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Fushion: Mediterrane Schupfnudeln mit Artischocken und Oliven

Freitag, 31. Juli 2015

In Zeiten von Umani, Superfood, Paleo usw. muß sich Fushion-Küche ganz weit hinten anstellen. Als old-school bestenfalls. Vielleicht sogar als überholt. Das gibts schließlich schon EWIG. Wer mixt nicht einfach weltweit zusammen, beliebig, wie es ihm paßt und setzt einen klingenden Namen dazu. Notfalls zückt man: Revolution - damit sollte alles erlaubt sein. Neue Namen - neue Kunden. Auf derartige Marktstrategien reagiere ich großzügig gelangweilt. Deshalb werde ich meine Nahrung nicht im Internet bestellen, sondern weiter schauen, was der Garten hergibt. Egal was andere irgendwo für neue Trends ausrufen.

Ich habe heute also fusioniert in der Küche und mein badisches Grundnahrungsmittel konsequent einfranzösischt. Was hat es lange gebraucht, bis mir klar wurde, dass Bubenspitzle eigentlich das Gleiche sind wie Gnocchi - nur in anderer Form in einem anderen Land. Und ich liebe Gnocchi! Genauso innig wie Schupfnudeln.

Damit meine Schupfnudeln - ein Wort, dass selbst der alkoholisierteste Fränzi wohl nie über die Lippen bekäme - sich richtig schön einschnuckeln in die französische Küche wurde sehr viel Thymian an den Teig gegeben. Und getrocknete Tomaten. Dazu Knoblauch, Oliven, Artischocken und Zitronenbasilikum - tja und kein Einheimischer wäre auf die Idee gekommen, dass dieses Gericht einen völlig unaussprechbaren Namen hat...
Zutaten:

300g Kartoffeln (am Vortag gekocht)
120g Mehl
1 Ei
2 TL getrockneter Thymian
50g Tomaten, getrocknet, in Öl eingelegt, klein geschnitten
Salz

3 kleine Artischocken
1 rote Zwiebel
2 Knoblauchzehen
grüne und schwarze Oliven
Olivenöl
Zitronenbasilikum, in Streifen geschnitten
Salz, Pfeffer
Piment d'Espelette
1 Zitrone 

Zubereitung:

Für die Schupfnudeln die Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Mit allen anderen Zutaten mischen und auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem homogenen Teig verkneten. Zu zwei langen Rollen formen von ca. 2cm Dicke. Stücke von etwa 1,5cm Breite abschneiden und mit den Handflächen länglich rollen.

Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Schupfnudeln wie sie fertig sind ins Wasser geben und sobald sie an die Wasseroberfläche steigen mit einer Schaumkelle rausheben, abtropfen lassen und auf eine Platte nebeneinander setzen.

Die Artischocken rüsten, vierteln und in Zitronenwasser zwischenlagern. Die Zwiebel schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Den Knoblauch fein würfeln.

In zwei Pfannen etwas Olivenöl erhitzen. In der einen Pfanne die Schupfnudeln rundherum knusprig braten. In der anderen Pfanne zuerst die Artischocken anbraten. Wenn die etwas Farbe angenommen haben die Zwiebeln mitdünsten (damit die Aritschocken schneller gar werden gebe ich gerne 2-3 EL Gemüsebrühe dazu und lege den Deckel für 3-4min auf - aber Vorsicht: sie sollen nicht weichgekocht werden, sondern gar sein, aber noch Biss haben). Zuletzt Knoblauch und Oliven untermischen. Salzen und pfeffern.

Vor dem Servieren beide Pfanneninhalte miteinander vermengen, mit Piment d'Espelette würzen und den Zitronenbasilikum darüber streuen.

echte Mama-Küche: Schupfnudeln mit Rahm-Mangold

Freitag, 28. April 2017

Das, was ich unter Gartenküche verstehe, läuft Hand in Hand mit echter Mama-Küche - Hausmannskost, wie man sie kennt. Oder in leicht abgewandeltem Gewand. Grießbrei wie Schupfnudeln sind die ersten beiden Gerichte, die mir einfallen, wenn es darum geht, unter Mamas kulinarischen Rock zu schlupfen. Wie jetzt, wo mir - mirnixdirnix - die Nase draußen wieder kalt friert - nachdem ich nun wochenlang in T-Shirt rumhüpfen konnte. Das schreit nach Küchen-Konter!

Mir war also nach etwas, das in gleichem Maße Bauch wie Gemüt streichelt. Bubenspitzle! Honi soit qui mal y pense... Und ein Gericht, das mir so gut tut, das schüttle ich aus dem Handgelenk, das mache ich par coeur. Auch in höherer Schlagzahl - tatsächlich gab es dieses Essen genauso bereits im Herbst.

Begleiter durfte der treue Heinrich des Gartens sein, der Mangold. Auf ihn ist immer Verlaß - er trotzt den Gezeiten und kein Ungetier mampft ihn vor uns nieder. Dabei strahlt er blumig wie kaum ein anderes Gemüse. *Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein Rettungsmittel als die Liebe* (Goethe) und so kann sich nur von ganz alleine eine Freundschaft mit Monsieur Mangold entwickeln. Nun beginnt er erneut zarte Blätter zu treiben, bevor er schießt, die sich anfühlen wie frisch gewaschene Baumwolle.

Eigentlich müßte die Portion für drei Esser reichen - bei uns hätte der allerdings nicht älter als drei Jahre sein dürfen: richtig Mami-njami!

Zutaten 2-3P:

Schupfnudeln
400g Kartoffeln
120g Mehl (m: D630)
1 Ei
1 Schalotte
1 TL Kräuter-Pesto*
Salz
Muskatnuss
2-3 EL Parmesan, gerieben

Rapsöl zum Braten

400g junger Mangold
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1/2 EL brauner Zucker
50ml Noilly Prat
100ml Gemüsebrühe
100ml Sahne (oder Kokosmilch)
Roux zum Binden
Salz, Pfeffer 

Zubereitung:

Kartoffeln etwa 35min weich kochen. 

Parallel bereits die Scahlotte fein würfeln und in einem Stich Butter glasig dünsten und zur Seite stellen zur weiteren Verarbeitung.

Den Mangold waschen, Blätter von den Stielen trennen, die Zwiebel fein würfeln, ebenso den Knoblauch. Die Stiele ebenfalls fein würfeln.

Die gegarten Kartoffeln etwas abkühlen lassen, noch warm pellen, durch die Kartoffelpresse drücken und direkt aus den übrigen Zutaten einen homogenen Teig kneten. Auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche nacheinander vier Rollen von ca. 2cm Durchmesser formen, von denen fingerbreite Stücke abschneiden und zu Bubenspitzle rollen. Reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Bubenspitzle darin garen - wenn sie an die Wasseroberfläche steigen, sind die fertig. Nebeneinander, nicht übereinander in eine Platte setzen. Die Schupfnudeln in Rapsöl braten während das Mangold-Gemüse auf den Weg gebraucht wird.

In etwas Öl die Zwiebel glasig dünsten, dabei den Zucker darüber karamellisieren lassen. Dann Knoblauch und Mangoldstiele zufügen und weitere 3min braten. Mit dem Noilly ablöschen und einredzieren lassen. Die Gemüsebrühe anschütten, Deckel auflegen und bei kleiner Flamme ca. 5min garen. Sahne angießen, eventuell noch etwas Gemüsebrühe, die feingeschnittenen Blätter untermengen, Deckel wieder auflegen und in 3min zusammenfallen lassen. Mit einer Roux binden, nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Schupfnudeln mit dem sahnigen Mangold servieren.

Anmerkung m: mein Frühlingskräuterpesto ist eigentlich eine Pasta aus hauptteilig Bärlauch/ Petersilie/ Zitronenthymian - sowie etwas Pimpinelle/ Kerbel/ Boretsch/ Liebstöckl/ Minze gemixt mit Rapsöl und Salz... derart ist es multipel einsetzbar - wie ihr sehen werdet...

un classique badois: Schupfnudeln mit Sauerkraut

Freitag, 20. Januar 2012

Von den Festtagen hatte ich noch die Hälfte Schupfnudeln in der Tiefkühltruhe. Praktisch! Sehr praktisch, wenn man mal keine Lust hat länger in der Küche zu stehen und dennoch gut essen will. Eine ideale Gelegenheit auf die Pfründe der Vergangenheit zurückzugreifen. Und dazu fällt mir auch mein geliebtes karamellisiertes Ofenapfelmus ein, das sich ganz wunderbar mit Sauerkraut versteht. Wer sich bis jetzt nicht zu dem Energieaufwand für das Apfelmus durchringen konnte, hat nun einen weiteren Anreiz - der nächste Stups in diese Richtung folgt am Sonntag.

So entsteht ohne große Schnippelei oder Arbeit ein badisches Essen der Extraklasse: Schupfnudeln mit Sauerkraut, ein ex- heimatliches Lieblingsessen. Wohl allgemein sehr beliebt im Badischen, denn diese Kombi wird auch gerne angeboten auf Dorffesten, Weihnachtsmärkten oder eben bei Exildeutschen in Frankreich! Enfin, badisches Soul-Food! Und dieses milde Sauerkraut mit dem Geschmack des Ofen-Apfelmuses... - ihr werdet es (ortsunabhängig) auch lieben!

Zutaten:

ohne Zwiebel und Petersilie

500g Sauerkraut
1 Zwiebel
1 EL kleingeschnittener Schwarzwälderschinken*
(m: vakuumierter, importierter Freiburger)
1 EL brauner Vanillezucker
(m: selbst angesetzt)
1 Lorbeerblatt
3 Wacholderbeeren
1 TL getrockneter Thymian
Salz, Pfeffer
Weißwein, Wasser
2 EL ofenkaramellisiertes Apfelmus
1 EL crème fraîche
Zubereitung:

Die Zwiebeln fein würfeln und in etwas Butter glasig dünsten, mit dem Vanillezucker bestäuben und karamellisieren lassen, dann den Speck mit anrösten. Das Sauerkraut und die Gewürze dazugeben und halb Weißwein halb Wasser anschütten (etwa je 100ml - oder nach Gusto 1/3 Wein 2/3 Wasser, oder umgekehrt ;)), sodass das Sauerkraut knapp bedeckt ist. Das Apfelmus untterrühren. Deckel drauf und eine gute halbe Stunde köcheln lassen.

10 Minuten vor Ende der Garzeit die Schupfnudeln in Butterschmalz knusprig anbraten.
Das Sauerkraut mit Salz, Pfeffer und der Crème abschmecken, das Lorbeerblatt entfernen.

*die Vegetarier lassen den Speck weg!

Bubenspitzle - Essen für Perver

Montag, 24. Oktober 2011

Bubenspitzle finde ich ja zu niedlich als Name für ein Gericht.
Irgendwann kommt das auf die Liste der bedrohten Worte und wird wohl wie im vorherigen (?) Jahr *Kleinod* zum Wort des Jahres gekürt. Unser Wortschatz ist ja schon seit einiger Zeit am Schrumpfen. Daher kann man Astrids Engagement zur kreativen Wortschatzerweiterung nicht genug unterstützen. Wobei mein Vorschlag für Astrid aus dem Bereich *Kindermund* stammt:

Die belauschte Beschimpfung eines Jungen zum andern, beide mit noch Miniaturausgaben von *Bubenspitzlen*, ist bei uns zum geflügelten Wort geworden. Laut und höchst verärgert meinte doch einer zum andern: DU PERVER!
Ziemlich fiese Beleidigung, nich ;O)? Mit Sicherheit ist einer, der Bubenspitzle ißt, ein übler Perver.

Die Bubenspitzle heißen im Badischen, wo ich aufgewachsen bin, ja gar nicht Bubenspitzle sondern Schupfnudeln. Daher ist mein Rezept ein solches. Wer weiß, ob Bubenspitzle nicht anders schmecken. Zumindest gibts da viele, viele unterschiedliche Rezepte für. Als ich Roberts Erdäpfelnudeln gesehen habe, haben die mich so angelüstet, dass ich die umgehend nachgekocht habe.

Aber so schmecken halt die badischen nicht. Roberts sehen zwar genauso aus, aber die Konsistenz ist völlig anders. Eher wie Kroketten. Da fehlt der Biss der badischen Variante, deren Teig im Prinzip identisch ist mit dem für Kartoffelknödel. Super gekocht oder gebraten, mit dem Apfelmus, mit Sahnespinat und Spiegelei usw., einfach immer lecker. Und welche Pfanne würde sich da wohl besser zum knusprig braten anbieten, wie jene die die Astrid so dramatisch eingebrannt hat.
Zutaten 4-6P:

600g Kartoffeln
(ca. 5 Stück - am Vortag gekocht)
200g Mehl
1 Ei
1 Eigelb
1/2 Bund Petersilie
1 kleine Zwiebel
1/2 TL Majoran (getr.)
1 TL Salz
Muskatnuss-Abrieb
Mehl für die Arbeitsfläche

evt. Butterschmalz zum Braten

Zubereitung:

Kartoffeln am Vortag kochen und ausdampfen lassen.

Am nächsten Tag schälen (kann man ebenso bereits am Vortag erledigen) und durch die Kartoffelpresse drücken.

Die Zwiebeln schälen und fein würfeln. In etwas Butter die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Kurz vor Ende die feingeschnittene Petersilie und den zerriebenen Majoran dazu geben.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Ofen zum Warmstellen vorheizen.

In einer Schüssel die Kartoffeln mit den Mehl, den Eiern, der Zwiebel und den Gewürzen vermengen. Auf einer Arbeitsplatte zu einem homogenen Teig verkneten und dann wie bei den Kartoffelgnocchis direkt mit der Verarbeitung beginnen - dabei die Arbeitsunterlage immer gut bemehlen. Den Teig in ca. 4-5 Portionen verteilen und die erste Portion zu einer etwa 2-3cm dicken Rolle formen. Mit dem Messer 2cm dicke Stücke abschneiden und zu Bubenspitzle rollen. Nach einander ins kochende Wasser geben und abschöpfen, wenn sie nach oben gestiegen sind. So fortfahren, bis der Teig verbraucht ist.

Wenn man die Schupfnudeln gebraten genießen will, ein einer Pfanne von allen Seiten goldbraun knusprig braten.

Anmerkung m: Das ist eine relativ große Portion - die Schupfnudeln lassen sich aber nachdem sie gekocht sind prima einfrieren.

Ofengeschmorter Wirsing mit Süßkartoffel-Schupfnudeln

Mittwoch, 13. November 2013

Dieses Jahr haben wir den dicksten Wirsing ever! Sebstredend bin ich mächtig stolz auf die Habib-Zöglinge. Lange nämlich bin ich davon ausgegangen, dass ein Gemüse wie der Kohl zu den ganz robusten Burschen zählt - ein harter Kerl, der sich um sich selbst kümmert. Und was ist? Von wegen.

Kohl liebt einen üppigen Boden und viel Wasser - sprich Vollbetüttelung. Umsomehr lächelt man sie nun an, die Prachtexemplare. Logo, das bleibt im Garten nicht unbemerkt. Ich staune beim Kohlputzen immer wieder, wieviele unterschiedlichen Viecherchen mitessen.

Obwohl. Rein geschmacklich wundert es mich nicht. Ich liebe Grünkohl. Wie Blumenkohl pimpt eine Runde Ofenrösterei  das Gemüse auf und gibt eine süßlich-karamellige Note. Die Kombination aus Rösten und Dünsten im Backofen habe ich mir von Astrid mitgenommen. Lecker! Der so zubereitete Wirsing hat super zu den Süßkartoffel-Schupfnudeln gepaßt! Wer mag kann statt Süßkartoffeln auch zu Kürbis greifen.
Zutaten 4P:

300g Süßkartoffel
150g Kartoffel
1 Ei
1 Eigelb
2 EL Kartoffelstärke
150g Mehl (evt. plus)
Salz
Muskatnuss

1 kleiner Wirsing
Schmalz
500ml Gemüsebrühe
100ml Sahne
Salz, Pfeffer
Kreuzkümmel

Butterschmalz

4 Scheiben geräucherter Schinken (optional)

Zubereitung:

Kartoffeln und Süßkartoffeln schälen, und in Stücke schneiden - die Süßkartoffeln in etwas größere Stücke als die Kartoffeln (wegen der kürzeren Garzeit). In Salzwasser aufsetzen und gut gar kochen.

Den Ofen auf 180° vorheizen.

Den Wirsing waschen, halbieren, vierteln und den Strunk herausschneiden. Nun die Viertel nochmals halbieren. Ein tiefes Backblech mit Butterschmalz ausfetten, den Wirsing darauf verteilen und ca. 15min im Backofen rösten, bis sich erste dunkle Stellen zeigen. Zwischendrin 1x wenden. Dann die Gemüsebrühe und die Sahne anschütten, auf O-/U-Hitze stellen und weitere 20-30min im Ofen dünsten. Mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

Abschütten, kurz ausdämpfen lassen, dann (falls notwendig, weil die Süßkartoffeln zuviel Wasser gezogen haben) in einem Tuch ausdrücken. Noch warm durch die Kartoffelpresse drücken. Mehl, Kartoffelstärke, Salz und Muskatnuss dazugeben und vermengen. Am Schluß das Ei und das Eigelb untermischen. Ist der Teig zu klebrig, noch etwas Mehl zufügen. Drei Rollen formen mit je ca. 2cm Durchmesser. Von diesen mit der Teigkarte Stücke abschneiden und länglich rollen. In reichlich Salzwasser garen bis sie an die Oberfläche steigen. Auf einer Platte lagern bis alle fertig gegart sind.

In einer Pfanne Butterschmalz erwärmen und die Süßkartoffel-Schupfnudeln nacheinander goldbraun knusprig braten. Zusammen mit den Wirsing (und dem dazu gezupften Schinken) anrichten.

und zum Vierten: Sauerbraten-Bäckchen mit Bärlauch-Schupfnudeln

Freitag, 2. Mai 2014

Gerade hat Chili und Ciabatta den 10ten Bloggeburtstag gehabt. Kulinarisch erscheint es mir manchmal so, als wäre Petra meine Ziehmutter gewesen. Von ihrem Blog habe ich eindeutig die meisten Rezepte nachgekocht. Und es ist mir auch völlig unvorstellbar, dass man als deutschsprachiger Foodie an Petras Blog vorbeikommt - bloggend oder nicht. All diejenigen, die es dennoch geschafft haben, bedauere ich zutiefst, diese geballte Muse der Appetitlichkeit verpaßt zu haben.

Beflügelnd kommt hinzu, dass Pertras nachgekochten Rezepte meist standepede in die Lieblingskategorie schießen. Wie ein Füchslein registriere ich SOFORT, wenn etwa ein Rezept unter *Gäste* einsortiert wurde (= Hit-Garantie). Und als sie bei den Bäckchen vermerkte *die ungemein aromatische Sauce hat die Konsistenz und Farbe geschmolzener Schokolade* unterstrichen von ihrem Foto, war entschieden, was ich auf den Tisch bringe bei der nächsten Gäste-Einladung (erklärten Nicht-Vegetarier).

Wie verzwickt und zugenäht verhält es sich allerdings bei allen Versuchen, Kalbsbäckchen zu ergattern. Meine zwei Metzgereien in der nächsten Kleinstadt, bei denen ich ja nun wahrlich kein Stammkunde bin bei unserem mageren Fleischverzehr, schauen mich stets an, als sei ich auf den Kopf gefallen: Kälber haben doch gar keine Backen... so auf die Art (wie bei dem Grimmschen Märchen *Bruder Lustig*: *Ein Lamm hat doch gar kein Herz...). Daher wurden es bei mir wie beim letzten Mal wieder Rinderbacken. Mit Vorbestellen. Tant pis. Irgendeine Metzgerei wird mich wohl irgendwann mal ernst nehmen in meinem Gesuch. Solange und vermutlich noch länger bleibt dieses Rezept meine liebste Bäckchen-Version. Herje, diese Sauce! Das ist Saucen-Nirvana! Mehr kann man saucenmäßig nicht wollen. Obervoll gästetauglich.

So, und mein Bärlauchpesto-Glas ist leer. Fertig-aus! Mit drei Bärlauch-Gerichten bin ich dieses Jahr durchaus überdurchschnittlich dabei. Gut hat es gepaßt und die Bäckchen zusammen mit dem Spargel verfrühjahrt. Nun steht ein Gläschen Radieschenblätterpesto als Ersatz im Kühlschrank.

Nicht zu vergessen an dieser Stelle: Merci liebe Petra für 10 Jahre feurige Anregung mit Chili und Ciabatta!
Zutaten 4P:

1,5kg Rinderbäckchen, geputzt

Marinade
4 EL Schnaps (m: Himbeergeist)
4 EL Weißweinessig
10 Nelken
1 kleine Zimtstange
100ml Rotwein

Sauce:
1kg Kalbsknochen, klein gehackt
1 1/2 EL Öl
50g Karotten, gewürfelt
50g Sellerie, gewürfelt
50g Lauch, gewürfelt
70g Schalotten, gewürfelt
1 EL Mehl
50g Tomatenmark
500ml Rotwein
70g Preiselbeeren (m: Glas)
100ml Holundersaft (m: 200ml scharze Johannisbeerensaft)
1 Lorbeerblatt
10 Pfefferkörner
1 Zweig Rosmarin
2 Walcholderbeeren
Salz, Pfeffer

Schupfnudelrezept
1 1/2 EL Bärlauchpesto
Butterschmalz

500g grüner Spargel
Vanillezucker
braune Butter
Orangenabrieb

Öl zum Anbraten
Zubereitung:

Die geputzten Bäckchen in einen Gefrierbeutel legen, Schnaps, Weißweinessig, Nelken, Zimtstange und Rotwein dazugeben und den Beutel in ein enges Gefäß setzen, so dass das Fleisch von der Marinade bedeckt ist, Beutel eng verschließen. 3-4 Tage im Kühlschrank marinieren lassen.

Die Kalbsknochen im heißen Öl kräftig anbraten, herausnehmen. Das gewürfelte Gemüse in den Topf geben und alles gut anbraten. Mehl und Tomatenmark unterrühren und kurz mitrösten. Die Knochen wieder zugeben, mit 250 ml Rotwein ablöschen, einkochen. Mit dem restlichem Wein, 750 ml Wasser, Konfitüre und Johannisbeersaft auffüllen. Alle Gewürze zugeben, 2 Stunden bei mittlerer Hitze offen simmern lassen. Die Sauce in einen Topf sieben, dabei die Rückstände nochmal mit etwas Wasser durchschwenken, um anhaftende Sauce zu entfernen, die Flüssigkeit ebenfalls in den Topf sieben. Den Topfinhalt auf auf 500 ml Flüssigkeit einkochen, dann salzen (Sauce kann bis hierher gut vorbereitet werden - m: Sauce an dieser Stelle nicht einreduzieren lassen).

Die Bäckchen aus der Marinade nehmen, abtupfen und salzen. Bäckchen von beiden Seiten im etwas heißen Öl kurz anbraten. Mit der Marinade und 100 ml Wasser ablöschen, mit der vorbereiteten Sauce auffüllen. Zugedeckt etwa 1 1/2 Stunden Minuten bei milder Hitze simmern lassen (m: Rinderbäckchen brauchen länger: Topf zugedeckt für etwa 4 Stunden bei 140° O-U-Hitze in den Ofen geschoben - solange, bis das Fleisch bei Berührung auseinanderfällt).

Die Bäckchen aus der Sauce nehmen. Die Sauce in einen Topf sieben, auf 400 ml einkochen, abschmecken. Die Bäckchen in der Sauce erwärmen.

Den grünen Spargel nicht zu weich kochen und gut abtropfen lassen. Vor dem Servieren in einer Pfanne braune Butter erhitzen, die Spargelstangen dazu geben, salzen und pfeffern. Den Vanillezucker darüberstreuen, ebenso den Orangenabrieb und die Spargelstangen darin heiß schwenken, bis sie schön von den Aromen umzogen sind.

Die Schupfnudeln nach Rezept zubereiten - allerdings ohne Schalotte und Petersilie - anstatt dessen in den Teig das Bärlauchpesto gut einarbeiten. Ich habe die Schupfnudeln tagszuvor gekocht (auch die Bäckchen hatte ich am Vortag zubereitet) und über Nacht in den Kühlschrank gestellt. Zum Servieren habe ich sie nur kurz in etwas Butterschmalz angebraten.

Quelle: Petra von Chili und Ciabatta

von Petra nachgekochte oder inspirierte Rezepte - aus meiner Küche nicht wegzudenken (ob ich alle gefunden habe?):

http://salzkorn.blogspot.fr/2013/08/coco-rouge-die-schmuckbohne.htmlhttp://salzkorn.blogspot.de/2012/11/gegen-knallerrezepte-gibts-keine-medizin.html
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http://salzkorn.blogspot.fr/2012/09/vegan-vegetarisches-lieblingsessen-rote.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2011/07/pizza-mit-fruhlingszwiebeln-kartoffeln.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2012/11/la-jolie-grenade-fenchel-quinoa-salat.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2011/10/moritz-und-ich-und-kalbsrahmgulasch-mit.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/01/zum-reinsetzen-turkischer-mangold.html
http://salzkorn.blogspot.fr/2013/06/gelochert-pane-maggiore.htmlhttp://salzkorn.blogspot.fr/2013/01/blogbuster-minestrone-nach-jamie-oliver.html

So macht Salat satt: Kartoffeltaler

Freitag, 3. Oktober 2014

Mit einer gefühlten Tonne an Schupfnudeln bin ich groß gezogen worden. Ein Gericht, vorallem wenn die kleinen Kerle gebraten sind, das mir immer noch sehr liegt. Und mit Schlagseite zu den Herzhaften zog ich den Salat als Begleiter dem Apfelmus vor. Allerdings ist das schon längst verbloggt (zigfach hier und hier und hier und hier) - und taugt daher nicht mehr, an Sandras schönem Event mitzumachen.

Auf der Suche nach etwaigen, ähnlichen einfachen Mitagsessen und Geschmäckern landete ich dann schon bei Köstlichkeiten wie den Paunzen oder versuche mich in Neuigkeiten wie den Kartoffeltalern heute.

Und ja, auch gut, aber im Vergleich mit Schupfnudeln müssen sich die Taler hinten anstellen. Mir fehlt an ihrer krokettenhaften Konsistenz der Biss, mit dem die Bubenspitzle aufwarten können. Dafür gebe ich euch für den gemischten Salat den Tipp mit: reibt einen halben (ruhig ungeschälten) Apfel mit hinein - das peppt und erfrischt den Salat ungemein.
Zutaten Kartoffeltaler:

400g Kartoffeln (m: Charlotte)
1 Ei
1 Schalotte
1/4 TL Majoran, getrocknet
2 EL Butter
20g Semmelbrösel
30g geräucherter Speck, fein gewürfelt (optional)
1 EL Schnittlauch
Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Butterschmalz zum Braten

Zubereitung:

Die Kartoffeln in der Schale in kaltem Wasser aufsetzen und in ca. 30min gar kochen. Schälen, zwei fach durch die Kartoffelpresse drücken und etwas ausdämpfen lassen.

Die feingewürfelte Zwiebel zusammen mit dem Speck in der Butter glasig dünsten. Den Majoran währenddessen darüber streuen. Zu den Kartoffeln geben. Das Ei und die Semmelbrösel, sowie den in Röllchen geschnittene Schnittlauch unter die Kartoffeln mengen. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnussabrieb würzen.

Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig nochmals gut durchkneten und zu einer Rolle von etwa 4cm Durchmesser formen. Mit einem scharfen Messer Scheiben von 2cm Durchmesser runterschneiden und von beiden Seiten nochmals leicht in Mehl drücken.

Die Taler portionsweise in Butterschmalz knusprig braten - etwa 3min von beiden Seiten.

Zu Tisch mit #3... BSL - Petersilien-Schupfnudeln mit Kohlrübenmus

Dienstag, 17. November 2015

Heute koche ich mich in ein Grüppchen. Janz jeflechter Eskapismus. Nachdem ich mir GMK und RW an den Tisch gewünscht habe, drehe ich den Spieß heute um. Ich schmuggle mich einfach in diese Runde, aus der festen Überzeugung heraus, dass das chemisch spitzenprima harmoniert. Und Harmonie kann ich gerade nicht genug von bekommen. Doch, unter die drei kann ich mich einfügen, mitlachen, mitfragen, ohne dass da was spannt - das ist geselliges Miteinander wie ich es mag.

Zugegeben, den Bjarne Mädel finde ich schon lange toll. Spätestens seit *Tatortreiniger*. Super Ausstrahlung, herrlichen Witz. Eine Lässigkeit, auf die wir Mädels doch stehen, nich? Zur Not würde ich das Essen auch mit ihm alleine verbringen. Aber die Mädels dazu gefallen mir ebenfalls. Von Sarah habe ich das Buch *Mängelexemplar* gelesen. Einfach, weil es mir in Asien quasi hinterher lief und ständig in einem der Backpacker-Unterkünfte stand (genau hier dann zugegriffen). Ich war nicht ganz und gar d'accord mit dem Ratschluß, den sie aus ihren Erfahrungen (Panikattacken) gezogen hat, aber das gäbe ja durchaus Anlaß zu interessierten Fragen. Und die Linda hatte ich so heiter, entspannt, bodenständig und charmant überhaupt nicht auf dem Plan. Eine umso überraschendere, freudige Begegnung also und jemand, mit dem ich sofort in Urlaub fahren würde.

Selbstverständlich ordne ich mich Sarahs Konzept von *Plus Zwei* (hier *Plus Drei*  ;) unter: das Essen gibt Rahmen, aber Anlaß ist das Gespräch - es bringt lediglich zusammen an einen Tisch. 

Zum einen habe ich daher dieses Gericht dafür ausgesucht, weil wir wirklich noch in angeberischen Mengen Butterrübchen (in Frankreich Navets) im Garten haben. Möglicherweise kann man zudem mit so alten Gemüsesorten wie Butterrüben den ein oder anderen Städter sogar noch neue Geschmacksmomente schenken. Und kaum ist die große Tabouleh-Zeit rum, in der jeder zweite Feriengast nach Petersilie verlangte, DANN wächst er wieder wie Unkraut, die Petersilien-Wutz. 

Eigentlich eines dieser typischen *Arme-Leute-Essen*, die ich besonders mag. Und Begeisterung kann ja manchmal so leicht anstecken wie Gähnen. Vorallem in einer gut gestimmten Runde...
Zutaten 2P:

400g Kartoffeln (am Vortag gekocht)
100g Mehl (m: T65)
1/2 Bund Peterslie
1 Ei
Muskatnuss
2 Schalotten,
1 TL Butter
Salz, Pfeffer

Butterschmalz

4 Kohlrübchen (m: navets)
Gemüsebrühe
50ml Sahne
Muskatnuss
1 EL Butter
2 EL Orangensaft, frisch
1/2 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse drücken. Petersilie von den Stielen befreien, grob hacken und mit dem Ei zusammen fein pürieren. Schalotten fein würfeln und in der Butter glasig dünsten. Alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten. Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche aus dem Teig nacheinander drei Stränge von ca.2-3cm Durchmesser rollen. Jeweils in kleine Stücke von 2cm schneiden und diese zu Bubenspitzle rollen. In reichlich kochendem Salzwasser garen. Aus dem Wasser heben, wenn sie nach oben gestiegen sind. Auf einer Platte zwischenlagern.

Zum Servieren in Butterschmalz knusprig braten.

Die Kohlrübchen schälen, würfeln (ca. 2cm) und knapp mit Gemüsebrühe bedecken. Gut weich garen (ca. 10-15min). Die Kohlrüben abschütten und gut ausdampfen lassen. Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen und die Kohlrüben darin ca.10min braten - dabei nur leicht Farbe annehmen lassen. In einen Topf umfüllen und zusammen mit der Sahne und dem Orangensaft sehr fein pürieren (gegebenenfalls für die richtige Konsistenz noch etwas Sahne zufügen). Salzen, pfeffern und mit Zucker und Muskatnuss würzen.

Zusammen mit den Petersilien-Schupfnudeln servieren.

Einträchtig: Poularden-Rouladen mit Schupfnudeln

Montag, 24. September 2012

Damit der Habib und ich vor lauter Harmonie nicht beim Ohmm-Sagen gelangweilt vorneüber kippen, hat die oberste aller Chef-Etagen kleine Stolpersteine eingebaut. Wie etwa diesen kulinarischen: ich liebe Kartoffeln in allen möglichen, verarbeiteten Versionen: ob Gratin, Gnocchis, Knödel, Salat oder eben Schupfnudeln. Dem Habib hingegen geht nicht über die Kartoffel in ihrer Reinheit als Pellkartoffel. Der Einträchtigkeit halber versucht die Küche diesen unterschiedlichen Wünschen gerecht zu werden. 

UND oder ABER: es hat auch sein Gutes: Habe ich keine Lust zu kochen, brauche ich nur einen Kräuterquark, einen Münster und gekochte Kartoffeln reichen und bin die bliebteste Köchin meilenweit. Heute aber kommt eine weitere, mengenmäßig etwas schmälere Variante von meinen geliebten Bubenspitzle auf den Teller, die zwei appetitliche Esser gut satt bekommt - einträchtig, denn gute Stimmung ist wichtig für eine positive Geschmacksentfaltung.

Aufpassen muß man bei den Rouladen - sie werden schnell zu gar und dann trocken. Gut, vielleicht besser würde ein milderer Käse als ein Blauschimmel passen. Das gilt es herauszufinden...
Zutaten:

300g Kartoffeln, am Vortag gekocht (m: 3 Stück)
120g Mehl
1 Ei (Größe M)
1 Schalotte
1 EL brauner Butter
Abrieb Muskatnuss
Petersilie (optional)
Majoran

2 Hühner-Brustfilets
2 Scheiben Serrano-Schinken
40g milder Blauschimmel (m: fourme d'ambert)
Salbei, Zitronenbasilikum, Rosmarin

1 Schalotte
Zitronenthymian, Thymian
Abrieb einer halben Zitrone
40ml Wermut
80ml Weißwein
100ml Hühnerfond
100ml Sahne (m: demi-ecreme)
Salz, Pfeffer, Chili 

Zubereitung:

Schnitzel zwischen zwei Folien oder in einem großen Gefrierbeutel dünn klopfen und salzen. Mit einer Scheibe Schinken, den fein gehackten Kräutern und in kleine Würfel geschnittenem Gorgonzola belegen. Außen mit Salz und Pfeffer gut würzen. Locker einrollen und mit einem Küchengarn gut verschlossen binden. 

In einer Pfanne mit etwas Fett die Rouladen rundherum bei mittlerer Hitze anbraten und zugedeckt circa 5-10 Minuten garen. Die Rouladen auf 80 Grad warm stellen.

Die Zwiebeln in dem Bratgut braun anbraten, Mehl dazu geben und circa 5 Minuten weiter braten. Mit Wermut ablöschen, Wein dazu geben und noch etwas einkochen lassen. Brühe nach und nach Eingießen und circa 10 Minuten weiter köcheln lassen. Nach circa 5 Minuten die Sahne dazu geben und weiter einkochen.

Die Soße durch ein feines Sieb abgießen (oder auch nicht), die Rouladen und den ausgetretenen Saft dazu geben und circa 5-10 Minuten gut warm ziehen lassen. Wenn es nötig ist, noch etwas würzen.
... guerilla knitting in Die
Inspiration: Chefkoch

Menschenskinder: Maroni-Wirsingpfanne in Pilzcrème

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Jeder Blogger schielt hin und wieder zu den Aufrufzahlen. Ich auch. Aber ganz ehrlich: wenn ich vor dem Bildschirm sitze, dann macht diese Zahl beim Schreiben für mich keinen Unterschied. Ob ich mich nun an einen Leser wende oder an mehrere Tausend. Wie früher (Tagebuch) schreibe ich nicht an ein Gegenüber, sondern irgendwie an mich. Klingt komisch, oder? Ja, aber ich muß ja zuerst selbst verstehen, was ich in Worte fassen will. Sag' ich es mal so: ich schreibe unter anderem für mich. Klar, auch für euch - aber dieses *euch* ist eben eine verschwommene Vorstellung von *jemand*. Ihr versteht, was mich meine?

Will heißen: SO wichtig ist eine trockene, nichtsagende Zahl nicht. Nicht für mich, weil ich sie nicht brauche als Referenz für PR aller Art. Das hier ist ein freier Blog, ein Guerilla-Blog, MEIN Blog. Fühlt sich suppi an! Vielleicht deshalb kommt mir das Bloggen bis jetzt nicht als Pflicht vor. Ohhh, darauf reagiere ich mimosenhaft: *Pflicht* - herje, zitternd schrecke ich zurück. Da trinke ich lieber direkt einen *Trotzkaffee* (wäre unter meinen Vorschlägen gewesen für das Wort des Jahres - nur so am Rande). Das ungezwungene Leben in F hat mich wohl nach aller Regel der Kunst versaut.

Was ich aber als alte Reisende sehr gerne inspiziere ist die Publikumsfunktion: aus welchen Ländern verirrt sich ein Menschlein auf meinen Blog. Und dann jauchze ich dem Habib zu: *Stell' dir vor, heute hat jemand von *Botsuana*/ *Chile* / *Island* / *Pakistan*/ *Japan*/ *Myanmar*/*Südkorea*/ *Barbados*/ *Ruanda*/ *Finnland*  usw. auf das Blog zugegriffen*. Zugegeben: *Cote d'Ivoire* mußte ich googeln - noch nie gehört. Je kleiner das Land und je weiter weg umso faszinierender für mich. Sind wir auf Reisen, dann ist von außen betrachtet das kleine Deutschland winzig - ein Ameisenhaufen!

Eigentlich ist es ein bißchen unfähr meinen treuen Lesern gegenüber aus dem deutschsprachigen EU-Raum. Uns verbindet eben die deutsche Muttersprache, wieso die meisten von dort aus aufrufen (wie ich ja selbst vorrangig Blogs aus diesem Raum lese). Und laut Aufrufzahlen meines Blogs müssen von jenen richtig viele in Portugal leben (einen dicken Gruß nach Portugal!). Ebenso wie in Amerika -  Deutsche stellen in den USA Einwanderungsland Nummero 1 dar (das wußte ich aber). Seltsam in den letzten Tagen allerdings diese großen, sehr auffälligen Aufrufspitzen mal aus China, mal aus Russland, dann aus den USA (das sind doch Maschinen, oder? Ich meine diese seltsamen Spitzen, nicht die Länder ;). Übrigens an dieser Stelle noch ein Kuriosum: Nimmt man die Bevölkerungszahl Europas im Vergleich zu anderen Saaten, dann gibt es lediglich zwei Völker (Indien und China), wo mehr Menschen wohnen als hier. Erstaundlich, nicht?

Nach der sensationellen Entdeckung, wie ich die Maroni sauberst geschält bekomme, gab es dieses Jahr sehr viel Kastanien. Abends einfach mal eine Handvoll zum Knabbern. Oder gerne zum Essen. Wieder ein Gericht inspriert vom Kochquartett, wieder gleichzeitig mit Kathi nachgekocht. Und mein Fazit schließt sich Kathis an: absolut festtagstauglich. Wieso es auf meiner Menu-Zusammenstellung gelandet ist. Als Beilage gabs Bubenspitzle aka Schupfnudeln (in dieser Variante) - seit Kindheit an *Alltimefavorit*!
Zutaten 4P:

300 g frische geschälte, gehäutete Maroni
(entspricht etwa 4 Stück pro Person)
80 g Butter
20 g Zucker
300 ml Gemüsebrühe
300 g Wirsing
2 Karotten
1/2 kleine Sellerieknolle
1 Gemüsezwiebel
7 halbe, getrocknete Tomaten
70ml Sahne
1 kleiner EL Crème fraîche
20 ml weißer Portwein
Piment d'Espelette
1 TL, gehäuft, Pilzpulver
etwas Öl
Salz, Pfeffer
Muskatnuss
Zitrone

Zubereitung:

Frische Kastanien schälen wie hier beschrieben. Dann ähnlich weiterverarbeiten wie hier: dafür 30 g Butter mit dem Zucker im Topf erhitzen, bis der Zucker leicht zu karamellisieren beginnt. Maroni dazugeben und leicht darin bräunen. Anschließend mit Gemüsebrühe gerade so bedecken und bei kleiner Hitze 15 Minuten köcheln, bis die Maroni gar sind und der Fond fast einreduziert ist. 

Parallel den Wirsing entstrunken und in unregelmäßige, 2–3 cm große Blätter schneiden, in Salzwasser blanchieren, danach im Eiswasser abschrecken, damit er die schöne grüne Farbe behält, gut abtropfen lassen. 

Karotten, Sellerie, Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden, die getrockneten Tomaten in feine Streifchen schneiden. Zwiebelscheiben in restlicher Butter ohne Farbe anschwitzen, dann die rohen Karotten, die getrockneten Tomaten und den Sellerie dazugeben, ein wenig Gemüsebrühe anschütten und so lange dünsten, bis das Gemüse gar ist. Dann den blanchierten Wirsing, das Pilzpulver und die glacierten Maronen dazugeben. Mit Sahne angießen, die Crème unterrühren und leicht köcheln, Portwein zugeben, mit Salz, Muskatnuss, Pfeffer aus der Mühle und einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. (wer mag, streckt die Sauce wie Kathi es getan hat)

Dazu gabs die Schupfnudeln in der mediterranen Variante aber auch schlichte Pellkartoffeln würden toll dazu schmecken.