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Biographien - Douce Steiners Couscous mit Auberginenröllchen

Donnerstag, 27. Juli 2017


Neben meinem Steckenpferd-Thema liebe ich Biographien allgemein sehr. Ganz innig wieder mit meinem Goethe (aus Wahlverwandtschaften): * Dem einzelnen bleibe die Freiheit, sich mit dem zu beschäftigen, was ihn anzieht, was ihm Freude macht, was ihm nützlich deucht; aber das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.*

Und in jeder Biographie finden sich Details, zu denen ich lächelnd nicke oder kräftig den Kopf schüttle - da geht es mir wie wohl allen: Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir fremd (Terenz). Für mich sind Lebensgeschichten spannender wie jeder Krimi und der Inbegriff dafür, wie vielfältig, wie individuell, wie unbegreiflich unterschiedlich die menschlichen Wege sind: ein endloses Kaleidoskop von menschlichen Möglichkeiten in alle Richtungen...

Biographien entfalten naturgemäß ihren Reiz dann besonders, wenn man sie rückwärts betrachtet. Erst so schleicht sich manchmal - bewußt oder unbewußt - ein Sinn in eine Lebensgeschichte, werden Wegkreuzungen sichtbar, Begegnungen zu tiefen oder flüchtigen, Begebenheiten unausweichlich und folgerichtig, lassen sich Konsequenzen, ja, Zusammenhänge erkennen, wird mit Abstand und Erfahrung bewertet, gewogen und eingeschätzt.

Für all diejenigen, die einen ähnlichen Faible haben, empfehle ich dieses Interview mit Elke Heidenreich. Regelrecht klebrig lausche ich Elke, wie sich versucht, aus einzelnen Maschen, aus einzelnen Geschichten, einen Pullover, ein Leben zu stricken - ihr eigenes. Das ist aus vielerlei Gründen kurzweilig. Zum einen, weil ich an Elke schon immer diese Ungezwungenheit mochte. Sie hat erkennbar keinerlei Interesse an Fassade. Ihr ganzes Wesen strömt einen störrischen Freigeist aus, der nicht bereit ist, sich hinter Schminke zu verstecken. Rau auch ihre vom Krieg (da ist er wieder) noch geprägte Kindheit mit seinen Nachwehen.

Wie gut gefällt mir ihre Beobachtung, dass manches im Leben *traumtänzerisch* passiert. Über ihren literarischen Erfolg sagt sie: *Ich schaffe alles schlafwandlerisch. Ich weiß nie warum. Man darf mich nicht wecken und sagen, wie hast du's gemacht. Ich habe keine Ahnung.* Und das kennt bestimmt nicht nur Elke, dass etwa in schöpferischen Prozessen oder Momenten großer Gefühlstiefe das Bewußtsein nicht mitkommt.  Elke zweifelt nicht, dass ihre Geschichten auch etwas mit ihr zu tun haben - sie konnten nur mir so passieren, meint sie. Und so nennt sie ihr neues Buch *Alles kein Zufall*. Aber so richtig an ein Drüben, an geistige Zusammenhänge will sie inkonsequenterweise dennoch nicht glauben...

Natürlich merkt man ihr auch an, dass sie sich Zeit ihres Lebens übte, mit Worten zu spielen. Sie ist eine gute Erzählerin und damit gleichzeitig eine gute Selbstdarstellerin. Ich erinnere mich dabei an diese Beobachtung: für Offenheit und Ehrlichkeit sieht man im Gegenzug vieles nach. Sie übt oft sehr unbeschönigt eigene Manöverkritik - das nimmt mich für sie ein.

Erstaunlich für mich selbst - als Rückkopplung - finde ich, dass man bei anderen Menschen so viel leichter erkennt, wenn sie sich selbst in die Tasche lügen, die Dinge so drehen und wenden, dass sie milde-freundlicher klingen. Das machen wir alle - nur sind wir dabei betriebsblind und es fällt uns in aller Regel noch nicht einmal auf.

Zurück zum Essen! Der Hochsommer ist da und mit ihm sein kulinarisches Dreigestirn: Zucchini, Aubergine, Tomate! Die fantastischen Drei werden uns hier nun öfters begegnen. Beginn macht ein köstliches Rezept, das von Douce Steiner inspiriert ist. Besonders gut gefällt mir die Schlichtheit der Zutaten und wie gefällig sie dieses Essen anrichtet und präsentiert.

Zubereitung 2P*:

2 Auberginen
3 Zweige Thymian
1 Schalotte
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
ca. 5 EL Gemüsebrühe
ca. 1 Zitrone, Saft davon 
Salz, Pfeffer
Olivenöl

90g Couscous
200ml Gemüsebrühe
1 Bund Basilikum
1 Limone, Zesten, etwas Saft
Basilikum-Öl
Harissa
(optional: 1 TL délice de tomate**)

zum Anrichten: diese Paprika-Sauce

Zubereitung:

Die Auberginen der Länge nach und in der Mitte in 12 dünne Scheiben schneiden (m: Börner-Hobel). In wenig Öl in einer Pfanne von beiden Seiten leicht Farbe annehmen lassen - auf einem Küchentuch etwas entfetten.

Die übrige Aubergine in Würfel schneiden, die Zwiebel fein schneiden. In etwa 4 EL Öl zuerst die Zwiebel zusammen mit den Thymianblättchen glasig dünsten, Auberginenwürfel zufügen, ebenfalls kurz mitrösten. Und bei kleiner Flamme und aufgelegtem Deckel samt Zitronensaft und Brühe die Auberginen zu einem Mus verkochen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen.

Das Püree portionsweise auf die Auberginenscheiben setzen und aufrollen. Vor dem Servieren - falls man sie nicht kalt genießen mag - nochmals in einer Pfanne erwärmen.

Parallel das Couscous in die kochende Gemüsebrühe schütten und ca. 15min bei aufgelegtem Deckel quellen lassen. Den Basilikum sehr fein hacken. Die Gewürze, das Öl untermischen, abschmecken und mit zwei Löffeln Nocken abstechen (sollte das nicht möglich sein, fehlt Flüssigkeit - etwa Brühe).

*Anmerkung m: dieses Gericht eignet sich auch wunderbar als Vorspeise - dann für 4 Personen. Es läßt sich prima vorbereiten und damit ideal für eine Gäste-Einladung! 

**délice de tomate ist ein Püree aus in Öl eingelegten Tomaten, Knoblauch und Gewürzen
 Inspiration: Douce Steiner

Basmati-Wildreis-Puffer mit Frühlingszwiebeln, Limettenmayonnaise und Graved Lachs

Montag, 5. September 2011

Puffen kann man ja quasi fast alles. Jetzt nicht gleich mit Kopfsalat kommen - ihr wißt, wie ichs meine. Und damit gehts mir wie Barbara: Rösti, Bratlinge und wie man sie nennen mag, haben so eine Fast-Gelinggarantie, das schmeckt allermeistens. Wie im Zweifelsfall mit Käse überbacken. Sieht nach nichts aus, schmeckt nach nix: in Gratinform, Käse drüber, in Ofen. War in den zarten, knospigen Kochanfängen mein Allheilmittel. 

Diese Wildreispuffs haben einen ungewohntes Mundgefühl und sind ein leichtes Essen auf den Abend, das im Handumdrehen zubereitet ist. Finde ich aber auch als Entrée keine schlechte Idee, zudem variabel in Gemüse und Kräutern. Ich habe noch die Saison des frischen Estragons ausgenutzt. Das habe ich fein gemacht :ö)!

Zuta­ten für 4 Personen 

125 g Oryza ›Bas­mati & Wildreis‹
(m: Mischung aus riz long, rouge, sauvage)
½ Limette 
100 g Joghurt 
25 g Mayonnaise
Piment d'Espelette 
Salz 
Pfef­fer 
Zucker 
3 Eier 
100 ml Milch 
Öl 
4 gehäufte EL Mehl 
1 TL Backpulver 
1 Früh­lings­zwie­bel 
(m: 3 Stiele Estragon)
(m: Harissa)
100 g Erbsen 
250 g Gra­ved Lachs in Scheiben
Zube­rei­tung  

Reis­mi­schung nach Packungs­an­wei­sung in Salz­was­ser garen. Limet­ten­schale fein abrei­ben, den Abrieb mit dem Saft der Limet­ten­hälfte, dem Joghurt und der Mayon­naise glatt rüh­ren. Mit Salz, Pfef­fer und einer Prise Zucker würzen.

Eier mit Milch und 1 Ess­löf­fel Öl glatt rüh­ren. Mehl und Back­pul­ver mischen und mit dem Schnee­be­sen unter die Eier­milch rüh­ren, mit Salz wür­zen. Früh­lings­zwie­bel in Schei­ben schnei­den und mit den Erb­sen untermengen. 

Den Reis abgie­ßen, kalt abspü­len, abtrop­fen las­sen und mit der Puf­fer­masse ver­rüh­ren. In einer gro­ßen Pfanne in viel hei­ßem Öl, ess­löf­fel große Puf­fer aus­ba­cken, von jeder Seite 2–3 Minu­ten. Mit Limet­ten­mayo und Gra­ved Lachs servieren.
Quelle: Effilee

Scheherazades Couscous

Donnerstag, 1. September 2011

Dieses Couscous bekommt keine warme, nein, es bekommt eine heiße Empfehlung. Es sieht nicht nur sinnlich aus, sondern es schmeckt auch orginal nach TausendundeineNacht. Ein Essen zum Verführen! 

Ich stelle mir dazu einen Raum vor, ausgelegt mit den wunderschönen Teppichen und Kissen der Perser, etwas von dem traumhaften Kunsthandwerk der Marokkaner stilsicher verteilt, zierlich mit Henna bemalte Hände, mit Kajal umrandete Mandelaugen, etwas *Arabie* von Serge Lutens aufgelegt und dann ein Teller mit diesem Couscous - da knistert die Luft!

Für das Gemüse habe ich die bunten Karotten (diese für ein Cousous zu verwenden ist ein geschätzter Petra Tipp) genommen und die ebenfalls mehrfarbige Paprika. Für mich das leckerste Couscous, das ich je gegessen habe! Ebenfalls eine tolle Idee (alles inspiriert von Topfgeld, wo Heike ja heute mit dem Löffel winkt) ist die Minzsauce dazu und das Lammfilet. Bei uns gabs stattdessen ein schönes knofiges Lammkotlett. Eine ganz runde Sommer-Sache! Auch ohne verführerische Hintergedanken - die aber das Tüpfelchen auf dem i sind ;-)
Zutaten Couscous:

2 Karotten (bunte)
1 Paprika (Stück gelb/ rot/ grün)
½ Zucchini (gelb/ grün – alles klein geschnitten)
1 unbehandelte Orange 
10g Butter
½ Nektarine
20g Pinienkerne
 
Zutaten Minzsauce:

150 g Naturjoghurt
1 unbehandelte Limette
1 Bund Minze
Pfeffer

1 TL Harissa (scharfe Gewürzpaste – evt. weniger)
2 Kardamonkapseln
1 Zimtstange
50 g Ingwer
1 Vanilleschote
Olivenöl
Salz
Zubereitung:

Für den Sud des Couscous den Ingwer schälen und kleinschneiden. Die Vanilleschote halbieren. Die Kardamonkapseln, die Zimtstange, den Ingwer und eine halbe Vanilleschote im Mörser zerstoßen. Anschließend die Gewürze in einen Teefilter füllen, mit vier Tassen Wasser aufkochen und etwas ziehen lassen. 

Das Gemüse waschen, in kleine Stücke schneiden und mit etwas Olivenöl in einer Pfanne andünsten.

Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten. Die Nektarine in kleine Schnitze schneiden.

Die Limette halbieren und etwa einen Teelöffel Saft auspressen. Die Minzeblätter abzupfen, kleinschneiden und mit Salz, der Pfeffermischung, Honig und etwas Limettensaft unter den Joghurt heben.

Die Orangenschale abreiben, anschließend halbieren und den Saft auspressen. Das Gewürzwasser erneut aufkochen, dann über das Couscous gießen und etwa zehn Minuten ausquellen lassen. Anschließend die Butter, die Nektarine und die Pinienkerne dazugeben und das Ganze mit Salz, Harissa, Orangensaft- und abrieb abschmecken. 

Schmeckt auch kalt als Salat wunderbar.