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2. Advent: gefüllte Karotten-Kartoffel-Knödel

Sonntag, 4. Dezember 2022


Als Teenie schlackerte mir manchmal die Mimik wie bei einem Baby-Elefanten der Rüssel. Ich konnte gar nicht kontrollieren, dass man mir oft eins zu eins am Gesicht ablesen konnte, was ich denke. Nicht zwingend vorteilhaft. Sehr oft war ich nämlich genervt. Zumal man im frisch geschlüpften Körper dünnhäutiger reagiert, feiner, extremer.

Daher kann ich verstehen, dass sich gerade junge Menschen angezogen fühlen von der Bewegung *Die letzte Generation*. Selbst wenn ich ganz bei Steffi und Thorsten bin: was intressiert es die indischen und chinesischen Bestrebungen samt den dazugehörigen CO2-Emissionen, wenn sich in Gelsenkirchen jemand auf der Straße festgeklebt (wobei die Geschichte mit den CO2-Emissonen... siehe Marijn Poels... aber lassen wir das). 

Dabei ist die Veränderung des Klimas nur eines von zahlreichen Problemen. Wer noch einen Funken lebendige Faser an seinem Kadaver spazieren trägt, muss den Zustand unseres Planeten beunruhigen. Es ist offensichtlich, dass wir nicht Lucky Luke-mäßig einem rosigen Sonnenaufgang entgegenreiten. Der Welt gehts nicht gut. Die Erde ist in einem schlechten Zustand.

Wie außen so innen. Alles zeigt sich symbolisch. Doch wir bekommen nur noch schwer die Entsprechungen zusammen. *Alles hat eine doppelte Bedeutung. Der Grad der Verschmutzung unserer Erde, spiegelt den verdreckten Zustand unserer Seelen wider*, sagt der Habib. Wo - nennt mir einen Bereich - , richtet sich die Menschheit nach Werten, unterstellt sich diesen und handelt nach diesen Maximen. So, wie wir mit dem Biotop, in dem wir leben, umgehen, gehen wir mit uns selbst um. Das hat Rückkopplungen ebenso auf unser soziales Leben, unsere Beziehungen, unsere Zufriedenheit. Lügen, Verdrehungen, Hysterie, Hass... das stapelt sich als Mülldeponie im Geist.

In der rauschenden Außenwelt sorgt man sich um Kriegsmüdigkeit, beschwört Waffenbrüderschaft, erklärt ganze Bevölkerungsgruppen zu Feinden. Keine Ahnung, wer das mitträgt und gut heißt. Ich nicht. Wie vieles andere ebenfalls nicht. Von diesem Außen kann ich mich nur angewidert abwenden. Stattdessen suche ich nach Licht. Es ist Advent. Ist das nicht die Zeit im Jahr, die besonders danach ruft? Ähnlich wie es Kleist formuliert in seinem Text *Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden*, wenn er verwickelt vesteckt in seinen Überlegungen: *Ich pflege dann gewöhnlich ins Licht zu sehen, als in den hellsten Punkt, bei dem Bestreben, in welchem mein innerstes Wesen begriffen ist, sich aufzuklären.

Deshalb erhält meine ungeteilte Aufmerksamkeit nicht jeder, der glaubt, etwas zu sagen zu haben. Sollen sie hetzen. Ich höre ihnen nicht zu. Sollen sie wüten, aber ich spiele nicht mit. Eine schöne Perle habe ich euch stattdessen für den 2. Advent herausgesucht.

Müßte ich einen freundlichen Waldelferich in einem Kinofilm besetzen... ich hätte ihn gefunden: Egbert van Bart (s.u.). Als wäre er dem zauberhaften Buch *Von Elfen, Gobblins und Spuckgestalten* entsprungen. Ihm leihe ich gerne mein Gehör: Gib dich bedinungslos dem Wunder und Geheimnis der Schöpfung hin. Du bist ein Teil davon. Es sind unsere Gedanken, durch die wir uns von der Einheit entfremden. Das, was dir widerfährt im Leben, hat mir dir zu tun und ist nur für dich bestimmt. Du hast damit umzugehen. Wenn du Selbstverantwortung für deine Reise übernimmst, dann erst kannst du dein eigenes Wesens entdecken - gespiegelt von der Welt.

10 Minuten Mensch, die mir Freude machen ... 

 


Freude machen mir auch diese Knödel. Für mich eines der besten Knödel-Rezepte überhaupt. Die Konistenz ist einfach genau richtig: nicht zu fest, nicht zu weich - mit Biss aber soft. Außerdem behalten sie gut die Form

Zwei verschiedene Füllungen stelle ich euch vor - up to you. Dann wartet ein Sonntagsessen!


Geschwister im Blog-Universum: 

**** diese Kartoffel-Gnocchi - siehe hier oder auch hier

**** diese gefüllten Kartoffel-Knödel


Zutaten - 8 Stück:

450g Kartoffeln
100g Karotte, fein gerieben
100g Hartweizengrieß, fein
100g Mehl (m: D1050)
1 EL Kartoffelstärke
50g geriebener Parmesan (optional)
1 Eigelb
Salz
...
Füllung I:
100g geräucherter Tofu
1 Schalotte
2 Knoblauchzehen
1 EL Tamari
1 EL Petersilie, fein gehackt
Pilz-Pulver
Harissa 
...
Füllung 2:
30g Grünkern, grob geschrotet
1 TL Gemüsebrühe-Pulve
1 EL Tamari
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 Champignons
Paprika-Pulver
Pimenton de la vera
1 EL Petersilie, fein gehackt
...
3 Stangen Lauch
1 EL Meerrettich-Crème
1 EL Crème fraîche
etwas Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
etwas Zitronensaft
1 EL Butter

 

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und kochen.

Währenddessen die Füllung zubereiten. Für Füllung II Grünkern mit 50ml übergießen und gut 15min quellen lassen. Ansonsten sehr ähnliche Vorgehensweise. Tofu in kleine Würfel schneiden/ Pilze in kleine Stücke schneiden. Schalotte und Knoblauch fein hacken. In etwas Olivenöl anschwitzen, dann restliche Zutaten zugeben und ebenfalls mitbraten, bis alles gar ist. WICHTIG: bei allen Füllungen gilt diese etwas zu überwürzen, damit nachher der Effekt stimmt! Füllung etwas abkühlen lassen.

Für das begleitende Gemüse den Lauch rüsten, dann in feine Ringe schneiden. In etwas Butter in einer tiefen Pfanne anbraten, dann Brühe und Crème zufügen und bei geschlossenem Deckel weich garen. Zuletzt mit Meerrettich und Zitronensaft abschmecken. Warm stellen.

Die gegarten Kartoffen, abschütten, schälen und noch warm durch die Presse drücken. Zuerst mit dem Mehl und Hartweizengrieß mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig!

Die Masse zu 8 gleichgroßen Kugeln formen. Jeweils eine Kugel auf der linken Handfläche schon platt drücken. Dann mit einem Teelöffel die Füllung in die Mitte plazieren und den Kartoffelteig drumherum verschließen. So verfahren bis alle Knödel gefüllt sind.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Knödel in das siedende Wasser gleiten lassen und so lange garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen. Herausnehmen, abtropfen lassen und zusammen mit dem Lauch servieren.



Goodie: von außen betrachtet - Blick auf Mond und Erde von der Orion-Kapsel der Nasa aus, die fast 500 Tausend Kilometer entfernt von der Erde unterwegs ist. THINK BIG! Schönen 2. Advent euch allen!

Wissensdurst: Linsen mit gerösteten Kirschtomaten und Meerrettich

Montag, 5. Oktober 2020


Direkt hinter unserem Haus führt ein beliebter Wanderweg (unsere Aussicht!) entlang. Starte ich von unserer Haustür, dann bin ich nach 500 Metern oben angelangt an der Burgruine aus dem 11. Jahrhundert. Dem Weg weiter folgend kommt man durch einen herrlichen Mischwald: unten Pilze oben Kastanien. Für 135 Höhenmeter brauche ich gerade mal 15 Minuten.

Das kommt mir deshalb in den Sinn, weil ich mit dem Habib die faszinierende Arte-Doku *28 Tage unter dem Mittelmeer* über das Tiefseestauchen anschaute. Vier Aquanauten wurden für eben diese Dauer in eine 5 Quadratmeter große Kapsel gepackt, in der sie - um den Wasserdruck ausgleichen zu können - in einem Helium-Sauerstoff-Gemisch lebten. Mit dieser Druckkammer wurden sie dann in die Tiefe gelassen, um erstmals frei und ungebunden die Hundertmeterzone des Mittelmeeres zu erkunden. Das abenteuerliche Unterfangen gilt als Meilenstein, weil viele der komplexen, wissenschaftlichen Untersuchungen für eine Maschine unmöglich gewesen wäre. Einer der Aquanauten meinte: *Abenteuer ist das poetische Wort für Plagerei* - ein Satz, der den Habib sehr amüsierte!

Die Doku ging mir noch eine Weile nach. 100 Meter Tiefe! Wie lächerlich ist das bitte! Wie formulierte der Habib mal so wunderbar: *Emotionen sind der Schaum auf den Wellen im Gegensatz zu Gefühlen, die die Tiefe des Ozeans sind!* (man könnte heute Seminare füllen alleine mit Begriffserklärungen - aber das ist ein anderes Thema). Du meine Güte, wie wenig wissen wir Menschen noch, das war mein wesentlicher Gedanke. Ja, gut, man kann mittlerweile in weitaus größere Tiefen Roboter entlassen. Aber dennoch. 100 Meter - das ist doch Pippi! Die bin ich in weniger als 15 Minuten runtergelaufen.

Wie groß ist des Menschen Hochmut - in Anbetracht unseres begrenzten heutigen Wissensschatzes. Was wissen wir über das Erdinnere? Das Klima? Was wissen wir über das Entstehen von Leben? Selbst wenn wir schon auf dem Mond gewesen sein sollten (ob die Amis tatsächlich dort waren, also da lege ich mich erst fest, wenn zum zweiten Mal Astronauten den Mond betreten), was wissen wir von unserem Sonnensystem? Und wieviel ist das, wenn man nachts in den Sternenhimmel in die Weiten des Universums blickt? Glaubt irgendjemand allen Ernstes, dass Aliens uns für eine höher entwickelte Spezies halten würden, nur weil wir seit dem 18. Jahrhundert ein paar Maschinen erfunden haben? Wie konstatierte Albert Schweitzer: *Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht sicher.*

Versteht mich nicht falsch: die Wissenschaft ist ein wunderbares Instrument, um sich für seine Umwelt zu interessieren, zu forschen, zu untersuchen, zu sezieren, Fragen zu stellen, Theorien auszustellen, Erkenntnisse zu gewinnen, auf Fortschritt zu hoffen uswusf. So geht Wissensdurst! Aber so lange der Mensch forscht, so lange entwickelt sich die Wissenschaft mit ihm weiter, manches erneut sich, überholt oder erweitert sich: ein organisches System! Darauf will ich hinaus.

Was folgerichtig bedeutet, dass man Veränderungen dessen, was als gesichertes wissenschaftliches Wissen gilt, akzeptieren muss, weil eine solche Vorläufigkeit wissenschaftlichen Wissens normal ist. Und das bedeutet weiter, dass für all die vielen, unterschiedlichen, wissenschaftlichen Sparten unterschiedliche Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven forschen - nicht immer mit den gleichen Ergebnissen. Wodurch die Wissenschaft auf diese Weise sinnbildlich die Diversität spiegelt inklusive aller Widersprüchlichkeiten, die den Bürgern einer Demokratie zu eigen sein sollte. Und desweiteren bedeutet das, dass Konflikt und Konsens zum Alltag der Wissenschaft gehört, weil die Suche nach Wahrheit ein Ringen ist (ein absolut empfehlenswerter Artikel von Prof. Dr. Rainer Bromme, für den der Stellenwert der Wissenschaft in der Gesellschaft genährt und gestützt werden sollte durch eine so offene und öffentliche Wissenschaftskommunikation wie möglich inklusive aller Zweifel und Kontroversen) - was ganz im Gegensatz steht zu dem Mainstream-Konformismus, in den die Wissenschaft so gerne gedrückt wird sowohl von Medien wie Politik aus deren ganz eigenen Interessen. 

All das sollte uns, die wir so viel Vertrauen in die Wissenschaft setzen, bewußt sein! Stattdessen gebärden sich Wissenschaftsgläubige besonders gerne rechthaberisch, als hätten sie die Wahrheit für sich gepachtet, während dem Großteil der Anhänger von Religion zumindest klar ist, dass sie glauben. Mich erinnert das daran, wie unterschiedlich mit Nikotin und Alkohol umgegangen wird: Raucher wissen, dass sie Raucher sind.

 

 

So und zuguterletzt, wie schön, Kinners, ist das Wort *Aquanaut*!!?! Ich habe mich direkt verknallt! Dem nächsten, der mich fragt, was ich beruflich mache, werde ich erklären, dass ich *Cuisinautin* bin: ich lote die Untiefen meiner Küche samt Garten in Südfrankreich aus. 

Dieses Rezept ist einem Lieblingskochbuch einer Feriengästin (coucou Annette) entlehnt, die sehr gut wußte, wie leicht sie mir mit dem Durchblättern eben desselben (und noch mehr dieser Schätze) die heißen Mittagsstunden vertreiben konnte. Ich habe mich also für diesen Teller grob ortientiert an *The modern way to cook*. Und wiederum von der gleichen Gästin ist vom Jahr davor das Rezept der superleckeren Saaten-Cracker - ein sehr fruchtbares Miteinander also unter uns beiden! Oder so leicht geht Inspiration, wenn man einen ähnlichen Geschmack hat! Nicht zu vergessen: auch einige Tomaten sind Mitbringsel von ihr - in Echtgröße und als aufgegangener Samen auf den Fotos auszumachen. Die herzförmige schwarz-rot gemusterte heißen bei uns nun *Annettes Schönlinge*.


Zutaten 2-3P:

200g Linsen*
2 Knoblauchzehen
1 Tomate
einige Zweige Thymian
1 Lorbeerblatt
1 Stück Kombu-Alge
ca, 750ml Gemüsebrühe
Balsamico-Reduktion*
 
400g Kirschtomaten
1 Knoblauchzehe
2 TL Thymian, getrocknet
Salz, Pfeffer
eine Prise Zucker
Olivenöl 
2 EL Semmelbrösel
(optional: einige, frische Feigen)

100g Ziegenfrischkäse*
Abrieb einer 1/2 Zitrone
2 TL Meerrettich-Crème

Zubereitung:

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Linsen zusammen mit dem ungeschälten Knoblauch, der ganzen Tomate, dem Thymian, Lorbeerblatt, Kombu-Alge und der Gemüsebrühe aufstellen und ca. 25min köcheln lassen bis die Linsen gar sind - gegebenenfalls noch etwas Wasser zufügen. Lorbeerblatt und Alge entfernen. Mit Balsamico-Reduktion würzen.

Währenddessen die Kirschtomaten halbieren in eine Gratinform setzen, mit Thymian, Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen und mit Oliven beträufeln. Für ca. 15min in den Ofen schieben (für die letzten 5min die halbierten, kleinen Feigen zufügen).

In einer Pfanne Semmelbrösel in etwas Olivenöl zusammen mit dem fein gewürfelten Knofi rösten. In einer Schüssel Ziegenfrischkäse, Zitronenabrieb und Meerrettich mischen.

Zum Servieren die Linsen zuerst in einen tiefen Teller geben, darauf Meerrettich-Käse, Tomaten und Brösel anrichten.

Anmerkung m: die Linsen sind besser verdaulich, wenn man sie über Nacht in Wasser einweicht/ Balsamico-Reduktion und Meerrettich gehen mir nie aus - beides hält sich gut, auf beides möchte ich jeder Zeit zurückgreifen können/ anstelle von Ziegenfrischkäse wurde im Original körniger Frischkäse verwendet/ Veganer ersetzen durch vegane Produkte Ziegenkäse und Meerrettich-Crème



Meine Nase ist völlig eingenommen von dem Fliederstrauß in der Vase. Ich liebe es, einen Fliederstrauß auf dem Tisch stehen zu haben - der ganze Raum riecht nach Frühling. Überall blühen die Fliederbüsche gerade in den Bauerngärten und wild. Gefühlt an jeder Ecke. Und nachher - verblüht - verschwinden sie wieder aus dem Blickfeld. Leider halten sie nicht lange in der Vase, aber ich komme an keiner Fliederhecke vorbei, ohne zum Raubritter zu mutieren. Ein Frühling ohne ein Fliederstrauß ist ein verlorener Frühling... frei nach Charlie Chaplin

Was ich als Parfum an einer Frau völlig unverträglich empfinde, betört mich in Gestalt des Flieders, in seiner blumigen Erscheinung ungeheuer. Eigentlich ist der Geruch von Flieder zu stark und zu süß. Wie eine Frau, die mit glöckchenhafter Kopfstimme redet. Anstrengend. Zu zuckrig, zu viel des Guten. Und eigentlich auch irgendwie bizarr, dass *zu lieblich* auf Dauer ins Gegenteil kippt. Mit Parfum bin ich daher ganz eigen. Menschen, die in irgend einer einnehmenden Duftnote gebadet haben, wirken abschreckend auf mich. Wenig Parfums mag ich daher selbst an mir - und das auch nicht jeden Tag. Sonst entgeht einem ja die Hälfte. Da riecht man sonst ja nur sich selbst. So einschränkend wie von der Duftmarke anderer betäubt zu werden. 

Und das ist einer der ganz großen Zugewinne seit ich auf dem Land lebe: ich lebe wieder ganz bewußt und intensiv mit meiner Nase. In der Stadt hatte ich es geschafft, den Schalter auf *Off* zu legen, um all den Missgerüchen nicht länger ausgesetzt zu sein. Es bedurfte regelrecht ein wenig Übung, meine Nase alles gebrauchtstüchtiges Sinnesinstrument wieder einzusetzen. Aber Kinder, wirklich, ein Frühling ohne Nase...

Dieses Gericht bekommt seine Besonderheit durch die Kumquats - die Kumquats aus eigener Ernte. Jawohl! Und nicht nur die machen das Essen besonders, sondern auch die Sellerie-Meerrettich-Sauce dazu war ein ausgesprochener Glücksgriff!


Zutaten 2P:

350g Kartoffeln
1 Eigelb
50g Ziegenfrischkäse
30g Speisestärke
30g Mehl
Salz
Muskatnuss

40g Kumquat (3 Stück)
10g Nüsse
1 kleine Schalotte
1 EL brauner Zucker
1 Pr Salz
1 EL Weißwein-Essig

4 Karotten
1 Mandarine, der Saft davon
Salz, Pfeffer
2 TL Zucker
1 TL Koriander
1 nussgroßes Stück Butter

300g Knollen-Sellerie
50ml Sahne
50ml Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer
Noilly Prat
1-2 TL Meerrettich
1 nussgroßes Stück Butter

Zubereitung:

Die Kartoffeln in kaltem Wasser zum Kochen aufsetzen.

Für die Füllung die Nüsse hacken und ohne Fett in der Pfanne rösten. Zur Seite stellen. Die Kumquats heiß waschen, halbieren, die Kerne entfernen und fein schneiden. Mit der fein gewürfelten Schalotte, dem Zucker, Salz und Essig sirupartig einköcheln lassen (dauert nur wenige Minuten) - dann mit den Nüssen mischen.

Die Karotten putzen, in 1/2cm dicke Scheiben schneiden. Die Möhren in der Butter anschwitzen, den Zucker darüber karamellisieren lassen, ebenfalls den Koriander kurz mitrösten. Salzen, pfeffern und mit dem Mandarinensaft ablöschen. Etwa 7min  bei schwacher Hitze dünsten - zur Seite stellen.

Den Sellerie schälen, in 1/2 cm dicke Scheiben, dann in mundgerechte Dreiecke schneiden. Den Sellerie in der Butter kurz wenden, salzen und Sahne und Gemüsebrühe anschütten. Gleichfalls den Schuß Noilly. Knappe 10min dünsten bei geschlossenem Deckel. Die Hälfte des Gemüses aus der Sauce nehmen, die andere damit im Topf pürieren und mit Meerrettich abschmecken. Den Sellerie wieder in die Sauce geben. Je nach gewünschter Saucendicke noch etwas Brühe oder Sahne angießen.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen.

Sobald die Kartoffeln weich gekocht sind, abschütten, noch warm schälen und 2x durch die Kartoffelpresse drücken. Mehl und Stärke zufügen, Ei und Ziegenfrischkäse.Mit Salz und Muskatnuss würzen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche durchkneten, zu einer Rolle formen, 6 gleichgroße Stücke abschneiden, zu flachen Kreisen drücken, die Kumquat-Füllung darauf verteilen, sorgfältig zudrücken und die Knödel rund rollen.

Die Knödel in siedenes Wasser geben und etwa 10min ziehen lassen, dabei anfangs mit dem Topf rütteln, damit die Knödel nicht am Topfboden anhängen. Von der Selleriesauce auf 2 Teller verteilen, zwei Knödel darauf setzen, die Möhren drumherum verteilen und genießen!

Inspiration: Essen & Trinken

Salat-Aufhübscher: Rote-Bete-Quenelles

Dienstag, 28. November 2017


Das französische Wort für Klößchen, die wie Nocken geformt werden, *Quenelles* klingt gleich exotischer, oder? Woran das liegt, dass im Französischen alles einen Hauch von Haute Cuisine umweht? Woher haben sie nur ihren guten Ruf, die Fränzis? Da kann man mal sehen, was gute Reputation an Vorschluß-Lorbeeren einbringt.

Wie bereits verraten, handelt es sich um Nocken, die mit Hilfe von zwei Löffeln geformt werden. Mit Blick auf die bevorstehenden Festtage habe ich für euch heute eine schöne, schnelle, leckere, unkomplizierte Vorspeise im Angebot. Rote Bete ist ja immer eine gute Adresse, wenn man einen Teller farblich aufrüschen will. Und wenn ihr Typ *Dekoration* seid, dann könnt ihr euch ganz der Präsentation hingeben und mit diesen Nocken leichterdings einen ausgesprochen hübschen Teller anrichten. Da ist bestimmt noch Luft nach oben - ihr wißt ja: ich bin nun mal Team *Rustikal-Romantisch*.

Vorzubereiten sind die Nocken ebenfalls prima. Lauter gute Gründe, die für die Quenelles sprechen und ihren Platz als Starter für ein Essen in geselliger Runde.


Zutaten 8 Stück 2-4P:

150g gekochte Rote Bete
90g Ziegenfrischkäse
1 TL Meerrettich-Crème
2 EL Koriander, gehackt
1 Pr Koriander, gemahlen
1/2 TL Orangenschalen-Abrieb
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Zubereitung:

Die Rote Bete kochen, schälen und abkühlen lassen. Dann fein reiben und mit den restlichen Zutaten vermengen, dabei würzig abschmecken. Je nach gewünschter Größe mit Hilfe von zwei Teelöffeln oder zwei Suppenlöffeln Nocken formen und diese auf den Salat/ neben Salat/ an Salat setzen.

Anmerkung m: zu den Rote-Bete-Nocken passen wunderbar als zusätzliches Salat-Topping auch karamellisierte Walnüsse

Glizzernd: Meerrettich-Risotto mit Rotbarbe und tonkasiertem grünen Spargel

Donnerstag, 19. Mai 2016

Wenn wir Freunde zum Essen da haben, dann fotographiere ich selten. Ich habs schon mal erwähnt: es gibt Dinge, die macht man gerne alleine, für sich, unbeobachtet. Essen zu fotographieren fällt für mich eindeutig darunter.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Daher bekommt ihr heute einen kleinen Einblick auf ein gemeinsamen, kulinarischen Moment mit Freunden (allerdings schnell, unauffällig aus der Hüfte geschossen  - eben wie meist  ;). 

Er ist - altersmäßig - der älteste Freund, den wir haben. Und ich kenne wenig Menschen, die so glizzernde strahlende Augen ihr Eigen nennen dürfen. Manchmal sprühen sie regelrecht Funken und mein Herz hüpft ihnen entgegen. *Ein weiser Mensch ist jemand, der mehr Träume in seinem Herzen hat, als die Realität zerstören kann* lautet ein altes indianisches Sprichwort. Und so wie er sieht man dann aus!

Mein Anspruch an das Menu war, das es nicht zu mächtig werden sollte. Daher gabs als Einstieg eine leichte, vegane Suppe, die ich sehr gerne esse (halb Karotte, halb Butternut, ein guter Schuß Kokosmilch, Ras el Hanout, Zitrone, Ingwer - c'est ca) plus die Grissini. Das Dessert wiederum mußte zu dem Eis passen, welches er so gerne ißt und ich ihm zuliebe gerne wieder zubereitet habe: das Honigeis samt dünnen Sablés-Erdbeer-Törtchen.

Auch das Risotto ist kein Unbekanntes - ich habe es lediglich leicht abgewandelt. Daher bekommt ihr den Teller komplett beschrieben. Risotto läßt sich übrigens gut für Gäste vorbereiten: man kocht es nur zu Hälfte und läßt es dann schnell abkühlen. Besonders die Tonkabohne am grünen Spargel gefiel mir sehr.



















Zutaten 4P:

150g Risottoreis 
(m: roter Reis aus Madagaskar)
2 kleine Schalotten
2 Stangen frischer Knoblauch
1 EL Butter
50ml Weißwein
1 EL Zitronensaft
400g Fischfond
(plus etwas Gemüsebrühe)
30g frisch geriebener Meerrettich
(evt. mehr)
1/4 Salzzitronenschale, fein geschnitten
50g Ziegenfrischkäse
Salz
weißer Pfeffer

24 Stangen grüner Spargel
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1/2 Tonkabohne, Abrieb davon 
Öl (m: Sonnenblume)

6 filets de rouget 
Salz, Pfeffer
Mehl
Öl

Zubereitung:

Fischfond sowie Gemüsebrühe erwärmen (es schadet dem Essen nicht, wenn man die Fonds selbst zubereitet). Den weißen Teil der Knoblauchstangen ebenso wie die Schalotten fein würfeln. Den grünen Teil der Knoblauchstangen zu feinen Rollen schneiden und für später zur Seite stellen. In einem Topf die Butter zerlassen und Zwiebeln mit Knoblauch darin anschwitzen. Den Reis beifügen und kurz mitrösten. Mit dem Weißwein ablöschen und einköcheln lassen. Nach und nach den Fond unter Rühren anschütten. Sollte der Fond an Flüssigkeit nicht ausreichen mit etwas Gemüsebrühe auffüllen. Das Risotto ca. 20 Minuten köcheln lassen. Am Schluß die Salzzitrone, den Meerrettich und den Ziegenkäse unterrühren sowie mit Salz und Pfeffer abschmecken.


Den grünen Spargel vorbereiten: Enden kappen und unteres Drittel schälen. Den Ofen auf 200° vorheizen.  Den Spargel mittels eines Pinsels mit Öl bestreichen, salzen, pfeffern, eine gute Prise Zucker darüber geben und mit dem Tonkabohnen-Abrieb bestreuen. Für etwa 12-15min (je nach Dicke) in den Ofen schieben.

Die Filets waschen und abtropfen. Auf Schuppen und Gräten kontrollieren (und gegebenenfalls entfernen). Kurz vor dem Servieren die Filets salzen, pfeffern und leicht mehlieren. Zuerst auf der Haut anbraten, dann wenden und kurz auf der anderen Seite braten. Anrichten, mit dem Knoblauchgrün bestreuen und servieren.
*Ihr habt die Uhr, aber wir haben die Zeit* hört man gerne, wenn man vom europäischen Festland auf den Nachbarkontinent im Süden wechselt. Und ich wüßte nicht, welcher Satz besser die unterschiedlichen Lebensauffassungen beschreibt. Ob *Pole Pole*(Swahili) oder eben *Mora Mora* (Madagassisch) diese *immer mit der Ruhe*-Langsamkeit ist DIE tragende Säule der Mentalität. Und stressbedingter Herzinfarkt zählt eindeutig zu den seltesten Todesursachen dort.

Ich gebs zu: eben jenes Mora-Ding hat uns auf Madagaskar mehr als ein Mal hart auf die Probe gestellt. Herrlich diplomatisch formuliert es der Reiseführer (*Reise KnowHow Madagaskar*):  *Madagaskar ist (erfreulicherweise) nicht genormt, nicht die Straßen, nicht die Telefonzellen und schon gar nicht die Beziehung zwischen Gastgeber und Gast. (...) Der in unserer materialistischen Leistungskultur selbstverständliche Zusammenhang von Preis und Leistung ist der Madagassischen Kultur trotz Professionalität in vielen Bereichen weiterhin fremd. (...) Sicher ist, (...)dass für europäische Wertemaßstäbe und Zeit-, Status- und Qualitätshierarchien kein Platz ist. Madagaskar bietet nach wie vor die großartige Chance, Differenzen und Andersartigkeit in allen Facetten zu erleben.*

Soweit die Theorie. Aber hungrig auf einen schlichten Teller Suppe zum europäischen Preis bald bis zu zwei Stunden zu warten, birgt einen...  ähmmm...  interessanten Spannungsbogen. Manchmal beschlich uns gar der Verdacht, die haben unsere Bestellung vergessen. Kann das passieren, wenn man der einzige Gast ist? Das war schon alles irritierend. Oder eben eine *großartige Chance*.

Derart *angestoßen* fiel mir ein Wort wieder zu, das ich vergessen hatte, das mir möglicherweise bis dahin noch nie über Sinn und Lippen ging : *LANGMUT*. Laßt das mal auf der Zunge zergehen. Nicht gedrängt in diese hilflose Passivität, sondern eine  *forsche Geduld*. Mit Mut. Auf die Länge halt. Ein tolles Wort! Und unsere Nachbarn vom Kontinent direkt übers Mittelmeer sind darin Naturtalente, Könner, Vorbilder! Ich wäre darin gerne deutlich besser...

Viel Geduld braucht es für meinen heutigen Pastateller nicht wirklich. Frische Nudeln bereite ich entspannt nebenher zu. Wobei der Mehraufwand zu einer Packung jede einzelne Zubereitungssekunde lohnt. Und herje, ganz ohne korrekten Hochmut: es war köööstlich!
Zutaten 2P:

frische Pasta
100g Mehl
80g Hartweizenmehl
2 Eigelb
1 Ei 
Salz
1 EL Öl
1/4 TL Kurkuma

200g weißer Spargel
200g grüner Spargel 
(Spargelbouillon aufbewahrt wie hier)

für die Orangen-Hollandaise:
1 kleine Schalotte
Schalenabrieb 1 Orangen
1 Blutorange
1 Orange
(etwa 400ml Saft)150ml Noilly-Prat
1/4 TL Maisstärke
2 frische Eigelb
70 g Butter, weich
einige Kerbelzweiglein
6 Pfefferkörner weiss, zerdrückt
Salz
1 Pr Zucker
2 EL frisch geriebener Meerrettich

Zubereitung:

Einen homogenen Pastateig kneten und mindestens abgedeckt 1 Stunde kühl stellen. Zu dünnen Pappardelle schneiden und auf einem leicht bemehlten Küchentuch ausbreiten.

Spargeln rüsten und in mundgerechte Stücke schneiden.

Den Meerrettich fein reiben. Mit 1 TL braunem Zucker und der Hälfte der Orangenschale mischen und abgedeckt zur Seite stellen. 

Schalotte fein würfeln und zusammen mit dem Orangensaft, dem Noilly, der Maisstärke, dem Pfeffer und vier Kerbelzweiglein aufkochen und bis auf die Hälfte reduzieren. Kurz vor Ende die Hälfte der geriebenen Orangenschalen zugeben (damit das wasserdampf-flüchtige Orangenöl nicht verdunstet).

Die Reduktion absieben (wer hat in die  bain-marie. Bain-marie auf 90°C vorheizen/ m: in kleinen Topf auf direkter Flamme gearbeitet - dann OBACHT, dass die Eigelb nicht gerinnen wegen zu hoher Hitze).

Spargeln in dem Spargelsud (zubereitet aus den Spargelschalen) gar kochen. Je nach Dicke genügen 13-17 Minuten - den grünen Spargel etwas später zufügen, er benötigt 2-3min weniger (m: dann den Spargel warm stellen).

Die Eigelbe zur Reduktion geben und kräftig aufschlagen. Sobald die Masse dick ist, die Butter portionsweise unterschlagen. Würzen mit Salz und einer Prise Zucker.  Etwa 3-4 Eßlöffel Spargelsud unterrühren.

Parallel einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Pasta darin al dente garen. Abschütten und direkt mit der Sauce vermengen. Den Spargel untermischen. Die Teller vor dem Servieren mit der Meerrettich-Mischung und etwas Kerbel bestreuen.
un salut à beaufort

Suppenmoment: Rote Bete-Ingwer-Suppe mit Meerrettich-Nocken

Sonntag, 24. Januar 2016


Der Zauber liegt im Moment. Eine alte Binsenweisheit. Man wird wie aufgesogen von einer Sache, einer Beschäftigung, manchmal (selten) sogar von einem Menschen. Dann sprengt die Zeit ihre starren Fesseln von Maß und Zahl, offenbart ihren Kern und wird Qualität. Die Zeit wird zeitlos und der Mensch alterslos. Selbstvergessenheit, Weltvergessenheit – schwimmen in der Ewigkeit. 

Die Wissenschaft versuchte diesem Phänomen bereits nach ihren Möglichkeiten habhaft zu werden und so nennt es die Psychologie wie die Pädagogik *Flow*. Beiden ist klar, dass das  so ein *Aus-sich-selbst-heraus-Ding* ist, einer Art von innerer (intrinsischer) Motivation entspringt. Das kann man weder inszenieren noch absichtlich hervorrufen (auch wenn es die Pädagogen gerne könnten). Man fällt in diese Augenblicke hinein. 

Manche kennen das vom Segeln. Oder Tanzen. Oder Knutschen, Malen, Muscheln (Himbeeren, Kastanien…) Sammeln, Tauchen… Manchmal ists gar nur ein Moment im Moment: wenn man mit dem Fahrrad durch eine Pfütze fährt und die Füße von den Pedalen nimmt, um die Beine rechts und links auszustrecken. Oder wenn man die heiße Suppe mit spitzen Lippen etwas kühler pustet, bevor man den Löffel ganz zum Mund führt… 

Diese Suppe gabs bei uns bereits zum wiederholten Mal, weil mir die Würze sehr gut gefällt sowie die ausgesprochen schöne, feste Konsistenz der Meerrettichnocken. Einzige, winzige Krittelei: die Menge der Nocken reicht meiner Meinung auch halbiert für vier Personen (so im Rezept angepaßt). Ansonsten tiptop und wie es verspricht gästetauglich!
Zutaten:

Für die Suppe:
2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 Kilo Rote Bete
2 Äpfel
1 Stück Ingwer (ca. 3 cm)
2 Pimentkörner
1 Lorbeerblatt
2 Thymianzweige
Je ½ TL Fenchel-, Koriander- und Kreuzkümmelsamen
1 Schuß Weißwein
1 l Gemüsebrühe oder Wasser
1 TL abgeriebene Schale von 1 Bio-Orange
2 EL Balsamicoessig
Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer

Für die Nockerln: 
125 ml Milch
25 g Butter
Je 1 gute Prise Salz, Pfeffer, Muskatnuss 
50 g Grieß
1 Ei
1-2 EL frisch geriebener Meerrettich (m: Meerrettich-Crème)

Zubereitung:

Für die Suppe Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Butter in einem Topf schmelzen und Schalotten und Knoblauch darin 5-8 Minuten glasig anbraten. Rote Bete schälen und in Würfel schneiden. Äpfel schälen. Kerngehäuse entfernen und ebenfalls in Würfel schneiden. Ingwer fein reiben und mit Roter Bete, Äpfeln, Kräutern und Gewürzen zu den Schalotten geben. Mit dem Weißwein ablöschen und einige Minuten reduzieren lassen. Brühe aufgießen und die Rote Bete 20-25 Minuten weich kochen. Thyminanzweige und Lorbeerblatt entfernen. Orangenschale und Balsamico zur Suppe geben und die Suppe pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Nockerln:
Milch mit Butter aufkochen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen. Grieß einstreuen, unterrühren und die Masse erkalten lassen. Dann die Eier gründlich unterrühren (dies kann zu Beginn etwas mühsam sein, aber nicht verzweifeln!) und 10 Minuten stehen lassen.
 
20-30 Minuten vor dem Servieren: Mit 2 Teelöffeln kleine Nockerln formen und in leicht wallendem Salzwasser 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Suppe aufwärmen.
Zum Anrichten: Meerrettichnockerln in die Suppe geben und mit frisch geriebenem Meerrettich bestreuen. 

Rote Bete-Radis-Salat

Freitag, 27. November 2015

Selten zeige ich unsere Salate, weil sich die Vinaigrettes doch sehr ähneln. So essen wir - unbemerkt aller Mitleser des Blogs - deutlich mehr Salat, als man meinen möchte.

Schön ist die Kombi von Rote Bete und Meerrettich. Und mir bietet es Gelegenheit, wieder auf die wirklich einfach herzustellende Meerrettich-Crème zu verweisen, die sich bis heute im Glas im Kühlschrank hält (über 9 Monate!!!). Sie verliert mit der Zeit lediglich etwas an Schärfe. Für mich wirklich eine praktische Sache, denn es erspart mir bei dem garstigen Wetter den Meerrettich frisch im Garten stechen zu müssen.

Wenn euch mal diese hübschen Winter-Radieschen auf dem Markt begegnen, dann greift zu. Sie schmecken im Prinzip ähnlich Radieschen und haben eine Hello-Kitty-Barbie-rosa Farbe. Ein Schmuckstückchen. Vielleicht auch der ausschlaggebende Grund, warum ich für diesen Salat in der gleichen Farbfamilie geblieben bin (außer ein paar kontrastierenden Blättchen)...
Zutaten:

2 rote Bete
1/2 TL Kümmel
1 Lorbeerblatt
2 Winter-Radis
1/2 Granatapfel
einige Blätter Radicchio
1 Schalotte
1 EL Walnussöl
2 EL Olivenöl
2 EL Himbeeressig
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1-2 EL Pinienkerne, geröstet 

Zubereitung:

Die rote Bete mit dem Kümmel und den Lorbeerblatt in kochendem Wasser garen. Währenddessen die Vinaigrette herstellen. Dafür die Schalotte fein würfeln und mit Öl, Essig, Meerrettich und den Gewürzen mischen. Alles zu einer homogenen Sauce verqurilen. Unter kaltem Wasser die gekochte Rote Bete abschrecken und von der Schale befreien (ich mache das immer mit den Fingern) und in dünne Streifen schneiden. Noch warm mit der Vinaigrette mischen und mindestens 10min ziehen lassen.

Vor dem Servieren den in Streifen geschnittenen Chicoree sowie die Granatapfelkerne untermischen. Mit den Pinienkernen bestreuen.

Hausfrauenkunst: Kartoffel-Meerrettich-Salat mit Auberginenschnitzel

Dienstag, 18. August 2015

*Volle Hausfrauenkunst* hieß es an der Aka gerne abfällig. Das war quasi unterste Schiene. Schlimmer noch als Kunsthandwerk. Wieso ich meine erste Ausstellung *Hausmannskunst* nannte. Immer schön unter der Welle durchtauchen. Das sind sozusagen gute erste Übungen, wenn man den Freischwimmer erst am Ausprobieren ist. Als Kind konnte ich mich damit in der Brandung übrigens stundenlang beschäftigen. Hat man den Drive raus, dann bringt einen der Schwung der Welle wieder zum Stehen. Man muß nur unter Wasser im richtigen Moment sanft mitgehen und den Kopf leicht nach hinten legen. Je größer die Welle, umso mehr Spaß. Also Atlantik-Größe.

Viele, viele Auberginen-Rezepte warten in der Halte vorgestellt zu werden - und als Erinnerung für mein eigenes Gedächtnis kommende Auberginen-Saison. Die Auberginenschnitzel kenne ich allerdings noch von meiner sizilianischen Freundin. In RICHTIG fettig. Klar, schmeckt auch. Ich habe sie dennoch entschlackt. Und ich zeige euch eine vegane Alternative dazu, die ich auf diesem inspirierenden Blog entdeckt habe. Ebenfalls sehr gut.

Dazu gabs den Kartoffelsalat in leicht abgewandelter Form nach Sabine. Die Meerrettich-Crème nenne ich ab sofort *Highlander*. Die scheint mir *for ever* leben zu wollen, bzw. zu können. Wirklich wundersam. Und der gekaufte aus dem Glas kommt mir dementsprechend nicht mehr ins Haus. Definitiv eines der Dinge à la Ofentomaten, die ich nun immer in selbstgemacht brauche. Ich fands köstliche Hausfrauenküche. Oder Hausmannsküche? Who cares?
Zutaten:

400g festkochende Kartoffeln (m: Charlotte)
1/2 Salatgurke
1 Schalotte, fein gewürfelt
2 EL Crème fraîche
2 TL Meerrettichcrème
50 ml Milch
70ml Gemüsebrühe
Zucker
2 EL Zitronensaft
1 Bund Basilikum
etwas Olivenöl 

1 mittelgroße Aubergine
1 großes Ei
2-3 EL Mehl
2-3 EL Semmelbrösel (m: 1/3 davon Panko)
Olivenöl

Zubereitung:

Die Kartoffeln am Vortag kochen.

Am nächsten Tag die Kartoffeln pellen und in dünne Scheiben schneiden. In eine Schüssel geben. Gie Gurke schälen, in Scheiben schneiden (m: halbiert) und zu den Karoffeln in die Schüssel fügen.

Für das Dressing die feingewürfelte Zwiebel in einem kleinen Topf dem Olivenöl glasig dünsten. Milch, Gemüsebrühe und Zitronensaft dazugießen. Salzen und pfeffern. Eine Prise Zucker zufügen und kurz aufkochen. Die Crème fraîche unterrühren und vom Herd ziehen. Nun noch den Meerrettich zufügen und die Marinade sofort über die Kartoffelscheiben geben. Gut mischen und mindestens 15min ziehen lassen. Eventuell noch etwas Gemüsebrühe dazugeben.

Vor dem Servieren nachwürzen und den mittelfein geschnitten Basilikum unterheben.

Für das Auberginenschnitzel die Aubergine in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben von beiden Seiten dünn mit Olivenöl bestreichen und in der heißen Pfanne gar dünsten. Die Scheiben erkalten lassen.

Die Scheiben nacheinander zuerst in Mehl, Ei (gut gesalzen und gepfeffert) und Semmelbrösel wenden und in heißem Olivenöl knusprig backen.
vegane Auberginen-Alternative:

2 Auberginen
1 1/2 EL Mehl 
2 EL Semmelbrösel 
1 EL Panko
Gewürzmischung: je 1/4 TL Kurkuma, gemahlener Koriander, Paprika, Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer, Chiliflocken

Zubereitung:
Die Auberginen mit einer Gabel mehrmals rundherum einstechen und dann für ca. 20-30 Minuten (je nach Größe) im vorgeheizten Backofen unter dem Grill bei 220° garen. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Die Schale abziehen und dabei den Stielansatz nicht entfernen.

Die nackigen Auberginen auf Küchenpapier legen und dadurch zusätzlich etwas Flüssigkeit entziehen. Mit Hilfe eines Pfannenwenders unten leicht platt drücken. Die Auberginen im Ganzen von beiden Seiten in der Panade aus Brotbrösel, Mehl, Gewürzen, Salz und Pfeffer wenden. Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und bei mittlerer Flamme schön goldbraun braten.