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Geschäftsgebahren 2.0: Risotto mit Wurst und Erbsen

Dienstag, 5. Juli 2016

Dieses Rezept ist aus *Made in Italy*, einem der letzten Kochbücher, für die ich mich um ein Rezensionsexemplar bemüht habe. Sie haben nie auf meine Anfrage geantwortet. Tja, es ist ihr gutes Recht, mir eben solches zu verweigern, aber ich habs dann auch nicht gekauft.

Kooperationslustig bin ich ja nie gewesen (ihr kennt meine Haltung: *Wessen Brot ich eß, dessen Lied ich pfeif*) und habe mich lieber an meiner Ronja-Räubertochter-Freiheit erfreut. Zwei Anfragen (mit gehöriger zeitlicher Luft dazwischen) konnten mich dennoch für sich gewinnen. Die eine Kooperation, ich gebs zu, lockte hauptsächlich mit einer verführerischen Bezahlung. Nachdem einiger Mailverkehr hin und her ging, schrieb ich also Text, machte Fotos, entwickelte ein Rezept, reichte alles termingerecht ein und.... hörte nie wieder von diesem (großen) Unternehmen.

Sehr ähnlich ging es beim zweiten Fall zu, nur dass mir da (überraschenderweise) das Konzept gut gefiel. Auch auf diese Anfrage reagierte ich (ungewöhnlicherweise) mit einer Zusage und... hörte nie wieder von ihnen.

Jetzt mal echt: machen wir nun bei diesem *Oh-my-God-REALLY-amazing-fantastic*-Bullshit mit? Da gibt man sich in geschäftlichen Schreiben betont lässig, jung und innovativ, dutzt frisch drauf los - VÖLLIG unverbindlich! Lebe ich nur zu weit weg von der Welt, oder gilt das heute als professionell und seriös? Und wenn so schon in beruflichen Dingen agiert wird - jetzt mal wirklich *oh-my-God* - wie gehts denn dann privat zur Sache? Indeed, vermutlich lebe ich einfach tatsächlich zu weit weg von künstlichen Fingernägeln, Smalltalk-Fassadengedöns, Whatsapp-Beziehungen und Terminstress. Aber Kinners, so kommen wir nicht ins Geschäft, so wird das nix mit Kooperationen und mir. In Zukunft nur auf Vorkasse. Über welchen neuen englischen Begriff bin ich die Tage gestolpert *cunning* - ja, ohne gehts bei der steifen Prise nicht.

Das Risotto hat uns gefallen: die Süße der Erbsen, die Schäfte der Merguez, und eine feine Lasur dank dem Gemüseconfit. Auf einer Skala von 1-10 was die Schlonzigkeit dieses Risottos angeht, gibts volle 10 Punkte!
Zutaten 4P:

150g Erbsen, frisch gepalt
2 hochwertige Schweinswürstchen, vorzugsweise Luganiga
(m: Merguez)
2,5l Hühnerbrühe (m: Gemüsebrühe)
50g Butter
1 Zwiebel, sehr fein gehackt
(m: 2 Knoblauchzehen, bzw junge Knoblauchstangen)
400 g Risottoreis
125 ml trockener Weißwein
2 EL passierte Tomaten
(m: 4 EL Gemüseconfit)
Salz und Pfeffer

Für die Mantecatura:
Etwa 75 g kalte Butter, in kleine Würfel geschnitten
(m: weniger)
Etwa 100 g Parmesan, fein gerieben

Zubereitung:

Die Erbsen in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und abtropfen lassen, ein Drittel davon mit der Gabel zu Mus zerquetschen (m: nicht gemacht).

Die Würstchen klein schneiden, die Zwiebeln fein würfeln (m: ebenso die Knoblauchstangen - das Grün zum Bestreuen zur Seite getan). Die Zwiebel zusammen mit den Würstchen in der Butter glasig dünsten (m: kurz vor Ende Knofi zugegeben), den Reis unterrühren und ebenfalls kurz mitbraten. Mit Wein ablöschen und einreduzieren lassen.

Die Brühe nach und nach angießen, dabei das Risotto gut rühren, damit es nicht am Boden anhängt. Direkt mit der ersten Brühe die passieren Tomaten (m: Gemüseconfit) mit unterrühren. Gen Ende (etwa nach einer knappen 1/4 Stunde) die Erbsen zufügen. Nun gehts um die richtige Konsistenz: das Risoto sollte weder zu flüssig noch zu trocken werden., gleichzeitig sollte der Reis weich aber mit Biss sein.

Vor dem Servieren Butter und ein Großteil des Parmesan unter das Risotto ziehen, salzen, pfeffern und mit dem restlichen Parmesan bestreuen (m: fürs Foto vergessen - dafür ans Knoblauchgrün gedacht)
Quelle: Made in Italy - das Kochbuch von Giorgio Locatelli

Weißes Bohnen-Kartoffelpü mit Merguez und Pfifferlingen

Montag, 29. September 2014

Feriengästen bleuen wir immer ein:*Sammelt nur die Pilze, die ihr wirklich kennt.* Wir haben da nämlich ein kleines Notaufnahmen-Trauma hinter uns. Es ist zwar schon J-a-h-r-e her, und wenn es auch glimpflich ausging, aber manche Geschichten muß man kein zweites Mal erleben. Unsere Feriengäste sind mir eindeutig und wesentlich lieber entspannt mit rosigem Teint auf dem Liegestuhl der Terrasse wie sterbenselend auf der Rückbank des Autos Richtung Krankenhaus - nach missglückter Pilzpirsch. Gerne wedle ich dabei auch noch warnend mit meinem Zeigefinger. Dem Nachdruck wegen.

Oder, das ist mein Alternativ-Vorschlag: *Haltet euch an Pfifferlinge*. Die sind so einzigartig, die kann man gar nicht verwechseln - solange sie auf dem Erdboden wachsen. Außer mit den ersten fallenden Blättern im gleichen Gelbton. Aber davon wird einem nicht schlecht.

Und neben Steinpilzen esse ich Pfifferlinge besonders gerne. Allerdings bin ich auch kein echter Pilzkundler. Deshalb halte ich mich an meinen eigenen Rat. Das könnte man durchaus vorbildlich nennen...

Und das Pü aus weißen Bohnen und Kartoffeln darf man sich mal generell vormerken.
Zutaten:

300g weiße Bohnen, getrocknet*
1 Lorbeerblatt
2 Kartoffeln (ca. 200g)
2 EL Olivenöl
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
Muskatnuss
Salz, Pfeffer
ca. 150ml Gemüsebrühe

3 Merguez (Lamm-Bratwürste)
150g Pfifferlinge
6 Thymianzweige
Olivenöl

Deko: ein handvoll gegarte, frische Coco Rouge
einige confierte Kirschtomaten

Zubereitung:

Die weißen Bohnen am Vorabend in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag abschütten in frischem Wasser zusammen mit dem Lorbeerblatt aufsetzten und mindestens Stunde (eher etwas länger) gut weich kochen.

Währenddessen die Pilze putzen (dieses Mal tatsächlich wie Astrid die Pfifferlinge in reichlich Wasser mit etwas Mehl versetzt  - 1 EL auf 1 l - darin sanft herumgewirbelt, 2min ruhen lassn)  und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Mit dem Messer nacharbeiten. Konsistenz stellte sich als völlig unbeschadet heraus.

Die Zwiebel fein würfeln, den Knoblauch ebenso. Die Kartoffeln in etwa 1/2cm große Würfel schneiden. Die Zwiebel in dem Olivenöl gläsig dünsten, kurz vor Ende den Knoblauch dazugeben. Dann die Kartoffelwürfel ebenfalls anrösten. Schließlich die Gemüsebrühe samt Lorbeerblatt anschütten, den Deckel auflegen und die Kartoffeln ca. in 10min weich dünsten. Nun die abgeschütteten Bohnen dazugeben, weitere 5min garen. Das Lorbeerblatt entfernen und mit einem Zauberstab (oder Kartoffelstampfer) grob pürieren, evt. noch etwas Gemüsebrühe anschütten für eine cremige Konsistenz. Mit Muskatnuss, Salz, Pfeffer abschmecken.

Die Merguez in einer Pfanne knusprig braten, kurz vor Ende die Flamme hochdrehen, die Pilze zusammen mit dem Thymian dazugeben und 2min mitschwenken.

*Anmerkung m: ersatzweise eine kleine Dose weiße Bohnen à 400g
Inspiration: Essen und Trinken

Angefüttert: Bratkartoffel-Gnocchi mit Paprika-Merguez-Sauce

Dienstag, 18. Juni 2013

Habe ich euch angesteckt mit meinem Hang zu Gnocchis? So langsam solltet ihr wirklich angefüttert sein und meine Begeisterung für die Wasserschweber nachempfinden, ja nachschmecken können. Noch nicht? Dann bekomme ich euch hiermit.

Als wir unterwegs auf den Philippinen waren, lief in dem Resto eines Guesthouses abends oft der Fernseher. Während eines Dinners sah ich aus den Augenwinkeln einer (englischen, australischen?) Kochsendung zu - fragt mich nicht welcher. Dabei schnappte ich mir die einzige, kulinarische Inspiration auf den Philippinen auf, die dieses gewürzverachtende Land zu bieten hatte: Bratkartoffelgnocchis - was allerdings in keinem weiteren Zusammenhang mit den Philippinen steht. 

Ins Ultralangzeitgedächtnis abgelegt kam mir diese Idee vor ein paar Tagen wieder.
Ausgegangen bin ich von Johann Lafers Rezept für Kartoffelgnocchis. Und als hätte ich es vorausgesehen, wurde das Essen zum darin baden - also für Gnocchi-Liebhaber wie mich. Bei jedem Bissen habe ich leicht selbstzufrieden den Habib darauf hingewiesen, dass ich mir diese Kombi so selbst ausgedacht hatte. Manchmal sollte man auch Spaß an sich selbst haben...

Aber viel Beifall war weiter nicht nötig, da wir beide den Gefälligkeits-Beweis erbracht hatten: zu zweit verputzten wir wirklich eine beachtliche Portion - und das obwohl eigentlich viel zu warm war für Nachschlag.
Zutaten 2P:

Bratkartoffelgnocchi:
250g Kartoffeln, mehligkochend
1 Eigelb
125g Ziegenfrischkäse (original: Ricotta)
75g Mehl
25g Parmesan, gerieben
Salz, Pfeffer
Muskat
Butterschmalz

Sauce:
2 große Paprika, rot und gelb (etwa 400g)
2 Zehen junger Knoblauch, feingewürfelt
2 Merguez
200g ofengeröstete Tomaten
Harissa
2 TL frischer Thymian
1 EL frischer  Oregano, fein geschnitten
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1 Pr brauner Zucker

gutes Olivenöl
frisch geriebener Parmesan
Zubereitung:

Für die Gnocchis die Kartoffeln knapp mit Wasser bedecken und weich garen.

Den Backofengrill anwerfen und die gesäuberte Paprika in Vierteln einige Minuten knapp unter den heißen Grill werfen - solange bis sich dunkle Stellen zeigen. Den Paprika direkt vom Ofen ofort in ein nasses, gut ausgewrungenes Handtuch einschlagen. Abkühlen lassen. Dann die Paprika von ihrer Haut befreien. In kleine Würfel schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Merguez aus der Pelle drücken und zusammen mit dem Knoblauch krümelig anbraten. Die Kräuter dazu geben, ebenso die Paprika und die restlichen Gewürze. Bei milder Hitze und geschlossenem Deckel sanft 10 Minuten köcheln lassen.

Die fertig gegarten Kartoffeln abgießen und noch heiß pellen. In einer Pfanne bei starker Hitze den Butterschmalz erhitzen und die Kartoffeln in groben Stücken sofort darin anbraten bis sie golden angebraten sind. Nun zwei Mal durch die Kartoffelpresse drücken. 

Das Eigelb zugeben und unterarbeiten. Ziegenfrischkäse, Mehl und Paremsan zugeben. Alles zu einer glatten Masse verarbeiten, mit Salz, Pfeffer und frisch geriebenem Parmesan abschmecken. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu etwa 2cm dicken Rollen formen. Mit eine Messer in 2cm lange Stücke schneiden. Wer mag formt nun noch nach mit den Händen zu kleinen Kugeln und drückt mit einer Gabel den Gnocchis ein Muster auf. Sie über ein geriffeltes Gnocchibrett zu rollen, wäre natürlich ebenfalls eine schöne Möglichkeit.

Die Gnocchis in leicht kochendes Salzwasser geben. Wenn sie nach oben steigen, mit einer Schöpfkelle herausheben und in kaltem Wasser abschrecken. Auf einem Teller zwischenlagern, bis alle Gnocchis fertig sind - dadurch leicht abtrocknen lassen.

Dann die Gnocchis zu der Sauce geben und mit gutem Olivenöl und Parmesan servieren.
Quelle Grundrezept Kartoffelgnocchi: Johann Lafer, *Der große Lafer*