Posts mit dem Label Paul Ivic werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Paul Ivic werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 23. März 2025

Miso-Auberginen mit Blattsalat

Für ein paar Wochen habe ich, nach einem Rezept von Yotam Ottolenghi, Tropea-Zwiebeln mit Miso im Ofen geschmort. Nun ist mir etwas ähnliches mit Auberginen über den Weg gelaufen. Das Rezept ist aus dem neuen Kochbuch "Vegetarisch" von Paul Ivic.

Aubergine ist ja ein schwieriges Gemüse und begeistert nicht jeden. Wir haben ein paar Lieblingsrezepte, nach denen ich sie zubereite und dieses gehört künftig auch dazu. Die Zubereitung ist einfach und geht schnell. Die Vorbereitung kann man sogar einen Tag vorher machen. Dann muss man am nächsten Tag nur noch die Aubergine mit der Miso-Mischung einpinseln und in den Backofen schieben. Den Salat oder eine andere Beilage kann man leicht in der Backzeit zubereiten.



für 2 Personen:

2 mittelgroße Auberginen
60 ml trockenen Weißwein
2 EL Zucker
75 gr. Shiro-Miso
1 EL Rapsöl
1/2 Limette
2 Stiele Koriander

dazu passt ein gemischter Blattsalat

Den Backofen auf 220 Grad Umluft vorheizen. Die Auberginen in eine kleine Auflaufform geben und 25 Minuten backen. 

In der Zwischenzeit den Weißwein in einem Stieltopf bei mittlerer Hitze etwa um die Hälfte einkochen lassen. Den Zucker in den warmen Wein einrühren und auflösen. Die Mischung abkühlen lassen. Die Schale der Limette fein abreiben und den Saft auspressen. Miso, Rapsöl, Limettenabrieb und Saft mit dem abgekühlten Wein verrühren.

Die Auberginen herausnehmen und etwas abkühlen lassen. Den Blütenansatz abschneiden und die Haut abziehen. Dann zwischen zwei Blätter Küchenkrepp legen und vorsichtig die Flüssigkeit herausdrücken. Anschließend längs halbieren.

Die Auberginenhälften zurück in die Auflaufform geben und rundum mit der Misomischung einstreichen und diese 5 Minuten einziehen lassen. Dann zurück in den Ofen geben und in ca. 15 Minuten goldbraun backen.

Korianderblätter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden. Einen gemischen Blattsalat zubereiten.

Blattsalat auf die Teller geben, die fertigen Auberginenhälften anlegen und mit Koriander bestreuen. Sofort servieren.


Eine Inspiration aus:







Mittwoch, 17. April 2024

fine dining am Tegernsee - Gastkoch Paul Ivic in der Überfahrt, Rottach-Egern

Manchmal ist es wie verhext. Paul Ivic habe ich vor rund 10 Jahren auf einer Genussmesse am Bodensee kennen und schätzen gelernt. Bereits damals hat er mit großer Überzeugung seine Idee einer vegetarischen Küche auf fine dining Niveau vorgestellt. Mein Interesse war geweckt, aber irgendwie hat es mit einem Besuch in seinem Wiener Restaurant Tian nie geklappt. 

Zwischenzeitlich hat er in München ein zweites Tian eröffnet. Die Küchenchefs dort haben gewechselt, bis sein Landsmann Christian Schagerl einen Michelin-Stern erkocht hat. In dieser Zeit konnte ich ihn bei der Vorstellung seiner Kochbücher dort treffen. Mein Wunsch seine Küche in Wien zu erleben war ungebrochen. Aber, persönliche Umstände und Corona haben es immer irgendwie verhindert.

Letzte Woche ergab sich die schöne Gelegenheit zum ersten Mal ein Menü aus seiner Hand zu essen. Nach dem Weggang von Christian Jürgens aus der Überfahrt am Tegernsee kochen dort verschiedene Gastköche, bis die neue Küchenchefin Cornelia Fischer übernimmt. Da dachte ich mir, wenn ich es nicht nach Wien schaffe und Paul Ivic so nahe zu uns kommt, dann soll das so sein.

Paul ist nicht alleine an den Tegernsee gekommen. Mit ihm waren vier Köche, darunter der Patissier, sein Restaurantleiter und eine weitere Mitarbeiterin aus dem Service dabei. Sie wollten das Wiener Tian mitbringen und haben das gleiche Menü gekocht, wie es aktuell in Wien den Gästen serviert wird. Dieser Eindruck ist ihnen mehr als gelungen. Wir erlebten ein beeindruckendes vegetarisches Menü, das zu keiner Zeit Fisch oder Fleisch hat vermissen lassen. Es hat uns sehr gut gefallen und irgendwann schaffen wir das mit einer kulinarischen Reise nach Wien.



Wirsing | Totentrompete | Raps

Wirsing | Totentrompete | Raps


Rettich | Rubinette | Kren


Steckrübe | Walnuss | Kletze


Seinerzeit
Brot | Butter | Kartoffelkaas | Dirndln | Sellerie-Karotte-Rote Bete | Stosuppe


Bärlauch | Rollgerste | Tomate


Topinambur | Hanf | Vin Jaune


Austernseitling | Rose | Zwiebel


Knollensellerie | Kräuterseitling | Perigord Trüffel

Kokosmilchreis | Zitrus | Buchweizen


Don't call me Donut
Piura Porcelana | Rhabarber | Hirse

Petits Fours

Die Kochbücher von Paul Ivic:

Donnerstag, 30. August 2018

Vegetarisches Menü von Christian Schagerl im Restaurant TIAN, München

Seit ein paar Jahren gibt es den Münchner Ableger des vegetarischen Restaurants TIAN aus Wien. Dort verantwortet Paul Ivic die Küche und ist seit 2014 mit einem Michelin Stern ausgezeichnet. Von Anfang an habe ich mich gefragt, welche Pläne der Unternehmer Christian Halper in München verfolgen möchte. So richtig klar war es mir nicht.

Ganz aktuell verändert sich viel, wie ich anlässlich einer Presseeinladung erleben durfte. Paul Ivic hat nun auch die "kulinarische Oberhoheit" und die Geschäftsführung für das Münchner Restaurant übernommen. Da er sich nicht zerteilen kann, gelang es ihm den Niederösterreicher Christian Schagerl als Küchenchef zu gewinnen. Mit Robert Stohs und Matthias Götz wurden auch die Positionen Gastgeber und Sommelier mit renommierten Kräften besetzt.

Gekocht wird ausschließlich mit Bio-Produkten und diese hochwertigen Zutaten werden so komplett wie möglich verwendet. Das kann man sich so vorstellen, wie ein vegetarisches nose-to-tail und war in unserem Menü ganz deutlich beim Zwischengang mit der Sonnenblume zu erkennen. Dort kamen die Wurzel, die Kerne, die Triebe und die Blütenblätter zum Einsatz. Die Wurzel hat einen schönen Geschmack, der an Topinambur erinnert und die Triebe ähneln Kresse.

Mir hat der Lunch unglaublich gut gefallen. Das lag nicht nur am ausgezeichneten und kreativen Essen, sondern ganz besonders auch an der sympathischen Persönlichkeit der beiden Köche. Sie verstehen vegetarische Küche als unerschöpfliche Möglichkeit kreativ zu kochen. um die Gäste Genuss erleben zu lassen. Da ist nichts dogmatisch, verkopft oder verkrampft. Es geht um Geschmack und es geht um Freude an gutem Essen. Dazu beigetragen hat auch die gut abgestimmte Weinbegleitung von Matthias Götz.

Die aktuelle Entwicklung in der Münchner Sternegastronomie stimmt mich im Moment traurig, da wir bis zum Ende des Jahres zwei langjährige Protagonisten verlieren werden. Da freut mich so ein Lichtblick natürlich ganz besonders, wo man sich viel Mühe gibt und mit Begeisterung bei der Sache ist, und sich dem Wettbewerb um den Michelin-Stern stellt. Wenn ich einen Michelin-Stern-Joker gehabt hätte, ich hätte ihn gleich gezogen und ich drücke fest die Daumen, dass es in absehbarer Zeit auch für das Restaurant TIAN in München klappt.

Christian Schagerl war, nach seiner Anstellung bei Michael Kempf (**) als Junior-Sous-Chef bei Christian Jürgens (***) und als Sous-Chef bei Heinz Winkler (**) tätig. In Berlin konnte er als Küchenchef des Restaurants Richard bereits seinen eigenen Stern erkochen. Auch dort gab es bereits ein vegetarisches Menü.

Christian Schagerl und Paul Ivic

Fingerfood

Tomatillosalat, Paprikaaufstrich, Olivenöl und Butter zur Brotauswahl

Gurkengazpacho

Distel, Powerade, Estragon

Sonnenblume, Johannisbeere, Belugalinsen

ein kleiner Blick in die Küche

Breite Bohnen, Knoblauch, Pepperoncini

Ratatouille, Tomate, Aubergine, Paprika

Zucchiniblüte, Pfifferlinge, Petersilie

Melonenkaltschale
Yuzu-Granite mit Kokosschaum

Weinbergpfirsich, Basilikum, Mascarpone

Schokoküchlein




Montag, 18. Dezember 2017

Überbackene Kartoffeln mit Kürbistatar aus Vegetarische Winterküche von Paul Ivic

Meine Kochbuch-Rezensionen versuche ich sinnvoll in meinen Alltag zu integrieren, sonst würde ich es zeitlich gar nicht schaffen. Beim Blick auf den Hokkaido-Kürbis, der immer noch auf der Fensterbank wohnte, war klar, dass dieses Rezept aus dem zweiten Kochbuch von Paul Ivic, der vegetarischen Winterküche, ideal wäre.

An seiner vegetarischen Küche gefällt mir grundsätzlich die Raffinesse - leider sind einige Rezepte für uns nicht möglich, da mein Mann eine Gluten-Intoleranz hat. Die Verwendung von Teig und die zusätzliche Knusper-Komponente halte ich gerade für diese Küche für wichtig und interessant. Deshalb habe ich mich so über die überbackenen Kartoffeln mit Kürbistatar gefreut, da das Gericht unterschiedliche Konsistenzen hat und ohne Gluten auskommt.

Das Nachkochen ging mir leicht von der Hand und das Resultat hat uns sehr gut geschmeckt. Ich würde das jederzeit auch als Hauptgang für Gäste in einem Winter- oder Herbst-Menü servieren. Eine kleine, aber wesentliche, Änderung am Rezept gebe ich Euch gerne mit. Wie man auf dem Foto sieht, kippen die Kartoffeln auf die Seite. Da kann man leicht Abhilfe schaffen, indem man auf der Unterseite der Kartoffeln eine ganz dünne Scheibe abschneidet. Dann stehen sie schön gerade.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.




für 4 Personen

Kartoffeln:
Walnußöl
4 große mehlige Kartoffeln
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
4 Zweige Zitronenthymian
4 Lorbeerblätter
8 dünne Scheiben Bergkäse
40 gr. Pinienkerne
1 Schale Kresse
Alufolie

Kürbistatar:
180 gr. Hokkaido Kürbis
2 unbehandelte Limetten
1 rote Zwiebel
50 ml Apfelsaft
2 EL Zucker
10 gr. Feine Kapern
1 Schuss milder Apfelbalsam
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle


Den Backofen auf 180 Grad Umluft vorheizen. Vier Stück Alufolie mit Walnussöl bestreichen und die beölte Fläche salzen. Die Kartoffeln aufsetzen, salzen und pfeffern und mit jeweils einem Zweig Zitronenthymian und einem Blatt Lorbeer fest in die Alufolie wickeln. 60 bis 90 Minuten im Ofen sehr weich garen.

In der Zwischenzeit den Kürbis entkernen und fein würfeln. Die Schale von einer Limette abreiben. Beide Limetten schälen und filetieren, die Filets dann in kleine Würfel schneiden. Den dabei entstehenden Saft auffangen.

Die Zwiebel schälen, fein würfeln und mit Limettensaft, Apfelsaft und Zucker in einen kleinen Topf aufkochen. Die Kürbiswürfel, Kapern, Limettenschale und -filets sowie den Essig zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und ca. 2 - 4 Minuten kochen, dann von der Hitze nehmen und bis zum Servieren ziehen lassen.

Wenn die Kartoffeln weich sind, das stellt man am besten fest, wenn man mit einem Messer hinein sticht und es sich leicht wieder herausziehen lässt, aus dem Ofen nehmen. Die Temperatur auf 200 Grad erhöhen. Die Kartoffeln aus der Folie nehmen, halbieren und auf der Unterseite einen sehr dünne Scheibe abschneiden, damit sie Stand haben.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Kartoffelhälften mit der Schnittfläche nach oben darauf legen. Die Kartoffeln kräftig pfeffern, mit dem Käse belegen und im Ofen ca. fünf Minuten überbacken, bis der Käse geschmolzen ist. Währenddessen die Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett rösten.

Überbackene Kartoffeln mit dem Kürbistatar und den Pinienkernen anrichten und mit Kresse bestreuen.



Samstag, 16. Dezember 2017

Rezension: Vegetarische Winterküche von Paul Ivic

Die vegetarische Küche ist längst über eine Modeerscheinung hinausgewachsen. Immer mehr Menschen möchten sich vegetarisch ernähren. Vegetarische Gerichte sind auch für Fleischliebhaber interessant, die gerne Fleisch essen, aber weniger davon essen möchten und lieber auf die Qualität achten. Profi-Köche haben Freude daran, die Gäste mit kreativen Gemüsegerichten zu verwöhnen, da dort viel mehr Kreativität gefragt ist, als bei Fleischgerichten. Vegetarische Küche ist salonfähig und sogar mit Michelin-Sternen ausgezeichnet. Rechtzeitig zur kalten Jahreszeit ist nun das neue Kochbuch von Paul Ivic - "Vegetarische Winterküche" erschienen.



Mit starkem Willen und viel Fleiß engagierte sich der Tiroler Paul Ivic in den Küchen verschiedener Spitzenhotels in Österreich, Deutschland, Schweiz und Spanien. Er geriet in eine gesundheitliche Krise und änderte, auf Anraten des Arztes, seinen Lebensstil und entdeckte die vegetarische Küche für sich. Im Jahr 2011 bekam er von Christian Halper ein Angebot als Küchenchef für das Wiener Restaurant Tian. Er wollte dort ein vegetarisches Spitzen-Restaurant ins Leben rufen. Dieser Plan gelang und Paul Ivic ist der einzige vegetarische Koch in Österreich, der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Dabei ist er selbst kein Vegetarier und isst immer noch Fleisch, allerdings in Maßen.

Die "Vegetarische Winterküche" ist sein zweites Buch. Vor zwei Jahren ist die "Vegetarische Sommerküche", ebenfalls bei Brandstätter erschienen. Bei diesem Buch haben mich die Optik und die Rezept-Ideen sehr angesprochen. Mit der praktischen Umsetzung war ich leider nicht glücklich. So etwas tut mir immer sehr leid, da ich das Engagement und die Arbeit aller Beteiligten bei einem Kochbuch sehr schätze. Ganz besonders schätze ich den Brandstätter Verlag, die sich mein "Magengrummeln" immer mit viel Aufmerksamkeit und Wertschätzung anhören. Mit dieser kleinen Vorgeschichte im Gepäck war ich sehr gespannt auf das neue Kochbuch.

Nach meiner Erfahrung gehört es zu den spannendsten Aufgaben die Rezepte eines Spitzenkochs für den Hobbykoch aufzubereiten. Profis verwenden Rezepte als Inspiration und lassen sich nicht gerne in ein Korsett zwängen. Hobbyköche lieben die Sicherheit eines funktionierenden Rezepts und genau an dieser Schnittstelle braucht es eine Art "Übersetzer". Es ist meine tiefe Überzeugung, dass ein Profi "bessere" Rezepte entwickelt, als ein Laie, aber er kann sie nicht so gut aufbereiten. Wenn sich hier zwei finden, die sich verstehen, dann kann sich der Leser über feine und funktionierende Rezepte freuen, so wie in diesem Buch.

Die besondere Stimmung im Winter wurde mit sehr stimmungsvollen Fotos, die genau die Lichtstimmung zu dieser Jahreszeit wiederspiegeln, eingefangen. Nach ein paar persönlichen Worten von Paul Ivic zu seiner Philosophie geht es gleich los mit den 70 Rezepten. Unterteilt sind die Gerichte in die Kapitel "Winter-Highlights", "Suppen & Eintöpfe", "Wintersalate", "Fingerfood", "Hauptspeisen", "Süßes & Drinks", und "Homemade".

Für mich war es sehr spannend, über die Rezepte nachzudenken und, wenn ich sie mit einem knappen Begriff beschreiben müsste, dann fällt mir nur "dark horse" ein. Das beschreibt ein Understatement, bei dem man auf den ersten Blick nichts besonderes erkennt. Sobald man aber näher hinschaut, merkt man die Qualität. Rezepttitel, Anrichtweise und Foto zeigen eine gepflegte Alltagsküche. Umgang mit den Zutaten und Geschmack deuten ganz klar auf eine Spitzenküche hin. Der Spagat ist hier sehr gut gelungen.

Die Rezepte präsentieren sich ganz klassisch auf einer Doppelseite, wobei eine Seite für das Foto des fertigen Gerichts reserviert ist. Auf der gegenüber liegenden Seite finden sich Zutatenliste, Personenanzahl und der Zubereitungstext. Für den schnellen Blick gibt es noch Hinweise, ob ein Gericht auch vegan, gluten- oder laktosefrei ist.

Im Kapitel "Homemade" geht Paul Ivic auf die Qualität der Lebensmittel und die Vorratshaltung ein. Ausführlich vorgestellt (mit Schritt für Schritt-Fotos) werden Blätterteig, Germknödel und eingelegte Gemüse. Eine große Herausforderung der vegetarischen Küche sind Fonds. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein Fisch- oder Fleischfond viel Geschmack in ein Gericht bringt. Für die vegetarische Küche braucht es da Alternativen und Paul Ivic verrät seine Fond-Rezepte, wie er sie auch im Restaurant Tian kocht.

Sehr gut gelungen ist das alphabetische Register am Ende des Buches. Es listet die Rezepttitel, aber auch alle möglichen Zutaten mit den passenden Rezepten auf. So wird man schnell fündig, wenn man noch etwas im Vorrat hat.

Zum Nachkochen habe ich mir zwei sehr unterschiedliche Rezepte gesucht. Die Kartoffeln mit dem Kürbistatar lassen sich, mit ganz normal erhältlichen Zutaten, sehr gut am heimischen Herd kochen. Die Raffinesse liegt in dem sorgfältigen Umgang mit den Produkten. Natürlich könnte man die Kartoffeln ganz normal im Salzwasser kochen. Bei Paul Ivic kommen sie mit Walnussöl, Zitronenthymian, Lorbeer und Salz/Pfeffer in den Ofen. Das Kürbistatar verdankt den intensiven Geschmack der Säure der Limetten und belebt die Kartoffeln.  Der Saft lässt sich ziemlich einfach pressen und schmeckt ganz hervorragend.


Überbackene Kartoffeln mit Kürbistatar
Muntermacher

Ein Saft aus 400 gr. Papaya mit Kernen, 400 gr. Ananas, 10 gr. Ingwer, 80 gr. Staudensellerie und einer Limette.














Fazit:
Das Kochbuch "Vegetarische Winterküche" von Paul Ivic ist für Hobbyköche interessant, die großen Wert auf Geschmack legen und bereit sind, dafür ein paar Minuten mehr Zeit und Sorgfalt zu investieren. Die Zutaten sind im normalen Lebensmittelhandel gut erhältlich und es braucht keine spezielle Küchenausstattung zum Nachkochen. Wer Wert auf eine sehr gepflegte Alltagsküche legt, oder vegetarischen Gästen etwas Besonderes servieren möchte, wird an diesem Buch seine Freude finden. Auch für Profis bietet das Buch gute Anregungen, kreative vegetarische Gerichte auf die Karte zu nehmen.


Ende November kam der sympathische Paul Ivic in den Münchner Ableger des Restaurants Tian, um sein Kochbuch persönlich vorzustellen. Ich habe Euch ein paar Impressionen der Pressekonferenz mitgebracht
























Dienstag, 30. Juni 2015

Crème Brûlée von der Passionsfrucht und
Erdbeer-Mascarpone-Creme
Vegetarische Sommerküche von Paul Ivic

Im Sommer sind Desserts mit Obst ein Muss für mich. Zu keiner Saison ist die Auswahl an köstlichen Früchten so groß, wie im Sommer. Ganz besonders köstlich sind natürlich Beeren und ich freue mich das ganze Jahr schon auf den Juni, denn vorher kaufe ich keine Erdbeeren. Ein Dauer-Liebling sind bei mir auch Passionsfrüchte, auch Maracuja genannt. Im Tiefkühler habe ich immer eingefrorenes Püree. Deshalb habe ich diese beiden Desserts aus dem Buch "Vegetarische Sommerküche" von Paul Ivic kombiniert und für meine Rezension ausprobiert.

Beide Desserts sind schnell gemacht. Sie überzeugen natürlich mit dem feinen Geschmack der Früchte. Die Mascarpone Creme wird mit Orangenlikör aromatisiert, was sehr gut mit den Erdbeeren harmoniert. Wenn ich keinen selbstgemachten Likör habe, dann bevorzuge ich Angel d'Or aus Mallorca.




Crème Brulée von der Passionsfrucht
für 4 Schälchen

380 ml Sahne
70 gr. Zucker
Mark 1/2 Vanilleschote
100 gr. Passionsfruchtmark
140 gr. Eigelb - ca. 7 Eier

Zucker zum Abflämmen

Den Ofen auf 110 Grad vorwärmen. Das Mark der Vanilleschote auskratzen und zusammen mit der Schale, dem Zucker und dem Passionsfruchtmark mit der Sahne verrühren und alles leicht erwärmen. Die Eigelb einrühren und die Masse durch ein Sieb in Förmchen füllen. Die Vanilleschale in kaltem Wasser waschen und zum trocknen auf einen Teller geben. Sie kann in Zucker gesteckt werden und aromatisiert diesen.

Die Förmchen auf ein tiefes Blech stellen und bis zur Mitte der Förmchenhöhe mit heißem Wasser auffüllen. Alles im Ofen für ca. 45 Minuten garen, bis die Creme stockt.

Die Förmchen herausnehmen und abkühlen lassen. Über Nacht abgedeckt in den Kühlschrank geben. Am nächsten Tag eine Schicht Zucker aufstreuen und mit dem Bunsenbrenner abflämmen. Eine zweite Schicht Zucker aufstreuen und erneut abflämmen. So entsteht eine besonders knackige Kruste.




Erdbeer-Mascarpone-Creme
4 Portionen

3 Eigelb
60 gr. Zucker
250 gr. Mascarpone
Mark 1/2 Vanilleschote
20 ml Orangenlikör
250 ml Schlagsahne
1 Schale reife Erdbeeren

Die Eigelbe mit Zucker und dem Vanillemark über einem Wasserbad schaumig rühren, bis eine sämige Masse entsteht. Vom Wasserbad nehmen und den Mascarpone untermengen. Den Orangenlikör einrühren. Die Sahne mit etwas Zucker sehr steif schlagen und vorsichtig unterheben.

Die Erdbeeren gut waschen, vierteln und mit der Creme anrichten.