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Maktub - käsige Kürbis-Plätzchen

Sonntag, 16. November 2025


Maktub (مكتوب) kommt aus dem Arabischen und bedeutet wörtlich übersetzt 'es steht geschrieben'. Maktub wird in ähnlichem Sinne verwendet wie Schicksal. Wie Kismet. Für all jene, die an Schicksal glauben, gibt es so etwas wie eine Bestimmung für jeden einzelnen Menschen. 'Matub' bedeutet, dass die wesentlichen Eckpfeiler des Lebens bereits mit der Geburt feststehen. Man könnte von einem Lebensplan reden. Das heißt konsequenterweise, dass manche Ereignisse unausweichlich sind, unabänderbar: die Stunde des Todes, ein Unfall, eine Begegnung, die Anzahl der Kinder...

Mir ist diese Vorstellung von Schicksal zum ersten Mal in Paulo Coehlos Buch *Der Alchimist* begegnet. Zu jedem Anfang gehört ein entsprechendes Ende sowie eine Entwicklung, die die beiden miteinander verbindet. Nichts anderes versucht die Numerologie zu vermitteln: mit der 1 - dem Beginn - ist schon alles da. Der Rest wickelt sich lediglich aus. Dem Samen liegt die komplette Entwicklung bereits inne. Eigentlich logisch, oder?! Das kann man durchaus als kosmisches Gesetz nehmen und zwar für alle Anfänge: so wie etwas beginnt, wird es auch weitergehen.

Mich fasziniert diese Vorstellung von einer höheren Ordnung, einem tieferen Sinn in allem. Und ich bin damit fein, dass sich diese Idee in einer Größenordnung abspielt, die das menschliche Fassungsvermögen übersteigt. Vermutlich braucht es höchstpersönliche Erlebnisse, die eine Ahnung davon vermitteln. Wenn man jemanden trifft etwa, mit dem man direkt vertraut ist.

Für mich gibt es keine Zufälle - es ist maktub. Alles ist vorgezeichnet. Besonders begeistert mich dabei gerade mein Habib, der als hervorragendes Testimonial dient. Nun, da er Kraft seines Alters (man könnte sagen) das Hochplateau seines Lebens erreicht hat, ist es ihm möglich, weit ins Tal seiner Biographie zu schauen. Und die Geschehnisse verknüpfen sich rückblickend auf erstaunlichste Art und Weise, ja, als ob sich Perlen auf einer Schnur auffädeln.

*Wir hören von einer besonderen Einrichtung bei der englischen Marine. Sämtliche Tauwerke der königlichen Flotte, vom stärksten bis zum schwächsten, sind dergestalt gesponnen, dass ein roter Faden durch das Ganze durchgeht, den man nicht herauswinden kann, ohne alles aufzulösen, und woran auch die kleinsten Stücke erkenntlich sind, dass sie der Krone gehören. *(Goehte)

Ein offensichtlich roter Faden zieht sich durch das Leben des Habib und ich bin SEHR gespannt, ob ich diesen bei mir wohl irgendwann genau so deutlich erkennen darf. Bestimmt braucht es dafür ein gewisses Alter, noch bestimmter braucht es dafür Bewußtsein und Forscherdrang, was einen eigentlich selbst im Inneren zusammenhält. Beide haben wir keine Zweifel, dass wir geführt werden. Wer das verinnerlicht hat, bekommt die Möglichkeit Zuschauer seines eigenen Lebens zu werden, etwas mehr Abstand zu sich zu gewinnen. Einhergehend mit mehr Klarheit.

Ich erinnere mich, wie wir in meiner Kindheit einen Ausflug in den Stadtpark unternommen haben. Dort gab es eine kleine Anlage, in der Kinder in bunten Metallautos ihre Runden ziehen durften. Ich war vielleicht im Kindergartenalter. Und ich weiß noch haargenau, wie ich mir am Lenkrad hochkonzentriert einen abgekurbelt habe: bloß nicht aus der Kurve fallen. Wie hätte ich verstehen sollen, dass die Autos auf Schienen liefen und mein Einsatz völlig umsonst ist?

So in etwa stelle ich mir *maktub* vor. Manches läuft wie auf Schienen. Bien sûr nicht starr. Das Leben wäre nicht das Leben, wenn es nicht Bewegung in alles bringen würde. Und der Menscht hat - im Gegensatz zum Tier - durch die Superkraft der Überwindung, die Möglichkeit sich selbst zu ändern. Aber manche Ereignisse laufen ab, wie sie ablaufen sollen. Zwangsläufig. Egal ob ich kaspere oder nicht. Angenommen, dem ist so, dann hilft das doch enorm zu mehr Gelassenheit und Akzeptanz. Gleichzeitig bekommt mein Kanarienvogel Ego in seiner Verblendung als großer Maker ordentlich eins auf den Schnabel, während dem Menschlein nur bleibt, demütig die Augen gen Sternengewölbe zu heben. Ich finde, das nimmt viel Druck raus.

Manches ist, wie es ist. Es läßt sich nicht ändern. Aber auf diese Weise verschiebt sich die Wahrnehmung. Möglicherweise auch die Bewertung dessen, was mir passiert. Oder was ich selbst treibe. Denn für alle, die von Vorherbestimmung ausgehen, liegt die eigentliche Freiheit weniger im Reagieren als viel feinstofflicher in der Empfindung: *Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus* (Marie von Ebner-Eschenbach).  



November. Zeit für das erste Kürbisrezept! Mein liebster Kürbis ist und bleibt seit langem der Butternut. Den muss man zwar im Gegensatz zum Hokkaido schälen, aber ich finde der Butternut schmeckt einfach um Welten besser. 

Diese Rezept-Idee hat mir so gut gefallen, dass ich sie schon mehrfach ausprobiert habe. Dabei habe ich die Plätzchen dann auch mit unterschiedlichem Käse gefüllt, nur mit viel Salbei serviert, als Salat Plus-Essen, mit Mangold oder mit Kale-Wirsing. Immer prima. 


Zutaten 8 Stück:

350g Kürbismus (m: Butternut)*
100g Hartweizengrieß*
80g Vollkornmehl (m: Einkorn)
1 Ei
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Piment d'Espelette
ca. 100g Gauda (m: Comté)*
Salbei
Butter/ Olivenöl




Zubereitung:

Für das Kürbismus den Kürbis am besten im Ofen garen  - dafür in dünne Spalten schneiden (oder gewürfelt im Topf mit sehr wenig Wasser). Je 'trockener* das Kürbismus umso weniger klebt der Teig später.

Nun alle Teigzutaten mischen. In etwa 8 gleichgroße Teigkugeln teilen. Die Kugeln auf der flachen Hand platt drücken. Mit geölten Hände geht es leichter, sollte der Teig noch kleben. Man kann auch noch etwas mehr Mehl zufügen, aber dann werden die Pätzchen in der Konsistenz auch fester. Nun ein Quader-förmiges Stück Käse (nicht zu knausrig von der Größe) in die Mitte setzen und mit Teig umschließen. Dabei auch in Plätzchenoptik formen.

Einige Salbeiblätter in etwas Öl kross frittieren.

In einer großen Pfanne ein Gemisch aus Butter und Öl erhitzen und die 8 Kürbis-Plätzchen mit weiterem Salbei von beiden Seiten goldbraun braten.

Wer mag toppt zum Servieren mit gerösteten Kürbiskernen und Parmesan - zusätzlich zum frittierten Salbei.

Anmerkung m: je mehr Mehl/ Grieß verwendet wird, umso fester werden die Plätzchen. Selbst wenn der Teig noch kleben sollte, mit öligen Händen läßt er sich gut verarbeiten und in der Pfanne halten sie prima zusammen/ auch schon mit Saint Nectaire-Käse oder Tomme gefüllt - Comté, Gauda und Tomme haben die Nase vorn. Alternativ zum Hartweizengrieß kann man auch gut 180g (oder auch glatt 200g) Weizengrieß verwenden.


KI 2: die besten Süßkartoffel-Gnocchi

Freitag, 26. September 2025


Jedes Ich ist ein Globus. Ein kleines Universum. Eine Welt für sich. Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine Planeten. Ja, dem einzelnen Menschen ist Großes prophezeit. Nämlich die Überwindung seiner Begrenzung durch sein Ego hin zu einer Verbindung zum großen Ganzen. Der verlorene Sohn, der den Weg zurück zum Vater findet. Die Idee von Platons Weltenseele. Die Idee vom Universum als Makrokosmos und der Analogie dazu, dem einzelnen, menschlichen Lebewesen als Mikrokosmos. Im Menschen sollen sich Erde und Himmel berühren können. Doch diese Tür geht nur für den einzelnen Menschen auf. Nicht für die Menschheit. Nicht für eine Gruppe. Ganz alleine hat er Verbindung zum Kosmos zu suchen. Und weil nur individuell Zugänge zu knüpfen sind, kann niemand einen anderen dahin begleiten. 

Zeit der universellen Einsamkeit. Zeit der Sehnsucht nach tiefer Verbundenheit. Zeit der Rückbesinnung auf alte, große Ideen, oder?

Denn was verheißt uns die Gegenwart? Vielleicht wird uns die KI in Zukunft auf andere Planeten bringen. Vermutlich. Und dann werden wir von der Erde das Prinzip der systematischen Ausbeutung in das Weltall tragen und nach der Erde andere Planeten plündern und ruinieren. Vermutlich. Wer dort landet, folgt heute schon den Stimmen, die verkünden, dass die Menschheit ab nun erhaben ist über die Naturgesetze und sich eigene Welten nach maschinellen Vorgaben erschaffen kann.

Gleichzeitig führt uns die KI vor, dass wir unsere bisherige Vorstellung von dem, was wir dachten, was uns als Menschen auszeichnet, in Frage stellen müssen. Wir sind eben nicht die einzigen, die sich Inhalte merken können, die kombinieren können, sich um Raum zurechtfinden uswusf. In dieser Hinsicht werden wir gerade von rechts überholt. Seltsamerweise beharrt ein Teil der Menschheit umso mehr auf der Überzeugung, man könne die Gesetze des Lebens zusammenbauen wie ein zerlegtes Puzzle. 

Der anderen Fraktion, Team Goethe, ist bewußt, dass man sich auf diese Weise als Irrlicht outet. Denn die wahrhaft Suchenden streben mit ihrer Sehnsucht nach mehr Wissen nicht nach Information (im Faustschen Sinn *was die Welt im Innersten zusammenhält*) sondern ihr Ziel ist Erkenntnis. Höher als alles Vielwissen stellt Goethe die erfahrungsgesättigte *Vorstellungskraft*. Er stellt der Zersplitterung der Wissenschaft das Kultivieren einer schöpferischen Imagination entgegen. Denn *es komme bloß darauf an, dass man Augen, Weltkenntnis und Übersicht genug besitze, um im Kleinen das Größere wahrzunehmen. Dann, ja, dann eröffnet sich vielleicht der Blick fürs Wesentliche:  »Schau alle Wirkungskraft und Samen / Und tu nicht mehr in Worten kramen.« Und wieder und wieder zitiere ich: *Wenn ihr's nicht fühlt, ihr werdet es nicht erjagen*. 

Gut gefallen hat mir in diesem Zusammenhang die Aussage des Neurobiologen Prof. Gerald Hüther, die nochmals mit anderen Worten gleichen Inhalt verdeutlicht:

*Wir haben die eigentlich zusammengehörige Welt, in der wir Teil sind, und in der alles Lebendige miteinander verbunden ist, in lauter Stücke zerlegt. Mitgefühl hemme ich weg, in dem ich kognitive Erklärungen obendrüber setze und  irgendwann sind dann hemmende Verschaltungen im Hirn so gut ausgebildet, dass ich alles kognitiv erklären kann und nichts mehr fühle. Und dann sind wir in unserer heutigen Welt angekommen. Kein Wunder, dass wir sie ruinieren. Sie ist uns gar nicht mehr nahe, wir sind gar nicht mehr mit dieser Welt verbunden. Wir sind gar nicht mehr mit unserer Lebendigkeit verbunden! (Meet your mentor/ YT)

Im Gefühl ist die Lebendigkeit verortet - nicht im Kopf. Aber hier will ich spitzfindig sein, ich rede von einer Klarheit des Gefühls. Keiner Verworrenheit wie sie heute der große Standard geworden ist.  Der Schamene vom Stamm der Kogui erklärt Herzensdenken ganz schlicht:

*Ich bin ein *Mamo* weil ich gelernt habe, klar zu denken - Herz und Verstand gleichzeitig zu nutzen.* (Kogui Tribe YT). 

Nun schöpfe mit der Kraft deiner Gedanken und lasse dich leiten von der Klarheit deiner Gefühle, vertraue dich in der täglichen Hinwendung einer höheren Kraft an, sei mutig und demütig - dann, ja dann darf Mensch hoffen auf dem Zweig der Menschen zu landen, die sich geistig weiterentwickeln darf und nicht auf dem anderen, der abrupt endet - s. auch den Prophecy rock der Hopi-Indianer.





Süßkartoffel-Gnocchi oder diese , seither lagen die hier vorne, bzw. Süßkartoffel-Schupfnudeln sind hier keine Neuigkeit. Ich habe schon einige Rezepte ausprobiert und zu meiner Verwunderung ist diese ganz simple Variante ab sofort meine Top 1. Nun gilt es vorher zu wissen, welche Art von Gnocchi man bevorzugt. Ob man eher die zart schmelzenden, weichen, fluffigen Wasserschweber mag, oder ob man im Mund bei Gnocchi auch etwas Grip spüren will. Ich gehöre letzterer Mannschaft an: ich finds gut, wenn Gnocchi eher fester sind und ich nicht nur die Zunge zum Zerkleinern brauche. Eben so wie bei diesen.

Besser ist, man nimmt für dieses Rezept 3 kleinere Süßkartoffeln, die brauchen dann im Ofen deutlich kürzer als eine große. Der Rest ist kinderleicht.

Wer mag, pimpt den einfachen Teller durch Nussbutter. Bei Magarine bin ich raus: *Margarine ist vom Molekül her per se sehr nah am reinen Plastik. Das ist nichts anderes als ein gehärtetes Industriefett* (Fabian Kowallik). Aber das nur am Rande..., muss jeder selbst wissen!


Zutaten 2P:

450g Süßkartoffeln (2-3 Stück)
1 EL Stärke (Mais oder Kartoffel)
100g Mehl (m: D1050)
30g Butter
2 EL Olivenöl
Salbei-Blätter
fleur de Sel
Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Süßkartoffeln ringsherum mit einer Gabel einstechen und bei 190°C in den Ofen geben. Nach 10 min drehen (m: mit spitzem, kleinen Messer nochmals eingestochen bis in die Mitte, um den Garprozess zu beschleunigen). Weitere 10 min garen (Dauer im Ofen hängt von Größe der Süßkartoffeln ab).

Süßkartoffeln halbieren und mit einem Löffel von der Schale trennen. Mit einem Kartoffelstampfer in einer Schüssel zu Mus zerdrücken. Mehl und Stärke untermischen (Teig wird ein wenig klebrig bleiben).

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche Rollen drehen von ca. 1,5cm Dicke und Gnocchi abstechen (oder schneiden - m: quadratisch geformt) und in einen Topf mit kochendem Wasser geben.

Parallel Butter in einer Pfanne schmelzen, zusammen mit Öl und Salbeiblättern. Die Gnocchi aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen - besser noch: einen Moment ausdampfen lassen - und dann erst in die Pfanne setzen. Mit etwas Geduld goldbraun rösten. Dabei salzen und pfeffern

Zum Servieren mit Parmesan bestreuen (und zusätzlich frittierten Salbei-Blättern)




Unmenschlich: Süßkartoffel-Gnocchi mit Buschbohnen und Salbei

Donnerstag, 25. Mai 2023

 

*Erdrückender als das Schicksal, das man mit vielen teilt, ist das Schicksal, das einen ganz alleine betrifft* zitiere ich Christian Berkel aus seinem Buch *Der Apfelbaum*, welches ich gerade abgeschlossen habe - eine Geschichte über die transgenerationale Weitergabe von Traumata durch die Geschehnisse im 2. Weltkrieg.

Dem stimme ich zu. In meinem Universum steht das Individuum über allem. Wobei die Menschheit gerade an einem gemeinsamen Meilenstein angekommen ist: KI, die Künstlichen Intelligenz. Yuval Noah Harari - den ich bereits zu meinen Gedanken zum Transhumanismus hier vorgestellt habe - ist israelischer Historiker, Militärexperte und Philosoph. Er postuliert in einem Vortrag zu AI, den ich euch unten eingestellt habe: *What we are potentialy talking about is nothing less than the end of human history. Not the end of history - but the end of the human dominated part of what we call history.*

Obwohl er die positiven Möglichkeiten, die mit KI einher gehen können, nicht verneinen will, sieht er seine Rolle mehr darin, vor den Risiken zu warnen. Selbst die KI-Software-Entwickler haben keinerlei Vorstellung, ín welche Richtung, in welcher Geschwindigkeit, in welcher Weise sich KI zukünftig selbstständig weiterentwickeln wird. So dass man zusammenfassend feststellen muss, dass den Menschen ihr Produkt aus den Händen gleitet und sich buchstäblich *selbstständig* macht - ohne, dass jemand die Konsequenzen in irgendeiner Form absehen kann. Wie bei allen großen Erfindungen reden wir bei KI gleichzeitig über eine Waffentechnologie - und das globale Wettrüsten ist eröffnet. Darin sieht Harari aktuell die größte Bedrohung: die Menschheit benötige dringend mehr Zeit, um KI zum Wohle aller zu begrenzen und zu reglementieren. Ein frommer Wunsch: Die Moral wird in Kriegsfragen ja zuerst beerdigt.

Spannend finde ich Hararis Gedankengang, dass KI weder ein eigenes Bewußtsein benötige noch die physische Kontrolle wie Kampfroboter oder implantierte Chips, um den Menschen zu überflügeln und zu überwältigen: *Simply by gaining mastery of human language AI has all it needs in order to cocoon us in a matrix like world of illusions* (Allein durch die Beherrschung der menschlichen Sprache verfügt die KI über alles, was sie braucht, um uns in eine Matrix-artige Welt der Illusionen zu hüllen). Die Fähigkeit, Geschichten zu erzählen können, reicht aus, um den Menschen zu manipulieren, kontrollieren und um eine Gesellschaft umzuformen. Harari legt anschaulich dar, dass seither Geschichte aus einer Interaktion zwischen Biologie und Kultur entstand. Nun aber ist eine nicht menschliche Lebensform, KI, in der Lage eine neue Kultur zu kreieren. Sprache als Werkzeug, um Gedanken zu erschaffen, um Gedanken  zu beeinflussen. *Am Anfang war das Wort.*

Berührt werden in seinem Vortrag damit die ganz großen Fragen, auf die man dringend Antworten für sich finden sollte, bevor es nun nicht mehr andere sondern vielmehr das Andere für einen tut: Wie definierten wir Leben? Oder wo fängt Leben an? Wie unterscheidet man Wahrheit von Lüge/ Illusion? Welchem Ideal strebt der Einzelne nach? Und wie bewahrt sich ein Individuum einen festen Kern, der sich nicht mit dem Außen dreht wie eine Fahne im Wind?

Aufregend, wenn die eigene Biographie durch *historische Zeiten* mit Bedeutung aufgeladen wird, oder? Die Scheiße brennt.



An Bertrands allerersten, zartfrischen Böhnchen bin ich auf dem Markt nicht vorbeigekommen. Zusammen mit den Süßkartoffel-Nocken, die ich noch im Froster hatte, war das ein schnelles und köstliches Mittagessen. Süßkartoffel-Gnocchi habe ich schon einige gemacht - diese hier schmecken gut nach Süßkartoffeln und haben eine recht feste Konsistenz, so dass man sie in der Pfanne gut anbraten kann. Da die Teigmenge für 4 Personen reicht, friere ich die Hälfte ein - auf Backpapier nebeneinanderliegend geht das gut. Zum Verzehr lasse ich sie dann auftauen und brauche sie nurmehr anbraten.

Ist einfach wiederholt eine Spitzen-Kombi: Süßkartoffel-Salbei-Balsamico-Reduktion!


Zutaten 2P:

2 Süßkartoffeln (ca. 750-800g)
130g Hartweizenmehl (oder feiner Hartweizengrieß)
30g Speisestärke (m: Kartoffel)
30g Mehl (m: D1050)
1 Ei
...
1 große Zwiebel (oder 2 Stück)
3 Knoblauchzehen
1 Bund Salbei (ca. 30 Blätter)
300g Buschbohnen
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
2-3 EL Balsamico-Reduktion
Olivenöl
1 Stich Butter
frisch geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Süßkartoffeln waschen, der Länge nach halbieren und mit der Schnittfläche auf ein geöltes Backblech legen (kann man vorher mit Backpapier auslegen, dann ist schneller geputzt). Den Ofen auf 200°C vorheizen und die Süßkartoffeln ca. 30 min darin garen.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Süßkartoffeln etwas abkühlen lassen, dann schälen und mit einem Kartoffelstampfer fein zerstampfen. Mit den restlichen Zutaten vermengen, bis ein homogener Teig entstanden ist. Mit zwei kleinen Löffeln Nocken formen und ins Wasser gleiten lassen. So lange darin garen, bis sie an die Wasseroberfläche steigen, aus dem Wasser heben, abtropfen lassen und nebeneinander auslegen, abkühlen und abtrocknen lassen.* 

Dann - für 2 Personen die Hälfte - in Öl braten, bis sie Farbe annehmen.

Buschbohnen gipfeln, je nach Größe halbieren oder dritteln und in Salzwasser weich bis al dente garen. (Bohnen sollten eher weich als knackig gegart sein).

Einige Salbei-Blätter vorab in Öl frittieren für die spätere Deko und zur Seite stellen.

Zwiebeln viereln und in feine Streifen schneiden, Knofi fein hacken. Zwiebeln in einer zweiten Pfanne in Öl mit Geduld golden garen, kurz vor Ende Knofi und restlichen, fein geschnittenen Salbei zufügen. Salzen, pfeffern und mit Piment würzen.

Nun alles miteinander vermengen in der Nocken-Pfanne: Zwiebel-Salbei-Mischung und Buschbohnen. Einen guten Stich Butter einschmelzen lassen, zuletzt die Balsamico-Reduktion untermischen und mit Parmesan bestreut servieren.

Anmerkung m: Süßkartoffel-Nocken reichen für 4 Personen

 

 

Das neueste anders: Kürbis-Polenta nach Ottolenghi

Samstag, 7. Januar 2023


Habt ihrs mitbekommen? Hier war ein Weilchen Baustelle. Späßken. Kann mir keiner vorwerfen, dass das nicht sehr transparent von statten ging. Ben, ich hatte das Bedürfnis nach Möbelrücken. Einiges rief nach Veränderung. Wobei ich mich nach meiner Typveränderung dank Christina (2017) - und nach der von Maret (2013) - wieder lange zufrieden zurücklehnen konnte. Vor allem ging es mir jetzt darum, alte Inhalte besser präsentieren und nach vorne holen zu können. Schließlich blogge ich seit über 11 Jahren. Richtig Langstrecke. Richtig am Ball geblieben. Richtig stetig. Round about 1500 Rezepte tummeln sich auf diese Weise hier - plus die *aus der Reihe*- Geschichten. Genau genommen ist das heute exakt der 1811 Post. 

Natürlich habe ich das nicht alleine für mich gemacht, sondern ebenso für euch. Ist ja nicht nur mein privates Kochbuch. Und? Wie gefällt es euch? In der Kommentarfunktion könnt ihr euch wieder laut machen - doch schöner mit etwas Austausch (#es ist so einsam im Sattel, seit das Pferd tot ist). Noch ist nicht alles ganz so wie es sein soll. Ganz oben in der Galerie mit den vier Bildern gibt es nun zwei neue Kategorien *Frühling & Sommer* und *Herbst & Winter*. Leider bedeutet das für mich, dass ich 1810 Posts durchgehen und neu labeln muss. Eine echte Strafarbeit. Nach jedem Edieren eines einzelnen Posts werde ich wieder ganz an den Anfang zum aktuellen Post geworfen und muss wieder erneut runterscrollen. Heißt: je weiter zurück ich in die Vergangenheit scrolle, um so länger und länger dauert das Laden der Posts. Es könnte einen zum Rettenraucher machen, ehrlich! Momentan bin ich beim Edieren bei Mitte 2018 angelangt. Ein paar Jahre habe ich also noch vor mir - ich bitte um etwas Geduld (hoffend, dass mir die meine dabei nicht verloren geht).

Aber E-Mail-Abo geht wieder (wurde ich per Mail öfters angeschrieben deshalb). Rezepte kann man notfalls ausdrucken - nicht ganz so schick wie bei manch anderen Blogs speziell das Rezept, aber hey: immerhin. Und wenn ihr die Labels unter einem Post anklickt, dann werden alle Rezepte zu dem jeweiligen Label mit einem Bild angezeigt. Das kann sich doch nun wirklich sehen lassen, oder? Ebenfalls brand new: ich probiere mich auf Insta aus (#jetzt singt sie auch noch) - mal sehen wohin die Reise führt...

Mein Dank gilt Tina aka Freiflieger-Design - Büro für Kommunikationsdesign, die mir das frisch bezogene Blogbett gerichtet hat und uns vor 2 Jahren bereits unsere Homepage *Sonne und Lavendel* neu gestaltete. Also wer ähnlicher Technik-Vollhonk ist wie ich, dem kann ich Tina allerwärmstens empfehlen!

 


Auch meine Blog-Liste muss ich wieder neu erstellen (saublöderweise nicht vorher gespeichert!) - aber auf die will ich ja selbst nicht verzichten. Das ist mir meine liebste Inpsirationsquelle. Wie fürs heutige Essen. Ein mal mehr hat mir Team Kaltmamsell auf gläsernen Tellern den Mund wässrig gemacht. So sehr, dass ich umgehend nachgezogen habe. Deren Empfehlung plus Urheber Ottolenghi sowie meinem Lieblingskürbis Butternut kann in Zusammenspiel nur zu einem *vrai régal* (wie der Fränzi sagt), einem echten Gaumenschmauss werden. Merci gen München! Es hat uns ausgezeichnet geschmeckt.

Mit den Mengenangaben bin ich nicht ganz zurecht gekommen - nicht das erste Mal bei Otto. Ich passe das in meinem Rezept an; ihr könnt es mit dem Original abgleichen. Kürbiskerne hatte ich noch als Extra geröstet fürs Topping, dann aber vergessen. Darauf war auch gut zu verzichten, denn das eigentliche i-Tüpfelchen sind die frittierten Kräuter - genau, wovon Gartenküche lebt: frische Kräuter. In meinem Geschmacksuniversum verbessern sie beinahe alle Gerichte!

Bei uns gabs den Salat mit Chicoree, Avocado und Orangen, den ich euch bereits als DUBB erneut unter die Nase schob. Passte super dazu! 


Zutaten 2 P:

300g Butternut
1 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
140g Polenta (m: Instant)
ca. 300ml Gemüsebrühe*
Salz, Pfeffer
60g Ziegenfrischkäse (oder anderer Frischkäse)
20g Parmesan
1 Stich Butter

150g Butternut
1 EL Olivenöl
1/2 EL Ahorn-Sirup
1/2 EL Limenen-Saft (oder Zitrone)
Salz, Pfeffer

1 EL Olivenöl
30g Butter*
1 TL fein gehackter Rosmarin
7 Blätter Salbei
1/2 TL Chili-Flocken
etwas Piment d'Espelette

zum Garnieren:
gehackte Petersilie (m: plus 3 Blätter Salbei und einige, kleine Blätter Rauke)
frisch geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Zuerst das Kürbis-Pü für die Polenta zubereiten. Dafür den gerüsteten Kürbis in etwa 3cm große Stücke würfeln. In einem Topf die Kürbiswürfel zusammen mit dem fein gehackten Knofi in dem Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis beginnt, weich zu werden. Gemüsebrühe anschütten, salzen, pfeffern und zugedeckt ganz weich köcheln lassen. Ziegenkäse, Parmesan und Butter zufügen - alles mit dem Stabmixer pürieren. Erneut zum Köcheln bringen, Polenta unter stetigem Rühren einrieseln lassen - so lange, bis die Polenta eindickt. Gegebenenfalls noch etwas Brühe anschütten, sollte die Polenta zu dick sein. Ein ausreichend großes Stück Backpapier auf den Topf legen, dann den Deckel, damit der Topf gut verschlossen ist, die Polenta warm bleibt ohne dass sich eine Haut bildet.

Nun die 150g Kürbis in 1/2cm große Würfel schneiden. In einem Topf bei mittlerer Hitze in Olivenöl für einige Minuten anrösten, bis der Kürbis leicht Farbe annimmt und weich wird. Salzen und pfeffern. Mit Ahorn-Sirup und Limettensaft würzen. Deckel auflegen und warm stellen.

Für das Chili-Öl das Öl und die Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Rosmarin darin für etwa 30 Sekunden frittieren, dann Chili und eine Prise Salz zufügen und zur Seite stellen.

Zum Anrichten die Polenta in den Topf geben, Kürbis-Würfel darüber, mit Chili-Öl sowie den gehackten, frischen Kräutern und Parmesan toppen.

 

*Anmerkung m: durchaus was für Gäste, ich fand die Portion recht schmal bemessen - habe sie für uns vergrößert. Die Angabe der Gemüsebrühe reichte bei mir hinten und vorne nicht... entscheidend ist bei einer Polenta (genau wie bei Grießbrei) die richtige Konsistenz - da solltet ihr in der Zielgeraden selbstständig mitsteuern. Die frittierten Kräuter sind einfach super als Topping - bref: das Chili-Öl kann man mengenmäßig durchaus noch mehr hochsetzen!

Inspiration: Ottolenghi bzw. Inés aka Kaltmamsell

 

Follower - Zucchini-Lasagne

Sonntag, 7. August 2022


Wenn ich eines in all den Jahren Bloggerei nie bereut habe, dann dass ich mich von Anfang an den Sozialen Netzwerken verweigert habe. Twitter und Facebook fange ich überhaupt nichts mit an. Null. Habe ich nie konsumiert. Das Gleiche gilt für TikTok und all die anderen Nachkömmlinge. Instagram kann mich insofern mal anziehen, als dass ich Fotographie mag. Und Fotos kommen auf dieser Plattform sehr gut zur Geltung. Youtube wiederum kann ich mir nicht wegdenken, weil sie mir meine Yogalehrer in die Wohnung bringen. Youtube ist toll - und warum auch immer (?) kann ich es ohne Werbung nutzen.

Mich selbst oder Rezepte zu filmen, käme mir nicht in den Sinn. *Bühne* im engsten und auch weitesten Sinn hat mich noch nie interessiert. Den Reiz, sich darzustellen und zeigen zu wollen, kenne ich bien sûr dennoch - diese Lust befriedigt mir die gelegentliche Teilnahme an 12 von 12 in Gänze. Von Blog-Foodie-Kollegen lasse ich mich nach wie vor gerne zum Nachkochen inspirieren.

Wie ich hier laut machte, habe ich eine kleine handvoll Menschen, die ich gelegentlich auf ihren Accounts besuche. Sailing la Vagabond etwa. Oder das Yoga-Pärchen Bre und Flo. Ich fand diese neue Möglichkeit faszinierend, dass ein erfolgreicher Social Media Account eine Existenz ermöglicht. Zuerst sah ich darin eine neue Form von Freiheit. *Fand/ sah* - Vergangenheitsform. Einzig Mady Morrison bleibt in meiner kleinen Blase ein gelungenes Beispiel dafür, ihre Online-Präsenz lediglich und ausschließlich für berufliche Zwecke zu verwenden. Eisern behält sie ihr Privatleben für sich. Ihrem Erfolg tut das keinen Abbruch.

Meine heutige Skepsis rührt daher, dass ich beobachten musste, dass andere von dem Sog (der Eitelkeit/ Ehrgeiz/ Beifalls ?) geschluckt werden. Eben ihre Freiheit verlieren. Und dabei sind die Grenzen fließend, das verstehe ich schon: eben habe ich noch eine Szene aus meinem Leben dokumentiert, andere wie nebenher mitgenommen und teilhaben lassen. Und schon versuche ich Szenen herbeizuführen, damit ich für andere etwas *Vorzeigbares* festhalten kann. Wie verändert sich menschliches Verhalten, wenn man sich dabei beobachtet/ unbeobachtet weiß? 

Mit großem Unbehagen schaue ich eben solchen konstruierten Momenten bei meinen beiden mir durchaus sympathischen Jungfamilien zu, wie sie sich zunehmend selbst inszenieren, um möglichst viel Emotionen beim Betrachter zu wecken. Echte Menschen mit echten Gefühlen degradieren zu Schauspielern in einem selbstgeschriebenen Bühnenstück. Wie leicht und schnell das eine in das andere rutscht und der Zweck zur Absicht wird...

Das finde ich schlimm. Ruinös. Läßt sich ein einmal losgetretener Aushöhlungsprozess wieder stoppen? Wieviel Kraf braucht es, einer Sucht Einhalt zu gebieten?!

Der Ausverkauf von Privatem und Intimen ist der Ausverkauf der Seele. Mit der Selbstvermarktung verramscht man seine Innerlichkeit, gibt sie wie im Kaufladen der Öffentlichkeit preis. Der innere Tempel wird zur Markthalle (ich erinnere an *intimitätskleinlich*). Das ist der Anfang vom Ende. Zumindest in meiner Welt, in der Innerlichkeit und die Demut vor der Natur als Heimat und Herkunft, die existenziellsten Schätze eines Wesens ausmachen, das Wahrhaftigkeit anstrebt, Erkenntnis und Ichkraft.

 


 

Wahrscheinlich hängt es bei mir schon an diesem *Follower*-Ding. Lacht mich aus, aber schon aus Prinzip weigere ich mich, irgendjemand anderem zu followen. Dieser Button wird von mir nicht touchiert. Das nehme ich bierernst! Gerne besuche ich andere und lasse mich besuchen. Aber hinterherlaufen, nee, das ist wie ein Tandem-Fahrrad - dafür bin ich nicht geschaffen, wurde nicht für mich erfunden. Ich will meinen eigenen Weg suchen, brauche Platz und Raum dafür - und vertraue meine Gefolgschaft (ein äußerst exklusives Gut) nur jenen an, denen ich mit allen Sinnen vertrauen mag.


Lasagne ist ein Lieblingsessen von mir. Immer wenn ich uns verwöhnen will, dann gibt es Lasagne. Gut, eben auch gerne einfach frische Pasta. Das weckt in mir so das huggelige Mamaküche-Großfamiliengefühl... zumindest, wie ich es mir in rosaroten Farben in meiner Phantasie vorstelle...


Geschwister im Blog-Unisverum:


  **** mediterrane Lasagne

  **** Parmigiani-Lasagne


Zutaten 2P:

Lasagne-Blätter:
100g Mehl (m: halb Kamut-VK/ halb D 1050)
1 Ei
1 EL Öl
Salz
 
1 große Zucchini
2 Knoblauchzehen
2 TL Oregano
Kräutersalz
Olivenöl
200ml Milch
50ml Weißwein
25g Butter
2 EL Mehl
einige Salbeiblätter
1 Knoblauchzehe
Zitronenzesten
1 EL Tomatenmark
1 EL Tamari-Sauce
2 Romatomaten
1 Mozzarella
etwa Ziegen-Gauda

Zubereitung:

Pastateig zubereiten, dafür alle Zutaten zu einem homogenen Teig kneten und eingewickelt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Ofen auf 210°C vorheizen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen, mit Olivenöl bestreichen. Zucchini fein hoben (m: 2-3mm) und dachziegelartig auf dem Backblech auslegen. Mit fein gehacktem Knofi und Oregano bestreuen, mit Kräutersalz würzen und mit Olivenöl besprenkeln. Für ca. 30 min in den Ofen schieben - so lange, bis sich die ersten braunen Stellen zeigen. Dann von der kurzen Seite aus in vier Streifen teilen.

Parallel die Milch mit Knofi und Salbeiblättern erhitzen, aufwellen lassen und dann mit geschlossenem Deckel ziehen lassen für 15min.

Um eine Béchamelsauce herzuzstellen, Butter in einem kleinen Topf schmelzen und das Mehl einrühren. Ein paar Minuten das Mehl rösten ohne Farbe annehmen zu lassen. Milch durch ein Sieb und Weißwein zufügen und mit einem Schneebesen zügig und stetig zu einer cremigen Sauce rühren. Salzen, pfeffern. Mit Tamari würzen und Zesten und Tomatenmark untermischen. Zur Seite stellen.

Pastateig dünn auswellen (m: Marcato)  und in 5 gleichgroße Stücke schneiden. In einer breiten, tiefen Pfanne Wasser erhitzen, salzen und die Teigplatten nacheinander darin kochen. Auf einem sauberen Küchentuch glatt auslegen.

Eine Form (m: 1l - Kastenform) buttern. Die Roma-Tomaten in sehr dünne Scheiben schneiden. Etwas Béchamelsauce auf den Boden geben, ein Pastablatt darauflegen, ein Streifen Ofen-Zucchini, ein 3-4 Tomatenscheiben, etwas Mozzarella, Sauce - nächstes Pastablatt (3x wiederholen), abschließen mit ein wenig Sauce und Ziegengauda. Nochmals mit etwas Oregano und Olivenöl toppen und für ca. 30 min bei 180°C in den Ofen schieben.

 


Im Zuge meiner Follower-Gedanken kam mir dieser Beatles-Song in den Sinn.... er geistert mir nun seit Tagen als Ohrwurm durch den Kopf - wobei wir hier gerade alle dem Regen hinterher laufen würden. Wie geht nochmal Regen?


wahrhaftig glücklich - Tagliatelle mit Zucchini und Salbei

Samstag, 9. Juli 2022


Am 6. Juli hat der Dalai Lama Geburtstag. Vor 3 Tage ist er 87 Jahre alt geworden. Für mich ist der Dalai Lama einer der wenigen lebenden Lichtgestalten, die in einer verwirrten Zeit wie der unseren Orientierung anzubieten vermögen. Und das nicht nur aufgrund seiner Stellung als Religionsführer sondern ebenso aufgrund seiner Biographie - als weitgereister, erfahrener Mensch, der viel von der Welt gesehen hat.

Schon öfters habe ich mich hier auf dem Blog auf ihn bezogen, denn leichterdings finde ich bei ihm Anregung. Nachdem wir während unseres Aufenthalts in Tibet die Menschen dort anstarrten ob ihrer unfasslichen Ausstrahlung (was eine innere Schöheit!), beschlossen wir im Folgejahr ebenso die Exiltibeter in Indien zu besuchen. So durften wir dann in Mcleod Ganj zu unserer Freude dem Dalai Lama begegnen, als er vor seinen Landsleuten als tiefernster Mönch sprach - ganz anders als die lächelnden Bilder, die man sonst von ihm kennt, wenn er im Dienste seines Volkes im Westen um Unterstützung wirbt.

Als kleine Hommage will ich anläßlich zu seinem Geburtstag aus *Das Buch der Menschlichkeit*, das ich zuletzt anhörte, ein paar Aspekte herausgreifen. Vorneweg mag ich die Klarheit mit der der Dalai Lama seine Gedanken äußert - in sich schlüssig, aufeinander aufbauend und logisch. Trotz des tiefen Gehalts ist ihm gut zu folgen. Für den Dalai Lama vermitteln alle Weltreligonen im Kern die gleichen Grundwerte - Liebe und Mitgefühl - um auf diese Weise zu helfen, dauerhaftes Glück zu finden. Dabei gibt er sich aber keinen Illusionen hin: man müsse davon ausgehen, dass selbst von diesen überhaupt nur ein kleiner Teil zu den 'ernsthaft Praktizierenden' gehört, die sich also jeden Tag aufs Neue gläubig darum bemühen, die Prinzipien und Regeln ihres Glaubens zu befolgen. Die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung stellt die Gruppe der Unreligiösen dar.

Aber - genau dieses Aber versucht der Dalai Lama zu verdeutlichen: wir kommen auf Erden durchaus ohne Religion (ein metaphysisches Prinzip/ Erlösungsprinzip) aus, aber eben nicht ohne elementare, verinnerlichte Wertevorstellungen. Er wünscht sich eine neue Ethik des Handelns, denn eine Rückbesinnung auf positive, menschlichen Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen, Wahrhaftigkeit, Güte, Respekt, Geduld, Vergebung ect. ist zum Wohle aller und unserem eigenen Wohl unumgänglich. Für den Buddhismus ist die Grundlage aller fühlenden Wesen, dass sie glücklich sein und nicht leiden wollen. Auf dieser Erkenntnis bauen sich alle weiteren Überlegungen auf. 

Also wie geht Glück?

*Die fundamentalen Fragen der Menschheit 'Warum sind wir hier', 'Wohin gehen wir', 'Hat das Universum einen Anfang' bringen in jeder philosophischen Schule andere Antworten hervor, hingegen bedarf es keine Erklärung, dass ein großzügiges Herz und gute Taten zu mehr Frieden führen. Und ebenso offensichtlich ist es, dass ihre negativen Gegenstücke entsprechende Auswirkungen haben. Glück erwächst aus tugendhaftem Anliegen. Wenn wir wahrhaft glücklich werden wollen, gibt es keinen anderen Weg als den, der Tugend. Sie ist die Methode, die das Glück hervorbringt. Und die Grundlage der Tugend ist die ethische Disziplin.* (Buch der Menschlichkeit, Dalai Lama) 

Glück ist nichts, was sich von alleine einstellt. Hingegen destruktives Verhalten zieht automatisch Leid als Konsequenz nach sich. Und zwar nicht die Sorte *unvermeidliches Leid* wie Alter, Krankheit, Tod ect. sondern es ist hausgemacht. Destruktives Verhalten gründet auf einem negativen Zustand des Geistes, auf blockiernde Gefühle (auch Heimsuchungen genannt) - Hass, Zorn, Neid, Gier, Lust, Stolz...-  die unweigerlich den inneren Frieden untergraben und die die eigentliche Ursache für unmoralisches Handeln ausmacht. Und das wiederum ist die Quelle für Angst, Niedergeschlagenheit, Stress, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen ectpp...

Gerade in den Industrieländern beobachtet der Dalai Lama eine wachsende Verunsicherung darüber, was überhaupt Moral ausmacht und worauf sie sich gründet oder wie der ethische Gehalt einer Handlung zu bestimmen ist - den Menschen fehlt innerer Halt und Festigkeit. Zum andern mußte er erkennen, dass Wohlstand oft mit psychischem Leid einhergeht. Unzufriedenheit verschwindet nicht durch Konsum und Luxus. Zu oft wächst diese gar.

Vernachlässigen wir die innere Dimension, sagt der Dalai Lama, werden wir automatisch leidvolle Erfahrungen durchleben müssen und das Glücksgefühl wird uns verlassen. Das liegt daran, *dass eine wahrhaft geistige oder innere Disziplin - im Gegensatz zur körperlichen - nicht erzwungen, sondern nur durch freiwilligen und bewußten Einsatz erreicht werden kann. Wenn wir uns ethisch verhalten wollen, dann gehört dazu mehr, als nur Gesetze und Vorschriften zu befolgen.* Oder ganz anschaulich ausgedrückt:  *Der undisziplinierte Geist ist wie ein Elefant: wenn man ihn unkontrolliert herumtollen läßt, wird er Verwüstungen anrichten.*

Mich begeisterten an diesem Buch vorallem die Beispiele aus seinem persönlichen Erleben, die der Dalai Lama immer wieder heranzieht. Aber auch die Etymologie der tibetische Sprache fasziniert mich, denn viele einzelne Worte haben eine sehr weitreichende Bedeutung. Manche Worte kann man nur verkürzt übersetzen, wie Geisteszustand, wobei im Tibetischen die Einheit von Herz und Geist bereits in diesem Begriff verankert ist - ebenso wie Bewußtsein und Gefühl nicht voneinander komplett zu trennen sind, weil jeder Gedanke auch mit einem bestimmten Gefühl verbunden ist. Und das sollte man sich klar machen: Das Gefühl als Grundprinzip allen Lebendigem gilt es zu pflegen und zu hegen, weil alle geistige/ innere Entwicklung daran gekoppelt ist - was der Dalai Lama nennt: *die eigene Sensibilität bewußt erwecken*.

Also, wer glaubt, dass er für ein glückliches, erfülltes Leben noch Luft nach oben hat, der darf sich vom Dalai Lama praktische Anleitungen holen.Wie sagt der Habib gerne so schön: Buddhismus ist die Religion für spirituelle Handwerker! 


 

Je länger ich koche, umso mehr schätze ich die schlichte Gartenküche. Bei diesem Teller reicht es, dass die Zucchini ganz frisch sind und mit viel frischem Salbei kombiniert werden. Ohne meine frischen Kräuter fehlt mir direkt die Lust zum Kochen. Und frische Pasta geht ja eh immer. Bon, damit erzähle ich nichts Neues: nämlich dass die Zutaten beim Kochen das ganze Geheimnis sind. Tja, und sind die gut, ergibt sich der Rest von selbst...


Zutaten 2P:

1 Pastateig:
100g Kamut
100g D1050
2 Eier
Salz
1 EL Öl 

2 Zuchini, grün
2 Knoblauchzehen
Salbei, viel
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Noilly Prat
Olivenöl
Parmesan

Zubereitung:

Pasta wie gewohnt zubereiten. Aus den dafür Zutaten einen homogenen, nicht zu festen nicht zu weichen Nudelteig kneten und mindestens eine halbe Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Nudelteig auswallen (immer schön mit Hartweizenmehl arbeiten - das verhindert das Zusammenkleben auf dem Küchentuch und im Kochtopf) und zu Tagliatette schneiden. Mit einem weiteren Küchentuch abdecken.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Zucchini in 1/2cm große Würfel schneiden. Knoblauch fein würfeln, einen Teil der Salbei-Blätter in feine Streifen schneiden. In reichlich Olivenöl alles zusammen anbraten. Kurz vor Ende - der Zucchini sollte noch Biss haben - mit dem Noilly ablöschen und salzen und pfeffern sowie mit Piment würzen.

Parallel in einer kleinen Pfanne Extra-Salbei-Blätter frittieren und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Nudeln in dem kochenden Wasser kurz al dente garen, abschütten und gut nass unter die Zucchini mischen. Nochmals abschmecken. Mit geriebenem Parmesan und frittierten Salbei-Blättern bestreuen und servieren.




Ganz schön was los an der blühenden, wilden Karde

Ottolenghis Süßkartoffel-Gratin mit Salbei

Sonntag, 27. Juni 2021


Auch wenn es schon viele Wochen zurückliegt, dass ich dieses Gratin (coucou Christiane) fotographiert habe, passt es gerade prima in die Zeit. Grund genug, es heute vorzustellen. Es ist ohne viel Aufwand zuzubereiten und während es im Ofen gart, kann man sich eine mächtige Schüssel Salat dazu richten. Es gilt lediglich zu beachten, dass die Garzeit des Gratins eine ordentliche Stunde beträgt - damit kein Stress aufkommen kann, weil man nur schnell... Es braucht halt seine Zeit im Ofen.

Aber dann besticht dieses Süßkartoffel-Gratin direkt mit dem ersten Bissen. Ich mag ausgesprochen gerne den entschiedenen Einsatz von Salbei: nicht kleckern - glotzen. Und die Süßkartoffeln können das sehr gut ab!

Wir genießen derweil diese Tage der Sommerfrische, wie es nur der junge, aufblühende Sommer kann, mit klaren, reinen Morgen und kühlen Nächten, die einen besonders tiefen Schlaf versprechen. Ich staune immer, wie tief ins Unterbewußtsein mich solche Nächte tragen können und was dort dann an überraschenden Botschaften für mich warten. Das Tagesbewußtsein - wie der Name bereits verrät - würde diese in mir schlummmernden Geschichten wohl nicht zu Tage bringen. Umso erhellender in solchen Nächten Schlaf geschenkt zu bekommen, der einen wie einen Kieselstein tiefer und tiefer fallen läßt.

Und das rund um die längsten Tage des Jahres - bizarre, n'est-ce pas? Jetzt haben wir den Zenit bereits wieder überschritten. *Wir sind doch noch gar nicht soweit*, meinte ich heute beim Frühstück zum Habib seufzend. *Tja*, antwortete er stoisch, *darauf kann das Universum keine Rücksicht nehmen.* Kümmern wir uns halt derweil ums Essen:



Zutaten 4-6P:

6 mittelgroße Süßkartoffeln (ca, 1,5kg)
5 EL groß gehackter Salbei (plus mehr zum Garnieren)
6 Knoblauchzehen,zerdrückt
Salz, Pfeffer
250g Sahne*

Zubereitung:

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Süßkartoffeln ungeschält (m: geschält) in 5mm dicke Scheiben schneiden - mit Gemüsehobel oder Messer.

Alle Zutaten in einer großen Schüssel mischen. Nun die Süßkartoffel-Scheiben in einer Gratinform mit hohem Rand setzen - mit der Hand nimmt man ganze Pakete und setzt sie aufrecht in die Form, parallel zum Rand (m: Schichtung runder Form angepasst). Zuletzt drückt man die Scheiben mit der flachen Hand etwas nach unten. Die in der Form vergessenen Knofi-und Salbeireste auf dem Gratin verteilen. Die Gratinform dicht mit Alufolie schließen (m: vorher abgedeckt mit Backpapier, da Alufolien-Skeptikerin) und für 45min in den Ofen schieben.

Nun Alufolie entfernen, Sahne anschütten und für weitere 25min unabgedeckt in den Ofen schieben. Die Sahne sollte nun eingedickt sein und die Süßkartoffeln mit einem Messer leicht durchzustechen - also gar - sein. Mit etwas in Streifen geschnittenem Salbei bestreuen und servieren. 

Anmerkung m: ich habe die Sahne etwas verschlankt, indem ich sie mit teils mit Milch aufgegossen habe und dafür ein wenig Kartoffelstärke in die kalte Milch mischte, damit die Flüssigkeit beim Garen auch gut andickt.

 

 

Knecht Ruprecht: Gnocchi mit Gorgonzola-Sauce

Sonntag, 6. Dezember 2020


Dieses Jahr - im Dezember kommt man ja so langsam in den Rückschau-Modus - saß ich mit einem Mann am Tisch, der mir erzählte, schon mit Michael Schanze Musik gemacht zu haben. Und mir saß ein anderer Mann gegenüber, der mir totally unverfroren in den Ausschnitt starrte - was deswegen schon befremdlich ist, weil meine Tittengröße das nicht hergibt und mir dergleichen dementsprechen selten bis nie widerfährt (und was ich übrigens seither auch nicht vermisst habe). Und dann war da noch dieser Moment an unserem Tisch, als ein Mann seine Frau (die neben ihm saß) als manisch-notorische Besserwisserin offenlegte. Alles strange Situationen in einem ohnehin seltsamen 2020.

Kennt überhaupt noch jemand Michael Schanze? Der, der die Quizshow für Kinder im Zweiten moderierte, hier extra rausgesucht: 1,2 oder 3 - sieht nicht nur aus wie aus einem anderen Jahrhundert IST auch aus einem anderen Jahrtausend. Die Ratekids sprangen dabei auf drei aufblinkenden Feldern hin und her, die für die Antwortmöglichkeit standen, bis der Moderator  *1, 2 oder 3, letzte Chance… vorbei!* rief. Aufgelöst wurde dann mit: *Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht*

Kinners, was ist das symbolisch, oder? Bis halt das Licht angeht. Doch mittlerweile (man wird ja älter und erfahrener) denke ich: *Oder auch nicht!* Dieses so oft gehörte *Ach, das wußte ich ja gar nicht?!* ist doch in den allerallermeisten Fällen Getue, Gemache, Scheinheiligkeit, Schmierentheater, Laienkasparei, simpelster aller Vertuschungsversuche, mit denen man sogar erfolgreich durchgewunken wird.

Die Wahrheit aber ist, dass wir meistens wissen, wenn etwas schwer schräg läuft. Die Frage ist: WILL man das wissen! 

Heute drückt in Frankreich wie in Deutschland die Gesellschaft niemanden mehr religiöse Muster auf. Jeder hat die Freiheit, sich freiwillig daraus etwas mitzunehmen - oder nicht. Die 10-Gebote etwa stehen für nichts anderes wie praktische Lebenshilfe: wer sich an diesen Geboten orientiert, wendet Unglück von seinem Leben ab. Dafür braucht es keinen Raketentechniker, keine längere Meditationssitzungen oder den Geistesblitz tieferer Erleuchtung - der gesunde Menschenverstand sollte zu dem gleichen Ergebnis finden: sowas kommt von sowas. Oder ganz schlicht zusammengefasst: *Was du nicht willst, was man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.* So kompliziert ist es gar nicht.

Mehr und mehr schlußfolgere ich, dass viele (die Mehrheit), die wider diese natürlichen Gesetze handeln, das absichtlich tun. Ganz mit Trude Simonsohn: *Die Leute, die Unrecht tun, wissen, dass sie Unrecht tun. Sie tun es trotzdem.*

Riesig beeindruckend finde ich in diesem Zusammenhang, wie Papst Franziskus manches in der katholischen Kirche versucht gerade zu rücken. Ich wüßte nicht, dass sich vor ihm schon ein anderer Papst im gleichen Maßstab bemühte. In seiner ersten Umwelt-Enzyklika "Laudato Si'" wirft er gar ein Dogma um. So weist Papst Franzikus darauf hin, dass es sich bei dem biblischen Auftrag *Macht euch die Erde untertan* um einen Übersetzungsfehler handelt, denn es müsse heißen:

Macht euch der Erde untertan

So gehen doch Sensationen! Da wundere ich mich sehr, dass eine derart wuchtige Aussagen nicht mehr mediale Aufmerksamkeit erhalten hat (gerade in Zeiten von Klimakrise, fridays for future oder greenwashing.... )

Weiter heißt es in seiner Enzyklika: "Wir sind in dem Gedanken aufgewachsen, dass wir ihre [der Erde] Eigentümer und Herrscher seien, berechtigt, sie auszuplündern." Zwei kleine Buchstaben, die ausgetauscht den Sinn komplett drehen: der Mensch, der sich nicht über die Erde zu erheben hat, sondern sich selbst zum Untertan der Erde machen soll. Aber auch hier gilt doch wieder gleiches: haben wir doch eigentlich gewußt, dass man sich als Mensch nur einzureihen hat wie alle anderen Lebewesen. Sämtliche indigenen Völker haben uns vorgemacht, wie man im Einklang mit der Natur lebt - um die Probleme zu verhindern, die wir heute im großen Stil haben.

Und - Hand aufs Herz - liegt die Ursache von all dem Übel tatsächlich an zwei falschen Buchstaben?

Hierzu passt wunderbar das Zitat von Gus Speth, der als Professor für Nachhaltige Entwicklung an der Yale-Universität und Chefberater der Nationalen Umweltkommission gegen Ende seiner langen Karriere diese resignierte Bilanz zieht (via *Nachdenkseiten*):

Früher dachte ich, dass die größten Umweltprobleme der Verlust der Artenvielfalt, der Kollaps der Ökosysteme und der Klimawandel wären. Ich dachte, 30 Jahre gute Wissenschaft könnte diese Probleme angehen. Ich habe mich geirrt. Die größten Umweltprobleme sind Egoismus, Gier und Gleichgültigkeit, und um mit ihnen fertig zu werden, brauchen wir einen kulturellen und spirituellen Wandel. Und wir Wissenschaftler wissen nicht, wie man das macht.”

 

 

Da habe ich leider ebenfalls keine Idee. Aber ich weiß, wie man nun schöne, haltbare Rillen dank Gnocchi-Brett (cocuou Hannah) in Gnocchi erhält! Juchhu! Eine würdige Veröffentlichung zum 2.Advent! Für mich nämlich ein echter Durchbruch an der Gnocchi-Front - und ich liebe Gnocchi! Ich bin so begeistert von dem neuen - wieder von den Pasta-Grannies inspirierten - Rezept, dass es bei uns ein Gnocchi-Gericht nach dem anderen gibt mit diesen Zier-Kartoffel-Gnocchi. Und mit ein Grund, wieso ihr hier direkt ein zwei- in-einem Rezept vorgestellt bekommt. Wichtig ist die verwendete Kartoffelsorte: unbedingt mehlig kochend - oder wie die Fränzis (hübscher) sagen: fondante (schmelzend).

 

Zutaten 2-4P*:

für die Gnocchi (4P):
500g Kartoffeln (mehlig kochend/ m: Agria)
200-220g feiner Hartweizengrieß (Semolina) oder Hartweizemehl
Salz
50g Ziegenfrischkäse
1 Eigelb
2 TL Thymian-Blättchen, getrocknet 

für die Sauce (2P):
100g Gorgonzola (m: Bleu de Brebis)
100ml Milch
50ml Sahne
50ml Gemüsebrühe
ein guter Schuß Weißwein (m: Rosé)
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette

Walnüsse, geröstet, gehackt
Salbeiblätter, frittiert
300g Brokkoli, über Wasserdampf gegart (oder Spinat)*

Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen.

Brokkoli über Dampf bissfest garen (oder Spinat waschen, hacken und in ein wenig Butter zusammenfallen lassen).

Ein Viertel des Gorgonzolas für die spätere Deko zur Seite legen. Ansonsten alle Zutaten für die Sauce miteinander erhitzen und glatt rühren - mit Mehlschwitze (roux) binden.

Den Brokkoli (oder Spinat) in die Sauce geben, nochmals abschmecken, Gnocchi unterrühren, mit frittierten Salbei-Blättern (auf dem Foto vergessen), restlichem Blauschimmel-Käse und etwas geriebenen Parmesan dekoriert servieren (bei Spinat anstelle des Salbeis geröstete Walnüsse verwenden).


*Anmerkung m: In meinem aufgegriffenen Rezept der Pasta-Grannies wird der Teig nur mit Kartoffeln und Hartweizenmehl zubereitet (ein Versuch wert). 

Die Menge an Gnocchi reicht für 4 Personen: ich habe daher die Hälfte nebeneinander liegend eingefroren und dann in eine Tüte umgefüllt. Die geforenen Gnocchi habe ich geforen in das kochende Wasser geworfen (sie brauchen deutlich länger bis sie gar sind - und verlieren daher auch etwas von ihrem Rillenmuster). Ich habe sie ebenfalls in kaltem Wasser abgeschreckt, warm gestellt, aber beim 2. Mal (mit Spinat) kurz in einer Pfanne angebraten bevor ich sie unter die Sauce gemischt habe. Saulecker!

Inspiration: Pasta Grannies


Reisen bildet: Thymian-Pici in geschmorten, bunten Zwiebeln mit Salbei und Ziegenkäse

Mittwoch, 20. Mai 2020


Nichts hat in den letzten Jahren so sehr meine Persönlichkeit geformt wie das Reisen. Wie so oft unterscheide ich sehr fein - etwas, dass manchen möglicherweise einiges abverlangt. Zwischentöne, Baby, das setze ich hier einfach voraus! Reisen ist nun mal nicht gleich Reisen. Ich habe unterwegs genügend Menschen gesehen, deren Hauptmotiv zu reisen die sog. Schönwetter-Garantie, das Sun-Downer-Getränk am Strand, das Insta-Bild am Hotspot oder das Häkchen auf der Weltkarte ausmachten. Von denen grenze ich mich ab. Wenn ich vom Reisen rede, dann unter folgenden Prämissen:

* individuell und selbst-organisiert und zwar abseits unter Einheimischen - weil geführte Gruppenreisen einfach das glatte Gegenteil sind
* mit Zeit und nicht für 2-3 Wochen - weil nur auf längere Dauer ein Alltagsleben stattfindet
*  Nüchternheit - weil viele im Urlaub noch mehr trinken als sowieso schon
* Harmonie - weil wer von Stress und Streit abgelenkt ist keine Sinneskapazitäten frei hat für andere Wahrnehmungen

*Um zu begreifen, dass der Himmel überall blau ist, muss man um die Welt nicht reisen* (Goethe). Eben. Für mich ist Reisen die einzig wahre Schule des Lebens - nichts, rein gar nichts kann das ersetzen. Reisen ist der Antipode  von schnöder Theorie. Etwas über Mallorca zu lesen und tatsächlich dort gewesen zu sein, ist ein himmelweiter Unterschied! Nicht von ungefähr sagte ein Journalist wie Peter Scholl-Latour: *Ich bilde mir meine Meinung stets erst vor Ort!* Ja, lesen mag ebenfalls bilden, aber im Vergleich zum Reisen nur um ein winziges Bruchstück. Wie sagt mein Habib so gerne: *Der Erfahrung zuliebe muss man bereit sein, sich die Hände schmutzig zu machen.* Der Name dieses Planeten ist Programm: *Erde*.

Dann hilft das Fremde, das Andere, das Ungewisse, das Unbekannte nicht nur Neues kennenzulernen, es hilft vor allem seine eigene Kultur besser zu verstehen. *Distanz schafft klare Gedanken* - und ohne diesen Abstand zur eigenen Herkunft wird man sein Heimatland nie richtig einschätzen können, sondern macht den Frosch, der im Brunnen lebt, und das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand beurteilen muss... 

Reisen hat mir geholfen, mir bewußt zu machen, was der Unterschied zwischen Bedürfnis und Anspruch ist. Und die menschlichen Grundbedürfnisse gleichen sich weltweit, weil sie existenziell sind. Erst wenn diese ELEMENTAR bedroht sind, verlassen Menschen ihre Heimat. Vorher nicht. SO einfach, wie gerne getan wird, flüchtet niemand.

Gleichzeitig ist Reisen der beste Anstoß zur Selbstschuulung. Etwa ganz mit dem Schiller-Gedicht *Blick in dein eignes Herz* - aber diese Räume und Gelegenheiten muss man erst einmal haben. Nach meinem Erleben kann man lediglich auf diese Weise Weltenbürger werden, ankommen und heimisch werden auf diesem Planeten - und dabei gleichzeitig in sich selbst. Denn erst unterwegs wird einem zutiefst bewußt, wie sehr man auf seinen gesunden Menschenverstand angewiesen ist. Man muss die Verantwortung ganz alleine für sich selbst tragen. Und wenn du dann deiner eigenen Wahrnehmung nicht vertrauten kannst... dann wirds Scheiße! So bekommt man Boden unter den Füßen, so erhält man Rückgrat, so entwickelt man Individualität, so wird man Freigeist.

Neben höchstpersönlichen Eindrücken gibt es gemeinsame Schnittmengen unter den Beobachtungen von Individualreisenden - und die kann man Außenstehenden nur schwer erklären. Für Jenny und Peter - auf deren Blog *Glaarkshouse* ich im Unimog durch die Welt mitgenommen wurde - müsste ich diese Aussage nicht näher erläutern. Ebensowenig wie mir ihre Andeutungen ausreichen, dass man als Deutscher weltweit den *Hilter* triggert. Oder ich mich nicht über Punkt 28 wundere. Oder wie sehr man sich für das hochgelobte Europa krumm und bucklig schämt in der Welt ob seinem Umgang mit den Flüchtlingen. By the way: der Reisedepeschen-Verlag hat ihr Buch *Roadtrip mit Jennifer und Peter Glas*  herausgebraucht - voller schöner Bilder und Geschichten für all jene, in derem Grundgefühl das Fernweh pocht und die noch vorhaben, davon etwas auszuleben!

Reisen verändert. Das ist der Preis und das ist okay. Nein, das ist mehr als okay: das ist der Zugewinn, der mit Gold nicht aufzuwiegen ist. Man verändert sich sogar so sehr, dass man anders wird als die anderen, die die vielbemühte *Komfort-Zone* nie verlassen haben. Und letztere zählen zu einer Gruppe, mit denen ich über viele Themen nicht mehr diskutiere. Kategorisch. Weil es keinen Sinn macht. Weil sie gar nicht wissen, wovon ich rede. Sie können es gar nicht wissen, weil ihnen die nötige Erfahrung dazu fehlt. Das macht dann einschlägige Gespräche nicht nur hochgradig sinnlos, die Gefahr ist enorm, dass man in diese freudlosen Rechthabereien gerät, auf die ich wirklich keinen Bock habe. Derlei Spiele müssen ohne mich gespielt werden. Weder bin ich gewillt, den Missionar zu machen und Blinden von Farben erzählen zu wollen, noch lasse ich mich kaputtquatschen von Leuten, die offensichtlich keine Ahnung haben und überhaupt nicht mitreden können. Ich kann gut damit leben, dass andere anders sind als ich. Und mich wiederum muss auch nicht jeder verstehen.

Anhand der Links (und es ist lediglich eine kleine handvoll ausgewählter) erkennt man, dass sich diese Themen und Werte wie ein roter Faden auf diesem Blog seit fast 9 Jahren durchziehen. Viele einschlägige Geschichten reihen sich wie Perlen auf eine Schnur. Dafür mache ich hier den Stellvertreter, davon möchte ich eine Prise zurück in die Welt schicken. Wer damit nichts anfangen kann oder sich gar provoziert fühlt, muss sich ein anderes Wohnzimmer im WorldWideWeb suchen. Denn dieses hier ist meines! (soviel zu dem entstandenen Shitstorm auch per Mail)

Um zurück auf die Zukunft des Reisens zu kommen (denn Jugendliche gehören in die Welt geschickt) verlinke ich euch zu Flocutus (via Buddenbohm), wo sich Lesenswertes findet, wie Covid sehr wahrscheinlich das Reisen verändern wird. Und wie sich das gerade neugewonnene Bewußtsein, welch ein großes Privileg das Reisen darstellt, auf die Motivation des Reisens auswirken könnte, darüber macht sich auf dem Reisedepeschen-Blog Philipp kluge Gedanken. 


Dieser Teller ist wieder einmal Blog-Spielerei. Die Kartoffel-Pici habe ich lediglich mengenmäßig etwas gestreckt, dass zwei appetitliche Esser wie wir es sind, auch gut davon satt werden. Dann muss man allerdings auf die Konsistenz des Teiges achten - ich benötigte einen Eßlöffel mehr an Öl, damit der Teig geschmeidig wird. Aber das solltet ihr dann beim Zusammenkneten erkennen.

Dazu gabs köstlich geschmorte Zwiebeln, wozu mich Susanne erneut inspirierte. In vergleichbarer Art oder so ähnlich alles schon hier gewesen. Die Unterschiede mögen nicht riesig sein, aber genau das macht ja die Lust am Kochen. Eine kleine Veränderung und schon steht ein anderer Teller auf dem Tisch. Kulinarische Vielfalt - nichts einfacher als das!

Zutaten 2P: 

Kartoffel-Pici
80 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz

2-3 EL Parmesan, frisch gerieben 
2 TL Thymian, getrocknet, fein gehackt 

500g Zwiebeln (m: gemischt)
weißer Port
2 Scheiben der Schale einer Bio-Zitrone
Olivenöl, großzügig
9 Salbei-Blätter 
1/2 TL Lavendel-Honig
Salz, Pfeffer 
etwas Zitronensaft

1 Ziegenfrischkäse (ca. 120g)

Zubereitung:

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen, ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Sie sollen noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.


Mit der Nudelmaschine mit der gröbsten Einstellung zu Bahnen ausrollen und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.
 


Zwiebeln in dünne streifen schneiden, mit etwas Salz in einer Schüssel vermischen und ca. 10 min stehen lassen.

Olivenöl in einer Pfanne, für die es einen Deckel gibt, erhitzen. Die Zwiebeln zugeben, kurz braten und durchrühren. Zitronenschale und Salbeiblätter zu den Zwiebeln geben. Mit Port ablöschen. Den Deckel auflegen und alles bei milder Hitze schmoren, ca. 10 min. Es sollte immer etwas Flüssigkeit auf dem Pfannenboden sein.

Den Honig zugeben, alles verrühren und mit Salz und Pfeffer würzen. Salbei-Blätter entfernen.

Parallel einen Topf mit reichlich Salzwasser aufsetzen.und die Pasta - je nach Dicke - etwa 3min kochen lassen. Probieren. Beim Abschütten etwas von dem Kochwasser auffangen.

Pasta mit Zwiebeln mischen - mit Kochwasser und etwas Olivenöl zu einer cremigen Konsistenz verhelfen. Pasta auf zwei Teller verteilen und den Ziegenkäse als Topping darüber zerbröckeln. Servieren.