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Bastelei: Rote Bete in Salzteig mit Maronen-Dressing

Mittwoch, 20. Dezember 2017


Jeder sollte mal etwas gesammelt haben. Jeder sammelt doch irgendwann für eine zeitlang auch mal irgendeinen Quark, oder? Nun bei mir waren es Bücher - dreierlei Art. Ich sammelte Märchenbücher, Bastelbücher und das dritte Thema verrate ich euch vielleicht irgendwann einmal. Ihr wißt ja: so ein bißchen Geheimnis, der Dunst des Mysteriösen tut jeder Frau gut. Der Frische wegen. Es soll selbst nach Jahren immernoch etwas zu entdecken geben, so im Idealfall...

Worauf ich aber heute raus will, das sind die Bastelbücher. Da hatte ich wohl einen guten Moment erwischt, nämlich bevor die Flohmarktstände von sämtlichen DIYlern abgegrast wurden. Bereits parallel zu meiner Ausildung am Theater werkelte ich gerne - da bekamen durchaus auch Freunde mal etwas *von Liebe Handgewirktes*. Eine alte Freundin zeigte mir auf Heimaturlaub vor kurzem ein Patchwork-Kissen auf das ich ein Katzentier für sie darauf geklöppelt hatte... tssss..., aber sie hat es all die Jahre mitumziehen lassen -  das ist dann doch sehr anrührend!

Man möchte ja meinen, es gäbe nichts Harmloseres auf dieser Welt als Basteleien, aber nein, selbst hier tun sich Abgründe auf. Ich werfe nur mal die fürchterlichen Makramee-Blumenampeln in den Ring. Gut, ja, das ist ein natürliches Material, und es lassen sich noch Holzperlen einflechten. Aber ich habe schon im Handarbeitsunterricht der Grundschule Hautausschlag bekommen, wenn ich Makramee nur berührt habe. Oder Salzteigtüreingangsdekorationen. GANZ fiese Geschichten schweben mir vor Augen. Aber es war eben auch mal in: kleine im Ofen gebackene Figürchen mit Knoblauchpressen-Haaren.

Solcherlei ging mir durch den Sinn, als ich den Salzteig für die Rote Bete knetete nach einer Inspiration des Kochquartetts. Auch die Maronen dazu gefielen mir direkt - Kastanien passen so gut zum Winter und zu den Festtagen. Sie dann aber mit zu kombinieren kam mir gewagt vor. Vielleicht täusche ich da aber auch. Ich wandelte sie auf jeden Fall in eine Maronen-Vinaigrette um. Sehr fein - so macht Basteln Spaß!

Zutaten 4P*:

3-4 kleinere Rote Bete*
280g Mehl
25g Salz
150 ml Wasser
1 EL Koriandersamen
1/2 TL Kümmel

2 Schalotten
8 gegarte Maronen
1/4 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
2-3 EL Sherry-Essig
etwas Gemüsebrühe (4-5 EL)
2 TL Haselnuss-Öl
4 Hände voller Feldsalat

Zubereitung:

Mehl, Salz und Wasser vermengen, zu einem Teig verkneten und diesen zu drei-vier (je nach Menge der Roten Bete) runden Platten ausrollen. Mit Koriandersamen sowie Kümmel bestreuen und darin jeweils eine gewaschene Bete einpacken. Im Ofen bei 180 Grad 1 Stunde garen. (Mit einer Bratennadel oder Ähnlichem prüfen, ob die Knollen weich sind.) Danach den Salzteig aufbrechen und die Beten schälen.  

In dieser Zeit den Feldsalat putzen, waschen und trocken schleudern. Die Schalotten fein würfeln, die Maronen grob hacken. In einem kleinen Topf die Butter schmelzen und den Zucker darin karamellisieren lassen. Die Maronen darin 2-3min wenden, dann die Zwiebelwürfel zufügen und glasig dünsten. Mit Sherry-Essig und Gemüsebrühe ablöschen. Salzen, pfeffern.

Jeweils ein Bett mit Feldsalat anrichten, darauf die in Schnitzen geschnittene Bete und mit der Vinaigrette beträufeln.

Anmerkung m: Tricky ist hier lediglich, alles miteinander fertig zu garen, denn lauwarm schmeckt mir diese Vorspeise am besten...

Inspiration: SZ - Kochquartett

Das Nocken-Prinzip

Montag, 4. Dezember 2017


Weil wir es doch gerade von den Quenelles aka Nocken hatten - ich wollte euch direkt nochmals demonstrieren, wie hübsch damit zu spielen ist. 

Volle Gemüsegarten-Küche, wie ich sie besonders schätze. Und eben auch ein leichter Start in einen gemeinsamen Abend. Ach, ich brauche bestimmt nicht nochmals die ganze Story aufrollen. Ist ja schon alles gesagt. Wenn euch die Vorteile nicht spätestens jetzt einleuchten, dann fällt mir zur Erhellung auch nicht mehr ein. Das hier ist auf jeden Fall die Karottenvariante - in klassisch und der purpurnen Variante. Gerade die leuchtend-lila Möhren lagen so neckisch am Wochenende auf dem Markttisch und riefen: *Nimm mich mit nach Hause*, dass ich glatt zugegriffen habe. Und dann nahm es genau dieses Ende. So, nun wißt ihr mal wieder alles...

Zutaten 2-4P:

200g Karotten
1 Schalotte
2-3 EL Parmesan*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Pr Zucker
1 TL Butter
(optional: Petersilie, fein gehackt)

Zubereitung:

Die Karotten (wenn farbig - dann getrennt von einander) dünsten mit der Hälfte Butter, der Prise Zucker und 2 EL Gemüsebrühe. Pürieren und abkühlen lassen. In der anderen Hälfte Butter die fein gewürfelte Schalotte braten.

Alle Zutaten miteinander vermengen und abschmecken. Wer mag gibt auch noch Zesten von Zitrone oder Orange dazu. Mit zwei Teelöffen oder zwei Esslöffeln (je nach gewünschter Größe) Nocken formen und auf einen bunten Salat setzen.

*Anmerkung m: die lilanen Karotten habe ich anstelle von Parmesan mit Ziegenfrischkäse vermengt. Alternativ bietet sich auch Frischkäse oder Feta an.

Frühstarter: gefüllte Backkartoffeln

Sonntag, 12. März 2017

Kulinarisch wird jede neue Gartensaison gleich eingeleutet: durch das erste, frische Grün, das treibt. Die Pferdemädchen wissen, wie sehr auch Pferde bei einem Ausritt gierig danach zu haschen versuchen. Und die Gemsen treibt eben dieses junge Gras bis runter ins Tal, um auf den leuchtend grünen Wiesen zu weiden.

Selbstredend habe ich in diese Backofen-Kartoffeln kein Gras verarbeitet. Aber eben den ersten jungen Pimpinelle - ein Wildkraut, das ich besonders mag. Und wenn in einer Region in Frankreich der allerallererste, jungen Knoblauch auf dem Markt angeboten wird - und zwar in Stangenform - dann ja wohl hier im Anbaugebiet, in der Drôme. Eine SEHR feine Sache, denn der alte Knoblauch ist gar sehr dabei auszuschlagen. Diese beiden Frühjahreskräuter (wobei der Pimpinelle mir noch lange erhalten bleiben wird) verjüngen dieses Winteressen. Ein klassisches *Salat-Plus-Essen*. Bei uns gab es Feldsalat mit Karotten dazu.
Zutaten 2P:

2-3 große/ mittlere Kartoffeln
1 EL Butter
200g grobes Salz
1 Stange Lauch
2 Stange frischen Knoblauch
2 EL frische Kräuter 
(m: gemischt: Petersilie, Pimpinelle)
50g Crème fraîche
50g Comté, grob gerieben 
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Den Backofen auf 200°C vorheizen.

Die Kartoffeln unter fliessendem Wasser gründlich abbürsten. Das Salz in einer ofenfesten Schale verteilen. Die Kartoffeln mehrmals einstechen, mit der weichen Butter bepinseln und auf das Salz legen. Die Kartoffeln eine gute 1 Stunde im Ofen backen, bis sie gar sind (Messerprobe).

Die Form aus dem Ofen nehmen, die Backofentemperatur auf 175°C reduzieren.

Die Kartoffeln längs halbieren. Das Innere mit einem Löffel herausnehmen, dabei einen Rand von etwa 1 cm stehen lassen. Die Kartoffelmasse in eine Schüssel geben, mit der Gabel zerdrücken, dabei die Crème und etwa 3/4 vom Käse und dir frischen Kräuter einarbeiten. Falls das Püree zu fest erscheint, noch ein wenig Sahne zugeben. Die Kartoffelmasse kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken und in die Kartoffelhälften füllen. Diese wieder auf das Salz setzen, den restlichen Käse darauf verteilen und alles nochmal für etwa 20 Minuten in den Backofen schieben.

Die Kartoffeln aus dem Ofen nehmen und zusammen mit einem schönen Salat servieren.

deutsches Land: Reissalat mit Blutorange und Paprika

Mittwoch, 11. Mai 2016

Wenn Vielreisende zu jemand mutieren, der anderen seine Geschichten aufnötigt und die Welt erklären will, dann ist etwas schief gelaufen unterwegs.

Wenn aber Reisen benutzt wird, um an das kostbarste Elexier dieses Planeten zu gelangen, das da lautet *Erfahrungen*, dann gibt es für mich kaum einen vergleichbar guten Zugang. *Distanz schafft klare Gedanken* sagt man. Und genau das vermag Reisen. Dank dem gewonnenen Abstand kann Altbekanntes, Vertrautes, Selbstverständliches in einem komplett neuen Licht erscheinen. Ganz besonders flasht mich dabei die Rückkopplung auf einen selbst: das Selbstverständnis verändert sich damit parallel. Und ja, durch all die Eindrücke, die man selbst erlebt erfahren hat, erkennt man möglicherweise erst den hohen Wert von Erfahrungen. Sie stärken sehr in der eigenen Urteilsbildung und im eigenen Stand.

Nehme ich mal zur Veranschaulichung das Thema *Heimatland*, welches ganz und gar verwoben ist mit den unzähligen Selbstverständlichkeiten von Kultur und Tradition seit Kindheitstagen. Aus der Ferne betrachtet bietet Deutschland eine Vielzahl von Vorzügen. Abseitsreisen zählt  - dank 6 jährigem Auslandsaufenthalt mit gehöriger Außenperspektive - einige davon auf. 

Dennoch ist die Frage, wie schwer es ist, sich nach einer langen Reise wieder in Deutschland einzugewöhnen, nicht an den Haaren herbei gezogen. Denn in dem guten, warmen Selbstverständis als privilegierter Europäer gibt es einen Wehrmutstropfen. Genau jener, an dem gerade Reisende innig geleckt haben: die Freiheit.

Auch zu diesem Aspekt möchte ich jemand anderes zu Wort kommen lassen. Sie habe ich - wie solls anders sein - über das Reisen kennengelernt. Nämlich als wir einen Großteil des Winters auf Sansibar verbrachten und ich staunend aufgeklärt wurde, dass Sansibar einst *unter deutscher Schutzherrschaft* stand (komisch, Kolonialimus muß während meiner Schullaufbahn komplett aus dem Lehrplan gestrichen worden sein). So hörte ich auf der Insel zum ersten Mal von *Emily Ruete*. Emily Ruete wurde 1844 auf Sansibar geboren als Sayyid Salme, Tochter eines Sultan. Sie wächst als verwöhnte Prinzessin in dem Harem des Sultanpalastes auf bis zum Alter von 22 Jahren. Bis zu jenem Tag, als sie Heinrich Rute, einen Hamburger Handelsvertreter, kennenlernt. Und umgehend schwanger wird. Um dem Sultanhaus die Schande dieses Verhältnisses zu ersparen, flieht die Schwangere mit Heinrich und lebt mit ihm - fortan als Emily Ruete - in Hamburg. 

Nicht nur die Biographie von Emily Ruete liest sich faszinierend, vor allem ihre eigenen Bücher (*An arabian Princess between two worlds* und *Ein Leben im Sultanspalast* sind absolut lesenswert. (Empfehlung  ;). Nun zu dem Ausschnitt aus ihren Memoiren, zu dem ich euch eben führen wollte, nämlich jener, in dem Salme vor über hundert Jahren ihren Eindruck von Deutschland schildert:
*Hier merkte ich so recht, wie weit die vielbesungene Freiheit eigentlich geht. Die Polizei nimmt sich einfach das Recht, sich ganz unberufen in Familienangelegenheiten einzumischen. Meine Unzivilisiertheit mag Schuld daran sein, dass ich mich innerlich gegen eine solche Bevormundung sträubte, denn die Einheimischen finden zu meinem Erstaunen in dieser Art von Maßregelung absolut nichts Besonderes... Ganz unwillkürlich beschlich mich das Gefühl, als ob ich mich in einer streng geführten Anstalt, nicht aber in einem großen Staate befände. Alles ist so schablonenhaft geordnet und eingerichtet, dass das allergeringste Abweichen davon eine Strafe nach sich zieht. Alles, alles steht unter dem Gesetz, und die Paragraphen des letzteren sind fast so zahlreich wie der Sand am Meer.*

Ganz in eurer Freiheit steht, ob ihr euch zu diesem Reissalat verführen laßt und ob ihr an ihm irgend etwas deutsches ausmachen könnt. Mit importierem rotem Reis aus Madagaskar hat er uns ganz und gar überzeugt. Regelrecht seltsam, dass dies der erste Reissalat auf dem Blog ist... Da seine Verkostung etwas her ist, habe ich ihn in Klammern mehr an den Frühling angepaßt.

Zutaten:

140g Reis (m: roter Reis)
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Stange Sellerie
1 Karotte(oder 1/2 Bund Radieschen)
1 gelbe Paprika
1 EL Olivenöl
2 Blutorangen, filetiert
2 EL gehackte Petersilie
2 Hände voll Feldsalat (oder 1 Bund Rucola)
2 TL Tahini (Sesampaste)
2 EL Gemüsebrühe
3 EL Reisweinessig
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Zuereitung:

Die Zwiebel fein würfeln. Sellerie von Fäden befreien und ebenfalls fein würfeln. Die Paprika mit dem Sparschäler dünn von der Haut befreien und in kleine Streifen schneiden. Die Karotte putzen und zu feinen Julienne reiben. Den Knoblauch vom Trieb befreien und in fein hacken. In Olivenöl zusammen gar dünsten. Salzen und pfeffern.

Den Feldsalat waschen und trocken schleudern.

Den Reis in Salzwasser gar kochen. 
Die Blutorangen schälen und filetieren - den heraustretenden Saft auffangen, den Rest ausdrücken. Mit Gemüsebrühe, Sesampaste und Reisweinessig zu einem homogenen Dressing rühren und mit Salz und Pfeffer sowie Piment d'Espelette würzen. Alle Zutaten miteinander vermengen und servieren.
einer meiner liebsten Düfte: unser Orangenbaum blüht

Vor Ort: Salat mit paniertem Ziegenfrischkäse und Granatapfel

Donnerstag, 20. November 2014

Sich nicht nur schlau zu machen, welche Lebensmittel ums Eck produziert oder angebaut werden, sondern vielleicht sogar seine Ernährung ein wenig in diese Richtung auszurichten, je suis bien d'accord avec. Klare Sache also, dass ich Juli von Kamau in ihrem charmanten Aufruf, etwas aus eben solchen Zutaten zu kredenzen, gerne folge. Nummer 1 auf der Liste meiner Lieblingszutaten belegt eindeutig und unschlagbar alles aus unserem Garten (die eigenen Kinder sind nun mal die besten - da bin ich klassisch betriebsblind). Aber auch die Eier unser Nachbarn machen mir ein gutes Gefühl. Die Hühner kenne ich quasi fast persönlich. So wie die Ziegen aus dem Nachbarort.

Womit wir ohne Umschweife beim Ziegenkäse gelandet wären. Ich möchte ja behaupten, dass ich der deutschsprachige Foodblog mit den meisten Ziegenfrischkäse-Rezepten bin. Ob ich das mal dem Guiness-Buch stecken sollte?

Die Ziegen geben nun am Ende des Jahres weniger Milch - unsere bevorzuge Ziegenkäse-Dealerin aus dem Nachbarort kann nur noch die Hälfte wie sonst anbieten. Wir müssen also gucken, nicht zu spät auf den Markt zu kommen, um dann doppelt so viel einzukaufen. Nächstes Jahr steht hier dringlich mal ein *Making of* vom Nachbardorf-Ziegenkäse an, um euch zu zeigen, was und warum der für uns Grundnahrungsmittel darstellt.

Und dass rund um unser Zuhause viele Granatapfelbäume wachsen, habe ich, glaube ich, schon erwähnt - einen Baum, den ich bis dahin nicht zwingend mit Südfrankreich verbunden hätte. Unser eigener hat dieses Jahr zwar schon schön geblüht, aber nicht einen einzigen Apfel hervorgebracht...

Warum ich Pinienkernen Walnüssen für diesen Salat vorgezogen habe, erschließt sich mir nicht mehr. Besser hätten mir hier Walnüsse, die ebenfalls typisch für die Drôme sind, gefallen...
Rezept 4P:

2 Ziegenfrischkäse*
1 Ei
3 EL Mehl
3 EL Semmelbrösel
2 EL Panko
1/2 TL gemörserter Koriander

200g Feldsalat
1 handvoll Pinienkerne
1 Schalotte
1 Granatapfel
einige Blätter junger, roter Mangold

2 EL Olivenöl
2 EL Walnussöl
1 EL Granatapfelsirup
1 EL Orangensaft
2 EL Granatapfelsaft
Salz, Pfeffer
1 EL Sherryessig
1 EL Balsamico bianco
1 TL Honigsenf

Zubereitung:

Den Feldsalat zusammen mit den Mangoldblättern gründlich waschen und trocken schleudern. Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne rösten und zur Seite stellen. Den Granatapfel zu Dreiviertel von seinen Kernen lösen, das restliche Viertel auspressen (m: mit dieser Zitruspresse 3.Bild - spritzt so gut wie nicht).

Die Schalotte sehr fein würfeln. In einem Eßlöffel Olivenöl die Schalotten glasig dünsten, die restlichen Zutaten für das Dressing dazugeben und 1min sanft köcheln lassen - zur Seite stellen.

Kurz vor dem Anrichten den Salat mit dem Dressing marinieren.

Drei Teller richten mit Mehl, einem verqurilten Ei und einer Mischung aus Semmelbrösel-Panko-Koriander. Die Ziegenkäse dem Durchmesser nach halbieren und nacheinander in eben dieser Reihenfolge in den Tellern marinieren (beim Mehl darauf achten, dass die Schicht nicht zu dick ist/ das Ei muß wie das Paniermehl gut ummanteln). In einer Pfanne in etwas Sonnenblumenöl bei mittlerer Hitze knusprig braten.

Die Zigenkäsetaler auf dem Salat anrichten, Granatapfelkerne und Pinienkerne darüber streuen und servieren.

TIPP: den halbierten Ziegenkäse 10-15min vor dem Panieren in den Tiefkühler stellen.

*Anmerkung m: Ziegenfrischkäse wird bei uns in einer Größe von etwa 110g verkauft

Sags mit Pasta: Karottenknöpfli mit Feldsalatpesto

Freitag, 14. Februar 2014

Schaue ich meine Rezepte-Warteschleife durch, dann zeigt sie mir, was ihr längst wisst: ich bin ein Pasta-Maniac. Und wahrlich fällt mir (neben Salat und zunehmend Suppe) nichts ein, was bei mir ähnlich stimmungserhellende Wirkung beim Essen erzeugt. 

Damit bereite ich euch sanft auf noch einige im Stapel griffbereiter Pasta-Rezepte vor. Im vergangenen Jahr habe ich mit großem Entzücken festgestellt, dass sich aus allem das Grün ist Pesto zubereiten läßt (Ausnahmen werden wegen akuter Verallgemeinerung unter den Tisch fallen gelassen). Eine Tatsache, die man unmöglich ausreichend durchgekostet an sich verstreichen lassen sollte. 

Das Pesto aus Feldsalat feierte somit Premiere bei uns. Es begleitete die ebenfalls ersten Karottenknöpfli ihrer Art. Dass Karottenpasta schmecken muss, kann ich bestimmt nicht als Überraschung bezeichnen (auch dahingehend gibt es keine Geheimnisse mehr), allerdings hätten sie mir (möglicherweise der Gewohnheit geschuldet) als handgeschabte Spätzle noch einen Tacken besser geschmeckt wie als Knöpfli. 

Tja und das Pesto, das müßt ihr einfach probieren, um zu wissen, worüber ich schreibe: wieder ein ganz anderer Geschmack von Grün!
Zutaten 2P:

300g Karotten
1 TL frisch gemörserter Koriander
2 TL Zucker
1 EL Butter
4 EL Gemüsebrühe
2 Eier
100g Einkorn-Vollkorn
150g Mehl 550
etwas Milch
Salz

30g Feldsalat
einige Blätter Minze
einige Blätter Verveine (optional)
etwas Orangenabrieb
3-4 EL geriebener Parmesan
Olivenöl
fleur de sel
Pfeffer

Zubereitung:

Karotten schälen und in feine Scheiben schneiden. In einem Topf zuerst den Zucker karamellisieren, dann die Butter reinschmelzen lassen. Die Karottenscheiben dazugeben, ebenso den Koriander und die Gemüsebrühe.

Den Deckel auflegen und bei kleiner Hitze die Möhren sehr weich kochen. Eventuell noch etwas Brühe nachgeben oder am Garende den Deckel weglassen, damit die restliche Flüssigkeit verdampfen kann. Die Karotten auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit das Pesto herstellen. Feldsalat waschen und trockenschleudern. Mit den restlichen Zutaten fein pürieren und soviel Olivenöl anschütten, bis eine gefällige Konsistenz erreicht ist.

Die Möhren fein pürieren und mit den Eiern vermengen. Das Mehl anschütten, eine gute Prise Salz und soviel Milch zugeben, dass ein nicht zu dicker und nicht zu dünner Spätzleteig entsteht. Den Teig solange schlagen, bis er Blasen wirft.

In einem Topf reichlich Salzwasser erhitzen und mit einem Knöpli-Brett portionsweise die Knöpflis ins Wasser schaben. Im Ofen warmstellen, bis alle Knöpflis fertig geschabt sind.

Zusammen mit dem Feldsalatpesto servieren.

Junge Salatblätter mit Datteln und Mandeln

Dienstag, 2. April 2013

Es sind noch Datteln übrig von dieser Suppe. Ottolenghi hatte eine Idee, diese mit in einen Salat zu geben. Datteln sind mir um einiges sympathischer als Rosinen. Sie sind lange nicht so penetrant süß, sondern haben ganz im Gegenteil eine sehr denzente Fruchtsüße, die sich wunderbar anzupassen vermag - wir reden also von Datteln guter Qualität.

Zuerst war ich etwas zögerlich mit ihnen, aber schlußendlich habe ich sogar mehr als im Rezept angeben unter den Salat gemischt. Mit dem knusprigen Brot, den gerösteten Mandeln und dem nicht alltäglichen Sumach ein wirklich leckerer Salat. So darf das mit Jerusalem gerne weitergehen.

Von Alex und Mari ebenfalls nur löbliche Worte zu diesem Ottolenghi-Salat. Tja, der Yotam wickelt die Blogger-Mädels um seine Kochbuchfinger. Und ich bin wieder mittendrin im Ottolenghi-Karussell....
Zutaten:

1 EL Weißweinessig
1/2 rote Zwiebel, in feine Ringe geschnitten
100g entsteinte Datteln, längs geviertel
30g Butter (m: 1 EL)
2 EL Olivenöl
2 kleine Pitabrot (etwa 100g), in mundgerechte Stücke gerissen
(m: eigenes Brot gewürfelt)
75g Mandeln, grob gehackt
2 TL gemahlener Sumach
1/2 TL Chiliflocken
2 EL Zitronensaft
 Salz
150g junger Spinat, gewaschen 
(m: Mischung aus jungem Mangold und Feldsalat)

Zubereitung:

Die Datteln mit Zwiebel, Essig und einer Prise Salz in einen kleine Schüssel geben, mit den Händen vermengen und 20 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abgießen und Flüssigkeit wegschütten (m: Arbeitschritt überschritten, da keine Flüssigkeit zum Absieben vorhanden).

Während die Datteln marinieren 1 EL Olivenöl und die Butter in eine Pfanne erhitzen, Pitabrot (m: gewürfeltes selbstgebackenes Brot vom Vortag) und Mandeln in die Pfanne geben und bei mittlerer Hitze unter regelmäßigem Rühren 4-6 Minuten wenden, bis das Brot geröstet und knusprig ist. Die Pfanne von der Herdplatte nehmen, Sumach, Chiliflocken und 1/4 TL Salz) hinzufügen und zur Seite stellen.

Kurz vor dem Servieren den Spinat in einer großen Schüssel mit Datteln, Zwiebeln, Pita, Mandeln, restlichem Olivenöl, einer Prise Salz sowie dem Zitronensaft vermischen. Abschmecken und servieren.
Primeln blühen schon - Vögel wollen noch gefüttert werden
Quelle: Ottolenghi - Jerusalem

gewickeltes pochiertes Ei mit Feldsalat

Montag, 10. Dezember 2012

Vor Kurzem wurde eine Idee ausprobiert, die ich vom Perfekten Dinner mitgenommen habe (genau, die Sendung, die ich gerne mal zusammen mit Zorra oder Herrn Paulsen oder beiden zusammen angucken würde ;). Im Prinzip habe ich davon nur das Grundgerüst umgesetzt, als eher rustikale Gartenküche. Etwas hochveredelt mit beispielsweise Trüffel und einem teuren Schinken wie im Original ist diese Vorspeise aber schnell.

Es gilt vorsichtig zu arbeiten, da die pochierten Eier nicht wesentlich stabiler als rohe Eier sind - ja, sie sind fast noch empfindlicher. Also mit zarter Hand den Schinken und das Baguette/ Ciabatta drumherum wickeln, sonst gehen sie euch kaputt.

Ich habe die Gelegenheit dazu benutzt in einer meiner Lieblingsbäckereien in Crest ein baguette en levain (Sauerteig-Baguette) mitzunehmen. Das war aber für mein Vorhaben nicht die beste Wahl, weil die Krume trotz Lufteinschlüße eher fest ist. Ihr braucht hierfür ein lummeliges, weiches Weißbrot, eingewickelt über Nacht in eine Plastiktüte, dass ihr dann der Länge nach sehr dünn schneiden könnt mit der Brotmaschine. Mein Baguette war zu kurz, nachdem ich tags zuvor die Knauzen verspeist hatte und dachte, das reicht auch noch so. Nee, war ein bißchen knapp.

Bon, mir gefällt die Idee mit dem gewickelten, pochierten Ei - nun seit ihr am Zug, macht was daraus!
Zutaten - 4P:

4 Eier, pochiert
4 Scheiben Schinken, eurer Wahl
1 Ciabatta/ Baguette
Salz, Pfeffer
Butter


4 handvoll Feldsalat
1 kleine Schalotte

Vinaigrette 

2 EL frisch gepreßter Orangensaft
1 1/2 EL Olivenöl
1 EL Walnussöl
1 TL Crème fraîche
1 TL Feigensenf
1 EL Sherry-Essig
1 EL weißer Balsamico
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Baguette/ Ciabatta in eine Plastiktüte stecken, damit es schön weich wird (meines hatte ich über Nacht so gelagert, war also vom Vortag). Mit Hilfe der Brotschneidemaschine in dünne Scheiben schneiden (ca. 3mm).

Feldsalat waschen. Schalotte fein würfeln. Vinaigrette kräftig miteinander vermengen.

Pochierte Eier nach Robertscher Art zubereiten. Vorsichtig herausnehmen, in kaltem Wasser abschrecken, auf Küchenkrepp legen und trocken tupfen. Salzen, pfeffern. Wie ein rohes Ei behandeln und mit zarter Hand mit Schinken umwickeln. Genauso mit dem dünnen Baguette verfahren und auf beiden Seiten in einer Pfanne in der Butter goldbraun anbraten.

Zum Anrichten den Feldsalat mit der Vinaigrette vermengen, jeweils auf 4 Teller verteilen, das gewickelte, pochierte Ei dazu setzen und die Teller mit Balsamico-Reduktion  verzieren.
blühende Mispel im Dezember
Quelle: Das perfekte Dinner/ pochierte Eier - Robert von Lamiacucina

Eßbarer Achat: Radis d`Hiver

Montag, 15. Oktober 2012

Als wir letzte Woche über den Markt in Die gelaufen sind, blieben meine Augen an dem aufgeschnittenen Winter-Radieschen hängen. Das hatte ich noch nie gesehen, weder in echt noch als Foto. Mir wurde versichert, dass der Geschmack radieschenmäßig wäre, aber doux, will meinen nicht scharf.

Allein der Optik wegen mußten welche mit. Die sind doch ein Augenschmeichler. Was es nicht alles gibt in der Natur an Farben und Farbverläufen, Formen und Muster. Irgendwie fiel mir dazu wieder ein Gedicht ein, dass mir von der anthroposophisch-affinen Mutter des besten Freundes meines Ex-Freundes (seriöser kann man keine Quellenangabe machen) zugetragen wurde. Es hat mich gleich so angesprochen, dass es direkt in mein Ultra-Langzeit-Gedächtnis rutschte. Ja, das gibts, Gedichte oder Kalendersprüche dafür habe ich (neben anderem Quatsch) einen inneren Magnetstreifen, ein Elefanten-Gedächtnis.

Die Welt ist Gottes unausdenklicher Gedanke,
so göttlich der Beruf zu denken ohne Schranke.
Nichts auf der Welt, das nicht Gedankenstoff enthält,
und kein Gedanke, der nicht mitbaut an der Welt.

Drum liebt mein Geist die Welt, weil er das Denken liebt,
und sie ihm überall zu denken gibt.

  
Friedrich Rückert (1788-1866) 


Der Salat, der von den Küchengöttern inspiriert ist, war übrigens so köstlich, dass es den im Frühjahr mit den ersten Frühlings-Radieschen wieder geben wird. Oder wenn wir in Die nochmals an diesen vorbeikommen...
Zutaten:

4 Radis d'Hiver
einige Blätter Chicoree
2 Hände voll Feldsalat
1 säuerlicher Apfel (z. B. Elstar) 
etwas gewürfelter Comté
1/2 Zitrone
150 g Joghurt
1 TL Dijonsenf
Salz
Pfeffer
1/2 TL Zucker

Zubereitung:

Die Radis waschen, schälen und in dünne Scheiben schneiden/ hobeln. Den Apfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in dicke Scheiben schneiden. Den Comté in Stifte schneiden.

Die Zitrone auspressen. Joghurt, Senf und Zitronensaft zu einer Marinade verrühren. Mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und mit Radieschen, Apfel und Emmentaler mischen. Wenn der Salat im Kühlschrank eine halbe Stunde durchzieht, schmeckt er noch besser. Dann auf dem kleinen Salatbett anrichten und servieren.
Inspiration: Küchengötter

Oh du mein Fenchelgrün - Fenchel-Birnen-Salat mit Ziegenfrischkäse-Dressing

Freitag, 30. Dezember 2011

Ich hatte eine Schulfreundin, die sich bitter darüber beklagen konnte, dass ihr Freund einfach furchbar uninspiriert sei in puncto Kosenamen. Nun, *Knackwürstchen* finde ich nicht zwingend unkreativ, aber mit Sicherheit keine verbale Knallbombe, wenn sie zum Zwecke weicher Knie gezündet wurde. Mal ehrlich, welche Frau ist nicht offen für die ein oder andere flatterie - worauf wesentlich die französische Coquetterie basiert ;).

So richtig weiß ich gar nicht, wieso ich jetzt darauf komme. Denn meine Fenchelgeschichte ging ja gut aus. Ich mag inzwischen Fenchel sehr gerne. Roh und gegart. Der muß mir überhaupt nicht schmackhaft gemacht werden, da brauchts kein Gesäusel. Wohingegen die Schulfreudin - bereits verlobt mit Herr Nichtwortschmeichler - sich letztlich für dessen Arbeitskollegen  entschied. Leider kann ich keine Auskunft darüber geben, was ihr von da an ins Ohr geflüstert wurde. Hmmm, vom Prinzip eher eine persönliche Dill-Geschichte. Wer mag schon Dill? Aber ich schweife ab...

Zurück zum Fenchel-Happy End!
Ich hatte euch von meinem neuen vegetarischen Kochbuch erzählt. Hier nun das erste Rezept frisch daraus vorgekocht mit Fenchel aus dem Garten. Mein Habib war ganz begeistert. Und ich finde das Geschirr aus dem Buch Teller für Teller phänomenal: ländlich, handwerklich, natürlich! Nun, es war ein guter Einstieg beim Nachkochen. Mal schauen, was folgen wird.
Zutaten:
für das Dressing:

150g Ziegenfrischkäse*
2 EL Apfelbalsam-Essig 
(m: selbst angesetzt)
4 EL Apfelsaft*
2 TL Akazienhonig
(m: Lavendelhonig)
Meersalz
grüner Pfeffer
(m: schwarzer)

40g Walnusskerne
50g Feldsalat
400g Fenchel
500g aromatische, feste Birne

Zubereitung:

Für das Dressing den Ziegenfrischkäse mit der Gabel zerdrücken, Essig, Apfelsaft und Honig dazugeben und alles mit dem Schneebesen glatt rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Salat die Walnusskerne grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett rösten, bis sie anfangen zu duften. Auf einem Teller auskühlen lassen. Den Feldsalat gründlich putzen und trocken schleudern.

Den Fenchel putzen und das Fenchelgrün hacken und beiseite legen. Die Fenchelknolle quer in hauchdünne Scheiben hobeln und diese in Streifen schneiden. Die Birne schälen, längs vierteln und das Kerngehäuse herausschneiden. Birnenviertel ebenfalls in hauchdünne Scheibchen hobeln.
Fenchel und Birnen mit dem Dressing mischen und etwa 10 Minuten durchziehen lassen. Den Feldsalat auf vier Teller verteilen und den Fenchel-Birnen-Salat daraufgeben. Walnusskerne und Fenchelgrün darüberstreuen.

*Anmerkung m: das nächste Mal besser Faiselle statt Frischkäse; habe mehr Apfelsaft für eine schöne Konsistenz gebraucht.
Quelle: Bettina Matthaei - Vegetarisch vom Feinsten

Rutscht gut rüber ins Neue und steht mir die dunklere Jahreszeit gut durch! Bis 2012, ihr Knackwürstchen!