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Affenhitze - Beignet de courgette à l'indien

Montag, 21. August 2023


Wie Kindergartenkinder an den hochgestreckten Fingern demonstrieren, wie alt sie sind, genau so nehme ich gerade die Finger zu Hilfe, um mir den Countdown runterzuzählen bis Freitag. Vier Tage noch. Dann endlich soll sich das Wetter drehen und die Affenhitze beendet sein. Behaupten die Meteorologen. Bis dahin dämmern wir wie im Fieber.

Nein, so geht Hochsommer nicht mehr. Wir sind kurz davor die 40Grad Marke zu knacken. Alle Lebewesen klappern mit Zähnen - wenn vorhanden - vor der Macht und Kraft der Natur. Gerade vor der ungebremsten Glut des mächtigsten Planeten nachdem unser Sonnensystem auch benannt ist.

Alles ist aufgeheizt, jedes Gießen ein Trofen auf den heißen Stein, die Nächte tropisch warm, alles nur noch abwarten, bis diese Episode Vergangenheit genannt werden kann. 

Gegessen muss dennoch werden.

Und diese kleinen, knusprigen Beignet sind es absolut wert, alle Widerstände gegen Frittiertes fallen zu lassen. DAS Rezept für Fritti-Skeptiker. Und für Zucchini-Hasser. Dann kann man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Dazu eine frische, kalte Joghurt-Sauce bzw.-Dipp und bei uns gab es noch einen Linsensalat zusätzlich - köstlichst! Große Empfehlung!


Zutaten 2P:

2 Zucchini (ca. 600g)
25g Mehl (m: D1050)
2 Eiweiß
Salz
1 TL Garam Masala
1/2 TL Kumin
1/4 TL Paprika
Öl zum Frittieren

 


 

Zubereitung:

Zucchini in feine Scheiben hobeln, in eine Schüssel geben, salzen, damit von Hand gut marinieren und 15min Wasser ziehen lassen. 

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen.

Zwischen 2 Händen nun die Flüssigkeit gut aus den Zucchini-Scheiben ausdrücken und in eine Schüssel geben. Mehl darüber streuen sowie die Gewürze und gut mischen (m: mit einem Eßlöffel). Dann das Eiweiß zufügen und dieses vorsichtig aber gründlich unterheben (etwa mit einem Spatel).

Portionsweise (m: mit einem Eßlöffel) in das heiße Fett setzen und golden und knusprig braten - auf Küchenkrepp abtropfen lassen und warm stellen.

Anmerkung m: für die übrigen Eigelb bietet sich an, diese zu Eis zu verwandeln - wie in das Eis wie Seide beispielsweise - oder Pasteis de nata. Oder ihr mischt sie beim Nudelnmachen in den Pastateig... Dafür lassen sie sich auch gut einfrieren.

 

Alt trifft neu: mediterrane Wirsing-Tarte

Freitag, 29. März 2019


In Frankreich lacht im diesem Frühling die Sonne im März, als wollte sie bereits Mai sein - und das noch dazu unaufhörlich. Regen meidet uns beharrlich. Alles ist mindestens drei Wochen früher dran als sonst. Der Habib fühlt sich erinnert an Sri Lanka, als er auf 2000 Meter Höhe die altangelegten englischen Gärten rund um die Kolonial-Villen der Tee-Plantagen-Besitzer bestaunte: alles blühte dort gleichzeitig, die Sonnenblumen neben den Schneeglöckchen samt sämtlichen Blumen dazwischen. Das hat in der Drôme gerade ähnliche Tendenzen: die ersten Glyzinien blühen bevor die Magolien verblüht sind (für die wissenden Botaniker). Das ist echt bizarre! Gänseblümchen und die erste Wildorchidee sind hingegen nur ein wenig verfrüht. Ihr werdet mir nachsehen müssen, wenn die nächsten Rezepte unweigerlich mit Blüte garniert werden. Gartenküche-Fetisch quasi!

Und während alles duftet und zwitschert, lenkt die Natur eigentlich nur davon ab, dass gerade draußen nicht viel zu holen ist. Ganz im Gegenteil: die Beete werden abgeräumt, um der neuen Aussaat Platz zu machen. Außerdem fängt das letzte, übriggebliebene Gemüse nun nach und an zu schießen an.

Also bastle ich schnell noch eine Tarte aus dem Wirsing. Durch  etwas Tapenade ziehe ich ihn Richtung Frankreich, den Kreuzkümmel gebe ich der besseren Bekömmlichkeit dazu. Und damit der Frühling trotzdem noch mit auf dem Tisch steht, habe ich uns wieder etwas Pesto gemixt und in den begleitenden Salat gemengt. Voilà - fertig ist ein alltagstaugliches Saison-Gericht!



Zutaten 2P:

100g Einkorn-Vollkorn
100g Dinkel 1050
100g Butter
1 EL Quark
1 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
1 Schuss Essig
kaltes Wasser

500g Wirsing
Raps
2 Eier
100g Crème fraîche
Piment d'Espelette
1 EL grüne Oliven-Tapenade
1/2 TL Kreuzkümmel
Salz, Pfeffer
150g Fourme d'Ambert


Zubereitung:

Die Butter in kalten Flöckchen unter das Mehl arbeiten, würzen, Quark, Essig und kaltes Wasser unterarbeiten und zügig zu einem homogenen Teig verkneten. In Folie wickeln und eine gute Stunde in gute Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Wirsing halbieren, vom Strunk befreien, waschen und die großen Rippen der großen Blättern rausschneiden. Dann den kompletten Wirsing in grobe Stücke schneiden. In einem Schmortopf den Wirsing in dem Rapsöl auf heißer Flamme anrösten bis man es ihm ansieht. Ablöschen mit ein wenig Gemüsebrühe, würzen mit Kreuzkümmel, Herd kleiner stellen, Deckel auflegen und weich garen - dabei sollte die Gemüsebrühe völlig verdampfen. Mit dem Zauberstab grob pürieren.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig aufwellen und eine Form (  22cm) mit hochgezogenem Rand auskleiden. Den Boden mit einer Gabel mehrfach einstechen. 

Ofen auf 210° (O/U-Hitze) vorheizen.

Eier mit Crème verqurilen. Tapenade untermischen, ebenso den in Würfel geschnittenen Fourme d'Ambert. Wirsing dazu geben. Würzig abschmecken. Die Füllung auf den Boden der Tarte geben und glatt streichen und die Tarte auf die 2.Schiene von unten in den Ofen schieben.

20min bei 210° backen, dann runterschalten auf 190° und in weitere 40min fertig backen.


Atmen: Blumenkohl-Curry-Crumble mit Kokos

Montag, 4. März 2019


Eben habe ich hintereinander einen Roman über die Tuareg (semi-befriedigend) und einen über die Tschuktschen (sehr viel erfreulicher) beendet. Beide verweisen immer wieder auf die Schrecken des *Kolonialismus*. Ein Thema, bei dem ich am liebsten in schönster Schildkröten-Manier meinen Kopf zurück in den Pullover ziehen will. Je mehr ich darüber erfahre, umso mehr schäme ich mich meiner weißen Hautfarbe. Und umso mehr bleibt nur der folgerichtige Schluß, dass meine Rasse mit einem Fluch der bösen Taten belastet ist. Die andere Seite der Medaille von Fortschritt, Expeditionen, Entdeckungen und Ruhm könnte nicht dunkler sein.

Die einst nomadischen Bewohner der Zentral-Sahara samt ihren Ausläufern nennen sich selbst nicht *Tuareg* (der Name stammt aus der Kolonialzeit) - sie bezeichnen sich als Kel Tamasheq (en berbère : ⴾⵍ ⵜⵎⵛⵈ , was ungefähr so viel heißt wie *Menschen der eigenen Sprache*) -  in ihrem Selbstverständnis noble, stolze, freie Menschen mit eigenen Gesetzen halten sie sich gar für eines der ältesten Völker der Welt - man nimmt an, dass die Berbersprache schon an der nordafrikanischen Küste westlich von Ägypten 4.000 vor Christus gesprochen wurde.

Die Tschuktschen sind ein indigenes Volk Sibiriens - auch sie nennen sich selbst anders, nämlich *Luoraweltan* ( ļyg’orawetļ’an  - *echte Menschen*). Sie besiedelten den äußersten Nordosten Russland (der türkisene Zipfel) angrenzend an die Küste des Nordpolarmeeres und der Beringsee besiedelte, wo sie Wale, Walrosse und Robben jaggten und Kälte und Dunkelheit trotzen.

Beide Völker (nicht verwandt, nicht verschwägert) scheint ein grundverschiedener Lebensraum zu trennen (Wüste verus Sibirien) und doch eint sie eine Eigenart. Sie küssen traditionell gleich. Und zwar küssen sie eigentlich überhaupt nicht. Also nicht was wir unter *Kuss* verstehen. Man legt die Nase aneinander und nimmt den Atem des jeweils anderen auf. *Mletkin erinnerte sich, wie zart und beinahe lautlos die junge Giwewnëu mit der Spitze ihrer winzigen Nase seine Nase berührte. In dieser leichten Berührung war große Zärtlichkeit verborgen*, schreibt Juri Rytchëu in *Der letzte Schamane*. Zarter kann ich mir Küssen auch nicht vorstellen als diese vorsichtige Beschnuppern der Luft des anderen. Liegt also mehr Intimität in dem unbewußten Akt des Atemschöpfens (*Atem schöpfen* - was überhaupt ein schöner Begriff!) und seinem Austausch, als ich mir seither je ausmalte? Ein interessanter Artikel zum Thema *Atem* findet sich beim Deutschlandfunk - er zeigt u.a. welche Bedeutung ihm die Weltreligionen zuschreiben.

Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:
Die Luft einzuziehen, sich ihrer entladen;
Jenes bedrängt, dieses erfrischt;
so wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich preßt,
und danke ihm, wenn er dich wieder entläßt.
(Goethe)

Inhalieren wird bei diesem Eintopf allerdings nicht reichen. Ich schlage vor, den Löffel stetig, gleichmäßig und mit Appetit zum Mund zu führen - sonst könnte einem das Wesentliche dieses Gerichts entgehen.


Zutaten 2P:

1 EL Kokosöl 
1/2 Blumenkohl (ca. 500g) 
je 1/2 EL Kreuzkümmelsaat, Koriandersaat und Currypulver 
je 1/2 TL Kurkuma und Schwarzkümmel 
1 Zwiebel, klein  
1 Stück Ingwer, walnussgroß
2 Zehen Knoblauch
 
Harissa  
80g gegarte rote Linsen  
200ml Kokosmilch   
2 EL Kokosraspeln  
1 EL Panko Salz
Pfeffer aus der Mühle  
eine Handvoll Thai-Basilikum

Zubereitung:

Blumenkohl in Röschen brechen. 2 EL vom Blumenkohl in feine Scheiben schneiden und zur Seite legen. Zwiebeln und Knoblauch fein hacken. Ingwer ebenfalls schälen unf fein würfeln.

Parallel die Linsen aufsetzen mit einem Stück Kombu-Alge weich garen (dauert ca. 10min). 

Öl in einer Pfanne erhitzen und den Blumenkohl von allen Seiten anbräunen.

In einer kleinen Extra-Pfanne die Gewürze anrösten bis sie duften, dann zur Seite stellen.

Zwiebel und Knoblauch,sowie Ingwer zum Blumenkohl geben und glasig dünsten, dann Gewürze, Linsen, Kokosmilch zufügen, Deckel auflegen und bei kleiner Hitze ca. 10min sanft köcheln lassen. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Harissa.

In der kleinen Extra-Pfanne die 2 EL Blumenkohl rösten bis er schön Farbe angenommen hat, kurz vor Ende Panko und Kokosraspeln mitbraten.

Zum Servieren den Basilikum in Streifen schneiden und mit dem Crumble über das Curry geben.

Quelle: Susanne von magentratzerl - die Eier von dort habe ich für diese Version rausgekürzt


 
 

Parpadelle mit Sherry-Tomatensauce und Hackbällchen

Samstag, 24. September 2011

Von der Gewürzorgie hatte ich noch von dem Gewürzöl übrig - praktischerweise. Denn daraus habe ich Fusion-Küche at its best gemacht. Also Fusion im Sinne von *Verschmelzung der wöchentlichen Ideen und Vorräte*.

Von den Spinatknödeln habe ich den Schliff mit dem Sherry für die schlichte Tomatensauce genommen, was mir in Zusammenhang mit den Knödeln schon bestens gefallen hat. Und die Hackbällchen habe ich zusätzlich in dem Gewürzöl vom Vortag gebraten. Wurde leckerlecker! Und überhaupt kein Gewürz-Gerangel.

Noch gibts ja frische Tomaten und das werden wir auch bis zum Schluß auskosten. Für mich undenkbar und nicht vorstellbar, dass man Tomaten über haben kann - egal wie zubereitet! Geht euch die Lust an Tomate irgendwann im Laufe des Sommers verloren?

Zutaten:

Parpadelle

200g Mehl
2 Eier
1 Prise Salz
2 EL Olivenöl

Hackbällchen

1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
400g Rinderhack
3 EL Semmelbrösel
1 Ei
2 EL feingeschnittene Petersilie
Salz, Pfeffer
1 Msp Kreuzkümmel
1 Msp Koriander
1/4 TL Harissa

Sauce:

1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
3 EL Olivenöl
500g reife Tomaten
3 EL Sherry
Salz, Pfeffer
brauner Vanillezucker
Piment d'Espelette

Zubereitung:
Zutaten für die Nudeln wie gewohnt zu einem homogenen Teig verkneten und kühl stellen. Dann den Teig dünn ausrollen und zu Parpadelle schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch ausbreiten.

Für die Hackbällchen Schalotte, Knoblauch und Petersilie fein schneiden. In etwas Öl Zwiebel mit dem Knoblauch glasig dünsten. Das Hack mit den Semmelbröseln, Zwiebeln, Knoblauch, Petersilie, Ei und den Gewürzen pikant abschmecken.

Zu kleinen Bällchen formen und nach und nach in 2 EL Öl in einer Pfanne rundherum ca. 8-10 Minuten goldbraun braten. Warm stellen.

Die feingewürfelte Zwiebeln und Knoblauch in etwas Olivenöl anbraten. Die Tomaten häuten und in Stücke schneiden. Zu der Zwiebel in den Topf geben, den Sherry anschütten und zugedeckt 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Zucker und Chili abschmecken. 5 Minuten vor Ende die halbierten Kocktailtomaten dazugeben.

Calamaretti-Pfanne mit Artischocken - Urlaub zu hause

Donnerstag, 15. September 2011

Obwohl diese Portion für 2 Personen ordentlich ist, haben wir uns lässig als so tüchtig erwiesen, dass wir nichts übrig gelassen haben. Allein wenn man die Zutaten durchliest, erkennt man die Urlaubs-Wirkung von diesem Essen: Artischocken, Sepien, Salzzitrone und frisches Gemüse aus dem Garten. Seufzz, ich höre das Meer rauschen.

Inspiration zu diesem Gericht war mir Eline. Sie wieß auf folgenden schlichten Tatbestand hin - Zitat:...es macht einen grossen Unterschied, ob man alles in die Pfanne wirft und zusammen röstet, oder ob man die Zutaten in der richtigen Reihenfolge und mit der richtigen Geduld so röstet, dass der Garpunkt und die Bräunung bei allen Komponenten passt. Gleiches gilt zum Beispiel auch für ein gelungenes Ratatouille. Nacheinander gedünstet ergibt das eine wunderbare Beilage, alles zusammen gleichzeitig in einem Topf zubereitet mehr Suppe, dafür weniger Aroma. Ganz deiner Meinung, Eline.

Denkbar schlicht demnach die Zubereitung, wenn erst einmal alles geputzt ist. Und als gästetaugliches Entrée ist dieses Gericht auch vorgemerkt. Nicht weil so unkompliziert, etwas Putzerei ist es schon, aber weil es gar so köstlich schmeckt.

Zutaten:

400g Calamaretti (geputzt)
2 Artischocken (groß)
2 Kartoffeln
1 Paprika
250g Cocktailtomaten
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
Salz, Pfeffer
Thymian
Kreuzkümmel
Koriander
1/2 Salzzitrone (Schale)
Harissa
Zubereitung:

Artischocken putzen und sofort in eine Schüssel mit Wasser und Zitronensaft geben. Kartoffeln schälen und klein würfeln. Paprika und Schalotte in feine Streifen schneiden, Knoblauch in feine Stifte, die Coktailtomaten halbieren. Bei den Sepien kontrolieren, ob alle Schnäbel entfernt sind und in gefällige Stücke schneiden.

In einer Pfanne die Artischocken (die Viertel schneide ich in dünnere Scheiben) mindestens 10 Minuten in etwas Öl dünsten. Rausnehmen, warmstellen und die Kartoffelwürfel rösten - auch ca. 10 Minuten. Kartoffeln in Schüssel zu den Artischocken geben, nun den Paprika andünsten. Raus. Dann die Schalotte und den Knoblauch.

In einer extra Pfanne etwas Öl erhitzen und bei starker Temperatur die gepfefferten Calamarettir ca. 1 Minute pro Seite scharf braten (dabei sollten sie in der Pfanne genügend Platz haben, damit sie keinen Saft ziehen könne). Leicht bräunen und salzen. Nun die Temperatur senken und das vorgegarte Gemüse dazu in die Pfanne rühren. Die Salzzitrone in feinen Streifen, die Thymianblättchen und die Coktailtomaten unterheben. Mit Coriander und Kreuzkümmel, Pfeffer und Harissa pikant abschmecken.

Hasenfest - lauwarmer Möhrensalat mit Cumin

Freitag, 5. August 2011

Als ich die schönen bunten Möhren auf dem Markt gesehen habe, konnte ich nicht an ihnen vorbeilaufen. Vermutlich war ich in einem früheren Leben ein Hase, denn mir können sie nicht zu den Ohren rauskommen. Möhren werten meiner Meinung nach sämtliche Gerichte auf. Beim Essengehen bekomme ich sie oftmals von meinem Habib, der um meine Vorliebe weiß, zugeschanzt. Diesen hübschen Bund Möhren wollte ich ganz schlicht zubereiten.

Dank Juttas Terrine war mir wieder im Kopf wie schön Karotte und Kreuzkümmel zusammenpassen. Und so habe ich den beiden auch ganz die Bühne überlassen. Ich, als alter Hase, hätte zwei solcher Schüsseln essen können. Welches Gericht wäre euch in den Sinn gekommen, um die bunten Möhren zur Geltung zu bringen?

Zutaten:

1 Bund Möhren
1 Knoblauchzehe
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 EL Butter
1 EL brauner Zucker
2 EL Petersilie, fein geschnitten
Salz /Pfeffer
1 Prise Chili
(optional: 2 EL Orangensaft)

Zubereitung:

Möhren waschen und in schräge, nicht zu dünne Scheiben schneiden. Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Möhrenscheiben ca. 8 Minuten garen. 

Währenddessen in einer Pfanne die Butter schmelzen und den Zucker darin karamelisieren lassen. Den Knoblauch dazu pressen, die abgetropften Möhren mitkaramellisieren und mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken.

Die feingeschnittene Petersilie unterheben. Wer noch etwas Säure entbehrt, der würzt noch mit etwas frisch ausgepresster Orange - ich mags gerne pur süß.

Chicken Tikka Masala - une semaine inspirée par les autres

Montag, 4. Juli 2011

Was hat mich wohl zum Bloggen gebracht? Na? Klar, all meine Vorgänger. Genau diese leidenschaftlichen Schürzenträger haben mich in der Küche sehr inspiriert. Kein Kochbuch könnte mir die Blogs im Netz ersetzen. Zumal alle zuhause für die ihren kochen - sozusagen stinknormale Voraussetzungen. Soviel Rezepte wie aus den Blogs habe ich aus keinem Buch nachgekocht. 

Wirklich, ich bin ein großer Nachahmer der schönen Gerichte, à la *gestern gesehen, heute gekocht*. Einige wenige der letzten Tage will ich euch diese Woche stellvertretend für die vielen vielen anderen nachgekochten zeigen und mich damit bei all den fleißigen Bloggern bedanken für die wunderbare Inspiration. GRAND MERCI! Bleibt am Herd!
Dieses indische Gericht habe ich schon öfters nachgekocht. Indisch koche ich, im Verhältnis dazu wie gerne ich es esse, viel zu selten. Umsomehr brauche ich dafür Anregung von außen. Dieses Essen ist aber so leicht und schnell zubereitet - man darf sich von der Liste an Gewürzen nicht abschrecken lassen. Quasi nahezu Indish-Fast Food! Mehr als eine halbe Stunde (wenn man das Fleisch nicht länger marinieren lassen möchte) brauchts nicht. Auf meiner Reise durch Burma habe ich mich sehr viel indisch ernährt. Lauter schöne Erinnerungen. Zudem ein prima Bestimmungsort für Tomaten und Paprika aus unserem Treibhaus.

Wers orginal wie Petra kochen möchte, mischt auch das Garam Masala nach ihren Vorgaben - ich habe sie unten angestellt. Ich habe mein aus Ägypten importiertes benutzt.

Zutaten - 4 Personen:
adaptiert nach Raghavan Iyer, 660 Curries
Huhn-Marinade

600 g Hähnchenbrustfilet, in knapp 2-3 cm breiten langen Streifen ( nicht zu dünn!!)
125g Joghurt (griechischer, stichfester ist besser/m: eigene Produktion)
2 Knoblauchzehen, durchgepresst
2 cm Ingwer, feinst gerieben
2 EL Koriandergrün (Stiele und Blätter), fein gehackt
2 TLgemahlene Koriandersamen
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1 1/2 TL Paprika edelsüss, gemischt mit
1/2 TL Cayennepulver
1 1/2 TL grobes Meersalz
1/2 TL Punjabi Garam Masala

1/2 TLKurkuma
 

Sauce:

2 EL Butterschmalz (Ghee)
1 kleine rote Zwiebel, grob gehackt*
1 kleine rote Paprikaschote, entkernt, in 1-cm-Würfelchen (hier: 1/2 grosse)
eine grosszügige Handvoll Mandelblättchen (in die hohle Hand schütten)
eine grosszügige Handvoll Rosinen
1 Dose (400 g) gehackte Tomaten mit Saft (m: 3 Tomaten)
50 ml Schlagsahne
1/2 TL grobes Salz
1 Messerspitze Cayenne (bei uns: Habanero-Pulver)
1/2 TL Garam Masala
Koriandergrün, zum Servieren
 

Vorbereitung: 

Die Zutaten für die Marinade verrühren und das Huhn gut darin wenden, mindestens 30 Minuten, besser 5-6 Stunden durchziehen lassen (im Kühlschrank, abgedeckt).
Zubereitung: 

Ein Backblech gut mit Alufolie auslegen, den Backofengrill auf maximum vorheizen. Zutaten für die Sauce bereitstellen.

In einem kleinen hohen Topf (das ist wichtig damit die Zutaten gut “schwitzen” können) Zwiebel, Paprika, Mandeln und Rosinen langsam im Butterschmalz anschwitzen.

Die Hühnerstreifen nebeneinander auf das vorbereitete Blech legen und im heissen Ofen auf der zweitobersten Schiene grillen bis sie anfangen gegrillt auszusehen, wenden, von der anderen Seite ebenfalls grillen – nicht zu lange, sonst wird das Fleisch trocken!

Nach knapp 10-12 Minuten sollte der Saucenansatz beginnen Farbe zu nehmen, und alle Gemüse weich sein. Jetzt die Tomaten zugeben, kurz durchkochen lassen. Vom Herd ziehen, die übrigen Zutaten bis auf das Koriandergrün zugeben, mit einem Mixstab glatt pürieren.

Das gegrillte Huhn in einer Servierschüssel mit der Sauce mischen, mit Koriandergrün dekorieren und servieren.
Bei uns gabs dazu Reis.
Punjabi Garam Masala 
1 EL Koriandersamen
1 TL Kreuzkümmel, ganz
1 TL Nelken, ganz
½ TL schwarze Pfefferkörner
½ TL Kardamomsamen, aus schwarzen Kardamomkapseln
3 Stück Zimtstange, je ca. 7 cm lang, grob zerbröckelt
3 Lorbeerblätter, frisch oder getrocknet
Eine kleine Pfanne auf mittlerer Flamme erhitzen. Die trockenen Gewürze darin anrösten, etwa 1-2 Minuten, dann sofort auf einen großen Teller geben und komplett erkalten lassen.

Ausgekühlt in einer Gewürzmühle oder alten Kaffeemühle durchmahlen.

Quelle: Petra von Foodfreak/ Datenhamster - das beste Tikka Masala

Dorade mit Oliven-Mandel-Couscous und Gurken-Joghurt

Freitag, 24. Juni 2011

Nie werde ich vergessen, wie die Fähre in Marokko anlegte und wir in Tanger an Land gingen. Einmal übers Mittelmeer und in einer anderen Welt. Mein Mann amüsierte sich köstlich über mein beeindrucktes Staunen. Er hat mehrere Jahre in arabischen Ländern gearbeitet und dort gelebt - auch Tanger kennt er gut. So machte er sich einen Spaß daraus, mich dort direkt ins Leben zu werfen. Gleich am ersten Abend aßen wir Bessara, und das war mir derart fremd, dass ich nicht sagen konnte, ob es mir nun schmeckt oder nicht. In den folgenden Wochen habe ich die Suppe noch sehr oft gegessen und auch das Fremdeln sein lassen ;)!
Und dann hüpfe ich in Gedanken weiter nach Ägypten, wo wir mit dem Rucksack unterwegs waren. Wenn ich da von diesem kleinen Gartenrestaurant erzähle, in dem wir uns fast schon verschwenderisch die komplette Vorspeisen-Auswahl bestellt haben, die Mezze, dann werde ich mit dem Schwärmen nicht mehr fertig. Was sind die Araber groß in Sinnesfreude! Meine ersten Berührungen mit der arabischen Welt, mein erstes arabisches Essen hier.

Das wunderschöne Buch *Mezze - ein Genuss* habe ich Miriam zu verdanken. Sie hat es mir nicht nur empfohlen, sie hat es mir auch besorgt, obwohl es zur Zeit leider vergriffen ist. Ich bin mir sicher, dass ich daraus noch einiges kochen werde. Abgesehen davon, dass der Einfluß der arabische Küche aus Südfrankreich nicht wegzudenken ist, paßt sie wunderbar zu den heißen Sommertagen.
Zu dem Fisch und dem Couscous habe ich einen Salat aus gleichem Buch gemacht. So sind wir zu zweit von dieser Mezze satt geworden. Einzig die Marinade für den Fisch würde ich beim nächsten Mal leicht verändern. Vielleicht noch ein bißchen Petersilie?! Ich freue mich schon auf weitere Kochversuche aus diesem Buch.

Zutaten für den Fisch:

4 Rotbarben (à 60-70g, küchenfertig vorbereitet/ m: 2 Doraden)
Salz
1 unbehandelte Zitrone
1 große Tomate
1 Knoblauchzehe
1/2 TL Harissa
1/2 TL gemahlener Cumin
2 EL Mehl

für den Couscous:

50g Mandelstifte
50g grüne Oliven ohne Stein
1 Bund Koriandergrün
170ml Gemüsebrühe
100g mittelfeiner Couscous (Instant)
1/4 TL Kurkuma
2 EL ÖL
Zubereitung:

Rotbarben kalt abspülen, abtupfen und innen salzen. Die Zitrone in Schieben schneiden, manche davon halbieren, die Tomate ebenfalls nach Entfernen des Stielansatzes in Scheiben schneiden.

Für die Fischmarinade den Knoblauch schälen und mit 1/2 TL Salz zerdrücken. Mit Harissa und Cumin zu einer Paste vermischen - diese in die Bauchhöhle des Fisches streichen, zudem jeweils eine Schiebe Zitrone.

Mandelstifte in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Hälfte der Oliven hacken, den Rest ganz lassen oder halbieren. Koriander waschen, trockenschütteln, einige Blätter für die Dekoration zur Seite legen, den Rest hacken.

Die Brühe erhitzen. Couscous mit Kurkuma und etwas Salz mischen. 1 EL Olivenöl zugeben, mit heißer Brühe aufgießen. Abgedeckt 5-6 min quellen lassen. Mit zwei Gabeln auflockern. Gehackte Oliven, Mandelstifte und gehackten Koriander untermischen.

Fisch von außen salzen. im Mehl wenden. Grill (m: Pfanne) mit 1 EL Öl einstreichen, Rotbarben von jeder Seite 4 min grillen. Zum Schluß die Tomatenscheiben von jeder Seite mitgrillen.

Rotbarben mit Couscous und Tomaten anrichten. Mit Koriandersängeln, halben Zitronenscheiben und restlichen Oliven dekorieren.
Gurken-Joghurt

1 große Salatgurke
4-5 Stängel Minze
500g griechischer Joghurt (10%)
Salz
1 EL Zitronensaft
1/2 TL gemahlener Cumin
1 Knoblauchzehe
1 EL Olivenöl

Gurken schälen und die Kerne mit einem Teelöffel entfernen. Das Fruchtfleisch fein würfeln, in einem Sieb abtropfen lassen. Minze waschen, trockenschütteln und die Blättchen abzupfen. Einige Blättchen beiseite legen, den Rest fein hacken.

Joghurt mit Salz, Zitronensaft und Cumin verrühren. Knolbauch schälen, dazupressen und untermischen. Gurkenwürfel unterheben und 1 Std. kalt stellen. Vor dem Servieren mit Öl beträufeln und mit Minzeblättchen garnieren.
Quelle: Mezze - ein Genuss (für den Genuss) von Bettina Mattaei und Mohamad Salameh, GU

Alex, von fotoefornelli teilt meine Begeisterung. Sie hat daraus bereits die Würzmöhren, zwei Rezepte mit Zucchini und die appetitlichen Möhrenkroketten mit Aprikosen gemacht.

Und als hätte ich es nicht gewußt, wird man wie immer auch bei Petra fündig und zwar mit dicker Auswahl von schon ausprobierter Mezze. Bei Petra schmeckts mir einfach ;)!