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Pasta & Lenticchie - one pot

Mittwoch, 11. Februar 2026

 

Wenn es nur irgendwie geht, dann hält man die Nase gen Sonne - damit die Schatten hinter einen fallen. Manchmal denke ich, dass man eine derartige Scheuklappen-Haltung nahezu egozentrisch durchziehen muss. Der Lebensfreude zu liebe. Denn wenn man sich von all den schaurigen Nachrichten dieser Welt nicht erschlagen läßt, dann ist die Erfahrung, in einem Körper zu leben, ein großes Abenteuer - so als Geistwesen, die wir eigentlich sind.

Wohltuend begegnet mir ein Mal mehr Sibylle Berg - ja nicht zum ersten Mal. Jetzt bei den *SRF Kultur Sternstunden Philosophie* (YT-Link). Sehr gespannt hörte ich ihr, wie sie versucht ihre Ideen als Abgeordnete im EU-Parlament einzubringen  - meine Empfehlung für das Gespräch habt ihr. Mir hat Sibylle Berg wieder vor Augen geführt, warum ich mich so lange so sehr wohl gefühlt habe unter dem sog. *Künstler-Volk*. Sibylle Berg bezeichnet sich selbst als Künstlerin - und das gibt (nicht nur ihr) direkt SO viel mehr Freiheit innerhalb der Gesellschaft. Herrlich! 

Auf diese Weise schafft sich Frau Berg auch die Möglichkeit, sich nicht an Zahlen abzuarbeiten - oder sich denen sklavisch zu unterjochen, sondern stattdessen für Werte einzustehen: *So ein bißchen hat es heute ja fast etwas Anrüchiges, wenn man sagt 'Ich bin für Frieden. Ich habe diese Utopie. Ich habe das Ziel. Ich träume davon.'* Ganz so empfinde ich das ebenfalls. Befremdlich genug, dass gegenseitiges Totschlagen heute überhaupt noch Grundlage für einen Diskurs hergibt..

Umso mehr erfreue ich mich an Menschen wie Sibylle Berg, die mit viel Ruhe, mit viel Klarheit und viel Selbstbewußtsein für die große Idee der Menschlichkeit einstehen. Wie würde die Asi-Jugend sagen: *Ich küsse dein Herz, Schwester!*.



Was wäre die Winterküche ohne Hülsenfrüchte und meinen besonderen Liebling darunter, die Linse! Dieses Gericht zählt zu den zubereitungsfreundlichen, weil alles in einen Topf geworfen wird - fertig. Während das Essen gart, kann man nebenher die Küche wieder aufräumen.


Zutaten 2P:

1 Zwiebel
3 Knoblauchzehen
1 kleine Stange Sellerie
1 Karotte
2 EL Tomatenmark
2 Lorbeerblätter
4 Blätter Salbei
2 TL Thymian
150g Linsen (m: Puy)
200g Pasta (m: Gnocchetti)
2 EL Tamari
2-3 TL weißer Balsamico (oder Apfelessig)
1/2 TL Harissa (oder Chili Crisp)
Salz, Pfeffer
Olivenöl
ca. 800ml Wasser
1 TL Gemüsebrühe-Pulver
(optional Parmesan, gerieben)


Zubereitung:

Zwiebel fein würfeln, ebenso Sellerie; Karotte und Knofi. In einem Topf Olivenöl erhitzen und die Zwiebel glasig dünsten. Dann das restliche Gemüse - Sellerie, Karotte, Knofi - zufügen und ebenfalls mitbraten. Tomatenmark unterrühren, Lorbeerblätter und Salbeiblätter in den Topf geben. Dann Linsen anschütten zusammen mit dem Wasser. 

Deckel auflegen und etwa 15min sanft köcheln lassen.

Dann die Pasta unterrühren und weitere 10-15min köcheln lassen - gegebenenfalls noch etwas Wasser zufügen. Garprobe machen, damit die Pasta al dente ist.

Lorbeerblätter und Salbeiblätter entfernen, würzen mit Gemüsebrühe-Pulver, Salz, Pfeffer, Tamari, und Balsamico sowie Harissa (oder später zum Servieren Chili Crisp). Wer keinen Chili Crisp zur Hand hat, darf auch zum Servieren mit Balsamico-Reduktion toppen und einem Schuß gutem Olivenöl. Optional passt auch Parmesan...

Anmerkung m: Linsen sind bekannt dafür, dass sie Gewürze fressen - also gerne zu Tisch Salz und Essig zum Nachwürzen reichen./ Gnocchetti machen sich auch leichterdings von Hand - frisch zubereitet ist die Garzeit deutlich kürzer


Fundstücke: vegane Kartoffel-Mais-Chowder

Dienstag, 15. Oktober 2024

 

Wer bei uns urlaubt, den verweise ich immer auf die Wochenmärkte hier. Und wenn man nur eine Woche hat: zumindest einer der Märkte ist Pflicht. Hier findet für mich das konzentrierte, französische Landleben statt, das ganze Savoir-Vivre an einem Ort. Wie an den Marktständen die Bauern mit ihren Kunden plaudern, wie die Marktbesucher mit Genuss Obst und Gemüse wählen und erlesen, die Cafés drumherum, von denen das ganze Geschehen beobachtet werden kann, während man entspannt an einem Croissant knabbert... das alles ist für mich durch und durch Südfrankreich.

Hinzu kommt die Fruchtbarkeit der Drôme, die sie ihrem mediterranen und alpinen Mischklima verdankt - was mit einer Fülle und Vielfalt an unterschiedlichen Produkten einher geht, für die die Drôme Anbaugebiet ist. Viel Obst und Gemüse ist daher nicht nur sonnengeküßt, sondern hat auch nie eine Kühlkette gesehen: und das schmeckt man.

Der dritte Faktor, der einen Marktbesuch unumgänglich macht, sind die Kleinerzeuger hier. Einzelkämpfer, manchmal als Team zu zweit, manchmal auch als Lebensgemeinschaft bieten an ihren Tischen das an, was sie kultivieren - das ist übersichtlich, das ist Bio, von bester Qualität und an Frische nicht zu toppen. Unnötig zu erwähnen, dass ich immer bei den gleichen einkaufe...

Regelmäßig wie ein Uhrwerk besuchen der Habib und ich mindestens 2 Märkte pro Woche. Ich liebe die Marktbesuche. Ich liebe es, mit diesen hochwertigen Lebensmitteln zu kochen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht allen ganz genauso geht...



Was nur noch selten zu finden ist bei diesen Ständen ist Mais. Bei unserem Erdbeer-Dealer - der mit den Mara de Bois - habe ich Glück. Die ersten bereite ich ganz schlicht zu: kochen und dann knabbern mit etwas Butter und Salz.

Spätestens mit der Ottolenghi Polenta aus frischem Mais sollte man den Riesen-Unterschied entdeckt haben zu frischem Mais und Dosenmais. Und gleiches gilt auch für diese Chowder. Man sollte zwingend frischen Mais dafür verwenden - das macht diesen Eintopf um ein Vielfaches besser.

Cremig wird er zum einen durch die eingeweichten und pürrierten Cashews,zum anderen weil ein Drittel des gegarten Gemüses ebenfalls püriert wird. Das mag ich, weil man beides zugleich hat: was zum Beißen und trotzdem Suppen-Feeling. Dazu gab es einen Brotkeeper: Marlas Herbstlaib

Ein dickes Merci geht raus an Sabine für die Inspiration - das war nun eines der ersten Rezepte, die ich auf ihre Empfehlung nachkochte... weitere folgen. Es zeigt sich immer wieder, dass wem es an meinem virtuellen Tisch schmeckt, bei dem schmeckt es mir umgekehrt auch :)


Zutaten 2P:

2 frische Maiskolben
2 Karotten (m: teils Kürbis-Rest)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
3 Kartoffeln (m: Mona Lisa)
1 Stück Sellerie
Gemüsebrühe
50g Cashews (über Nacht eingeweicht)
2 Lorbeer-Blätter
Salz, Pfeffer
Pimenton de la vera
Apfel-Esssig
Tamari Soja-Sauce
Sonnenblumen-Öl
Petersilie

 

Zubereitung:

Mit einem großen, scharfen Messer die Maiskörner vom Kolben runterschneiden. Kartoffeln schälen und in kleine Stücke schneiden. Ebenso die Karotten und die Sellerie. Petersilie von den Stielen befreien und die Blätter fein wiegen, die Stiele zur Seite legen.

Die eingeweichten Cashews abtropfen lassen und in der Küchenmaschine dann zu feinem Mus pürieren.

Die Zwiebel fein würfeln und den Knofi fein hacken. In Sonnenblumenöl zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann den Knofi zufügen. Nun das restliche Gemüse zufügen, Lorbeer-Blätter untermischen und mit Gemüsebrühe knapp bedecken. An den Rand (fürs spätere leichtere Entfernen) die Petersilien-Stängel auflegen. Etwa 15 - 20 min köcheln lassen..

Lorbeer-Blätter entfernen, ebenso die Petersilien-Stängel. Etwa einen Drittel des Eintopfs in den Blender geben und pürieren.

Jetzt alles vermengen: Cashew-Mus, pürierte Suppe zum Eintopf geben. Salzen, pfeffern, abschmecken mit Tamari und Apfelessig.

Zum Servieren mit Petersilie und Pimenton de la vera bestreuen.

 

Inspiration: Sarahs vegan Kitchen

 

Polsprung - Spaghetti Bolognese Veggie-Masterclass

Sonntag, 30. Oktober 2022

 

 

* Der Frosch, der im Brunnen lebt, beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand* (mongolisches Sprichwort).

Heute will ich mich mit einem Thema beschäftigen, von dem ich null Ahnung  habe: dem Polsprung. Was ist das? Bei einem Polsprung (auch der sog. Polumkehr) kehrt sich das Magnetfeld, das die Erde umgibt, um 180 Grad – der Nordpol wird zum Südpol, die Kompassnadeln würden dann nach Süden zeigen und der Strahlenschutz der Erde wäre in dieser Zeit außer Kraft gesetzt.

Ich habe versucht, darüber einer Diskussion zu folgen zwischen einem Geo-Physiker und einem Astro-Physiker - strich aber bald die Segel. Das scheint mir erstmal völlig undurchdringlich. Gewundert habe ich mich aber anschließend nicht, dass sich wieder einmal die Esoterik dieses Thema bemächtigt - das ist doch genau der Stoff aus der sie ihr halbseidenes Seemannsgarn aus Halbwissen und Halbwahrheiten spinnt.

Die treue Leserschaft weiß: mit der Esoterik stehe ich auf Kriegsfuß. Daher erstmal die Abgrenzung. Mein Anliegen ist, zum einen zu verdeutlichen wie mickrig und bescheiden es doch nachwievor um den menschlichen Wissenstand bestellt ist. Etwa mit Blick in die Sterne (#Frosch). Zum anderen will ich euch ein glitzerndes, faszinierendes Phänomen vorstellen: krass, Polumsprung, so etwas gibt es? Spannend!!! Sehr leider wird die Öffentlichkeit kaum an aktuellen Erkenntnissen das Erdmagnetfeld betreffend teilhaben gelassen - ähnlich wie beim Thema außerirdisches Leben.

Mir fällt dazu direkt die kleine Szene aus Calvin und Hobbes ein, in der der kleine Calvin seinen Tiger Hobbes auffordert, sich etwas zu wünschen: Think BIG! - aber Hobbes liegt lieber schnurrend im grünen Gras. Genau wie ein Großteil der Menschheit, der es sich behaglich im Kleinen eingerichtet hat. Würden sie versuchen, sich mit dem Größten in Beziehung zu setzen, dann wären sie zwangsläufig gottesfürchtig. Meine These.

Anyway. Stand der Forschung ist, dass die magnetischen Pole in der arktischen und antarktischen Region wandern - dazu gibt es Karten (s. etwa hier). Unter Wissenschaftlern nicht mehr weiters erstaunlich - im Gegensatz zu der messbaren, deutlichen Verringerung des Erdmagnetfeldes und die deutlich zunehmende Geschwindigkeit der Polwanderungen innerhalb der letzten 20 Jahre.

Genau dieser Tatbestand gibt Anlaß zur Spekulation (s. etwa diese 3Sat-Doku). Steht in Bälde wieder ein Polsprung an? Geowissenschaftler haben herausgefunden, dass sich ein erdmagnetischer Polsprung etwa alle 200.000 bis 300.000 Jahre ereignet. Es wäre erdgeschlichtlich ein *normaler* Vorgang. Aber was passiert genau dabei? Wie geht er vonstatten? Was bedeutet das für Sonnenwind-Teilchen und Höhenstrahlung, die sonst von dem Magnetfeld der Erde gefiltert werden? Wie wirkt sich das auf das Klima aus? Und auf die Erdbevölkerung? Wann genau könnte ein Polsprung wieder einsetzen? Fragen über Fragen. Dabei völlige Uneinigkeit seitens der Wissenschaft

Nun, ich bin Kosmopolit, im engsten Sinne: ich glaube, dass der Mensch sich auf diese Weise nur auf diesem Planeten Erde entwickeln kann und die Erde wiederum auf ihre Art nur innerhalb einer bestimmten Sternenkonstellation. Mensch-Erde-Kosmos. Alles hängt mit allem zusammen. 

In der Anamnese ist es so, dass die Patienten oftmals ihre Diagnose selbst formulieren - wenn man genau hinhört. Und wenn ich mich in der letzten Zeit mit Gleichgesinnten unterhalten habe, dann machte deren Bauchgefühl Sätze kund wie *Alles kommt mir irgendwie verdreht vor; das ist doch nicht mehr normal; die stellen doch gerade alles auf den Kopf...* Und dabei ging es dann eigentlich um Politik/ Gesellschaft (Kriegshetze nach zwei Weltkriegen, Sommer im Spätherbst, Diesel teurer als Super, episches Artensterben, Großeltern, die vor ihren Enkeln geschützt werden; hochentwickelte Industrieländer ohne Energie; Trans ist das neue Normal...). Schon ein bißchen wie in der Bibel: *Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!* (Jesaja)

Wer weiß, vielleicht kann man diese definitiv komische Stimmung ja noch in vielVIEL größere Zusammenhänge einordnen. Die Gesellschaft teilt sich doch ebenfalls mehr und mehr und es tun sich dabei zwei Pole auf. Was bitte ist ein Great Reset von selbstgekrönten Superhirnen und Kampfmaterialisten mit Marschrichtung gen Transhumanismus im Vergleich zu einem Polsprung!? (#Allahu akbar, #manche werden Geist nie verstehen, weil man sich *Geist* nicht über den Verstand nähern kann, #Transformation, #Erleuchtung). Kinners, keine Ahnung, aber ich sag mal so: einen Polsprung mitzuerleben, echt jetzt, dann hätte ich endlich mal wieder das Gefühl zur richtigen Zeit geboren worden zu sein - mittendrin in einer fundamentalen Zeitenwende... 

 

 

Die Rezepte-Überschrift ist bien sûr völliger Nepper-Schlepper - ganz in schönster Jamie Oliver- Best-Ever-Tradition. Aber (Rechtfertigung) ich wollte euch für meine heutigen Gedanken ködern, da das kommende Allerheiligen eine gute Gelegenheit ist um über Geist und Ungeist nachzudenken, n'est-ce pas?

Außerdem sind diese Spaghetti wirklich spitze geworden. Ich hatte mich regelrecht überfressen. Das Bäuchlein spannte anschließend rund nach vorne. Aber wir konnten beide nicht aufhören, bis alles ratzeputz aufgegessen war. Vielleicht lags auch mit daran, dass wir im T-Shirt im Garten gegessen haben. Draußen schmeckt alles nochmals besser.


Geschwister im Bloguniversum (gibts einige, weil wer liebt Spaghetti nicht - also eine Auswahl):

    **** Spaghetti à la Sophie Loren

    **** Freudenmächen-Pasta - Pasta Puttanesca

    **** Spaghetti di Chili sin Carne 

    **** Spaghetti mit Orangen-Vanillen-Tomtensauce 

    **** Spaghettini mit Auberginen-Konfetti 

    **** Elines Pasta mit Zitronenlinsen

 

Zutaten 2P:

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 Stangensellerie
1 mittlere Karotte
2-3 Champignons
40g Grünkern, grob geschrotet
20g Soja-Geschnetzeltes
2 Zweige Rosmarin
Thymian
Oregano
2 Lorbeerblätter
gut 600g stückige Tomaten
2 EL Tomtenmark
Harissa
1 großzügiger Schluck Rotwein
1 Schluck Balsamico
1 EL Tamari
Salz, Pfeffer
Rohrzucker
Olivenöl
ca. 200g Spaghetti (vielleicht auch 250 ;)

 

Zubereitung:

Grünkern grob schroten und mit ca. 50ml kochendem Wasser übergießen, Soja-Geschnetzeltes ebenfalls mit ca. 30ml kochendem Wasser - beides zur Seite stellen und quellen lassen.

Zwiebel und Knofi fein hacken. Ebenso Sellerie, Karotte und Pilze. Zueletzt den Rosmarin.

In einer tiefen Pfanne Olivenöl erhitzen, zuerst die Zwiebel glasig dünsten, dann Knofi, Karotten, Sellerie und Pilze zufügen und weitere 5min braten. Tomatenmark und Harissa kurz mitrösten. Nun Grünkern sowie Soja-Geschnetzeltes unterrühren, Tomaten anschütten zusammen mit dem Rotwein . Sämtliche Kräuter zufügen. Nun die Sauce ca. eine halbe Stunde ohne Deckel leicht simmern lassen, bis sie schlonzig (dank Grünkern) eingekocht ist.

Zuletzt nochmals mit Tamari und Balsamico abschmecken und falls nötig salzen und pfeffern. Lorbeerblätter rausfischeln.

Parallel die Spaghetti in reichlich Salzwasser al dente kochen, abschütten, gut abtropfen lassen, zu der Sauce geben und beim Untermischen kurz mitköcheln lassen.

Wer mag serviert die Bolo mit geriebenem Parmesan.


Stinktier - Ofen-Sellerie mit Miso-Glasur

Sonntag, 2. Oktober 2022


Was bin ich beeindruckt, was alles möglich ist, wenn die Dinge von ganz oben angestoßen werden. Gerade die Deutschen sind ja besonders leicht vor sich herzuschieben - im Gegensatz zu den eigensinnigen Franzosen. Zumindest wenn ich meine Erfahrungsmomente jetzt mal repräsentativ nehme. Mit stolz geschwellter Brust wurde mir aus deutschen Mündern eröffnet, dass man neuerdings kürzer dusche, mit nassen Haaren das Haus verlasse, sich ein Elektrofahrad angeschafft habe... Tout un coup ist Energiesparen neben Sport die neue massenkonforme Freizeitbeschäftigung. Spare Energie und rede darüber. Und, wartet's ab, es geht nicht mehr lange, dann drückt man das für angepasste Technikaffine in eine entsprechende App, damit derlei Ambitionen auch honoriert werden von jenen, die sich das so ausgedacht haben. Sybille Berg unkte dergleichen in ihrem letzten Buch - nur jetzt scheint es nicht mehr aus dystopischer Luft gegriffen.

Bon, selbst wenn ich zur Gruppe *Ich will das Klima nicht retten* gehöre (wieder toller Beitrag von Radio München), darf sich jeder Don Quijote seine Windmühle suchen. Ey, und  mir doch stinkend egal, wer glaubt, jetzt auf Waschlappen umsteigen zu müssen. Wobei apropo *stinkend*. In dem Zusammenhang habe ich mich erinnert, was ich schwer ausgedünstet habe, als ich noch in der Stadt lebte. Mein Schweißgeruch setzte sich manchmal gar derart in den T-Shirts fest, dass ich sie wegwerfen musste. Sondermüll. Innere Anspannung setzt Proteine frei - dadurch erhält der Schweiß einen beißenden Geruch. Bestimmt einer der Hauptgründe für den urbanen, täglichen Duschmarathon. Weil dreckig macht sich ja heute eigentlich keiner mehr beim Schaffen. Und als Stinktier kann man sich schwer wohlfühlen in seiner Haut, das weiß ich ja nun selbst. Nur greift das viele Duschen wiederum die Haut an. Ein Teufelskreis. Heute kann ich schwitzen, wie ich will - ich rieche nicht. Überhaupt nicht. Und wenn ich in der Erde buddle, dann bin ich ja deshalb nicht schmutzig. Dreck kann man ganz leicht abspülen im Gegensatz zu Schmutz. Also in punkto Wasserverbrauch wäre ich in der Klima-App bestimmt schnell ein Gold-Plus-Member (# Vorteil Landleben, # harmonische Beziehung, # anständige Ernährung). Für die Muffies wäre mein Rat übrigens der gleiche wie für die Resting-Bitch-Face-Geschädigten... aber mich fragt ja keiner.

Anyway, eigentlich interessiert mich diese ganze Debatte überhaupt nicht, viel spannender finde ich zum Thema Energie, sich zu überlegen, was den inneren Antrieb eines Menschen ausmacht. Woraus speichert sich die hauseigene Energiequelle. Woher zieht jemand die Kraft, seinem Leben eine bestimmte Richtung zu geben?

Nun lebe ich in einem Haus, dass mein Habib einem sehr abschüssigen Stück Land abgetrotzt hat. Komplett selbst erbaubt. Mir ist durchaus bewußt, dass der Habib mit seinem Tatendrang erst die Grundlage unseres heutigen Lebens geschaffen hat. Aber was dafür alles zusammenkommen muss! Was Phantasie, Visionen, Energie, Fleiß, Schweiß, Beharrlichkeit, Neugier, Wagnis, Ausdauer, Bescheidenheit, Unannehmlichkeiten, Kraft, Geduld - denn Geld hatte der Habib wenig zur Verfügung (daran denken wir Kapitalisten heute immer als erstes). Einfach zu beginnen, ohne Strom, ohne fließend Wasser, daneben im Zelt campierend... da gehört schon was dazu, sich einfach dranzumachen, sich einfach auszuprobieren, sich nicht abschrecken zu lassen. Gedanken - Worte - Werke. Was dann alles möglich wird!

Echt, wie groß ist das Potential der menschlichen Schöpferkraft und wie sehr wird daran gespart. Bedauerlicherweise. Warum denn nur? Dabei je kleinteiliger die Vorgaben, Richtlinien und Auflagen von oben werden, wie man zu leben hat, umso wichtiger wird doch, selbst zu wissen, wie man höchstpersönlich gerne leben möchte. Ja, sag doch mal, wie hättest du es denn gerne, dein Leben? Wie würdest du es denn basteln wollen? Und wir reden vom *Wie*, von Qualitäten nicht von irgendwelchen Äußerlichkeiten - die ergeben sich daraus dann zwangsläufig. Von nix kommt nix. Weichen wollen gestellt werden. Sonst landet man nachher in Depressionen und macht für den Murgs andere verantwortlich. Ohne das Zutun des eigenen Willen geht es nicht:   WÜNSCHEN -  die Willensrichtung auf ein bestimmtes Ziel (ist die sehr komprimierte Bedeutung aus dem etymologischen Wörterbuch). Also, Geburtskind, was willst du, was strebst du an, wohin willst du?

 


 

Für den individuellen Umgang mit Ressourcen reicht meines Erachtens der gesunde Menschenverstand. Ich mache das Licht aus, wenn ich einen Raum verlasse, ich muss meine Klamotten nach einmaligen Tragen noch nicht waschen, wenn ich zu Fuß gehen kann, dann meide ich jedes andere Transportmittel, ich ziehe Gebrauchtes Fabrikneuem vor... - nix worauf ich mir als Europäerin gegenüber der Weltbevölkerung moralisch etwas einbilden könnte.

Den Ofen-Sellerie nach Ottolenghi habe ich in hier in einem Resto (das ich euch demnächst vorstellen will) unlängst gegessen. Aber für eine kleine Kugel Sellerie als Beilagengemüse für 2  Personen  den Backofen 3 Stunden laufen zu lassen.... das macht keinen Sinn, n'est-ce pas? Das braucht mir keiner zu erklären. Also habe ich eine verkürzte Zubereitungsart gewählt. Das Ergebnis ist nicht das Gleiche, denn durch das lange Garen im Ofen hat der Sellerie eine andere (festere) Konsistenz - trotzdem sind die Sellerie-Stücke (wie man ihnen ansieht, finde ich) absolute Köstlichkeiten geworden. Ganz, ganz sicher bin ich mir aber, dass ich damit trotzdem weder die Welt noch das Klima rette.

 

 Zutaten 2P:

1 1/2 Sellerie-Knollen (1 Sellerie à ca. 350g)
3 EL Olivenöl
1 EL Tamari*
1 EL Hoisin-Sauce*
2 EL Ahornsirup
1 Pr Piment d'Espelette
2 Lorbeer-Blätter

 

Zubereitung:

Sellerie schälen, halbieren, vierteln und dann in konische Stücke von 1,5cm breite schneiden.

Einen Topf mit genügend Wasser erhitzen - salzen und Lorbeer-Blätter zufügen - und die Sellerie-Stücke für ca. 6-7min garen, dann abschütten und gut abtropfen lassen (oder auch mit dem Küchentuch etwas trocknen)

Den Ofen auf 210°C (Umluft) vorheizen. 

Die Marinade in einer ausreichend großen Schüssel vermengen und die Sellerie-Stücke von beiden Seiten gut darin wenden und tränken.

Ein Backblech mit Backpapier bekleiden und die Selleriestücke darauf verteilen (restliche Marinade ruhig noch drüber geben).

Für 15-20min in den Ofen schieben bis der Sellerie schön Farbe angenommen hat. Für den finalen Schliff noch weitere ca. 5min unter den Grill schieben.


*Anmerkung m: bei uns gabs das Kartoffel-Pü mit Olivenöl dazu und Bohnen-Tomtensalat - anstelle von Tamari- und Hoisin-Sauce kann man auch einen EL dunkles Miso verwenden - hatte ich gerade nicht.  Aber Miso-Glasur klingt irgendwie griffiger als alles andere.

die Inspiration dafür stammt von einem meiner Lieblingsblogs Chili und Ciabatta aka Petra

 

wer denkt noch an Münchhausen?

Rebelle - Sellerie-Maronen-Ragout mit Honigkuchen-Semmelknödel

Samstag, 9. Januar 2021

 

Unsere alleinstehende Nachbarin hat vergangenen Frühling ein schwarz-weiß geschecktes Katerchen mit etwas kurz geratenen Beinen bei sich aufgenommen, um die Einsamkeit während des ersten confinements besser zu ertragen. Sie taufte ihn *Rebelle*. Und seither laufen sie ganz einhellig zu dritt sapzieren: ihr pummeliger, ebenfalls extrem kurzbeiniger, weißer Terrier, der vor Energie strotzende Rebelle und die nun weniger einsame Héloise.

Wobei die Gesellschaft auf Rebellen ja grundsätzlich nicht gut zu sprechen ist. Doch geht das aktuell herrschende System unter, dann wendet sich das Blatt der Beurteilung radikal und Rebellen werden zu Helden stilisiert. Schon komisch, oder? Wie sich alles ins Gegenteil verkehren kann, wenn man nur die Perspektive wechselt? ( gerade ein Lieblingsthema von mir...).

Vielleicht färbt aber auch nur die Umgebung auf mich ab. Tatsächlich ist die Drôme eine Brutstätte der Rebellion und Frankreich weit bekannt für ihre Widerstandskämpfer während des 2. Weltkrieges. In den Höhlen des rauhen Hochvercors versteckten sich les réstistents, wo heute zu ihrem Gedenken das sehenswerte *Memorial départemental de la Résistence du Vercors* errichtet wurde. Und so abgeschieden unser Tal auch scheint, so wurde es dennoch zum Schauplatz des Krieges mit den Deutschen, worüber ein kleines, privates Museum im Nachbarort berichtet. Fahren wir zum Einkaufen nach Crest, dann passieren wir jedes mal die Gedächtnisstätte von Nancy Bertrand, die dem Widerstand als Nachrichtenübermittlerin diente, dabei erwischt und daraufhin von einem deutschen Offizier exekutiert wurde.

Wer in der Drôme lebt, lebt in Mitten von Zeugnissen der Rebellion. Doch nicht nur die der Vergangenheit - gleichzeitig auch die der Gegenwart. 

Der Autor des Artikels *Unter Bibern und Wölfen lebt es sich gut* in der FAZ (coucou Maria und Arthur) sieht eben in diesen historischen Wurzeln begründet, warum in der Brust der Dromois bis heute der Geist von Protest und Widerstand schlägt - aber nicht minder der von Solidarität und Toleranz. Tatsächlich machen hundert Gemeinden der Drôme mit sechsundfünfzigtausend Einwohnern als Ökorebellen von sich reden und zwar mit dem Pilotprojekt die Biovallée samt eigenem Qualitätslabel. Die Biovallée dient europaweit als Vorzeigemodell für Biolandwirtschaft und Nachhaltigkeit. Dieses Engagement schenkte der Drôme ihre heutige Wasserqualität und Bioversität, wofür die Assoziation in Australien 2005 den ersten Platz machten und den River Prize (den Weltpreis für Wassermanagmenet) gewannen - unter 450 Kandidaten aus 35 Ländern!

Schon jetzt werden bei uns vierzig Prozent der Äcker und Felder biologisch und im Einklang mit der Natur bewirtschaftet. Selbst unser Dorf Gigors et Lozeron wird ob der Schönheit seiner Landschaft in diesem Artikel namentlich erwähnt - da bin ich natürlich ziemlich stolz!

Und ich bin sehr zufrieden nicht nur in einem Naturschutzpark sondern zusätzlich in einem Biovallée zu leben (doppelter Naturschutz hält besser) - dank der Überzeugung und dem Starrsinn einzelner Visionäre! Bestimmt lässt sich jetzt leichter nachvollziehen, warum wir uns so ausdrücklich Naturliebhaber als Feriengäste wünschen - denn es wäre zu schade, wenn ein solcher Ort nicht entsprechend wertgeschätzt würde.

Grundsätzlich halte und stehe ich ja lieber für mich selbst. Aber müsste ich wählen zwischen Team *Ja-Sager, Mitläufer und Sich-in-der-größten-Gruppe-Verstecker*  und Team *Widerständler, Rebellen und Für-eine-Sache-Einsteher* dann würde mir die Entscheidung leicht fallen...

 

 

In letzter Zeit bin ich meinem Blogmotto *Sich das Leben etwas schöner zu kochen* SEHR treu geblieben. Ich freue mich darauf, euch die vielen köstlichen Ideen vorzustellen, die sich momentan in der Wartehalte sammeln. 

Dieses hier ist von Bettina Matthaei, die nicht nur erklärt eine meiner liebsten Kochbuchautorinnen ist, sondern auch bei mir ihr eigenes Label hat. Dieses Sonntagsgericht stammt aus ihrem tollen Buch *Gemüse kann auch anders*, aus dem ich schon die Möhrennudeln mit Linsen-Nuss-Sauce vorstellte (keine Empfehlung übrigens mehr für den Spirelli). Ich habe es etwas nach meinem Geschmack angepasst (Navets anstelle von Sellerie, mehr Sauce...). Für alle leidenschaftlichen Rezepte-SammlerInnen habe ich aber das Original belassen - damit niemand Angst haben muss, dass ihm durch meinen individuellen Dreh etwas entgehen könnte...


Zutaten 4P (m: 2P):

Ragout:

600g Sellerie (m: 400g Navets)
400g Gemüsebrühe (m: 350g)
1 Lorbeerblatt
300g Schalotten (m: rote Zwiebel)
4 Zweige Thymian
250g vorgegarte Maronen (m: 120g eigene)
Olivenöl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Cayenne (m: Piment d'Espelette)
Wattleseed (nach Belieben - m: nicht gehabt)
150ml Rotwein 
(m: 50ml Portwein, ein Schuß Rotwein, 1-2 EL Tamari-Sauce)
50g eiskalte Butter (m: Roux zum Binden)
Semmelknödel:
200g Chiabattabrot (m: eigenes, helleres Brot)
150g warme Milch

100g Honigkuchen (m: eigener Brioche plus 2 Spekulatius)*
100g Zwiebeln
1/2 Bund Petersilie
2 Eier
150ml Milch
20g Mehl
30-40g Semmelbrösel
Olivenöl

Zubereitung:

Mit den Semmelknödel beginnen. Brote fein würfeln und mit der warmen Milch übergießen - ab und zu umrühren Zwiebeln fein würfeln und in Olivenöl glasig dünsten. Petersilie fein hacken. Eier verquirlen und zu den Brotwürfeln geben, die Masse salzen und pfeffern, dann Zwiebeln und Petersilie untermischen. 20g Mehl und 30-40g Semmelbrösel zur besseren Formbarkeit dazugeben (m: meine Brote waren vom Vortag - gab nur etwa 1 EL Semmelbrösel aber eben auch die zerbröselten Spekulatius hinzu). 

Aus dem Teig 16 kleine Knödel formen und in gerade siedendes Salzwasser geben (m: über Wasserbad gegart). In 4-7min gar ziehen lassen. Sobald sie an die Oberfläche schwimmen, sind sie fertig. Mit der Schaumkelle herausheben, etwas ausdampfen lassen und mit dem Ragout anrichten.

Für das Ragout die Sellerie (m: gelbe Navets) schälen, in 2cm Würfel schneiden und zusammen mit dem Lorbeerblatt in der Brühe bei mittlerer Hitze ca. 15-20min kochen lassen. Abgießen, Brühe dabei auffangen.

Schalotten je nach Größe halbieren oder vierteln (m: rote Zwiebel in 1cm Würfel schneiden), Maronen ebenfalls wenn nötig etwas verkleinern. Zwiebel in Olivenöl mit Thymian glasig dünsten, Maronen und Sellerie (Navets) dazu und bei kleiner Hitze ca. 5min mitgaren. Würzen mit Salz, Pfeffer, Piment, Muskatnuss und (falls vorhanden) Wattleseed.

Ragout aus Pfanne nehmen, warm stellen. Rotwein und 150ml Brühe (m: sämtliche) zum Bratsatz geben, aufkochen, etwas einreduzieren lassen. Von der Herdplatte nehmen und nach und nach die kalte Butter unterschlagen bis die Sauce sämig ist (m: mit Roux gebunden). 

Anmerkung m: Hälfte der Semmelknödel für uns zubereitet

Quelle: *Gemüse kann auch anders* von Bettina Matthaei


Himmelsaufhängung: Erbsen-Knödel mit Caponata

Sonntag, 9. August 2020


Für eine Arbeit mit schwerer Schlagseite Richtung Ready-Made zu Kunst-Aka-Zeiten verwendete ich ein Fundstück vom Flohmarkt: einen wunderschönen, vier Meter langen, azurblauen Stoff auf dem regelmäßig verteilt weiße Wattebausch-Wolken segelten und mit dem ich endlich Mal die Höhe des Hochalteliers richtig ausschöpfen konnte. Ich hing die Stoffbahn derart auf, dass zum Fussboden gerade soviel Luft blieb, um das nackte Fußpaar eines Mannes und einer Frau (welche ich in Gips abgeformt und hautfarben bemalt hatte) hervorschauen lassen zu können. In Augenhöhe war die Frage auf den Stoff gestickt: *Woran hängst du deinen Himmel auf?*

Je älter ich werde, umso mehr grüble ich, mit welchem Rückenwind Eltern heute ihre Kinder in die Welt hinausschicken. Immer kommt mir dazu im Vergleich Gerhard Hauptmann in den Sinn, der in seinem *Buch der Leidenschaften* schildert, von welchem Enthusiasmus befeuert die Jugend vor der letzten Jahrhundertwende gen Zukunft blickte: beseelt von der Hoffnung auf Verbesserung in allen Bereichen was die kommende gesellschaftliche Entwicklungen, die technischen Neuerungen, die medizinischen Entdeckungen und die wissenschaftlichen Forschungen anging. Was davon ist heute übrig? Was wünscht man sich für sein Kind für später einmal? Welche Tätigkeit soll es mal ausüben können? Bon, ja, der gute, alte Lokomotivführer, alberne Nostalgie. Stattdessen dann Space-Shuttle-Fahrer für Elon Musk gen Mars? Womöglich macht man sich als junge Eltern gar keine Gedanken, lebt im Jetzt und Hier und Zukunft ist wie für alle anderen einfach später. Aus Vernunftgründen hat auf diesem Planeten noch selten jemand auf irgendetwas verzichtet, sei es Zigaretten und Alkohol, Schnitzel und Leberwurst, Auto und Klamotte, Schminke oder Verpackungsmüll.

Nur, wer in langen Bögen optimistisch vorausdenken will, wird zwangsläufig manches ausblenden müssen. Weil das Plastik wird man wohl nicht mehr aus dem Meer gefischelt bekommen, die Poole werden nicht von alleine zurückgefrieren, die sicheren, atomaren Endlager werden nicht wie Pilze aus dem Boden schießen und der einmal gerodete Urwald lässt sich nicht einfach wieder aufforsten. 

Wobei der Ausnahmezustand der Welt anschaulich vor Augen führt, wie phänomenal bis heute die Regenerationskräfte der Natur sind, wenn sich der Mensch zurücknimmt. So verbesserte sich die Luft messbar, als während des Lockdowns kaum Autos fuhren. Und welche Auswirkungen es mit sich bringt, dass momentan ein Großteil der Flugzeuge aller Luftflotten weltweit (!) auf dem Boden steht, ist noch nicht untersucht. Selbst nuklear verseuchte Gebiete scheinen zu demonstrieren, dass in Anbetracht der Verstrahlung *die weitaus größere Bedrohung für die Wildtiere – das folgt aus den erstaunlichen Beobachtungen rund um Tschernobyl – eindeutig der Mensch ist. Hört er auf, die Tiere zu jagen und ihren Lebensraum zu zerstören, erholen sich die Bestände.*

So stellt sich die Frage - wie ich sie bereits stellvertretend für die ganze Welt am Beispiel des Mittelmeeres beleuchtet hatte - ob denn noch Chancen bestünden (rein theoretisch), dass die Zeiger auf der Uhr noch vor Zwölf stehen und nicht sowieso alles einfach zu spät ist.

Welche Visionen die führende Elite für die Zukunft verfolgen, bleibt ein Geheimnis - aber genau diese Weichen und Vorgaben werden von ihnen an die Politik weitergegeben. In dem auf Youtube aufrufbaren, kurzen Film *The Great Reset* des World Economic Forum - jenes, das jährlich in Davos tagt - implizieren die Bilder, dass eine Zeitenwende ausgerufen wird. Soll das bedeuten, dass sich eben jene, die seit dem 2.Weltkrieg unter der Weltherrschaft der USA den Planeten in Zeitraffer in den Zustand brachte, in dem er sich heute befindet, sich von ihren alten Maximen des Kapitalismus, des Konsums, des Materialismus und der Ausbeutung abwenden wollen? So gingen in meinem Universum Sensationen! Doch wie sollen dann stattdessen die neuen Götter heißen? Wie das Wort *Reset* - der Titel des Fims - erklärt, wird das bestehende System heruntergefahren und beim Neustart neue Programme installiert. Doch - nix mit Kehrtwende - selbst wenn das Adjektiv *Great* vor *Reset* steht, so kennen wirs im Kleinen am Computer: beim Reset wird ja nicht umwälzend eingegriffen. An welchem Himmel werden sich die Werte dieser neuen Programme aufhängen? Das aber ist *the great question*. Halten wir fest: die Zukunft bleibt spannend!

In den neun Jahren Bloggerei habe ich längst offenbart, dass meine himmlischen Aufhänger die Natur, Friede und Harmonie, sowie die ewig großen Drei *Glaube-Liebe-Hoffnung* sind.

Und Hausmannskost, die gerollt, genudelt, gewalkt und geknetet daherkommt! 

Als ich die Erbsenklöße bei Susanne entdeckte, war ich direkt angefixt. Und erinnerte mich meiner Erbsennocken wieder - dringend an der Zeit diese von den Toten auferstehen zu lassen. Meine Erbsen-Knödelchen weisen also große Ähnlichkeit zu den Nocken auf, sind ähnlich dekorativ nur anders geformt und schmecken wieder spitze. Zu der Caponata ein echtes Sommer-Gäste-Essen und kulinarisch steht man damit schon mit einem Fuß im Knödel-Gnocchi-Himmel!


Zutaten 2P:

250g Erbsen
300g Kartoffeln
70g Ziegenfrischkäse
30g Parmesan
50 Kartoffelmehl
1 Eigelb
Salz, Pfeffer

1 Aubergine (ca. 300g)
350g Tomaten (m: gehäutet)
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Selleriestange
1 EL Kapern
2 EL Oliven
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
1 TL Harissa
3 Zweige Oregano
1/2 Bund Basilikum
1 EL Balsamico-Reduktion
4 EL Olivenöl

2 EL Pinienkerne, in der Pfanne ohne Fett geröstet

Zubereitung:
 
Die Erbsen in kochendes Wasser geben, drei Minuten kochen lassen bis sie gar sind, dann abschütten und unter kaltem Wasser abschrecken. Sehr gut abtropfen lassen (m: zusätzlich mit einem Küchentuch getrocknet). Die Erbsen in einem hohen Gefäß sehr fein pürieren (m: zusammen mit dem Ziegenfrischkäse).

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln garen, abgießen und noch heiß pellen. Die gepellten Kartoffeln zweimal durch eine Kartoffelpresse drücken, dann mit dem Erbsen-Ziegenfrischkäse, dem Mehl, dem Eigelb und dem Parmesan zu einem glatten Teig mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Teig mit feuchten Händen zu 20 Knödelchen formen und in kochendem Salzwasser so lange garen, bis sie nach oben steigen. Mit einer Schöpfkelle herausheben und im Ofen warmstellen.
 
Die Aubergine in 1cm große Würfel schneiden und den Sellerie in feine Scheiben schneiden. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen, Zwiebel fein würfeln, Knofi fein hacken. Den Oregano ebenfalls fein wiegen.
 
Das Olivenöl erhitzen, die Auberginenwürfel darin rundherum gut anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie dazugeben und kurz mitbraten. Kräuter unterrühren.
Tomaten klein schneiden, mit Oliven und Kapern untermischen. 
 
Das Gemüse zugedeckt ca. 20 Min. garen. Balsamico-Reduktion und Zucker untermischen, mit Salz, Pfeffer und Harissa abschmecken. Die Pinienkerne sowie den in Streifen geschnittenen Basilikum darüber streuen und zusammen mit den Erbsen-Knödeln servieren.
 
Anmerkung m: die Caponata schmeckt sowohl warm, lauwarm als auch kalt 
 
Riesenkreuzspinne

Eskapismus: Wildkräuter-Kartoffel-Pflanzerl

Mittwoch, 1. April 2020


Wenn wir Menschen etwas naturgemäß richtig gut können, ja allesamt schon fast am Genie vorbei schrappen, dann ist es verdrängen. Den Turbo dafür kann man mit Alk oder Drogen aller Art reinhauen. Aber eigentlich ist das gar nicht nötig. Eigentlich ist die bereits angeborene Ausstattung komplett ausreichend. Kennt ihr die Fabel vom Tausendfüßler? Würde er drüber nachdenken, wie er einen Fuß vor den anderen setzen muss, käme er nicht vom Fleck. Für die Pros (#Team Bewußtheit) ist das jetzt DIE Gelegenheit, sich in Gelassenheit zu üben. Die stellt sich nämlich leider nicht zwingend von alleine ein - zumindest nicht bei mir.

Nun, während der Ausnahmezustand herrscht, will ich mich heute dem Thema *Flausch* intensiver annehmen. Etwas Eskapismus können wir doch alle gerade gebrauchen, oder?

Um sich in flauschige Stimmung zu grooven, ist mein erster Vorschlag, sich einfach eine Weile in Dauerschleife das Intro der einstigen, harmlosen Vorabendserie *Ein Heim für Tiere* anzuhören. Und? Wirkt es schon? Also ich werde direkt in einen Heile-Welt-Modus zurückgebeamt, in der zuguterletzt alle Probleme gelöst, alle Tiere geheilt und sämtliche Missverständnisse geglättet werden.

Ein Lieblingsfilm, der mich jedes Mal erneut erheitert ist *Mein Sohn der Klugscheißer* - genau mein Humor! Eine Empfehlung, die ich schon ausgesprochen habe. Ebenso wie meinen wiederholten Verweis auf das Buch *Zuammen ist man weniger allein* - wem bei der Lektüre nicht warm ums Herz wird, der muss es dem Holländermichel verkauft haben.

Doch bevor ich nun durch treue Begeisterung den Blog-Papagei mache, habe ich euch einfach mal 10 Posts zusammengestellt, die mir zuverlässig gute Laune machen:

wie Boy George's Hare Krishna oder  Real-Love-Movie Overboard (*tiefer Seufzer!*) oder Kartoffel-Käse-Glück oder meine 10 Lieblings-Schoko-Rezepte oder die Dosis Romantik, die ich brauche oder meine Nüchternheit oder die bewußte Wertschätzung dessen, was gut ist oder die Orientierung am Licht oder das Glück der Begegnungen oder die Erinnerung an diese haarige Angelegenheit...

...  ich hoffe, ich kann bei euch auf diese Weise ebenfalls ein paar Endorphine aktivieren.

Charlottes Schwester hatte übrigens ein ähnliches Bedürfnis - weshalb das Milchmädchen nicht zögerte, bei sich nach Aufheiterung zu suchen...


Mein größtes Therapiezentrum ist die Natur. Ohne sie komme ich ganz leicht aus meinem inneren Gleichgewicht. Dieses Rezept richtet sich besonders an die, die naturnah oder mit einem Garten leben. Mit dem Frühling sprießt und treibt es. Und wie ein junges Reh/ alte Gemse/ mittelalte Ziege zieht es mich zum frischen Grün. In der Warteschleife stapeln sich die Rezepte mit Wildkräuter. Ihr verwendet einfach die Kräuter, die eure Umgebung hergibt. Die Stadtkinder können diese durch Mangold, Spinat oder Bärlauch ersetzen.

Zutaten 2P -  8 Stück

350g Kartoffeln
90g Wildkräuter
(Borretsch, Pimpinelle, Löwenzahn, Estragon, Giersch, Gänseblümchen, Rauke, Brennessel, junger Knoblauch...)
1 Schalotte
2 EL Sesam, geröstet
Salz, Pfeffer
Oliven-Öl

250g Ofentomaten
100g Soja-Geschnetzeltes
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen 
(oder wer hat junge Knoblauchstangen)
100ml Gemüsebrühe
1 kleine Karotte
1 kleine Stange Lauch
1 kleine Stange Sellerie
Harissa 
Salz, Pfeffer
1 Pr Zucker
Tamari-Sauce (Soja)
Oliven-Öl

Zubereitung:

Kartoffeln gar kochen, gut ausdämpfen lassen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Die Wildkräuter klein schneiden und zusammen mit der in feine Würfel geschnittenen Schalotte in heißem Olivenöl etwas zusammenfallen lassen - dann mit geröstetem Sesam den Kartoffeln zufügen. Alles gut vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen und von der Masse Pflanzerl (Frikadellen) formen. 

Für die Sauce das Soja-Geschnetzeltes mit der gleichen Menge kochendem Wasser übergießen und quellen lassen. 

Schalotte und Knoblauch fein würfeln. Ebenso das Gemüse (Karotte/ Lauch/ Sellerie) in feine Würfel schneiden.

In dem Oliven-Öl zuerst die Schalotte glasig dünsten, dann das Gemüse und den Knoblauch sowie das Soja-Geschnetzeltes untermischen und ebenfalls mitbraten. Ofentomaten und Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und sanft ca. 15min simmern lassen. Salzen, pfeffern und mit Harissa und Tamari-Sauce würzen.

Parallel die Pflanzerl in heißem Öl von beiden Seiten golden braten. Zusammen mit der Sauce servieren.

Inspiration: ZDF

die erste Wildorchidee des Jahres - Himmantoglossum robertianum
... und weiter aufgeblüht - auch genannt: das Riesenknabenkraut oder Roberts Mastorchis

Von langer Hand - also weiter oben - bereits angekündigt: 10 Dinge, die Hubel-Trubel-Heiterkeit auslösen sollen. Bon, oder zumindest etwas in diese Richtung schubsen...





https://salzkorn.blogspot.com/2015/10/eine-haarige-angelegenheit-karottenflan.html       https://salzkorn.blogspot.com/2015/11/begegnungen-husarenkrapferln.html

Als Goodie obendrauf lege ich das Wohnzimmerkonzert der Backstreet Boys (mittlerweile leider nicht mehr ganz zu sehen - deshalb jetzt das Original - wobei ersteres NOCH alberner war). Weil jetzt VÖLLIG bin ich nun (als Kind dieser Zeit) auch nicht an Boygroups vorbeigekommen - ich war halt kein Fan-Girl. Aber eine CD einer Boygroup hatte ich dann doch, eben die von den Backstreet Boys. Und weil ich zu der gerne geputzt habe, lag sie lange Zeit in einer der gîtes... bis sie irgendwann irgendjemand hat mitgehen lassen... So, jetzt wißt ihr das auch.