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Donnerstag, 5. Juni 2025

Orangenhühnerkeulen mit Staudensellerie

Schnelle Küche heißt bei mir nicht unbedingt, dass das Gericht schnell fertig ist. Darunter verstehe ich gerade auch Gerichte, die eine längere Zeit in den Backofen müssen. So etwas koche ich gerade dann gerne, wenn ich wenig Zeit habe, weil ich in der Zwischenzeit, wenn das Gericht alleine klar kommt, etwas anderes machen kann.

So war es auch mit diesen Hühnerkeulen, die perfekt waren, als es wieder einmal trubelig war. Im Originalrezept wird dafür ein ganzes Huhn verwendet und vorher zerlegt. Das ist für uns beide sowieso zu viel und ich lasse Hühnerbrust nur ungern bei hohen Temperaturen lange im Ofen. Also habe ich mich entschieden nur zwei Hühnerkeulen zu verwenden. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, die Menge zu verdoppeln und dann hat man am nächsten Tag gleich ein fertiges Fleisch.

Als Beilage gab es dazu ein ganz unkompliziertes Gemüse mit Staudensellerie. Dazu passen aber auch gut Kartoffeln, Salat oder Weißbrot. Geschmeckt hat es uns sehr gut. Das Fleisch ist schön gewürzt und bleibt saftig.


für 2 Personen

2 Hühnerkeulen
1 Orange
2 EL Honig
2 EL Senf
3 EL Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Zweige Rosmarin
1 TL Kapern

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Saft der Orange auspressen und mit Honig, Senf und Olivenöl zu einer cremigen Masse verrühren. Die Hühnerkeulen in eine passende Auflaufform legen und mit der Vinaigrette begiessen. Die Rosmarinnadeln abzupfen und die Hühnerkeulen mit der Hälfte davon bestreuen. Die Auflaufform für ca. 60 Minuten in den Ofen geben. Alle 15 Minuten die Form heraus nehmen und die Hühnerkeulen mit dem Sud beträufeln.

Nach einer Stunde die Garprobe machen und dazu mit einem Holzstäbchen in die Hühnerkeulen stechen. Wenn klares Wasser austritt, sind sie gar. Die verbrannten Rosmarinnadeln entfernen.

Die Hühnerkeulen auf Tellern anrichten und mit frischen Rosmarinnaden und Kapern bestreuen.



1 Staudensellerie
Salz
Zucker
1 Knoblauchzehe
Olivenöl

Die Blätter des Staudenselleries entfernen und in feine Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden.

Den Staudensellerie zerteilen und die Stangen schälen, um die Fäden zu entfernen. Die Stangen dann in Ringe schneiden und in einen weiten Topf geben. Mit Salz und Zucker würzen und mindestens 30 Minuten stehen lassen, damit das Gemüse Wasser zieht.

Olivenöl dazu geben und das Gemüse, bei geschlossenem Topfdeckel und kleiner Hitze, sanft dünsten, bis es gar und bissfest ist. Kurz vor Ende der Garzeit die Blätter einrühren.


Eine Inspiration aus:










Link zum Buch




Donnerstag, 8. Mai 2025

Geschmorte Wachteln mit Zwiebeln und Quetsch-Kartoffeln

Irgendwie stand mir der Sinn nach etwas Neuem und nach südlichen Aromen. Spontan habe ich mich entschieden in dem Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh nach etwas passendem zu suchen. Entdeckt habe ich Wachteln, die im Ganzen geschmort werden. Der Arbeitsaufwand war überschaubar, was aktuell leider wichtig für mich ist, weil ich zuviel "echtes Leben" habe.

Beim Schreiben des Einkaufszettels habe ich überlegt, ob wir einfach Brot dazu essen oder ich Kartoffeln koche. Spontan habe ich mich entschlossen eine Handvoll La Ratte zu kaufen. Und das war ein Glücksfall, weil mir einen Tag, bevor ich die Wachteln schmoren wollte, ein Rezept ins Auge stach, wo die Kartoffeln gekocht, gequetscht und dann gebacken werden. Das konnte ich zeitlich noch gut realisieren und das Ergebnis hat uns mehr als überzeugt.

Auch die Wachteln haben uns sehr gut geschmeckt. Die Anrichtweise ist etwas rustikal und dementsprechend ist auch das Essen. Ich bin da komisch. Bereits als Kind habe ich Grillhendl mit Messer und Gabel gegessen und das würde ich hier auch bevorzugen. Manche Teile müssen einfach mit den Fingern gegessen werden. Deshalb würde ich beim nächsten mal ein paar Dinge anders machen.

Ich würde die Keulen abtrennen und kurz vor dem Servieren knusprig braten. Das ist einfach und geht schnell. In den Schmortopf kommt also die Wachtel ohne Keulen. Nach dem Garen würde ich sie halbieren und die Brust auslösen. Auf den Teller käme die geschmorte Brust, die gebratene Keule, die Schmorzwiebeln und die Quetsch-Kartoffel. Das restliche Fleisch an der Karkasse könnte man noch auslösen und für einen kleinen Salat oder ein anderes Gericht verwenden.



für 4 Personen

Geschmorte Wachteln:
4 Wachteln
2 Zwiebeln
3 Zehen Knoblauch
5 Zweige Thymian
1/2 Bund Schnittlauch
1 TL geräuchertes Paprikapulver
2 Lorbeerblätter
150 ml trockenen Weißwein
1 EL Weißweinessig
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebeln schälen, halbieren und längs in feine Streifen schneiden. Knoblauch ebenfalls schälen und fein würfeln. Die Blättchen des Thymian abzupfen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Die Lorbeerblätter am Rand rundum einreißen.

Die Wachteln rundum salzen. Olivenöl in einem schweren Schmortopf erhitzen und, bei mittlerer Hitze, die Wachteln rundum kurz anbraten. Sie sollen nicht stark gebräunt sein. Dann herausheben und noch etwas Olivenöl in den Topf geben.

Die Zwiebelstreifen darin goldgelb anschwitzen und dabei leicht salzen. Knoblauch, Thymian und Paprikapulver dazugeben und anrösten. Die Wachteln zurück in den Topf geben und gut umrühren, damit sie rundum von dem Öl bedeckt sind.

Wein und Essig angießen und die Hitze reduzieren. Den Deckel auflegen und die Wachteln für rund 25 Minuten sanft schmoren. Zwischendurch umrühren, damit die Wachteln gewendet werden.

Zur Überprüfung, ob die Wachteln gar sind, mit einer Rouladennadel einstechen. Wenn klarer Saft austritt, sind sie fertig.

Die Wachteln auf Tellern oder auf einer Platte anrichten, mit Salz und Pfeffer würzen, mit den Schmorzwiebeln bedecken und den Schnittlauchröllchen bestreuen. Die Quetsch-Kartoffeln dazugeben.


Quetsch-Kartoffeln:
6 kleine Kartoffeln
Olivenöl
1/2 Zitrone
Salz
5 Zweige Thymian

Die Kartoffeln einen Tag vorher ca. 15 Minuten dämpfen, damit sie gar sind. Auf einen Teller legen und mit der flachen Hand quetschen. Dazu ein Küchentuch verwenden, da sie sehr heiß sind. Die gequetschten Kartoffeln auskühlen lassen und, über Nacht, abgedeckt kühl stellen.

Den Backofen auf 160 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Am nächsten Tag den Boden einer passenden Auflaufform mit etwas Olivenöl ausstreichen und die Kartoffeln hineinlegen. Die Zitrone über den Kartoffeln auspressen und sie mit Olivenöl beträufeln.

Die Kartoffeln für ca. 25 - 30 Minuten in den Backofen geben. In der Zwischenzeit die Thymianblättchen abzupfen.

Zum Anrichten die Kartoffeln mit Thymian und Salz bestreuen.


Eine Inspiration aus:

















Montag, 14. April 2025

Fenchel-Estragon-Suppe mit Chorizo

Fenchel gibt es bei uns regelmäßig, meistens als Salat mit Orange oder Salzzitrone. Irgendwie hatten wir Lust darauf, Fenchel mal anders zu essen. Im Lauf der Jahre habe ich mir angewöhnt, Rezepte nach der Hauptzutat abzulegen und kann also gezielt suchen. Mir stach diese Suppe ins Auge, weil ich neugierig war, wie der Estragon und die Chorizo mit dem Fenchel harmonieren. Und ich muss sagen, das Ergebnis war ungewöhnlich, hat uns aber sehr gut geschmeckt.

Die Vorbereitungsarbeit besteht hauptsächlich aus dem Schneiden der Zutaten. Danach kommt alles in den Topf und muss weichgekocht werden. Das geht schnell und während der Kochzeit hat man Zeit andere Dinge zu tun. Ich räume dann meistens die Spülmaschine aus oder ein.

Die Menge für 4 Personen ist reichlich bemessen und wir haben die Suppe auf zweimal gegessen. Sie lässt sich ganz unkompliziert, bei nicht zu großer Hitze, wieder erwärmen. Dazu passt auch sehr gut geröstetes Brot.


für 4 Personen

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
4 mittlere Fenchelknollen
kleiner Bund Estragon
1 Limette
1-2 kleine Chorizo
Olivenöl
1 Liter Hühnerbrühe
200 gr. Schmand
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Vom Fenchel Strunk und Stiele entfernen und in kleine Würfel schneiden. Das Fenchelgrün abzupfen und beiseite stellen.

Die Blätter vom Estragon abzupfen und einige für die Garnitur beiseite stellen. Die Blätter in schmale Streifen schneiden.

Die Schale der Limette fein abreiben und den Saft auspressen.

Von der Chorizo ein paar Scheiben für die Deko abschneiden. Bei der restlichen Chorizo die Haut abziehen und das Wurstbrät fein hacken.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Fenchel darin bei mittlerer Hitze anschwitzen und leicht salzen. Das Gemüse sollte glasig, aber nicht gebräunt sein.

Die gehackte Chorizomasse unterrühren und kurz mitgaren lassen. Danach mit der Hühnerbrühe aufgießen. Alles gut verrühren, die Hitze reduzieren und den Topfdeckel auflegen. Das Gemüse in etwa 30 Minuten weich kochen lassen.

In der Zwischenzeit die Chorizoscheiben in einer beschichteten Pfanne knusprig braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Vorsichtig die Haut abziehen, ohne die Scheiben zu beschädigen.

Wenn das Gemüse weich ist, Estragonstreifen, Limettenschale und -saft unterrühren und alles in einen Standmixer geben. Die Suppe sehr fein pürieren. Wenn es nicht fein genug ist, durch ein Sieb streichen. Den Schmand einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe in Suppentassen füllen und mit Chorizoscheiben, Estragonblättern und Fenchelgrün dekorieren. Sofort servieren.


Eine Inspiration aus:


















Mittwoch, 15. April 2020

Mediterran gewürzter Lammeintopf aus Mallorca von Marc Fosh

Als ich dieses Gericht im Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh entdeckt hatte, hatte ich den Geschmack gedanklich schon auf der Zunge. Die Kombination aus Lammfleisch, Tomaten, Safran, Aprikosen und Salzzitrone konnte nur großartig sein. Genauso war es auch.

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Die Zutaten werden in der Vorbereitung geschnitten und dann Stück für Stück in den Topf gegeben. Die Vorgehensweise entspricht dem von jedem klassischen Schmorgericht. Die gesamte Zeit dauert, aber die eigentliche Arbeitszeit ist kurz. Wenn man seinen Herd gut kennt und die Temperatur einschätzen kann, dann kann man dieses Gericht auch über eine sehr lange Zeit sich selbst überlassen.

Ich habe das zu einer Zeit gekocht, als ich mir gut überlegt habe, wie oft ich einkaufen gehe, um keine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu risikieren. Wir haben es mit Reis gegessen, um es "zu strecken". Die größte Menge davon habe ich eingefroren, um noch für längere Zeit gutes Essen im Vorrat zu haben. Dafür ist es ideal und wir freuen uns heute schon auf das Auftauen.

Die Rezension zum Kochbuch ist hier nachzulesen.



für 4 - 6 Personen als Hauptgericht

1 kg Lammschulter ohne Knochen
1 TL Zimt, gemahlen
1 TL Cumin, gemahlen
1 TL Paprika edelsüß
1 TL Cayennepfeffer
Olivenöl
2 Zwiebeln
2 Karotten
4 Knoblauchzehen
1 TL Safran
750 ml Hühnerbrühe
600 gr. gehackte Dosentomaten
120 gr. getrocknete Aprikosen
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Spalte Salzzitrone
1 Bund Koriander

Die Lammschulter in grobe Würfel schneiden. Zimt, Cumin, Paprika und Cayennepfeffer mischen und zum Fleisch geben. Mit den Händen gut durchmischen und über Nacht im Kühlschrank kaltstellen.

Am nächsten Tag das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur bekommen. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Karotten ebenfalls schälen und fein würfeln. Reichlich Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und das Lammfleisch darin gut anbraten. Es sollte rundum gebräunt sein. Dann Zwiebeln, Knoblauch und Karotten dazugeben und ebenfalls anschwitzen. Die Aprikosen in feine Würfel schneiden und gemeinsam mit Safran, Brühe und Tomaten dazugeben. Alles einmal durchrühren und einmal aufkochen lassen. Die Hitze zurückschalten und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Eintopf bei geschlossenem Topfdeckel für 1,5 Stunden bei sanfter Hitze schmoren lassen.

In der Zwischenzeit die Salzzitrone fein würfeln und den Koriander (mit den Stielen) in grobe Streifen schneiden. Beides am Ende der Garzeit in den Eintopf geben und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der Eintopf schmeckt alleine bereits sehr gut. Er kann aber auch "gestreckt" werden, wenn man eine Beilage, wie Reis, Kartoffeln, Nudeln oder Polenta dazu serviert. Auch Brot passt sehr gut dazu. Er eignet sich auch sehr gut zum Einfrieren.



Montag, 13. April 2020

Gegrillte Meerbrasse mit Blumenkohlpüree und Antibose-Sauce aus Mallorca von Mark Fosh

Ganze Fische im Backofen zuzubereiten ist eigentlich perfekt, wenn man wenig Zeit hat, da sie nur eine kurze Zeit für die Vorbereitung benötigen und man in der Zeit, in der sie im Ofen sind, etwas anderes machen kann.

Das trifft besonders auf dieses Gericht aus dem ersten Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh zu. Das Blumenkohlpüree ist einfach zu kochen und kann auch gut vorbereitet werden. Während der Fisch im Ofen ist, kann man schnell die Zutaten für die Sauce klein schneiden. Die Kombination aus allen drei Komponenten ergibt ein sehr gut schmeckendes Gericht und, wenn man nicht zu großen Hunger hat, reicht es auch für 3 - 4 Personen.

Meine Rezension zum erwähnten Kochbuch ist hinter diesem Link zu finden.




für 2 Personen als Hauptgericht

Antibose-Sauce:
4 Tomaten
2 Schalotten
1 kleine Knoblauchzehe
4 EL Olivenöl
1 Bio-Zitrone
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Stiele Basilikum
3 Stiele Koriander

Die Tomaten in kleine Würfel schneiden, die Schalotten und den Knoblauch schälen und ebenfalls fein würfeln. Alles in eine Schüssel geben. Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen. Aus Salz, Pfeffer, Zitronensaft, Zitronenschale und Olivenöl eine Vinaigrette rühren und die Gemüsewürfel damit anmachen.

Basilikum abzupfen und in feine Streifen schneiden. Den Koriander ebenfalls in feine Streifen schneiden, dabei ruhig die zarten Teile des Stiels mitverwenden. Die Kräuter erst kurz vor dem Servieren in die Sauce mischen.


Blumenkohlpüree:
1 kleiner Blumenkohl (oder ein halber in Normalgröße)
Meersalz
Zucker
Olivenöl
300 ml Milch
2 salzige Sardellenfilets
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Blumenkohl grob würfeln und mit Salz und Zucker marinieren, bis er Wasser gezogen hat. Olivenöl zugeben und das Gemüse anbraten. Mit der Milch auffüllen und, bei sanfter Hitze, den Blumenkohl weich kochen. Zum Schluss die Sardellenfilets dazugeben und alles pürieren. Mit Pfeffer und, bei Bedarf mit Salz abschmecken.


Gegrillte Meerbrasse:
1 Meerbrasse ca. 750 gr. küchenfertig
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Bio-Zitrone

Den Backofen-Grill auf mittlerer Hitze vorheizen. Den Fisch auf ein Backblech legen und innen mit Salz und Pfeffer würzen. Außen auf beiden Seiten mit Olivenöl bestreichen und ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Blech für 6 - 10 Minuten in den Ofen geben. Die Haut der Meerbrasse sollte goldgelb und knusprig sein. Dann wenden und auf der anderen Seite genauso verfahren.

Die Zitrone in Spalten schneiden. Den gegrillten Fisch auf eine Platte legen, mit der Sauce bedecken, mit der Zitrone garnieren und mit dem Püree sofort servieren.




Samstag, 11. April 2020

Marinierter Wolfsbarsch mit Salat aus gerösteten Paprikaschoten und eingelegten Zitronen aus Mallorca von Marc Fosh

Dieses sehr frische Sommer-Gericht aus dem Kochbuch  "Mallorca" von Marc Fosh hat mich sofort angesprochen. Es hat meine Erwartung auch absolut erfüllt. Das was marinierter Wolfsbarsch genannt wird, ist eher ein gebeizter Fisch und die Beize ist so perfekt, dass ich mir sie als Basis-Rezept merken werde. Dabei ist sie in der Zusammenstellung der Zutaten eher schlicht. Aber, das ist meistens so, wenn etwas genau auf den Punkt schmeckt. Die Beize tut dem Wolfsbarschfilet auch insofern gut, dass es durch das Salz Flüssigkeit abgibt und das Fleisch fester und kompakter wird.

Wenn man Paprikaschoten im Ofen gart, um danach die Haut abzuziehen, hat man sie als Nebeneffekt auch gegart. Der Geschmack wird intensiviert und in der Kombination mit den Kapern und Salzzitronen wird das noch verstärkt.

Meine Rezension zum Kochbuch ist hier nachzulesen.




für 4 Personen als Vorspeise

Wolfsbarsch:
400 gr. Wolfsbarschfilet ohne Haut
20 gr. Meersalz
20 gr. Zucker
1 Bio-Zitrone
4 Pfefferkörner

Das Fischfilet auf Gräten kontrollieren und ggf. entfernen. Die Pfefferkörner im Mörser zerstoßen, die Schale der Zitrone fein abreiben und beides mit Salz und Zucker mischen. Den Wolfsbarsch auf eine Arbeitsplatte legen und auf beiden Seiten mit der vorbereiteten Beize einreiben. Anschließend in eine flache Schale geben, diese abdecken und für 3 Stunden in den Kühlschrank geben.

Danach den Fisch herausnehmen, mit kaltem Wasser abbrausen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Vor dem Servieren in dünne Scheiben schneiden.


Salat:
4 rote Paprikaschoten (oder 2 rote und 2 gelbe)
2 EL Arganöl
1 Schnitz Salzzitrone
2 EL Kapern
1/2 Bund Koriander
1 TL schwarzer Sesam
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Paprikaschoten in Segmente schneiden und die Kerne entfernen. Mit der Schale nach oben auf ein Backblech geben und in den Ofen schieben. Dort für 15 - 20 Minuten braten, evtl. noch den Grill zuschalten. Die Haut sollte sich vom Fleisch lösen und darf auch anfangen schwarz zu werden. Dann das Blech herausnehmen und ein Küchenhandtuch mit kaltem Wasser nass machen. Tropfnass auf die heißen Paprikaschoten legen und komplett auskühlen lassen.

Die Paprikaschoten häuten und in breite Streifen schneiden. Die Kapern abtropfen lassen (falls sie in Salz eingelegt waren, das Salz abwaschen und abtropfen lassen). Den Koriander mit den zarten Stielen in feine Streifen schneiden. Die Salzzitrone in feine Würfel schneiden. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Arganöl vermengen. Mit Salz (vorsichtig, da Zitrone und Kapern bereits sehr salzig sind) und Pfeffer abschmecken.


Anrichten:
Basilikumblätter
Korianderblätter
Olivenöl

Den Salat auf Tellern verteilen, den Wolfsbarsch darauf anrichten und mit Olivenöl beträufeln. Mit den Kräutern bestreuen.





Donnerstag, 9. April 2020

Rezension: Mallorca von Marc Fosh

Mallorca ist die Lieblingsinsel der Deutschen. Trotzdem war ich noch nie dort und es hat mich auch nie dort hingezogen. Anders war es mit dem Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh. Für das habe ich mich sofort interessiert, da ich die mediterrane Sommerküche sehr liebe und gespannt darauf war, wie ein Spitzenkoch typische mallorquinische Rezepte interpretiert.



Bereits 1981 arbeitete Marc Fosh in London in zwei Restaurants, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet waren und er setzte sich das Ziel diese Auszeichnung ebenfalls zu erkochen. In den 90ern zog es ihn nach Spanien, um sich mit der Küche der Avantgarde auseinander zu setzen. Von San Sebastian aus, wo er mit Martin Berasategui in der Bodegon Alejandro arbeitete, war es nur noch ein kurzer Weg nach Mallorca.

In einem Landhotel in Santa Maria konnte er seine Vorstellung einer Küche mit frischen, hochwertigen Zutaten, modern interpretiert, umsetzen und erhielt dafür 2002 den ersten Michelin-Stern. Sieben Jahre später machte er sich mit dem Restaurant Simply Fosh in Palma selbständig. Auch hier wurde er mit einem Stern ausgezeichnet. Somit ist Marc Fosh der einzige englische Koch, der je in Spanien einen Stern erreichen konnte.

Im Fokus des großformatigen Buchs stehen 18 typische mediterrane Zutaten, wie verschiedene Meeresfrüchte, Olivenöl, Zitronen, aber auch Schokolade, Mandeln oder Pfirsiche. Die hat der Autor für die 100 Rezepte verwendet. Das führt zu einer ungewöhnlichen Sortierung, da sich innerhalb eines Kapitels herzhafte Gerichte und Desserts entdecken lassen.

Zu jeder Zutat, der ein Kapitel gewidmet ist, gibt es ein kleines Vorwort, in dem Marc Fosh seine Gedanken dazu erläutert. Da auch Olivenöl, Safran, Reis oder Zitronen die Klammer für die Rezepte bilden, können in einem Kapitel vegetarische Gerichte genauso wie Gerichte mit Fisch oder Fleisch zu finden sein. Anfangs war da für mich schwierig, mich bei der Auswahl zurecht zu finden. Dann fand ich es inspirierend, einfach zu blättern und mich überraschen zu lassen. Nicht jedes Rezept hat ein Rezeptfoto. Manchmal sind stattdessen sehr stimmungsvolle Aufnahmen der Landschaft zu finden. Dafür sind die Rezepte sehr gut strukturiert. Auf einen Blick sind Angaben zur Personenanzahl, Zutatenliste und Beschreibung zu sehen. Der Rezepttext ist gut verständlich und nachvollziehbar. Ergänzt werden die Rezepte durch ein sehr ausführliches, alphabetisches Zutaten- und Rezeptregister.

Für diese Rezension habe ich mitten in der Corona-Krise gekocht. Damals galt für mich die Devise so wenig, wie möglich einkaufen zu gehen und nur einen Laden aufzusuchen. Das konnte ich so planen, da ich ausreichend Grundzutaten daheim hatte und im Frischeparadies einkaufen wollte. Dort konnte ich sicher gehen, die notwendigen frischen Zutaten zu bekommen. Trotzdem habe ich vorsichtshalber einen Einkaufsliste mit vier Gerichten vorbereitet. Und es war tatsächlich so, dass ich eine Zutat nicht bekommen konnte. Damit fiel dieses Gericht leider aus der Auswahl, aber im Hinterkopf behalte ich es noch. In dieser schwierigen Zeit haben wir es sehr genossen, zwei ausgezeichnete Fischgerichte und ein köstliches Fleischgericht zu essen. Besonders der gebeizte Wolfsbarsch mit dem Paprikasalat hat uns so gut gefallen, dass wir das für Gäste kochen möchten, sobald es möglich ist. Den Lammeintopf haben wir bewusst mit einer Beilage gestreckt, damit wir den größten Teil davon einfrieren konnten und so die Einkaufssituation nochmals zu entzerren. Diese drei Gerichte entsprechen genau meiner Vorliebe für Rezepte von Spitzenköchen für das Kochen daheim.


Marinierter Wolfsbarsch mit Salat aus gerösteten Paprikaschoten und eingelegten Zitronen
Gegrillte Meerbrasse mit Blumenkohlpüree und Antibose-Sauce
Mediterran gewürzter Lammeintopf



















Fazit:
 "Mallorca" von Marc Fosh ist ein Kochbuch, das sehr schöne und schmackhafte Rezepte aus der Mediterranen Küche beinhaltet. Darunter sind auch Klassiker aus der spanischen Küche, aber auch viele Rezept-Ideen, die nicht an jeder Ecke zu finden sind. Es ist besonders interessant, für Hobbyköche, die gute Produkte schätzen und es bevorzugen, wenn diese in einem Gericht optimal verwendet werden.




















Link zum Buch