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Mittwoch, 31. Oktober 2018

Menü von Sarah Henke im Restaurant YOSO in Andernach

Auf den Besuch bei Sarah Henke habe ich mich schon lange gefreut. Vor ein paar Jahren durfte ich sie und ihre asiatischen Aromen bereits bei einer Veranstaltung kennen lernen. Damals kochte sie noch im Restaurant Spices auf Sylt. Das war leider zu weit für mich. Nun hat sie ihr eigenes Restaurant YOSO in Andernach am Rhein. Das hat bei der Routenplanung für unsere kulinarische Reise (Link zur Übersicht) sehr gut gepasst.

Das Restaurant liegt in der Altstadt von Andernach und nur ein paar Schritte davon habe ich das schöne kleine Hotel Stilvoll entdeckt. Andernach ist ein hübsches kleines Städtchen und ein paar Tage im Jahr herrscht Ausnahmezustand, da der Michelsmarkt zu Besuch kommt. Das ist eine bunte Mischung aus Volksfest, Kirmes und Markt und findet mitten im Herzen von Andernach statt. Wir haben natürlich einen Volltreffer gelandet und waren exakt an diesem Tag da. Mit viel Glück haben wir einen der wenigen Parkplätze bekommen, die es überhaupt noch gab. Das Parkhaus war geschlossen, da sich vor Ein- und Ausfahrt Stände befanden und auf den sonstigen Parkplätzen waren Fahrgeschäfte aufgebaut. Wir haben es trotzdem gut geschafft, mit unserem Koffer durch die Jahrmarkt-Stimmung zu kommen und durch den kurzen Weg von Hotel zu Restaurant war alles kein Problem. Zur Belohnung sind wir mit dem Riesenrad gefahren und hatten einen schöne Ausblick über die Stadt.

Sarah Henke ist geborene Koreanerin und wurde als Kind von deutschen Eltern adoptiert. Nach dem Abitur entschloss sie sich Köchin zu werden. Herausragende Station ihrer Wanderjahre war das Restaurant Aqua von Sven Elverfeld. Bereits im Restaurant Spices wurde ihre Küche mit einem Michelinstern ausgezeichnet und gleiches gilt für das YOSO. Gleich beim Betreten hat es mir besonders gut gefallen, wie unkompliziert alles ist. Das Restaurant ist eher schlicht und im asiatischen Stil gehalten. Der Service ist charmant und locker und die Karte ist total flexibel und kennt festgelegte Menüs nicht. Bei ihr gibt es verschiedene Sushi und Gerichte, die unter dem Motto "Reise durch die Elemente" oder "Sarahs Korea Reise" stehen. Alles kann man sehr frei zusammenstellen. Wir haben an diesem Abend mehrmals unterschiedliche Gänge gegessen und so kommt es zu dieser großen Auswahl an Fotos. Bei der Reise durch die Elemente arbeitet Sarah Henke mit ungewöhnlichen Aromen und orientiert sich an den vier Grundelementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Auf koreanisch bedeutet das YOSO. Im letzten Jahr unternahm Sarah Henke eine kulinarische Reise in ihr Heimatland Korea. Unter diesem Motto steht die zweite Hälfte der Karte. Über diese Reise mit vielen emotionalen Fotos, traditionellen Rezepten und Rezepten aus dem YOSO ist im Christian Verlag das sehr schöne Kochbuch "Sarah Henke. Korea" erschienen. (Die Rezension folgt noch)

Das Menü im YOSO gehört zu den Highlights unserer Reise. Die Gerichte waren geschmacklich großartig und boten eine wunderbare Abwechslung zur üblichen Aromatik in der Spitzengastronomie. Sehr dazu beigetragen hat auch die lockere Atmosphäre. Wir hatten den Eindruck, dass die Gäste gerne kommen und sich ungezwungen fühlen. Die Speisen auf der Karte wurden kreuz und quer bestellt und kombiniert. Da saßen Eltern mit Kind genauso am Tisch, wie eine Gruppe Freundinnen oder Pärchen. So sollte der Zugang zu Spitzengastronomie sein. Dann erreicht man auch ein anderes Publikum, als die bespöttelten "Gourmets". Schade, dass es von uns so weit weg ist, sonst wären wir öfter zu Gast.

Krabbenchips
fermentiertes Gemüse
Dim Sum auf Mangold
Sushi

JAKOBSMUSCHEL
Kokos, Passionsfrucht

YIN & YANG
Reis, Granatapfel, Mango

HIRAMASA Sashimi
grüner Spargel, Sesam

KABELJAU
Gurke, Tamarinde

FJORDFORELLE
Spicy Fond, Shii Take

SCHWEINEBAUCH BBQ
Perilla, Ssam Jang

MAISPOULARDE
Karotte, Zitronen-Kokos-Fond

LAMM
Mais, Tikka Sauce

ENTENBRUST
koreanische Beilagen

Sesameis

CASHEW & AVOCADO
Weiße Schokolade, Birne, Ingwer

BEEREN & LITSCHI
Eis, Granitée, Matcha

Süßes zum Abschluss
Und zum ersten Mal entschieden wir uns gegen Espresso und bevorzugten japanischen Whiskey und Sake

Sonntag, 23. November 2014

Asiatische Küche trifft Riesling & Co.
mit Christina Fischer und Sarah Henke

Vor ein paar Tagen hatte ich die schöne Gelegenheit ein Seminar des Deutschen Wein-Instituts zu besuchen. Wir sollten eine einfache Systematik für die Kategorisierung von Weinen zu Weintypen an die Hand bekommen und am praktischen Beispiel erlernen, welche Auswirkungen asiatische Aromen auf Wein haben.

In der Kochgarage lag schon ein herrlicher Duft in der Luft. Am Herd zauberten die Spitzenköchin Sarah Henke und Graciela mit ihrem Team der Kochgarage. Durch das Seminar führte uns die sehr kompetente Sommelière Christina Fischer.



Foodpairing ist in aller Munde und das Deutsche Weininstitut hat das Thema aufgegriffen, um ein Seminar anzubieten, dass sich in erster Linie an Gastronomen richtet, die asiatische Küche anbieten. Mit Christina Fischer und Sarah Henke hat man die perfekten Fachfrauen gefunden, um dies kompetent umzusetzen. Die beiden besuchten unterschiedliche asiatische Restaurants, um mit den Gastronomen zu diskutieren und Weine zu verkosten. Nach dieser Forschungsreise standen die Gerichte und die passenden Weintypen fest, die im Seminar und in der Broschüre vorgestellt werden.

Vor uns stehen kleine Schälchen mit asiatischen Saucen und typischen Zutaten wie Wakame oder Noriblatt. Ab jetzt sind wir völlig in der Hand von Christina Fischer, die uns genau anleitet, welchen wir Wein wir zuerst solo probieren und was wir mit welcher Sauce essen, um den Wein erneut zu probieren. Das hat viel Spaß gemacht und bei mir zu vielen neuen Geschmacks-Erlebnissen geführt.


Wir starten mit Gemüse Tempura und Dashi und Vietnamesische Sommerrollen mit Nunoc Mam. Bereits die Ergänzung mit den beiden Saucen Dashi und Nunoc Mam führt zu einem völlig veränderten Geschmack. Die leichten Weine, die wir dazu probierten gewannen enorm, durch die salzigen Aromen der Sauce.

Im nächsten Weinflight wurden Sauvignon blanc und Scheurebe zu Edamame, Maki Sushi mit Thunfisch und grünem Papayasalat Goi Du Du kombiniert. Auch hier empfand ich die Weine als intensiver im Geschmack.


Auf dem nächsten Sushi-Teller lagen Nigiri mit Oktopus und Nori und Nigiri Unagi mit gegrilltem Lachs zu denen gab es wieder leichte, frische Weißweine. Die relativ fette California Roll inside out mit  Surimi, Avocado, Gurke, Mayonnaise und Fischrogen wurde mit einem Süßwein kombiniert und die beiden haben sich gegenseitig gut getan.

Mit einer Pho Bo - Nudelsuppe mit Rindfleisch kam die eine sehr würzige Umami-Bombe auf den Tisch und hierzu wurde ein Chardonnay im Barrique kombiniert. Alleine im Glas, war das genau der Wein, wie er mir nicht gefällt. Aber in der Kombination trat so eine starke Veränderung hervor, dass ich dachte, jemand hat heimlich mein Glas ausgetauscht.

Die Begleitung des Tandoori-Lachs mit Senf-Dip durch einen Spätburgunder konnte ich mir vorher nicht vorstellen und es hat mich begeistert, welche Harmonie die beiden eingehen. Hier konnten wir auch einmal probieren, was nicht funktioniert.  Der kräftige, sehr tanninhaltige Regent hat sich richtig gesperrt zu diesem Gericht.



So langsam wurde es richtig scharf. Zuerst mit einem sehr pikanten rotgeschmorten Schweinebauch, der einem gereiften Riesling Kabinett von der Mosel eine völlig neue Frische verpasst hat. Mit einer Riesling Spätlese hat Christina Fischer eindrucksvoll widerlegt, dass Wein zur Suppe doch geht. Zumindest zu einer TomYaam Goong (scharf-saure Garnelensuppe mit Chili und Zitronengras) darf es schon einmal eine Riesling Spätlese sein. Auch beim Schweinefilet süß-sauer passt die Süße einer Spätlese gut dazu.

Die beiden scharfen Tellerchen zum Ende mit Gaeng Krua Gling Pa (mein absolutes Lieblingsgericht in diesem Seminar!) und Mapu-Tofu mala-scharf, die brauchen schon einen Wein, der ihnen etwas dagegen setzen kann. Hier darf es schon opulenter Süßwein sein. Interessant war für mich, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man die Gerichte mit oder ohne Reis isst.

Danach bestand noch die Möglichkeit, alle Weine erneut zu verkosten. Mir zeigte es wieder einmal, welche große Bandbreite an guten Weinen wir in Deutschland haben. In dem Seminar habe ich sehr viel mitgenommen und werde künftig etwas mutiger bei der Kombination von asiatischen Gerichten mit Wein sein. Besonders überzeugend war für mich die systematische Einteilung von Weinen in Weintypen. Diese Klassifzierung ist in der Broschüre, die ebenfalls vorgestellt wurde, beschrieben.





Hier gibt es noch ein kleines Video, das die akribische Vorbereitung des Seminars beschreibt:




Die sehr informative Broschüre, mit allen Rezepten und Erläuterungen zu den passenden Weintypen ist für 5.-- EUR im Shop des Deutschen Weininstituts erhältlich. Link zur Broschüre


So haben die Kollegen das Seminar erlebt:

Stevan von Nutriculinary
Torsten von Allem Anfang