Lamiacucina - Spezial plus Spargel en Papillote mit Bozener Sauce
Sonntag, 3. Mai 2020
Es bilden sich ja gerne zwei Lager bei der Frage, ob Männer und Frauen befreundet sein können. Keine Ahnung, ob das andere können, aber ich hatte schon immer männliche Freunde - seit der Pupertät. Pfff, seit dem Kindergarten. Und nein, die waren auch nicht schwul. Das war schon im Kingergarten egal. Denn mit was soll es auch bitte anderes zu tun haben, als dass man sich mag?
Was ich allerdings nicht für möglich gehalten hätte, ist, dass man befreundet sein kann, ohne sich je gesehen zu haben. Befreundet lediglich über das Netz. Oder, wenn man so will, in guter alter Brieffreundschaft-Manier.
Mir kommt dabei *Gut gegen Nordwind* von Daniel Glattauer in den Sinn. Ein Büchlein, das ich für eine Winterreise mitnahm und bereits im Flieger in einem Rutsch durch hatte. Zwar geht es dabei eigentlich um eine Romanze, aber ich will einen anderen wesentlichen Punkt dieser Geschichte herausgreifen (Für alle, die noch vorhaben, das Buch zu lesen: Achung Spoiler!). Die zwei Protagonisten kommen sich - unkannterweise und per Zufall - über ihren Email-Austausch immer näher. Am Ende jedoch entscheidet einer von beiden, das lang anvisierte Treffen abzusagen - mit der Begründung, dass die Realität dem liebgewonnenen (möglicherweise konstruierten) Bild kaum standhalten könnte.
Diese Sorge trage ich bei einem möglichen Treffen mit Robert nicht. Ganz im Gegenteil - und darauf wollte ich hinaus - ich bin gewiß, dass ob mit oder ohne Begegnung im echten Leben ich Robert nicht mehr oder weniger zugetan sein könnte.
Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass Robert von *Lamiacucina* - neben Petra - eine meiner Säulenfiguren des Foodbloggens ist. Lange bevor ich selbst bloggte, habe ich schon seinen Blog verfolgt, so dass ich behaupten kann: Robert hat mir das Kochen beigebracht.
Robert, der schon seit 2007 bloggt, zählt zu den absoluten Pionieren der Foodie-Szene und er setzte Qualitätsmaßstäbe für alle nach ihm: schöne, ansprechende Bilder, spannende, zuverlässige Rezepte und dazu einleitende Texte, aus denen Bildung ohne Dünkel heraussprechen und ein feiner, menschenfreundlicher Schalk. Sowie ganz einfach seine anhaltende Freude am Kochen. Ich weiß gar nicht, wer den Begriff prägte, aber alsbald wurde er überall übernommen: Robert, der Grandseigneur der deutschen Foodblog-Szene, der, mit der Grandezza im Schlepptau.
Schon immer wurde bei Robert viel kommentiert, auch, weil er sich stets die Mühe machte, alle Kommentare zu beantworten. Hier - als Robert verkündet, dass er in Zukunft etwas kürzer treten will - kann man nachlesen, wie sehr seine Leserschaft an ihm hängt. Und hier in seinem Interview bei den kulinarischen Momentaufnahmen, wo er zudem ein Menu mit Claudio zusammenstellte, erhält man einen der raren Einblicke *behind the scenes*.
Zurückkommend an den Beginn meiner Bindung zu Robert, erinnere ich mich noch lebhaft daran, wie ich ihm - als eine von vielen und obendrein als Koch-Anfängerin - eine Mail schrieb. Und damals schon war *Lamiacuina* einer der ganz großen, viel besuchten Blogs. Das wunderschöne Fladenbrot hatte sich bei mir - wie so manches anfangs in der Küche - nicht aufplustern wollen, wieso ich seinen Rat suchte. Wie aufgeregt war ich, als tatsächlich eine Email zurückkam - von Robert an mich höchstpersönlich.
Über all die Jahre habe ich wirklich unzählige Gerichte von ihm nachgekocht und viele davon wie selbstverständlich ins Repertoire übernommen worden, ganz so, als wäre ich damit aufgewachsen. Und dafür greife ich nur etwa die legendäre Blumenkohl-Lasagne heraus oder mein absolutes Lieblingsrezept für Zucchini samt all seinen vielen Abwandlungen. Oder das Daniel-Düsentrieb-Ei. Oderoder. Alles Blog-Buster. Eine gute Gelegenheit hier ein lang fälliges Lamiacucina-Spezial zusammenzustellen.
Schimpfe gabs übrigens auch mal: ich hatte die Pasta ENTSCHIEDEN (!) zu wenig dünn ausgewellt. Bei solchen Gelegenheiten schüttelt mein Habib immer den Kopf über mich, weil ich für derlei Dinge ein Elefanten-Gedächtnis besitze. Zu meiner Ehrenrettung sei angemerkt: auch in die umgekehrte Richung. Die schönste Auszeichung, die mein Blog je erhielt, und zwar ohne je den Glanz verloren zu haben, war, als Robert über Wochen in seinem Side-Board auf meinen Blog verlinkte, mit dem Vermerk *aufgefallen*. Es macht mir auch im Nachhinein noch rote Backen vor Freude - SOOOO schön fand ich das! Wie oft rennen wir der Annerkennung der falschen hinterher (gerne in Massen) anstelle sich um die wenigen zu bemühen, die einem wirklich etwas bedeuten.
Oder um mein Goethe wieder ranzuziehen: ...denn sie hatte in ihrem Leben genugsam einsehen gelernt, wie hoch jede wahre Neigung zu schätzen sei, in einer Welt, wo Gleichgültigkeit und Abneigung eigentlich recht zu Hause sind.*
Logo, wird das Spezial heute garniert mit einem weiteren, tollen Lamiacucina-Rezept: Spargel en Papillote mit Bozener Sauce. Alleine den Spargel mal ganz schlicht in Folie im Ofen zu garen, ist eine Entdeckung für sich! Dazu gab es zerhackte Kräuter-Pfannkuchen (in etwa ähnlich diesem Rezept, nur dass der ganze Teig in eine große Pfanne gegossen wird und bei/ nach dem Drehen zerhackt und dann fertig gebraten wird) mit viel wildem Schnittlauch (siehe Foto) und etwas gemischen Kräutern aus dem Garten.
Logo, wird das Spezial heute garniert mit einem weiteren, tollen Lamiacucina-Rezept: Spargel en Papillote mit Bozener Sauce. Alleine den Spargel mal ganz schlicht in Folie im Ofen zu garen, ist eine Entdeckung für sich! Dazu gab es zerhackte Kräuter-Pfannkuchen (in etwa ähnlich diesem Rezept, nur dass der ganze Teig in eine große Pfanne gegossen wird und bei/ nach dem Drehen zerhackt und dann fertig gebraten wird) mit viel wildem Schnittlauch (siehe Foto) und etwas gemischen Kräutern aus dem Garten.
Zutaten 2P:
1 kg Spargel
25 g gesalzene Butter
ein Hauch Muskat
(m: 1 Pr Zucker)
für die Bozner Sauce:
2 mittelhart gekochte Eier
1 TL Dijonsenf
60ml Olivenöl
1 EL Weißweinessig
1 EL Zitronensaft
2 EL Schnittlauch und Petersilie, fein geschnitten
Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle
150g Joghurt (um die Sauce etwas leichter zu machen)
2 mittelhart gekochte Eier
1 TL Dijonsenf
60ml Olivenöl
1 EL Weißweinessig
1 EL Zitronensaft
2 EL Schnittlauch und Petersilie, fein geschnitten
Salz, weißer Pfeffer aus der Mühle
150g Joghurt (um die Sauce etwas leichter zu machen)
Zubereitung:
für die Spargeln:
(1) Backofen auf 180°C vorheizen. Spargel schälen. In einen Bratschlauch geben oder in Alufolie einwickeln und mit der Butter, Salz und einem Hauch Muskat ca. 30 Minuten im Backofen garen.
für die Boznersauce:
(2) Die Eier mittelhart kochen und leicht abkühlen lassen. Anschließend die Eier schälen und die Eigelb vom Eiweiß trennen. Die Eigelb durch ein Sieb streichen. Das Eigelb mit dem Öl mit einem Schneebesen (nicht mit einem Mixer ! sonst kann es bitter werden) zu einer Mayonnaise aufschlagen, bis die Sauce ein sämige Konsistenz hat. Joghurt unterschlagen. Mit Senf, Salz, Pfeffer, Essig und Zitronensaft würzen. Das Eiweiß fein hacken und zur Eigelbsauce hinzugeben. Zum Schluß die Kräuter unterheben.
(2) Die Eier mittelhart kochen und leicht abkühlen lassen. Anschließend die Eier schälen und die Eigelb vom Eiweiß trennen. Die Eigelb durch ein Sieb streichen. Das Eigelb mit dem Öl mit einem Schneebesen (nicht mit einem Mixer ! sonst kann es bitter werden) zu einer Mayonnaise aufschlagen, bis die Sauce ein sämige Konsistenz hat. Joghurt unterschlagen. Mit Senf, Salz, Pfeffer, Essig und Zitronensaft würzen. Das Eiweiß fein hacken und zur Eigelbsauce hinzugeben. Zum Schluß die Kräuter unterheben.
(3) Die Spargeln auf einem Teller anrichten, mit dem Saft aus dem Bratschlauch beträufeln und mit der Sauce übergiessen.
*Anmerkung m: bei uns gabs dazu gehackte Kräuter-Pfannkuchen
Quelle: Robert von Lamiacucina
Hier die Reihe all der Rezepte, die ich auf dem Blog dokumentierter Weise von Robert nachgemacht habe. Dabei fehlen logischerweise die, die mich vorher schon in die Küche gezogen haben. Und die, an die ich mich nicht traute. Oder gibt es irgendjemand in der deutschen Foodie-Szene der filigranere, gefüllte Pasta zaubert?

















