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Donnerstag, 30. Mai 2013

Im Baerenthal bei Jean-Georges Klein

Ein bißchen wehmütig haben wir Wissembourg verlassen, um ins Baerenthal weiter zu fahren. Ob es dort Bären gibt, konnte ich nicht feststellen, aber es liegt wirklich ganz tief und einsam im Wald. Dort gibt es eigentlich nur das Hotel und das Restaurant Arnsbourg von Jean-Georges Klein und unzählige Bäume, viel Natur und eine wunderschöne Landschaft.

Hier kann man richtig die Seele baumeln lassen und ich habe auch nicht meine üblichen Probleme mir Zimmernummern zu merken. Wir wohnten im Risotto und das habe ich bis heute nicht vergessen. Zum Empfang gab es gleich ein Glas Champagner und köstliche Macarons. Danach war erstmal Nichtstun und Entspannen angesagt, schließlich war ich auf Geburtstagsreise.

Abends gingen wir die paar Schritte über einen kleinen Weg durch den Park des Hotels zum Abendessen ins Restaurant. Das Ambiente hat mich etwas überrascht. Durch die großen Glasfronten sieht man diese herrlichen alten Bäume, die auch attraktiv ausgeleuchtet wurden. Im Raum stehen sehr kontrastreich überlebensgroße japanische Kitschfiguren. Man möge mir meinen mangelnden Kunstsinn nachsehen, aber ich finde die Dinger einfach nur häßlich.

Konzentrieren wir uns lieber auf das Essen. Der Service hat sich viel Mühe gegeben, uns alle Gerichte auch auf deutsch vorzustellen. Im Laufe unserer Elsaß-Reisen habe ich festgestellt, daß sich die französische Sprache immer mehr durchsetzt. Deshalb darf man nicht mehr selbstverständlich erwarten, auf deutsch angesprochen zu werden.

Jean-Georges Klein, der erst im Alter von 40 Jahren vom Service in die Küche wechselte, steht für die molekulare Küche, die er mit traditionellen elsässichen Gerichten kombiniert. Es waren einige sehr attraktive und spannende Komponenten im Menü. Irgendwie haben wir bei uns selbst festgestellt, daß wir für diese Art zu kochen nicht mehr sehr empfänglich sind.

Karamellisierte Kürbiskerne

Radieschenbrioche, Erdbeermacaron mit Aal und Gänseleber


pochiertes Wachtelei, Koriandercreme, Ras-el-Hanout-Öl

Lachs-Spargel-Variationen

Auster mit Beurre-blanc-Emulsion

Marinierte Makrele in Ceviche-Jus

Gebratener Seehecht, Pomelos und Picholine, Holunderblüten-Vinaigrette

Gänseleber-Mousse, Hibiskus und Grüner Apfel

Gebratene Taubenbrust, Aloe Vera Confit, Variation von Jungen Beeten

 Tiramisu mit schwarzem Trüffel und Onsenei

Cappuccino von Kartoffeln und Trüffeln

Briocheschaum und Mangosorbet

Getränktes Madeleine mit Kokos und Mango

Whiskytrüffel, Salz-Karamell, Nußkaramell

Banane-Muskat-Krokant, Fenchel-Krokant, Baiser mit Ananas, Kaffeemacaron, Beerengelee

Orangen-Marshmellow
Wer sich mit der Küche von Jean-Georges Klein intensiver auseinander setzen will, findet viele Anregungen in diesem Buch:


Mittwoch, 29. Mai 2013

Pralinenträume und Küchengedöns in Wissembourg

Obwohl wir erst seit zwei Tagen auf der Geburtstagsreise waren, hatte ich schon das Gefühl ewig unterwegs zu sein. Kein Wunder bei den vielen schönen Eindrücken, die wir bisher hatten. Nach dem tollen Auftakt in Stuttgart stand ein Abstecher ins Elsaß auf dem Programm.

Seit vielen Jahren will ich schon bei Jean-Georges Klein essen und glücklicherweise führt der Weg zu ihm über Wissembourg, einen meiner Lieblingsorte im Elsaß. Dort gibt es schon lange die Patisserie - Chocolaterie Rebert, die von Daniel Rebert uns seiner charmanten Frau geführt wird. Wir kennen uns seit über 25 Jahren, viele gemeinsame Stunden haben wir in seiner Backstube verbracht, wo er uns sein wundervolles Handwerk gezeigt hat. Ein Besuch bei ihm ist ein Pflichttermin für uns, wenn wir uns irgendwo in der Nähe befinden. Ehrlich gesagt ist uns kein Weg zu weit. Es fällt mir dort immer sehr schwer zu entscheiden, was ich vor Ort esse. Leider ist nicht alles so gut geeignet, um es zu transportieren und so ist es meist die Qual der Wahl. Aber ein paar der leckeren Törtchen und Gläschen müssen immer sein. Dafür lasse ich gerne Frühstück und Mittagessen aus :-).

Die Auswahl ist riesig und warme Quiche und eine kleine Mittagskarte gibt es auch noch. Seht einfach selbst oder noch besser: besucht das Cafe und probiert es aus.




Genug der Quälerei mit Schokolade, Pralinen, Eis, Macarons und Törtchen. Jetzt laufen wir ein paar Schritte die Hauptstraße entlang (vielleicht schaffen wir hinterher noch ein Macarönchen....) und besuchen einen richtig schön-kunterbunten Haushaltswaren-Laden. Leider finde ich dort immer was. Diesmal durften die tollen kleinen Blini-Pfännchen aus Madame Schneiders Laden mit.


Seit unserem letzten Besuch hat sich einiges getan und es gibt viele neue interessante Läden und Restaurants. Da sehe ich schon neue Forschungsgebiete auf mich zukommen. Eine wunderbare Expertin vor Ort hätte ich auch noch. Diesmal hat es leider nicht geklappt, aber ich freue mich darauf, endlich einmal mit Sabine durch Wissembourg zu laufen.

Oft werde ich nach dem Honigessig gefragt, der in meinen Chutney-Rezepten immer auftaucht. Den gibt es in jedem Supermarkt im Elsaß und ich habe mich auch wieder eingedeckt. Dieses Regal ist übrigens jetzt leer.


Dienstag, 15. Januar 2013

Elsässischer Parfait-Guglhupf

Sabine von Bonjour Alsace lädt bei Zorra zum Blog-Event mit dem schönen Thema "Das Elsass" ein. Da konnte ich grundsätzlich überhaupt nicht widerstehen, war nur ein bißchen in Sorge, ob ich es zeitlich schaffen kann. Wegen der Weihnachtsfeiertag wurde der Zeitraum großzügiger angesetzt und das kam mir sehr entgegen.

Als großer Elsass-Liebhaber erinnerte ich mich sofort an ein Dessert, daß ich seit mindestens 15 Jahren einmal ausprobieren wollte und es nie angegangen bin. Alleine dafür schon tausend Dank für diesen Blog-Event, der so einen kleinen Rutsch bei mir ausgelöst hat.

25 Jahre lang haben wir mit einer kleinen Gruppe Genußsüchtiger jedes Jahre eine kleine Reise ins Elsaß unternommen. Unsere Anlaufstelle war immer das liebevoll geführte Au Bouef Rouge in Niederschaeffolsheim im Norden des Elsaß. Dort gab es einen Abend ein Menü aus der Elsässischen Küche und den folgenden Abend ein großes Menü mit allem, was die französische Kochkunst bietet. Unvergessen!

Einmal haben wir einen kleinen Guglhupf aus Eis zum Dessert bekommen. Der war wunderbar und ich habe mir damals auch das Rezept erklären lassen. Ich bin zwar manchmal etwas nachlässig mit dem Nachkochen, aber ich finde alle meine Zettel wieder. Die Menge habe ich reduziert, aber mich sonst streng daran gehalten.

Ihr dürft jetzt nicht lachen, aber ich habe mir im Laufe der Jahre im Elsass sogar so ganz kleine Keramik-Guglhupf-Formen gekauft. Die brauchte ich unbedingt, damit ich das Dessert machen kann... Gut, daß Herr bushcook so geduldig ist. Diese Formen sind nicht so einfach und überall zu bekommen. Deshalb habe ich eine alte Kinderbackform (die habe ich auch aufbewahrt), die kleinen Keramik-Guglhupfe und eine dieser neuen Silikonformen verwendet. Damit dürfte für jeden was dabei sein, der das Parfait ausprobieren möchte.

Die getrockneten Kirschen habe ich mir letztes Jahr auch aus dem Elsass mitgenommen, wenn ich mal........


Für 6 - 8  kleine Guglhupf-Förmchen

4 Eigelb
100 gr. Puderzucker
2 EL Kirschwasser
20 gr. getrocknete Kirschen
200 ml Sahne
1 Prise Salz

1 Handvoll Mandeln
Kakaopulver

Die Kirschen klein schneiden und im Kirschwasser für ca. 30 Minuten marinieren. Ein Wasserbad aufstellen.

Die Eigelb mit dem Puderzucker zu einer dicken Creme verrühren, dann auf das Wasserbad stellen und hell schlagen, damit das Eigelb bindet. Die Rührschüssel auf kaltes Wasser stellen und die Masse kaltschlagen.

Die Kirschen mit  dem Kirschwasser vorsichtig einrühren. Die Sahne mit der Prise Salz steifschlagen und vorsichtig unter die Masse ziehen. In kleine Guglhupf-Förmchen füllen und im Gefrierfach fest werden lassen.

Zum Stürzen die Form kurz in warmes Wasser tauchen.

Die Eis-Guglhupf mit Mandeln verzieren und mit Kakaopulver bestäuben. Sie schmelzen sehr schnell, deshalb kann es hilfreich sein, einen nach dem anderen anzurichten und wieder im Tiefkühler zu lagern.




Blog-Event LXXXIII - Das Elsass (Einsendeschluss 15. Januar 2013)

Montag, 2. Juli 2012

Wo Schokoladenträume wahr werden: Daniel Rebert in Wissembourg

Es gibt nur einen Grund, weshalb ich Daniel Rebert böse sein kann. Weil er keinen Laden in München eröffnet. Ansonsten hat er mich verdorben. Es gibt immer weniger Pralinen die mich begeistern und das liegt einfach an diesen geschmacklich und optisch tollen Schokoladenträumen, die er herstellt.

Dieses Problem habe ich schon ziemlich lange, da unser erster Besuch rund 20 Jahre zurück liegt. Wir haben viele Genußreisen mit Gleichgesinnten ins Elsaß unternommen und durften jedes Mal Herrn Rebert auch in seiner Produktionsstätte besuchen. Dort hat er uns Zutaten probieren lassen, Methoden erklärt und Pralinen, Macarons etc. zubereitet. Der Höhepunkt war natürlich die abschließende Verkostung.

Daniel Rebert ist hochdekoriert und trotzdem ein sehr angenehmer und bodenständiger Mensch geblieben. Das macht ihn sehr sympathisch. Die Liebe und das Engagement für seinen Beruf sind sehr groß. Bis nach Japan haben sie ihn gebracht. Deshalb nicht wundern, weshalb er immer AZUBI aus Japan in der Küche stehen hat.

Grundsätzliche Empfehlung für einen Besuch in Wissembourg (Nord-Elsaß):
Kühlbox ins Auto!
Nicht nur einkaufen, im Garten bei schönem Wetter oder im Café bei schlechtem Wetter mindestens ein Törtchen essen! (Eine kleine Mittagskarte gibt es auch noch.)
Wer das wunderbare Kochbuch haben möchte, vor Ort kaufen! (In deutsch und französisch erhältlich.)

All' diese Ratschläge haben wir beherzigt auf unserem kleinen Abstecher von der Pfalz ins Elsaß.

Nordic Glas, Gateau de foie gras

Schokomousse mit Krokant

Hier trudeln die Schokomandeln fröhlich vor sich hin.