Sonntag, 22. Januar 2017

*Wird euch das hier nicht manchmal zu einsam?* und fragende Augen mancher Feriengäste schauen uns dabei an. *Äh.... Nein!* antworten wir dann lachend. *Das ist doch überhaupt die Qualität, wieso wir hier leben: die Ruhe, die Stille, die Weite, die wilde Natur drumherum, die dünn besiedelt ist. Außerdem: Einsamkeit bedeutet nicht gleichzeitig Ereignislosigkeit.* Hat man sich erst einmal über längere Zeit darauf eingelassen, endeckt man erst die Tiefe, die darin steckt. Was gar nicht so leicht zu erklären ist.

Meist spuckt mir wie vernetzt dabei eine Geschichte im Kopf herum. Eine Geschichte, die der Abenteuer-Habib vor meiner Zeit erlebte und die er mir gar nicht so oft erzählen kann, wie ich sie immer wieder gerne hören würde. Und die geht so:


Es ist üblich, und manchmal lebensrettend, dass man bei Begegnungen in der Wüste anhält und sich austauscht. So auch dieses Mal, als die Wege des Habibs sich im Hoggar-Gebirge in der Zentral-Sahara mit einem Tuareg kreuzten. Er stoppte den Jeep und lud den Tuareg traditionell zum Tee ein. *Oh ja*, erklärte der Tuareg in dem Gespräch, *in der Wüste gibt es alles. WIRKLICH alles. Man muß sich nur in die Wüste richtig einklinken und mit ihr sprechen. Schauen Sie, gestern habe ich der Wüste gesagt: Liebe Wüste, ich habe nur noch zwei Streichhölzer, um Tee zu machen. Bitte schicke mir Feuer, denn mein täglicher Tee ist mir ganz wichtig. Und jetzt kamen Sie, und gaben mir ohne dass ich irgendetwas gesagt hätte, zwei Feuerzeuge. Genau so geht Wüste.*

Mit dem Garten dagegen in Absprache zu treten, ist vergleichsweise einfach. Quasi gut geeignet auch für Einsteiger in der nonverbalen Kommunikation. Der Frost färbte den Radiccio in sein leuchtendes Purpur-Violett, das wie eine kleine Sirene *Hier-Hier* ruft, *ich bin zum Verzehr bereit*. Einen Vermerk setze ich mir, die Nudeln öfters in ihrer Sauce fertig zu garen - das macht die Pasta wirklich besonders schlonzig.
Zutaten 2P:

170g Pasta (m: Troffie)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Döschen Safran
4 Datteln
6 halbe, getrocknete Tomaten
Harissa
1 kleiner Kopf Raddicchio
1/2 Bund Petersilie
Salz, Pfeffer
Olivenöl
2 EL Pinienkerne, geröstet
1 Stich Butter
Parmesa, frisch gerieben

Zubereitung:

Zwiebeln und Knoblauch fein würfeln. Datteln entkernen, klein würfeln, getrocknete Tomaten ebenfalls klein schneiden und Safran mit wenig warmem Wasser in eine Schale geben. Petersilienblätter abzupfen und grob hacken.  Radicchio putzen, waschen, trocken schleudern, quer in dünne Streifen schneiden.

Reichlich Wasser in einem Topf aufkochen. 

Parallel 3 El Öl in einem breiten flachen Topf erhitzen. Chili, Knoblauch und Zwiebeln darin andünsten. Salz in das Kochwasser geben und die Nudeln darin 5 Minuten garen.

Datteln mit dem Safranwasser und den Tomaten zur Zwiebelmischung geben und kurz mitrösten zugeben. Nudeln im Sieb abgießen, dabei ca.100-120 ml Nudelwasser auffangen. Nudeln und Nudelwasser zur Zwiebelmischung geben. Mit Harissa würzen. Unter häufigem Rühren garen, bis die Flüssigkeit fast vollständig aufgesogen ist und die Nudeln noch bissfest sind.

Die Hälfte der Petersilie, Radicchio, Pinienkerne und Butter untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit Parmesan und der restlichen Petersilie bestreuen.
Inspiration: E&T