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Donnerstag, 13. Juni 2019

Kirschen einmachen: Kirschlikör aus Kernen

Letztes Jahr war ich in der glücklichen Lage wieder einmal Kirschen einmachen zu können. Insgesamt 5 Kilo standen zur Verfügung und ich habe 6 verschiedene Köstlichkeiten daraus gemacht. Zur Rezeptübersicht geht es mit diesem Link.

Vor dem Einkochen steht immer das leidige Entkernen der Kirschen. Man muss die Kerne nicht wegwerfen, man kann auch einen Likör daraus machen. Dieser Likör hat, wegen der Blausäure in den Kernen, eine relativ kurze Standzeit. Er braucht also noch eine längere Reifezeit in der Flasche. Wer immer wieder probiert, wird feststellen, dass der Likör immer besser schmeckt. Hier ist also Geduld gefragt.




500 gr. Kirschkerne (entspricht ungefähr der Menge von 5 kg Kirschen)
1 Flasche Wodka
200 gr. Zucker

Kirschkerne mit dem Zucker in ein großes Glas geben und mit dem Wodka auffüllen. Wenn Kerne oben schwimmen, einfach mit einem Teller abdecken, der sie nach unten drückt.

Das Ansatzglas bleibt 6 Monate hell stehen, es darf ruhig auch sonnig sein. Nach der Zeit den Likör abseihen und in Flaschen füllen. Wem es nicht süß genug ist, der kann mit Zucker abschmecken.

Den Likör in der Flasche ruhig noch länger stehen lassen und immer wieder probieren, wann er am besten schmeckt. Er reift auch in der Flasche nach.




Freitag, 30. November 2018

Ratafia der Rosenblätter aus dem Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818

In dem Kochbuch des Prinzen Bagrat von Georgien 1818 gibt es einen ausführlichen Rezeptteil mit sehr interessanten Getränken. Dabei wird ein Schnaps mit einem Aroma versetzt und danach noch ein zweites Mal gebrannt. Ich habe dazu im Internet recherchiert und bin auf Fotos von Brennblasen für den heimischen Bedarf gestoßen. Meist war auch noch ein Warnhinweis dabei, dass bei nicht sachgerechter Anwendung die Gefahr der Entstehung von Methylalkohol besteht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es zur damaligen Zeit gang und gebe war, seinen Schnaps selbst zu brennen. Natürlich auch mit schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit.

In Ermangelung einer eigenen Brennblase wollte ich lieber Abstand davon nehmen und entschied mich für einen Ratafia, der mit einem Likör vergleichbar ist. Mir hat der Ansatz mit Rosenblättern sehr gut gefallen. Leider hatte ich nur getrocknete Rosenblätter zur Verfügung, vermute aber stark, dass das Original mit frischen Blättern gemacht wird. Insofern war ich gezwungen, das Rezept stark anzupassen. Leider oxidieren die Rosenblätter stark und so gab es keine hübsche rosa Farbe, die ich mir erhofft hatte. Dies wäre bei frischen Blättern aber auch passiert.

Wer die Rezension zum Kochbuch nachlesen möchte, kann das mit diesem Link gerne tun.





200 gr. Zucker
200 ml Wasser
15 gr. getrocknete Rosen
1/2 Bio-Zitrone
500 ml Wodka

Das Wasser mit dem Zucker erhitzen, bis der Zucker geschmolzen ist. Die Schale der Zitrone mit dem Sparschäler dünn abschälen. Dann die Rosenblätter und die Zitronenschale dazugeben und einmal aufkochen lassen. Die Flüssigkeit abkühlen lassen und in ein großes Gefäß geben. Mit dem Wodka auffüllen.

Den Ansatz einen Monat stehen lassen, dann durch ein Sieb gießen und den fertigen Likör in Flaschen füllen.



Dienstag, 13. Dezember 2016

Kulinarischer Adventskalender: Walnusslikör aus Schalen

Jedes Jahr ist es mir eine ganz große Freude und Ehre, bei meiner Blogger-Freundin Zorra ein Türchen im kulinarischen Adventskalender zu sein. Zuerst kannten wir uns nur virtuell und dann sind wir uns mehrfach begegnet und das ist immer etwas Besonderes für mich. Oft vergeht viel Zeit, bis zum nächsten persönlichen Treffen und dann ist es sofort wieder so, wie wenn wir uns gestern erst verabschiedet hätten. Mit ganz großem persönlichen Engagement bietet sie 24 Bloggern jedes Jahr eine Plattform, einen Beitrag für Weihnachten zu präsentieren. Schaut doch einmal dort vorbei, es gibt auch viele tolle Preise zu gewinnen.

Heuer möchte ich ein Rezept zu diesem Adventskalender beisteuern, das sehr gut unsere Freundschaft aus der Sicht von Zeit, Geduld und Freude beschreibt.

Obwohl es viel Arbeit macht, freue ich mich immer sehr über ungeschälte Walnüsse. Sie schmecken einfach um ein Vielfaches besser. Das wurde mir wieder klar, als ich frische Walnüsse aus Spanien bekommen habe und auf einen Rutsch knackte, da meine Mutter so gerne diese Nüsse isst und ich sie ihr mitgebracht habe. Natürlich kann man die Nüsse auch Stück für Stück bei Bedarf öffnen und die Schalen sammeln. Auf jeden Fall sollte man die Nüsse vorher waschen und trocknen lassen. Aus diesen Schalen kann man ganz einfach diesen feinen Likör ansetzen. Man muss nur viel Geduld haben, denn der Ansatz sollte ein Jahr stehen.



Für mich ist es einfach, alle Nüsse auf einmal zu öffnen und den Likör anzusetzen. Wenn ich das so mache, dann vakuumiere ich die Walnusskerne in geeigneten Portionsgrößen und friere sie ein. So werden sie nicht ranzig und ich habe immer frische und wohlschmeckende Nüsse zur Hand. Dieser Likör ist auch ein sehr schönes selbstgemachtes Weihnachtsgeschenk. Man muss nur rechtzeitig anfangen und ein Jahr im Voraus planen.




350 gr. Walnuss-Schalen
2 Flaschen Wodka je 0,7 L
250 gr. weißer Kandiszucker

Die Nüsse waschen und über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag die Nüsse knacken und die Walnüsse anderweitig verwenden. Bei großen Mengen empfiehlt es sich, die Walnüsse zu vakuumieren und einzufrieren. Dann werden sie nicht ranzig.

Die Walnuss-Schalen mit dem Kandiszucker in ein großes Glas geben und mit den beiden Flaschen Wodka aufgießen. Die Wodka-Menge sollte so bemessen sein, dass die Schalen komplett von der Flüssigkeit bedeckt sind.

Das Glas verschließen und ein Jahr hell stehen lassen.

Nach einem Jahr den Likör durch ein Sieb abgießen.





Montag, 20. Juli 2015

Grüne Walnüsse, weiße Walnüsse, schwarze Walnüsse, Walnußlikör

Reife Walnüsse können wir das ganze Jahr und an jeder Ecke kaufen. Ich mag Walnüsse, aber meine große Nuss-Liebe sind die Haselnüsse. Und deshalb begeistere ich mich viel mehr für die unreifen Walnüsse. Daraus kann man nämlich viele tolle Dinge machen.

Das scheitert nur meist daran, dass es die grünen Walnüsse eben nicht zu kaufen gibt. Man muss jemand kennen, der einen Walnussbaum besitzt und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Leider gelingt mir das nicht jedes Jahr und deshalb hüte ich meine eingemachten Gläser sehr sorgfältig.

Die grünen Walnüsse haben sehr viel Gerbsäure und das färbt alles schwarz. Es ist wirklich sehr wichtig, mit Handschuhen zu arbeiten. Beim letzten Mal hatte einer meiner Handschuhe an der Spitze des Zeigefingers ein sehr kleines Loch. Ich hatte über 4 Wochen eine braun gefärbte Fingerkuppe. Es hilft wirklich nichts dagegen, vermutlich nicht mal Salzsäure und eine Wurzelbürste.

Bei den schwarzen Nüssen und beim Nusslikör werden die grünen Nüsse im Ganzen verwendet. Die Gerbsäure sorgt dann für die schwarz-braune Färbung. Bei den weißen Nüssen wird aus diesem Grund die weiche Schale sorgfältig entfernt, damit die Nüsse sich nicht verfärben. Dieses Rezept habe ich letztes Jahr in ein paar Blogs gesehen. Ursprünglich stammt es aus dem Buch "So schmecken Wildpflanzen" von Meinrad Neunkirchner und Katharina Seiser. Dankenswerterweise haben die Blogger dies auch angegeben und ich konnte das Original aus meinem Buch verwenden.

Die schwarzen Nüsse und den Nusslikör mache ich schon seit vielen Jahren und kann nicht mehr nachvollziehen, von wo die Inspiration stammt.

Der Vollständigkeit halber möchte ich noch erwähnen, dass man aus den harten Schalen der reifen Walnüsse ebenfalls einen Likör ansetzen kann. Ich habe ihn vor mindestens 5 Jahren einmal gemacht, weil wir damals viele Nüsse hatten. Er ist sehr gut geworden und wenn ich das Rezept wieder finde und viele Nüsse habe, veröffentliche ich es auch.





Weiße Nüsse
6 Gläser zu 250 ml

Ich nehme lieber kleine Gläser und gebe weniger Nüsse hinein. So kann der Inhalt schnell aufgebraucht und bei Bedarf ein neues Glas geöffnet werden. Für diese Variante wird mehr Sud notwendig. Den Sud kippe ich nicht weg, sondern verwende ihn in Saucen, für Dressings oder mache einen Espuma davon.

500 gr. grüne Walnüsse
150 gr. Zucker
1 Zitrone und
75 ml Zitronensaft
1,5 Vanilleschoten
2 TL Vitamin C

Den Saft der einen Zitrone auspressen und mit einem Liter Wasser und dem Vitamin C verrühren. Die Nüsse mit einem Tourniermesser schälen. Unbedingt dabei Handschuhe anziehn. Die ganze grüne Schale muss gründlich entfernt werden, da sie sonst später schwarz wird. Die Nüsse in das vorbereitete Wasser einlegen, damit sie sich nicht verfärben. Sie müssen vollständig bedeckt sein.

750 ml Wasser mit Zucker, Zitronenmark, dem ausgekratzten Vanillemark und den leeren Schoten aufkochen. Für ca. 5 Minuten kochen lassen, dann die Nüsse zugeben und weitere 8 bis 10 Minuten mitkochen. Sie müssen weich sein und das kontrolliert man am besten, indem man mit einer Nadel hinein sticht. Zum Schluss noch eine Messerspitze Vitamin C zugeben.

Die Nüsse in saubere Gläser geben und mit kochend heißer Flüssigkeit auffüllen. Sie müssen vollständig bedeckt sein. Sofort die Gläser mit den Deckeln verschließen und auskühlen lassen. Mindestens 4 Wochen kühl und dunkel reifen lassen. Offene Gläser im Kühlschrank aufbewahren.




Die verschiedenen Nüsse serviere ich gerne zum Käse. Dazu passen auch die Portweinkirschen und hinterher ein Stamperl Nusslikör. Das ist typisches Fast Food aus meiner Küche. Wenn es wirklich schnell gehen muss, dann öffne ich einfach ein paar Gläschen lege guten Käse auf die schönen Teller von Birgitta Schrader und wir haben 5 Minuten später einen großen Genuss.



Schwarze Nüsse
8 Gläser zu 250 ml

In ein Glas gebe ich immer nur 4 Nüsse. So kann ein offenes Glas schnell verbraucht werden. Ich schneide die Nüsse in Viertel oder in Scheiben, je nachdem, wie es besser zum Gericht passt.

1 kg grüne Walnüsse
1 Vanilleschote
500 gr. Zucker
375 gr. Gelierzucker 3:1
12 Nelken
2 kleine Bio-Zitronen
2 Stangen Zimt

Als Faustregel gilt, die grünen Walnüsse um den 24. Juni (Johanni) zu ernten. Allerdings verschiebt sich dieser Termin in den letzten Jahren und ist abhängig von der Witterung in den Wochen davor. Wichtig ist, dass die Schale nicht hart sein darf. Am besten schneidet man dazu eine Test-Nuss auf. Man muss leicht mit dem Messer durchkommen und es darf noch keine harten Stellen geben. Beim Ernten und Bearbeiten immer Handschuhe tragen, da die Nüsse stark abfärben.

Die Nüsse rundum mit einer Nadel einstechen. Ich nehme dazu am liebsten eine Rouladennadel. Die vorbereiteten Nüsse in kaltes Wasser legen - sie müssen komplett bedeckt sein. Das Wasser über drei Wochen täglich zweimal wechseln, nur kaltes Wasser verwenden. Nach drei Wochen können sie weiter verarbeitet werden.

Die Walnüsse mit kaltem Wasser bedeckt zum Kochen bringen und bei geringer Hitze etwa 10 Minuten kochen, dann abseihen und mit kaltem Wasser abschrecken. Gut abtropfen lassen.

Die Vanilleschote der Länge nach aufschneiden und anschließend in Stücke schneiden. Die Zimtstangen im Mörser in längliche Stifte brechen. Die Schale der Zitrone mit dem Sparschäler abschälen und dann in feine Streifen schneiden. So können die Gewürze anschließend besser auf die einzelnen Gläser verteilt werden.

1,2 Liter Wasser mit Zucker und Gelierzucker, Vanille, Zimt, Nelken und der Zitronenschale aufkochen lassen. Die Nüsse einlegen und im Gewürzsirup weich kochen (das dauert etwa 15 Minuten. Garprobe: einige Nüsse mit einer Nadel einstechen, wenn sie sich leicht herausziehen lässt, sind die Nüsse gar).

Die Nüsse und alle Gewürze abseihen und in Gläser füllen, den Sud unbedingt auffangen. Darauf achten, dass die Gewürze gut verteilt sind. Den Sud erneut aufkochen lassen und über die Nüsse geben. Die Gläser sofort verschließen. 

Die Nüsse mindestens 3 Monate, besser 6 Monate stehen lassen. Sie nehmen dann noch besser die Aromen des Suds auf.







Walnuß-Likör

1,5 Liter Wodka
45 Walnüsse
2 Vanilleschoten-Schalten

Die Nüsse längs vierteln und mit der Vanille in ein großes Glas geben und mit dem Alkohol übergießen. Diesen Ansatz dann für 1 Jahr an einem hellen, sonnigen Ort stehen lassen.

Nach einem Jahr die Flüssigkeit abseihen. Aus 750 ml Wasser und 750 Gramm Zucker einen Läuterzucker kochen und diesen vollständig abkühlen lassen. Den Nussansatz damit mischen und in Flaschen füllen.

Den Likör dunkel und kühl aufbewahren. Mit der Zeit wird er immer besser.




Dienstag, 22. November 2011

Quittenlikör für ganz Geduldige


Diesen Likör mache ich schon seit Jahren. Er wird nur aus den Schalen und Kernhäusern der Quitten hergestellt. Da ich kein Gelee koche und für die Chutneys alle Früchte schäle, habe ich immer reichlich davon übrig.

Kennengelernt habe ich das Rezept von einer Userin eines großen Kochforums, die leider viel zu früh verstorben ist. So lebt die Erinnerung an sie mit diesem schönen Rezept weiter. Ich verwende ein bißchen weniger Zucker als sie. Im Laufe der Jahre habe ich viel damit experimentiert und festgestellt, daß zu wenig Zucker dem Likör auch nicht gut tut. Meine Menge ist schon grenzwertig, weniger würde ich nicht nehmen.

Schalen und Kerngehäuse von Quitten
Hefeschnaps
Zucker
Wasser
Vanilleschoten


Stiel und Blüte der Quitten schneide ich weg, aber die Kerne dürfen bleiben. Schalen und Kerngehäuse in ein großes Gefäß geben und mit dem Schnaps aufgiessen. Die Quitten müssen von einer breiten Schicht Schnaps abgedeckt sein, damit sie nicht schimmeln können. Wenn Fruchtteile am Anfang oben schwimmen, bedecke ich sie mit einem Teller. Den kann man nach ein paar Tagen wieder entfernen, wenn alles abgesunken ist.



Dieser Ansatz muß jetzt ein Jahr an einem hellen Ort stehen bleiben. So sieht er nach einem Jahr aus:



Ein Jahr später den Ansatz durch ein Sieb gießen. Ich nehme hierzu ein großes, grobmaschiges Spitzsieb, damit alles schnell abgeseiht werden kann. Danach gieße ich die Flüssigkeit ein zweites Mal durch ein sehr engmaschiges Teesieb. So kann ich schnell auch kleine Partikelchen entfernen.

Die Flüssigkeit muß nun abgemessen werden. Pro Liter Schnaps koche ich einen Läuterzucker aus 350 gr. Zucker und 350 ml Wasser mit je einer halben Vanilleschote. Bei den Vanilleschoten kann man auch die Schoten aus dem Vanillezucker verwenden.

Den Läuterzucker abkühlen lassen, die Vanilleschote entfernen und mit dem Schnaps vermischen. Den Likör mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und 24 Stunden offen stehen lassen. Dann in Flaschen füllen.




Der abgefüllte Likör soll dann noch 2 Monate ruhig und dunkel stehen. So entwickelt er den besten Geschmack und das macht ihn auch zu einem wunderbaren Weihnachtsgeschenk. Je älter er wird, desto feiner wird sein Aroma.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Apfellikör

Die besonders kleinen Äpfel verwende ich am liebsten "flüssig", da ich sie dann nicht schälen muß. Gerade in der Schale ist besonders viel Geschmack. Beim Chutney stört die Schale nur, aber für einen guten Likör ist sie unverzichtbar. So muß ich die kleinen und kleinsten Äpfel auch nicht mühsam schälen.

1,5 kg Äpfel
300 gr. Zucker
1 Prise Salz
2 Zimtstangen
5 Nelken
1/4 Tonkabohne
3 Liter Hefeschnaps


Die Äpfel vierteln, das Kernhaus herausschneiden und sie dann klein würfeln. Die Apfelwürfel in ein großes Ansatzglas geben und mit dem Zucker und der Prise Salz gut vermischen.

Die Zimtstangen in grobe Stücke brechen, die Tonkabohne grob hacken (ehrlich gesagt verwende ich dafür immer die äußersten Reste von geriebenen Tonkabohnen). Alle Gewürze unter die Äpfel mischen und mit dem Schnaps aufgiessen.



Darauf achten, daß alle Apfelstücke mit Alkohol bedeckt sind. Ich beschwere sie dann mit 1 oder 2 Tellern und drücke sie damit nach unten.
Für mind. 6 Monate hell stehen lassen. (Ich lasse meine Liköre meist ein Jahr auf der Frucht stehen).

Durch ein Sieb abseihen und bei Bedarf den Likör mit Läuterzucker nachsüßen. In Flaschen füllen.

Sonntag, 24. Juli 2011

Kirschkernlikör


Dieser Likör macht sich perfekt nebenbei, wenn man Kirschen verarbeitet. Die Kirschsteine hat man dann sowieso und die restliche Arbeit für diesen Likör ist in 5 Minuten erledigt.

1500 gr. Kirschkerne (ja Kerne, keine Kirschen :-) )
3 Flaschen Wodka zu je 0,7 Liter
600 gr. Zucker






Die Kirschkerne mit dem Zucker in ein großes Glas geben und mit dem Wodka aufgiessen. Darauf achten, daß alle Kerne von dem Alkohol bedeckt sind. Wenn viele Kerne oben schwimmen, decke ich sie mit einem Teller ab.

In den Kirschkernen ist Blausäure enthalten, deshalb muß man darauf achten, daß man keine beschädigten Kerne verwendet.

Der Ansatz bleibt 6 Monate hell und sonnig stehen. Dann abseihen und bei Bedarf mit Zucker nachsüßen. In Flaschen füllen und dunkel und kühl lagern.

Der Likör reift auch in der Flasche nach und schmeckt immer besser.

Sonntag, 10. Juli 2011

Und jetzt schon wieder: Lorbeerlikör

Beim Blog-Event von Zorra und Klärchen Kompott habe ich den Lorbeerlikör entdeckt. Das Lorbeeraroma hat mir als Kind schon immer so gut gefallen, daß ich das Lorbeerblatt in der Kartoffelsuppe am Schluß immer herausgefischt und abgelutscht habe. Wunderbar....

Ein Likör, der nach Lorbeer schmeckt, genau meins!

Ich habe ein bißchen recherchiert und vier Rezepte entdeckt, sie hatten eine gewissen Ähnlichkeit im Mengenverhältnis der Zutaten und in jedem stand ein anderer Tip, der mir gut gefallen hat. So habe ich erstmal eine hochanalytische Excel-Tabelle zum Vergleich der Mengenverhältnisse der Zutaten angelegt und dies dann ins Verhältnis zu meinem geschenkt bekommenen Lorbeer gesetzt. Herausgekommen ist dann dieses Rezept:



20 frische Lorbeerblätter
350 ml Alkohol 95 %
500 ml Wasser
500 gr. Zucker



 




Die Lorbeerblätter von den Zweigen zupfen, kräftig knicken und in ein Glasgefäß geben. So entwickeln sie ihr Aroma besser. Mit dem Alkohol übergießen. Darauf achten, daß die Blätter vollständig mit Alkohol bedeckt sind. Es besteht sonst die Gefahr, daß sie schimmeln könnten. Das Glas dunkel und bei Raumtemperatur stellen. Ich stelle soetwas immer in einen Küchenschrank.









Nach 4 Wochen den Ansatz durch ein feines Sieb gießen. Aus dem Wasser und dem Zucker einen Läuterzucker kochen und diesen auskühlen lassen. Mit dem Lorbeeransatz vermischen.

Nach meinem Geschmack ist er zu "spritig" und ich bin wieder zu der Überzeugung gelangt, daß der 95 %-ige Alkohol und Likör nicht kompatibel sind. Von den vier Rezepten, die ich gefunden habe, war nur einer mit Schnaps angesetzt, obwohl das vermutlich die bessere Lösung ist.




Das nächste Mal und das gibt es ganz sicher, werde ich den Likör mit diesen Zutaten ansetzen:
30 gr. frische Lorbeerblätter
750 ml Wodka oder Hefeschnaps - das überlege ich mir noch
150 ml Wasser
150 gr. Zucker

Montag, 6. Juni 2011

Mohnblütenlikör

Diesen Likör habe ich das erste Mal bei einem Mittagessen im Gasthaus Beckerwirt kennengelernt. Da stand er auf der Karte und wir zwei Mädels wollten ihn natürlich unbedingt probieren. Es war aber nur noch weniger als ein Gläschen in der Flasche. Das haben wir dann schwesterlich geteilt. Er hatte eine wunderschöne Farbe und hat köstlich geschmeckt. Andrea Ponschab, die nette Wirtin, hätte uns gerne das Rezept verraten, aber sie kannte es selbst nicht.

Jahre später, auf der Suche nach einer französischen Vorspeise für eine Freundin, blättere ich in Roger Vergés legendärem Kochbuch „Feste in meiner Mühle“. Und schwupps, da stand er einfach, der Mohnblütenlikör. Irgendwie muß es da gewaltige Felder mit Mohnblüten geben und mit dem Rezept bin ich überhaupt nicht klar gekommen. Da habe ich einfach mal experimentiert und den Likör ausprobiert. Mit der Erfahrung vom letzten Jahr konnte ich heuer das Rezept weiter verbessern.

Man kann sich bereits beim Pflücken die Arbeit erleichtern, indem man nur von großen und voll aufgeblühten Mohnblumen nur die Blütenblätter abzieht. Die Samenkapsel und Samenfäden einfach stehen lassen. Außerdem darauf achten, dass man keine kleinen Käfer mitnimmt.

Die Blüten sind sehr leicht und fliegen beim leisesten Windhauch davon. Deshalb in ein Gefäß mit Deckel geben.

80 gr Blütenblätter von den roten Mohnblüten
(das ist sehr viel, ca. zwei von den 500-Gramm-Joghurtbechern voll!)
½ Bio-Zitrone
700 ml Wodka

500 ml  Wasser 
500 g  Zucker 


Die Mohnblüten in einer flachen Schale verteilen und an der Sonne trocknen. Das geht ziemlich schnell. Zwischendurch immer wieder wenden, damit die Sonne überall ihre Arbeit tun kann. Die getrockneten Blüten kleben gerne am Boden an. Man kann sie auch auf Backpapier trocknen.



Wichtig ist es einen Windschutz (Gitter oder ähnliches) aufzulegen, sonst sind die Blüten schnell weg. Aus diesen 80 Gramm werden ca. 25 Gramm getrocknete Blütenblätter.







Anschließend mit einem scharfen Messer in sehr feine Streifen schneiden. Die Schale der Zitrone fein abschälen.








Die Mohnblüten mit dem Wodka und der Zitronenschale ansetzen. Den Ansatz 10 Tage bei Zimmertemperatur im Dunkeln stehen lassen. Ich stelle ihn in einen Küchenschrank.







Nach 10 Tagen den Ansatz absieben. Einen Läuterzucker aus dem Zucker und dem Wasser kochen und abkühlen lassen. Jetzt nach Geschmack den Ansatz mit dem Läuterzucker mischen.


Zu den 700 ml Ansatz nehme ich zwischen 600 und 650 ml Läuterzucker. Zum Abschluß den Likör noch durch ein sehr feines Haarsieb gießen und in Flaschen füllen. In der Flasche reift er noch etwas nach. 

Der Likör hält sich ca. 1 Jahr, sollte aber kühl und dunkel stehen.

Donnerstag, 2. Juni 2011

Holunderblütenlikör

Dieses Rezept habe ich vor einigen Jahren bei einem Kochevent kennengelernt. Eine Teilnehmerin hatte diesen selbstgemachten Likör, nach einem Rezept ihrer über 80-jährigen Nachbarin, dabei. Der hat mir so gut geschmeckt, dass ich ihn seitdem jedes Jahr ansetze.

Die Mengenangabe des Likörs ist mir zu groß und ich habe ihn heuer zum ersten Mal auf eine kleinere Menge reduziert.

30 schöne aufgeblühte Holunderblüten
2 Liter Wasser
35 gr. Zitronensäure
700 gr. Zucker
2 Flaschen Wodka zu je 700 ml




Die Holunderblüten von den dicken Stielen abschneiden (nur die feinen Stiele dranlassen) und dabei evtl. vorhandene kleine Käfer entfernen. Die Blüten in ein großes, weites Gefäß geben.

Die Zitronensäure in das Wasser einrühren und die Blüten damit aufgießen. Dieser Ansatz soll 24 Stunden stehen. Dann alles durch ein Sieb abgießen und den Sud mit dem Zucker und dem Wodka vermischen.

Solange stehen lassen, bis der Zucker gelöst ist und ab und zu umrühren. Sobald der gesamte Zucker aufgelöst ist, kann der Likör in Flaschen gefüllt werden. Es ist empfehlenswert ihn dann nochmals durch ein sehr feines Sieb zu gießen, da vom ersten abgießen noch kleine Blütenpartikelchen zurück geblieben sind.

Der Likör kann sofort genossen werden und ist ca. 1 Jahr haltbar.


Noch ein Tip zum Pflücken:
das Aroma ist am intensivsten, wenn man den Holunder erst pflückt, wenn es vorher einige Tage schön und sonnig war. Um die Mittagszeit ist es am besten.