Posts mit dem Label Rucola werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rucola werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Gefährten - Linsen-Brokkoli-Salat

Freitag, 30. Juni 2023


 

Ich erinnere mich noch gut, wie mir eine Feundin mit glühenden Backen frisch verliebt von ihrem heutigen Mann (und Vater ihrer vier Kinder) vorschwärmte. Wie sie meinte, sie würde schon dem Ende einer Party entgegenfiebern, weil auf dem Heimweg würden sie sich austauschen und sie wäre jedes Mal voller Vorfreude und Faszination, was er gesehen, gehört, wahrgenommen hatte und wie beurteilen würde...

Genau das berüht auch ein weiterer Film von *Green Renaissance*, von denen ich euch schon zwei andere vorgestellt habe. Ich freue mich immer, wenn ich etwas ausfindig mache, das mich anregt. Und die klugen Gedanken im Hinblick auf ihre Beziehung, die das Paar Anthony und Margy teilt, empfinde ich als sehr ispirierend. Ich gehe ganz mit Anthony, dass genau das eine der größten Bereicherungen ausmacht: *Das ist eines der wunderbaren Dinge, wenn man einen Gefährten hat, dass man die Welt durch ihre Augen sieht. Das erweitert den Blickwinkel. Ich kann Dinge teilen, die mich begeistern. Und ich kann Dinge teilen, die sie begeistern. Und manchmal ist es schwierig, diese Begeisterung zu finden - und das teilen wir ebenfalls. Aus dem gleichen Grund siehst du, wenn sie leiden und eine schwere Zeit durchmachen. Das ist genauso ein Teil, es mit ihren Augen zu sehen.* 

Wirklich nichts auf der Welt ist eine größere Lebensschule als in Beziehung zu leben. Denn durch nichts kommt man sich selbst näher, wird gespiegelt, erkennt Wunden und Kanten - an sich, an dem anderen.... und heilt im besten Fall in der Interaktion, im Zusammenspiel, im Austausch, in der Freiheit, die man sich zu gewähren hat, je intimer man miteinander ist. Deshalb reift eine Beziehung und wird kraftvoller, je tiefer sie berührt, je länger sie währt. Und wenn ihr Boden auf Anständigkeit und Ehrlichkeit gebaut ist, dann entsteht ein Humus, der möglich macht, dass man sich entwickeln darf, gedeihen, klarer werden und bewußter, purer, eindeutiger... wahrhaftiger wird.

Ich habe etwa immer davon geträumt, eine eigene Sprache mit einem anderen Menschen zu entwickeln. Und die stellt sich durch die manigfaltig gemeinsam gemachten Erfahrunge von ganz alleine ein. Da reicht ein Satz, ein Stichwort und unsere Augen kreuzen sich und wir beide wissen sofort, welche Assoziation der andere damit verbindet. Ein wunderbares Band, diese Geheimsprache!

Auseinandersetzungen sind mir Harmonie-Junkie trotzdem ein Greuel. Man steht sich so leicht auf den Eingeweiden. Aus nächster Nähe entstehen die größten Verletzungen. Der Affekt hinterläßt zu gerne schnell verbrannte Erde. Aber Reingefressenes eitert mit der Zeit - wir Margy so gut sagt - frißt schwellend und brandschatzt ebenfalls. Manchmal würde man sich auch am liebsten vor sich selbst verstecken. Es kann schon kompliziert sein. Dazu der Alltag, das gefräßige Monster. Immerhin kann man dieser Bestie mit Reisen kontern, raus aus Gewohnheit, raus aus festgefahrenen Mustern, und dem Leben wieder Raum und Möglichkeit bieten, sich und anderes neu zu entdecken. Bestimmt aber ist eine der größten Hilfen, sich seiner eigenen Themen bewußt zu sein. Auf der Meta-Ebene des Bewußtseins tut mancher Zusammenstoß  nicht ganz so weh - zumindest wenn der erste Schmerz weggeatmet ist.

Stürmt und braust das Leben und brausen wir zwei Köpfe aneinander, dann trägt mich doch mit der unerschütterlichen Gewissheit des Anfangs der Goethe-Zweiteiler: *Gegenüber zu großen Vorzüge eines anderen, gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe* - den Margy ganz schlicht in ihren Worten bestätigt. An der Dankbarkeit, jemanden begegnet zu sein, der einen erträgt, den man erträgt, ändert ganz bestimmt ein tosendes Gewitter nichts. So leicht geht echte Neugier nicht verloren.

Hey, und ohne jedes Zaudern: was mache ich mit Millionen von *followern*, wenn ich stattdessen einen einzigen Gefährten haben kann?!



Mit Blick auf die Teller könnte man meinen, ich bin schon wieder bei meinem momentanen Lieblingsthema: Gemüse-Bratlinge. Aber nein. Oder eher jein. Weil begleitend zu meinen Puffern braucht es ja auch etwas. Und dieser Salat macht sich einfach spitze zu meinen Pufferchen. Deshalb habe ich ihn auch schon mehrfach gemacht. Der lässt sich leicht abwandeln: mal anteilig (damals im Winter) mit Rosenkohl, Gemüse geröstet im Ofen oder gedünstet, oder statt Datteln gedörrte Aprikosen, etwas Rucola untergemischt und den Sesam rausgekürzt, die Linsen ausgekeimt (wie hier)... aber was schreibe ich, das merkt ihr selbst, wenn ihr nur erstmal dieses Grundgerüst nachgebastelt habt.

Und demnächst gibt es dann das vorerste Puffer-Ranking. Das *vorerste* - sonst mache ich da wieder eine epische Gedankenspielerei daraus und ringe mich zu keinem Ergebnis durch...

 

Zutaten 2P:

1 kleiner Brokkoli (ca. 450g)
70g Linsen (m: grüne)
2  Lorbeerblätter
1 Stück Kombu-Alge
1 rote Zwiebel
4 Datteln
2 TL Savora-Senf
1 TL Curry
3 EL Sesam-Öl
1 EL Tamari
1 EL Apfel-Essig
Salz, Pfeffer
Sesam-Saat (optional)


Zubereitung:

Linsen in doppelter Menge kaltem Wasser aufsetzen und zusammen mit den Lorbeerblättern und dem Stück Kombu in etwa 25min weich garen.

Brokkoli in Röschen teilen und über Wasserdampf garen. 

Währenddessen die Zwiebel halbieren und in dünne Streifen schneiden und in 1 EL Sesamöl glasig garen - dazu auch die klein gewürfelten Datteln zufügen. Zuletzt noch das Curry-Pulver anrösten.

Sobald die Linsen gar sind (Lorbeer-Blätter und Kombu entfernen), die Zwiebelmischung direkt untermengen, würzen mit restlichem Sesam-Öl, Savora-Senf, Apfelessig,Tamari, salzen und pfeffern. Dann den garen Brokkoli ebenfalls unterheben und nochmals gut würzig abschmecken

Inspiration: Schrot und Korn

 

Danser encore - Spaghetti à la Sophia Loren

Freitag, 26. März 2021


Die Frühlingssonne zieht nach draußen. Ich laufe nur noch mit Unkrautstecher bewaffnet durch den Garten. Eine der ersten Lektionen von Großmeister Garten ist, dass man das, was einem lieb und teuer ist, verteidigen muss - sonst wird es schnell geschluckt von dem, was man eigentlich so nicht wollte. Ohhh wie genieße ich es, meinen Geist warm besonnen zu lassen und meine Gedanken wieder mir Frische, Licht, Düfte, Gezwitscher und Leichtigkeit zu füllen.

Da muss es am Herd schnell gehen. Die Spaghetti nach Sophia Loren will ich schon seit JAHREN nachkochen - nun habe ich es endlich geschafft. Zum Reinlegen! Das bißchen Sardelle in der Sauce gibt so einen Hauch von raffiniertem Gewürzdreh, der nur schwer zu benennen ist. Und etwas junges Grün - ob Knofi-Stangen, Bärlauch oder eben Rucola - macht sich hervorragend darin. Ohne irgend ein Kraut in der Hand kann ich jetzt nicht vom Garten in die Küche zurückmaschieren. Unmöglich!

Und dann geht da eine Bewegung durch Frankreich. Ich stelle euch den Chanson ein (sogar mit deutschem Untertitel verfügbar), ein Phänomen, das wie ein Zugvogel von französischer Großstadt zu französischer Kleinstadt zieht: das Lied *Danser encore*.  Musiker und Künstler aus Paris, Marseille, la Rochelle, Gap, Cahors undund... greifen den Chanson auf und fühlen sich veranlasst nachzuziehen... *Peut être qu'un jour cette musique sonnera comme un hymne national* schreibt ein Kommentator. On verra...

 

 

Zutaten 2P:

Sardellenbutter:
40g Butter, weich
4 Sardellen-Filets
Salz, Pfeffer
 
250g Ofentomaten*
eine handvoll junger Rucola
(m: plus 1 Stange junger Knoblauch)
Salz, Pfeffer
250g Spaghetti (m: demi-complet)

Zubereitung:

Die Butter schaumig rühren. Sardellen, Salz und Pfeffer unterrühren. Die Sardellenbutter auf ein Tellerchen geben und im Kühlschrank fest werden lassen.

Die Ofentomaten in einem kleinen Topf erhitzen.

Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser bissfest kochen, abgießen und wieder in den Topf zurückgeben. Die Sardellenbutter zugeben und gut verrühren, dann Rucola und die Tomatensauce zugeben und alles innig vermischen.

Anmerkung m: wer keine Ofentomaten hat ersetzt sie so: Olivenöl in einem Topf erhitzen und  einen feingewürfelten Knoblauch darin goldgelb werden lassen, dann 2 TL Tomatenmark hinzugeben, kurz mitrösten, dann 400g Tomaten zugeben. Diese sanft etwa 1 Stunde schmurgeln lassen, falls nötig etwas Wasser zugeben. Am Schluss soll eine dickliche Masse übrig sein. Salzen, pfeffern und eine Prise Zucker zufügen.

Quelle: Petra aka Chili und Ciabatta

 


Krisenfeste Brotlinge

Mittwoch, 18. März 2020


Als wir am Montag über nahezu leere französische Autobahnen fuhren unter digitalen Schildern hindurch, auf denen üblicherweise Staus, Umleitungen oder Pausen-Vorschläge angezeigt werden, war nun beharrlich der gleiche Text zu lesen:
       Covid-19
       Evitez des contacts sociales
Es war so unwirklich, ich fühlte mich wie in mitten in einem Sience-Fiction. Ehrlich, ein landendes Ufo auf dem Seitenstreifen hätte mich kaum noch erstaunen können.

Dank den vielen Reisen der letzten Winter an der Seite meines abenteuerlustigen Habibs komme ich ganz gut damit zurecht, mich an neue Umstände anzupassen und klebe nicht manisch an Gewohnheiten. Wenn alles mal ganz anders läuft, das erschüttert mich nicht. Eine Erfahrung, die eigentlich prinzipiell allen gut tut. Wobei gerade die Zügel schon mit aller Kraft herumgerissen werden. Dieser Frühling 2020 wird in das weltweite Gedächntis eingehen als das Frühjahr, in dem der Corona-Virus ausbrach. Alle Bürger aller Nationen werden sich erinnern. Der Beginn des weltersten, weltweiten Ausnahmezustands: auf gesundheitlicher Ebene, auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene.

Reden wir mit andern, dann begegenen uns überall zutiefst verunsicherte Menschen. Man ist bereit, alle Restriktionen hinzunehmen, so umwälzend sie auch sind. Keiner hätte es für möglich gehalten, dass derartige Maßnahmen wie Reise-, Bewegungs- und Versammlungsbeschränkungen in einer Demokratie je umsetzbar sind. Nun erleben wir ungeheuerliche Auflagen - unsererm eigenen Schutz zuliebe und dem anderer.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass mit der Argumentation der Sicherheit schon vieles umgesetzt wurde. Nun hat Macron gar den Krieg ausgerufen. Sofort fällt mir das bekannte Kypling-Zitat ein: *Die Wahrheit ist das erste Opfer des Krieges.* Denn ich vergesse nicht, dass es in der Politik IMMER zwei Handlungsräume gibt: den vor dem Vorhang und den hinter dem Vorhang.

Zusammen mit dem Wunsch selbst zu denken, lehrte mich das Unterwegssein: je unruhiger, je undurchsichtiger eine Situation, umso wichtig ist es zu versuchen eine Meta-Ebene einzunehmen. Denn sich im Detail zu verlieren, bringt im Zweifelsfall nicht weiter. Zwei Fragen helfen dabei zuverlässig und bringen Licht ins Dunkel. Die eine Frage richtet sich nach innen: *Was hat das mit mir zu tun?* Und die andere Frage dreht sich nach außen: *Wem dient das Ganze? Wer profitiert?*

Christian Drostens Ratschlag vor dem Wochenende, nämlich sich nicht immer nur von denselben Leuten beraten zu lassen sondern ebenso von anderen Fachdisziplinen, nahm ich an. Ich zog - ein Mal mehr - meinen *zu Tisch mit...*- Gast den Investmentbanker Dirk Müller hinzu. Und nachdem ich mir seine Zusammenfassung nach Börsenschluß letzter Woche angehört hatte, wäre mir lieber gewesen, ich müßte mich lediglich mit einem neuartigen Grippe-Virus auseinandersetzen und nicht zusätzlich mit brodelnden Finanzmärkte, die von ganz oben eine Umstrukturierung der Besitz-, Macht- und Lebensverhältnisse nach sich ziehen werden: alles wird in Frage gestellt. Tiefgreifende Veränderungen stehen ins Haus - Ausgang offen.

 

Wie wohl tut mir die Natur um mich, der Garten, der duftenden Frühling, die zwitschernden Vögel. Wir schauen in unser Tal und atmen die ganz große Beständigkeit ein. *Und diese Kulisse wird genauso bleiben - mit oder ohne uns* sagt der Habib.

Das heutige Gericht kann man verwenden als Reste-Küche, für misslungene Katastrophen-Brote, als vegane-Burger-Bulette oder als multi-abwandelbarer Puffer. Ich finde, dass dieses vegane Rezept den Fleisch-Frikadellen von allen meinen seither ausprobierten am nächsten kommt. Drei Mal habe ich sie bereits zubereitet, mit unterschiedlich altem Brot, zwei-drei Tage alt, ganz trocken und 4 bis 5 Tage alt (also noch nicht völlig rösch) - für ideal für die Konsistenz hat sich letzteres gezeigt. Ein glasklarer Keeper - definitiv krisenfest.


Zutaten 2P:

200 g altbackenes Brot in Scheiben oder Würfeln
1 mittelgroße Zwiebel oder 3–4 Frühlingszwiebeln
optional eine Handvoll Spinat, Rucola, Petersilie
Kapern, getrocknete Tomaten, Pilze, Oliven...
(m: 150g gekochte, rote Beete, fein gerieben oder püriert)
3–4 EL Semmelbrösel
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Brot in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen, so dass es bedeckt ist -fünf bis zehn Minuten einweichen lassen. (bei völlig trockenem Brot - en plus teils sehr vollkornlastigem - musste ich es zwei Mal übergießen, damit es ganz aufweicht/ zu frisches Brot wiederum suppt zusehr).

Das eingeweichtes Brot in einem Sieb abgießen und so gut es geht ausdrücken. Zwiebeln beziehungsweise Frühlingszwiebeln fein würfeln. Zusammen mit Semmelbröseln unter die Brotstücke kneten. Mit Salz, Pfeffer und beliebigen weiteren Gewürzen pikant abschmecken. Wichtig ist, dass die Masse nicht zu feucht ist und gut formbar. Nach Bedarf mehr Semmelbrösel dazugeben. Zu Brotlingen formen und in einer Pfanne mit reichlich Öl von beiden Seiten knusprig braten.

*Anmerkung m: dazu passt Salat aller Art, ofengeröstetes Gemüse oder Hummus - wie dieser mit roter Bete

Inspiration: Zeit


Surprise: Ravioli mit Ofen geröstetem Blumenkohl

Mittwoch, 5. Dezember 2018


Ich will ja kein Spielverderber sein, aber wenn doch jetzt alle gerade auf dem *Heal-the-world-Plastik-Vermeidungstrieb* sind (was ich durchaus unterstützenswert finde), sollte man dann nicht - konsquenterweise - auf Päckchen unterm Baum verzichten? Wegen dem Müll?

Oder handhabt ihr das so wie meine Omas, die beide eine Schublade voller glatt gestrichenem Geschenkpapier hatten. Tesafilm jeweils vorsichtig abgezogen (manchmal nimmts halt trotzdem die oberste, bedruckte Schicht mit und übrig bleibt ein weißer Tesa-Second-Hand-Indiz-Streifen). Daneben, ebenfalls auf Wiederverwertung wartend, das aufgewickelte Geschenk-Band. Ich bin sehr gespannt, ob Frau Novemberregen in ihrem Weihnachtskalender ganz in Anti-Christo-Mantier (also Enthüllungs-nicht Verhüllungskunst) uns eine solche Schranktür öffnet...

Eine andere Möglichkeit wäre die Geschenke im Geschenk zu verschenken. Also sollte man denn zufällig vorhaben, jemanden an Weihnachten mit Mütze oder Socken beglücken zu wollen...

Man könnte natürlich ebenfalls versuchen, sich der Kommerzialisierung des Jahresendes zu verweigern. Wäre halt die Gegenstromanlage.

Als Foodie halte ich euch die naheliegendste Idee als Vorschlag hoch: verpackt an Weihnachten einfach das Essen. Sprich: bereitet Ravioli zu. Eine Füllung in Pasta einzuwickeln ist das leckerste Päckchen... wo gibt! Genial, oder? Und man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Tradition und Umweltliebe. Um die dritte nicht zu vergessen: der gemeinsame Njami-Moment am Tisch. Ach, und wolltet ihr ein Raviolibrett verschenken wollen - das könnte möglicherweise in Kniestrümpfe passen...


Zutaten 2P:

Pastateig:
100g Dinkel 630
90g Hartweizenmehl
2 Eier
Salz
Öl

Füllung:
150g Ziegenfrischkäse, cremeux
3 EL Parmesan, frisch gerieben
1 EL Crème fraîche
Knoblauchzehen, confiert
1/2 Zitrone, Abrieb davon
1/2 Bund Rucola
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

1 Blumenkohl (ca. 700g)
1-2 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig sorgfältig einen homogenen Teig kneten, in Folie einwickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.

Für die Füllung alle Zutaten miteinander vermengen, fein pürieren und würzig abschmecken (dabei leicht überwürzen, denn die Intensität wird sich als Ravioli gegart etwas verlieren). In eine Spritztülle (oder einen kleinen Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke) füllen.

Den Pastateig dünn auswellen (m: Marcato - Stufe 6 von 7), auf das Raviolibrett passend zuschneiden und dann nacheinander füllen. Vor dem Auflegen der zweiten Pastaplatte die Zwischenräume mit Hilfe eines Pinsels mit Wasser bestreichen. Das Raviolibrett mit Schwung wenden, gut festdrücken und in Ravioli schneiden. Auf ein mit Hartweizenmehl bestreutem Küchentuch auslegen und mit einem weiteren abdecken. So weitermachen bis Platten wie Füllung verbraucht sind.

Den Ofen auf 220°C vorheizen.

Blumenkohl in Röschen zerteilen. Sonnenblumenöl mit 1/2 TL Salz und etwas Pfeffer vermischen und die Blumenkohlröschen damit kurz marinieren. In eine ofenfeste Form geben und im Backofen ca. 35 Minuten lang rösten. Dabei mehrfach wenden.


Parallel die braune Butter zubereiten.

Und ebenfalls in der Zwischenzeit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Kurz bevor der Blumenkohl fertig geröstet ist, die Ravioli im Salzwasser gar kochen, gut abtropfen lassen. Blumenkohl zu unterst im Teller anrichten, darauf die Ravioli setzen und mit brauner Butter beträufeln. 



Andere Essenspäckchen-Ideen
°  als Laubfrösche 
°  en Papilotte
°  nochmals gerollt

Machete: mediterraner Nudelsalat

Mittwoch, 6. Juni 2018


Die Monsun-Pausen nutzen wir in Südfrankreich neuerdings wie die sonnenverwöhnten nordeuropäischen Länder: wir grillen. Verdrehte Verhältnisse. So langsam dürfen bei uns Regenschirme und Gummistiefel ausverkauft ein.

Jaja, gerade eben habe ich noch lustvoll geseufzt *wie entzückend fruchtbar* alles ist, und jetzt würde ich den Wasserschlauch gerne mal wieder abstellen und für später aufheben. Für dann, wenn die Sonne so brät wie letzten Sommer etwa. Nur schwer vorstellbar während man in einer dampfenden Wolke und explodierendem Unkraut lebt...

Bis dahin muß ich mich wohl auch nach neuen Gartengeräten umschauen. Bedauernd erinnere ich mich an die vielen Arten von Macheten, die in Thailand auf dem Markt angeboten wurden. DAS wärs jetzt. Denn wenn das so weitergeht, dann schwingen wir uns in Kürze von Liane zu Liane von Dorf zu Dorf. Was durchaus ein Gedanke wert wäre, wenn Macron weiterhin die Benzinpreise anhebt. Der soll nur so weitermachen. Dann gehts nicht mehr lange, und die Fränzis zeigen ein Mal mehr, wie Generalstreik geht. Also Protest - das können sie! Chapeau! Auf obrigkeitshörig sollen dann andere machen. Diese eine gelungene Revolution, das haben sie uns Deutschen einfach voraus.

Aber politische Themen versuche ich ja an meinem Eßtisch zu vermeiden. Ihr wißt: der Stimmung wegen. Und wegen nichts kann man sich schneller in die Wolle bekommen als über Politik. Schlimm. Nein, das mögen wir nicht mit Messer und Gabel in der Hand.

Foukus liegt also ganz auf diesem Nudelsalat. In Pasta könnte ich ja prinzipiell baden und bei diesem Nudelsalat hätte auch nicht viel gefehlt. Zwei Nudelsalate kann ich bereits anbieten. Dieser mit Lauch und Schinken aus den Anfängen dieses Blogs sowie den Klassiker mit ohne Dosen-Erbsen-Möhrchen. À vous à choisir!


Zutaten:

200g Pasta
1 Fenchelknolle
150g Tomaten, in Öl eingelegt
200g Oliven, entsteint, grün/ schwarz
4-5 confierte Knoblauchzehen*
2 EL Kapern
1 Bund Rucola
1 TL Rohrzucker
Noilly Prat
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Olivenöl
Zitronensaft

Zubereitung:

Den Fenchel putzen, halbieren, den Kern keilförmig rausschneiden, vierteln und in dünne Streifen schneiden. In etwas Olivenöl anbraten, nach 3-4min den Zucker darüber karamellisieren lassen und weiter braten. Salzen, pfeffern und mit einem guten Schuß Noilly ablöschen. Solange weiterdünsten, bis der Fenchel gar ist.

Nun die Salzzitrone halbieren, vom Fruchtfleisch befreien und nur die Schale in sehr dünne, kurze Streifen schneiden. Die Tomaten klein schneiden klein schneiden. Knoblauch und Oliven fein hacken. Alles zusammen mit dem Fenchel in eine Schüssel geben.

Die Nudeln in reichlich Salzwasser al dente garen und beim Abschütten eine Tasse Nudelwasser auffangen. Die noch heißen Nudeln direkt mit den Zutaten in der Schüssel vermengen, großzügig Olivenöl anschütten, sowie etwas von dem Nudelwasser. Die Kapern untermischen, salzen, pfeffern und mit Zitronensaft abschmecken. Wnigstens eine Viertelstunde marinieren lassen. Dann gegebenenfalls nochmals nachwürzen und erst kurz vor dem Servieren den Rucola untermischen.

*Anmerkung m: Den confierten Knoblauch werde ich wohl in Kürze als Rezept vorstellen - kaufen kann ich ihn in Frankreich am gleichen Stand wie ich Oliven und eingelegte Tomaten erwerbe. Ansonsten ersetzt ihn durch normale Knoblauchzehen.

Inspiration: Christina von NewKitchontheblog


Triple-Neuheit: Spaghetti mit Miso, Mizuna und Gomasio

Mittwoch, 17. Januar 2018


*Es ist nur, bis man's hat*, pflegt eine gute Freundin zu sagen. Die Sehnsucht nach Unverbrauchtem, der Reiz der Eroberung, die Gier aus Neugier, die gefühlte Lücke, der offensichtliche Mangel, der Wunsch, etwas zu besitzen - die ganz großen Motive! Nur wir reden hier nicht von den Irrungen und Wirrungen zweier Menschen, die über verschlungene Pfade endlich zusammenfinden... und mit dem Happy End schließt auch der Film oder das Buch. Nein, diese Freudin geht in diesem Moment von einer Packung Buntstifte aus.

Da liegen sie, die Stifte, unterwegs gesehen und man hat sie unbedingt kaufen müssen - und zuhause dann benutzt sie kein Mensch. *Es ist eben nur, bis man's hat.* Nichts leichter, als das beim Shoppen auszublenden - irgendwoher müssen die Fehlkäufe ja kommen. Eine störende Stimme aus dem Off à la *Brauche ich das wirklich, liegt das nachher nicht nur irgendwo rum* verdrängt sich bereits gerne, wenn Malerei-Bedarf die Kindergartenebene ausmacht. Doch es lockt nun mal vieles. *Neuheit* - der Werbung liebstes Wort - grenzt auch nicht das Reich der Kulinarik aus.

Mein Glück ist, dass ich hier nie vorhatte, der Welt große Sensationen oder Ersterscheinungen zu präsentieren. Gartenküche lehnt sich - wie der Name schon besagt - an Garten, Jahreszeiten und Region an. Und an Alltag. Aber ganz gefeit bin ich natürlich auch nicht, wenn um mich rum alles mit den Armen fuchtelt und *Hierhier - das gabs noch nie* ruft. Ich bin ja nicht aus Eis, Beton oder in einer Kaugummi-Blase gefangen. Eben wie im Falle des letzten Buches des Herrn Paul: Meine japanische Küche (tolle Rezension wie immer bei Susanne). Das schlichte Spaghetti-Rezept zog schnell Kreise und verleitete mich, nachzuziehen. Helle Miso-Paste mußte her. Wobei ich (ehrlich gestanden) immer noch nicht verstehe, warum bei *Miso* alles in *Hurra*- Rufe ausbricht und bei *Maggi* dagegen *Du lieber Himmel* murmelt... Mais bon...

Damit ich so richtig auf den Putz hauen kann, habe ich in puncto hauseigene Neuheiten gleich mal zwei Schippen auf das helle Miso obendrauf gehauen. Zum einen mit Mizuna, dem japanischen Senfkohl, der mir passenderweise auf dem Hausmarkt zum ersten Mal ins Auge sprang. Und en plus mit Sesamsalz:  Gomasio - was ich sowieso längst mal ausprobiert haben wollte.

Und jo, Fazit: das kann man wohl mal machen solche Spaghetti, turbofix und gut. Aber wie meinte der Habib:* Wenn man's nicht hat, ist auch nicht schlimm.* Tja, Sensationen gehen anders - es scheint wohl nicht mein Fachgebiet... Nur bin ich jetzt von dem lästigen Gefühl befreit, etwas verpasst zu haben.

Zutaten 4P:

350g Spaghetti
50g Butter
25g helle Miso-Paste*
etwas Nudelwasser
1 Bund Mizuna
4 EL Gomasio*

Zubereitung:

Während die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, die Butter in einem Topf schmelzen lassen und mit Hilfe eines Schneebesens die Miso-Paste einrühren. Von den Nudeln etwa 100ml des Kochwassers entnehmn und dieses zu der Butter-Miso-Mischung unter stetigem Rühren zuschütten, bis die Sauce cremig aufgeschlagen ist. Den Mizuna eine Minute darin schwenken, dann die Spaghetti direkt abschütten und tropfnass unter die Sauce ziehen. Sofort servieren und mit Gomasio bestreuen.

Gomasio - Sesamsalz:
(das Mischungsverhältniss hängt vom persönlichen Geschmack ab)
7 Teile ungeschälte Sesamsaat - 1 Teil Salz

Sesam in der Pfanne (oder Ofen) so lange rösten und bräunen, bis er sich zwischen den Fingern zerkrümmeln läßt. Faustregel: haben die Körnchen 10x *geknallt* sind sie richtig. Vorsicht: sie dürfen auf keinen Fall verbrennen, sonst entsteht ein unangenehmer Nachgeschmack. Nun Sesam mit Salz im Mörser ohne großen Druck miteinander vermengen. Luftdicht verpackt oder im Kühlschrank ist Gomasio etwa 3-4 Monate haltbar.

*Anmerkung m: wie andere auch, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass die Spaghetti einen intensiveren Geschmack - nun fällt endlich das Trendwort *Umami* - erhalten, wenn man die doppelte Portion *Miso* verwendet.


Herbstbummel: gebratene Rosmarin-Polenta mit Mangold-Pilzen

Sonntag, 19. November 2017


Weiß der Mistral im Sommer bereits zu schrecken, so kann er zur kalten Jahreszeit regelrecht gruseln. Wir haben uns nicht beeindrucken lassen und sind direkt nach unserem Porridge losgezogen. Der Besuch des *Marché aux fruits d'hiver* in Saoû ist festes Herbstprogramm und den haben wir noch nie ausfallen lassen, wenn wir um die Ecken waren.

Die Homies wissen, wovon ich rede. Sowohl 2011, 2012 sowie 2014 habe ich euch einige Eindrücke davon mitgebracht - und der Markt ist jedes Jahr aufs Neue wie ein kleiner Urlaub zuhause. Gerade nachdem ich einige Tage in der Stadt verbrachte, schätze ich neu erfrischt die Freude, mein Essen so oft bei einem sinnlichen Bummel über einen der Märkte einkaufen zu dürfen. Das steigert die Lust aufs Kochen enorm. Zumindest bei mir, die ich mich ja sonst am liebsten aus dem Garten bediene. Ach, und ich habe mich wohl an das Unhektische, Ungestresste gewöhnt - den ruhigen Takt der campagne begünstigt einfach eine solche Schlenderei. Unsere Finger mußten wir wohl aber doch an einem heißen café und einem lauwarmen Croissant wärmen, was wir im l'oiseau sur sa branche auch getan haben.

Dazu serviere ich euch heute meinen letzten Vorschlag für das Angebot an Waldpilzen. Noch bot gestern der Markt etwa hübsche Pfifferlinge - die hätten hierzu wunderbar gepaßt.

Zutaten 2P:

Polenta:
120g Maisgrieß*
1 Zweig Rosmarin
250g Gemüsebrühe
250g Milch 
Salz
Piment d'Espelette
Öl zum Braten (m: Rapsöl)

Gemüse:
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
300g Pilze (gerne halb Pfifferlinge
m: Champignons)
100g junger Mangold (m: halb Rucola)
Olivenöl
75ml Gemüsebrühe
2 EL Balsamico-Reduktion
2 EL Mandelblättchen
Salz, Pfeffer
Haselnussöl

Zubereitung:

Für die Polenta die Gemüsebrühe mit der Milch erhitzen zusammen mit den fein gehackten Rosmarinnadeln.  Die Polenta unter Rühren dazugeben und bei leichter Hitze 5min kochen lassen und die Polenta dabei eindicken. Herzhaft mit Salz und mit Piment würzen, dann in eine gefettete Kastenform ca. 1cm dick glatt streichen (m: meine 20er Gratinform nur halb gefüllt). Abdecken und mehrere Stunden auskühlen lassen - am besten über Nacht.

Die Schalotten und den Knoblauch fein würfeln, die Pilze putzen und je nach Größe kleiner schneiden. Die Mandelblättchen ohne Fett in einer Pfanne Farbe annehmen lassen und zur Seite stellen. Die Pilze ebenfalls ohne Fett portionsweise bei starker Hitze anbraten und ebenfalls zur Seite stellen. Nun bei mittlerer Hitze die Schalottenwürfel in dem Olivenöl glasig dünsten, Knoblauch kurz vor Ende zufügen. Pilze ebenfalls wieder in die Pfanne zurück geben und die Brühe und die Balsamico-Reduktion anschütten. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.

Parallel dazu die Polenta auf ein Brett stürzen und in Rauten schneiden. In einer Grillpfanne die Polentaecken nacheinander in etwas Öl von jeder Seite anbraten und warm stellen. Vor dem Servieren Mangold und Rucola unter die Pilze heben. Die Polenta auf einem Teller anrichten gemeinsam mit dem Pilz-Gemüse und mit Haselnussöl beträufeln und Mandelblättchen bestreuen.

*Anmerkung m: ausnahmsweise hierfür nicht die Tessiner Polenta verwendet

Quelle: Essen und Trinken





 











Zeit zu leben: Auberginensalat mit Amaranth

Mittwoch, 12. Juli 2017


... Zeit zu sterben.* Für mich ein Meilenstein in meiner persönlichen Literaturgeschichte, der in mir arbeitet. So intensiv, so unmittelbar, so wahrhaftig nimmt mich Erich Maria Remarque an der Hand durch dunkle, deutsche Vergangenheit. Und ich weiß nicht, ob ich erneut den Mut aufbringen werde, ein weiteres Buch von ihm zu lesen. Aber bereits dieses eine ersetzt mir das ewig verschobene Gespräch mit meinen Großvätern. Ein Gespräch, das ich nie führen konnte, weil beide bereits vor meiner Geburt verstorben waren. Als Zeitzeugen blieben mir meine Großmütter. Doch nur wenig Berichte schafften es über ihre Lippen: über Kriegszeiten legt sich auch im Nachhinein ein Mantel des Schweigens. Die Antworten auf meine Fragen fand ich unerwartet bei Remarque. Vielleicht sogar mehr als das - wer weiß, ob ich gewagt hätte, derart tief mit meiner Neugier vorzudringen.

Wie bei allen Büchern, die mich sehr bewegen, fällt es mir schwer, etwas herauszugreifen: zu viel ist unterstrichen und für mich von großer Tragweite. Auf einen Schlag werden vage Vermutungen in konkrete Worte gefaßt. Seit der Pupertät kaue ich auf der Frage, wo mitten im Krieg Platz für die Liebe sein soll. Wie lebt man in solchen Zeiten Beziehungen? Was macht Krieg überhaupt mit der Beziehungsfähigkeit von Menschen? Bei körperlicher Unversehrtheit wie aber steht es um das Innere? Kann sich das Gemüt wieder regenerieren nach so viel erlebten Lügen, nach Schmerz, Leid, Trauer, Elend, Tod? Wird Schuld weitervererbt? Oder macht der Fluch der bösen Taten einfach halt vor einer neuen Generation?

Wird Krieg fortgeführt dadurch, dass der eine meiner Großväter sein Kind misshandelte und der andere von Depressionen verhangen war. Und wieso fällt es diesen Kindern als Erwachsene oft ebenfalls schwer, Nähe zu ihren Kindern aufzubauen? Wieviele Väter dieser Generation waren nie anwesend und versteckten sich hinter ihrer Arbeit, während die Mütter alleine mit den Kindern blieben. Und wieviele der Mütter, die wiederum von ihren Müttern kaum Zärtlichkeiten erfahren hatten, waren in der Lage aus sich heraus Wärme zu entwickeln zu den ihren? Wie steht es um die Beziehungsfähigkeit meiner Generation, eine Generation, die während der längsten Friedensperiode geboren wurde, die Europa je erlebt hat?

Bildhaft, greifbar, so sehr, dass mir der Atem stockte, beschreibt Erich Maria Remarque verschiedene Facetten der Angst. Diese, die sein Buch erzeugt, läßt mich vor dem Menschen gruseln:  

*Es ist sonderbar*, sagt er. *Man glaubt oft, ein Mörder müsse überall und immer ein Mörder sein und nichts anderes. Dabei genügt es doch, wenn er es nur ab und zu und nur in einem schmalen Teil seines Wesens ist, um entsetzliches Elend zu verbreiten. Oder nicht?*
*Ja*, erwiderte Graeber. *Eine Hyäne ist immer eine Hyäne. Ein Mensch hat mehr Variationen.*

Und mehr denn je bin ich davon überzeugt: es ist noch nicht vorbei. Ich will ständig und dauernd Menschen begegnen, die ohne Wenn und Aber für Pazifismus einstehen.

*Die Menschheit ist nicht in glattem Verlauf vorwärts gekommen. Immer nur in Schüben, Rucken, Rückfällen und Krämpfen. Wir waren zu hochmütig; wir glaubten unsere blutige Vergangenheit bereits überwunden zu haben. Jetzt wisssen wir, dass wir uns noch nicht einmal umsehen dürfen, ohne nicht wieder von ihr erreicht zu werden.*

So, Zeit zu essen. Rausgesucht für heute habe ich als Gegengewicht leichte Kost und zwar einen Salat, den ich mir direkt nach Erscheinen bei Robert vormerkte. Ich stellte ihn zum Grillen mit unseren Feriengästen auf den Tisch und er kam nicht nur bei mir gut an.


Zutaten*:

2 kleine, violette oder getigerte Auberginen, ca. 400 g total
1 knapper TL Fleur de Sel
1 EL Koriandersamen, fein zerdrückt
Abrieb einer Bioorange
4-5 EL Olivenöl
1 Msp. Kardamompulver
100 g Amaranth
3 Scheiben Ingwer, geschält
1 Bund glatte Petersilie, Blätter abgezupft, gehackt
1 kleiner Bund Rucola, gehackt
einige Stiele Koriander, gehackt
einige Minzblätter, gehackt, zum Abschmecken
3-4 getrocknete Tomaten, fein gewürfelt

für die Vinaigrette:
50 ml Gemüsebrühe, ungesalzen
Harissa
2-3 EL Orangensaft
2 EL Balsamessig, weiss
Kräutersalz zum Abschmecken, nach Bedarf

Zubereitung:

Ofen auf 190°C Umluft aufheizen.
 
Fleur de Sel mit Korianderkörnern, Kardamom und Orangenschale mörsern, mit Olivenöl verreiben.
 
Auberginen schälen und in 1 cm grosse Würfel schneiden. Das Würzöl mit den Auberginenwürfeln innig vermischen. Backblech mit Backpapier auslegen, gewürzte Auberginen darauf verteilen und ca. 20 Minuten backen. Danach auf dem Blech auskühlen lassen.

Amaranth mit dem Ingwer in ca. 3 dl kochendem Wasser  während ca. 15 Minuten auf mittlerer Stufe weich garen. Ein wenig Biss darf er noch haben. In den letzten 5 Minuten die Tomaten unterrühren.
 
In ein Sieb abschütten, abtropfen lassen. In einer Schüssel mit den Auberginen, den gehackten Kräutern und der Vinaigrette mischen.

*Anmerkung m: ich habe die Quantität an frischen Kräutern etwas erhöht. 

Gartengrün: Süßkartoffel-Gnocchi mit Rucola, Ofentomaten und Radicchio

Donnerstag, 6. April 2017

Mit dem Wunsch, das erste frische Gartengrün auf dem Teller unterzubringen, bin ich nicht ganz zufällig bei diesem Rezept fündig geworden (an dieser Stelle danke an Hagen Grote für die mühelose Zusammenarbeit). Etwas habe ich daran herumgefuchtelt  (eine manische Angewohnheit) - oder nennen wir es hübscher: *individualisiert*. Zusammengeführt habe ich aus unserem Garten für die Rezepteerweiterung den ersten, zarten Rucola mit dem winterrobusten Radicchio. 

Die Rauke hat sich bei uns im Garten fest installiert. Ein immer wieder zu beobachtendes Phänomen: das, was sich von alleine und wild aussät, schlägt besonders gut Wurzeln und ist bemerkenswert robust. Ob das in irgendeiner Form auch auf Menschen übertragbar ist? Darüber muß ich beim nächsten Unkrautjäten nachdenken... Praktischerweise ist der wilde Rucola sogar mehrjährig, so dass ich weiß, wo ich im Garten suchen muß. Nun hat er seine erste Stutzung erfahren - umso zarter treibt er wieder nach.

Ein recht ähnliches Rezept lauert bereits in der Warteschleife. Und wieder bestätigt sich, dass die Kombi aus lieblicher Süßkartoffel sehr gut harmoniert zur grasigen Rauke und zum leicht bitteren Raddicchio. Sehr fein! Und übrigens: eine gute sowie gelingsichere Idee, zur Herstellung von Gnocchi die Süßkartoffel im Ofen zu garen!
Zutaten 2P:

Gnocchi:
1 Süßkartoffel (ca. 400g)
1 Eigelb
80g Mehl (m: Dinkel 1050)
Salz

250g Kirschtomaten aus dem Ofen*
Rauke (ca. 150g) 
Radicchio (ca. 200g), in Streifen
Parmesan
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Ofen auf 200° vorheizen. 

Süßkartoffel waschen und der Länge nach halbieren. Mit der Schnittfläche nach unten in eine ofenfeste Form geben und etwa 30min garen. Etwas abkühlen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit Mehl, Eigelb und Salz mischen und zügig zu einem homogenen Teig verkneten. Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche zu zwei Rollen formen. Davon kleine Gnocchi abschneiden und mit der Schnittfläche ebenfalls durch etwas Mehl drehen.

Reichlich Salzwasser zum kochen bringen. Darin die Gnocchi garen, bis sie an die Oberfläche steigen, kalt abschrecken und zur Seite stellen.

In Olivenöl die Kirschtomaten schmelzen lassen, die Gnocchi dazu fügen und wieder erwärmen, dann den Radicchio und die Rauke unterziehen, abschmecken und mit dem gehobelten Parmesan servieren.

*Anmerkung m: die Kirschtomaten hole ich portionsweise aus der Tiefkühle: ich hatte sie halbiert, ein komplettes Blech dicht damit belegt, mit 3 Knoblauchzehen, fein gehackt sowie mit Thymian, 1EL Vanillezucker, Salz, Pfeffer, Olivenöl bestreut und beträuftelt und so bei 110° für eine Stunde im Ofen confiert