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Sonntag, 1. September 2019

Süßsaures Kaninchen aus Sizilien in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Es gab einmal eine Zeit, wo es ganz selbstverständlich war, dass man eigene Kaninchen züchtete, um sie dann auch zu essen. Irgendwie ist das aus der Mode gekommen und dabei ist es jetzt wieder in den Fokus geraten. Genauso wie ein Huhn, kann man im Privathaushalt auch ein ganzes Kaninchen kaufen und komplett verwerten. Die beiden haben nicht nur Ähnlichkeit in der Größe und der privaten Verarbeitung, sondern auch im Geschmack. Wer also Hemmungen hat, dieses Gericht mit einem Kaninchen zuzubereiten, der kann gerne auch ein Huhn nehmen.

Mich hat dieses Gericht aus dem neuen Kochbuch "Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino sofort angesprochen, da man es komplett in einem Schmortopf kochen kann. Auch die Kombination von Oliven, Kapern und Rosinen fand ich spannend. Es lässt sich völlig unkompliziert zubereiten und reicht auch für eine größere Runde. Ansonsten gilt das, was für Schmorgerichte immer gilt, aufgewärmt schmeckt es am nächsten Tag noch besser und man muss nicht lange dafür in der Küche stehen.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.


Für 4 - 6 Personen

1 ganzes Kaninchen
Meersalz
Olivenöl
600 gr. festkochende Kartoffeln
3 große Zwiebeln
2 Stangen Staudensellerie
100 ml trockenen Weißwein
60 gr. Kapern in Salz
5 Salbeiblätter
2 Zweige Rosmarin
100 gr. grüne Oliven
50 gr. schwarze Oliven
40 gr. Rosinen
80 ml Weißweinessig
40 gr. Zucker
2 Lorbeerblätter
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

zum Anrichten:
Salbeiblätter
Rosmarin
blühende Minze

Das Kaninchen in größere Stücke (Keulen, Rücken, Vorderläufe, Brustkorb, Kopf) teilen. Die Kartoffeln schälen und in große Würfel schneiden. Die Zwiebeln schälen und ebenfalls grob würfeln. Beim Staudensellerie die Fäden ziehen und in dicke Scheiben schneiden.

In einem großen gusseisernen Bräter reichlich Olivenöl erhitzen und die Kartoffelwürfel darin goldgelb anbraten. Die Kartoffeln herausheben und nochmals Olivenöl in den Bräter geben. Jetzt die Zwiebelwürfel und die Staudenselleriescheiben darin anbraten. Ebenfalls herausheben und die Kaninchenteile salzen und auf beiden Seiten anbraten.

In der Zwischenzeit die Kapern in ein Sieb geben und mit kaltem Wasser abbrausen und abtropfen lassen.

Das Fleisch mit dem Weißwein ablöschen und einkochen lassen. Nun Zwiebeln, Staudensellerie, Salbeiblätter, Rosmarinzweige, grüne und schwarze Oliven, Kapern und Rosinen dazugeben. Mit Wasser auffüllen, bis die Kaninchenteile knapp bedeckt sind. Den Deckel auflegen und alles, bei mittlerer Temperatur, etwa 40 Minuten schmoren lassen. Zwischendurch die Fleischstücke wenden.

Nach den 40 Minuten die vorgegarten Kartoffeln und den Lorbeer dazu geben und ggf. Wasser nachfüllen, damit alles leicht bedeckt ist. Essig und Zucker verrühren und die Mischung in den Topf gießen. Den Sud mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Temperatur erhöhen und alles offen köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind und die Sauce etwas dicker geworden ist.

Alles auf vier Tellern anrichten und mit Salbeiblättern und Minzblüten anrichten.




Freitag, 30. August 2019

Salsiccia aus dem Ofen mit Kartoffeln aus Sizilien in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Heute gestehe ich mal, dass ich ein ganz großer Liebhaber von Bratwürsten bin, am liebsten fränkische Schweinsbratwürstel oder die italienische Variante Salsiccia, oder Lammbratwürstel oder Wildbratwürstel und so weiter.... Es gehört auch zum guten Ton, wenn man "Nose to Tail" gut findet, Bratwüstel zu essen, weil in so ein Bratwürstel ganz viel reinkommt, was man sonst nicht so gut verwerten könnte. Am allerliebsten habe ich sie vom Grill und ziehe sie einem Stück Fleisch vor. Wenn es daheim schnell gehen muss, dann gibt es bei uns öfters mal Bratwürstel aus der Pfanne. Die Beilage variiert. Das kann ein Salat sein, oder eine Polenta oder nur ein Brot. Neu war mir, dass man die Salsiccia auch im Ofen garen kann. Dieses Rezept habe ich im aktuellen Kochbuch "Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino entdeckt. Ich wusste, dass man diese fetten Würste einstechen soll (das mache ich mit den fränkischen Bratwürsten auch so), damit sie sozusagen im eigenen Fett garen und insgesamt etwas trockener werden. In diesem Fall gibt das Fett seinen wunderbaren Geschmack an das Gemüse ab und so gibt es einen wunderbaren runden und deftigen Geschmack.

Übrigens auch ein ganz tolles Essen zum Vorbereiten. Die Portion ist für 4 Personen ausgelegt und ich habe sie auf zwei GN-Bleche aufgeteilt. Eines davon habe ich früher aus dem Ofen genommen und das zweite fertig gegart. Das erste musste ich am nächsten Tag nur nochmal in das Rohr schieben und in 15 Minuten, ohne Arbeit, stand ein feines Mittagessen auf dem Tisch.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.


für 4 Personen

600 gr. festkochende Kartoffeln
1 große rote Zwiebel
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl
8 Salsicce mit Fenchel
10 Kirschtomaten
1 Zweig Salbei
2 Zweig Rosmarin

Die Kartoffeln schälen, längs halbieren und dann in walnussgroße Stücke schneiden. Die Zwiebel schälen, halbieren und längs in Streifen schneiden. Kartoffelwürfel und Zwiebelstreifen in eine Schüssel geben, salzen und mit Olivenöl beträufeln. Alles gut durchmischen, damit alles mit dem Olivenöl überzogen ist. Die Salsicce rundherum mit einer Gabel einstechen. Die Kirschtomaten vierteln. Die Salbeiblätter abzupfen und groß zerreißen. Die Rosmarinnadeln abstreifen. Kirschtomaten, Salbei und Rosmarin in einer Schüssel mischen und zur Seite stellen.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Ein Backblech leicht mit einem Pinsel mit Olivenöl einstreichen. Die Kartoffeln-Zwiebel-Mischung darauf geben und die Salsicce am Rand dazu legen. Das Blech auf der mittleren Schiene in den Ofen geben. Die gesamte Garzeit beträgt rund 40 Minuten. Nach 10 Minuten die Kartoffeln und Zwiebeln durchmischen, damit sie von allen Seiten garen. Nach weiteren 10 Minuten diesen Vorgang wiederholen und die Würste umdrehen.

Nach weiteren 10 Minuten Kartoffeln und Zwiebeln erneut wenden und die Tomaten-Kräuter-Mischung leicht salzen und auf das Blech geben. Alles nochmals rund 10 Minuten garen lassen.

Kartoffeln und Würste sollten eine leicht goldbraune Kruste haben. Dann kann alles herausgenommen und auf Teller verteilt werden.



Mittwoch, 28. August 2019

Pasta mit zarten Kürbisblättern aus Sizilien in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Mit Nudelgerichten tue ich mich immer schwer, da ich sie in zwei Varianten kochen muss. Ich könnte natürlich auch glutenfreie Nudeln essen, aber mir gefällt die Konsistenz nicht. Als ich diese Nudelsauce mit Pancetta, Kürbisblättern und -blüten in dem aktuellen Kochbuch "Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino sah, da wollte ich sie unbedingt probieren. Die Sauce hat so einen schönen Geschmack, da lohnte sich auch die Mühe, zuerst die glutenfreien Nudeln in der Pfanne zu schwenken, sie herauszufischen und im Rest der Sauce dann die normalen.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.


Die Verwendung von Kürbisblüten in der Küche war mir bekannt, aber Kürbisblätter war neu für mich. Man verwendet dafür die zarten jungen Blätter an den Trieben und ich hatte reichlich davon. Heuer haben wir erstmals einen Muskatkürbis angepflanzt und der ist völlig durchgedreht und hat sich im gesamten Garten ausgebreitet. Da konnte er ruhig ein paar Blüten und Blätter abgeben.


Pancetta, der luftgetrocknete Bauchspeck und das Tomatenmark geben der Sauce einen starken und würzigen Geschmack. Trotzdem kommt das zarte Kürbisaroma von den Blättern und Blüten noch durch. Uns hat dazu ein schöner trockener Riesling aus dem Rheingau von unseren Freunden vom Weingut Dalgaard & Jordan gut gefallen.


für 2 Personen

Olivenöl
2 Knoblauchzehen
100 gr. Pancettascheiben
3 EL Tomatenmark
Pul Biber (Pepperoniflocken)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Meersalz
4 Stiele Basilikum
grobes Meersalz
200 gr. Nudeln, bevorzugt kurze Sorten
eine große Handvoll zarte, junge Kürbisblätter
ca. 10 Kürbis- oder Zucchiniblüten
50 gr. junger Pecorino
3 EL geriebener Pecorino, gerne älter

Die Knoblauchzehen schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Pancettascheiben aufeinander legen und zuerst in Streifen und dann in Würfel schneiden. Die Basilikumblätter von den Stängeln zupfen und grob zerreißen. Die Kürbisblätter grob zerreißen und von den Blüten auch nur die zarten gelben Blüten abreißen und etwas zerkleinern. Den jungen Pecorino in sehr feine Würfel schneiden und den alten Pecorino reiben. 500 ml heißes Wasser vorbereiten.

In einer weiten Pfanne 2 - 3 EL Olivenöl erhitzen und die Knoblauchscheiben und Pancettawürfel darin leicht anbraten. Das Tomatenmark dazugeben und ebenfalls leicht anrösten und mit dem heißen Wasser ablöschen. Die Sauce mit Pul Biber und Meersalz abschmecken und das Basilikum dazugeben. Alles für ca. 10 bis 15 Minuten einköcheln lassen.

Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und aufkochen lassen. Dann das grobe Meersalz einstreuen und die Pasta dazugeben. Die Nudeln etwas kürzer kochen, als es notwendig ist, da sie noch in der Pfanne mit der Sauce nachziehen werden. Kurz vor dem Kochende die Kürbisblätter und -blüten dazugeben und vorsichtig unterrühren. Die Pasta mit den Kürbiszutaten abgießen und etwas Kochwasser auffangen.

Die Pasta mit den Kürbiszutaten und dem jungen Pecorino in die Sauce geben und alles gut durchmischen und für ca. eine Minute zusammen köcheln lassen. Bei Bedarf mit Salz und Pul Biber abschmecken. Die Konsistenz des Gerichts sollte leicht flüssig sein. Falls notwendig, etwas von dem Kochwasser unterrühren.

Alles auf zwei Tellern anrichten, mit dem geriebenen Pecorino bestreuen und etwas Olivenöl beträufeln. Nach Vorliebe kann das Gericht auch noch mit etwas Basilikum und zerrissenen Blüten dekoriert werden.





Montag, 26. August 2019

Rezension: Sizilien in meiner Küche von Cettina Vicenzino

Bei Kochbüchern haben mich Ausgaben zu Länderküchen schon immer sehr interessiert und aktuell stelle ich einen kleinen Trend fest, dass wieder mehr zu diesem Thema auf den Markt kommt. Neugierig gemacht hat mich das Buch "Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino. Gerade bei der italienischen Küche, mit ihrer sehr starken regionalen Prägung, gibt es noch sehr viel zu entdecken.


Cettina Vicenzino ist geborene Sizilianerin und somit natürlich prädestiniert ein Kochbuch über die sizilianische Küche zu schreiben. Als Kind kam sie mit ihren Eltern nach Köln, wo diese ein italienisches Restaurant eröffneten. Cettina studierte in Hamburg Mode und Kunst. Ihre Liebe zum Kochen und Essen ist immer geblieben. Sie kombinierte diese Leidenschaften und begann mit der Foodfotografie. Heute lebt sie abwechselnd in Bayern und Sizilien und arbeitet als Fotografin, Kochbuchautorin und Künstlerin.

Diese Rezension hat mir viel Freude gemacht und es war mir ein persönliches Anliegen, dieses Buch vorzustellen. Cettina und ich kennen uns virtuell und wir laufen seit Jahren aneinander vorbei. Zum heutigen Erscheinungstermin hat Cettina die Sache persönlich in die Hand genommen und wir haben uns, zusammen mit meiner Bloggerfreundin Susanne (Magentratzerl) in einem schnuckeligen kleinen italienischen Restaurant (Tiziano, von Claudia Canzoniere) zum Mittagessen getroffen und verbrachten eine sehr schöne Zeit, bei guten Gesprächen und gutem Essen).



In ihrem Vorwort schreibt Cettina, dass man das Buch nicht kaufen sollte, wenn man auf der Suche nach vielen Rezepten ist. Wenn man aber mehr über die sizilianische Kultur erfahren möchte, die untrennbar mit Lebensmitteln und Gerichten verbunden ist, dann wird man damit viel Freude haben. Das trifft es sehr genau.

Wie bei Kochbüchern der italienischen Küche üblich, sind die Rezeptkapitel nach der Menüfolge aufgebaut. Bereits hier wurde ich stutzig, dass es nicht die klassische Abfolge von Antipasti, Primi, Secondi und Dolci ist. Die sizilianischen Küche kennt das nicht so, da keine Antipasti gereicht werden. Neu war für mich auch, dass es auch sein, dass nur ein Gericht serviert wird und man dann von Piatto Unico spricht. So sind also Rezepte in den Kategorien Primi, Secondi, Piatto Unico, Intermezzi, Dolci und Bevande (Getränke) zu finden. Mir hat es besonders gut gefallen, dass die Rezepte mit typischen regionalen Zutaten beschrieben sind. Nicht alles davon ist einfach zu bekommen, aber dann wurde ein Ersatz aufgelistet.

Das ganze Buch ist vollgepackt mit Geschichten und Informationen über Sizilien, seine Menschen und seine Küche. Dazu gibt es wunderbare Fotos von Land, Leuten und Essen, dass man es nur schwer weglegen kann, sobald man einmal anfängt zu blättern. Hier merkt, welchen beruflichen Background Cettina hat und sie hat es geschafft das alles zwischen zwei Buchdeckel zu packen.

Die Rezepte sind gut und verständlich beschrieben. Bei den ungewöhnlicheren Zutaten gibt es Angaben zum Ersatz und jedes Rezept hat ein stimmungsvolles Foto vom fertigen Gericht, sowie Informationen darüber, wie lange die Zubereitung dauert und für wie viele Personen es reicht.

Jede Menge Adressen von Produzenten, Restaurants und Hotels sind im Anhang zu finden. Ein, sehr umfangreiches, alphabetisches Register listet Zutaten, Rezepttitel und Fachbegriffe auf.

Die Gerichte im Buch sind sehr unterschiedlich, da Cettina traditionelle Rezepte und Lieblingsrezepte der Menschen, die sie auf ihren Reisen getroffen hat, vorstellt. Es waren nur wenige dabei, wo ich sagen konnte, dass ich es schon einmal gesehen oder gegessen habe. Deshalb hat mich vieles gereizt und letztendlich bin ich bei meiner Auswahl pragmatisch vorgegangen. Wir haben heuer zum ersten Mal einen Muskatkürbis und der beansprucht mittlerweile den ganzen Garten für sich alleine. Also war klar, dass er Blüten und Blätter für ein Nudelgericht opfern muss. Von einem anderen Gericht hatte ich noch ein großes Stück Wassermelone übrig, aus der ich den Pudding gekocht habe. Im Originalrezept werden Jasminblüten verwendet, ich habe mir mit Orangenblütenwasser beholfen. Das Kaninchen und die Salsicce sind wunderbare Gerichte, wenn es schnell gehen muss und man kann sie an einem anderen Tag wieder aufwärmen. Die haben mir sehr geholfen, als ich wenig Zeit hatte. Alle Rezepte waren sehr gut nachvollziehbar, gingen mir gut von der Hand und haben sehr gut geschmeckt.

Pasta mit zarten Kürbisblättern
Salsiccia aus dem Ofen mit Kartoffeln
 Süßsaures Kaninchen
Wassermelonenpudding

Wassermelone pürieren, mit Zucker und Orangenblütenwasser mischen. Mit Maisstärke binden und stocken lassen. Zum Servieren mit Schokolade und Pistazien garnieren.

Fazit:
"Sizilien in meiner Küche" von Cettina Vicenzino ist ein faszinierendes Buch über Sizilien, mit einem kulinarischen Schwerpunkt. Man kann interessante und weniger bekannte Gerichte ausprobieren, sich einlesen über spezielle Zutaten und die Einflüsse, die diese Küche geprägt haben. Man kann auch einfach nur darin blättern, die Fotos anschauen und sich für eine Reise inspirieren lassen. Die Rezepte sind sehr gut erklärt und deshalb auch für weniger erfahrene Hobbyköche geeignet. Dieses Buch ist nicht nur ein Kochbuch, es ist viel mehr und regt an, eine Region über die Kulinarik zu begreifen.