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KI 1: Boule de pois chiche et couscous

Montag, 22. September 2025


Die Beleidigung *Fachidiot* scheint mir von der Bildfläche verschwunden. Schon ewig nicht mehr gehört. Im Gegenteil: nie wurden Experten öfters zu Rate gezogen wie heute. Aber ich behaupte, dass das sog. Expertentum gerade seinen Zenit überschreitet. KI bringt es mit sich. 

Und spätestens mit Corona musste Welt feststellen, dass es nicht nur eine Expertise zu einem Fachgebiet gibt, sondern verschiedene Perspektiven mit unterschiedlichen Bewertungen. Mit der Folge, dass sich jeder gezwungenermaßen seine eigene Meinung bilden muss - wenn er sich nicht einfach wie Grill von der großen Welle des Mainstreams treiben läßt.

Wissenschaftkritik seid ihr von mir gewohnt. Und ich befinde mich dabei in guter Gesellschaft. John Steinbeck schreibt in *Jenseits von Eden*:

Vielleicht ist das Wissen zu groß, oder vielleicht sind die Menschen zu klein geworden. Vielleicht werden sie dadurch, dass sie sich in die Beobachtung des Atoms hineinknien, selbst seelisch atomisiert. Vielleicht ist ein Spezialist nur ein Feigling, der Angst hat, einen Blick über seinen kleinen Pferch hinauszuwerfen. Und bedenken Sie, was jedem Spezialisten entgeht - die ganze Welt jenseits seines Bretterzauns.*

Auch Goethe wehrte sich vehement gegen die beginnende Zersplitterung  der Wissenschaft (Uni-Frankfurt/ Prof. Ulrike Landfester). Fachidioten nannte er abfällig *Singularisten* - im Gegensatz zu den Universalisten. Wider dem Druck der Spezialisierung befürwortete Goethe die Aufrechterhaltung der humanistischen Tradition des *studium generale*, zu dem Kenntnisse in den sieben freien Künsten zur Basisausbildung der Studierenden gehörten. Und das, obwohl Goethe bereits klar war, dass der ganzheitlich gebildete *uomo univerale* ein bildungspolitisches Auslaufmodell war. 

Unter dem Einfluß der Aufklärung nahmen die wissenschaftlichen Bereiche geradezu explosionsartig zu - etwas, das schon damals die Kapazität eines einzelnen überschritt. Goethe war sich der Grenzen des einzelnen Menschen sehr bewußt. Selbst wenn ein Wissenschaftler sein ganzes Leben der Wissenschaft widmen würde, so wäre er dennoch nie in der Lage, sich einen vollen Überblick zu verschaffen.

Und nun wertet KI in Bruchteilen von Sekunden einen riesigen Datenschatz aus. Das vermag kein Mensch. Nicht mal in der Spanne eines Lebens. Nur: was wenn die Summe der Details noch lange nicht das Ganze ist?

Nochmal John Steinbeck, der seinerzeits die aufkommende Industrialisierung beobachtete:

Wenn unsere Ernährung, Bekleidung und Behausung völlig dem komplizierten Prozeß der Massenproduktion entstammt, dann muß das Massenverfahren unweigerlich in unser Denken übergehen und alles andere Denken ausschalten. Massen- oder Kollektivproduktion ist heute so sehr in unsere Wirtschaft, unsere Politik, ja in unsere Religion eingedrungen, dass es Völker gibt, die den Begriff des Kollektivs an die Stelle des Gottesbegriffs gesetzt haben.

In Anbetracht dessen, was uns in der Zukunft erwartet, wirken derlei Gedanken noch harmlos. Aber ich empfinde sie als zutiefst visionär!. Wir stehen wirklich vor einer Zeitenwende. Umwälzende Ereignisse wurden seitens der Tech-Entwicklung losgetreten. Da bleibt kein Stein mehr auf dem anderen, einfach alles wird in absehbarer Zeit neu bewertet. 

Sam Altman, Mitbegründer von chatgpt, prognostiziert in einem Interview, dass seine Technologie jedes Jahr um 300 Prozent voranschreiten wird. Er spricht somit von exponentiellem Wachstum. Das bedeutet für dieses Jahr vier Mal so schnell, nächstes Jahr 16 mal so schnell, in 2 Jahren 64 mal so schnell, in 5 Jahren 1056 mal so schnell. Unvorstellbar! Alleine an dieser Geschwindigkeit läßt sich erkennen, dass das nix mehr zu tun hat mit unseren klassischen digitalen Geräten, die man seither kennt.

 


draußen vor dem Fenster umhüllen uns dicke, graue Regenwolken. Wie sehr ich sie wieder schätze nach dem trockenen Sommer! Wie gemütlich ich es drinnen finde. Hach, und wie schön, es sich dann obendrein noch gemütlich zu kochen mit Soul-Food!

Die Kugeln aus Kichererbsen und Couscous sind schnell gebastelt. Beim Essen aber stellte sich raus - Star ist mehr die Sauce denn die boules. Hülsenfrüchte neigen einfach dazu sämtliche Bratlinge, Puffer, Gemüse-Patties ectpp eine gewisse Trockenheit zu verleihen. Für mich sind die Hülsenfrucht-Frikos deshalb auch die schwierigste Sparte in einem meiner kulinarischen Lieblingsthemen. So wollen eben diese Kugeln zwingend und unbedingt in einer leckeren Sauce baden!

Meine Lieblingsbraten-Sauce ist diese dunkle Sauce. Die schmeckt derart herrlich unami und ist dabei derart leicht zuzubereiten. Sahne könnt ihr rauskürzen (wie hier) oder durch Crème fraîche ersetzen. Paprika ist eine gute Alternative zu Pilzen, gebunden habe ich die Sauce dieses Mal mit etwas Stärke - voilà! Ich bin mir sicher, ihr versteht die Idee!


Geschwister im Blog-Universum:


Zutaten - ca. 22 Stück (3-4P):

300g Kichererbsen (m: Dose)
150g Couscous, gekocht
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Soja-Sauce
2 EL Petersilie, fein gehackt
1 TL Sumac
1 TL Paprika-Pu
Harissa
Salz, Pfeffer


Zubereitung:

Couscous übergießen mit gleicher Menge kochendem Wasser (m: ich nehme immer einen guten Schluck mehr), dann Geschirrtuch auflegen, darauf einen Deckel - und auf diese Weise gut 10-15min ziehen lassen.

Nun alle Zutaten miteinander vermengen, in einem Blender (oder mit dem Zauberstab) pürieren und gut würzig abschmecken. 

Mit feuchten Händen Kugeln formen (m: habe noch 2 EL Gemüsebrühe zugefügt, fehlte Flüssigkeit - zur besseren Formbarkeit) . Dabei dürft ihr die Größe wählen, die euch sympathisch ist - meine waren eher kleiner. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen.

Im Ofen bei 200°C (Umluft) - ca. 15 - 20 min garen.



Kalkuliert: Asia-One-Pot mit Mie Nudeln

Sonntag, 2. März 2025


Die Weissagung der Cree, kennt ihr alle, die mit dem *Erst wenn der letzte Baum... usw* kann man als Wand-Tattoo kaufen, Buddha-Statuen ersetzen heute den Gartenzwerg, leere Kirchen werden zu Restos oder Clubs umgebaut und auf Patreon teilt man Filme der Geburt seiner Kinder mit der community. Wir machen das Heilige profan und das Profane heilig. Oben kommt nach unten und rechts wird nach links gekehrt. Irgendwie ist nix mehr an seinem Platz

Die Leute sagen immer:
die Zeiten werden schlimmer.
Die Zeiten bleiben immer,
die Leute werden schlimmer

(Ringelnatz)

Zumindest wird alles verrückter, können wir uns darauf einigen? Und keiner zuckt mehr. Egal ob Kuriosität, Ungeheuerlichkeit oder Menschheitsverbrechen. Vorgestern hörte ich in den ZDF Nachrichten vom 28. Februar folgende Verkündung: auf der Weltnaturkonferenz COP 16 einigten sich endlich über 150 Staaten in der heiklen Frage der Finanzierung:

Nun steht der Fahrplan, wie die reichen Industrieländer bis 2030 jedes Jahr 29 Milliarden Euro für weltweiten Artenschutz aufbringen. Darüber hinaus soll die Privatwirtschaft noch mehr Mittel beisteuern. Gut investiertes Geld so Experten, denn nach Schätzungen der Weltbank kostet der momentan entstehende Verlust der Artenvielfalt die globale Wirtschaft bis 2030 jedes Jahr 2,6 Billionen.

Und dann folgen ein paar Beispiele wie etwa  durch das Bienensterben Nutzpflanzen per Hand bestäubt werden müssen, der Verlust von Feuchtgebieten, die statt teurer Kläranlagen das Wasser kostenlos reinigen würden, oder die Zunahme von Mücken mit Krankheitserregern, weil es immer weniger Vögel gibt...

Soso.... Das Sterben dieses Planeten läßt sich also in Geld ausdrücken: 2 600 000 000 000 Dollar. Pro Jahr. I-n-t-e-r-e-s-s-a-n-t! Alles nur eine Frage der Kalkulation?! Alles nur Zahlenspiel. Die Berechnung der Welt. Faktengecheckt an der Rechenmaschine für alle Kopffüßler da draußen. Immer gut, präzise informiert zu sein. Da fühlen wir uns direkt um einiges schlauer. Wir, die wir uns die Erde Untertan gemacht haben. Nicht? 

Genz ehrlich: ich kann nur die Schultern gen Ohren ziehen. Und wieder fallen lassen. Nobel geht die Welt zugrunde. Oder eben als Kalkulationsschema. Wer einen tieferen Blick in den Abgrund werfen will, hier noch mehr Zahlen: der WWF Living Planet Report von 2024. Aber eigentlich muss man den Kopf weg drehen, als ob man an einem Unfall vorbei fährt. Sonst hält man es ja nicht aus. Sonst kann man nicht leben. Es fürchten die Götter das Menschengeschlecht. Da hilft auch ein Finanzierungsplan nichts. Ich für meinen Teil habe meine klare Haltung seit der Auseinandersetzung mit Pestiziden rund um diesen Artikel gefunden: die Leute, die an den entsprechenden Hebeln sitzen, wissen das sie Unrecht tun - sie tun es trotzdem. Daher reicht es für mein Dafürhalten aus, an Fasching als Blume und Biene verkleidet zu protestieren. Vorbei das Zeitalter der Naivität - alles hat heute eine politische Ebene, alles ist ernster, gewichtiger geworden und gewissenloser.



Wie schön, dass hier weiterhin so viel Besucher auf dem Blog sind - obwohl hier wenig Bewegung in der letzten Zeit passiert ist. Das zeigt mir, dass ihr die Rezepte schätzt und zum Aufgabeln einer Kochidee immernoch vorbeikommt. Das freut mich. Ebenso wie die lieben Mails und Kommentare! Gut tut das, vermisst zu werden! Und ihr nutzt das Blog wie ich als Kochbuch, in dem ich ebenfalls meine Rezepte nachschlage, wenn ich sie brauche. Prima, wenn die Dinge nützen und genutzt werden!

Das heutige Rezept kann man kaum kochen nennen: man gibt alle Zutaten in eine tiefe Pfanne - that's it! Das verlangt nicht viel Vorerfahrung, man braucht kaum Zeit am Herd, aber schmecken tut es trotzdem, nämlich cremig, würzig und gemüsig! Was will man mehr?! Manchmal muss die Essenszubereitung schließlich auch schnell gehen und dann werdet ihr wie ich diese Idee immer wieder variiren - nach Lust, Saison und Vorrat!


Zutaten 2P:

2 Blöcke Mie Nudeln (125g)
2 Karotten
1 kleiner Brokkoli
1 kleine Paprika
2 Knoblauch-Zehen, fein gewürfelt
120g Kichererbsen
400 ml Gemüsebrühe (evt. plus)
150ml Kokosmilch
2 EL Erdnussbutter (oder Tahini)
Salz, Pfeffer
2 EL Tamari-Sauce
1 TL Curry
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Paprika

für das Topping
Chili-Öl
Sesam
Frühlingszwiebeln

Zubereitung:

Die Blöcke Mie Nudeln in eine tiefe Pfanne setzen. Den in Röschen geteilten Brokkoli, die gestifteten Karotten, die in Streifen geschnittene Paprika (m: mit Sparschäler gehäutet) und die Kichererbsen drumherum verteilen.

Gewürze darüber streuen, Erdnussbutter in einem Teil der heißen Gemüsebrühe cremig rühren, dann alle Flüssigkeiten angießen, auch die Kokosmilch und Deckel auflegen. Dabei bleiben: wenn es anfängt zu köcheln klein schalten und ca. 9 min garen lassen. Umrühren, sollte Flüssigkeit fehlen noch etwas nachschütten. Auf zwei Teller verteilen und mit dem Topping - Chili-Öl, Sesam, Frühlingszwiebeln - garnieren.

Anmerkung m: das Rezept läßt sich prima variieren, sowohl was das Gemüse angeht (gut auch Champignons oder Zuckerschoten) oder Ernussbutter gegen Tahini austauschen. Kichererbsen könnt ihr verwenden, wie ihr lustig seid... up to you....


ein guter Mensch - vegane Ofen-Bällchen

Dienstag, 7. Mai 2024


Habt ihr 6 Minuten? Dauert deutlich länger als ein Reel von maximal 90 Sekunden. Wobei die durchschnittliche menschliche Aufmerksamkeitsspanne bei der Mediennutzung angeblich bei gerade mal 8 Sekunden liegt. Dank App-Entwickler aber mit längerer Häftung. Viel längerer. Anna Barling hat sich in ihrem Poetry Slam über  die Menschen, die sich in den Reels (Stories ectpp...) selbst darstellen und zwar bevorzugt als guter Mensch, Gedanken gemacht (s.u.) . Und ich mir dann auch.

Ich finde, Anna macht das nämlich gut, wie sie diesen medialen Vorzeigemensch immer schneller um sich selbst drehen läßt und ihn dabei in seiner ganzen scheinbaren Mustergültigkeit präsentiert. Mit der Wirkung, dass er in seiner hübsch beleuchteten Vorbildlichkeit erschlägt und allen anderen nur zu klar vor Augen hält, dass sie sich gar nicht erst auf den Weg machen müssen - sie können dabei nur grandios scheitern. Man braucht gar nicht erst versuchen, sich von seinem Sofa aufzuraffen, denn all das ist nicht zu leisten.

Mehr noch veranschaulicht Anna aber, dass das Sezieren über Maß und Zahl den Tod bringt. Man meint, eine immer feinere Analyse müsse zwangsläufig mit mehr an Erkenntnis einher gehen. Stattdessen fehlt den tausend Schnipsel jeder Zusammenhang, stattdessen führt die Überdosis an Information nur zur Verwirrung bishin zum Herzstillstand. Das Gefühl erdrosselt und erschlagen von all den verknoteten Spaghettis im Kopf. Das Auseinandernehmen, die Analyse der Welt über die mentale Ebene führt grundsätzlich ins Leere und nie zu einer Lösung, denn - das kann man sich gar nicht bewußt genug machen - im Raum kann man die Dinge endlos hin und her verdrehen: es läßt sich stets auf ein Argument ein Gegenargument zu finden. Hey, und wozu sich bei dem Thema *guter Mensch* auch das Gehirn verrenken? Wir wissen ( par coeur - auswendig, vom Herz wie der Fränzi so hübsch sagt), was anständig und unanständig ist. Und wenn man gezwungen ist, das erklären zu müssen, ist eh rum.

Mir fällt dazu als allererstes eines meiner spirituellen Vorbilder ein: der Leibarzt des Dalai Lama. Sieben Jahre war er in einem chinesischen Konzentrationslager inhaftiert und wurde auf alle erdenklichen Arten gequält. Er hielt dagegen mit ehernem Aushalten und eisernem Festhalten an die unsichtbare Welt durch Gebet. Nie ließ er sich von all den grauenhaften Misshandlungen hinreißen in Wut, Zorn oder Aggression zu geraten. Stattdessen nahm er die Situation an als Teil seines Lebensplans, erklärte sich seine Lage damit, dass er oder seine Familie in der Vergangenheit wohl schlechtes Karma angehäuft haben und er nun die Gelegenheit erhält, davon abzubauen. Wie übermenschlich!

Definitiv Next Level von *Doch ich sage euch: Leistet keine Gegenwehr, wenn man euch Böses antut! Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin! (Matthäus 5,39). Es ist, wie unbeirrbar der Leibarzt des Dalai Lama an seiner inneren Wahrheit festhielt, während er so leiden mußte, was mich tief beeindruckt. Und was eine Größe der Selbstbeherrschung und Entsagung! Allerdings ging die Zeit nicht spurlos an ihm vorbei. Als er nach seiner Freilassung wieder seinen Beruf als Arzt aufnahm, musste er zugeben, dass sein Glaube an die Spezies Mensch Schaden genommen hatte: was Menschen Menschen antun können...Das Böse im Mensch.

Das tönt so anders wie diese verblendete medial propagierte Fit-For-Fun-Mentalität. Als wäre Erde nur zur Bespaßung erdacht. Ja, zugegeben, ich hätte es ebenfalls gerne lustiger, leichter, heiterer. Aber um die Mischung kommt wohl keiner, kein Rosinenbrötchen ohne Brötchen... oder so...Komm, eine kleine Reel-Break für alle Yogis: Happy Baby mit Baby (Zucker!)

Von einer Freundin bekam ich das Buch *Goehte - der heilkundige Dichter* geschenkt, gespickt mit viel Anregung und Ermutigung für mich, als ich es brauchen konnte. Wie sehr Goethes Biographie gekennzeichnet war von Krankheit und Trauer, war mir nicht geläufig. So finden sich Zitate wie *Der Mensch, der nicht geschunden wird, wird nicht erzogen.* Oder:

*Unglück bildet den Menschen und zwingt ihn sich selber zu erkennen
Leiden gibt dem Gemüt doppeltes Streben und Kraft
uns lehr, eigener Schmerz, der anderen Schmerzen zu teilen
eigener Fehler erhält Demut und billigen Sinn*

Als großen Möglichkeit zur Heilung setzt Goethe neben der Natur u.a. die Tätigkeit. Und zwar niemand, der fleißig ist, um einen bestimmt Zweck damit zu erreichen, um zu beeindrucken, Erfolg zu haben, befördert zu werden, der Anerkennung und des Ruhmes wegen, für Geld, Klicks oder Medaillen, der alles tut, um wahrgenommen zu werden, dabei sich selbst ausbeutet und seine Würde vergißt, weil er geliebt werden mit gelobt werden verwechselt,... Nein, Menschen, die aus sich heraus tätig sind - Intrinsische Motivation genannt.- aus Neugier, aus Spaß am Machen, aus Lust am Ausprobieren und am Aufbauen, weil tätig sein lebendig sein bedeutet und darin Werden und Entwicklung enthalten ist.

Als Teil des Heilens empfiehlt Goethe weiter, sich selbst eine Stimme zu geben, das, was im Inneren in Bewegung ist, nach außen zu setzen, um es sich bewußt zu machen - sei es durch Gespräche oder Kunst. Die Kraft des Rückzugs, Begleitung von liebevolle Herzen, der Natur... das Buch kam wirklich genau richtig.

Tsss, jetzt schreibt die Alte nur so selten und dann muss es direkt wieder so schwer und gesellschaftskritisch sein, denkt ihr vielleicht. Stattgegeben. Aber das Schöne daran ist, dass ich mir aus der sog. Gesellschaft - rein gar nichts mache. An ihr spiegelt sich lediglich der Zeitgeist prima wieder. Mit Gesellschaft als solcher halte ich es ganz mit Byul-Chun Han: im Neoliberalismus ist im Sinne von Miteinander oder Schicksalsgemeinschaft nichts mehr übrig. Was bleibt ist eine uniforme Masse, die in der Sicherheit der Mehrheit unterschlupft und Konsens braucht. Ein Individuum aber ist nur an anderen Individuen interessiert und sucht mit denen Begegnung und Austausch.

 


Auf diese Weise oder so ähnlich sind wir im Mai gelandet - einer der schönsten Monate im Jahr. Einer der schönsten Monate in der Drôme. Ich sammle Kräuter und Gewürze, gehe Blumensträuße pflücken, tüttle Tomatenbabys und freue mich auf die Wildorchideen-Wanderung diese Woche. Nebenher wird gekocht. Immernoch täglich. Heute stelle ich euch wieder einen Liebling vor, Gemüse-Bällchen aus dem Ofen. Gut gefallen an dem Rezept hat mir, gleichzeitig die Süßkartoffeln in den Ofen zu schieben. Und durch die Backofen-Zubereitung kann man das Rezept leichterdings auf viele Mitesser ausweiten. Obendrein benötigen sie wenig Fett - kurzum: werden wohl in einer lang angekündigten Zusammenfassung wieder auftauchen...

 

Zutaten 2-3P/ 18 Bällchen:

2 Süßkartoffeln 
1 EL Öl 
1 TL Knoblauchflocken 
1 TL gemahlener Kreuzkümmel 
1 TL Paprika 
Salz nach Geschmack
 ...
für Kichererbsenbällchen: 
1 Zwiebel 
2 Knoblauchzehe 
1 Karotte
ca. 220g Pilz
1 Dose Kichererbsen (von 400g)
40g Hafermehl 
je 1 TL gemahlener Kreuzkümmel/ Paprika/gemahlener Koriander 
Kräuter-Salz 
1/2 TL Pimenton de la vera
Harissa
25g frischer Dill, fein gewogen
 

Zubereitung:

Die Süßkartoffeln schälen, in Scheiben schneiden zwischen einem halben und einem Zentimeter. Aus den anderen Zutaten eine Marinade mischen und die Süßkartoffel-Scheiben darin marinieren.

Für die Bällchen die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knofi. Die Pilze fein/ mittelfein hacken. Die Karotte fein reiben.

In Olivenöl die Zwiebel glasig braten, Knofi zugeben, Karotte und Pilze und einige Minuten dünsten. Zuletzt die Gewürze untermischen.

Die Kichererbsen gut abtropfen lassen, dann mit einer Gabel gut zerdrücken/ zerstoßen. Nun alle Zutaten in einer Schüssel - inklusive Dill und Hafermehl - vermischen. Mit eingeölten Händen 18 Bällchen formen und in eine ofenfeste Form setzen.

Je nach verfügbarer Form Süßkartoffeln und Bällchen zusammensetzen (ich habe 2 Stück genommen), mit Alufolie abdecken und bei 180° etwa 35min in den heißen Ofen schieben. Die Bällchen habe ich die letzten 5 min die Alufolie weggenommen.

Anmerkung m: bei uns gabs etwas Kräuter-Couscous dazu und eine Joghurt-Sauce, außerdem fermentierten Rettich - sehr lecker!

 Quelle: we cook vegan (youtube)

 

wer-wie was: Zucchini-Falafel

Mittwoch, 16. August 2023

 

wieso, weshalb, warum - wer nicht fragt, bleibt dumm. So lautete weit über die Sesamstraße hinaus das Motto für das sog. Bildungsbürgertum. Heute wendet man sich nun nicht mehr aneinander mit seinen Fragen, heute nutzt man dafür ein Apparätchen. Darüber klagte ich vor kurzem. Und: man stellt nicht mehr sämtliche Fragen, die einen durch den Kopf gehen - auf gar keinen Fall - sondern nur noch ausgewählte Fragen (egal ob Mensch oder Maschine?). Zum Beispiel darf man nicht fragen, ob der Klimawandel auch andere Gründe haben könnte als den  CO2-Ausstoß (s. meinen Dokumentarfilmer). Denn anscheinend ist alleine die Überlegung subversiv, wenn man die Möglichkeit in Erwägung zieht, dass VIEL größere Faktoren Einfluß nehmen könnten auf unseren sich krass wandelnden Planeten, wie etwa ein veränderterer Neigungswinkel der Erde zur Sonne oder eine veränderte Rotationsachse... Mir fällt auch direkt eine Erklärung für das Warum ein: mit der einen Theorie besteht die Möglichkeit, damit Politik zu machen... mit der anderen ebent nicht.

Oder der Wettlauf um den Mond. Dieser Tage soll eine indische Sonde auf dem Mond gelandet sein um Bodenproben zu entnehmen, nachdem sie einen ganzen Monat dahin unterwegs war. Es hießt, das haben die USA, die Sowjetunion und China mit ähnlich erfolgreichen Mondmissionen schon hinter sich. Man darf jetzt auf keinen Fall die Schultern zucken und fragen: who cares? Tsss, ein paar Bodenproben, wo soll da die Sensation sein, wenn doch bereits vor 50 Jahren Menschen dort Spaziergen gegangen sind. Wer kennt die Bilder nicht. Wie pillepalle sind da Bodenproben?! Aber gut, demnächst wird es bestimmt Zeit, die amerikanische Flagge auszuwechseln. Was soll ich sagen? Ich finde, es ist eine satte Parade-Beleidigung an einen vernunftbegabten Menschenverstand, hier eins und eins nicht zusammenzuzählen. Oder man begnügt sich damit, dass der *Wettlauf* um den Mond hat halt zwei Generationen lang pausiert... wegen anderen Interesssen/ technischen Problemen/ anderweiligen Verpflichtugen ... und nun wird wieder attackiert... aber nicht übereilt... und unbemannt.

Damit zweifle ich bestimmt nicht die Geschichte der Menschheit an. Ich zweifle Medien und Politik an. Denn wenn ich von unseren Reisen eines gelernt habe (und das ist eine der wertvollsten Mitbringsel unserer Reisen für mich), dann, dass man überall gut leben kann, so lange man sich nur von Politik fern hält. Das Geschichtenerzählen selbst ist so alt wie die Menschheit und beeinflußt mehr als alles eine Gesellschaft (s. Harari). Deshalb: laß die anderen ihre Geschichten erzählen - ich muss nicht Recht haben. Das dürft ihr gerne sehen wie ihr wollt - keine Beschränkung meinerseits. Mit *Recht*, diesem dehnbaren Begriff, putze ich mir eh die Zehennägel.

Aber wenn wir gerade beim Geschichtenerzählen sind. Der Großvater meines Habibs war Geheimkämmerer des Herzogs von Baden. Den Großvater lernte der Habib nicht mehr kennen, aber seine Großmutter Franziska. An ihn weitervererbt wurde der Ratschluß, den die Familie aus diesem seltenen Beruf zog. Schließlich geht der ungewöhnliche Beruf eines Geheimkämmmerer mit tiefen Einblicken in eine Welt einher, die der Mehrheit verschlossen bleibt. So wurde die Großmutter nicht müde zu wiederholen: mit der Polizei und dem Gericht hat man nichts zu tun, von der Obrigkeit und von Machthabenden hält man Abstand, weil man immer den Kürzeren zieht und untergeht.

Eine Sichtweise, die ich mir ganz zu eigen gemacht habe. Ob das andere tun, interessiert mich nicht. Schließlich muss jeder seinen eigenen Weg zu gehen. In meiner Goethe Lektüre von Wilhelms Wanderjahren heißt es als elementare Mitgift an Wilhelm bevor er seinen Lehrbrief erhält: *Lernen Sie die Menschen kennen, zu denen man Vertrauen haben kann*.  Wie sehr beeinflußt eine Lebensgeschichte, wem man Glaube und Vertrauen schenkt. Heute wird dieses kostbare Gut gar einer Maschine hinterhergeworfen. Dabei hängt jede ehrliche Beziehung von einem vertrauenswürdigen Gegenüber ab.

 


Ich starte ein Zucchini-Special! YEAH, spielt mir mein imaginäres Kopf-Kino vor, volle Begeisterung auf Leserseite: mehr Zucchini-Inspiration braucht die Welt!

Zwei Zucchini gieße ich noch, viele einjährige Pflanzen erhalten kein Wasser mehr. Pflanzen-Triage. Die Trockenheit zwingt uns dazu, die Zisterne ist so gut wie leer, für kommende  Woche ist weiterhin die größte Hitze des Jahres angekündigt. Nun wird nur gegossen, wer eine längere Lebenserwartung hat. Vermutlich könnt ihr es euch vorstellen (oder auch nicht), aber der Garten hat schon mehr Freude versprüht...

Sukrrilerweise entzieht man in den meisten Rezepten der Zucchini wieder das Wasser, das wir ihr hier so mühselig zukommen haben lassen. Wieder habe ich mit Susanne kulinarisches Tennis gespielt - und man sieht direkt: gute Kochideen altern nicht. 10 Jahre ist ihr Post schon her...

Etwas gestoplert bin ich, weil ich dachte, ich komme ums Frittieren drumerhum, und dann sind mir die Dinger doch elendig in der Pfanne auseinandergerfallen. Da hat mich dann der Stolz gepackt und mit ihm wurde meine kleine Fritteuse aus der Vorratskammer hervorgezogen (die ich jedes Schaltjahr mal brauche). Und siehe da: halte dich ans Rezept, dann klappt es auch mit den Zucchini-Falafeln! Die sehen doch schon unwiderstehlich aus, oder? Und sind entsprechend köstlich!

Da wir wetterechnisch ja auch regelrecht frittiert werden, habe ich meine kleine Fritteuse gleich draußen gelassen. Ey, und kein Wunder liebt das Street-Food dieses Planeten alles Frittierte: so kleine Knuspereien bringen auf Veggie-Teller eben jede Menge Spaß. Bevor ich mit dem nächsten fettgetunkten Zucchini-Rezept um die Ecke komme, könnt ihr eure Fritteuse bis dahin mit den Kichererbsen-Falafeln vergnügen.

 

Zutaten 2-3P - ca.14 Stück :

ca. 450-500g Zucchini
100ml Mandelmilch
50g Kichererbsenmehl
50g Kichererbsen
(1 EL Kichererbsenmehl)*
2 EL Petersilie, fein gehackt
2 Knofi
1 kleinere Zwiebel
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Koriander
1/4 TL Paprika-Pulver
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
1 EL Zitronensaft
1 EL Olivenöl
Öl zum Frittieren  



 

Zubereitung:

Ein EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Kreuzkümmel, Koriander und Piment andünsten, bis die Zwiebel glasig ist, kurz vor Ende Knofi und Petersilie zufügen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

In einem mittelgroßen Topf die Milch zum Kochen bringen, dann das Kichererbsenmehl nach und nach einrühren, dabei ständig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Das restliche Olivenöl einrühren und alles salzen und pfeffern. Unter ständigem Rühren ca. 8 min köcheln lassen. Die Masse wird sich dann vom Topfboden lösen und einen Klumpen bilden. Den Teig dann abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Zucchini fein reiben und alle Flüssigkeit gut ausdrücken. Zwiebel, Zucchini, Kichererbsen-Teig, Kichererbsen und Zitronensaft zu einem Teig verkneten und alles mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Aus dem Teig kleine Bällchen formen, diese auf ein mit Frischhaltefolie belegtes Backblech geben und einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen (m: über Nacht). In dieser Zeit gewinnt die doch recht weiche Masse an Festigkeit (bei mir bleibt sich die Konsistenz recht ähnlich).

Zum Frittieren das Öl in einem weiten Topf erhitzen. Es sollte so viel Öl sein, dass die Falafel darin schwimmen können. Falafel portionsweise in ca. 3-4 min goldbraun fritieren.  Nach dem Herausheben auf Küchenpapier abtropfen lassen (halten prima zusammen).

Anmerkung m: bei Versuch 1 löste sich die Kichererbsnmaße unverzüglich und ich ließ es damit bewenden, bei Versuch 2 wollte ich alle möglichen Fehlerquellen beheben und hilt mich an die 8 min, mit der Folge dass mir blieb viel von der Masse am Topfboden hängen trotz stetigem Rührens - daher gab ich dann noch ein EL Kichererbsenmehl extra hinzu. Die Konsistenz der Bällchen am nächsten Tag war aber sehr ähnlich und gewann nicht sehr an Festigkeit dazu - also bleibe ich bei Zubereitungsart 1 plus Fritte.

Inspiration: Susanne aka Magentratzerl bzw. Silvena Rowe, Orient Express

 

die allerbesten Falafel - mitten in der Dauer-Canicule

Montag, 18. Juli 2022

 

Nicht nur an den blühenden Sonnenblumenfelder merke ich, dass der Zenit des Sommers erreicht ist, dafür brauche ich nur runterzusehen zu meinen Füßen: an den Fersen habe ich Hornhaut wie ein Elefant. Von nix kommt nix - barfußlaufen und Flipflops heißen die Verursacher. Seit guten drei, ja fast vier Monaten.

Im Mai scherzte ich noch mit Feriengästen, dass bei meinem Online-Wetterdienst, der seine Vorhersage für eine Woche trifft, das Tief mit dem Regen konstant immer genau eine Woche vor uns herwandert. Die verheißungsvolle Karotte lockt an Tag 6 und 7. Wetter stellt für viele Ferienmachende ein zentrales Thema dar, weshalb man sich nirgendwo besser erkundigen kann, was wettertechnisch zu erwarten ist als bei Urlaubern. Im Mai also hängte ich dann noch meine kleine Anekdote aus dem erlebten Leben an: wir hatten einen Zahnarzt als Gast (coucou Namenvergessen) dessen Sohn Meteorologie studierte. Pfffhhh, schnaubte der Vater, während seine Augenbrauen gen Geheimratsecken rutschten, Meteorologie, das sei eine reine Pseudowissenschaft, 'die befinden sich noch in der Forschung'. Dann lachen immer alle und man einigt sich darauf, dass *sie* in ihren Vorhersagen für den nächsten Tag aber gar nicht mal SO schlecht sind.

Ob der Weite unserers Ausblicks fängt man irgendwann auch zwangsläufig an, in den Wolken etwas rumzumysteln. In meinem Prognosen wäre ich mittlerweile bei stabilen 50 Prozent, haue ich gerne als Kalauer noch hinterher. Was - bien sûr - astrein erfunden ist. Zumal es zu unserem Schicksal gehört, dass wir von unserer Terrasse hervorragend beobachen können, wo die grauen Gewitterwand, die über uns gerade hinweggezogen ist, dann letztlich im Tal ihren Schauer abläßt.

Allein davon können wir nur träumen. In den nun beinahe 17 Jahren, die ich in der Drôme lebe, ist das der trockenste und heißeste Sommer, den ich miterlebt habe. Steppensommer hatten wir ja schon einige - aber alles kein Vergleich zu diesem! Unsere Haut hat in der Zwischenzeit die Farbe von Oliven angenommen, der Garten ist ein einziger Kampf, die Felder und Wiesen gelb verbrannt, kaum Wasser zum Gießen mehr vorhanden, die Flüsse und Bäche ein Schatten ihrer selbst und überall absterbende Bäume und Sträucher. Unter den Markthändlern wurde die Angst vor Unwetter mit Hagelschaden mittlerweile vor der allgemeinen Frucht vor Bränden abgelöst. Tja, und meine Wettervorhersage macht sich gar keine Mühe mehr, irgendwo ein paar Regentropfen einzuzeichnen: 7 Tage durchgehend eine kugelrunde Sonne als Symbol darunter Temperaturzahlen, die unerbittlich mit einer 3 beginnen.

Spätestens den Nachmittag verbringt man lieber drinnen hinter zugeklappten Fensterläden. Draußen steht die Luft und selbst der Boden scheint heiß auszuatmen. Wir sind mehr als bereit für die Wetterwende!

 


Ich habe trotzdem eine kleine Küchenschlacht begonnen. Nur weil die carnicule über uns klebt ohne sich einen Zentimeter zu bewegen, kann ich ja nicht wochenlang kein neues Rezept mehr ausprobieren.

Heute stelle ich euch die leckersten, knusprigsten und unkompliziertesten Falafel aus Kichererbsen vor, die dieser Erdball je gesehen hat. Falafal, oder zumindest, das, was sich so nennen will, habe ich ja bereits einige verbloggt. Aber das hier sind klassische Falafel. Und in meiner Benennungskategorie erhielten diese direkt die höchste aller Auszeichnungen, die DUBB- Medaille - und zwar von Null auf hundert. Ich war richtig begeistert und das, obwohl ich ja nun wahrlich kein großer Fan von Frittiererei bin. Aber exactement so muss ein Falafel schmecken!

Dem türkischen Brot, das ich dazu gereicht habe, wird diese Ehre nicht zuteil. Da müßte ich zuvor nochmals an der Machart schrauben, dass ich die euch als gelingsicher so weitergeben kann. Aber gut waren sie und vielleicht wollen sie ja euch sofort beim ersten Versuch gelingen (Referenz unten verlinkt)...


Zutaten 12 Stück/ 2P:

150g Kichererbsten, getrocknet
2 Knoblauchzehen
1 mittelkleine Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Koriander
1 kleiner TL Koriander, geschrotet,
1 kleiner TL Kreuzkümmel, geschrotet
1/2 TL Paprika-Pulver
1 Prise Backpulver
Salz
ca. 1-2 EL Wasser
ca. 1-2 EL Kichererbsenmehl
Ol zum Frittieren.

Zubereitung:

Die Kichererbsen mindestens 12 Stunden oder länger in Wasser einweichen.

Dann abschütten und abtropfen lassen. Zwiebel und Knofi schälen und groß zerkleinern, ebenso die frischen Kräuter. Alles grob miteinander vermengen. In einem Blender mixen (so etwa sollte die Konsistzen aussehen - wobei mir das nicht wirklich weitergeholfen hat... ich komme darauf zurück). Beim Mixen ein wenig Wasser zufügen.

In eine Schüssel umfüllen, die Gewürze und das Kichererbesenmehl zufügen, vermischen und abschmecken. Das Kichererbsenmehl war mein *Hack*. Mein Blender hexelt nicht ganz so fein, sondern anstelle von Kichererbsen-Mus fabrizierte er kleinste Kichererbsenstückchen. Um sicher zu gehen, dass die Masse bindet, gab ich etwas Kichererbsenmehl dazu. 

Als ich die Falafel von Hand formte, war ich mir nicht sicher, ob sie mir nicht in der Zielgeraden - im heißen Fett - auseinanderfallen würden. Aber lief alles wunderbar reibungslos. Nachdem das Fett heiß genug war (mittel bis größere Hitze - Probe mit Stiel von Holzlöffel, wenn sich daran Bläschen bilden, dann ist der richtige Moment gekommen) ließen sich die Falafel vorbildlich von beiden Seiten knusprig backen. Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen, warm stellen und die Falafel auf diese Weise fertig frittieren.

Anmerkung m: 6 Stück pro Person finde ich üppig bemessen - möglicherweise reichen auch 5. Aber sie sind halt gar so knusprig, da überfrißt man sich schnell... Bei uns gab es dazu frische Beilagen, einen Tomaten-Melone-Salat mit Basilikum und roten Zwiebeln (schlichter als dieser) sowie einem Dipp aus griechischem Joghurt, Knofi, Minze und Basilikum. Fest-Essen! Auch weil ich mit den Fingern gegessen habe ;)

Quelle YT:  Our Jemeni Kitchen sowie türkisches Brot  


Freipupser-Verein: Socca mit Kohlrabi und Erbsen in Tomatenrahm

Dienstag, 15. März 2022


Der Habib und ich sind nicht nur die weltweit kleinste Sekte, wir sind zeitgleich auch der kleinste Verein. Ganz zu Beginn unserer Beziehung meinte der Habib: *Gell, aber so einen Blödsinn wie Pupse verdrücken fangen wir gar nicht erst an!* Und wie jedes anständige Groupie stimmte ich meinem Guru aus voller Überzeugung zu - die Grenzen von Vereinsleben und Sektenstrukturen verschwimmen bei so einer übersichtlichen Mitgliederzahl... 

Wenn wir in Gesellschaft sind, dann leben wir unsere Freiheit im Umgang mit Körpergeräuschen nicht aus - zu groß ist die Konvention, dass das Schlimmste und Peinlichste, was einem passieren kann, ein Furz ist, der einem entfährt.

Schon öfters bin ich zurückgekommen auf meinen Meditationskurs in der Hauptstadt von Myanmar, Yangon, wo ich die Grundlagen der Vipassana-Technik erlernte. Entgegen aller tiefgestapelten Erwartungshaltungen (Erleuchtung) waren die 10 Tage Meditation über das burmesische Neujahr vor allem ultrakrass herausfordernd: das Sitzen, die Konzentration, die Zeitdehnung (!!!), kein Reden, dieses komplett auf sich selbst Zurückfallen. Und bei über 300 teilnehmenden Burmesen (Männer und Frauen getrennt) pupste es immer irgendwo im Raum. Du meine Güte, ging mir das auf den Sack! Aber in einem Land, in dem es zum normalen Usus gehört mit Inbrunst den Schleim von ganz unten hochzuziehen um auszurotzen, ist das schlicht eines: ganz normal (Was - by the way - sooo lange auch noch nicht bei uns vorbei ist. In der Kindheit des Habibs fanden sich Schilder in den Kirchen: *Auf den Boden spucken verboten!*). Tja, und bei all den Gefühlen, die beim anfänglichen Meditieren hochkommen, sind auch sehr viel negative darunter - die will man gerne katalysieren. Also macht man sie im Außen fest - und wenns nur am Pups von jemand anderem ist (Himmel, ist das symbolisch!).

Wenn Yoga mich eines gelehrt hat, dann dass Yoga ein Pups-Sport ist. Das passt so gar nicht in den makellosen Schein der bauchfreie Zweiteiler tragenden Mädchen, die Haare zum hohen Dutt geschlungen, die sich vor Makramée-Wandbehängen und Zimmerpflanzen verbiegen. Wird Yoga Richtung Abendstunden getätigt, dann wird Pupsen schnell unvermeidlich. Denn bei all dem Dehnen, Drehen und Entspannen werden auch die inneren Organe massiert - respekitve der Darmtrakt. Und mal ehrlich: leiden nicht viele von uns Mädels unter Blähungen? Was wohltuend, wenn sich der Wackerstein im Wamps auflöst!

Schade eigentlich, dass Rülpsen und Pupsen so verpöhnt geworden sind. Warum nur? Babys werden ja sogar mit Hingabe massiert für das erlösende Bäuerlein. Warum also kann man es nicht mehr nehmen wie Niesen: als eine natürliche Körperreaktion. Zumal Pupsen völlig virenfrei geschieht . Und wie sagt der Volksmund: *Laute Fürze stinken nicht, leise dafür fürchterlich*! Gut, bei den Stinkbomben wird die Umgebung notabene etwas in Mitleidenschaft gezogen. Begleitender Lachanfall ob des bröckelnden Schöngetue oft mit eingeschlossen. Aber könnte man sich bei einem lauten Pups nicht ebenfalls *Wohlsein* wünschen? Bei meiner Großmutter auf dem Klo hing eines dieser hölzernen Deko-Herzen auf dem in zierlicher Schrift zu lesen war: *Wenns Arscherl brummt, ists Herzerl gsund!*

Also bei Feriengästen könnte man über einen Zeitpass disskutieren um vorübergehend in den Freipupser-Verein aufgenommen zu werden. Allen anderen Unkonventionellen rate ich zu Ableger-Vereinen - dem Bäuchlein zuliebe und dem freieren Leben!

 


Vielleicht bin ich heute ein kleines bißchen übermütig, dass ich über ein derartiges Thema blogge. Einfach weil wir seit einigen Tagen auch wieder Freiatmer sind - die Maskenpflicht ist aufgehoben und der pass sanitaire wird seit heute nicht mehr benötigt für das soziale Leben. Es war stimmungsmäßig ein kleines Fest heute als wir in der nächsten Kleinstadt unterwegs waren. Man konnte es regelrecht mit Händen zu greifen, wie alle aufleben. So viele offensichtlich gut gelaunte Menschen! Und die Terrassen der Cafés waren so voll wie zuletzt im Sommer. Um lediglich eine einzige kleine Episode rauszugreifen: in meinem kleinen Stamm-Bioladen gibt es seit vielen Monaten eine Lieblingsmitarbeiterin, von der ich nur die Augenpartie ihres Gesichtes kenne. Und heute bestätigten wir uns unsere gegenseitige Sympathie strahlend von einem Ohr zum anderen. Offene Mimik - da reichen Worte nicht hin... Guter Moment, um mal *Danke für alles* zu sagen!

Zurück zu dem Organ, für das wir alle wohl zu allererst kochen: dem Bauch. Vieles sprießt und treibt gerade - Zwiebeln, Knoblauch, Lauch - das fördert Winde und Töne. Etwas, was dem Kohl, Wintergericht Nummer 1, ebenfalls nachgesagt wird. Wer streng konventionell leben und nicht unangenehm auffallen will, sollte diese Lebensmittel meiden.

Wer meiner Rezeptidee heute folgt, hat in einer halben Stunde ein feines Essen auf dem Tisch stehen. Die Socca, Kichererbsenpfannkuchen, werden ein echter Beilagenkeeper und wandern direkt in die vegane Hall of Fame zu den Buchweizen-Crêpes und den Linsen-Pfannkuchen. Definitiv lösen sie die bereits vor 11 Jahren verbloggen Kichererbsenerbsenpfannkuchen ab (schon wieder Ottolenghi)! Unkompliziert und lecker - genauso wie ich Alltagsküche liebe!

 

Zutaten 2P:

Socca:
120g Kichererbsenmehl
250ml Wasser
Salz
1 TL Thymian (optional)

eine mittlerer Kohlrabi
100g Erbsen
2 junge Knoblauch-Stangen, in feine Ringe geschnitten
2 EL Kokos-Crème
etwas Gemüsebrühe
1 EL Tomaten-Confit (alternativ: Tomaten-Pesto)
Salz, Pfeffer
1 Pr Rohrzucker
Piment d'Espelette 
Olivenöl

Zubereitung:

Das Kichererbsenmehl mit dem Wasser, dem Salz und dem Thymian verühren mit dem Schneebesen (droht keine weitere Gefahr der Verklumpung) und mindestens 4 Stunden oder länger quellen lassen (m: über Nacht quellen lassen).

Die Kohlrabi schälen, stiften und in Olivenöl golden anbraten, die Crème einschmelzen lassen, außerdem das Tomaten-Confit und die Brühe. Ebenso das Weiß des Knofi zufügen. Würzen mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Piment. Deckel auflegen und bei leichter Hitze garen lassen. Kurz vor Ende die Erbsen zufügen. Nochmals abschmecken und zum Servieren mit dem Grün des jungen Knoblauch bestreuen.

Parallel die Socca backen (m: in einer kleinen Pfanne von 15cm Durchmesser). Dafür die beschichtete Pfanne gut erhitzen, wenig Olivenöl reingeben und den Kichererbsenteig schwenkend eingießen. Wenn der Crêpes kleine Bläschen bildet, dann stimmt die Temperatur. Den Crêpes Farbe annehmen lassen, dann wenden und fertig backen. Ergibt 8 Crêpes.

Zusammen mit dem Kohlrabi-Gemüse anrichten.

Inspiration Socca: SZ

 

Startschuß der Wildorchideen-Saison 2022

Kürbis-Falafel oder Kugeln aus Kürbis und Kichererbsen

Sonntag, 31. Oktober 2021

 

Gibt dir das Leben *Kürbis*, dann mache eben nicht die immer gleiche Suppe daraus, sondern einfach mal kleine, orangene Kugeln. Wobei kein Protest meinerseits gegen Kürbissuppe - keine Suppe bereite ich öfters zu. Ihr wißt schon: mit Kokokscrème, frischem Ingwer, vielleicht einer Karotte, Lorbeerblatt, ähnlichen Gewürzen wie heute... Wie man halt eine gute Kürbissuppe macht!

Und nein, nicht nur weil ein einmal angeschnittener Kürbis für mehr als ein Rezepte reicht und dann verschafft werden muss. Alles fängt an mit der Wahl des richtigen Kürbis und da nehmen es die Fränzis sehr genau: Courge, Potiron, Potimarron, Hokkaido, Butternut... letzteren sprechen sie mit einem unwiderstehlich charmanten Akzent aus.  Bestimmt mit deshalb mein bevorzugter Kürbis, der Butternut. Und wegen seiner anderen Vorteile: er ist handlich von der Größe, ist so schön orange wie alle anderen Kürbisse, aber er schmeckt besonders gut und wird besonders cremig. Viele seiner Kollegen sind viel wässriger.

Da zu den besten kulinarischen Trios dieser Welt für mich Küribs-Mangold-Ziegenkäse zählt, habe ich diesen Kürbisfalafel das entsprechende Risotto-Bett gerichtet. Die Kürbis-Falafel passen aber selbstredend ebenfalls ganz prima in eine dieser Bowls, die es mir dieses Jahr so angetan haben. Definitiv ein Keeper, diese Kugeln, denn sie sind schnell und unkompliziert zubereitet und vielseitig zu anderen Gerichten einsetzbar.

Soll einer sagen, es fehele ihm an Ideen was machen mit Kürbis!

 

Geschwister im Blog-Universum: Kürbis-Risotto mit bulettes des légumes d'été

 



Kürbis-Falafel - ca. 18 Stück

250g Kürbismus
100g Kichererbsen, gegart
2 EL Kichererbsenmehl (ca. 25g)
1 EL Tahini
Salz, Pfeffer
Chili
1/2 TL Ras el hanout
1/4 TL Ingwer, gemahlen
1/4 TL Nelke, gemahlen
1/4 TL Zimt, gemahlen

Zubereitung:

Ofen auf 180°C (Umluft) vorheizen.

Kürbis (etwa 350-400g) - je nach Sorte - schälen oder nicht (Hokkaido), in nicht zu dicke Streifen schneiden und ca. 15min garen, etwas abkühlen lassen.

Ofen auf 200° (O/U-Hitze) umstellen.

Alle Zutaten außer dem Kichererbsenmehl vermengen und mit dem Blender mixen. Mit dem Kichererbsenmehl die Konsistenz steuern - je nach Sorte braucht es etwas mehr oder weniger, um die Mass gut zu binden. Schön würzig abschmecken. Mit freuchten Händen zu kleinen Bällchen formen auf geölte Ofenform/ oder Backpapier setzen. Etwa 15 bis 20min im heißen Ofen backen.

 

vorgesorgt: veganer Auberginen-Brotaufstrich

Donnerstag, 26. August 2021

 

Ich komme nicht hinterher, meine Rezepte zu verschriftlichen. Aber schließlich blogge ich auch, um für mich selbst festzuhalten, was ich wiederholungswürdig finde. Was will ich machen: die Rezepte stapeln sich nur so. Nach Jahren der Bloggerei hat sich verselbstständigt, dass ich gerne neue Dinge ausprobiere. Ich hoffe, dass ich bald wieder mehr Zeit für das Blog finde.

Herausgegriffen für heute habe ich den veganen Brotaufstrich aus Aubergine, um euch einen kleinen Einblick in meine Sommer-Vorräte für den Winter zu geben - vieles kennt ihr bereits, ich bleibe meinen Eichhörnchen-Anlagen treu (auf dem ersten Foto zu sehen sind außerdem: Kompott, Ofentomaten und confierte, eingeweckte Kirschtomaten). Es liegt Herbst in der Luft. Wer erst jetzt ans Einmachen denkt,  ist spät dran...

Wir machen noch immer Intervallfasten - allerdings nicht mehr so streng wie letzten Sommer. An manchen Abenden essen wir noch ein Brot. Und da hatte gerade der Habib Gefallen an einer gekauften Auberginenpaste gefunden. Logo, wollte ich die nachmachen, sobald es wieder Auberginen-Zeit ist. Nun geht diese bald ihrem Ende entgegen, ich muß mich also ranhalten, damit ihr bei Lust und Laune nachziehen könnt.

In meinen Anfangsjahren in Südfrankreich konnte ich mit Aubergine nicht viel anfangen. Was mit Sicherheit damit zusammenhängt, dass die Aubergine als Gemüse in meiner Kindheit nicht existent war - ich erinnere mich an kein einziges Gericht damit. Nun liebe ich diese Frucht der südlichen Länder sehr, habe mittlerweile auch viele tolle Rezepte zusammengesammelt und bin froh, dass sie bei uns im Treibhaus so gut wächst.

Der Brotaufstrich besteht aus ähnlichen Zutaten wie das berühmte Baba Ganoush, das hier in der Ottolenghi-Version auf dem Blog zu finden ist (und bei der man wirklich sehr gut, die Gurke rauskürzen kann). Wichtig war mir, dass die Paste schön streichfähig wird. Und voilà, voilà, der Habib befindet seinen neuen Brotaufstrich für gelungen - womit er zukünftig einen Platz in meiner Speiß ergattern konnte. So eine Brotstulle mit Tomätchen und Gurke ist aber auch was Feines... Einfache Gartenküche ganz nach grain-de-sel-Art!




Zutaten - 5 Gläser à ca. 100ml:

2-3 große Auberginen (1kg)
200g Räuchertofu
3 Knoblauchzehen
3 EL Tahini-Paste
2 EL Olivenöl
Salz
1 Limette, Saft davon
2 EL Granatapfelsirup
1 -2 EL Tamari
(optional 1/2 Bund Petersilie)
2 EL Kichererbsenmehl 

 

Zubereitung:

Den Backofen auf 220°C vorheizen. Die Auberginen ringsherum mit einer Fleischgabel oder einem spitzen Messer einstechen und in eine ofenfeste Form geben. Je nach Größe ca. 30min in den Ofen schieben, bis die Aubergine durchgegart ist.

Etwas auskühlen lassen, halbieren und mit einem großen Löffel das Fruchtfleisch rausschaben. In ein Sieb geben und gut ausdrücken (m: mit den Händen). 

Alle Zutaten (außer dem Kichererbsenmehl) in einen Mixer geben, fein pürieren und leicht überwürzen - das braucht die Pasta um ihre Würzigkeit als Aufstrich auf dem Brot nicht zu verlieren (sonst droht, dass er zu fad schmeckt).

Ich habe die Masse dann in einen Topf gegeben, erhitzt und dabei das Kichererbsenmehl untermischt. Es gilt, dabei immer zu rühren, sonst hängt der Aufstrich am Topfboden an. Dann zügig arbeiten und die Auberginenpaste in Gläser füllen und einwecken, wie ich es für meine Ofentomaten beschrieben habe - wer eine andere zuverlässige Einweck-Methode kennt, darf auf diese zurückgreifen. Da ich  mit meiner gut fahre, bleibe ich bei ihr.

 

Fräse: grüner Spargel mit neuen Kartoffeln und Bärlauch-Hummus

Mittwoch, 5. Mai 2021


Alle, die einen Garten ihr eigenen nennen, wissen wie das NACH eines richtigen Landregens aussieht: man möchte wie ein Fräse durch den Garten kurbeln, man wünschte sich mehrere Arme wie die Göttin Shiva, man hätte gerne eine Armada an Wichteln und Zwerge als Verbündete, auf die man GENAU JETZT zurückgreifen könnte.

Alles will gleichzeitig gemacht werden: GENAU JETZT, wenn sich das Unkraut butterweich aus dem Boden ziehen lässt und die vorgezogenen Pflänzchen in krümmeligen Boden gesetzt werden wollen und die Aussaat die richtige, anhaltende Feuchtigkeit hat. Ich rechne dann meine Gartenarbeit gar nicht in Stunden sondern in *Grünabfall-Säcken*. Meine Hände sind noch weniger als sonst vorzeigbar und schon überhaupt (und sowieso nie) etwas für künstliche Fingernägel. 

Obendrein ist GENAU JETZT die Zeit, in der das Trocknen von Heilpflanzen wieder beginnt (Anfang machten u.a. Melisse, Rotklee und Borretsch). Echt, man möchte sich vierteilen können! Abends liegt man dann im Bett und gerne dürfte ein könnender Physio die erdverbogenen Glieder an ihren ursprünglichen Platz in der Horizontalen erinnern. Und doch fühlt man sich gebraucht, nützlich, als Teil vom Ganzen und sieht das Tageswerk befriedigend vor Augen. Tsss, das bißchen Muskelkatze - je m'en fou!

Ich liebe die Gartenarbeit im Mai. Unser Garten ist nie schöner, ein Stück Paradies, ein Baden in Fruchtbarkeit, Düften, Farben, Blumen und Kräutern. Wer GENAU JETZT durch unseren Garten läuft und nix Schönes entdeckt, dem fällt auch sonst nichts auf, was sein Wohlgefallen findet. Ja, logo, bin ich selbstverliebt, wenn ich von unserem Garten rede. *Der Hass ist parteiisch, aber die Liebe ist es noch mehr!* (Goethe)

 



Daher könnt ihr bestimmt nachvollziehen, dass dem Garten gerade jetzt meine ganze Aufmerksamkeit gewidmet ist. Aber gekocht wird ja doch. Teils aber in Waldfeen-Tempo - wie bei diesem Gericht, bei dem ich auf Vorräte in der Tiefkühle zurückgreifen konnte. Dann ist das Essen *husch-husch* und unkompliziert auf den Tisch gebracht. 

Grünen Spargel im Ofen zu garen, ist sowieso meine liebste Zubereitung für grünen Spargel. Den Hummus mache ich nur großportionsweise - Hummus bereichert viele Gerichte. Und die confierten Kirschtomaten zählen schon lange zu meinen Einmach-Standarts - sie sind auf diesem Teller schwer verzichtbar, da sie einen ausgesprochen feinen Kontrapunkt kreiieren! Die fermentierte Bärlauch-Sauce schmeckt, finde ich, etwas edler als Pesto - aber ganz wie ihr wollt, ganz wie ihr könnt.


Zutaten 2P:

500g grüner Spargel
Olivenöl 
1 Pr Zucker
1 Pr Salz

400g kleine, junge Kartöffelchen (m: délicatesse)
Rosmarin
fleur de sel
Olivenöl
1/4 TL Paprika-Pulver

Hummus*
300g Kichererbsen, getrocknet
ca 3 EL fermentierte Bärlauchsauce
Piment d'Espelette
Zitronensaft
1 EL Tahini
2 Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

250g confierte Kirschtomaten (m: eigene, Froster)

Zubereitung: 

Kichererbsen am Abend zuvor mit ausreichend Wasser bedecken und quellen lassen. 

Quellwasser der Kichererbsen abschütten, mit neuem Wasser aufsetzen und weich garen - dauert ca. 45min (m: mit einem Stück Kombu-Alge). Kochwasser auffangen und aufbewahren - Kichererbsen häuten (dafür diese zwischen den Handflächen hin-und herrollen - dabei löst sich die Schale - nun zurück in eine Schale mit Wasser geben, dabei schwimmt die Schale oben an der Wasseroberfläche und die Kichererbsen sinken nach unten).
 
Alle Zutaten in einem Mixer geben und so cremig und glatt wie möglich pürieren. Mit den restlichen Zutaten würzig abschmecken - mit dem aufgefangenen Kochwasser zur gewünschten Konsistenz bringen.

Den Ofen auf 200° (O/U-Hitze) vorheizen. 

Kartöffelchen waschen, trocken tupfen, Rosmarin fein hacken, alles in einer Schüssel mit 2 EL Olivenöl, Paprika-Pulver und fleur de sel mischen, in eine ofenfeste Form geben und - je nach Größe - für etwa 25-30min in Ofen geben.

Das Ende des Spargels abschneiden und das untere Drittel schälen, mit Olivenöl bestreichen und salzen, pfeffern, sowie mit einer Prise Zucker würzen. Für insgesamt ca. 15-17 Minuten im Ofen garen - entsprechend nach den Kartoffeln in den Ofenschieben, damit beides gleichzeitig fertig wird. Die Kirschtomaten auf die schnelle Variante (ebenfalls mariniert in Olivenöl, einer fein gehackten Knoblauchzehe, gesalzen und gezuckert) mit den Spargel zusammen im Ofen rösten.

Hummus auf einen Teller anrichten, Kartoffeln und Spargel darauf verteilen und die Kirschtomaten zuletzt dazwischen setzen. Servieren.

*Anmerkung m: üblicherweise confiere ich unsere Kirschtomaten für den Froster länger bei weniger Hitze (man kann für dieses Gericht aber auch den Turbo einlegen)/ für das Hummus gleich mehr Kichererbsen einweichen und eine größere Menge machen - Rest einfrieren

 

Geschwister im Blog-Universum: grüner Ofenspargel mit Zitrünen-Pü 

 

sonnen und zur Schau stellen gleichzeitig - Smaragdeidechse-Männer-Leben

DUBB: vegane Lieblingswürstchen

Sonntag, 18. April 2021


Artikel wie dieser in der Süddeutschen *An Mahlzeiten läßt sich ablesen, wie glücklich eine Beziehung ist* gießen natürlich Wasser auf meine Mühlen! Da reicht mir schon die Überschrift, den muss ich gar nicht ganz lesen! Da schnurrt das Kätzchen in mir!

Wobei ich einschränkend hinzufügen muss, dass ich schon begünstigt mit allen zehn Fingern auf solche Aussagen zeigen kann. Ich bin nicht im Home-Office (oder immer - je nachdem von welcher Perspektive aus man das betrachten will), ich muss mich nicht zusätzlich um eine Rasselbande in Home-Schooling kümmern, ich leide in keinster Weise unter Terminstress, mit dem Habib habe ich eine Perle als Gegenüber - er schenkt mir mit seiner Aufmerksamkeit und Achtsamkeit stets viel Wertschätzung -  und ein südfranzösischer Garten gleicht einem Joker im Zutatenblatt. Bref: ich habe WIRKLICH leicht reden.

Trotzdem gefällt mir diese Botschaft natürlich. Denn der Alltag ist ein gefräßiges Monster, das jeder Beziehung zusetzt. Die Momente, in denen man sich bewußt begegnet, muss man bewußt schaffen. Von nix kommt nix. Das gilt vorneweg für alles Gute. Der Scheiß schleicht sich schon von ganz alleine ein - um den muss sich keiner mühen.

Tatsächlich ist für mich der Eßtisch das Herzstück einer jeden Wohnung. Und vielleicht ist es deshalb auch wegweißend für alle anderen Bereiche, was dort geschieht. Ich finde auch nicht, dass man da jeden Tag Feuerwerke abfackeln muss. Im Gegenteil, das dokumentiere ich mit diesem Blog ja. Gartenküche: spektakulär-unspektakulär. Was in meiner Welt eine ähnlich hohe Auszeichnung ist wie rustikal-romantisch.

So passen diese in Würstchenform gerollten Bohnen-Rote-Bete-Haferflocken-Buletten hervorragend in meine mit beiden Füßen am Boden verankerte Vegie-Küche. Ich war sofort begeistert sowohl was Geschmack (würzig-scharf) wie vor allem das Mundgefühl (ungewöhnlich, nicht zu trocken-krümelig) angeht. 10 Würstchen kommen bei einer Portion raus - das bedeutete für uns round about 3 Portionen, die bereits alle weggefuttert sind. Und dieses Wochenende mache ich wieder Nachschub. Sehr praktisch nämlich, wenn ich auf die einfach zurückgreifen kann - drumherum ist schnell ein Essen kreiert. Die Dingerchen sind zwar nicht aufwendig zu machen, aber sie benötigen Zeit. Und die hat man ja bekanntermaßen nicht immer, wenn man hungrig ist. 

Meinen Homies sollte reichen, dass ich DUBB übertitelt habe: dicke Empfehlung also!


 

Zutaten 10 Stück:

100g rote Bohnen, gekocht 
100 g Haferflocken(mehl) 
100 ml Rote Bete Saft 
40 g Quinoa 
120 ml Gemüsebrühe
4 EL Hefeflocken 
40 g Kichererbsenmehl 
2 EL Tomatenmark 
2 TL Harissa-Paste 
2 EL Olivenöl 
1,5 EL Kreuzkümmel 
1,5 TL Koriandersamen 
1,5 TL Bockshornklee 
2 TL Gemüsebrühe-Pulver
3 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL geräuchertes Paprikapulver (Pimenton dela verra)
1 TL Salz (m: Bärlauch-Salz)

Zubereitung:

Quinoa in der Gemüsebrühe ca. 12min bei geschlossenem Deckel köcheln - zwischendurch umühren - , dann weitere 10 min ohne Hitze ziehen lassen. 

Die Haferflocken im Hexler zu Mehl fein zerkleinern. Die gekochten Bohnen zusammen mit dem Rote-Bete-Saft fein pürieren. Das Haferflockenmehl zum Bohnenmus geben, ebenso das Kichererbsenmehl und die Hefeflocken. Die Gewürze (Koriander, Kreuzkümmel und Bockhornklee-Samen) fein zermörsern und ebenfals zufügen. Desweiteren den fein gehackten Knofi, das Tomatenmark, Harissa und sämtlichen restlichen Gewürze. Zuletzt Quinoa und Öl untermischen.

Daraus eine homogene Masse formen und für 30min im Kühlschrank ruhen lassen. Den Teig in 10 gleichgroße Portionen (oder wer mag, formt größere oder kleinere Würste) teilen und mit feuchten Händen länglich rollen. Hier wickelt der Orginalkoch Ken die Würschen jeweils in Alufolie und dreht sie zu länglichen Bonbons, dann schichtet er sie übereinander in den Dampfeinsatz - uneingewickelt muss man die Würstchen nebeneinander legen und kann sie halt nicht stapeln. Aber mit Alufolie kann man mich jagen (wen das WARUM interessiert darf Alufolie in Zusammenhang mit Demenz in die Suchmaschine eingeben).

Nebeneinander - ohne dass sie sich berühren - in den Dampfeinsatz setzen und die Würstchen ca. 25min dämpfen (m: 2 Dampfsiebe verwendet). Das ging sehr gut, das Einwickeln stellte sich wirklich als unnötig heraus. Auskühlen lassen und dann in Olivenöl rundherum anbraten.

Anmerkung m: bei uns gab es eine Art Kartoffel-Gulasch dazu, aber quasi jeder Eintopf passt prima dazu/ wer wie ich dafür Rote-Bete-Saft gekauft und nicht extra dafür entsaftet hat, darf seinen Saft aufbewahren: ein weiteres Rezept damit wartet in der Halte...

Quelle: Youtube: Ken kocht