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Surprise: Ravioli mit Ofen geröstetem Blumenkohl

Mittwoch, 5. Dezember 2018


Ich will ja kein Spielverderber sein, aber wenn doch jetzt alle gerade auf dem *Heal-the-world-Plastik-Vermeidungstrieb* sind (was ich durchaus unterstützenswert finde), sollte man dann nicht - konsquenterweise - auf Päckchen unterm Baum verzichten? Wegen dem Müll?

Oder handhabt ihr das so wie meine Omas, die beide eine Schublade voller glatt gestrichenem Geschenkpapier hatten. Tesafilm jeweils vorsichtig abgezogen (manchmal nimmts halt trotzdem die oberste, bedruckte Schicht mit und übrig bleibt ein weißer Tesa-Second-Hand-Indiz-Streifen). Daneben, ebenfalls auf Wiederverwertung wartend, das aufgewickelte Geschenk-Band. Ich bin sehr gespannt, ob Frau Novemberregen in ihrem Weihnachtskalender ganz in Anti-Christo-Mantier (also Enthüllungs-nicht Verhüllungskunst) uns eine solche Schranktür öffnet...

Eine andere Möglichkeit wäre die Geschenke im Geschenk zu verschenken. Also sollte man denn zufällig vorhaben, jemanden an Weihnachten mit Mütze oder Socken beglücken zu wollen...

Man könnte natürlich ebenfalls versuchen, sich der Kommerzialisierung des Jahresendes zu verweigern. Wäre halt die Gegenstromanlage.

Als Foodie halte ich euch die naheliegendste Idee als Vorschlag hoch: verpackt an Weihnachten einfach das Essen. Sprich: bereitet Ravioli zu. Eine Füllung in Pasta einzuwickeln ist das leckerste Päckchen... wo gibt! Genial, oder? Und man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: Tradition und Umweltliebe. Um die dritte nicht zu vergessen: der gemeinsame Njami-Moment am Tisch. Ach, und wolltet ihr ein Raviolibrett verschenken wollen - das könnte möglicherweise in Kniestrümpfe passen...


Zutaten 2P:

Pastateig:
100g Dinkel 630
90g Hartweizenmehl
2 Eier
Salz
Öl

Füllung:
150g Ziegenfrischkäse, cremeux
3 EL Parmesan, frisch gerieben
1 EL Crème fraîche
Knoblauchzehen, confiert
1/2 Zitrone, Abrieb davon
1/2 Bund Rucola
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

1 Blumenkohl (ca. 700g)
1-2 EL Sonnenblumenöl
Salz, Pfeffer


Zubereitung:

Aus den Zutaten für den Pastateig sorgfältig einen homogenen Teig kneten, in Folie einwickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.

Für die Füllung alle Zutaten miteinander vermengen, fein pürieren und würzig abschmecken (dabei leicht überwürzen, denn die Intensität wird sich als Ravioli gegart etwas verlieren). In eine Spritztülle (oder einen kleinen Gefrierbeutel mit abgeschnittener Ecke) füllen.

Den Pastateig dünn auswellen (m: Marcato - Stufe 6 von 7), auf das Raviolibrett passend zuschneiden und dann nacheinander füllen. Vor dem Auflegen der zweiten Pastaplatte die Zwischenräume mit Hilfe eines Pinsels mit Wasser bestreichen. Das Raviolibrett mit Schwung wenden, gut festdrücken und in Ravioli schneiden. Auf ein mit Hartweizenmehl bestreutem Küchentuch auslegen und mit einem weiteren abdecken. So weitermachen bis Platten wie Füllung verbraucht sind.

Den Ofen auf 220°C vorheizen.

Blumenkohl in Röschen zerteilen. Sonnenblumenöl mit 1/2 TL Salz und etwas Pfeffer vermischen und die Blumenkohlröschen damit kurz marinieren. In eine ofenfeste Form geben und im Backofen ca. 35 Minuten lang rösten. Dabei mehrfach wenden.


Parallel die braune Butter zubereiten.

Und ebenfalls in der Zwischenzeit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Kurz bevor der Blumenkohl fertig geröstet ist, die Ravioli im Salzwasser gar kochen, gut abtropfen lassen. Blumenkohl zu unterst im Teller anrichten, darauf die Ravioli setzen und mit brauner Butter beträufeln. 



Andere Essenspäckchen-Ideen
°  als Laubfrösche 
°  en Papilotte
°  nochmals gerollt

Spargel-Tarzan und nudeldicke Dirn

Sonntag, 15. April 2018


Da liegt er wieder auf den Markttischen, der spannenlange Hansel. Schön lieblich weiß und dann auch noch lauter Köpfchen, die als Bruchspargel verkauft werden. Ich bin hingerissen. Wer könnte seine Jane sein? Tja, wenn ich uns etwas Besonderes kochen will, dann brauche ich nicht lange zu überlegen, dann lande ich meist auf direktem Weg bei frischer Pasta - eines meiner absoluten Lieblingerichte. 

Allerdings ist meine Pasta-Jane très moderne unterwegs - sie ist *polyamor*. So nennt man das doch, wenn man extrem kompatibel ist, dabei aber überhaupt nicht oberflächig. Weil alles ernstgemeinte Beziehungen, die man vor der Welt nicht verheimlichen will. Man lebt Gruppe. Also wenn ich das richtig verstanden haben. 

Auf jeden Fall - das weiß ich nun wiederum bestimmt - ist diese Kombi (Spargel und Pasta) von Hause aus durchgeprobt. Dafür brauche ich nur einen Blick auf meine Spargel-Rezepte werfen: wie bei diesem Pasta-Teller oder diesem wunderbaren oder diese Cannelloni oderoder. Pasta paßt einfach zu allem - auch zum Spargel-Tarzan!

Ein Board mit Spargel und Bärlauch habe ich euch bereits zusammen gestellt. Dazu zählen in Zukunft auch diese Ravioli gefüllt mit Ziegenkäse und Bärlauch, weißem Spargel mit brauner Butter und etwas jungem Knoblauch und gehobeltem Parmesan. Eine große Portion Frühling!

Doch, hiermit beweise ich euch ein Mal mehr: man KANN sich das Leben eine Winzigkeit schöner kochen!


Zutaten 2P:

Pastateig*:
60g helles Emmer
40g Hartweizenmehl
2 Eigelb
etwas Eiweiß
etwas kaltes Wasser
1/2 EL Öl

Fülle:
120g Ziegenfrischkäse
1-2 TL Crème fraîche
1 Bund Bärlauch (ca. 35g)
Abrieb 1/4 Zitrone
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

700g Spargel
70g Butter, gebräunt

Parmesa, frisch gehobelt
1 Stange frischer Knoblauch 

Zubereitung:

Die Zutaten für den Ravioli-Teig homogen und sorgfältig verkneten. In Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen. 

Währenddessen die Fülle zubereiten - dafür sämtliche Zutaten sämig pürieren und würzig abschmecken (leicht überwürzen - gefüllte Pasta kann das vertragen). Den Pastateig dünn auswellen (m: 4 Platten in Größe meines Ravioli-Brettes). Die Fülle in eine Tülle oder einen Gefrierbeutel füllen (im letzteren Fall in ein Eck ein kleines Loch schneiden) und derart Tupfen auf den Ravioli-Teig setzen. Die Ränder mit einem Pinsel anfeuchten, zweite Platte auflegen und die Ravioli einzeln schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch zwischenlagern.

Den Spargel schälen und den Spargel dünsten - je nach Wunsch entweder Dampfgaren, Sous-Vide oder in einem Sud aus ausgekochten Spargelschalen. Warm stellen.

Die Butter bräunen, den Parmesan hobeln und die Knoblauchstange in feine Ringe schneiden. Reichlich Pastawasser zum Kochen bringen und darin die Ravioli garen, abschütten und etwas Pastawasser dabei auffangen.

Alles zusammen anrichten, mit Parmesan und Knoblauch garnieren.


Zeremonie: Frische Tagliatelle mit Butter-Kohlrabi

Mittwoch, 31. Januar 2018


Wenn ich auf Flohmärkten Orden entdecke, dann bleibe ich wie festgelebt stehen. Sehr faszinierend dieses Gehänge! Und immer, wirklich immer spiele ich mit dem Gedanken, zuzuschlagen. Ich finde die Vorstellung ja zu witzig, mich selbst mit Orden zu dekorieren. Um ganz adaptiert an *La Grande Nation* (in der immernoch einige Unverwüstliche bereits die französische Nationalität für eine Auszeichnung halten) ein bißchen Napoleon für Arme zu spielen. Man fängt schließlich nicht gleich mit der eigenen Kaiserinszenierung an, man bäckt ja zuerst mal kleinere Brötchen. Vielleicht für besondere Verdienste in der händischen Unkrautvernichtung rund ums Domizil.... beispielsweise. Nich, so angesteckt an einem schönen Wollpulli. Oder halt klassisch an dem Revers einer Jacke. Schon schick. Das wertet womöglich ein ganzes Outfit auf wie ein Broschenersatzeyecatcher. Jetzt rein unter dekorativen Aspekten...

Wobei ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es heikel sein kann, mit dem zu kitzeln, was andere für eine heilige Kuh halten. Da sind SEHR schnell die Grenzen der Witzigkeit erreicht. Stichwort Fußball etwa. Über Fußball gelästert wurde hier schon mehrfach leidenschaftlich. Allein die Welt der Fanartikel, tssss... oder!? Auch so ein Flohmarktfund: die KSC-Kniestrümpfe. Ha, dachte ich einst als lebenslustige Karlsruherin, das kann man doch mal machen, so mit einem Jeansröckchen samt ambitioniertem Lokalcolorit. Tja, das dachte ich so lange, bis ich Rolf*, meinen nerdigen Arbeitskollegen traf, der mir mit Überschwang schier um den Hals fiel: *Ey, ich fasse es nicht, Micha, du auch KSC-Fan. Da könnten wir ja mal zusammen...* Ein unschönes Scharmützel nahm seinen Lauf. Mich aus der Sitaution wieder rauszuklabüstern, ohne dass unser kollegiales Verhältnis zu sehr Schaden nahm, glich einem Staatsstreich. Dewegen läßt man (wenngleich bedauernd seufzend) lieber die Finger von Dingen, die andere so bierernst nehmen. Wie eben halt Orden. Oder Vereinswimpel. Oder dergleichen

Aber Schungejunge, das Bild von dem abdankenden Prinz Philip, das mir ins Auge stach (ich hab' ja schließlich ein Blick dafür) macht wohl Eindruck: der besitzt ein ganzes LINIAL an Orden. Habt ihr gesehen: die Halterungsstange muß an beiden Seiten über das Revers hinaus verlängert werden. Ob Philippo noch blind alle aufsagen könnte plus deren Symbol? Wirklich, das volle Brett Orden. Mehr geht nicht. Nur halt nicht mehr ganz so zierend, da leidet jetzt die Optik, weil die Proportionen am Revers nicht mehr stimmen. Ob das Ding an der Kravatte auch ein Verdienst darstellt? 

Sehr erheiternd übrigens seine Aussage über sich selbst, er sei der *erfahrenste Gedenktafel-Enthüller der Welt*. Mit den globalen Königshäusern habe ich es nun wieder gar nicht, weswegen ich  an der Stelle doch recht froh bin, bereits als Kind an Fasching lieber Indianerin gespielt zu haben als Prinzessin. Nicht mein Tätigkeitsfeld - wenngleich womöglich das Verleihen von Orden wieder mehr Spaß bringen könnte...

Da paßt es doch ausgezeichnet, noch einen Schlenker zum aktuellem Szene-Geschehen zu drehen: ich freue mich für Kolleginnen, die sich ab sofort *gülden* nennen dürfen. Es freut sich doch gleich doppelt, wenn die Abstimmung in großen Teilen meinen eigenen Geschmack berücksichtigte (selbst der erwählte Food-Blog fand auch hier schon vor Jahren großen Gefallen). Herzlichen Glückwunsch! Jetzt muß nur dafür gesorgt werden, dass die Buddenbohm-Gang ebenfalls solch einen Pokal in Händen halten darf - dann bin ich mit dieser Verantaltung ganz im Reinen!

So, was essen wir den orden-tliches dazu? Tja, da landen wir nahezu vollautomatisch bei frischer Pasta - eine Alltags-Zeremonie, auf die wir besonders gerne zurückgreifen.

*Name von der Redaktion geändert


Zutaten 2P:

gleiches Rezept wie hier
2 Kohlrabi
70g Butter
1 Schuß Noilly Prat
fleur de sel
Pfeffer
1 Pr Zucker
1 Scheibe Brot vom Vortag, fein gewürfelt
etwas Thymian
1 Knoblauchzehe

Zubereitung:

Auf den Zutaten für den Nudelteig mit Geduld und Sorgfalt einen geschmeidigen Teig kneten, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen. Mit der Nudelmaschine zu Stufe 6 von 7 auswellen, auf der Arbeitsfläche noch etwas dünner und schließlich zu Tagliatelle schneiden. In Nestern auf ein Küchentuch ausbreiten.
 
Die Kohlrabi schälen und in Würfel von 1/2cm schneiden. In etwa 60g Butter den Kohlrabi glasig dünsten - der Kohlrabi sollte noch etwas Biss bewahren -, dabei den Schuß Noilly anschütten und mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Dabei leicht überwürzen, denn die Nudeln schlucken einiges davon.

Parallel das gewürfelte Brot mit der restlichen Butter und dem Thymian und der halbierten Knoblauchzehe kross braten und zur Seite stellen.

Außerdem gleichzeitig reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Nudeln al dente garen, abschütten, etwa Pastawasser auffangen und die Tagliatelle direkt mit dem Butter-Kohlrabi vermengen - gegebenenfalls noch etwas Pastawasser zufügen, um die Bindung sämiger zu machen.

Sofort mit den Croûtons servieren. 


Die schnellsten Plätzchen von Mexico

Sonntag, 11. Dezember 2016

Mit diesen Plätzchen versuchte ich einst gegessene sehr geschätzte Plätzchen (Bohrer genannt) aus der Erinnerung in die Gegenwart zu holen. Keine Recherche unter diesem Namen brachte mir Ergebnisse. Also wurde einfach ausprobiert. So ganz hundertprozentig habe ich den Geschmack derer, an die ich dachte, nicht getroffen - aber ich bin ihm nahe gekommen

Nach dem Backen dachte ich zuerst, dass das  wohl eine Nullinger-Aktion war - zuerst fehlte mir der Pfiff. Ich redete sie mir sogar selbst runter unter der Ruprik *is ja nix anderes wie Blitz-Blätterteig mit Hagelzucker*. Und hey, fast stimmt das auch. Und irgendwie wieder überhaupt nicht. Denn überraschenderweise sind es die Plätzchen, deren Dosendeckel ich am häufigsten öffne. Irgendwie geht es mir wie einer Parfumeuse, die anstelle ihre Nase zwischendrin in die Armbeuge zu stecken, ihren Gaumen ob der momentanen Gewürzorgie an diesen Sauerrahm-Hagelzucker-Stangen *neutralisiert*.  

Entsprechend ihrer Schlichtheit sind die Plätzchen schnell gefertigt. Richtig schnell - mexicomausschnell. Also, logo, kann  man sich wunderbar Kurven einbauen und die Herstellung aufwendiger gestalten: im Netz entdeckte ich Varianten, die aus diesem Teig Ringe ausstechen und diese dann in Hagelzucker drücken. Aber ihr wißt ja: bei Süßkram bin ich meist ein fauler Hund...

Trotz der wenigen Zutaten gibts viele Möglichkeiten: Juli zeigte gestern ganz ähnliche - nur in üppiger. Schmeckt bestimmt auch. Wichtig ist, dass die Butter *anständig* unter das Mehl gearbeitet wird, das erst erzeugt diesen Blätterteig-Effekt. Für mich DIE Gelegenheit mal wieder auf eines meiner ersten, veröffentlichten Rezepte zu verlinken. 

Schönen 3. Advent euch!
Zutaten 2 Bleche:

200g Mehl (m: D630)
1Pr Salz
150g Butter, kalt
70g Crème Fraîche 
(oder Sauerrahm/ oder Schmand)
etwas kaltes Wasser
50g Hagelzucker
1 Eiweiß (m: vergessen)

Zubereitung:

Die Prise Salz zum Mehl geben. Die Butter in Flöckchen wie hier bei den Tartelettes beschrieben in das Mehl einarbeiten. Dann die Crème und etwas kaltes Wasser (ca. 4 EL) zufügen, bis man den Zeig zügig zusammenkneten kann. Mindestens 1 Stunde kalt stellen.

Ofen auf 185° (OU-Hitze) vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfäche zu einem Rechteck von etwa  0,5cm Dicke (vielleicht auch ein glizzeklein wenig dünner ausrollen. Nun den Teig mit Eiweiß bestreichen (m: Milch genommen - geht auch, sie gibt aber weniger Halt für den Hagelzucker wie das Eiweiß). Den Hagelzucker auf den Teig streuen und nochmals leicht. Mit dem Nudelholz den Zucker nochmals leicht in den Teig rollen. Mit Hilfe eines Teigrades den Teig der Länge nach dritteln und diese dann in Streifen von etwa 0,5cm schneiden. Die Stränge verdrehen und auf das Backblech legen. 

Die Bleche nacheinander backen: ca 15min bis der Boden der Strangen goldbraun ist. Abkühlen lassen und in einer Dose aufbewahren.

Nikolaus - Schoko-Ingwer-Butter-Plätzchen

Dienstag, 6. Dezember 2016

Als einer der ganz wenigen Heiligen kann sich Nikolaus an Aufmerksamkeit erfreuen, obwohl heute gearbeitet wird. Vielleicht weil er zumindest kleine Geschenke wie Nüsse und Mandarinen in bereit gestellte Stiefel steckt. Und weil er Unterstützer wie mich hat, die mit einem neuen Plätzchen-Rezept ums Eck kommen. 

Überhaupt, ich finde *Nikolaus* grundsätzlich einen schönen Rufnamen. Aschenbrödels Pferd heißt so. Wenn es wohl auch vereinzelt vorkommt, dass man ihn durcheinander bringt. Und kennt nicht fast jeder wenigstens ein paar Zeilen aus *seinem Gedicht* - naja, das eigentlich seinem Kumpel gewidmet ist?

*Alt und Jung sollen nun, von der Jagd des Lebens einmal ruhn* - bereits ein frommer Wunsch. Wieso der Monat Dezember eindeutig zu den SEHR guten Gründen zählt, wieso ich nicht mehr in der Stadt leben wollte. In den letzten Wochen des Jahres gehts mir dort entschieden zu getrieben zu. Wie soll man in turbulenter Umgebung selbst Zeit zum Plätzchenbacken finden? Klarer Landvorteil!

Meine Wahl fiel mal wieder auf eine unkompizierte Zubereitungsweise: die Plätzchen werden von der Rolle geschnitten und sind mit kandiertem Ingwer parfümiert - so, wie schon die Florentiner in der *Hilda*. Das gibt ihnen einen ausgesprochen hübschen Dreh!
Zutaten:

120g Mehl, gesiebt
20g Speisestärke, gesiebt
1Pr Salz
3 EL Zucker 
(m: Vollrohrzucker mit Vanille angesetzt)
100g Butter, weich
1/2 Orange, Abrieb davon sowie
1 EL Saft
30g Ingwer, kandiert
120g Schokolade (Zartbitter)

Zubereitung:

20g von dem kandierten Ingwer sehr fein hacken, den Rest für die Deko in feine Scheiben schneiden.

Die Butter zusammen mit dem Zucker, der Orangenschale und dem Saft cremig rühren. Gehackten Ingwer dazu mischen. Mehl samt Speisestärke und Salz kurz und zügig unterrühren. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer Rolle von etwa 25cm rollen - in Folie einschlagen und mindestens 2 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 180° (OU-Hitze) vorheizen.

Von der Rolle Scheiben von etwa 7mm Dicke abschneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech mit etwas Abstand setzen. Die Kekse etwa ca. 10min backen und gut auskühlen lassen. (am besten sogar wenigstens 2 Stunden im Kühlen ruhen lassen - sonst sind sie noch zu mürbe für die Weiterverarbeitung).

Die Schoko über dem Wasserbad schmelzen und die Plätzchen zur teilweise darin eintauchen und auf ein Kuchengitter setzen. Auf die noch warme Schokolade den Zier-Ingwer kleben. Komplett auskühlen lassen. In einer Keksdose aufbewahren.
Quelle: Brigitte

Maronen-Spezial: Sauerteig-Bandnudeln mit Kastanien und Brokkoli

Dienstag, 15. November 2016

Meine Großmutter besaß einen Kastanienbaum, der unter Naturschutz stand. Als Kind war er für mich einer der mächtigsten und imposantesten Bäume, die ich kannte. Wie alt er war und wie groß. Tonnenweise sammelte wir alleine unter seine mächtigen Krone Kastanien. So sehr ich das Sammeln liebte, so sehr habe ich das Schälen von Kastanien gehaßt. Diese Fisselei. Vorallem diese Haut, die sich partout nicht richtig lösen wollte.... g-r-a-u-e-n-h-a-f-t!

Kinners, und nach SO VIELEN Jahren kann ich mit einer Sensation aufwarten. Ich haben DEN Trick herausgefunden (selbst und eigenständig übrigens), wie sich Kastanien kinderleicht nackig machen - fast wie vom Maronistand in der Stadt. Ich fasse es immernoch nicht, dass ich von nun an Kastanienschälen nicht mehr als Strafarbeit empfinden werde. Eine waschechte Sensation! Kastanien schmecken mit schlagartig doppelt so gut wie vorher! I proudly present die ultimative Art, Kastanien bloß zu legen: es gilt die Kastanien lediglich über Kreuz einzuschneiden und gute 24 Stunden einzuweichen und derart dann zu kochen. That's it! Warum hat mir das niemand früher gesagt?

Der Durchbruch muss gebührend gefeiert werden - klare Sache. Wie, wenn nicht mit neuen und alten Rezepten mit Maronen. Und aus Kastanien läßt sich ja nun wirklich alles zaubern. Hier habe ich zu den karamellisierten Kastanien eine leicht säuerliche Pasta aus Sauerteig serviert plus dem klassischen Brokkoli mit Nussbutter. Ganz einfach, ganz köstlich!
Zutaten 2P:

90g Sauerteig*
130g Hartweizenmehl
1 Ei
1 EL Öl
Salz

170g Maronen
1 TL Butter
1 TL brauner Zucker 
1 Brokkoli
40g Nussbutter*
fleur de sel
Pfeffer
geriebener Parmesan zum Bestreuen

Zubereitung:

Aus 10g ASG, 50g Dinkelmehl 630, 40g Wasser einen Sauerteig herstellen - ca. 8 Stunden bei Raumtemperatur reifen lassen, dann für 1 oder 2 Tage im Kühlschrank weiter reifen lassen.

Der Trick zum Kastanienschälen: Die Kastanien auf einer Seite überkreuz einschneiden und gute 24 Stunden mit Wasser bedecken. Die Kastanien in frischem Wasser aufsetzen und etwa 4min köcheln lassen, dann von Schale und Haut befreien - sollte die Haut nicht direkt gut mitgehen, nochmals kurz ins kochende Wasser geben.

Am Kochtag den Pastateig morgens zu einem elastischen Teig kneten und 4 Stunden abgedeckt beim Raumtemperatur reifen lassen.

Den Pastateig dünn auswellen und zu Bandnudeln schneiden. Auf einem sauberen Küchentuch ausbreiten. 

Die Kastanien in einer größeren Pfanne mit etwas Butter zusammen mit dem Zucker karamellisieren lassen. Mit Gewürzpulver würzen.

Den Brokkoli in Röschen teilen, den Stiel schälen und ebenfalls klein schneiden. Über oder in Wasserdampf weich mit leichtem Biss garen. Kurz vor Ende der Garzeit die Butter zu Nussbutter bräunen. Den Brokkoli sofort in der fertigen Nussbutter schwenkgen

Parallel reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Pasta al dente garen, abschütten (dabei etwas Pastawasser auffangen). Pasta in der Kastanienpfanne unter Hitze mit dem Brokkoli mischen, wenig Pastawasser anschütten - salzen, pfeffern.

Mit geriebenem Parmesan servieren.

*Anmerkung m: wer mag darf die Quantität der Nussbutter erhöhen - das funktioniert auch mit doppelt soviel Butter  ;)/ Das nächste Mal verwende ich für den Sauerteig Roggenmehl 997 oder 1150

Festtag V: Verlosung Pastamaschine - DIE ultimative Küchenaufhübschung

Dienstag, 30. Juni 2015

Was Sie schon immer nicht über mich wissen wollten:
  • Salatschleudern kann ich nicht ausstehen. Ja, sie sind praktisch. Und geschleuderter Salat schmeckt niemals wässrig. Aber die Dinger sind sperrig und gerne putzen tue ich sie auch nicht.
  • Knoblauchpressen sind für mich eine völlig unnütze Erfindung. Der Knoblauch wird dadurch viel herber im Geschmack. Für Tzatziki verwende ich die Presse - ansonsten fällt mir keine Ausnahme ein. Ich bin ein Knoblauchfeinhacker.
  • Mein Dilletantismus in der Küche läßt sich mit einem Blick auf meine Lieblingsmesser erkennen: sie sind zumeist winzig.   
  • Selbst wenn sie schützen, habe ich so gut wie nie eine an: Küchenschürzen. Das hängt damit zusammen, dass ich sehr unterscheide zwischen meiner Kleidung für den Garten und der *Straßenkleidung*. Weiße Hosen gehören für mich trotzdem zu dem größten Modequatsch, den man sich auf dem Land nur vorstellen kann.
  • Meine Handwerkerseele lebt sich dadurch aus, dass ich wirklich fast alles von Hand mache. Nudelteig kneten etwa. Oder ich zücke meinen Uralt-Handrührer von Siemens. Auch weil mein schöner neuer von Kenwood ein ausgewachsener Murgs ist.
Was Sie schon längst über mich wissen:
  • frische, selbstgemachte Pasta macht das Leben schöner. Zweifelsohne. Meines ganz bestimmt. Und weil das so ist, bewohnt einer der ganz wenig festen Plätze in meiner Küche eine Pastamaschine.

Die entscheidende Frage des Tages lautet: habt ihr bereits eine Pastamaschine? Falls NICHT, muss sich dringend ändern. Wieso sich GEFU bereit erklärt hat, mir diese Pastamaschine zur Verfügung zu stellen, um sie unter meinen Lesern zu verlosen. Dieses Küchenschätzchen markiert gleichzeitig Höhepunkt und Finale meiner Festtagsspiele. Kinners, so eine Machine braucht man! Braucht jeder! Gerne würde ich euch ja alle glücklich machen. Aber eine Person wird mit dieser Pastamaschine von GEFU auf jeden Fall glücklicher als vorher. 

So wie man in Südfrankreich daran glaubt, dass man mit Knoblauch alles heilen kann außer Liebeskummer, genauso halte ich frische Pasta für ein kulinarisches Allheilmittel. Wenns hart auf hart kommt, kannn man beides kombinieren: VIEL Knoblauch zu einer Portion frischer Pasta. Damit sollte man selbst am Freitag den 13ten immun sein gegen schwarze Katzen und Konsorten...
Zutaten 2P:

100g Mehl
80g Hartweizenmehl
Salz
1 Ei
2 Eigelb
4 Knoblauchzehen
70g Butter, die gute
fleur de Sel
Pfeffer, mittelfein gemörstert (Campot-Pfeffer)
200g Saubohnen, ausgelöst aus Schote und Schale*

Zubereitung:

Aus Mehl, Ei und Salz einen homogenen Teig kneten (nicht zu fest und nicht zu weich - gegebenenfalls noch einen Spritzer Wasser zufügen). In Folie wickeln. Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. Dann mit Hilfe der Pastamaschine auswellen (m: Stufe 6 von 7) und auch damit in Tagliatelle schneiden.

Die Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Den Pfeffer mörsern.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Während die Pasta in dem Wasser al dente kocht (etwa innerhalb von 3min). Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, den Knoblauch zufügen und 1min darin schwenken. Die Saubohnen ebenfalls dazugeben und erwärmen. Die Tagliatelle abschütten und tropfnass zu der Butter geben. Mit fleur de sel und Pfeffer würzen. Alles gut vermengen und auf vorgewärmten Tellern servieren.
Teilnahmebedinungen: Wer hier bis zum SO, 5.Juli (24Uhr) einen Kommentar hinterläßt kommt - wenn nicht ausdrücklich dagegen ausgesprochen - in den Lostopf für die GEFU-Pastamaschine. Viel Glück. Und vielen Dank an GEFU fürs Mitfeiern!

Bekanntgabe aller Los-Glückspilze am DI 7.Juli !!!

Gerührt nicht geschüttelt: Vanille-Butterkuchen

Sonntag, 14. Oktober 2012

Nicht ein einziger Rührkuchen auf diesem Blog. Das muß der schlechte Einfluß von Frankreich, dem Land der Frucht-Tartes, sein. Und nachdem ich bei Madame-demnächst-wieder-Etudiante-Gröner diesen Nata-Orangenkuchen gesehen habe, würde umgehend der Handrührer gezückt

Dummerweise hatte ich versäumt, etwas für meine Fürsprecher beim Walnuss-Event zu verlosen, dann wären meine Gewinnchancen vielleicht auch gestiegen. So rühre ich eben noch von Hand - und im Tarte-Land kann ich damit gut leben. Aber ich kann euch versprechen: einen Tennisarm bekommt ihr davon nicht, der Kuchen ist lässig zusammengerührt. Der Hacken: durchgezogen am zweiten und dritten Tag schmeckt er viel besser. Die Butternote bekommt dann eine Betonung und die Vanille schmeckt deutlicher hervor...

Im Gegensatz zu Nata habe ich den Kuchen wie Anke im Kasten gebacken - comme il faut - und weil ich nur noch eine Orange hatte, kam diese in den Guß, die anderen wurden durch eine Vanillestange ersetzt. 

Die Teststücke an Tag 1 waren bereits so schmackhaft, dass ich beruhigend anfügen kann: Anschneiden am zweiten Tag ist etwas für Theorotiker. Und ich bin somit wieder auf den Rührkuchen gekommen, wenn sie so saftig sind wie dieser hier!
Zutaten:

250 g zimmerwarme Butter
250 g Zucker
4 Eier
Vanillestange, das Mark davon
250 g Mehl
1 TL Backpulver
1 Prise Salz
7 EL Milch

Guss:
250 g Puderzucker
3 El. frisch gepressten Orangensaft
1 Tl. Orangenzeste
Zubereitung:

Backofen auf 180° C vorheizen. Den Boden einer 22 cm Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder buttern. Wenn man die Ränder nicht buttert, dann bekommt der Kuchen in der Mitte so einen Buckel wie in meinem Fall.

Butter und Zucker schaumig schlagen. Ein Ei nach dem anderen hinzufügen. Zesten (bis auf die Menge, die für den Guss vorgesehen ist) hinzufügen, Salz und Mehl mit Backpulver unterrühren. Zum Schluss den Saft in den Teig geben.

Teig in die vorbereitete Springform füllen und in den Ofen schieben. Monica empfiehlt, den Teig mit gefetteter Folie abzudecken, falls er zu dunkel wird. Bei mir war das nicht nötig - ca. 55-60min im Ofen backen (Stäbchenprobe).

Nach dem Backen sollte der Kuchen wie jeder Rührteig zunächst etwa 10 bis 20 Minuten in der Form abkühlen, bevor man ihn daraus löst und dann vollständig abkühlen lässt.

Nach dem Abkühlen  bereitet man den Guss und streicht ihn über die Oberfläche. Damit die Zesten nicht während der Backzeit das Aroma verlieren sollte man sie bis zum Bereiten des Zuckergusses gleich im Orangensaft aufbewahren. Erst vor dem Bestreichen den gesiebten Puderzucker darunterrühren.
Quelle: Nata von pastacuitta und Anke Görner