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Kürbis-Kartoffelkugeln aus dem Ofen

Samstag, 19. April 2025

 

Heute wird nicht darüber sinniert, ob ein Nutella-Brot auch Butter braucht - zu Ostern ist deep talk dran. Tsss, deep-talk, wie albern kann ein Wort sein, oder? Ich hätte gerne, dass ihr ein Gedankenspiel mitmacht. Schön unverkrampft. Ganz so wie es Dostojewski in *Die Brüder Karamasow* handhabt, bzw. die kleine, darin enthaltene Parabel: *Der Großinquisitor*.  Nämlich einfach mal als einerlei angenommen, ob es Gott wirklich gibt oder ob er lediglich eine Erfindung des Menschen ist. Erstmal egal ob uferlose Phantasie oder beweisbarer Realismus. Um sich mit dieser großartigsten aller Ideen auseinander zu setzen, spielt das im Wesentlichen keine Rolle. Denke dir ein Wesen so groß, so weise, so schöpfend, so kreativ, so liebend, so lichtvoll, so mächtig, so allumfassend und alldurchdringend wie du in der Lage bist – und nenne es Gott, Allah, Manitu oder Shiva…. und stelle dich in Beziehung dazu. Spiritualität für Einsteiger.

Wobei sich Dostojewski klar festlegt: Ein Wunder ist es, dass ein solcher Gedanke – der Gedanke der Notwendigkeit eines Gottes – einem so wilden und bösen Tier wie der Mensch in den Kopf kommen konnte: So heilig, so rührend, so weise und so ehrenvoll für den Menschen ist dieser Gedanke.

Allein der Gedanke! Allein die Vorstellung! Allein die Möglichkeit!

Denn allein der Versuch, sich zu einem solchen Wesen in Relation zu setzen, gibt einen ganz anderen Maßstab. Wenn nicht der Mensch sich selbst als Maß aller Dinge nimmt, sondern er über sich freiwillig eine Macht installiert, ändert das in der Bewertung einfach alles: nach innen wie nach außen.

Bei manchen provoziert die Vorstellung einer solchen Existenz Ängste. Nichts anderes was die Geschichte von Frank Schätzing in *Der Schwarm* erzählt. Ich blieb in der ersten Folge der Serien-Verfilmung hängen (das Buch kenne ich nicht), weil mich die Parallele faszinierte zu den Orcas, die in der Straße von Gibraltar immer wieder Segelboote angreifen. Was als Wissenschaftskrimi beginnt, geht in eine Phantasy-Story über. Grundidee ist, dass die Natur zurückschlägt und als (Achtung Spoiler) ungreifbare Intelligenz, die alle Meereswesen durchströmt, sich gegen die Menschheit stellt. 

Das Mindset ähnelt Goethes Beobachtung (Wilhelm Meisters Wanderschaften): *Man fürchtet ein bekanntes oder unbekanntes mächtiges Wesen, der Starke versucht es zu bekämpfen, der Schwache zu vermeiden, beide wünschen es loszuwerden und fühlen sich glücklich, wenn sie es auf kurze Zeit beseitigt haben.*  

Für Goethe ist die einzige Antwort gegenüber einer höheren Macht das Gefühl der Ehrfurcht.- als Grundgefühl aller Spiritualität. Kann man denn Ehrfurcht vor einer Maschine empfinden, die Daten auswertet und sich eigenständig weiterprogrammiert? Selbst bei unterschiedlichem Maßstab (s.o.) wohl eher nicht. Ehrfurcht ist ein Gefühl, das mehr benötigt als die Anerkennung einer Überlegenheit. Und: letzteres ist reine Kopfsache. Wer sich abgenabelt hat von der Vorstellung einer Schöpfung, also wenn der Bezugspunkt nicht hin zu etwas Höherem leitet, der nimmt sich als Mensch zwangsläufig selbst als Mittelpunkt.

Nirgendwo kommt das deutlicher zu Tage als in den Social Media. Mehr kann Mensch nicht um sich kreisen, der Tanz um sich selbst, der Kult um die eigene Person,. Da hat die Götterdämmerung längst eingesetzt. Da sitzt man höchstpersönlich im Thron und zeigt für niemanden so viel Interesse wie für sich selbst. Wen soll man da noch anbeten - außer vielleicht andere Nixi-Superstars. Und gut, ja, für jene ist vielleicht die KI der Weisheit letzter Schluss. 

Was wäre das eine traurige Geschichte. All die Jahrtausende dauernde Entwicklung dieses Planeten von Dinosaurier über Ötzi mündet darin, dass der Mensch sich einer Maschine unterstellt. Nun, das hier ist ein großer Spielplatz, jeder sucht andere Erfahrungen. Aber große Entscheidungen stehen an: Geist oder künstliche Welt. Für jene, die nach geistiger Entwicklung streben, gilt es sich mit Fragen auseinanderzusetzen wie: wozu und an was sich orientieren? Was unterscheidet die Menschen wesentlich? Überlegungen, die bereits Mozart umtrieb (s. die Zauberflöte). Was trennt niedere Liebe von höherer Liebe? Wer gleicht mehr einem triebhaften Tier? Oder anders gedreht: wie kann Mensch das Tier in sich überwinden? Wie kann Mensch sich veredeln? 




Wieviel Prozent der Christen wissen überhaupt noch, was an Ostern gefeiert wird. Was meint ihr? In Frankreich sind es sicher weniger als 50 Prozent. 

Ich habe ein Salat Plus-Essen für Euch. Die Knödel garen im Ofen und werden so am Boden schön knusprig, innen sind sie flaumig. Dazu kann man jeden Salat machen, auf den man Lust hat. Ein unkompliziertes Essen, das gemeinsame Schnittmenge hat mit einem meiner Lieblingsthemen: den Puffern.


Zutaten - 6 Stück/ 3P:

400g Kartoffeln (m: Mona Lisa)
350g Kürbis (m: Butternut)
1 Zwiebel
3 EL frische Kräuter (m: Petersilie, Bärlauch, Knoblauch)
1 Ei
150g Frischkäse
60g Semmelbrösel
60g Hartweizengrieß, fein
1 TL Kümmel, gemahlen
Piment d'Espelette
Butter
Olivenöl
Tomme de Brebis


Zubereitung:

Kartoffeln als Pellkartoffeln aufsetzen und weich garen.

In der Zwischenzeit die Zwiebel fein würfeln. Den Kürbis schälen und ebenfalls in kleine Stücke schneiden - je kleiner, umso schneller ist der Kürbis nachher gar. Die Zwiebeln in Olivenöl glasig braten, dann den Kürbis zufügen und ebenfalls mitbraten . Sehr wenig Wasser zufügen, Deckel auflegen und weich dünsten - das Wasser sollte vollständig verdunsten sein. Etwas abkühlen lassen

Kartoffeln schälen und in eine Schüssel geben, etwas ausdampfen lassen. Kürbis-Zwiebeln dazugeben und mit dem Kartoffelstampfer fein stampfen (darf noch kleine Stückchen haben). Ei, Frischkäse und Gewürze untermischen, würzen mit Salz, Pfeffer, Kümmel und Piment.

Ofen auf 200°C (OU-Hitze) vorheizen

Eine Gratinform ölen. Aus dem Teig mit nassen Händen 6 Kugeln formen - sollte der Teig noch zu weich sein, zusätzliche Semmelbrösel verwenden. Die Kugeln in die Gratinform setzen und mit Butterflöckchen toppen.

In den heißen Ofen schieben und 30 min garen lassen. Dann den geraspelten Käse über die Kugeln verteilen und weitere 15min backen.


Gulasch aus karamellisierten Zwiebeln, weißen Bohnen und Paprika

Sonntag, 30. März 2025


 

Ab und an schauen der Habib und ich die Sendung *First Date* - dabei treffen sich zwei bis dato Unbekannte zum ersten Mal in einem Resto auf ein Mittagessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man auf diese Weise seine Traumfrau/-mann kennenlernt geht gen Null. Dementsprechend ist die Erfolgsquote dieses Formats. Nahezu alle belassen es bei diesem einen Zusammenfinden.

Aber ich sammle Kennenlerngeschichten und es ist entspannend zuzugucken. Es kommt keiner um, es wird niemand massakriert: in aller Regel ist man aufgeregt und gibt sich Mühe. Meistens. Der Habib und ich spielen dann die zwei vom Balkon von der Muppet Show und üben Manöver-Kritik. Von außen sieht man immer schnell, dass es nicht passt. Manchmal zählen wir die *Tatsächich's* mit (sensationell inflationär!) oder staunen darüber welch hohen Wert Hinz und Kunz der Sportlichkeit verleihen. Gefühlt sind auf einen Schlag ALLE extrem sportlich - zumindest in der Öffentlichkeit. Zumindest in der Selbstdarstellung.

Wir lachen über die immer gleichen Aussagen, wie wichtig Humor sei und man selbst für jeden Spaß zu haben...Es wiederholt sich sehr. Und ich frage mich seitdem, wann Fit for Fun derart als Olymp verinnerlicht wurde. Und ob die Teilnehmer nicht selbst merken, dass sie sich widersprechen. Man datet offenkundig im Fernsehen, weil angeblich auf der Suche nach *was Ernstem*, weil unverbindlich und nur so zum Spaß überall zu finden ist... Warum steht nie einer hin und sagt: ich weiß Bescheid und wie das Leben spielt. Nämlich wenn aus Spaß Ernst wird... denn Ernst ist heute 3 Jahre alt (den Kalauer kennt ihr). Brust raus und dann: Verantwortung kann ich, komme ich mit zurecht! Hey, wir Deutsche waren mal weltweit bekannt für unsere Ernsthaftigkeit. Also ich finde, das kann man zumindest von Menschen, die bereits eine 4 vorm Alter haben, durchaus erwarten. Die sollten etwas Lebenserfahrung gesammelt haben und Konsequenz nicht schrecken!

Aber ich habe gut reden. Ich habe ja keine Ahnung,! Was heißt es heute, Single zu sein?? Seit 20 Jahren bin ich in Beziehung. Und ich bin wirklich keinen Augenblick neidisch auf all jene, die sich da an den Tischen gegenüber sitzen. Wenn man wieder und wieder Zeuge wird, mit welch großer Erwartung in die Dates gegangen wird und zu 99 Prozent funkt es nicht... Kein Sternenstaub weit und breit! Nee, das ist kein Zuckerschlecken! Und ich habe auch keinen guten Rat für alle, die nach einem Zuhause für ihr Herz suchen. Außer Geduld. Denn erzwingen kann man eine Begegnung nicht. Nur Geduld ist ein harter Reifen - das wiederum weiß ich aus eigener Erfahrung!



Wunderbar in die Zeit der leeren Markttische passen Gerichte mit Hülsenfrüchte. Weiße Bohnen bringe ich definitiv viel zu selten auf den Tisch - dabei mag ich ihre Cremigkeit sehr. Der Gulasch ist super geworden, der ideale Begleiter zu allem *Kartoffel-Artigen*. Hier gabs meine Lieblings-Kartoffel-Gnocchi dazu, es passen aber auch die Pici, Schupfnudeln, Kartoffel-Pü oder einfach Pellkartoffeln.


Zutaten 2P:

2 weiße Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Dose weiße Bohnen (400g-Dose)
1 rote Paprika
2 EL Tomatenmark
1 TL Rohrzucker
8 Sardellen-Filets*
1 EL Kapern
1 TL Thymian, getrocknet
2 Lorbeer-Blätter
ca. 300ml Gemüsebrühe
Frühlingszwiebeln zum Betreuen
(m. junger Knoblauch)
Harissa
Pimenton de la vera
1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Pfeffer
Olivenöl


Zubereitrung:

Zwiebeln in ca. 1cm große Stücke schneiden. In Olivenöl bei mittlerer bis kleiner Hitze mit Geduld golden braten (nicht dunkel werden lassen!) - dauert gute 10 min. Zuletzt Knoblauch kurz mitbraten, dann Tomatenmark und Zucker. Nun die Sardellen-Filets einschmelzen lassen. 

Paprika - gehäutet mit Sparschäler - ebenfalls in 1 cm Würfel schneiden, in die Pfanne zugeben und die Gemüsebrühe (nicht zu stark gesalzen - Sardellen geben bereits einen salzigen Geschmack) anschütten. Bohnen, Thymian und Lorbeerblätter zufügen, ebenso den Pimenton, den Kreuzkümmel und das Harissa. Deckel auflegen und bei leichter Hitze ca. 15 min köcheln lassen. 

Zuletzt die Kapern untermischen und nochmals abschmecken. Lorbeer-Blätter entfernen. Zum Servieren mit Frühlingszwiebel-Grün, Schnittlauch oder jungem Knofi bestreuen.

Anmerkung m: wer sich an den Sardellen stört, ersetzt sie durch 1 TL helle Miso-Paste


Frühling-Kräuterleins mit Pici

Freitag, 28. März 2025

 

Eigentlich ist gerade Sauerkraut-Zeit! Auf den Markttischen ist nicht viel los. Um sich im Frühling auf andere Ideen zu bringen, stromert man am besten über die saftig grünen Wiesen und geht fürs Mittagessen ein Sträußchen erstes Grün pflücken. Und genau darum gehts heute: nämlich es soll nichts mehr sein als eine kleiner Anstoß, sein Augenmerk auf frische Kräuter zu lenken. 

Wildkräuter wie etwa Bärlauch - hier gehts zum Bärlauch-Spezial - oder aber den hübschen, nussigen Pimpinelle, Löwenzahn - Stichwort Salat mal so oder so, oder aber der schöne Löwenzahn -Honig - Klettkraut, Labkraut, Gänseblümchen - wie wärs mit Gnocchi damit - oder was euch sonst bekannt ist und zwischen die Finger kommt. Spitzen-Idee ist ja einfach ein Pesto aus verschiedenen Kräutern herzustellen. Pesto geht immer - wie etwa dieser Teller: Risotto mit Löwenzahn-Pesto, mit Spaghetti und pochiertem Ei, oder ganz klassisch als Gruß vom Land...

Ich habe mich heute auf den jungen Knoblauch konzentriert. Die Drôme ist bekanntermaßen Anbaugebiet für Knoblauch und so bekommt man seine Stangen als Sträußchen gebunden zu kaufen. Der frische Knoblauch bekommt auf dem heutigen Teller die vollen Schweinwerfer, dazu noch gutes Olivenöl, fleur de sel, Parmesan... Und beim Essen wird man dann festellen: das Gute ist schlicht - es braucht nicht viel zum glücklich sein...

Die Pici kennt ihr bereits - vielfach hier auf den Tisch gebraucht, weil so köstliche, selbstgemachte Pasta! Mittlerweile habe ich die Herstellung ein wenig vereinfacht  - s. Zubereitung



Zutaten 2P:

Kartoffel-Pici
70 g Kartoffeln, mehlig kochend
120g Mehl (m: Dinkel 630)
70g Hartweizenmehl
1 Ei (Größe L)
1 EL Öl
½ TL Salz
1/4 TL Kurkuma
Piment d'Espelette
Kräuter oder Pesto der Wahl
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Parmesan


Zubereitung:

Die Kartoffeln als Salzkartoffeln kochen, gut ausdampfen lassen und mit der Gabel so fein wie möglich drücken. Die Kartoffeln sollten dabei noch lauwarm sein. Mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Der ist etwas weicher als ein herkömmlicher Nudelteig. Falls zu weich noch etwas Mehl, andernfalls etwas Wasser zugeben.

Mind. 30 min. ruhen lassen
.

Mit dem Nudelholz zu Bahnen ausrollen von etwa 3-4 mm Dicke und in schmale Streifen schneiden. Diese Streifen werden mit der Hand zu einer Art dünnen Schupfnudel gerollt und dürfen ruhig etwas rustikal werden. Die Nudeln auf ein mit doppelgriffigem Mehl oder Hartweizengrieß bestreuten Brett verteilen.

Nun die Kräuter der Wahl fein schneiden (oder für ein Pesto alle zusammen in einen Hexler geben). Das Weiße des jungen Knoblauch kurz andünsten in einer Pfanne in etwas Olivenöl. Mit fleur de sel und Pfeffer würzen. Parallel die Nudeln in reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und al dente garen - dauert gute 3 Minuten (probieren vorher) und beim Abschütten etwas Nudelwasser auffangen. Die nassen Nudeln in die Kräuterpfanne geben, ebenso das fein geschnittene Grün des Knofis und noch mehr Olivenöl. Gebenenfalls noch etwas Nudelwasser anschütten und mit reichlich Parmesan bestreuen.

Tip Top Tofu: Ahornsirup-Knoblauch-Tofu

Sonntag, 23. März 2025

 

Bei Tofu war ich lange skeptisch. Soja war ja DIE Pflanze schlechthin, die man mit Gentechnik verband. Darüber redet heute kein Mensch mehr - irgendwie voll 2000er oder so... 

Wobei mich nicht wundern würde, wenn in ein paar Jahrzehnten rauskommt, dass die Tiermast mit genmanipuliertem Soja und Hormonen verantwortlich ist für die Entstehung von Lipödem, dieser Störung der Fettverteilung, *bei der es zu einer unkontrollierten Fettvermehrung vor allem an Beinen, Hüfte und Gesäß kommt*. Das sieht man ja auf einmal immer häufiger, auch weil mehr und mehr Frauen damit in die Öffentlichkeit gehen. Noch ist die Ursache dafür unbekannt, aber denkt an mich, wenn... Weil nichts bleibt ohne Auswirkung. Und ein Rückschluß wäre dann außerdem, dass die Tiere durch diese Mast ebenfalls zusätzlich Schmerzen leiden...

Aber ich will nicht ständig problematisieren. Das klingt neben *alles Scheiße* schnell nach so abgehobenem, übersättigtem Upper-Class-Good-Quality-Geseier: nichts kann man mehr fressen... Nur manchmal weiß ich wirklich nicht, wo die Schublade noch zu finden sein soll, worin sich die heile Welt versteckt...

Mttlerweile esse ich gerne Tofu. Richtig gerne sogar. Soja ist reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen und fermentiert soll er sogar möglicherweise das Leben verlängern. Dabei vertraue ich einfach meinen Bio-Herstellern - in der Hoffnung nicht belogen zu werden. Man kann nicht überall das Kleingedruckte recherchieren, mit welcher Energie auch?!

Lieber präsentiere ich euch mein neues Lieblingsrezept für Tofu! An dieser Glasur ist alles dran, alles drin an Geschmacksknospenkitzelei, was man sich wünschen kann. Guckt mal, wie hübsch die Tofu-Würfel glänzen! Und unkompliziert ist die Zubereitung obendrein - wenn gerade keine Puffer am Start sind bereichern diese Köstlichkeiten jeden Veggie-Teller! Hier serviert mit Best of Karotten-Salat und einer schnellen Variante des Karotten Stews.



Geschwister im Blog-Universum:  


Zutaten 2P:

250g Tofu
Salz, Pfeffer
1 EL Mehl
Sesam-Öl
3 EL Soja-Sauce
3 Knoblauchzehen
1 Stück Ingwer (ca. 1cm)
2 EL Ahornsirup/ Honig/ Agaven-Sirup
2 TL Reiswein-Essig (oder Apfel-Essig)
1/2 TL Harissa (oder Siracha-Sauce)
2 EL kaltes Wasser
1 TL Maisstärke


Zubereitung:

Tofu fester machen, in dem man ihn in Küchenkrepp eingewickelt presst (was Schweres draufstellen) - für mindestens 15min. Dann in Würfel schneiden und in einer Schüssel salzen, pfeffern und ringsherum mit Mehl bestäuben.

In einer Pfanne das Sesam-Öl erhitzen und die Würfel mit Geduld knusprig braten - dauert etwa 10 min. Die Würfel dabei immer wieder wenden,

Parallel dazu die Glasur mischen. Dafür den Knofi fein würfeln (oder durch die Knofi-Presse), den Ingwer fein reiben und dann mischen mit den restlichen Zutaten: Soja-Sauce, Ahornsirup, Harissa und Essig. In dem Wasser die Maisstärke auflösen und dann mit zur Glasur geben und verqurilen.

Die Glasur über die Würfel geben und so lange mitbraten und darin wenden, bis alle Würfel so glasiert sind, wie man sich das vorstellt und die Glasur anfängt einzudicken.

Anmerkung m: ich bevorzuge hier Ahornsirup oder Agavensirup, weil Honig durch das Erhitzen viele seiner wundervollen Inhaltsstoffe verliert.

Inspi. food with feeling


heißes Eisen - mediterrane Schmorsauce mit Tomaten-Gnocchi

Freitag, 4. August 2023

 

Warum begegnen mir so viele unerzogene Kinder? Ja, ich weiß, das anzusprechen ist ein heißes Eisen. Aber hey, als mittelalte (oder mitteljunge - wie ihr wollt) Kinderlose schreibe ich einfach ein paar Beobachtungen runter. Warum können Kinder nicht mehr *Guten Tag* und *Auf Wiedersehen* sagen? Das wäre doch die kleinste aller sozialen Gesten, die niemandem weh tun. Wir Dorfkinder hatten noch alle zu grüßen, die älter waren. Wo steckt das kindliche *Bitte* und *Danke* fest, die Grundregeln des Benimm? Warum quatschen Kinder gnadenlos dazwischen, ganz egal ob sich zwei gerade unterhalten? Warum haben die keinerlei Tischmanieren mehr? Warum muss ich so oft Zeuge werden, wie Kinder ihren Kopf durchsetzen, je unangenehmer, lauter und gewalttätiger sie werden? Ja, warum geben heute Kinder den Ton an und nicht mehr die Eltern? Das ist doch verdreht - ohne die Eltern wären die Kinder gar nicht überlebensfähig. Ist den orientierungslosen Eltern bewußt, was sie ihren Kindern mit dieser Führungslosigkeit für ihr weiteres Leben antun? Warum ordnen die Kinder sich nicht ein? Warum lassen sich Eltern so schlecht behandeln? In Frankreich ist man drauf und dran die Elternhaftung zu verschärfen - das kann es doch nicht sein. Warum sehe ich so viele Väter wie ein dummes Anhängsel neben Frau und Brut - warum lassen die sich das gefallen? Ja, wo ist denn da das harmonische Miteinander, die *freiwillige Kooperation* (auf die ich immer wieder zurückkomme)?

Meine Erziehung war noch sehr autoritär und vorallem durch Angst und Schrecken gekennzeichnet. Das kann keiner (mehr) wollen, das nimmt einem Menschlein die Kraft, um innerlich zu wachsen. Aber das Gegenteil kann auch keiner wollen, wenn durch keinerlei Vorgaben, Kinder egozentrische, hochmütige und herrische Eigenschaften ausbilden. Wie sollen die je beziehungsfähig werden?

Für alle, deren Ideal wie für mich der selbstbestimmte Mensch ist, der sich aufgrund einer eigenen Haltung und innerer Werte selbst zu führen weiß, ist die Freiheit immer begrenzt (alles andere ist Chaos und Willkür). Als Erwachsener habe ich mir den Rahmen selbst zu geben, als Eltern habe ich diese Begrenzung für meine Kinder zu ziehen. Und diese Art *Sandkasten* geben dem Kind dann die Möglichkeit, sorglos zu sein: andere kümmern sich um die Details. Innerhalb dieser roten Linien darf man sich frei ausprobieren, aber das Übertreten von ihnen birgt Konsequenzen. So ist die Welt nun mal angelegt...

Und ob später für sich als Erwachsener oder als Erzieher sollten die Regeln des Miteinanders von Vernunft und Anstand geprägt sein. Denn ich bleibe eisern dabei: ohne Wahrhaftigkeit, ohne Ehrlichkeit, ohne Offenheit - ob innerhalb einer Familie oder auch gegenüber anderen - ist kein Glück und keine Zufriedenheit möglich. Sowas kommt von sowas. Gegenseitig Schandtaten zu übersehen oder zu decken, damit ist gerade auf Dauer niemandem geholfen.

Ist es nicht der viel größere Liebesdienst, sich ab und an jemanden in den Weg zu stellen, den Kopf zu schütteln und zu fragen: was treibst du denn da? Dabei rührt mich dieses Reinhart Mey-Lied zutiefst, indem sich Eltern schützend vor ihr Kind stellen, selbst wenn es Dummheiten treibt, selbst wenn es von der Gesellschaft verurteilt wird - man hält als Familie zusammen. Und ich verstehe sehr wohl, dass die Familienbande oft mit tief gefühlten Verpflichtungen einhergehen - ich hatte es davon. Doch wie überall im Guten hat auch das seine Grenzen, nämlich dann wenn dabei gegen die oberste aller Verantwortungen sich selbst gegenüber verstoßen wird: die eigene Würde.

Nun, eigentlich brauche ich mir keine Gedanken darüber zu machen, stimmts? Es sind eure Kinder und nicht meine. Vielleicht liegt es daran, dass ich seit langem meinen Birk mal wieder gesehen habe. Mittlerweile nun mit seinen insgesamt drei blondschopfigen Geschwistern. Und für dieses Mal hatte ich besondere Freude an der ungekünstelten, fröhlichen, warmherzigen Mutter dieses Wawuschel-Trupps, die die Nase kräuselt, wenn sie lacht.

 


Heute wird hier wieder mehr gekocht, als sich nur *Essen gemacht*. Obwohl - wenn man die Gnocchi gegen Nudeln austauscht, ist das schnelle, simple Landküche. Die Gnocchi (auch ohne Tomate und Parmesan) sind gerade meine liebsten: aus dem Froster geholt und aufgetaut, lassen sie sich wunderbar anbraten und haben einen schönen Biss.

Die Sauce besticht durch die Qualität der Tomaten: coeur de boeuf wären ideal dafür. Alles zusammen im heißen Ofen schmurgeln lassen, ergibt eine schlonzige Sauce, die bestimmt mit Pasta nicht minder schmeckt.

 

 Zutaten 2P:

1kg Coeur de boeuf (m: rot, gelb, orange)
1 mittlere Aubergine
3 Knoblauchzehen
2-3 EL schwarze Oliven
4 Zweige Rosmarin
2 TL Thymian
1 TL Rohrzucker*
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Salz, Pfeffer
Olivenöl
1/2 Rezept Tomaten-Gnocchi
geriebener Parmesan

 

Zubereitung:

Den Ofen auf 220° Umluft vorheizen.

Aubergine in Würfel von ca. 2-3cm schneiden und auf einer mittleren Gratinform geben. Darauf die Oliven verteilen. Leicht salzen und pfeffern.

Dann fein gehackten Knoblauch und Rosmarin darüber streuen.

Die Tomaten überbrühen, entstrunken und enthäuten und in mittlere Stücke geschnitten auf die Auberginen setzen. Mit Thymian und Zucker sowie Piment würzen, salzen und pfeffern und mit ordentlich Olivenöl beträufeln.

Für 30-35min in den heißen Ofen schieben. Zwischendrin sanft umrühren, damit auch alle Aubergine-Stücke von Tomantensaft durchgegart werden.

Zusammen mit den Gnocchi und dem Parmesan servieren.

(Gnocchi auftauen lassen und in Olivenöl anbraten).

Anmerkung m: die Menge des Zuckers richtet sich etwas nach der Reife (und damit Süße) der Tomaten.

 

Nebelhorn - rote Gnocchi mit jungem Knofi und Artischocke

Sonntag, 26. März 2023


Drei Kiffer sitzen auf einer Bank. Fährt ein Auto vorbei. Sagt der erste - nach einer Viertelstunde: 'Ich glaube, das war ein Audi.' Sagt der zweite - wieder nach einer Weile: ' Ey nee, das war ein Opel'. Meint der Dritte... nach einiger Zeit: ' Ich geh jetzt heim, ihr seid mir echt zu stressig;'

Einer meiner Lieblingskiffer-Witze. Wie außerdem das Cartoon von der Kiffer-Oma, die von der Supermarkt-Kassiererin gefragt wird, ob sie eine Tüte will... Nee, antwortet die, wenn sie jetzt kiffe, vergesse sie wieder die Hälfte.

Dabei, zu Beginn bringt die Kifferei schon einen Fun-Faktor mit sich: man lässt das wohllüstige-wollüstige Tierchen in sich frei mit Lach-Flashs, Fress-Flashs und Juchtigkeit - in genau der Reihenfolge. Der Kopf wird dabei ausgeschaltet, umhüllt von weichen, selbstgebastelten, dicken Nebelschwaden nach einem tiefen Zug aus der Bong. Eintauchen ins Amöben-Feeling. Einfach leben, sollen sich andere um die Details kümmern. Tja, wie so oft fängt alles recht harmlos an.

Echt, was habe ich damals in den Wintermonaten oft ein Überbrückungskabel organisieren müssen. Morgens mit dem Auto auf Arbeit gefahren, vergessen, das Licht auszumachen und nach der Arbeit ist die Karre dann nicht mehr angesprungen. Tatsächlich habe ich damals immer jemanden mit Kabel zum Überrücken aufgetrieben - kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen.

Oder eine andere kleine Anekdote, wieder auf dem Weg zur Arbeit (weil die Mentalität galt: wer feiert kann auch Schaffen) geht mir doch mitten auf der Strasse das Auto aus. Tot. Geht nix mehr. Gut, dass der Vadder auf ADAC bestanden hatte, der schleppte mich dann zur nächsten Garage. Dort meinte der Mechaniker mich charmant anblinzelnd (#Jungmädchen-Vorteil): *Schreiben wir defekte Tankanzeige, sonst musst du's selbst bezahlen!* Peinlichpeinlich! Aber ALLE haben damals gekifft. In der Künstlerszene das Normalste der Welt. Nur macht man sich selten bewußt, dass man immer umgeben ist von einem Umfeld, das einem entspricht, das einen spiegelt. Ändert man sich selbst, ändern sich das Biotop samt Freunde... zwangsläufig.

Gut, verschusselt man halt mal was. Kann ja mal passieren. Wie eine Freundin, die zu der Zeit mit ihrem Freund ein Jahr durch Indien getingelt ist. Als ich sie vielleicht 15 Jahre später darauf ansprach, wie sehr ich sie um diese Reise beneidet hatte, weil mir damals noch der Mut zu solchen Abenteuern fehlte, war ihre Antwort ein gedehntes Jaaahhh, wenn mich heute nur mein Gedächtnis nicht so im Stich lassen würde... Kiffend alle Erlebnisse ausgelöscht... als wär's nie passiert... Einfach ein Weilchen for nothing gelebt... Wer will schon alles ganz genau wissen, seiner Wahrnehmung trauen oder klebt an Vergangenem, nich?! An dieser Stelle darf gerne selbstständig weitergedacht werden, was das in aller Konsequenz bedeutet, wenn *Erkenntnis das Ambrosia dieses Planeten* ist!

Und irgendwann, wenn man *sich locker macht* (wie's so gerne unter Seinesgleichen heißt), brav am Dope hängenbleibt und es konsequent durchzieht (natürlich ganz mit Obama ohne zu inhalieren),dann landet man man in Panikattacken, paranoiden Angstzuständen mit Verfolgungswahn und Depressionen - ohne dass dieses *irgendwann* jemand genau prognostizieren könnte. Weil man sich verfangen hat in einer lähmenden Orientierungslosigkeit, einer toten Ereignislosigkeit, die in den Wahnsinn treibt. Wer meint, kann sich auf diese Weise um die Auseinandersetzung mit der Welt drücken und stattdessen bei Raggae-Musik bis zur handfesten Neurose dümpeln. Mit Segen und Genehmigung von oben. Wenn das kein großer Spaß ist?!

 


Am Thema *Gnocchi* habe ich mich ja bereits sehr abgearbeitet. Und diese Kartoffel-Gnocchi sind mittlerweile meine Lieblinge, wenn ich mit Varianten spielen will. Die Konsistenz und ihre Formstabilität sind einfach super.

Hier habe ich sie eingefärbt mit Tomatenmark. Deshalb sind es aber - geschmacklich - noch keine Tomaten-Gnocchi, das ist lediglich ein *optisches Angebot*.  Der Gewürz-Stürmer in den Gnocchis ist der Parmesan.

Ich habe sie über mein Gnocchi-Brett (coucou Hannah) gerollt - ihr könnt sie aber nach Lust und Laune formen.


Zutaten 4P:

500g Kartoffeln*
100g Hartweizenmehl (oder feiner Hartweizengrieß)
100-120g Mehl (m: D1050)
1 Eigelb
100g Parmesan, gerieben
3 EL Tomatenmark
1/2 TL Piment d'Espelette
Salz

.Zutaten 2P
 
3 Artischocken
1/2 Bund frischer Knoblauch
Salz, Pfeffer
ein Schluck Noilly Prat
Olivenöl
50g Butter

 

Zubereitung: 

Kartoffeln als Pellkartoffeln kochen und noch warm durch die Presse drücken, zuerst mit dem Mehl (oder dem Hartweizengrieß) mischen, dann mit restlichen Zutaten. Den Teig nur so lange kneten, bis er homogen und nicht mehr klebend ist. 

WICHTIG: nicht überkneten, sonst wird der Teig speckig und immer schön mit Hartweizenmehl (oder Grieß) bestreuen, damit die ausgelegten Gnocchi sowie später die kochenden Gnocchi nicht aneinander kleben!

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig halbieren (= 4 Portionen). Aus dem Kartoffelteig nacheinander Würste von etwa Fingerdicke rollen, 1cm-Stück abschneiden und diese über das Gnocchibrett rollen - oder eben nach Wunsch formen. Nebeneinander auf ein Küchentuch auslegen und abdecken bis alle fertig gestellt sind. Die Hälfte (für 2Personen) so lange kochen, bis sie nach oben steigen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken (soll helfen, dass Rillenmuster zu bewahren), gut abtropfen lassen und warm stellen. (Die andere Hälfte der gegarten Gnocchi, die ich einfriere, lege ich nebeneinander auf Backpapier in eine Gratinform und friere sie so ein - später, wenn sie gefroren sind, fülle ich sie in eine Tüte um). Gnocchi garen, abtropfen lassen und warm stellen.

Die Knoblauchstangen in feine Ringe schneiden - etwas Grün zur Seite stellen für die spätere Deko. Die Artischocken putzen und Zitronenwasser zwischenlagern.

Olivenöl erhitzen und Artischocken mit Knoblauch darin anbraten. Salzen und pfeffern. Mit Noilly Prat ablöschen, Hitze verringern, Deckel auflegen und die Artischocken in einigen Minuten fertig garen. 
 
Butter einschmelzen lassen, Gnocchi untermischen und sofort servieren. 

*Anmerkung m: habe anfangs gerne mehlig-kochende Kartoffeln verwendet, funktioniert aber auch mit festkochenden


passt nahtlos zu Daniels anderem Lied um das uralte Spiel *Trau-Schau-Wem*: Danger Dan *Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt* Wer noch ein bißchen tiefer einsteigen will: Daniel erzählt im Hotel Matze anschaulich von seinen Kiffer-Erfahrungen und wie er für das Lied gegen das Kiffen deutlich mehr Anfeindungen aushalten musste wie für letzteres verlinkte.

Neugier: Lasagne aux carottes, fines herbes et comté

Mittwoch, 8. März 2023

 
 

Das Bild hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und bereitet mir Freude, wann immer ich daran denke: ein kleiner Junge, vielleicht 2 Jahre alt, wird von seinem Vater im Buggy geschoben. So weit so unaffällig. Was aber direkt ins Auge sticht ist, WIE das Bübchen im Buggy sitzt. Er sitzt nämlich aufrecht, gar leicht nach vorne gelehnt, fast ein wenig angespannt - beide Hände halten sich am Sicherheitsbügel fest, mit wachen Augen und gespitzten Ohren. Wie auf einem Wachposten. Wie ein Jäger im Hochsitz. Wie in der Achterbahn vor dem Start. Als würde hinter jeder Ecke etwas Großartiges warten, etwas Spannendes zu entdecken sein. Neugier am Anschlag, mittendrin im großen Park der Sensationen, im Abenteuer Leben, das Fleisch gewordene Sesamstraßenlied:  tausend tolle Sachen, die gibt es überall zu sehen... A-l-l-e-s aufregend! Der Anblick amüsierte mich sehr!

Warum ist diese Art der Begeisterung schwer aufrecht zu erhalten? Anstelle von *aufregend* empfindet man das Leben später eher als *anstrengend*. Derart gespitzte Sinne bei einem Erwachsenen kenne ich eigentlich nur von meinem Habib, dem alten Afrikadurchquerer. In der Wüste muss man sich auf sich verlassen können, da kann man niemanden nach dem Weg fragen - zumindest nicht damals, als der Habib durch die Sahara turnte. Ich weiß auch noch, wie mir diese Wachheit zum ersten Mal an ihm auffiel. Ganz am Anfang, als der Habib und ich zusammengekommen sind, machten wir einen Ausflug an die Mittelmeerküste. Und ich erinnere mich, wie der Habib beim Mittagessen auf der Resto-Terrasse mit eben diesem Interesse für alles und jeden seinen Blick schweifen ließ. Wie eine Art gesteigerte Aufmerksamkeit. Ich stutzte darüber, denn ich begann dann ebenfalls den Kopf zu drehen: anscheinend entgeht mir was. Erde als großes Mysterium.

Neugier macht das Leben definitiv lebenswerter. Aber wie im Urwald auch, gilt es die Wahrnehmung zu schulen, Fährten lesen zu können, Vögelrufe auseinander zu halten uswusf - all das kann Orientierungshilfe bieten, all das kann im Dschungel gar lebenswichtig sein. Kunst-Unterricht samt seinen Bildbesprechungen wäre eine tolle Möglichkeit, um den Blick zu trainieren. Sehen, richtig sehen will gelernt sein. Und wenn das Auge weiß, worauf es zu achten hat, übt es mit der Zeit, Informationen viel schneller abzugreifen, zu filtern, zusammenzusetzen und auszuwerten. Mir hat in dieser Hinsicht die Beschäftigung mit Homöopathie Türen geöffnet.

*Wieviel Geheimnisse weißt du*
 *Drei* versetzte der Alte
 *Welches ist das wichtigste?* fragte der silberne König
 *Das offenbare* versetzte der Alte 
                  (Goethe - Das Märchen)

Das größte Geheimnis ist das Offensichtliche - das ist doch stark, oder?! Aber es braucht dafür *Augen, die sehen und Ohren, die hören können*. Stattdessen benutzen wir unsere Grundaussattung *Wahrnehmung* schlecht bis ungenügend (von Gedankenkraft will ich hier jetzt gar nicht anfangen). Und durch das Handy geben wir das Restvermögen sogar noch ab an ein Maschinchen. Blöder Fehler, saublöder Fehler. Damit steht man bereits mit einem Fuß im Irrsinn, der bekanntlich dort anfängt, wo man seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr trauen kann...


 

Ziehe ich als Beispiel unser Lieblingsresto ran, das mich zu der heutigen Lasagne inspiriert hat. Diese haben wir dort schon zwei Mal gegessen, jedes Mal eine veritable Portion, die gut sättigte und wenig Platz für anderes übrig ließ außer einer kleinen Salat-Dekoration. Der verdiente Mittelpunkt gehörte der Lasagne, zurecht unangefochtener Star. Warum, das werdet ihr beim Nachkochen selbst herausfinden. Fines herbes bezeichnet übrigens eine Mischung aus frischen Kräutern, ich habe dafür Petersilie, jungen Knoblauch sowie Frühlingszwiebeln und Estragon verwendet.

Sehr oft ist ihr *assiette du jour* nämlich das Gegenteil: sehr überladen. Viele unterschiedliche kleine Gerichte, Geschäcker und Aromen drängen sich dicht an dicht nebeneinander. Das macht manchmal Spaß, manchmal ist es aber auch einfach zu viel des Guten.

Und weil sich alles in Allem spiegelt, gilt Gleiches für ihre Passion für Dekoration. Das Resto ist mit viel Liebe zum Detail eingerichtet, aber es kracht mehr und mehr aus seinen Nähten, man weiß gar nicht mehr, wohin zuerst gucken. Übertrieben halt.

Kleine Beobachtungen wie diese machen den Alltag zum Erlebnis. Ich glaube, das ist mit einer der Gründe, warum ich mir das nicht entgehen lassen will. Und weil man mit der Zeit merkt, dass die Sinne sich schärfen lassen, je mehr sie auf Habacht sind. Und weil man seiner Beobachtungsgabe immer tiefer vertraut und damit seinem eigenen Urteil. Und Urteilsfähigkeit ist in meinem Universum, in dem der freie, eigenverantwortliche Mensch das Ideal ist, ein angestrebtes Ziel.


Zutaten 2P:

Lasagne-Blätter:
50g Kamut-VK
50g Dinkel 1050
1 Ei
Salz
....
500g Tomaten (m: halb stückig, halb Ofen-Tomaten)
2 Knoblauch-Zehen
2 Lorbeer-Blätter
1 TL Rohrzucker
Salz, Pfeffer
Thymian
Harissa
2 EL Balsamiko-Reduktion 
....
2 Karotten
150g fines herbes (frische Kräuter/ oder Mangold, nur das Grün)
100g Comté

 

Zubereitung:

Pastateig zubereiten, dafür alle Zutaten zu einem homogenen Teig kneten und eingewickelt mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Dann die Sauce auf den Weg bringen. Dafür in Olivenöl den fein gewürfelten Knofi anschwitzen, Tomate zufügen, salzen, pfeffer, Thymian und Lorbeer-Blätter zufügen, würzen mit Zucker und Harissa und offen bei kleiner Hitze einreduzieren lassen auf etwa 300ml. Lorbeerblätter entfernen und abschmecken mit Balsamico-Reduktion. Gebenenfalls nochmals nachwürzen. Die Tomatensauce sollte sämig und gut würzig sein-

Karotten bürsten, der Länge nach halbieren und dann der Länge nach in lange Scheiben schneiden. In etwas Salzwasser mit einem kleinen Stich butter und einer Prise Zucker weich garen.

Die frischen Kräuter waschen, trocken schütteln - von Stielen befreien (Petersilie) und mittelfein hacken. (Mangold von den Stielen befreien (und diese für ein anderes Gericht verwenden), waschen und über Wasserdampf garen. Dann kleiner schneiden).

Pastateig dünn auswellen (m: Marcato)  und in 5 gleichgroße Stücke schneiden. In einer breiten, tiefen Pfanne Wasser erhitzen, salzen und die Teigplatten nacheinander darin kochen. Auf einem sauberen Küchentuch glatt auslegen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen.

Die 1kg-Form buttern und nun die Lasagne schichten: dafür mit ein wenig Tomatensauce beginnen, dann ein Lasagne-Blatt - Tomatensauce - Karotte - Mangold - Käse (geraspelter Comté) - Lasagneblatt .... mit einem Lasagneblatt, Tomatensauce und Käse abschließen.

Die Lasagne etwa für 25min in den Ofen schieben.
 
Anmerkung m: fines herbes wird eine Mischung aus unterschiedlichen frischen Kräutern bezeichnet - je nach Jahreszeit Petersilie, Kerbel, Schnittlauch, Estragon (aber auch Basilikum, Koriander... je nach Rezept und Aromenwunsch) - sie würzen diese Lasagne nochmals mit - und die Qualität der Sauce ist entscheidend bei dieser Lasagne: die muss schön sämig und gut würzig sein. Dadurch dass ich sie bereits 2 Mal zubereitet habe und beim 2. Mal die Sauce zu *dünn* wurde, weiß ich das gewiß. Wer keine Ofentomaten hat, nimmt stattdessen stückige Tomaten und zwar möglicherweise insgesamt 600 g, die dann auf die Hälfte einreduziert wird


Sommervariante: hier war die Sauce besser geglückt = würziger und sämiger

Big picture und der beste vegane Burger

Samstag, 11. Februar 2023


 DENKE GROSS, FÜHLE TIEF!

Während meiner Sturm-und Drangzeit habe ich mir viele Shirts bemalt und bedruckt. Kunststück - ich saß direkt an der Quelle. Als Theaterplastikerin mußte ich nur rüber zu den Theatermalern gehen und mir ein paar Buchstaben-Schablonen ausleihen. Leichter kann man von Hand nichts sauber Beschriften. Auf einem meiner Lieblingsshirts stand *Adore*. Für mein Darfürhalten etwas, dass nicht nur als Wort im Deutschen fehlt sondern vor allem im Erleben. So schwer ist ein wenig Schwärmerei doch nicht und wirkt für alle erhebend und beflügelnd. Sehr gerne bin ich also als wandelnde Litfaß-Säule mit dieser Botschaft durchs Leben gelaufen.

So wie es mir jetzt gut gefällt, mehr *Denke groß, fühle tief*- Impulse in die Welt auszuleiten. Und da bietet sich hervorragend an, einen Blick durch *den neuen Star der Astronomie* zu werfen: das James Webb-Teleskop.

Mitte Juli veröffentlichte die NASA die ersten Bilder des größten Teleskops ever und diese Bilder von Exoplaneten und von Galaxien kurz nach dem Urknall, übertrafen alle Erwartungen. Die Fachleute sind entzückt, ja ein *Adore* rauscht durch die Szene! Das Neun-Milliarden-Dollar-Instrument, das sich in den ersten Wochen nach dem Start im All vollautomatisch entfalten musste, funktioniert sogar besser als erhofft und zeigt gestochen scharf nie gesehene Vorgänge in den Tiefen des Kosmos. Schaut selbst, hier beispielsweise kann man einen Blick erhaschen. Und? Ist doch spektakulär, selbst wenn man von Tuten und Blasen keine Ahnung hat! Möglicherweise muss das seitherige Modell der Entwicklung der Erde dadurch neu angepasst werden, denn die Bilder des James-Webb-Teleskop erforschen komplettes Neuland, so dass Theorien um den Urknall durch neue Spekulationen angeheizt und mit diesen neuen Beobachtungen neu gedacht werden müssen.

Mich fasziniert, auf welch tönernen Füßen unser aktuelles Wissen stehen kann - weil es eben Detail-Wissen ist, dem der Schlußstein fehlt. Wobei die Erkenntnis, wie unvöllständig unser Wissen ist, eigentlich heilsam sein könnte. Wie fragte *mein Dokumentarfilmer*: Warum lernt der Mensch nichts dazu? Nun, weil er sich zu wichtig nimmt, jeder einzelne für sich genommen und als gesamte Menschheit. Hochmut genannt. Man kennt seine Grenzen genau so wenig wie seine Möglichkeiten. Und genau das wiederum macht den Drahtseilakt menschlichen Daseins aus: zwischen Bescheidenheit und gesundem Selbstbewußtsein. Einerseits braucht ein selbstbestimmter Mensch beide Füße auf dem Boden und eine gewisse Selbstsicherheit - vielfach zitiert - *Der Irrsinn beginnt da, wo man an seiner eigenen Wahrnehmung zweifelt*.

Andererseits geht Selbstverantwortung einher mit einem hohen Maß an Selbstreflexion. Mit der Konsequenz der Selbstbeschränkung. Wie Christian Morgenstern (coucou Evi) so schön formuliert: *Höher als alles Vielwissen stelle ich die stete Selbstkontrolle, die absolute Skepsis gegen sich selbst.* Wenn man nicht in der Lage ist, sich kritisch zu betrachten, dann verstummt die Gewissensstimme - aber auch, weil man zuvor alle Werte über Bord geworfen hat. Und dann eiert man je nach Strömung ohne innere Feste wie eine Amöbe durch seichte Gewässer.

Im Guten hat alles seine Grenzen, alles einen Rahmen - nur das Böse wuchert und ist maßlos. Diesem Grundprinzip folgend tippe ich darauf, dass Einstein mit seiner bekannten Vermutung in ferner Zukunft recht behalten wird.



 

Letztes Jahr habe ich im Resto einen lieblosen, glanzlosen, farblosen Burger gegessen - für sageundschreibe 19 Euro. Ich war richtig empört. Über meine Wahl, die Ausführung des Burgers, den Preis und überhaupt. Burger auf der Menu-Carte in der französischen Campagne - wie tief kann die französische Küche abgerutschen? Ja, ich übertreibe, ist klar, hätte ich halt was anders bestellt...aber keiner will einen schlechten Burger essen weder in der ländlichen, französischen Campagne noch sonst wo.

Tatsächlich ist das Erbe der Pandemie, dass seither vermehrt Burger auf den Menu-Karten zu finden sind. Man macht es sich in der Gastro jetzt leichter. Burger ist schnell zu basteln und obendrein mögen viele Burger. Ich esse Burger ebenfalls ganz gerne - alleine schon, weil man die Finger benutzen darf. Aber: er muss halt auch schmecken. Und appetitlich aussehen.

Zwei Kritierien, die mein heutiges Burger-Rezept erfüllt. Die Burger-Buns werde ich vermutlich nicht veröffentlichen, die haben keinen TÜV erhalten und die bereits verbloggen Buns (Goldie und Barbie) bleiben deutlich vorne. Für heute also lediglich das Burger-Pattie, das für ein veganes Pattie mit einer soliden Konsistenz aufwarten kann - was ich bei einem Pattie wichtig finde, nämlich dass die Zähne auf etwas Widerstand stoßen. Kommt auf jeden Fall unter die Top 3!

 


 

Zutaten - Pattie 4 Stück:

120g Reis, frisch gekocht (m: schwarzer)*
2 Lorbeerblätter
250g Pilze (m: halb Champignons/ halb Shiitake) 
1 kleine Zwiebel
3 Knoblauchzehen
Olivenöl
3 EL Tamari
1-2 TL Harissa
2 EL Balsamico
1 TL geräuchertes Paprika-Pulver
3 EL Petersilie
20g Leinsaat, geschrotet (m: Goldleinsaat)
30g Walnüsse, grob gehackt
40-50g Semmelbrösel
Salz, Pfeffer
.
Hoisin-Sauce

 

 Zubereitung:

Den Reis mit den Lorbeerblättern ansetzen und in Salzwasser weich kochen. Etwas abkühlen lassen, Lorbeerblätter entfernen.

Von den Shiitake die Stiele entfernen, sämtliche Pilze klein schneiden. Zwiebel und Knofi fein würfeln. Gemeinsam in Olivenöl etwa 6-7min braten. Dabei würzen mit geräuchertem Paprika-Pulver, Tamari, Harissa und Balsamico. Salzen und pfeffern. Kurz vor Ende die klein gewiegte Petersilie untermengen. Etwas abkühlen lassen.

Nun alle Zutaten in einen Food-Blender geben (m: Zauberstab verwendet) und derart anpürieren, dass noch Textur erhalten bleibt - die Masse soll dabei keinesfalls zu Mus gehexelt werden. Nochmals abschmecken (ein Burger-Pattie braucht Wums). Und gegebenenfalls - je nach Konsistenz - noch etwas Semmelbrösel (oder Panko) untermengen (m: war bei mir nicht nötig). 4 gleichgroße Patties formen und auf Backpapier setzen (oder in Gratinform...).

Für 1 Stunde nach dem Formen im Kühlschrank ruhen lassen.  

Dann von beiden Seiten in Öl (oder auf dem Grill) goldbraun braten. Zuletzt mit Hoisin-Sauce mit Hilfe eines Pinsels glacieren. Burger nach Lust und Laune zusammensetzen und reinbeißen.

Anmerkung m: WICHTIG: der Reis muss frisch gekocht sein, dadurch erst ist der Reis entsprechend *sticky* um die Pattie zusammenzuhalten!

statt schwarzem Reis eignet sich der Farbe zuliebe ebenso gut auch brauner Reis oder roter/ statt Semmelbrösel kann man teilweise oder ganz auch Panko verwenden/ bei uns gabs dazu eine Knoblauch-Sauce, auf die ich zurückkommen werde und marinierten Rettich, außerdem gegrillten Paprika und Gurken-Scheibchen sowie Salat und Ketchup.

2 Patties habe ich nach dem Ruhen im Kühlschrank eingefroren - aufgetaut lassen sie sich prima weiterverarbeiten, sprich: braten.

Inspiration: Love and Lemons 

 

Fürchte dich nicht: Kartoffel-Pilze

Dienstag, 7. Februar 2023


*Fürchtet euch nicht* - als mir dieser Satz gleich zwei Mal außerhalb des entsprechenden Kontext (Kirche) begegnete, staunte ich auf. Christliches Abendland hin oder her, aber christliche Inhalte sind doch aus dem Alltagsleben verschwunden, oder? *Fürchtet euch nicht!* habe ich schon ewig nicht mehr gehört. Aus der Kirche ausgetreten bin ich vor vielen Jahren; der Verwaltungsapperat des Klerus samt Institution Religion interssiert mich nicht. Und Religion hat mit Spiritualität ebenso wenig zu tun wie mit Esoterik - das habe ich erst vor kurzem klar voneinander getrennt. Trotzdem ist mein Aufwachsen klar christlich geprägt.

Ich frage mich, wie viele heute noch mit diesen drei Worten wie ich sofort an die entsprechende, kleine Bibel-Geschichte denken. Dabei zählt dieser berühmte Bibel-Text bestimmt zu den Top Ten der bekanntesten Episoden aus einem der ältesten Buch der Welt, in dem eben diese drei Worte fallen: die Jünger befinden sich in einem Boot auf dem stürmischen See Genezareth und stehen ganze vier Tage lang Todesängste aus. Da sehen sie, wie Jesus auf sie zukommt - über das Wasser laufend! Sie erschrecken ganz fürchterlich vor dem vermeintlichen Gespenst. Um die Jünger zu beruhigen sagt Jesus die bekannten Worte: *Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!*

Jetzt könnte man sich überlegen, ob es sich bei dieser Anekdote vielleicht um ein Übersetzungsfehler handelt. Vielleicht ist Jesus auch geschwommen - eine Fähigkeit, die damals vermutlich niemand beherrschte. Was egal wäre, denn ob Schwimmen oder Laufen hätte seinerzeits den gleichen Eindruck gemacht: beides gleich ungeheuerlich, beides gleich unmöglich - ein Wunder. Das Wasser trägt den Menschen nicht, niemand kann auf Wasser laufen.

Gerade in ihrer schlichten Bildhaftigkeit bleibt einem die Geschichte besonders tief im Gedächtnis. Und eben wegen diesen eindrücklichen Worten *Fürchtet euch nicht!* Wer mag, kann sich viel aus dieser Parabel ziehen. *Wer auf dem Wasser gehen will, muss aus dem Boot aussteigen*, las ich in dem Zusammenhang. Das hat mich direkt angesprochen. Man hat sich dem Leben zu stellen.Vertrauen beweist sich erst, wenn man den (vermeintlich) sicheren Hafen verläßt. Darin kann viel Heilung verborgen liegen, auch vor schweren Erkrankungen schützen. Nicht von ungefähr strotzen Weltumsegler nur so vor Gesundheit. Mut ist für das lebensgefährliche Leben doch eine alternativlose Tugend.

Wessen Absichten getragen sind von einem reinen Herz, der darf darauf hoffen *von guten Mächten wunderbar geborgen* zu sein. Warum sollte Bösartigkeit beflügelt werden von höheren Kräften? Glaube, Liebe, Hoffnung - ich kann mir nichts vorstellen, was mehr durch die Stromschnellen einer jeden Biographie hilft als dieses Drei-Gestirn. Wer dazu auf keinerlei eigene Erfahrungen zurückgreifen kann, dem kann ich aushelfen mit einem Beispiel. Ein junges Paar macht sichtbar, dass Liebe Berge zu versetzen mag - egal wie hart das Schicksal zuschlägt: nach einem schweren Unfall kämpft sich Matze zurück ins Leben. Mit unerschütterlicher Gewissheit steht ihm dabei seine Freundin Tamara zur Seite: *Wir rocken das!* Dem Herz können Flügel wachsen, da kommt der Kopf nie hin - inklusive sämtlicher Motivationstrainer.

*Fürchte dich nicht* ist ein Satz, den  man sich öfters vorsagen kann, finde ich. Ihr wißt ja, ich gehöre *Team Rerun an: schnell nervös, leicht bedroht. Rückenwind von ganz oben tut mir gut als Vorstellung. Darum bitte ich täglich. Gerade im Hinblick immer bedrohlicheren Szenarien wie etwa wenn man UN-Generalsekretär António Guterres genau zuhört: "Ich befürchte, die Welt schlafwandelt nicht in einen größeren Krieg hinein - ich befürchte, sie tut dies mit weit geöffneten Augen". Aber welchen Einfluß haben wir, hatten die Menschen früher auf derlei Ereignisse? Sicher ist: Sturm bläst verläßlich immer wieder... und da muß man halt so tapfer wie möglich durch. 



Auf einem Herbst-Buffet würden diese Kartoffel-Pilze neben diesen kleinen Kastanien-Brötchen stehen. Beides nette Essensspielereien. Wobei die Konsistenz von diesen Kartoffel-Pilzen schon irgendwie befremdlich sind - ähnlich vielleicht wie von Bubble-Tea (nie getrunken) oder Fertig-Kartoffel-Klößen (kommt in meiner Küche nicht vor).

Sie erinnerten mich an das Buch *Kitchen* von Banana Yoshimoto. Als ich das Buch einst auf Koh Phangan eintauschte, freute ich mich, denn ich war mir gewiss, dass das ein Buch für mich ist. Stattdessen klappte ich es in der Mitte genervt zu. Als “Kitchen” 1988 in Japan erschien, wurde es zum Kultbuch, es wurde millionenfach verkauft und gewann die wichtigsten Preise des Landes. Man sprach sogar von “Bananamania”. Mir erschließt sich in keiner Weise, warum das Buch derart gefeiert wurde. Vorallem der Zugang zu den beschriebenen Gefühle (deren Banalität, deren Unklarheit, die Distanziertheit) der Hauptprotagonistinnen blieb mir komplett verwehrt - ich habs null verstanden. Und deshalb nicht zu Ende gelesen.

Vielleicht verstehe ich auch dieses Gericht nicht ganz. Eigentlich ist es als *Snack* gedacht. Ich habe uns daraus ein Mittagessen gebastelt und zwar zusammen mit diesem Gemüse.


Zutaten 2-3P/ 18 Stück:

250 g Kartoffeln (geschält)
125 g (Kartoffel-)Stärke (m: Kartoffelstärke)
1/2 TL Salz 
10ml Sojasauce
5g Zucker
1 Knochblauch (geschält und fein gewürfelt, ohne grünen Trieb)
Cayennepfeffer
2 Lauchzwiebeln
Eiswasser zum Abschrecken
100 ml Pflanzenöl
für die Ganitur
1 Lauchzwiebel
1 TL Sesam (hell)

 

Zubereitung:

Kartoffeln weich kochen, abgießen, in den Topf zurückgeben und gut ausdampfen lassen. Durch eine Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken. Ausgekühlte Masse mit Stärke, 75ml Wasser und Salz zu einem festen Teig verkneten.

Sojasauce, Zucker, Knoblauch, Cayennepfeffer und in dünne Ringe geschnittene Lauchzwiebel in Schälchen bereitstellen.

Vom Kartoffelteig mit den Händen Kugeln von je ca. 25g formen und auf ein Blech setzen. Nun jede Kugel in die flache Hand legen und die Öffnung einer kleinen Flasche (m: kleine Kronenbourg-Bierflasche mit Flaschenhals von ca. Ø 2 cm verwendet) hineindrücken: So entsteht die Form eines Champignons. Flaschenöffnung ab und zu in Öl oder Wasser tauchen, da der Teig klebt. Kartoffelpilze in einen großen Topf mit kochendem Salzwasser geben. Wenn sie an die Oberfläche gestiegen sind, noch zwei Minuten ziehen lassen (zur Kontrolle ruhig mal einen aufschneiden, er sollte durchgegart sein). Pilze mit dem Schaumlöffel in eine Schüssel mit Eiswasser geben und kurz abschrecken, sie ziehen sich dabei zusammen. Mit dem Schaumlöffel herausholen und auf einem Küchentuch abtropfen lassen, dann in einen ausreichend großen Topf schütten. Die vorbereiteten Zutaten darüber verteilen.

In einem kleinen Stieltopf das Öl auf 150 Grad erhitzen, es muss deutlich heißer als 100 Grad sein. Öl über die Pilze gießen, nun steigen die diversen Aromen auf. ­Umrühren. Pilze in Bowls verteilen, mit feinen Lauchzwiebelringen und hellem Sesam garnieren.

Anmerkung m:  der Teig läßt sich leicht formen und verhält sich auch während der Zubereitung formstabil/ die Pilze sind größer als ich dachte: kein Haps sondern muß man zum Essen schon halbieren/ die Öl-Marinade habe ich deutlich reduziert, da ich sie Pilze ja mit Gemüse serviert habe

Quelle: SZ-Kochquartett 

 

Laß dich nicht länger von der Angst sondern von der Liebe führen in eine bessere Welt

die allerbesten Falafel - mitten in der Dauer-Canicule

Montag, 18. Juli 2022

 

Nicht nur an den blühenden Sonnenblumenfelder merke ich, dass der Zenit des Sommers erreicht ist, dafür brauche ich nur runterzusehen zu meinen Füßen: an den Fersen habe ich Hornhaut wie ein Elefant. Von nix kommt nix - barfußlaufen und Flipflops heißen die Verursacher. Seit guten drei, ja fast vier Monaten.

Im Mai scherzte ich noch mit Feriengästen, dass bei meinem Online-Wetterdienst, der seine Vorhersage für eine Woche trifft, das Tief mit dem Regen konstant immer genau eine Woche vor uns herwandert. Die verheißungsvolle Karotte lockt an Tag 6 und 7. Wetter stellt für viele Ferienmachende ein zentrales Thema dar, weshalb man sich nirgendwo besser erkundigen kann, was wettertechnisch zu erwarten ist als bei Urlaubern. Im Mai also hängte ich dann noch meine kleine Anekdote aus dem erlebten Leben an: wir hatten einen Zahnarzt als Gast (coucou Namenvergessen) dessen Sohn Meteorologie studierte. Pfffhhh, schnaubte der Vater, während seine Augenbrauen gen Geheimratsecken rutschten, Meteorologie, das sei eine reine Pseudowissenschaft, 'die befinden sich noch in der Forschung'. Dann lachen immer alle und man einigt sich darauf, dass *sie* in ihren Vorhersagen für den nächsten Tag aber gar nicht mal SO schlecht sind.

Ob der Weite unserers Ausblicks fängt man irgendwann auch zwangsläufig an, in den Wolken etwas rumzumysteln. In meinem Prognosen wäre ich mittlerweile bei stabilen 50 Prozent, haue ich gerne als Kalauer noch hinterher. Was - bien sûr - astrein erfunden ist. Zumal es zu unserem Schicksal gehört, dass wir von unserer Terrasse hervorragend beobachen können, wo die grauen Gewitterwand, die über uns gerade hinweggezogen ist, dann letztlich im Tal ihren Schauer abläßt.

Allein davon können wir nur träumen. In den nun beinahe 17 Jahren, die ich in der Drôme lebe, ist das der trockenste und heißeste Sommer, den ich miterlebt habe. Steppensommer hatten wir ja schon einige - aber alles kein Vergleich zu diesem! Unsere Haut hat in der Zwischenzeit die Farbe von Oliven angenommen, der Garten ist ein einziger Kampf, die Felder und Wiesen gelb verbrannt, kaum Wasser zum Gießen mehr vorhanden, die Flüsse und Bäche ein Schatten ihrer selbst und überall absterbende Bäume und Sträucher. Unter den Markthändlern wurde die Angst vor Unwetter mit Hagelschaden mittlerweile vor der allgemeinen Frucht vor Bränden abgelöst. Tja, und meine Wettervorhersage macht sich gar keine Mühe mehr, irgendwo ein paar Regentropfen einzuzeichnen: 7 Tage durchgehend eine kugelrunde Sonne als Symbol darunter Temperaturzahlen, die unerbittlich mit einer 3 beginnen.

Spätestens den Nachmittag verbringt man lieber drinnen hinter zugeklappten Fensterläden. Draußen steht die Luft und selbst der Boden scheint heiß auszuatmen. Wir sind mehr als bereit für die Wetterwende!

 


Ich habe trotzdem eine kleine Küchenschlacht begonnen. Nur weil die carnicule über uns klebt ohne sich einen Zentimeter zu bewegen, kann ich ja nicht wochenlang kein neues Rezept mehr ausprobieren.

Heute stelle ich euch die leckersten, knusprigsten und unkompliziertesten Falafel aus Kichererbsen vor, die dieser Erdball je gesehen hat. Falafal, oder zumindest, das, was sich so nennen will, habe ich ja bereits einige verbloggt. Aber das hier sind klassische Falafel. Und in meiner Benennungskategorie erhielten diese direkt die höchste aller Auszeichnungen, die DUBB- Medaille - und zwar von Null auf hundert. Ich war richtig begeistert und das, obwohl ich ja nun wahrlich kein großer Fan von Frittiererei bin. Aber exactement so muss ein Falafel schmecken!

Dem türkischen Brot, das ich dazu gereicht habe, wird diese Ehre nicht zuteil. Da müßte ich zuvor nochmals an der Machart schrauben, dass ich die euch als gelingsicher so weitergeben kann. Aber gut waren sie und vielleicht wollen sie ja euch sofort beim ersten Versuch gelingen (Referenz unten verlinkt)...


Zutaten 12 Stück/ 2P:

150g Kichererbsten, getrocknet
2 Knoblauchzehen
1 mittelkleine Zwiebel
1/2 Bund Petersilie
1/2 Bund Koriander
1 kleiner TL Koriander, geschrotet,
1 kleiner TL Kreuzkümmel, geschrotet
1/2 TL Paprika-Pulver
1 Prise Backpulver
Salz
ca. 1-2 EL Wasser
ca. 1-2 EL Kichererbsenmehl
Ol zum Frittieren.

Zubereitung:

Die Kichererbsen mindestens 12 Stunden oder länger in Wasser einweichen.

Dann abschütten und abtropfen lassen. Zwiebel und Knofi schälen und groß zerkleinern, ebenso die frischen Kräuter. Alles grob miteinander vermengen. In einem Blender mixen (so etwa sollte die Konsistzen aussehen - wobei mir das nicht wirklich weitergeholfen hat... ich komme darauf zurück). Beim Mixen ein wenig Wasser zufügen.

In eine Schüssel umfüllen, die Gewürze und das Kichererbesenmehl zufügen, vermischen und abschmecken. Das Kichererbsenmehl war mein *Hack*. Mein Blender hexelt nicht ganz so fein, sondern anstelle von Kichererbsen-Mus fabrizierte er kleinste Kichererbsenstückchen. Um sicher zu gehen, dass die Masse bindet, gab ich etwas Kichererbsenmehl dazu. 

Als ich die Falafel von Hand formte, war ich mir nicht sicher, ob sie mir nicht in der Zielgeraden - im heißen Fett - auseinanderfallen würden. Aber lief alles wunderbar reibungslos. Nachdem das Fett heiß genug war (mittel bis größere Hitze - Probe mit Stiel von Holzlöffel, wenn sich daran Bläschen bilden, dann ist der richtige Moment gekommen) ließen sich die Falafel vorbildlich von beiden Seiten knusprig backen. Auf einem Küchenkrepp abtropfen lassen, warm stellen und die Falafel auf diese Weise fertig frittieren.

Anmerkung m: 6 Stück pro Person finde ich üppig bemessen - möglicherweise reichen auch 5. Aber sie sind halt gar so knusprig, da überfrißt man sich schnell... Bei uns gab es dazu frische Beilagen, einen Tomaten-Melone-Salat mit Basilikum und roten Zwiebeln (schlichter als dieser) sowie einem Dipp aus griechischem Joghurt, Knofi, Minze und Basilikum. Fest-Essen! Auch weil ich mit den Fingern gegessen habe ;)

Quelle YT:  Our Jemeni Kitchen sowie türkisches Brot  


wahrhaftig glücklich - Tagliatelle mit Zucchini und Salbei

Samstag, 9. Juli 2022


Am 6. Juli hat der Dalai Lama Geburtstag. Vor 3 Tage ist er 87 Jahre alt geworden. Für mich ist der Dalai Lama einer der wenigen lebenden Lichtgestalten, die in einer verwirrten Zeit wie der unseren Orientierung anzubieten vermögen. Und das nicht nur aufgrund seiner Stellung als Religionsführer sondern ebenso aufgrund seiner Biographie - als weitgereister, erfahrener Mensch, der viel von der Welt gesehen hat.

Schon öfters habe ich mich hier auf dem Blog auf ihn bezogen, denn leichterdings finde ich bei ihm Anregung. Nachdem wir während unseres Aufenthalts in Tibet die Menschen dort anstarrten ob ihrer unfasslichen Ausstrahlung (was eine innere Schöheit!), beschlossen wir im Folgejahr ebenso die Exiltibeter in Indien zu besuchen. So durften wir dann in Mcleod Ganj zu unserer Freude dem Dalai Lama begegnen, als er vor seinen Landsleuten als tiefernster Mönch sprach - ganz anders als die lächelnden Bilder, die man sonst von ihm kennt, wenn er im Dienste seines Volkes im Westen um Unterstützung wirbt.

Als kleine Hommage will ich anläßlich zu seinem Geburtstag aus *Das Buch der Menschlichkeit*, das ich zuletzt anhörte, ein paar Aspekte herausgreifen. Vorneweg mag ich die Klarheit mit der der Dalai Lama seine Gedanken äußert - in sich schlüssig, aufeinander aufbauend und logisch. Trotz des tiefen Gehalts ist ihm gut zu folgen. Für den Dalai Lama vermitteln alle Weltreligonen im Kern die gleichen Grundwerte - Liebe und Mitgefühl - um auf diese Weise zu helfen, dauerhaftes Glück zu finden. Dabei gibt er sich aber keinen Illusionen hin: man müsse davon ausgehen, dass selbst von diesen überhaupt nur ein kleiner Teil zu den 'ernsthaft Praktizierenden' gehört, die sich also jeden Tag aufs Neue gläubig darum bemühen, die Prinzipien und Regeln ihres Glaubens zu befolgen. Die absolute Mehrheit der Weltbevölkerung stellt die Gruppe der Unreligiösen dar.

Aber - genau dieses Aber versucht der Dalai Lama zu verdeutlichen: wir kommen auf Erden durchaus ohne Religion (ein metaphysisches Prinzip/ Erlösungsprinzip) aus, aber eben nicht ohne elementare, verinnerlichte Wertevorstellungen. Er wünscht sich eine neue Ethik des Handelns, denn eine Rückbesinnung auf positive, menschlichen Eigenschaften wie Aufrichtigkeit, Einfühlungsvermögen, Wahrhaftigkeit, Güte, Respekt, Geduld, Vergebung ect. ist zum Wohle aller und unserem eigenen Wohl unumgänglich. Für den Buddhismus ist die Grundlage aller fühlenden Wesen, dass sie glücklich sein und nicht leiden wollen. Auf dieser Erkenntnis bauen sich alle weiteren Überlegungen auf. 

Also wie geht Glück?

*Die fundamentalen Fragen der Menschheit 'Warum sind wir hier', 'Wohin gehen wir', 'Hat das Universum einen Anfang' bringen in jeder philosophischen Schule andere Antworten hervor, hingegen bedarf es keine Erklärung, dass ein großzügiges Herz und gute Taten zu mehr Frieden führen. Und ebenso offensichtlich ist es, dass ihre negativen Gegenstücke entsprechende Auswirkungen haben. Glück erwächst aus tugendhaftem Anliegen. Wenn wir wahrhaft glücklich werden wollen, gibt es keinen anderen Weg als den, der Tugend. Sie ist die Methode, die das Glück hervorbringt. Und die Grundlage der Tugend ist die ethische Disziplin.* (Buch der Menschlichkeit, Dalai Lama) 

Glück ist nichts, was sich von alleine einstellt. Hingegen destruktives Verhalten zieht automatisch Leid als Konsequenz nach sich. Und zwar nicht die Sorte *unvermeidliches Leid* wie Alter, Krankheit, Tod ect. sondern es ist hausgemacht. Destruktives Verhalten gründet auf einem negativen Zustand des Geistes, auf blockiernde Gefühle (auch Heimsuchungen genannt) - Hass, Zorn, Neid, Gier, Lust, Stolz...-  die unweigerlich den inneren Frieden untergraben und die die eigentliche Ursache für unmoralisches Handeln ausmacht. Und das wiederum ist die Quelle für Angst, Niedergeschlagenheit, Stress, Verwirrung, Depression, Schlafstörungen ectpp...

Gerade in den Industrieländern beobachtet der Dalai Lama eine wachsende Verunsicherung darüber, was überhaupt Moral ausmacht und worauf sie sich gründet oder wie der ethische Gehalt einer Handlung zu bestimmen ist - den Menschen fehlt innerer Halt und Festigkeit. Zum andern mußte er erkennen, dass Wohlstand oft mit psychischem Leid einhergeht. Unzufriedenheit verschwindet nicht durch Konsum und Luxus. Zu oft wächst diese gar.

Vernachlässigen wir die innere Dimension, sagt der Dalai Lama, werden wir automatisch leidvolle Erfahrungen durchleben müssen und das Glücksgefühl wird uns verlassen. Das liegt daran, *dass eine wahrhaft geistige oder innere Disziplin - im Gegensatz zur körperlichen - nicht erzwungen, sondern nur durch freiwilligen und bewußten Einsatz erreicht werden kann. Wenn wir uns ethisch verhalten wollen, dann gehört dazu mehr, als nur Gesetze und Vorschriften zu befolgen.* Oder ganz anschaulich ausgedrückt:  *Der undisziplinierte Geist ist wie ein Elefant: wenn man ihn unkontrolliert herumtollen läßt, wird er Verwüstungen anrichten.*

Mich begeisterten an diesem Buch vorallem die Beispiele aus seinem persönlichen Erleben, die der Dalai Lama immer wieder heranzieht. Aber auch die Etymologie der tibetische Sprache fasziniert mich, denn viele einzelne Worte haben eine sehr weitreichende Bedeutung. Manche Worte kann man nur verkürzt übersetzen, wie Geisteszustand, wobei im Tibetischen die Einheit von Herz und Geist bereits in diesem Begriff verankert ist - ebenso wie Bewußtsein und Gefühl nicht voneinander komplett zu trennen sind, weil jeder Gedanke auch mit einem bestimmten Gefühl verbunden ist. Und das sollte man sich klar machen: Das Gefühl als Grundprinzip allen Lebendigem gilt es zu pflegen und zu hegen, weil alle geistige/ innere Entwicklung daran gekoppelt ist - was der Dalai Lama nennt: *die eigene Sensibilität bewußt erwecken*.

Also, wer glaubt, dass er für ein glückliches, erfülltes Leben noch Luft nach oben hat, der darf sich vom Dalai Lama praktische Anleitungen holen.Wie sagt der Habib gerne so schön: Buddhismus ist die Religion für spirituelle Handwerker! 


 

Je länger ich koche, umso mehr schätze ich die schlichte Gartenküche. Bei diesem Teller reicht es, dass die Zucchini ganz frisch sind und mit viel frischem Salbei kombiniert werden. Ohne meine frischen Kräuter fehlt mir direkt die Lust zum Kochen. Und frische Pasta geht ja eh immer. Bon, damit erzähle ich nichts Neues: nämlich dass die Zutaten beim Kochen das ganze Geheimnis sind. Tja, und sind die gut, ergibt sich der Rest von selbst...


Zutaten 2P:

1 Pastateig:
100g Kamut
100g D1050
2 Eier
Salz
1 EL Öl 

2 Zuchini, grün
2 Knoblauchzehen
Salbei, viel
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
Noilly Prat
Olivenöl
Parmesan

Zubereitung:

Pasta wie gewohnt zubereiten. Aus den dafür Zutaten einen homogenen, nicht zu festen nicht zu weichen Nudelteig kneten und mindestens eine halbe Stunde eingewickelt im Kühlschrank ruhen lassen. Dann den Nudelteig auswallen (immer schön mit Hartweizenmehl arbeiten - das verhindert das Zusammenkleben auf dem Küchentuch und im Kochtopf) und zu Tagliatette schneiden. Mit einem weiteren Küchentuch abdecken.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.

Zucchini in 1/2cm große Würfel schneiden. Knoblauch fein würfeln, einen Teil der Salbei-Blätter in feine Streifen schneiden. In reichlich Olivenöl alles zusammen anbraten. Kurz vor Ende - der Zucchini sollte noch Biss haben - mit dem Noilly ablöschen und salzen und pfeffern sowie mit Piment würzen.

Parallel in einer kleinen Pfanne Extra-Salbei-Blätter frittieren und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Die Nudeln in dem kochenden Wasser kurz al dente garen, abschütten und gut nass unter die Zucchini mischen. Nochmals abschmecken. Mit geriebenem Parmesan und frittierten Salbei-Blättern bestreuen und servieren.




Ganz schön was los an der blühenden, wilden Karde