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Montag, 2. Juni 2014

Zusammenfassung der 3. Rezensionswoche
"Jeden Tag ein Buch"

Diesmal sind ziemlich viele Rezensionen zusammen gekommen. Die Bücher, die ich besprechen wollte, haben sich hier schon richtig gestapelt und ich bin mir unsicher, ob diese Ballung sinnvoll ist.

Es ist meine Überzeugung, dass Rezensionen und Empfehlungen immer wichtiger werden, da Bücher künftig mehr online bestellt werden. Auch wenn wir es als richtig empfinden, beim lokalen Buchhändler zu kaufen, so konsequent wird das nicht umgesetzt werden, um die aktuelle Entwicklung zu verhindern.

Ich bestelle die meisten meiner Bücher auch bei amazon. Oft suche ich antiquarische Bücher, die ich im Buchhandel nicht bekomme. Einen guten Buchhändler in der Nähe habe ich nicht. In München hat das Buchhändler-Sterben schon viel früher mit der Expansion von Hugendubel begonnen. Ich sehe mich noch als Kind bei Bücher Kaiser im Rathaus stehen. Den gibt es schon ewig nicht mehr, weil Hugendubel genau gegenüber seine Hauptfiliale in München eröffnet hat. Die Kochbuch-Abteilung dort ist ein Witz - ich gehe da schon lange nicht mehr hin, da muss ich mich nur ärgern. Deshalb stimme ich auch nicht in das Gejammere über die schlechte wirtschaftliche Lage von Hugendubel ein. Wer so ein liebloses Sortiment führt, der muss halt irgendwann die Rechnung bezahlen.

Viele Bücher kaufe ich auf Reisen. Da gehe ich sehr bewusst in die Buchläden und staune immer, dass man seine Kochbuch-Abteilung doch attraktiv gestalten kann.

Meine Liebe zu den Kochbüchern ist ungebrochen und mir machen die Rezensionen auch deshalb so viel Spaß, weil sie mich zwingen, mich intensiv mit einem Buch auseinander zu setzen und neue Dinge in der Küche zu lernen.

Wie es mit den Kochbuch-Rezensionen bei mir weiter geht, weiß ich noch nicht genau. Aber es wird auf meinem Blog immer Rezensionen geben. Damit Ihr einen Überblick habt, gibt es ab heute auch den Reiter "Rezensionen". Dort habe ich die Links zu meinen bisherigen Rezensionen gebündelt.


Buch bei amazon

Rezension:
Mini-Törtchen von Martin Schönleben


















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Rezension:
Vegetarisch mit Leidenschaft
von Andi Schweiger


















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Rezension:
Tender Gemüse von Nigel Slater




















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Rezension:
Tender Obst von Nigel Slater




















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Rezension:
Das persische Kochbuch von Gabi Kopp




















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Rezension:
H. Schwarzenbach - Das Zürcher Kochbuch



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Rezension:
Das große Servus-Kochbuch




















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Rezension:
Meine französische Küche von Rachel Khoo

















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Rezension:
Hensslers Küche von Steffen Henssler


















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Rezension:
Innere Werte von
Thomas Pincon und Michael Hermes


















Buch bei amazon

Rezension:
Karlheinz Hauser: Rezepte, Konzepte, Geschichten, Philosophie von Karlheinz Hauser



















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Rezension:
Kochen nach Farben: 12 Farben - 12 Menüs von Tatjana Reimann, Caro Mantke und Tim Schober



















Buch bei amazon

Rezension:
Kochbox - Culinary Rebellion
von Heiko Schulz und Dirk Müller


















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Rezension:
Das Kochbuch der Nationalmannschaft
von Holger Stromberg


















Buch bei amazon

Rezension:
Wilde Beeren von Luzia Ellert
und Gabriele Halper



















Sonntag, 1. Juni 2014

Rezension: Wilde Beeren
von Luzia Ellert und Gabriele Halper

In meiner Kochbuch-Sammlung befinden sich sehr viele Kochbücher der beiden erfolgreichen Autorinnen Luzia Ellert und Gabriele Halper. Die beiden Wienerinnen arbeiten nun schon seit einigen Jahren sehr erfolgreich zusammen. Luzia Ellert zeichnet für die künstlerischen und sehr ästhetischen Fotos verantwortlich. Sie gilt als eine der renommiertesten Food-Fotografen überhaupt und hat auch die Fotos für Bücher von Johanna Maier, Johannes King, Dieter Müller, Alexander Herrmann, Kolja Kleeberg, Christian Jürgens und Tim Raue gemacht.

Gabriele Halper, deren Eltern ein Altwiener Wirtshaus führten, machte eine Ausbildung zur Köchin und ist seit 1999 als Foodstylistin und Rezeptautorin tätig. Ich bin ein großer Fan ihrer Rezepte, die sich vor allem durch sehr gute Umsetzbarkeit und das "gewisse Etwas" auszeichnen. Von ihren Büchern, die in der Collection Rolf Heyne erschienen sind, besitze ich alle und habe auch schon einiges daraus gekocht. Die Rezepte funktionieren sehr gut und das Ergebnis ist immer sehr schmackhaft.

Rechtzeitig zum Start der Beeren-Saison ist nun das neue Buch des Erfolgs-Duos Halper/Ellert erschienen: Wilde Beeren.


Wilde Beeren
Luzia Ellert nimmt uns mit sehr stimmungsvollen Aufnahmen zu einer Reise aufs Land mit. Da wo wir die wilden Beeren frisch und reif von den Sträuchern zupfen können. Mit viel Liebe zum Details fotografiert sie den Wandel der Natur, die die einzelnen Jahreszeiten bringen und erntet Beeren, die zu den unterschiedlichsten Köstlichkeiten verarbeitet werden. Ergänzt werden die Bilder mit Anekdoten, die uns in die Lage versetzen, die Wochenend-Stimmung in einem hübschen Ferienhaus zu verspüren.

Wilde Beeren ist kein ausschließliches Kochbuch, sondern ein Bildband zum Schmökern, Staunen und Träumen. Wir können es zu jederzeit in die Hand nehmen und den Verlauf des Jahres mitverfolgen. So sind die Kapitel auch nicht nach unterschiedlichen Speisen oder Beeren gegliedert, sondern beschreiben kleine Alltags-Geschichten wie "Noch so ein Sommertag", "Letzte Ernte" oder "Wenn der Garten aufgeräumt".

Das macht es natürlich schwer Rezepte zu finden. Dies wurde sehr gut mit einem alphabetischen Rezeptregister und einem Register nach Beeren ausgeglichen. Die Rezepte zeigen die Vielfältigkeit von Beeren. Da gibt es natürlich Desserts, Eis und Kuchen und viele Ideen, um die Schätze für die beeren-lose Zeit haltbar zu machen, aber auch pikante Gerichte sind vertreten.

Wenn es ein Rezept von Gabriele Halper ist, dann weiß ich, dass ich mich darauf verlassen kann. Deshalb war ich so mutig und habe die Erdbeer-Mandel-Torte mit Holunderblütencreme als Dessert für ein Menü für 26 Personen ausgewählt, ohne es jemals vorher ausprobiert zu haben. Das hat natürlich bestens funktioniert, obwohl ich die Menge erhöht und es auch noch glutenfrei gestaltet habe. Den Fliedersirup wollte ich gerne machen, um es mit meinem lange bewährten Rezept zu vergleichen und der Salat bot sich als schnelles Abendessen an.


Fliederblütensirup

Gebratene Hendlbrust auf Rucola-Himbeer-Salat
mit Himbeeressig














Erdbeer-Mandel-Torte mit Holunderblütencreme











Wilde Beeren ist ein Buch für Liebhaber von schönen Bildern, schönen Geschichten und schönen Rezepten. Es ist mehr als ein Kochbuch und ich kann es mir auch als sehr schönes Geschenk vorstellen. Es hat auf jeden Fall die Chance öfter als ein reines Kochbuch aus dem Regal genommen zu werden, da man es sich damit auch einfach so auf der Couch gemütlich machen können.

Wenn ich das Interesse jetzt an den Rezepten von Gabriele Halper geweckt habe, dann empfehle ich besonders die Bände der Kulinarischen Bibliothek (Tomate, Kartoffel, Citrus, Chili, Schokolade, Ingwer) und das Buch Fleischeslust.



Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.

Rezension: Holger Stromberg
Das Kochbuch der Nationalmannschaft

In ein paar Tagen ist es wieder soweit und wir fiebern alle mit unserer Fußball-National-mannschaft bei der WM in Brasilien. Überall trifft man sich zum Public Viewing oder mit Freunden im privaten Rahmen. Oft wird der Grill angeworfen oder es gibt kleine Snacks. Ganz engagierte Köche überlegen sich noch passende Gerichte aus dem Heimatland der spielenden Mannschaften. Mich hat es immer sehr neugierig gemacht, zu erfahren, was unsere Spieler vor und nach dem Spiel essen. Kleine Einblicke gibt Holger Stromberg auf seiner facebook-Seite und zeigt mal Fotos vom Frühstück oder vom Salatbuffet für den Lunch. Das hat alles schon sehr gut ausgesehen und macht Lust auf mehr.

Wer Holger Stromberg kennt, weiß, dass er aus einer alteingesessenen Gastronomenfamilie aus dem Ruhrpott stammt. Sein Berufsweg Koch war klar vorgezeichnet. Nach seiner Ausbildung im Gasthof  Zur Linde in Oberboihingen erweiterte er seine Kenntnisse in renommierten Sternerestaurants wie dem Schwarzen Adler in Oberbergen und dem Le Crocodile in Straßburg. Bereits mit 23 Jahren erkochte er im Restaurant Goldschmieding in Castrop-Rauxel einen Michelin-Stern und war damals der jüngste Sternekoch Deutschlands.

Danach ging er als Küchenchef nach München in das Restaurant Marks im Luxus-Hotel Mandarin Oriental. Im Jahr 2002 machte er sich mit f.e.b. (Food. Entertainment. Beverage.) selbständig. In dieser Zeit betrieb er das Sterne-Restaurant G'Munich, gründete die KOUNGE, eine Eventlocation mit Küchenstudio und das Tages-Restaurant KUTCHiiN. Von 1997 bis 2004 war er als Gründungsmitglied und Präsident bei der Köche-Vereinigung Junge Wilde aktiv.

Seit 2007 ist Holger Stromberg Koch der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Zuerst nur bei den Männern, aber seit letztem Jahr auch bei den Frauen. Neben der hohen Kochkunst in der Spitzengastronomie und innovativen Küchen-Konzepten interessierte er sich stark für die gesundheitlichen Aspekte der Ernährung. Schließlich ist er dafür verantwortlich, dass die Fußballspieler optimal ernährt werden, um auf dem Spielfeld die beste Leistung zu bringen. Als Spitzenkoch, mit enormen Fachwissen zur Wechselwirkung Ernährung und Gesundheit, ist Holger für mich der Beweis, dass gesundes Essen nicht gesund schmecken muss, sondern köstlich. Der Genuss gehört da absolut dazu. Wer einmal bei einem Ernährungsexperten ohne Koch-Ausbildung gegessen hat, der kann vielleicht nachvollziehen, was ich damit meine :-).

Das Kochbuch der Nationalmannschaft


Nun hat Holger Stromberg das Kochbuch der Nationalmannschaft veröffentlicht. Vom Cover des Buchs im handlichen und praktischen Format lächelt uns Holger Stromberg an. Umringt wird er von vier Spielern, die leider nicht so aussehen, als hätten sie gerade gut gegessen. Ich gebe zu, dass meine Kenntnisse nicht sehr groß sind, aber erkennen kann ich nur Bastian Schweinsteiger und Mesut Özil. Dafür werden wir im ersten Kapitel mit vielen guten Fotos der Spieler auf dem Spielfeld, beim Training und hinter den Kulissen entschädigt.

Im ersten Kapitel Ernährung und Sport erfahren wir viel über die Zusammenhänge. Die einzelnen Nährstoffe, verschiedene Getränke und Essenszeiten werden in ihrer Wirkung für den Körper und besonders bei der Ausübung von Sport erläutert. Dazu gibt es jede Menge praktische Tipps, die man ganz leicht umsetzen kann und jede Menge informative Texte und Tabellen-Übersichten.

Danach geht es weiter mit dem praktischen Teil des Buchs, den Rezepten, die ungefähr 3/4 der insgesamt 176 Seiten ausmachen. Die Rezepte orientieren sich am Tagesablauf der deutschen Nationalmannschaft. Einer davon ist sogar im Buch veröffentlicht und gibt einen Einblick über die gut strukturierten Tage unserer Mannschaft. Die Tage und Rezepte starten mit dem Frühstück, zudem süße und pikante Gerichte, aber auch Smoothies auf den Tisch kommen. Die Hauptgerichte werden zum Mittagessen serviert. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei: Fisch, Fleisch und Vegetarisch. Es gibt einfache Rezepte wie Spaghetti Carbonara, aber auch gehobene Gerichte wie Rotkohlschaumsuppe mit Garnelen. Letztere habe ich sogar schon bei Holger Stromberg gegessen und das zeigt mir, dass die Rezepte authentisch sind.

Ein Rezeptkapitel widmet sich den Snacks und Grundrezepten und auch süße Rezepte für Desserts und Kuchen sind dabei. Darunter finden sich auch zwei Eisrezepte, die unsere Spieler ja nur als Belohnung für gewonnene Spiele bekommen. Das abschließende Register führt nicht nur die Namen der 60 Rezepte alphabetisch auf, sondern auch die Stichwörter aus dem Kapitel Ernährung und Sport.

Die Auswahl der Rezepte für den Praxistest fiel mir sehr leicht. Auf jeden Fall wollte ich den glutenfreien Kuchen ausprobieren, von dem mir Holger schon sehr oft erzählt hat. Und er ist wirklich so köstlich und schmeckt sogar mir, obwohl ich mich nicht glutenfrei ernähren muss. Das ist für mich endlich mal ein Kuchen, wenn man keine Erfahrung mit glutenfreiem Backen hat und einen Gast entsprechend bewirten möchte. Dann stachen mir die beiden Knabbereien aus Edamame und Mandeln ins Auge. Als drittes wollte ich dann ein Hauptgericht ausprobieren. Dabei war es mir wichtig, dass es schnell geht und gut schmeckt, sozusagen perfekte Alltagsküche und das trifft auf die Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat zu. Die Rezepte waren alle leicht umzusetzen und haben perfekt funktioniert. Geschmeckt hat uns auch alles.



 Gewürz-Edamame und Knuspernüsse
 Putenspiesse mit Gurken-Oliven-Salat
Buchweizenkuchen


Das Kochbuch der Nationalmannschaft von Holger Stromberg ist sehr empfehlenswert für sportlich aktive Menschen, die ihre Aktivitäten mit Ernährung unterstützen wollen. Auch ohne den sportlichen Aspekt ist es interessant, wenn man einfach nach gesunder und genussvoller Alltagsküche sucht, da die Rezepte funktionieren und keinen großen Aufwand nötig machen. Auch die verwendeten Zutaten sind gut erhältlich. Wer Fan der deutschen Nationalmannschaft ist, bekommt hier noch einen kleinen Einblick hinter die Kulissen und so ein bisschen Neugierde ist schon mal erlaubt.

Wer einen ersten Eindruck vom Essen der deutschen Nationalmannschaft bekommen möchte,
findet auf der Homepage des DFB einige Rezepte: Essen wie wir.


Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen
Rezensions-Woche der Foodblogger -
Jeden Tag ein Buch.

Samstag, 31. Mai 2014

Rezension:
Kochbox - Culinary Rebellion

Bei meinem ersten Besuch in Berlin nach der Wiedervereinigung, ließ ich mich durch den Prenzlauer Berg treiben und kam irgendwie an der Kulturbrauerei raus. Dort entdeckte ich ein Schild: Kochbox! Meine Neugierde war geweckt und leider war die Tür verschlossen, dahinter alles still und keiner da. Zurück im Hotel erforschte ich natürlich meine Entdeckung im Internet. Kochkurse machen die und die irgendwie anders. Ich beschloss, meinen nächsten Berlin-Besuch besser zu planen und dort einmal einen Kochkurs zu machen. Ihr ahnt es schon, ich habe es nicht geschafft, zumindest nicht in Berlin.

Jahre später traf ich Heiko Schulz, einen der beiden Köpfe hinter der Kochbox, zufällig bei einem Kochkurs bei Stefan Marquard. Da musste ich lachen, wie klein die Welt und wie gut meine Intuition ist. Heiko und seinen Partner Walde Müller treffe ich seitdem regelmäßig bei Messen oder Events. Viel ist seitdem geschehen und die Kochbox-Jungs sind mittlerweile auch regelmäßige Gäste im SAT 1-Frühstücksfernsehen. Außerdem ist die Kochbox umgezogen in das Herz von Berlin, an den Alexanderplatz.

Und nun ist das erste Kochbuch "Culinary Rebellion" der Kochbox im Verlag Le Schicken erschienen. So wie ich Heiko, Walde und ihr Team kennengelernt habe, machen sie natürlich auch hier vor nichts Halt. Beim Durchblättern musste ich an vielen Stellen laut lachen und habe mich an Witz und Wortspiel der Rezepte erfreut. Für das Nachkochen habe ich mich sehr bewusst für Rezepte entschieden, die ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte.

Culinary Rebellion

Die Titel der Kapitel lassen schon erahnen, was uns erwartet. In Kushi statt Sushi gibt es, um im Jargon zu bleiben, Berliner Herz auf die Schnauze. Da darf natürlich eines der Signature-Dish, der Berliner Currywurst-Brunnen, nicht fehlen. Bei den Starters verraten sie auch das Rezept für das Chicken-Teriyaki-Schwarzbier, mit dem ihre Kochkurse eröffnet werden. In den Kapiteln Main Course Fisch, Main Course Geflügel, Main Course Fleisch und Main Course Veggie entdecken wir weitere Klassiker. Darunter sind Edelfischwaffel mit Tomatensugo und Parmesan-Espuma, "Red Flying" Königsberger Klopse mit Black-Molly-Püree, Tätowiertes Kalbsmäusle mit Gemüsebouquet 24 Karat und Gemüseschaschlik mit Jack-Daniels-BBQ-Sauce. Für die Desserts sind wohl die Damen zuständig und im Kapitel "Süsses von der Zuckerschlampe" gibt es vier süße Rezepte, von denen zwei in den Wurstdarm kommen.

Auch die Freunde von Heiko und Walde kommen nicht zu kurz und so haben Stefan Marquard, Christoph Brand, Ralf Jakumeit, Lucki Maurer und Wolfgang Müller je zwei Rezepte als kulinarischen Gruß hinterlassen.

Bei meiner Rezeptauswahl für das Nachkochen habe ich mich auf das Buch eingelassen und das ausprobiert, was mir am verrücktesten erschien. Viele Kombinationen und Aromen konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen und sowas kann man natürlich nur ausprobieren. Lustigerweise hatte ich die größten Probleme beim Einkaufen von typischen Supermarkt-Zutaten wie Kaugummi.

An diese Rezepte aus Culinary Rebellion habe ich mich gewagt:

 Hubba Bubba Chorizo
Seeteufelbäckchen Arabica mit Schwarzwälder-Kirsch-Risotto 


Erdbeer-Mortadella mit Eierlikörespuma









Culinary Rebellion hat für mich den Spirit des kreativen, unangepassten Berlin mit Witz und Charme und ein bisserl Chaos. Manchmal braucht es einen Schritt zurück, um langweilige, konventionelle Rezepte mit eigenen Kocherfahrungen und Geschmack anzupassen. Das Buch empfehle ich allen Hobbyköchen, die mal was Neues und Witziges ausprobieren und sich außerhalb gängiger Konventionen bewegen wollen.


Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.

Rezension: Kochen nach Farben.
12 Farben - 12 Menüs

Hinter dem Buch Kochen nach Farben. 12 Farben - 12 Menüs steckt ein Projekt, bei dem die Autoren sich intensiv mit dem monochromen (einfarbigen) Kochen auseinander gesetzt haben. Tatjana Reimann ist diplomierte Architektin; Caro Mantke und Tim Schober haben ein Diplom in Design. Sie analysierten den Saisonkalender und ordneten jedem Monat eine passende Farbe zu, die den jeweils in dieser Saison erhältlichen Obst- und Gemüsesorten entspricht.

Kochen nach Farben. 12 Farben - 12 Menüs

Jedes Menü wurde von einem Team innerhalb eines Tags in einer sehr kleinen Haushaltsküche gekocht und fotografiert. Für die Rezeptentwicklung wurden die farblich passenden Lebensmittel ausgewählt und zu den verschiedenen Gängen (Hauptgericht, Entrée, Vorspeise, Dessert und drei Getränke) kombiniert.

Es finden sich folgende Farbmenüs im Buch:
  • weiß für Januar
  • schwarz für Februar
  • beige für März
  • hellgrün für  April
  • gelb für Mai
  • rosa für Juni
  • dunkelgrün für Juli
  • rot für August
  • violett für September
  • orange für Oktober
  • dunkelrot für November
  • braun für Dezember
Der Aufbau innerhalb der Menüs folgt nach dem gleichen Muster. Eingeleitet werden sie von einem Foto mit allen 4 Gerichten und 3 Getränken aus der Vogelperspektive. Auf der gegenüber liegenden Seite finden wir die Rezepttitel genauso positioniert, damit man sie dem Foto gut zuordnen kann. Dann folgen die einzelnen sieben Rezepte innerhalb einer Farbe. Für die Zutaten gibt es eine gesamte Auflistung, die man auch als Einkaufsliste verstehen kann, wenn man alles genauso nachkochen möchte. Die Kapitel werden mit Detailfotos der Zutaten abgeschlossen.

Das großformatige Buch ist sehr hochwertig verarbeitet. Die Fotos im Inneren wirken auf mich sehr grafisch und entsprechen nicht den gängigen Darstellungen von zubereiteten Gerichten. Leider sind manche Gerichte auch nicht gut zu erkennen, da sie sehr klein abgebildet sind.

Für den Praxistest habe ich mich zu einem "Ampel-Menü" mit roter Vorspeise, gelber Hauptspeise und grünem Dessert entschieden. Ich konnte mich nicht mit dem Gedanken anfreunden ein Menü innerhalb einer Farbe zu kochen. Die Rezepte sind sehr ausführlich, teilweise auch langatmig beschrieben. Für mich dürfte es deutlich kürzer sein und ich überlegte, ob diese Darstellung für unerfahrene Hobbyköche oder Koch-Anfänger geeignet wäre. Bei den Ravioli habe ich mich streng an das Rezept für den Nudelteig (nur herunter- gerechnet auf 2 Eier) gehalten. Der Teig war viel zu weich und nur mit meiner Erfahrung konnte ich ihn noch verarbeiten.

Die Rezepte für Gazpacho, Grüner Tee-Eiscreme und Pistazienkekse funktionieren, haben für mich aber zu wenig Raffinesse. Da hätte ich ein paar einfache Dinge aus meiner Koch-Erfahrung verändert, um das Ergebnis attraktiver zu gestalten. An manchen Stellen waren die Rezepte auch sehr umständlich. Mir fehlt da leider die Expertise eines Profi-Kochs. Ich bin überzeugt davon, dass dem Buch eine solche Beratung gut getan hätte. 







Ravioli mit Ricotta-Paprika-Füllung an Zitronenbutter










Grüner Tee-Eiscreme und Pistazienkekse















Das Buch lässt mich ratlos und widersprüchlich zurück. In der Einleitung wird extra ein Pürierstab erwähnt und man entschuldigt sich schon fast dafür, dass dieser benötigt wird. Im Rezept für die Gazpacho braucht man sogar einen starken Blender, der auch Eiswürfel zermahlt. Dieser ist für mich deutlich seltener in Haushalten vertreten, als ein Pürierstab und auf den wird nicht gesondert aufmerksam gemacht.

Ich gebe bei meinen Rezensionen sehr gerne eine Empfehlung, für wen dieses Buch geeignet ist und habe mir auch hier intensiv Gedanken gemacht. Wenn die Zielgruppe mit kreativer Studentenküche überschrieben werden könnte, dann sind doch manche Anforderungen an die Ausstattung zu umfangreich. Wobei ich positiv anmerken muss, dass oft auch alternative Vorgehensweisen beschrieben sind, die aber dann auch sehr aufwändig sind.

Die reine Zusammensetzung der Gerichte nach Farben führt für mich nicht zwangsläufig zum besten Ergebnis in Geschmack und Textur. Das Buch ist sehr schön gemacht und es ist ein interessanter Ansatz. Ich würde es als Anregung nehmen, wenn ich in einem Menü ein Gericht in einer bestimmten Farbe oder Farbkombination suche. Auch die Ideen für die Getränke finde ich sehr kreativ, bin mir aber unsicher, ob ich es so kombinieren oder streng nach dem Rezept kochen würde.


Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.

Freitag, 30. Mai 2014

Rezension: Karlheinz Hauser
Rezepte, Konzepte, Geschichte, Philosophie

Um der unternehmerischen Leistung von Karlheinz Hauser gerecht zu werden, sollte man einmal auf dem Süllberg in Hamburg gewesen sein. Dieses große Glück hatte ich im März bei der Gastro Premium Night, bei der ich Gast sein durfte. Schon oft hatte ich von diesem Haus gelesen und gestaunt, dass dort auch eine Hütte steht. So richtig vorstellen konnte ich es mir nicht. Als Münchnerin ist mir der Begriff Berg etwas hoch gegriffen. Ich würde es als Terasse bezeichnen, als eine besonders große Terrasse mit einem herrlichen Ausblick über die Elbe.

Der Süllberg beheimatet das Gourmetrestaurant Seven Seas (bewertet mit 2 Michelin-Sternen), das Deck 7 Market Restaurant, die Almhütte, den Biergarten und ein kleines Hotel. Dazu gibt es noch einen historischen Ballsaal, die Transatlantikbar und weitere Veranstaltungsräume. Rund 80 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohlergehen der Gäste und so bekommt man einen Eindruck davon, welche Verantwortung Karlheinz Hauser trägt.

Im Fackelträger-Verlag ist nun das Buch "Karlheinz Hauser - Rezepte, Konzepte, Geschichte, Philosophie" erschienen und porträtiert damit nicht nur einen Spitzenkoch, sondern auch einen Unternehmer.

Nach seiner Ausbildung zum Koch zog es ihn 1988 nach München und er kochte in den Traditions-Unternehmen Königshof und Feinkost Käfer. Besonders prägend waren die beiden Jahre von 1990 bis 1992 als Souschef bei Eckart Witzigmann in der Aubergine. Danach ging es für ihn zurück zu Feinkost Käfer als Küchenchef. Bis 1996 blieb er in München im Andechser am Dom und als Küchendirektor bei Käfers am Hofgarten.

Seine berufliche Laufbahn setzte er in Berlin fort und übernahm 1997 die Position des Küchendirektors im Hotel Adlon. Zu seinen Aufgaben gehörte die Organisation von großen Banketten für prominente Gäste und er kam in Kontakt mit dem Bundeskanzler, US-Präsidenten, Mitgliedern der europäischen Königshäusern und Prominenz aus Politik, Medien und dem Showgeschäft.

Nach fünf Jahren in Berlin ergab sich die Möglichkeit den Süllberg in Hamburg zu übernehmen. Karlheinz Hauser und seine Frau folgten im Frühjahr 2002 dem Ruf an die Elbe. Mit viel Engagement und gastronomischer Kompetenz schaffte es das Ehepaar Hauser den Süllberg wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Parallel können wir Karlheinz Hauser im ARD Buffet beim Kochen zusehen und er fungiert mit seiner Hauser Catering & Consulting Company als Berater für anspruchsvolle gastronomische Konzepte.

Diese vielen Facetten von Karlheinz Hauser galt es jetzt in diesem großformatigen Buch zu zeigen und das ist sehr gelungen. Der renommierte Food-Fotograf Thomas Ruhl zeichnet für die ansprechenden Rezept-Fotos verantwortlich. Zusätzlich ist das Buch mit vielen stimmungsvollen Fotos von Karlheinz Hauser und seiner Familie, den Begegnungen mit Prominenten und dem Süllberg illustriert.

Über Karlheinz Hauser gibt es viele interessante Geschichten zu erzählen und daran dürfen wir gleich zu Beginn teilhaben. Wir lernen ihn als Familienmensch kennen und verfolgen seinen Weg von der Kochausbildung bis zu seinen beruflichen Stationen in München, Berlin und Hamburg. Bekannte Wegbegleiter, wie Eckart Witzigmann, Gerd Käfer und Otto Koch kommen zu Wort.

Der ausführliche Rezeptteil ist so vielseitig, wie das gastronomische Konzept des Süllbergs und darin verrät uns Karlheinz Hauser seine 100 Lieblingsrezepte. Der Bogen spannt sich von sehr anspruchsvollen Gerichten aus der Sternegastronomie, über feine Küche aus dem Marktrestaurant, bis zu den rustikalen Rezepten der Almhütte. Abschließend können wir einen Blick hinter die Kulissen seiner Aktivitäten als Berater und Fernsehkoch werfen. Auch zu diesen Themen gibt es passende Rezepte.

Die Gourmetrezepte des Seven Seas sind anspruchsvoll und komplex. Hier sollte schon einiges an Kocherfahrung und Equipment vorhanden sein. Trotzdem besteht immer die Möglichkeit sich einzelne Komponenten oder Methoden auszusuchen und diese auch in der Haushaltsküche umzusetzen. Die Rezepte einer frischen Marktküche des Deck 7 sind gehoben, lassen sich aber gut am heimischen Herd nachvollziehen. Sie sind besonders geeignet, wenn man sich am Wochenende zum Kochen Zeit nehmen möchte, oder Gäste eingeladen hat. Sogar eine Reihe von Kuchen werden vorgestellt, so wie sie am Süllberg auf der Terrasse serviert werden. In der Almhütte gibt es natürlich gutbürgerliche Küche und die passenden Rezepte, die im Alltag gut funktionieren.

Die Fülle der sehr attraktiven Rezepte hat mir die Auswahl nicht leicht gemacht. Deshalb bin ich diesmal einen anderen Weg gegangen und habe mich für Kleinigkeiten aus dem Gourmetrestaurant und ein Gericht aus der Fernseh-Aktivität entschieden. Die Kleinigkeit konnte ich sehr nah am Original kochen und das war mir diesmal ein Anliegen. Es hat mir wieder einmal gezeigt, welche Köstlichkeiten man zaubern kann, wenn man viel Liebe in das Detail legt. Das lohnt sich besonders beim Einstieg und beim Abschluss eines Menüs. Meine Gäste waren sehr begeistert.



Kichererbsenchips Sesam-Curry


Kalbstatar, gebackene Sardelle,
Zitrone und Geeistes Mandelsüppchen







Oktopussalat mit Passionsfruchtsauce

Geleewürfel, Passionsfrucht, Olivenöl










Karlheinz Hauser - Rezepte, Konzepte, Geschichte, Philosophie ist ein sehr gelungenes Buch und bietet einen spannenden Einblick in das Leben eines sehr kompetenten und engagierten Gastronomen. Die unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen der Rezepte bieten viel Anregung für Hobbyköche, aber auch für Profis. Eine ganz besondere Erinnerung ist dieses Buch natürlich, wenn man bei Karlheinz Hauser schon einmal als Gast war.



Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.

Rezension: Innere Werte
Die besten Innereien-Rezepte der Brasserie Café Paris

Innere Werte - Die besten Innereien-Rezepte aus der Brasserie "Café Paris", erschienen im Verlag 99 Pages hat mich sofort angesprochen. Innereien sind aus der traditionellen bayerischen Küche nicht wegzudenken und kommen endlich wieder vermehrt auf den Teller. Das Bewusstsein für gutes Fleisch steigt und das Konzept "from Nose to tail" wird verstärkt diskutiert. Kein Tier besteht nur aus Filet und wenn ein Tier getötet wird, so sollte auch alles davon verwertet werden. Das gilt nicht nur für Innereien, sondern auch für die vermeintlich weniger edlen Teile, wie z. B. Schmorfleisch oder Suppenfleisch. Leider sind Innereien gar nicht so einfach zu bekommen und ich bestelle sie immer bei meinem Metzger vor. Einfacher geht das bei Hühner. Da kaufe ich nur ganze Tiere und die Innereien sind auch immer dabei.

Die Autoren Thomas Pinçon und Michael Hermes sind ausgebildete Profi-Köche und betreiben in Hamburg die Brasserie Café Paris. Das besondere Ambiente verdankt die Brasserie der Original Jugendstildecke einer ehemaligen Schlachterei aus dem Jahr 1882. Mehr als 100 Jahre später wurde der damalige Verkaufsraum im Stil eines französischen Cafés aus dem 19. Jahrhundert umgebaut. Die stimmungsvollen Fotos im Buch machen Lust auf einen Besuch des Lokals. Ich war bisher erst einmal zum frühstücken da. Beim nächsten Hamburg-Besuch möchte ich unbedingt die typischen französischen Kleinigkeiten probieren, wie sie in einer Brasserie angeboten werden.


Nach der Vorstellung der Brasserie Café Paris gibt es eine kleine Einführung über die Geschichte der Innereien. Die Rezeptkapitel beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Tieren: Kalb, Lamm und Schwein. Dabei kommen alle unterschiedlichen Innereien in den traditionellen französischen Rezepten vor und werden mit sehr ansprechenden Rezeptfotos vorgestellt. Der Wein-Experte des Lokals, Michel Zemour, kommt in einem kleinen Rezeptteil mit seinen Spezialitäten zu Wort. Verschiedene Pürees beschließen den Rezeptteil des Buchs. Im letzten Kapitel "Die Innereien" werden Grundkenntnisse und die richtige Zubereitung der einzelnen Fleischstücke vorgestellt.

Die Auswahl von drei Rezepten zum Nachkochen für die Rezension fiel mir sehr schwer, da mich viele Gerichte sehr angesprochen haben. Am Schluss hatte ich ungefähr 10 Stück und habe mich dann aus praktischen Gründen für die Rezepte entschieden, bei denen ich das Fleisch unproblematisch besorgen konnte. Dabei kam mir auch ein bisserl der Zufall zur Hilfe, weil ich zu der Zeit ein ganzes Osterlamm von der Metzgerei Kachler-Hoferer bekommen habe und mir noch ein Onglet und Kalbsbries dazu bestellt habe. Bei Metzgereien, die selbst schlachten ist das eben unproblematisch. Und ich freue mich schon auf die wunderbaren Gerichte die ich noch mit den Lamm-Innereien ausprobieren werde.


Kalbslebergeschnetzeltes mit Zitronenconfit
Onglet mit Schalotten und Aligot













Kalbsbries und Jakobsmuscheln
à la Creme












Fazit:
Die Rezepte sind durchgehend für 4 Personen, meist habe ich nur die Hälfte für uns beide zubereitet. Ansonsten haben sie sehr gut funktioniert und wir haben mit viel Genuss Innereien gegessen. Innere Werte ist ein sehr gutes und schön gestaltetes Kochbuch. Wer Innereien liebt oder sich damit mehr auseinander setzen möchte, für den ist das ein sehr empfehlenswertes Kochbuch.






















Donnerstag, 29. Mai 2014

Rezension: Hensslers Küche von Steffen Henssler

Hensslers Küche von Steffen Henssler ist 2006 im Zabert Sandmann Verlag erschienen und ich wollte es sehr gerne rezensieren, weil es stellvertretend für eine Entwicklung ist, die ich beobachte und ich einen hohen persönlichen Bezug dazu habe.

Steffen lernte ich 2011 persönlich kennen, als Heike und ich in der Sendung Topfgeldjäger angetreten sind, um uns ein paar Wünsche mit unseren Kochkenntnissen zu erfüllen. Das hat prima geklappt und wir lernten Steffen als sehr fairen und kompetenten Moderator kennen. Rund um die Sendung gab es ein paar kleine Begebenheiten, die ich nie vergessen werde. Ganz ehrlich, ich mag' Steffen Henssler und halte ihn auch für einen sehr guten Koch und vor allem für einen sensiblen Menschen mit Witz und einem blitzschnellen Verstand.

Auf dem Bildschirm tauchte er bei VOX als Ablösung von Tim Mälzer auf. Für mich war das eine deutliche Verbesserung und ich habe damals alle Folgen von "Ganz & Gar Henssler" gesehen. Bereits damals habe ich es besonders gerne gesehen, wenn er mit dem Messer gearbeitet hat. Ich glaube ich würde ihn immer unter vielen Köchen erkennen, wenn ich nur die Hände und das schneidende Messer sehen würde. Noch heute bin ich sehr fasziniert von seiner Schneidetechnik und seiner Geschwindigkeit. Seine Rezepte hatten die Exotic, Frische und Leichtigkeit, wie ich sie auf meiner ersten großen Reise mit Herrn bushcook nach Kalifornien kennengelernt habe.

Mit der Sendung Topfgeldjäger hatte ich anfangs meine Schwierigkeiten. Für die Vorbereitung der Teilnahme habe ich natürlich begonnen mich sehr intensiv damit auseinander zu setzen. Und auch danach war ich sehr begeistert davon und habe mir jede Folge aufgezeichnet und abends angesehen. Mit dem Weggang von Steffen war es beendet. Die neuen Folgen mit Alexander Herrmann gefallen mir nicht und die neuen Sendungen, die Steffen macht auch nicht.

Eine ähnliche Entwicklung beobachte ich bei seinen Kochbüchern. Sein erstes Buch ist für mich interessant und bietet Inspiration. Die Bücher, die danach erschienen sind, zeigen nicht mehr sein Know-How. Die Rezepte wurden immer banaler und vermutlich massen-tauglicher gestaltet. Zu diesem Trend könnte ich viele Kochbücher, besonders von Fernsehköchen, nebeneinander legen. Die meisten zeigen dieses Bild. Und so möchte ich einfach mal so ein "altes Schätzchen" wieder einmal hervor kramen.

Hensslers Küche

Steffen Henssler stammt aus einer Gastronomen-Familie und hat eine solide Koch-Ausbildung in Andresens Gasthof, der mit einem Michelin-Stern bewertet war, genossen. Weit blickend setzte er einen größeren Lotto-Gewinn für die Ausbildung als "Professional Sushi Chef" in Los Angeles ein. Diesen Abschluss machte er als erster Deutscher mit Bestnote. Wieder daheim in Deutschland eröffnete er mit seinem Vater das Henssler & Henssler in Hamburg und hatte hauptsächlich Sushi auf der Karte. Mittlerweile gibt es das zweite Restaurant Ono in Hamburg, unzählige Fernsehauftritte, mehrere Kochbücher, Tourneen als Entertainer und wir werden sicher noch einiges von ihm hören.

Das Kochbuch stellt uns zuerst die Person Steffen Henssler vor - mittlerweile ist das schon ein bisschen überholt, weil sich in den letzten Jahren viel um ihn getan hat. Im Kapitel Handwerk finden sich genaue Beschreibungen mit vielen Bildern zu den einzelnen Arbeitsschritten rund um Sushi. Dazu gehören die Zubereitung des Sushi-Reis genauso, wie die unterschiedlichen Techniken Maki Inside-Out, Nigiri, Maki, Gunkan oder Temaki.

Die Rezepte im Kapitel Sashimi erinnern mich am stärksten an die kalifornische Küche und machen Lust auf leichte Sommer-Gerichte. Suppen und Saucen bieten einen kleinen Überblick über Basis-Saucen und Suppen mit exotischem Pfiff. Bei Sushi lernen wir Klassiker, aber auch neue Interpretationen von Steffen kennen. Die Kapitel Fisch, Garnelen & Co. und Fleisch zeigen das breite Spektrum von Steffen. Er kombiniert die klassische Küche mit japanischen Einflüssen. In der Sendung Topfgeldjäger hat er dies auch immer bei der schnellen Nummer anklingen lassen. Die Rezepte im Buch sind sorgfältiger ausgearbeitet, da natürlich nicht die Beschränkung auf den TGJ-Warenkorb gegeben war. Auch ein süßes Finale gibt es und das Kapitel Dessert bietet wenige, eher klassische Desserts.

Jedes Rezept ist bebildert und der Personenkult um Steffen hält sich sehr angenehm zurück. :-)

Ich habe schon einige Rezepte aus diesem Buch im Laufe der Jahre gekocht. Für die Rezension habe ich extra nochmals drei Rezepte zu einem kleinen Menü kombiniert. Grundsätzlich sind sie gut nachzukochen und fallen für mich in die Kategorie Alltagsrezepte mit Pfiff. Auch für eine schöne Einladung zu einem Menü-Abend mit Gästen lassen sie sich einsetzen. Gut funktionieren die Mengenangaben und grundsätzlich auch die Beschreibung der Vorgehensweise. Ein wenig Kocherfahrung sollte man schon besitzen und nicht jedem Rezept blind vertrauen. In meinem Fall war die Garzeit beim Zander viel zu kurz angegeben, das hatte ich schon vorher geahnt und konnte es ausgleichen. Auch nach fast 10 Jahren sind die Rezepte noch interessant und können frischen Wind in die Koch-Routine bringen. Ich empfehle dieses Buch für Hobbyköche mit soliden Grundkenntnissen, die Interesse an neuen Aromen haben oder den Einstieg in die Aromen der asiatischen Küche suchen.



Gebratene Sashimi von Jakobsmuschel
mit Ponzu-Sauce












Zander in der Folie mit Zitronengras



Joghurt-Limetten-Creme











Mein kleines Menü, das ohne Probleme sogar noch nach einem Arbeitstag für Gäste in kurzer Zeit gekocht werden kann, aus Hensslers Küche von Steffen Henssler.


Bildnachweis: Ariane Bille

Mein Beitrag zur großen Rezensions-Woche der Foodblogger - Jeden Tag ein Buch.