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Kartoffelgratin mit Birne

Sonntag, 23. November 2025

 

Wie schön anzusehen ist das Phänomen der Murmuration (youtube). Murmuration ist ein Begriff, den ich neu gelernt habe. Es beschreibt das Himmelsspektakel bei dem sich hunderte bis tausende von Staren zu riesigen, sich ständig verändernden Schwärme versammeln, um gemeinsam in der Luft zu tanzen. Sie führen eine synchrone Choreographie aus, bei der sie immer neue, phantastische Formationen bilden. Bald ziehen sich Ellipsen auseinander, dann sammelt sich alles zu einem Kreis, verflüchtet sich wieder zu einer geschwungenen Acht, alles in weichen Bögen - mit bezaubernder Wirkung. 

Für mich könnte man Filme von Murmurationen als Natur-Ready-Made in Endlos-Schleife an die Wand werfen. Das ist doch Kunst! Alleine das Betrachten schenkt Harmonie, Zartheit, Ordnung, Leichtigkeit. Quasi eine Therapie, die man über das Sinnesorgan Auge zu sich nimmt. Vermutlich spielen die Stare derart miteinander, weil sie sich darauf freuen, in den Süden zu ziehen. Komm' ich lege noch den alten Beatle-Song drunter und stelle euch unten *I follow the sun* ein.... For good energy!



Denn Fakt ist: die aktuellen Temperaturen rufen nach *Hüttenzauber-Gerichten*. Und da hätte ich doch ein herrliches Gratin anzubieten, das auch von Innen wärmt, wenn es draußen frostig ist. 

Dabei will ich wie gerne auf Blog-Geschwisterchen hinzuweisen. Das Rote-Bete-Kartoffel-Gratin ist eines meiner Favoriten - kein anderes bereite ich so häufig zu wie dieses. Und ebenfalls verwandt ist dieses alte, vorgestellte Rezept: die Käse-Spätzle mit Zwiebel-Birnen-Schmelze - auch die erhalten an dieser Stelle mal wieder eine dicke Empfehlung. Für alle, die wie ich Obst in salzigen Gerichten zu schätzen wissen!


Zutaten 2P:

5 Kartoffeln (m: ca 550g)
1 Birne
1 kleine, rote Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
200ml Sahne
Piment d'Espelette
(oder: 1 EL Meerrettich)
4 Zweige Thymian (m: 1 TL wilder Thymian)
Salz, Pfeffer
Muskat
Bergkäse (m: Tomme de brebis)
(optional: mit Schnittlauch bestreuen)

Zutaten:

Knofi fein hacken. Sahne zusammen mit dem Knofi und dem Thymian aufkochen. Salzen, pfeffern, mit Muskat und  Piment würzen (oder Meerrettich). 10 min ziehen lassen.

Kartoffeln gut waschen, halbieren und zwischen zwei Holzspieße legen und wie bei den Fächerkartoffeln in dichte, dünne Scheiben schneiden (ohne die Kartoffel so ganz durchzuschneiden). Dicht an dicht in eine Gratinform (Ø 24cm) setzen.

Birne halbieren, vierteln, schälen und in feine Scheiben schneiden. Rote Zwiebel schälen, halbieren und in feine Scheiben schneiden. Beides in die Zwischenträume der Kartoffeln drücken.

Sahne über die Kartoffen geben und das Gratin in den vorgeheizten Ofen schieben  bei 160° (OU-Hitze) - ca. 1 Stunde.

Dann mit einer guten handvoll geriebenem Käse betreuen und kurz unterm Grill gratinieren.

Anmerkung m: selbstredend ein Spitzen Salat-Plus-Essen!




Voll ernst gemeint - Tarte aux ognions de Roscoff, fourme d'ambert et figues

Mittwoch, 23. September 2020


Meine Schreibanlässe finden sich von ganz alleine. Im Gespräch oder beim Lesen - stets dann, wenn in meinem Kopf etwas angestoßen wird. Dann rattert's, die Synapsen sind magnetisch aufgeladen und ziehen weitere zum Thema passende Puzzlesteine ins Kleinhirn. Dieses Mal steuert mir Herr Buddenbohm mit seinem finalen Satz: “Ihr werdet es euch ein Leben lang fragen, was ernst gemeint ist“ die passende Überschrift dazu bei.

Ich fände es ja bedeutend klüger, diesen seinen letzten Satz als Frage an sich selbst zu stellen statt sie ans außen zu richten. Und zwar immer wieder zwischendrin sich selbst mal auf die Füße stehend und penetrant nachspürend: *Meine ich das, was ich da sage/ arbeite/ schreibe/ lebe/ vorgebe wirklich ernst?* Wie sehr folgt man seinem Inneren, seiner Neugier, seinen eigenen Interessen, befriedigt seinen höchstpersönlichen Erlebnisdrang? Das ist die Schau nach innen. Umgekehrt, was die Außenperspektive betrifft, ist einem manchmal gar nicht mal bewußt, für was man den Stellvertreter macht, für was man Beispiel lebt.

Und um noch kurz auf das von Maximilian beschriebene vor Zorn explodierene Mädchen einzugehen, so finde ich ja spannend zu beobachten, warum ein Kind derart tobt. Und dabei lässt sich sehr gut unterscheiden, ob ihm etwas fehlt oder schmerzt. Oder ob ihm einfach nur etwas gegen den Strich geht und der Terror deshalb angezettelt wird, um sich aller Aufmerksamkeit gewiß zu sein und schlußendlich damit seinen Willen gegen die Eltern durchzusetzen. Ist gar nicht schwer. Und dann gibts noch eine kleine Gruppe der sogenannten Schwererziehbaren, bei der ich manchmal den Eindruck habe, dass die mit ihrem Betragen der Gesellschaft exakt diese Frage spiegeln: *Meint ihr das eigentlich ernst, was ihr uns da vorspielen wollt?* Doch, die Frage ist schon in beide Richtungen nicht schlecht.

Direkt klebte sich ein weiterer Mosaikstein ins Gesamtbild mit dem kleinen Beitrag im ZDF, in dem die Zirkus-Pädagogin Geraldine vorgestellt wird: als Schaustellerkind im Wohnwagen aufgewachsen und nach dem Abi unterwegs in der Welt als Reisende und Lebenskünstlerin. Nun lebt sie in einem Planwagen bei Freiburg mit ihrem Freund zusammen und sagt über sich selbst, dass das was sie durch ihre Arbeit gerne weitergeben möchte immer getragen sei vom gleichen Leitmotiv: *Gehe deinen eigenen Weg, finde eine eigene Art an die Dinge ranzugehen, lerne selbstständig denken, folge dem, was du magst und dich interessiert - auch wenn es so gar nicht zusammenpasst, versuche es trotzdem mal und verbiete dir nichts.* Hat mich beeindruckt.

Außerdem fiel mir in diesem Zusammenhang eine meiner Lehrerinnen ein. Frau Legeland: streng, kompetent, strukturiert, gefürchtet, klein, untersetzt, mit toupierter Föhnfrisur - eine unangefochtene Autorität. Sie unterrichtete Deutsch, Latein, Geschichte und Politik. Einige ihrer rot umrandeten Merksätze schafften es ins Ultralangzeitgedächtnis. Gerne hakte sie im Stehen eine Hand in der Knopfleiste ihres Kostüms ein - was sehr militärischer wirkte und irgendwie an Napoleon erinnerte. Selbst die Oberstufe spritze von den Stühlen hoch, wenn sie das Klassenzimmer betrat, um im Chor: *Guten Morgen, Frau Legeland* zu rufen. Ohne, dass das von ihr je so eingeführt worden wäre. Und sie war definitiv nicht die Type, deren Mund Sätze wie: *Das meine ich jetzt ganz ernst!* verließen. Ob man sie mochte oder nicht, aber ihre Haltung gab eine unmissverständliche Marschrichtung vor.

Zu meiner Freude kann ich am Schluß noch meinen Goethe hinzuziehen, denn in *Die Wahlverwandtschaften* findet sich doch zu allen Themen eine bereichernde Notiz: 

*Man nimmt in der Welt jeden, wofür er sich gibt; aber er muss sich auch für etwas geben. Man erträgt die Unbequemen lieber als man die Unbedeutenden duldet.*

 

 

Die Feigen sind mit der Hitze und Trockenheit gut zurecht gekommen - zumindest besser als die meisten anderen Bäume. Für all jene, bei denen keine Feigen vor der Haustür wachsen, können diese ersetzen durch Birnen-Schnitze. Was sich nicht einfach austauschen läßt, ist der großzügige Einsatz von Kräutern wie Thymian und Rosmarin (ersteren sammle ich hier wild auf den umgebenden Wiesen). Das gibt der Tarte erst diesen Schmelz, der mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Dazu einen großen Salat - franchement, wie Gott in Frankreich! Mir hat die Tarte ja derart gefallen, dass es bald darauf wieder eine gab. Für euch folgt dann also in Kürze ebenfalls die nächste.


Zutaten - längliche Tarteform oder Durchmesser von 24cm* - 2/3P:

70g Dinkel 1050 
80g Einkorn-Vollkorn
4 Zweige Rosmarin, fein gehackt
75g Butter, kalt, in Flöckchen
1 EL Crème fraîche
fleur de sel
Chili-Flocken
Muskatnuss-Abrieb
2 EL Parmesan, gerieben
etwas kaltes Wasser

500g rosa Zwiebeln (m: ognion de Roscoff)*
100g fourme d'Ambert (m: 25g davon ersetzt durch einen Bleu)
100g Crème fraîche
Salz, Pfeffer
1 Ei
1 Bund Thymian, die Blättchen davon
1/4 TL Kreuzkümmel*
Olivenöl
weißer Portwein

einige Feigen

Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Boden zügig einen homogenen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens eine halbe Stunde (oder gar Stunde) kühl stellen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn auswellen und eine gefettete Tarteform mit Rand auskleiden. Mit einer Gabel den Boden mehrfach einstechen. In eine Tüte packen und eine halbe Stunde in der Tiefkühle parken.

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. In Olivenöl mit Geduld und dem Tyhmian schön glasig braten, so dass sie eben beginnen, leicht Farbe anzunehmen (dauert etwa 10-15min). Salzen, pfeffern, mit Kreuzkümmel würzen und kurz vor Ende mit dem Port ablöschen.

Ofen auf 200° vorheizen (m: Intensivbacken).

Den Käse klein schneiden. Ei mit der Crème verquirlen, mt Käse und den Zwiebeln mischen und auf den Tarteboden füllen und noch mit einigen Thymianblättchen bestreuen. Für 25min in den Ofen schieben. Dann den Ofen auf 180° runterstellen, die Tarte aus dem Ofen nehmen, die Feigenscheiben auf der Tarte verteilen, und für weitere 15-20m Minuten fertig backen.

*Anmerkung m: die Roscoff-Zwiebeln ist eine rosa-Sorte mit Anbaugebiet in der Bretagne. Der Kreuzkümmel hilft, die Zwiebeln etwas besser zu verdauen. 

Zu der Süße der Feigen ist ein Käse mit Charakter nötig. Der fourme d'Ambert passt prima. Aber auch ein Blauschimmelkäse harmonisiert in dieser Tarte gut. 


Feigen habe ich schon oft mit Käse gepart:

 

**** mit Gorgonzola in der Pasta

**** mit Raclette-Käse auf Kartoffel-Talern sogar schon 2 Mal

**** logo, mit Ziegenkäse

**** mit Mozzarella

**** mit Bleu auf Topfen-Blätterteig

**** und hier wäre Münster-Käse auch super


Gastbeitrag: Sauerteigtagliatelle mit Zwiebelcrèmesoße und Kapern von Hannah

Dienstag, 2. Juni 2020


Es ist mir absolut klar, dass es Originelleres gibt, als sich dieser Zeit näher mit dem Thema „Backen mit Sauerteig“ zu beschäftigen. Es war auch weder so, dass mich akuter Brot- oder Hefemangel dazu trieb, noch dass ich plötzlich mehr Zeit gehabt hätte – eher im Gegenteil. Vielleicht konnte ich mich aber dem medial fast omnipräsenten Impetus à la „Züchte dir jetzt deinen Sauerteig!“ doch nicht ganz entziehen – wie dem auch sei – seit einigen Wochen habe ich nun ein Anstellgut im Kühlschrank stehen, pflege und hege es und verwende es regelmäßig mit wachsender Freude. An dieser Stelle möchte ich auch nochmal meinen herzlichen Dank an Micha, Julia und Charlotte  aussprechen, die mir „den Steigbügel aufs Sauerteigpferd“ hielten und meine Fragen geduldig beantworteten. Hier lobe ich mir wirklich das Internet und natürlich besonders solche freundlichen und ambitionierten Foodbloggerinnen wie die genannten. Ja, so kann man sich an ein Koch-/Backthema dran wagen, das man bislang ausgeklammert hatte! Und als ich dann mein erstes Sauerteigbaby aus dem Ofen holte, fragte ich mich natürlich, warum ich damit so lange gewartet habe. Mir kam der Spruch in den Kopf vom Mann, der Haus bauen, Baum pflanzen, Kind zeugen soll. Irgendwie sollte es eine Variante davon geben, wo auch „Selbst ein Sauerteigbrot backen“ drin vorkommt… Für mich auf jeden Fall eine Urerfahrung.

Da meine Sauerteigbackerfahrungen nun noch wirklich in den Kinderschuhen stecken (aber: Dank zuverlässiger Rezepte ist alles bislang gelungen!) werde ich hier nun auch nicht mit einem Brotrezept ankommen, ne, ne… das überlasse ich denjenigen, die es können. Was mich aber von Anfang an bei dem Sauerteigprocedere irgendwie gestört hat, war die Tatsache, dass ich bei jedem Auffrischen des Anstellgutes einen Teil des alten ASGs in den Kompost entsorgen musste. Mag seltsam klingen, aber es widerstrebt mir zutiefst Lebensmittel wegzuschmeißen und sei es nur 1 Esslöffel Mehl - und das nicht erst seit Corona Zeiten. So war ich sehr glücklich, als ich auf Charlottes Blog einen reichen Fundus von Rezepten gefunden habe, bei denen ASG nicht nur als Starter für den Sauerteig verwendet wird, sondern einfach verkocht und verbacken wird. „Altes Anstellgut? – Aufessen!“ Treffender kann man nicht titeln. 

Vorneweg gleich kann ich versichern: Das ASG schmeckt nicht penetrant säuerlich raus – nein, gar nicht – und zwar weder in herzhaften Gerichten noch in süßem Gebäck! Auch Micha gibt ihr ASG nicht nur in Brotteige aller Art, sondern mischt es auch mal in den Pastateig – wie hier bei diesen feinen Bandnudeln. Vorstellen möchte ich hier nun Sauerteigtagliatelle, die in einem Sternanissud gegart werden und mit einer Zwiebelcrèmesoße mit Kapern serviert werden. Klingt exotisch? Schmeckt aber gar nicht so speziell, wie es sich vielleicht anhört. Bei den Tagliatelle ist der Anteil ASG zu Mehl und Grieß ja eh relativ gering. Es sind also keine „sauren Nudeln“! Aber der Sternanis? Auch hier: Keine Sorge: Die Pasta schmeckt nicht nach Weihnachten! Und die Zwiebelcrème hat meines Erachtens das Ding zum DUBB – guckt man auf ihre „Laufbahn“: Kreiert von Massimiliano Alajmo, stellte Robert sie vor, Charlotte zog nach  und nun möchte ich auch hier nochmal drauf hinweisen: Lohnt sich! Toller Geschmack und dennoch ganz schnell gemacht! Bei uns gab es dazu noch ofengeröstete Kirschtomaten mit Ziegenkäse und einen grünen Salat.


Zutaten 2-3 Personen:

65 g Anstellgut vom Roggensauer
1 Ei Gr. L
75 g Dinkelgrieß (h: Vollkorn Dinkelgrieß)
75 g Dinkelmehl 1050, gesiebt
75 g Dinkelmehl 630, gesiebt (original: Weizenmehl T 550)
etwas kaltes Wasser


Zutaten Soße und Tomaten
½ Sternanis
150 g rote Zwiebeln (h: Mischung aus roten und weißen Zwiebeln, sowie Schalotten; original: Tropeazwiebeln)
2 EL Olivenöl
2 EL Kapern gewässert, gut abgetropft und grob gehackt
Salz
schwarzer Pfeffer
20 g Butter
30 g Parmesan, gerieben
Parmesan zum Servieren

Kirschtomaten
Olivenöl
1 TL Ahornsirup
Thymian
Salz
70g Ziegenfrischkäse


Zubereitung:

Zwei Liter Wasser auf etwa 80°C erwärmen, Sternanis hineingeben und zugedeckt 30 Minuten (h: länger) ziehen lassen. Wasser salzen.

Zutaten für die Pasta zu einem geschmeidigen Pastateig verkneten und mithilfe der Nudelmaschine zu Tagliatelle verarbeiten (h: Stufe 5 von 8). Tatsächlich ist keine Ruhezeit zwischen der Teigherstellung und der Verarbeitung notwendig.

Für die Sauce die Zwiebeln schälen und fein hacken. Olivenöl in einem mittelgroßen Topf erhitzen, Zwiebelwürfel zugeben und sorgsam dünsten, bis sie glasig und gar sind, dauert etwa 15 Minuten. 100 ml Sternanissud zugeben und mit dem Stabmixer pürieren. Gehackte Kapern, Butter und gerieben Parmesan einrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Warm halten.

Parallel die Tomaten vorbereiten: Kreuzweise einritzen, in Auflaufform setzen mit Olivenöl und Ahornsirup beträufeln, Thymian und Salz drüber streuen.


Im Ofen (Umluftgrill) kurz anschmoren (ca. 10 Minuten) dann zerbröckelten Ziegenfrischkäse dazugeben und nochmals 5 Minuten grillen.

Pasta im Sternanissud al dente kochen. Abgießen und mit der Sauce mischen. Mit gehobeltem Parmesan und den Tomaten servieren.


©Hannah Nußbaumer, lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Ettenheim, wo sie mit viel Leidenschaft einen Bio-Laden betreiben. Hannah liebt als Gartenarchitektin das Leben mit und im Garten, das Sammeln, Ernten und Kochen. Ohne ihre beiden Herzensmenschen um sich herum wollte sie nicht sein, und ohne schöne (Kinder)Bücher, Stifte und der Möglichkeit sich draußen zu bewegen würde ihr etwas fehlen. Das Binden von Blumenkränzen, das Herstellen eines Hefeteiges sowie das (Er)kennen der uns umgebenden Umwelt sollte ihrer Meinung nach den gleichen Stellenwert haben wie Algebra und Grammatik.

Reisen bildet: Thymian-Pici in geschmorten, bunten Zwiebeln mit Salbei und Ziegenkäse

Mittwoch, 20. Mai 2020


Nichts hat in den letzten Jahren so sehr meine Persönlichkeit geformt wie das Reisen. Wie so oft unterscheide ich sehr fein - etwas, dass manchen möglicherweise einiges abverlangt. Zwischentöne, Baby, das setze ich hier einfach voraus! Reisen ist nun mal nicht gleich Reisen. Ich habe unterwegs genügend Menschen gesehen, deren Hauptmotiv zu reisen die sog. Schönwetter-Garantie, das Sun-Downer-Getränk am Strand, das Insta-Bild am Hotspot oder das Häkchen auf der Weltkarte ausmachten. Von denen grenze ich mich ab. Wenn ich vom Reisen rede, dann unter folgenden Prämissen:

* individuell und selbst-organisiert und zwar abseits unter Einheimischen - weil geführte Gruppenreisen einfach das glatte Gegenteil sind
* mit Zeit und nicht für 2-3 Wochen - weil nur auf längere Dauer ein Alltagsleben stattfindet
*  Nüchternheit - weil viele im Urlaub noch mehr trinken als sowieso schon
* Harmonie - weil wer von Stress und Streit abgelenkt ist keine Sinneskapazitäten frei hat für andere Wahrnehmungen

*Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, muss man um die Welt nicht reisen* (Goethe). Eben. Für mich ist Reisen die einzig wahre Schule des Lebens - nichts, rein gar nichts kann das ersetzen. Reisen ist der Antipode  von schnöder Theorie. Etwas über Mallorca zu lesen und tatsächlich dort gewesen zu sein, ist ein himmelweiter Unterschied! Nicht von ungefähr sagte ein Journalist wie Peter Scholl-Latour: *Ich bilde mir meine Meinung stets erst vor Ort!* Ja, lesen mag ebenfalls bilden, aber im Vergleich zum Reisen nur um ein winziges Bruchstück. Wie sagt mein Habib so gerne: *Der Erfahrung zuliebe muss man bereit sein, sich die Hände schmutzig zu machen.* Der Name dieses Planeten ist Programm: *Erde*.

Dann hilft das Fremde, das Andere, das Ungewisse, das Unbekannte nicht nur Neues kennenzulernen, es hilft vor allem seine eigene Kultur besser zu verstehen. *Distanz schafft klare Gedanken* - und ohne diesen Abstand zur eigenen Herkunft wird man sein Heimatland nie richtig einschätzen können, sondern macht den Frosch, der im Brunnen lebt, und das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand beurteilen muss... 

Reisen hat mir geholfen, mir bewußt zu machen, was der Unterschied zwischen Bedürfnis und Anspruch ist. Und die menschlichen Grundbedürfnisse gleichen sich weltweit, weil sie existenziell sind. Erst wenn diese ELEMENTAR bedroht sind, verlassen Menschen ihre Heimat. Vorher nicht. SO einfach, wie gerne getan wird, flüchtet niemand.

Gleichzeitig ist Reisen der beste Anstoß zur Selbstschuulung. Etwa ganz mit dem Schiller-Gedicht *Blick in dein eignes Herz* - aber diese Räume und Gelegenheiten muss man erst einmal haben. Nach meinem Erleben kann man lediglich auf diese Weise Weltenbürger werden, ankommen und heimisch werden auf diesem Planeten - und dabei gleichzeitig in sich selbst. Denn erst unterwegs wird einem zutiefst bewußt, wie sehr man auf seinen gesunden Menschenverstand angewiesen ist. Man muss die Verantwortung ganz alleine für sich selbst tragen. Und wenn du dann deiner eigenen Wahrnehmung nicht vertrauten kannst... dann wirds Scheiße! So bekommt man Boden unter den Füßen, so erhält man Rückgrat, so entwickelt man Individualität, so wird man Freigeist.

Neben höchstpersönlichen Eindrücken gibt es gemeinsame Schnittmengen unter den Beobachtungen von Individualreisenden - und die kann man Außenstehenden nur schwer erklären. Für Jenny und Peter - auf deren Blog *Glaarkshouse* ich im Unimog durch die Welt mitgenommen wurde - müsste ich diese Aussage nicht näher erläutern. Ebensowenig wie mir ihre Andeutungen ausreichen, dass man als Deutscher weltweit den *Hilter* triggert. Oder ich mich nicht über Punkt 28 wundere. Oder wie sehr man sich für das hochgelobte Europa krumm und bucklig schämt in der Welt ob seinem Umgang mit den Flüchtlingen. By the way: der Reisedepeschen-Verlag hat ihr Buch *Roadtrip mit Jennifer und Peter Glas*  herausgebraucht - voller schöner Bilder und Geschichten für all jene, in derem Grundgefühl das Fernweh pocht und die noch vorhaben, davon etwas auszuleben!

Reisen verändert. Das ist der Preis und das ist okay. Nein, das ist mehr als okay: das ist der Zugewinn, der mit Gold nicht aufzuwiegen ist. Man verändert sich sogar so sehr, dass man anders wird als die anderen, die die vielbemühte *Komfort-Zone* nie verlassen haben. Und letztere zählen zu einer Gruppe, mit denen ich über viele Themen nicht mehr diskutiere. Kategorisch. Weil es keinen Sinn macht. Weil sie gar nicht wissen, wovon ich rede. Sie können es gar nicht wissen, weil ihnen die nötige Erfahrung dazu fehlt. Das macht dann einschlägige Gespräche nicht nur hochgradig sinnlos, die Gefahr ist enorm, dass man in diese freudlosen Rechthabereien gerät, auf die ich wirklich keinen Bock habe. Derlei Spiele müssen ohne mich gespielt werden. Weder bin ich gewillt, den Missionar zu machen und Blinden von Farben erzählen zu wollen, noch lasse ich mich kaputtquatschen von Leuten, die offensichtlich keine Ahnung haben und überhaupt nicht mitreden können. Ich kann gut damit leben, dass andere anders sind als ich. Und mich wiederum muss auch nicht jeder verstehen.

Anhand der Links (und es ist lediglich eine kleine handvoll ausgewählter) erkennt man, dass sich diese Themen und Werte wie ein roter Faden auf diesem Blog seit fast 9 Jahren durchziehen. Viele einschlägige Geschichten reihen sich wie Perlen auf eine Schnur. Dafür mache ich hier den Stellvertreter, davon möchte ich eine Prise zurück in die Welt schicken. Wer damit nichts anfangen kann oder sich gar provoziert fühlt, muss sich ein anderes Wohnzimmer im WorldWideWeb suchen. Denn dieses hier ist meines! (soviel zu dem entstandenen Shitstorm auch per Mail)

Um zurück auf die Zukunft des Reisens zu kommen (denn Jugendliche gehören in die Welt geschickt) verlinke ich euch zu Flocutus (via Buddenbohm), wo sich Lesenswertes findet, wie Covid sehr wahrscheinlich das Reisen verändern wird. Und wie sich das gerade neugewonnene Bewußtsein, welch ein großes Privileg das Reisen darstellt, auf die Motivation des Reisens auswirken könnte, darüber macht sich auf dem Reisedepeschen-Blog Philipp kluge Gedanken. 


Dieser Teller ist wieder einmal Blog-Spielerei. Die Kartoffel-Pici habe ich lediglich mengenmäßig etwas gestreckt, dass zwei appetitliche Esser wie wir es sind, auch gut davon satt werden. Dann muss man allerdings auf die Konsistenz des Teiges achten - ich benötigte einen Eßlöffel mehr an Öl, damit der Teig geschmeidig wird. Aber das solltet ihr dann beim Zusammenkneten erkennen.

Dazu gabs köstlich geschmorte Zwiebeln, wozu mich Susanne erneut inspirierte. In vergleichbarer Art oder so ähnlich alles schon hier gewesen. Die Unterschiede mögen nicht riesig sein, aber genau das macht ja die Lust am Kochen. Eine kleine Veränderung und schon steht ein anderer Teller auf dem Tisch. Kulinarische Vielfalt - nichts einfacher als das!

Zutaten 2P: 

Kartoffel-Pici
80 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz

2-3 EL Parmesan, frisch gerieben 
2 TL Thymian, getrocknet, fein gehackt 

500g Zwiebeln (m: gemischt)
weißer Port
2 Scheiben der Schale einer Bio-Zitrone
Olivenöl, großzügig
9 Salbei-Blätter 
1/2 TL Lavendel-Honig
Salz, Pfeffer 
etwas Zitronensaft

1 Ziegenfrischkäse (ca. 120g)

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Sie sollen noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.


Mit der Nudelmaschine mit der gröbsten Einstellung zu Bahnen ausrollen und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.
 


Zwiebeln in dünne streifen schneiden, mit etwas Salz in einer Schüssel vermischen und ca. 10 min stehen lassen.

Olivenöl in einer Pfanne, für die es einen Deckel gibt, erhitzen. Die Zwiebeln zugeben, kurz braten und durchrühren. Zitronenschale und Salbeiblätter zu den Zwiebeln geben. Mit Port ablöschen. Den Deckel auflegen und alles bei milder Hitze schmoren, ca. 10 min. Es sollte immer etwas Flüssigkeit auf dem Pfannenboden sein.

Den Honig zugeben, alles verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Salbei-Blätter entfernen.

Parallel einen Topf mit reichlich Salzwasser aufsetzen.und die Pasta - je nach Dicke - etwa 3min kochen lassen. Probieren. Beim Abschütten etwas von dem Kochwasser auffangen.

Pasta mit Zwiebeln mischen - mit Kochwasser und etwas Olivenöl zu einer cremigen Konsistenz verhelfen. Pasta auf zwei Teller verteilen und den Ziegenkäse als Topping darüber zerbröckeln. Servieren.



Zwiebel-Hallelujah: Zwiebelfladen auf Kartoffelboden

Mittwoch, 6. November 2019


Isabel von Lecker Lezmi hat in der Kiste aller guten Erinnerungen einen festen Platz. Dank ihrer Empfehlung wohnten wir während unseres Zwischenstopps Richtung Iran im (ganz bestimmt) schönsten Viertel Istanbuls. Die knappe Woche dort reichte aus, um großer Istanbul-Fan zu werden, und das obwohl uns die Stadt frostig empfing und einen halben Meter Schnee vor die Füße schmiß. Ich war ganz begeistert von den kleinen Läden, Cafés, Restos, den vielen Katzen samt der Freundlichkeit der Menschen. Und nach all den Jahren Wühlen in der Kunstgeschichte war es für mich ein großer Moment leibhaftig in der Hagia Sophia zu stehen (deren Statik by the way bis heute nicht ganz geklärt ist!).

Passend holte ich mal wieder Isas Kochbuch *Yemek* vor, aus dem ich bereits diese Linsensuppe ausprobiert habe und feststellte, dass dort noch einiges nachgekocht werden will...

Mit Isabel spielte ich zu ihrer *aktiven Bloggerzeit* mal Triko-Tausch. Dabei stellte sie mir unter anderem die Frage: Ein total unterschätztes Lebensmittel ist... - wozu mir damals rein gar nix einfiel. Ein kleinwenig zeitverzögert weiß ich jetzt eine Antwort: *die Zwiebel*. Die gute Zwiebel ist doch das kleine, unauffällige Stiefmütterchen in der Gemüsekiste, oder? Alleine für unseren jährlichen Zwiebelverzehr würde unsere Gartenfläche in keinster Weise ausreichen. Ich müßte wirklich mal vom wöchentlichen Verbrauch hochrechnen, wieviel Kilos wir zu zweit im Jahr verzehren! Vermutlich würde eine erstaunliche Zahl herauskommen...

Mit Zwiebel-Anschwitzen beginnt zwiefelsohne nahezu alle Küchenmagie, nur um dann sämtlichem anderen Gemüse den Steigbügelhalter zu machen. Dabei kann Zwiebel auch Solo-Künstler und stellt alle anderen in den Schatten, greife ich als Beispiel mal heraus:

* als Topping auf der Mejara
* oder so unverzichtbar in den Käse-Knöpfle 
* wie auf diesem Flammkuchen

Und dann gibt es ja ungeheuer schöne Zwiebeln. Gerade bin ich regelrecht verknallt in die rosa-bronzefarbenen Rocodoro, die mein Markt-Dealer feil bietet. Sie brachten mich auf die Idee, mal wieder die Zwiebel in den Mittelpunkt zu stellen. Außerdem hatte ich just diese Pinsa Romana von Robert aus dem Ofen gezogen - so wie die Synchron-Gruppe - und war wieder begeistert, was einen tollen Knusper-Effekt etwas Reismehl bringt!


Zutaten:

Vorteig:
50g Dinkel-Vollkorn
50g Wasser
1g Hefe (frisch)

Hauptteig:
Vorteig
130g Kartoffeln, gekocht
130g Dinkel 630
20g Reismehl
8g Hefe
1 Pr Zucker
1/2 TL Salz
1 1/2 EL Olivenöl
80-90ml Wasser

Belag:
ca. 400g Zwiebeln (m: Rocodoro)
3 TL Thymian
50g Radicchio
100g Bleu de Brebis, gewürfelt
(oder fourme d'Ambert)
1/2 Birne
(oder ein Schuß weißer Port)
Salz, Pfeffer 
Sonnenblumenöl


Zubereitung:

Am Abend zuvor den Vorteig klümpchenfrei verrühren, bei Raumtemperatur mindestens 1 Stunde anspringen lassen, dann in den Kühlschrank stellen. 

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln garen, abschütten, pellen etwas abkühlen lassen und fein reiben. Die Hefe im Wasser zusammen mit dem Zucker auflösen. Alle Zutaten für den Teig mit Hilfe einer Küchenmaschine (Handkneter...) zu einem homogenen, geschmeidigen, leicht klebrigen Teig kneten - mindestens 6 Minuten. An einem warmen Ort zugedeckt den Teig gehen lassen bis er sich verdoppelt hat.

Zwiebeln schälen, je nach Größe vierteln oder halbieren und in feine Streifen schneiden. In dem Öl mit Thymian mit Geduld golden rösten. Kurz vor Ende entweder mit Port ablöschen oder die in der Länge nach feine Streifen geschnittene Birne untermischen. Zuguterletzt den ebenfalls in Streifen geschnittenen Radicchio untermengen.

Backofen mit Pizzaofen 240° vorheizen (m: Instensiv-Backen). 

Den Teig halbieren und zu zwei Fladen formen (m: dafür bereits auf Backpapier verfrachtet) und eine weitere Viertelstunde gehen lassen. Dann mit den Zwiebel-Mischung belegen und den Käse darauf verteilen. Zusammen oder nacheinander (selon le goût) im heißen Ofen knusprig backen.

Geschwister im Blog-Universum:



Stich: Tarte flambée à la manière de bucheronne

Mittwoch, 4. September 2019


Manchmal gerate ich in Gespräche, die mich ans Quartett-Spielen erinnern. Kennt ihr noch diese ozzz-überober-langweiligen Autoquartett-Spielkarten? Wie ich gerade ergoogelt habe auch *Supertrumpf* genannt. Man versucht mit den besten, technischen Daten seiner aktuellen Spielkarte (Höchstgeschwindigkeit/ Motorleistung/ Anzahl der Zylinder...) die Werte der obersten Spielkarte der anderen zu übertrumpfen. Gelingt das, macht man einen Stich und darf in dieser Runde diese Karten seiner Mitspieler einkassieren.  

Oft habe ich das nicht gespielt. Spätestens nach vier Runden sackt einem doch das Kinn gen Brust ob des Stumpfsinns und der Eintönigkeit. Wo soll da der Gag sein? Hat man halt mal jemand übertrumpft... und?

Derlei Spielerei kommen mir immer mal wieder in Unterhaltungen unter. Solche lassen sich erkennen etwa durch Überleitungen zur eigenen Wortmeldung wie: *Das ist ja noch gar nichts. Also I-C-H... * Halt ganz so, als würde man Quartett spielen aber inkognito jedoch mit vergleichbaren Spielregeln. Nich,  à la: *ich weiß halt noch ein bißchen mehr Schlaumeisterei, habe das deutlich bessere Dingenskirchen, die oppulentere Fitzlibutzli-Referenz, das gewaltigere Todschlag-Argument... BÄM! TRUMPF! Spiel-Satz-Sieg!

Aber Kinners: das bringt doch null Spaß. Außer dass eben einer den anderen mit irgendeiner Wichtigtuerei übertrumpft. *Was du schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen* - aber doch nicht andere Leute damit belästigen. Wer sich an das Individuelle hält, der geht von der Andersartigkeit der anderen aus und misst sich nie, überhaupt gar nie mit seinem Gegenüber. Welchen Sinn soll das auch ergeben? Ehrlich, das ist das glatte Gegenteil von einem erquicklichen Gespräch! 

Ja, ich weiß, in dieser Hinsicht bin ich versaut. Nicht von ungefähr steht in meiner *über mich* Seite, wie gerne ich mit dem Habib rede. Nach all den Jahren höre ich unverändert niemandem lieber zu als ihm, bin immer noch gespannt, was der Habib wahrnimmt, auf seine Eindrücke, seine Beobachtungen und neugierig auf seine Einschätzungen. Das ist SO bereichernd. Und SO horizonterweiternd. Zwei Paar Augen sehen mehr als eines... wenn beide gerne Welt und Menschen gucken. Das ist ein großes Geschenk und keine Selbstverständlichkeit, das wird mir mehr und mehr bewußt.

Ich habe auf diese Weise - als wunderbare Begleiterscheinung - meine Sinne deutlich gewetzt. Schließlich will ich nicht erleben, dass dem Habib im Gespräch mit mir der Kopf auf die Seite kippt vor Ermüdung...


Um ein Haar hätte ich diese Tarte *Salami-Pizza... nicht* getauft -  war optisch meine erste Assoziation. Außerdem kitzle ich bekanntermaßen gerne. Nun ist es ein *Flammkuchen nach Art der Holzfällerin* geworden - in Anlehnung an diese Bratkartoffeln. Für die hat der Habib damals eine Bratpfanne gewonnen (von Heike, die leider nicht mehr bloggt), eine Geschichte, die er bis heute sehr gerne erzählt. 

Preisverdächtig finde ich genauso diesen Flammkuchen. Superlecker! Sehr gut ließe dieser sich variieren mit gebratenen Pilzen, die man unter die Zwiebeln mischt. Oder man kürzt die Tapenade raus und bereichert die Zwiebeln durch mitgedünstete Apfelschnitze - ebenfalls bestimmt köstlich!

Zutaten 2P:

Flammkuchenteig:
160g Dinkel 1050
60g Einkorn-Vollkorn
1 EL Öl
Salz
1 TL Koriander, frisch geschrotet
1/2 TL Kreuzkümmel
120ml Wasser 

ca. 2 EL Crème fraîche
2 TL grüne Tapenade
Salz, Pfeffer  


1 Gemüsezwiebel
etwas Öl
2 TL Thymian
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker

100g Käse (m: Tomme de Montagne)

200g neue Kartoffeln (m: Vitelotte) 
3 TL Thymian
Salz, Pfeffer
Olivenöl 

Deko: Basilikum

Zubereitung:

Für den Flammkuchenteig das Mehl, das Salz, den Koriander und das Öl mit 120ml Wasser in einer Schüssel vermengen und zügig erst mit einem Holzkochlöffel, dann mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser zugeben. Teig beiseite stellen. 

Den Backofen mit einem Pizzastein auf 220° C vorheizen.

Die Kartoffeln schrubben und so fein wie möglich (m: ca. 2mm)  in eine Schüssel hobeln. 1 1/2 El Olivenöl sowie den Thymian zugeben, salzen und pfeffern. Alles gut durchmischen.

Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Kartoffelscheibchen möglichst einlagig darauf verteilen. Das Blech für etwa 10 Minuten in den Ofen schieben, bis die Kartoffeln anfangen, braun zu werden.

Den Ofen mit einem Pizzastein auf 250°C hochfahren. 

Den Flammkuchenteig teilen, jeweils schön dünn auswellen, dann auf ein Backpapier verlegen. Mit der Tapenade-Crème bestreichen. Dann jeweils hälftig mit Zwiebeln, Käse und Kartoffelscheiben belegen. Nochmals leicht pfeffern und die Flammkuchen im heißen Ofen nacheinander knusprig braten.

Anmerkung m: Flammkuchenteig nach Juliane - der mich in seiner Schnelligkeit, Luftigkeit und prima Handhabe absolut überzeugt. Außerdem sollte - für mein Dafürhalten - Falmmkuchen ein Blitz-Essen sein!

 
Geschwister im Blog-Universum:


russischer Bär an Kugeldistel