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Dienstag, 23. Mai 2017

Geschmorter Fenchel mit Räucheraal-Vinaigrette aus Sommer - Die Jahreszeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser

Zugegeben, Fenchel, Räucheraal und Pastis klingt seltsam und genau darauf nehmen die Autoren bereits beim Untertitel Bezug. Genau das hat mich gereizt und meine große Vorliebe für einen guten Räucheraal. Meine Neugierde wurde belohnt mit einem köstlichen und ungewöhnlichen Gericht. Das habe ich bei den Rezepten von Richard Rauch und Katharina Seiser aus ihrem aktuellen Buch "Sommer - Die Jahrezeiten Kochschule" auch nicht anders erwartet.

Die Zubereitung lässt sich in zwei großen Blöcken sehr gut erledigen. Während der vorbereitete Fenchel im Ofen schmort, kann man die Vinaigrette zubereiten. Für die Gästebewirtung kann ich mir sogar vorstellen, beides vorzubereiten. Wenn die Gäste kommen, kann der Fenchel in den Ofen und nach der ersten Begrüßung und einem Aperitif steht die Vorspeise auf dem Tisch.

Meine Rezension könnt ihr hier nachlesen.




für 4 Personen

Fenchel:
1 weiße Zwiebel
2 EL Butter
4 kleine Fenchel
2 EL Anislikör z. B. Pernod
100 ml Gemüsefond
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Bio-Limette

Den Ofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze vorheizen. Die Zwiebel schälen und in schmale Spalten schneiden. Den Fenchel halbieren, die Stiele und den Strunk entfernen. Das Fenchelgrün abzupfen und aufbewahren. Die Butter in einer Pfanne schmelzen und die Zwiebel darin anschwitzen, dabei leicht salzen. Die Fenchelhälften von jeder Seite 1 - 2 Minuten in der Pfanne goldbraun braten. Mit dem Pernod ablöschen und dem Gemüsefond aufgießen. Für 20 Minuten in den Ofen geben und schmoren lassen, dabei ein- bis zweimal den Fenchel wenden.


Räucheraal-Vinaigrette:
120 gr. Filet vom Räucheraal
1 kleine rote Zwiebeln
40 ml Weißweinessig
1 TL Honig
1 EL grober Senf
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
80 ml Olivenöl
1 Zweig Petersilie

Die Haut des Räucheraals abziehen und ggf. Gräten entfernen. Das Aalfleisch in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und ebenfalls fein würfeln. Den Honig mit Essig, 2 EL Wasser und Senf glattrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Öl nach und nach einrühren, damit die Vinaigrette cremig wird. Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen geben. Aal, Zwiebel und Petersilie in die Vinaigrette rühren.

Die Pfanne aus dem Ofen nehmen, Gemüse salzen und pfeffern und mit etwas Limettenabrieb aromatisieren. Auf Tellern oder einer Servierpfanne anrichten und die Vinaigrette darüber verteilen, mit Fenchelgrün bestreuen.




Sonntag, 21. Mai 2017

Lavendel-Polenta-Garnelen und Gurkensalat mit Zitronenmelisse aus Sommer - Die Jahrezeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser

Auf das neueste Buch "Sommer" von Richard Rauch und Katharina Seiser aus ihrer Serie der Jahreszeiten Kochschule habe ich mich schon richtig gefreut. Von dem ersten Band "Winter" war ich sehr begeistert und genauso hoch waren meine Erwartungen. Die waren sofort erfüllt, als ich die Lavendel-Polenta-Garnelen entdeckte. Wer sich mit Gluten-Intoleranz beschäftigt, der weiß, dass glutenfreie Panierungen nicht die kulinarische Erfüllung sind. Die Idee, ganz unkompliziert, mit Instant-Polenta zu panieren, wollte ich sofort ausprobieren. Diese Polenta wird auch noch mit Gewürzen, Lavendelblüten und Zitronenabrieb aromatisiert. Die getrockneten Lavendelblüten habe ich immer im Vorrat, aber mein Lavendel im Garten hat den letzten Winter leider nicht überlebt. So konnte ich unmöglich warten und habe statt der Lavendelspieße nur einfache Holzspieße genommen. Optisch stelle ich mir das ganz wunderbar vor und werde es im Sommer wiederholen.

Für die restliche Lavendel-Gewürzmischung wird empfohlen, sie auch für Geflügel zu verwenden. Bei einer Maishähnchenbrust habe ich das bereits ausprobiert. Die Hautseite habe ich ganz normal gebraten und die Fleischseite in die Mischung getaucht. Der Effekt ist sehr schön mit zwei knusprigen Seiten.

Der Gurkensalat ist so köstlich, wie er auch schlicht ist. Dafür braucht es fast kein Rezept, man sollte sich nur daran erinnern, mehr Zitronenmelisse zu verwenden. Hier konnte ich mich auf den Garten verlassen und die ersten Blätter waren schon erntebereit.

Die Süße der Garnelen und der Lavendel vertragen auch einen opulenten Wein. Wir haben dazu eine Flasche Steinmauer trocken 2015 vom Nahe-Weingut Korrell aufgemacht. Das Familienweingut existiert seit 1832 und unterhalb einer weit sichtbaren Steinmauer, die den Schriftzug des Weinguts ziert, wachsen Weissburgunder, Grauburgunder und Chardonnay. Daraus wird die Cuvée Steinmauer gemacht. Der Wein hat uns gut zu dem Gericht gefallen.

Meine Rezension könnt ihr hier nachlesen.



Lavendel-Polenta-Garnelen:
für 4 Personen

8 Garnelen
2 EL Lavendel-Gewürzmischung
Rosmarinzweig
Olivenöl
3 - 4 EL Zitronenöl (Olivenöl mit Zitrone gepresst, alternativ: Olivenöl mit Zitronenabrieb und -saft)

Kopf und Panzer der Garnelen entfernen und entdarmen. Etwas von der Gewürzmischung auf einen flachen Teller geben. Die Garnelen längs auf einen Holzspieß stecken und rundum in die Gewürzmischung drücken.

Den Rosmarinzweig in Olivenöl tauchen und damit den Grillrost einölen. Die Garnelen auf den Rost geben und, bei geschlossenem Deckel, auf jeder Seite ca. 3 Minuten grillen. Vor dem Servieren mit Zitronenöl beträufeln.


Lavendel-Gewürzmischung:
1 Bio-Zitrone
1/2 EL Fenchelsamen
1/2 TL Lavendelblüten
1 TL grobes Meersalz
1/2 Espressolöffel schwarze Pfefferkörner
4 - 5 EL feiner Polentagries (Instant-Polenta)

Die Schale der Zitrone fein abreiben und mit den Gewüzen in eine Gewürzmühle geben. Alles fein reiben und dann mit der Polenta vermischen. In einem Schraubglas aufbewahren. Die Gewürzmischung kann man auch gut für gegrillte Maiskolben und Geflügel verwenden.




Gurkensalat mit Zitronenmelisse

für 4 Personen

2 Salatgurken
Meersalz
4 Zweige Zitronenmelisse
1 Bio-Zitrone
60 ml Olivenöl
Chilipulver

Die Gurken waschen und teilweise schälen, damit ein hell- und dunkelgrünes Streifenmuster entsteht. Dann der Länge nach halbieren und mit einem Teelöffel das Kerngehäuse heraus schaben. Die Gurkenhälften in 2 - 3 mm dicke Scheiben schneiden und mit 1/2 TL Salz bestreut 15 Minuten stehen lassen.

Die Zitronenmelissenblätter abzupfen und in grobe Streifen schneiden. Ein paar Blätter für die Garnitur aufheben. Die Gurken abseihen und leicht ausdrücken. Zitronenabrieb und -saft in eine Schüssel geben und mit Olivenöl verrühren. Gurken dazugeben, mit Chilipulver und Zitronenmelisse abschmecken. Bei Bedarf nachsalzen.





Freitag, 19. Mai 2017

Rezension: Sommer - Die Jahrezeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser

Auf den Winter folgt der Sommer. So war es zumindest heuer bei uns in Bayern und das gilt auch für die Jahreszeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser. Der erste Band "Winter" ist bei den Kochbuchbegeisterten sehr gut angekommen und viele warteten schon ungeduldig auf "Sommer". Dieses Kochbuch liegt jetzt in den Läden und wer weiter das Gefühl der Vorfreude schätzt, kann bald den dritten Band "Herbst" in den Händen halten.


Mit Richard Rauch, dem Spitzenkoch aus der Steiermark hat Katharina Seiser wieder einen kongenialen Partner an ihrer Seite. Bei meiner Rezension von "Winter" habe ich die beiden vorgestellt. Wer sie noch nicht kennt, der findet hier viele Informationen.

Mit der Jahreszeiten Kochschule hat der Brandstätter Verlag sein bewährtes Format größer gemacht. Innerhalb der Reihe haben alle Bücher die gleiche Größe. Mir ist so etwas wichtig und ich kenne viele Kochbuchsammler, denen geht es genauso. Die Ausstattung ist, wie immer, sehr hochwertig und die bewährten drei Lesebändchen schauen schon unten aus dem Buch heraus.

Das Unfaire bei diesen Büchern ist, dass man bereits neugierig auf den Inhalt aller Bände gemacht wird, wenn man nur ein Buch besitzt. Gleich auf einer der ersten Seiten gibt es eine Übersicht aller Rezeptkapitel. Im Sommer wird natürlich aus dem Vollen geschöpft und dem großen, regionalen Angebot Rechnung getragen. Die Kapitel haben nicht nur die Zutaten im Fokus, sondern decken auch besondere Anlässe ab. Diese Mischung finde ich ganz besonders praktisch und alltagstauglich.

Worum geht es jetzt in den einzelnen Rezeptkapiteln?
- Bunte Pracht: Paradeiser, Paprika, Gurken, Zucchini & Melanzani
- Aus dem kühlen Wald: Steinpilze, Eierschwammerl & Co.
- Kommen etwas später: Fisolen, Mais & Artischocken
- Auf glühenden Kohlen: Wir grillen alles - Fleisch, Fisch, Gemüse & Obst
- Aus Bach, Fluss & See: Süßwasserfisch & Krebse
- Zum Mitnehmen: Essen für Freibad & Picknick
- Erfrischend. kalte Suppen, Eis & Sorbet
- Endlich reif: Marillen, Pfirsiche & Ringlotten
- Einfach beerig: von Erd- über Him- bis Waldheidelbeeren

Der aufmerksame Leser erkennt es sofort, die Sprache ist österreichisch. Viele Begriffe sind auch in Deutschland gut bekannt. Wer noch etwas unsicher ist, dem hilft eine Liste am Ende des Buchs zum österreichischen Küchendeutsch.

Wie es sich für eine Kochschule gehört, sind jedem Kapitel erklärende Texte und Bilder voran gestellt. Auch die Rezepte sind sehr detailliert beschrieben und mit vielen Erklärungen versehen. Selbstverständlich gehört zu jedem Rezept auch das passende Rezeptbild. Die Fotos sind sehr ansprechend und auf das Wesentliche reduziert.

Zum Abschluss gibt es noch Grundrezepte, ein Rezeptregister, ein sehr ausführliches Zutatenregister mit Verweis auf passende Rezepte und ein Register nach Speisearten.

Für diese Rezension habe ich bereits Ende April gekocht und da sind die saisonalen Zutaten natürlich gar nicht oder nicht in guter Qualität zu bekommen. Deshalb habe ich bewusst Rezepte mit Tomaten, Pilzen oder Beeren vermieden. Fenchel ist zu dieser Zeit unproblematisch und die Kombination mit Räucheraal hat mich sehr gereizt. Sehr neugierig war ich auch auf die Lavendel-Polenta Garnelen, die mit einer Gewürzmischung mit getrockneten Lavendelblüten "paniert" werden. Die habe ich immer im Vorrat. Der Saison geschuldet waren die Lavendelspieße und mein Lavendel hat leider den Winter nicht überlebt. So wurden ganz profane Holzstäbchen verwendet. Das geht auch, ist aber nicht so hübsch. Der dazu empfohlene Gurkensalat musste sein. Zumindest meine Zitronenmelisse hatte schon die ersten Blätter. Die Zubereitung war sehr gelingsicher beschrieben und das geschmackliche Ergebnis hat ebenfalls sehr überzeugt.









Fazit:
An der "Die Jahrezeiten Kochschule Sommer" kommt keiner vorbei, der bereits den ersten Band hat und von ihm überzeugt ist. Es finden sich viele neue und kreative Rezepte, die das Buch auch für ambitionierte Hobbyköche interessant machen. Hobbyköche mit weniger Erfahrung können mit diesem Buch ihre Kenntnisse erweitern und sich auch einmal an ungewöhnliche Rezepte wagen.




















Mittwoch, 25. Januar 2017

Nougatparfait mit Gewürzmandarinen aus Winter - Die Jahreszeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser

Für Nougat hege ich schon lange eine große Schwäche. Nougat ist mir fast noch lieber als Schokolade. So könnt Ihr Euch sicher meine Begeisterung vorstellen, als ich das Rezept für ein Nougatparfait in dem neuen Kochbuch "Winter - Die Jahreszeiten Kochschule" von Richard Rauch und Katharina Seiser entdeckt habe.

Dazu werden Gewürzmandarinen serviert, denen im Buch ein eigenes Rezept gewidmet ist. Leider habe ich keine echten Mandarinen bekommen und auf Clementinen zurück gegriffen, wie es im Rezept empfohlen wurde. Dem Genuss tut das keinen Abbruch. Beim Kochen hatte ich Spaß daran das Rezept etwas zu variieren und ein gutes Rezept lässt so etwas ohne Probleme zu.

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Aufschlagen der Parfaitmasse exakt beschrieben wurde. Nur so erreicht man es, dass sich später beim Gefrieren die Masse nicht trennt und nach unten absetzt. Das ist ein ganz besonders köstlicher Nachtisch und ich könnte ihn mir sehr gut bei einem festlichen Menü vorstellen. Ein großer Vorteil ist natürlich, dass man alles einen Tag vorher vorbereiten kann.

Meine Rezension kann hier nachgelesen werden.



für 4 Personen

Nougatparfait:
75 gr. heller Nougat
1 Ei
1 Dotter
25 gr. Zucker
1 Blatt Gelatine
2 cl Kakaobohnen-Brand
5 gr. Kakaopulver
180 gr. Sahne

Gewürzmandarinen:
500 gr. Mandarinen oder Clementinen
4 schöne, feste Bio-Mandarinen oder Clementinen
1 Bio-Orange
1/2 Vanilleschote
65 gr. Zucker
75 ml trockenen Weißwein
1/2 Sternanis
1/2 Zimtstange
2 Nelken
2 cl Orangenlikör
etwas Kartoffelstärke


Nougatparfait:
Den in einem Wasserbad schmelzen. Ei, Dotter und Zucker zugeben und schaumig schlagen, bis sich das Volumen der Masse verdoppelt hat. Die, in kaltem Wasser, eingeweichte Gelatine ausdrücken und zusammen mit dem Schnaps und dem Kakaopulver in die Masse geben und einrühren.

Die Sahne steif schlagen und ein Drittel davon in die Nougatmasse einrühren. Den Rest vorsichtig unterheben. Das Parfait in eine Form füllen und einfrieren.


Gewürzmandarinen:
Die 500 gr. Mandarinen halbieren und auspressen (ca. 250 ml Saft). Von einer der vier schönen Mandarinen die Schale mit einem Sparschäler abziehen. Danach alle vier Mandarinen schälen und darauf achten, dass alles Weiße entfernt ist. Die Mandarinen in Segmente teilen und in eine Schüssel geben.

Die Schale der Orange ebenfalls fein abschälen. Beide Schalen in feine Zesten schneiden. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark auskratzen.

Den Zucker mit 2 EL Wasser in einem Topf karamellisieren lassen, bis er hellbraun ist. Mit dem Weißwein ablöschen und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Dann den Mandarinensaft, Sternanis, Zimt, Nelken, Vanillemark samt der -schote und den Zesten dazugeben. Etwa 10 Minuten kochen lassen. Falls nötig, mit etwas in Wasser aufgelöster Stärke binden. Mit dem Orangenlikör abschmecken und den Sud komplett über die vorbereiteten Mandarinenspalten gießen. Einen Tag im Kühlschrank marinieren lassen.



Dienstag, 24. Januar 2017

Salat von geschmorten Petersilienwurzeln und Orangen mit Kalbsmark aus Winter - Die Jahreszeiten Kochschule von Richard Rauch und Katharina Seiser

Als ich das neue Kochbuch "Winter - Die Jahreszeiten Kochschule" von Richard Rauch und Katharina Seiser das erste Mal in den Händen hielt und etwas blätterte, verliebte ich mich sofort in dieses Rezept. Ich war mir sicher, dass ich das für meine Rezension nachkochen werde. Leider hat es noch einige Monate gedauert, bis es endlich soweit war.

Die Idee, die Markknochen in den Mittelpunkt eines Gerichts zu stellen, hat mir sehr gut gefallen. Bei mir wurden es dann Rindermark Knochen, andere hatte mein Metzger leider nicht vorrätig. Sehr gerne koche ich Gerichte mit Salbei, da wir zwei schöne große Salbeibuschen im Garten haben und ich ihn viel zu wenig einsetze.

Dieses Rezept zeigt, dass man mit ganz einfachen Zutaten ein köstliches und ungewöhnliches Essen zaubern kann. Sehr gelungen fand ich auch das Gemüse. Es hatte eine wunderbare sämige Bindung, einen schönen Biss und eine gelungene Säure von den Zitrusfrüchten.

Zwischen den Feiertagen habe ich immer schön Zeit zum Kochen und wir probieren an diesen entspannten Tagen gerne neue Weine aus. Zu diesem Essen haben wir drei verschiedene versucht und einen spanischen Weißwein entdeckt, der perfekt dazu gepasst hat.

Meine Rezension könnt Ihr hier nachlesen.


4 Personen

Petersilienwurzeln:
400 gr. Petersilienwurzeln - 6 - 8 Stück
4 Orangen
2 Zitronen
1 Zwiebel ca. 100 gr.
3 EL Butter
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Zweige Salbei

Kalbsmark:
4 Kalbsknochen mit Mark
Fleur de Sel

Einen Tag vorher die Knochen in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben. Sie müssen ganz bedeckt sein und bleiben so über Nacht im Kühlschrank.

Die Zitronen und die Hälfte der Orangen auspressen. Den Saft in einem offenen Topf auf ein Drittel einkochen lassen.

Die beiden restlichen Orangen filetieren. Die Zwiebel schälen und in Spalten schneiden (achteln). Die Petersilienwurzeln schälen und längs vierteln. Die Salbeiblätter abzupfen.

Die Butter in einer Pfanne erhitzen und Zwiebeln und Petersilienwurzeln darin anschwitzen. Salzen und pfeffern und für ca. 15 Minuten bei geringer Hitze köcheln lassen. Dabei immer wieder wenden und ein wenig vom reduzierten Saft angießen, bis er verbraucht ist. Die Petersilienwurzeln sollen noch etwas Biss haben. Am Schluss die Orangenfilets und die Salbeiblätter dazugeben.

Die Knochen in einer vorgeheizten Grillpfanne rundum 6 - 8 Minuten grillen, bis das Mark heiß ist. Die Hitze sollte nicht zu stark sein. Die Knochen mit Fleur de Sel würzen und sofort mit dem Gemüse servieren.



Sonja Rauch empfiehlt dazu einen Tee aus frischem Thymian mit Orangenschale. Das kann ich mir sehr gut dazu vorstellen. Bei uns gab es ganz klassisch einen Weißwein dazu. Zwischen den Jahren probieren wir gerne neue Weine aus und  zu diesem Gericht habe ich drei verschiedene Weine eingeschenkt. Nur einer davon hat uns überzeugt, ein Weißwein aus dem Rioja, der nach gelben Früchten, Vanille und leicht süßlich schmeckte. Das und seine schöne Cremigkeit waren ein feiner Begleiter zu den Petersilienwurzeln. Der Montes Obarenes stammt vom Weingut Gomez Cruzado Rioja und es gibt nur 2.950 Flaschen davon. Wir hatten mit der Flasche 1.483 viel Freude.






Sonntag, 22. Januar 2017

Rezension: Die Jahreszeiten Kochschule Winter von Richard Rauch und Katharina Seiser

"Masse statt Klasse" scheint immer mehr das Motto der Kochbuch-Neuerscheinungen zu werden. Ich habe jedes Jahr immer mehr Kochbücher in den Händen und gewinne den Eindruck, dass mich immer weniger ansprechen. Warum beginne ich jetzt eine Rezension mit diesem negativen Tenor? Über die Weihnachtsfeiertage habe ich viele Kochbücher selektiert, analysiert und für Rezensionen vorbereitet. Dieses unzufriedene Gefühl überwiegte leider und ich habe versucht Kriterien aufzustellen, was ein glücklich machendes Kochbuch auszeichnet:

  • Rezepte:
    Sie sollten neu und interessant sein. Beim Durchblättern möchte ich nicht den Eindruck haben, dass ich diese Gerichte schon fünfmal in, leicht abgewandelter Form, in anderen Büchern gesehen habe.
  • Rezepttexte:
    Mir sind die Texte wichtiger als die Fotos. So selbstverständlich das klingt, sie sollten (möglichst) fehlerfrei sein. Sie sollten verständlich und nachvollziehbar sein.
  • Geschmack:
    Die nachgekochten Gerichte sollten gut schmecken. Dazu gehört für mich eine erkennbare geschmackliche Tiefe, die von der richtigen Zubereitung kommt und nicht von der Zugabe irgendwelcher Gewürzmischungen. (Ja, auch so ein Buch hatte ich in den Händen)
  • Gelingsicherheit der Rezepte:
    Ich möchte mich darauf verlassen, dass alles gut funktioniert, wenn ich mich an das Rezept halte. Es kostet mich oft viel Überwindung den Rezepttext zu befolgen. Manchmal verweigere ich mich und mache es anders. Wenn ich nachgebe und es in der Originalversion koche, geht es oft schief und ich muss korrigierend eingreifen.
  • Sonstiges:
    Diese Punkte sind eher für meine "B-Wertung" relevant. Ja, ich freue mich auch an schönen Fotos, sie sind allerdings kein Muss. Ein stimmiges Gesamtkonzept ist toll und einfach ein schönes "Grundgefühl" wenn man das Buch in die Hand nimmt. Ich bin auch bereit, mich auf den zweiten Blick für ein Buch zu begeistern.

Wer sich an gut gemachten Kochbüchern, bei denen man die gesamte Kompetenz dahinter spürt, ebenfalls begeistern kann, dem möchte ich "Die Jahreszeiten Kochschule Winter" von Richard Rauch und Katharina Seiser ans Herz legen.


Ausnahmsweise kommt das Fazit diesmal schon an dieser Stelle:

  • Rezepte: mundwässernd und neugierdeweckend
  • Rezepttexte: perfekt - daran sollten sich viele Rezept-Autoren orientieren
  • Geschmack: enspricht genau meiner Erwartung - hier merkt man den Spitzenkoch
  • Gelingsicherheit der Rezepte: voll getroffen, das kann man blind nachkochen
  • Sonstiges: schöne Fotos, schönes Buch, einfach schön - was will man noch sagen?

Ich freue mich schon auf den Frühling, nicht nur weil ich Schnee nicht leiden kann, sondern auch wegen dem Erscheinungstermin von der "Jahreszeiten Kochschule Sommer".

Bereits mit 18 Jahren übernahm Richard Rauch die Verantwortung für die Küche des elterlichen Betrieb "Steira Wirt" in der Steiermark. Ein Jahr später hatte er die erste Haube erkocht. Mittlerweile ist seine Küche mit drei Hauben ausgezeichnet und auch sonst hochdekoriert. An seiner Seite steht seine Schwester Sonja, die sich um den Service kümmert und das Buch mit einer sehr individuellen, Getränkebegleitung, teilweise sogar alkoholfrei, bereichert.

Katharina Seiser muss ich den aufmerksamen Lesern dieses Blogs nicht mehr vorstellen. Sie ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Rezepte eines Spitzenkochs ausgezeichnet umgesetzt werden. In meinen Augen sind verschiedene Kompetenzen für gute Rezepte notwendig: die Kreativität und die Kochkenntnisse eines Spitzenkochs und die Analysefähigkeit und das Verständnis für Hobbyköche beim Rezept-Autor. Dies setzt sie excellent um. Wer mehr über Katharina und ihren Blog "esskultur" erfahren möchte, kann dies in einer älteren Rezension gerne nachlesen.

Genug der langen Vorrede, jetzt geht es endlich um das Buch. Wer die vegetarische Reihe von Katharina Seiser kennt, wird sich freuen, dass der "Drei-Lesebändchen-Standard" und die hochwertige Ausstattung geblieben sind. Neu ist das Format. Der erste Band der Jahreszeiten Kochschule ist größer geworden und die gute Nachricht ist, dass dies auch bei den folgenden drei Bänden so bleiben wird. Ich bin ein großer Fan davon, dass Bücher einer Serie auch optisch zusammen gehören. Auch das ist nicht immer so - aber, ich will nicht wieder jammern.

Von einem Buch, dass sich Kochschule nennt, erwarte ich mehr, als eine Rezeptsammlung. Warenkunde, Hintergrundwissen und Details zu Arbeitsschritten gehören unbedingt dazu. Dieser "theoretische Teil" ist besonders gut gelungen, da er nicht oberlehrerhaft oder langweilig ist. Es wird nur so viel erläutert, wie notwendig ist und ist sehr stimmig an der richtigen Stelle eingebunden. Anstatt langatmiger Theorie-Kapitel orientieren sich die Themen an Zutaten und Brauchtum, die zur Saison passen:

  • Unterirdische Schätze - Rüben & Wurzelgemüse
  • Oberirdische Schönheiten - Kohl & Kraut
  • Gesotten & Geschmort: Wiener Rindfleischküche
  • Sautanz: Schwein von der Backe bis zur Wurst
  • Aus dem Meer: Heringsschaum & noch viel mehr
  • Flott, elegant & vegetarisch: Festtagsmenüs
  • Wintersonne vom Baum: Zitrusfrüchte & Exoten
  • Süsser Germteig: Stiezel, Krapfen, Buchteln & Co.
  • Heisser Advent: Kekse, Kletzenbrot & Kramperl


Da wurde an alles gedacht, die typischen Wintergemüse, die Vorliebe für Schmorgerichte in der kalten Zeit, die Adventszeit und die Hochphase für Menüs an den Weihnachtsfeiertagen. Die Grundrezepte sind am Ende des Buchs zusammen gestellt.

Jedes Kapitel beginnt mit der Warenkunde und Empfehlungen zu Einkauf und Lagerung. Das ist genau in der richtigen Länge und interessant und kurzweilig zu lesen. Liebevolle Zeichnungen ergänzen diese Einführung. Beim Menü-Kapitel gibt es stattdessen genaue Ablaufpläne. Daran schließen sich die Rezepte an. Rezepte, die ein eigenständiges Gericht ergeben haben ein Rezeptbild. Bei Rezepte zu Beilagen, oft in unterschiedlichen Varianten, ist kein Foto vorhanden. Es ist in meinen Augen auch unnötig, Fotos zu mehreren Kraut-Varianten zu sehen. Da wo ein Foto sinnvoll ist, ist auch eins vorhanden.

Die Rezepte sind vorbildlich gestaltet, mit genauen Angaben zur Personenanzahl, Zutatenliste und Beschreibung der Arbeitsschritte. Ergänzend dazu gibt es noch eine Getränkeempfehlung, Hinweise zu Varianten, spezielle Warenkunde, Tipps und Tricks. Im Rezepttext ist jede Kleinigkeit genau beschrieben, damit Fehler ausgeschlossen werden können und der Leser gut und sicher bei der Zubereitung geführt wird.

Im Anhang sind ein Rezept-Register, ein Zutaten-Register und ein Register nach Speisearten zu finden. Da ist kreuz und quer an jedes Stichwort gedacht worden, nach dem gesucht werden könnte. Für alle Nicht-Österreicher gibt es sogar noch eine Übersetzungshilfe für deutschsprachige Küchenbegriffe.

"Die Jahreszeiten Kochschule Winter" habe ich sehr lange mit mir spazieren getragen, weil ich gerne darin lese und blättere. Leider konnte ich erst spät die Rezepte ausprobieren, die ich mir fast in der ersten Sekunde ausgesucht hatte. Sehr spannend fand ich den Salat mit den Kalbsknochen und als große Liebhaberin von Mandarinen und Nougat standen die nächsten zwei Rezepte schnell fest. Jetzt wiederhole ich mich: beim Nachkochen hat alles bestens funktioniert und geschmacklich war alles ein Hochgenuss. Es gibt noch viele Gerichte in dem Buch, die ich noch ausprobieren möchte. Leider fehlt mir die Zeit dazu. Ich werde es auf jeden Fall künftig für Gäste-Einladungen nutzen, da ich sicher gehen kann, dass ich die Gerichte, ohne vorheriges Probekochen, kochen kann. Das gibt eine sehr wertvolle Sicherheit, wenn man zeitlich eingeengt ist.

Salat von geschmorten Petersilienwurzeln und Orangen mit Kalbsmark
Gewürzmandarinen mit Nougatparfait


















Fazit: siehe oben