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Montag, 29. Dezember 2025

Würzig marinierte Sardinen

Leider ist die Saison kurz, in der man frische Sardinen bekommt. Ich liebe den würzigen Geschmack von Sardinen und kaufe immer welche, wenn ich sie frisch bekommen kann. Im Lauf der Zeit habe ich mir eine Rezeptsammlung zugelegt, um sie immer wieder anders zuzubereiten.

Dieses Gericht stammt von dem ehemaligen 3-Sterne-Koch Harald Wohlfahrt und wurde in einem Barbuch veröffentlicht, sozusagen als Barfood der Spitzenklasse. Trotzdem lässt es sich relativ einfach und schnell zubereiten. Die meiste Arbeit und das meiste Know-How wird benötigt, um die Sardinen küchenfertig zu machen.

Bei mir gibt es diesen Snack als glutenfreie Variante. Wer das nicht machen muss, kann normales Weizenmehl nehmen.


für 2 Personen als Snack
die Menge kann entsprechend hochgerechnet werden

4 Sardinen
1 kleine Thai-Chili
1 Knoblauchzehe
Reismehl
Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Lorbeerblätter
1 TL geräuchertes Paprikapulver, süß
50 ml Weißweinessig
50 ml trockenen Weißwein
50 ml Wasser
Salz

Von den Sardinen Kopf und Schwanz abschneiden, ausnehmen und die Gräten entfernen. Darauf achten, dass die beiden Filets verbunden bleiben.

Die Chili längs halbieren, die Kerne entfernen und dann fein würfeln. Die Knoblauchzehe schälen und ebenfalls fein würfeln.

Die Sardinen in Reismehl wenden (nur die Hautseite) und überschüssiges Mehl abstreifen. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die (zusammengeklappten) Sardinen auf beiden Seiten (nur Hautseite) anbraten, bis sie gebräunt sind. Die Sardinen herausnehmen und in eine Porzellanschüssel legen.

Das Öl etwas abkühlen lassen und Knoblauch- und Chiliwürfel zusammen mit Pfeffer bei mittlerer Hitze anbraten. Der Knoblauch sollte goldgelb sein. 

Alles mit dem Gemisch aus Essig, Weißwein und Wasser ablöschen. Lorbeer, Paprikapulver und Salz dazugeben und alles einmal aufkochen lassen. Für rund eine Minute kochen lassen. Dann den Sud mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Sud über die Sardinen gießen. Die Sardinen abgedeckt für mindestens 2 Stunden bei Zimmertemperatur marinieren.

Mit etwas Sud servieren.



Eine Inspiration aus:



Donnerstag, 5. Juni 2025

Orangenhühnerkeulen mit Staudensellerie

Schnelle Küche heißt bei mir nicht unbedingt, dass das Gericht schnell fertig ist. Darunter verstehe ich gerade auch Gerichte, die eine längere Zeit in den Backofen müssen. So etwas koche ich gerade dann gerne, wenn ich wenig Zeit habe, weil ich in der Zwischenzeit, wenn das Gericht alleine klar kommt, etwas anderes machen kann.

So war es auch mit diesen Hühnerkeulen, die perfekt waren, als es wieder einmal trubelig war. Im Originalrezept wird dafür ein ganzes Huhn verwendet und vorher zerlegt. Das ist für uns beide sowieso zu viel und ich lasse Hühnerbrust nur ungern bei hohen Temperaturen lange im Ofen. Also habe ich mich entschieden nur zwei Hühnerkeulen zu verwenden. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, die Menge zu verdoppeln und dann hat man am nächsten Tag gleich ein fertiges Fleisch.

Als Beilage gab es dazu ein ganz unkompliziertes Gemüse mit Staudensellerie. Dazu passen aber auch gut Kartoffeln, Salat oder Weißbrot. Geschmeckt hat es uns sehr gut. Das Fleisch ist schön gewürzt und bleibt saftig.


für 2 Personen

2 Hühnerkeulen
1 Orange
2 EL Honig
2 EL Senf
3 EL Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Zweige Rosmarin
1 TL Kapern

Den Backofen auf 180 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Den Saft der Orange auspressen und mit Honig, Senf und Olivenöl zu einer cremigen Masse verrühren. Die Hühnerkeulen in eine passende Auflaufform legen und mit der Vinaigrette begiessen. Die Rosmarinnadeln abzupfen und die Hühnerkeulen mit der Hälfte davon bestreuen. Die Auflaufform für ca. 60 Minuten in den Ofen geben. Alle 15 Minuten die Form heraus nehmen und die Hühnerkeulen mit dem Sud beträufeln.

Nach einer Stunde die Garprobe machen und dazu mit einem Holzstäbchen in die Hühnerkeulen stechen. Wenn klares Wasser austritt, sind sie gar. Die verbrannten Rosmarinnadeln entfernen.

Die Hühnerkeulen auf Tellern anrichten und mit frischen Rosmarinnaden und Kapern bestreuen.



1 Staudensellerie
Salz
Zucker
1 Knoblauchzehe
Olivenöl

Die Blätter des Staudenselleries entfernen und in feine Streifen schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden.

Den Staudensellerie zerteilen und die Stangen schälen, um die Fäden zu entfernen. Die Stangen dann in Ringe schneiden und in einen weiten Topf geben. Mit Salz und Zucker würzen und mindestens 30 Minuten stehen lassen, damit das Gemüse Wasser zieht.

Olivenöl dazu geben und das Gemüse, bei geschlossenem Topfdeckel und kleiner Hitze, sanft dünsten, bis es gar und bissfest ist. Kurz vor Ende der Garzeit die Blätter einrühren.


Eine Inspiration aus:










Link zum Buch




Montag, 14. April 2025

Fenchel-Estragon-Suppe mit Chorizo

Fenchel gibt es bei uns regelmäßig, meistens als Salat mit Orange oder Salzzitrone. Irgendwie hatten wir Lust darauf, Fenchel mal anders zu essen. Im Lauf der Jahre habe ich mir angewöhnt, Rezepte nach der Hauptzutat abzulegen und kann also gezielt suchen. Mir stach diese Suppe ins Auge, weil ich neugierig war, wie der Estragon und die Chorizo mit dem Fenchel harmonieren. Und ich muss sagen, das Ergebnis war ungewöhnlich, hat uns aber sehr gut geschmeckt.

Die Vorbereitungsarbeit besteht hauptsächlich aus dem Schneiden der Zutaten. Danach kommt alles in den Topf und muss weichgekocht werden. Das geht schnell und während der Kochzeit hat man Zeit andere Dinge zu tun. Ich räume dann meistens die Spülmaschine aus oder ein.

Die Menge für 4 Personen ist reichlich bemessen und wir haben die Suppe auf zweimal gegessen. Sie lässt sich ganz unkompliziert, bei nicht zu großer Hitze, wieder erwärmen. Dazu passt auch sehr gut geröstetes Brot.


für 4 Personen

1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
4 mittlere Fenchelknollen
kleiner Bund Estragon
1 Limette
1-2 kleine Chorizo
Olivenöl
1 Liter Hühnerbrühe
200 gr. Schmand
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Vom Fenchel Strunk und Stiele entfernen und in kleine Würfel schneiden. Das Fenchelgrün abzupfen und beiseite stellen.

Die Blätter vom Estragon abzupfen und einige für die Garnitur beiseite stellen. Die Blätter in schmale Streifen schneiden.

Die Schale der Limette fein abreiben und den Saft auspressen.

Von der Chorizo ein paar Scheiben für die Deko abschneiden. Bei der restlichen Chorizo die Haut abziehen und das Wurstbrät fein hacken.

Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Fenchel darin bei mittlerer Hitze anschwitzen und leicht salzen. Das Gemüse sollte glasig, aber nicht gebräunt sein.

Die gehackte Chorizomasse unterrühren und kurz mitgaren lassen. Danach mit der Hühnerbrühe aufgießen. Alles gut verrühren, die Hitze reduzieren und den Topfdeckel auflegen. Das Gemüse in etwa 30 Minuten weich kochen lassen.

In der Zwischenzeit die Chorizoscheiben in einer beschichteten Pfanne knusprig braten und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Vorsichtig die Haut abziehen, ohne die Scheiben zu beschädigen.

Wenn das Gemüse weich ist, Estragonstreifen, Limettenschale und -saft unterrühren und alles in einen Standmixer geben. Die Suppe sehr fein pürieren. Wenn es nicht fein genug ist, durch ein Sieb streichen. Den Schmand einrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe in Suppentassen füllen und mit Chorizoscheiben, Estragonblättern und Fenchelgrün dekorieren. Sofort servieren.


Eine Inspiration aus:


















Freitag, 25. Oktober 2024

Sardinen in Essig mit gebratener Zuccini und gefüllter Zucchiniblüte

Die Rezeptauswahl bei "Schweinebraten, Hummus und Pad Thai" ist so vielfältig, wie der Titel verspricht. Luise Kinseher, Franz Kotteder und Karl Ederer stellen Münchner Restaurants und ihre Rezepte aus aller Welt vor.

Da ich eine Schwäche für Sardellen habe, wollte ich sehr gerne das Rezept aus dem legendären spanischen Restaurant in München, Centro Espanol, ausprobieren. Leider habe ich keine passenden Sardellen bekommen und entschied mich spontan für Sardinen, die ich genauso gerne esse.

Das Rezept ist ein Basisrezept für den Fisch und lässt viel Freiraum für Beilagen. Das hat perfekt gepasst, da die erste Zucchini im Garten reif war und dort auch immer Zucchiniblüten zu finden sind. Genauso ist es mit dem Tomaten, jeden Tag werden mehr reif und ich freue mich, sie überall einsetzen zu können.

Mehr zum Buch gibt es in meiner Rezension zu lesen: Link



Sardinen in Essig:
12 Sardinen
Meersalz
Pfeffer
Weißweinessig
4 Knoblauchzehen
1 kleiner Bund Petersilie
2 Zitronen
Olivenöl

Die Sardinen ausnehmen und putzen, den Kopf und die Schwanzflosse abschneiden, die Mittelgräte und Innereien herausziehen. Die Fischfilets in eine kleine Schale legen, salzen und pfeffern und mit dem Essig bedecken. Für ca. 4 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden, die Petersilienblätter in feine Streifen schneiden. Die Fischfilets aus der Marinade nehmen, etwas abtropfen lassen und in eine kleine Schale schichten. Jedes Filet mit Knoblauch und Petersilie bestreuen.

Den Saft der Zitronen auspressen und über die Fischfilets gießen. Dann Olivenöl darübergießen, bis alles bedeckt ist. Kalt stellen und für 2 Stunden ziehen lassen.


gebratene Zucchini:
1 kleine Zucchini
halbe Knoblauchzehe
Olivenöl
Meersalz

Die Zucchini längs halbieren und in dünne Streifen schneiden. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin anschwitzen. Die Zucchinistreifen gut braten und dabei leicht salzen.

gefüllte Zucchiniblüte:
Zucchiniblüten
Ricotta
eingelegte Salzzitrone und Saft
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Ricotta (Menge kann man abschätzen, je nach dem wieviel Zucchiniblüten man füllen möchte - ungefähr 2 gehäufte TL pro Blüte rechnen) mit kleingewürfelten Salzzitronen, Saft der Salzzitronen, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken.

Bei den Zucchiniblüten den Stiel und den Blütenstempel entfernen und mit der Füllung füllen. Die Enden zusammendrehen, damit die Füllung gehalten wird. Die Blüten in eine Auflaufform legen und mit Olivenöl beträufeln.

Im vorgeheizten Backofen bei 120 Grad Ober-/Unterhitze für ca. 15 Minuten backen.

Anrichten:
einige kleine Tomaten, geviertelt

Die Sardinen mit den gebratenen Zucchini auf Tellern verteilen. Mit Tomatenvierteln und gefüllter Zucchiniblüte dekorieren.


Eine Inspiration aus:

Donnerstag, 5. September 2024

Zitrusfruchtsalat mit gebratener Chorizo

Beim Durchblättern des Kochbuchs "Die spanische Landküche" von José Pizarro stach mir sofort dieses Rezept ins Auge. Zitrusfrüchte, Chorizo und Ei, das konnte ich mir geschmacklich nicht vorstellen und wollte es unbedingt ausprobieren. Bei uns gibt es öfters mal Gerichte mit Ei zum Mittagessen und der Arbeitsaufwand für dieses Rezept ist auch nicht zu hoch. Also, ein ideales Gericht für uns und es hat uns auch sehr gut gefallen. Die Kombination aus dem cremigen Ei, der knusprigen, würzigen Wurst und den erfrischenden Zitrusfrüchten ist sehr gelungen. Das passt auch sehr gut in den Sommer und wird es künftig öfters geben.

Weitere spannende Rezepte aus diesem Buch und meine Rezension sind hier zu finden:
Link zur Rezension.



für 2 Personen

3 Orangen
1 Zitrone
Olivenöl
100 gr. Chorizo
4 Knoblauchzehen
2 Eier
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Kresse

Orangen und Zitrone filetieren. Die Chorizo häuten und in kleine Würfel schneiden. Die Knoblauchzehen in feine Scheiben schneiden.

Die Zitrusfruchtfilets auf Tellern anrichten. Etwas Olivenöl in einer kleinen, beschichteten, Pfanne erhitzen und die Chorizowürfel bei mittlerer Hitze knusprig braten. Die Würfel vorsichtig, mit möglichst wenig Öl, herausnehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen. Die Knoblauchscheiben in dem Fett glasig dünsten und dabei leicht salzen. Die Mischung in eine Schüssel abgeben.

Erneut etwas Olivenöl in die Pfanne geben und auf hoher Stufe erhitzen. Die beiden Eier in die Pfanne geben und 2 Minuten braten, bis die Ränder braun werden, aber das Eigebl noch nicht gestockt ist. Etwas heißes Öl über das Eigelb geben, damit es leicht stockt. Die Eier herausheben und auf die Zitrusfrüchte setzen. 

Die Spiegeleier mit dem Knoblauchöl beträufeln und der Chorizo bestreuen. Alles mit Kresse dekorieren und Salz und Pfeffer würzen. Dazu passt sehr gut ein geröstetes Sauerteigbrot.




Mittwoch, 4. September 2024

Geschmorte Kalmare mit Fenchel-Zwiebel

Calamaretti gibt es bei uns ab und zu, Kalmare leider nie. Das liegt wohl daran, dass mir dazu nur die gebackene Version einfällt und die nicht glutenfrei ist. Deshalb stach mir dieses Rezept, wo der Kalmar geschmort wird sofort ins Auge. Es ist ein traditionelles spanisches Rezept aus dem Kochbuch "Die spanische Landküche" von José Pizarro und macht etwas Schneidearbeit. Auch der Kalmar muss geputzt werden. Technisch geht das genauso, wie Calamaretti, ist aber etwas aufwändiger, wegen der Größe. Die ganze Arbeit lohnt sich aber sehr, weil man eine wunderbar herzhafte Suppe bekommt. Man kann sie einen Tag vorher vorbereiten, dann erwärmen und den letzten Schritt, bei dem die Kalmare dazukommen, erst beim Aufwärmen machen.

Weitere spannende Rezepte aus diesem Buch und meine Rezension sind hier zu finden:
Link zur Rezension.



für 4 Personen

75 ml Olivenöl
2 große Gemüsezwiebeln
1 Fenchel
6 Zweige Thymian
2 Kalamare
600 ml Gemüsebrühe 
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Kräutersauce:
1 Bund Petersilie
Fenchelgrün
1 Zitrone
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Zwiebeln schälen, halbieren und in feine Streifen schneiden. Den Fenchel längs vierteln, das Fenchelgrün für die Sauce aufheben, den Strunk entfernen und den Fenchel in feine Streifen schneiden. Die Thymianblätter von den Stielen streifen. Die Kalamare putzen, dabei die Tentakel unterhalb der Augen abschneiden, das Kauwerkzeug entfernen. Danach die Innereien und das Rückgrat entfernen. Zum Schluss die Haut abschaben und den Kalamar in Ringe schneiden.

Das Olivenöl erhitzen und Zwiebel- und Fenchelstreifen darin anschwitzen, leicht salzen. Rund 10 Minuten anbraten, zwischendurch immer wieder umrühren. Dann den Thymian dazugeben und kurz anschwitzen, mit der Brühe ablöschen und aufkochen lassen. Die Kalamare dazugeben, aber nicht rühren, damit sie obenauf liegen. Den Topf mit dem Deckel schließen und die Hitze reduzieren. Bei kleiner Hitze etwa 40 Minuten sanft schmoren lassen. Die Zwiebeln und der Kalamar sollten weich sein.

Mit einer Schaumkelle die Kalamare aus dem Topf heben und auf einem Teller beiseite stellen. Bei mittlerer Temperatur die Zwiebeln und den Fenchel für ca. 10 Minuten weiter schmoren lassen, bis alles schön klebrig ist.

In der Zwischenzeit die Petersilienblätter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden. Das Fenchelgrün ebenfalls abzupfen und fein schneiden. Die Schale der Zitrone fein abreiben. Alles in ein hohes Becherglas geben und mit etwas Zitronensaft und Olivenöl fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Abschluss die Kalamare wieder in den Topf geben und gut untermengen. Alles für ca. 4 Minuten aufwärmen. Das Gericht in tiefe Suppenteller geben und mit dem Dressing beträufeln. Sofort servieren.




Dienstag, 3. September 2024

Limabohnensalat mit Tomaten, Roter Bete und Granatapfelkernen

Dieser Salat aus dem Kochbuch "Die spanische Landküche" von José Pizarro hat mich sofort angesprochen, da die Zutaten ungewöhnlich sind. Die Basis des wirklich sattmachenden Salates sind Rote Bete, weiße Bohnen, Tomaten und Granatapfel. Getoppt wird das Ganze noch mit Rucola und Käse, die weitere Würze für den Salat sind.

Gefreut hat mich auch, dass die Rote Bete genauso gegart wird, wie ich es bevorzuge, nämlich im Ofen. Der Salat hat uns rundum sehr gut geschmeckt und die Reste waren am nächsten Tag auch noch fein und es gab damit ein sehr schnelles Abendessen.

Die Menge ist wirklich reichlich und man kann sich auch überlegen, die Zutaten zu halbieren und die zweite Hälfte der Granatapfelkerne anderweitig zu verwenden. 

Weitere spannende Rezepte aus diesem Buch und meine Rezension sind hier zu finden:
Link zur Rezension.



eine große Portion, für mindestens 6 Personen

Salat:
2 Rote Bete
Olivenöl
Meersalz, Zucker, Kümmel
400 gr. kleine weiße Bohnen aus der Dose
700 gr. Tomaten
1 Granatapfel

Dressing:
4 - 6 Zweige Thymian
3 EL Weißweinessig
2 EL Granatapfelsirup
5 EL Olivenöl
Meersalz
Pfeffer

Anrichten:
Käse
Rucola
geröstete Weißbrotscheiben

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Salz, Zucker und Kümmel mit dem Olivenöl verrühren und die Beten damit rundum einstreichen. Jede Knolle in ein Blatt Alufolie wickeln und in eine Auflaufform setzen. Die Beten für rund 1 Stunde bei 200 Grad garen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, schälen und in Würfel schneiden.

In der Zwischenzeit die Bohnen in ein Sieb gießen und mit kaltem Wasser spülen, abtropfen lassen. Die Tomaten in Würfel schneiden. Die Granatapfelkerne auslösen.

Die Thymianblätter von den Stielen streifen und mit Essig und Granatapfelsirup verrühren. Dann das Olivenöl unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die vorbereiteten Salatzutaten ca. 15 Minuten mit dem Dressing marinieren und vor dem Servieren nochmals abschmecken.

Manchego in Scheiben schneiden, Rucola schneiden und Weißbrot rösten und zum Salat servieren.




Montag, 2. September 2024

Rezension: Spanische Landküche von José Pizarro

In meiner doch sehr umfangreichen Kochbuchsammlung befinden sich zur spanischen Küche einige über Mallorca, die Kanaren oder Tapas. Grundsätzliche Bücher zur spanischen Küche habe ich eher wenige und weiß auch nicht so viel darüber. Deshalb durfte das Kochbuch "Die spanische Landküche" von José Pizarro sehr gerne bei mir einziehen.


José Pizarro wuchs in der Extremadura auf. Seine Eltern waren Bauern und so lernte er schon früh dem Umgang mit Gemüse, Milchprodukten und Fleisch. Zum Kochberuf kam er eher zufällig. Er machte eine Ausbildung zum Zahntechniker und belegte in dieser Zeit einen Kochkurs. Da er auf die erste Stelle als Zahntechniker warten musste, wurde ihm eine Stelle in einem Grill-Restaurant angeboten. Danach arbeitete er in einigen der besten spanischen Restaurants als Koch und konnte als Küchenchef im Restaurant El Mesón de Doña Filo sogar einen Michelinstern erreichen.

Ende der 90er zog er nach London und arbeitete in renommierten spanischen Restaurants. 2011 eröffnete er seine ersten beiden Restaurants in London, die schnell Auszeichnungen erhielten. Er wurde schnell erfolgreich und populär mit seinen Restaurants und seinen Kochkünsten. Mittlerweile hat er mehrere Restaurants in London und eines in Abu Dhabi. Er gilt als der Pate der spanischen Küche in Großbritannien und ist regelmäßig Gast in Fernsehsendungen.

Mit seinem aktuellen Kochbuch "Die spanische Landküche" nimmt er die Leser mit zu seinen Wurzeln und stellt die traditionellen Gerichte vor, die seine Familie seit Generationen auf dem Bauernhof kocht. Ergänzt werden diese um moderne Kreationen aus seiner Hand.

Gewidmet hat er das Buch seiner Mutter Isabel, die wir im Einführungskapitel auch auf vielen Familienfotos und den Erinnerungen von José kennenlernen dürfen. So bekommt man Lust darauf, in dem Buch zu lesen und zu stöbern. Dazu trägt auch die das mittelgroße Format bei, dass man es gerne und gut zur Hand nehmen kann.

Die über 70 Rezepte sind gegliedert in Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch und Süsses. Im Anhang werden noch Menüvorschläge gemacht und es gibt ein alphabetisches Zutatenregister mit Verweis auf die passenden Rezepte. Bis auf wenige Ausnahmen hat jedes Rezept das zugehörige Rezeptbild auf der Seite gegenüber. Es gibt Angaben zur Portionsgröße, Zubereitungsdauer, eine Zutatenliste und eine Rezeptbeschreibung. Die Beschreibungen sind gut nachvollziehbar und es werden auch kleine Details ausführlich erwähnt. Das macht das Nachkochen sehr einfach.

Mir haben sehr viele Gerichte auf Anhieb gut gefallen. Ich habe mich dann für drei entschieden, die völlig neu für mich waren und ich auch noch nichts ähnliches gegessen habe. Alle drei Rezepte waren gut umsetzbar und die Gerichte haben uns sehr gut geschmeckt. Die Zutaten konnte ich problemlos besorgen, wobei ich einen sehr gut sortierten Fischhändler habe.


Limabohnensalat mit Tomaten, Roter Bete und Granatapfelkernen
Geschmorte Kalmare mit Fenchel-Zwiebeln
Zitrusfruchtsalat mit gebratener Chorizo

Fazit:
"Die spanische Landküche" von José Pizarro ist ein Kochbuch, das Spaß macht, weil darin Rezepte zu finden sind, die es nicht "an jeder Ecke" gibt. Die Beschreibung der Rezepte ist genau und umfassend. Sie können also auch von Hobbyköchen mit weniger Erfahrung umgesetzt werden. Die Zutaten sind in einem gut sortierten Supermarkt zu bekommen. Bei den Rezepten mit Fisch und Meeresfrüchten kann der Gang zum Fischhändler notwendig werden. Interessant ist das Buch, wenn man mehr über die bodenständige spanische Küche erfahren oder einfach neue Gerichte ausprobieren möchte.




Mittwoch, 29. November 2023

#lunchtapas - Mangold mit Rosinen und Pinienkernen

Als ich gesehen habe, dass die sehr geschätzte Zorra vom Blog Kochtopf ein Blog-Event mit dem Thema "So schmeckt Spanien" veranstaltet, schossen mir sofort zwei Gedanken durch den Kopf. Ich möchte ein Gericht machen, dass nicht an jeder Ecke zu finden ist und ich möchte im Kochbuch "Rezepte aus einem spanischen Dorf" danach suchen.

Die aktuelle Entwicklung bei Kochbüchern lässt mich im Moment etwas ratlos zurück. Ich habe den Eindruck, dass es alles schon gibt und es wird einfach nochmal "auf links gedreht" oder veganisiert. In der großen Summe ist es langweilig und so richtig interessant sind für mich nur noch Autoren-Kochbücher von renommierten Köchen und wenig Spezialthemen. Meine Liebe zu Kochbüchern hat immer sehr der Länderküche gegolten und ich möchte wieder mehr aus den "alten Schätzchen" kochen.

"Rezepte aus einem spanischen Dorf" ist genau so ein altes Schätzchen, das heute gar keine Chance mehr auf dem Kochbuch-Markt hätte. Es gibt kaum Rezeptfotos, dafür gibt es eine Unmenge von interessanten Rezepten, die mir deutlich authentischer erscheinen, als so manche Neuerscheinung. Es war auch ein kurioser Zufall, dass mir genau dieses Rezept in einem anderen Kochbuch begegnet ist, das viele Jahre später erschienen ist.

Bei Spanien denke ich automatisch an Tomaten und anderes Sommergemüse. Deshalb fand ich es sehr reizvoll ein spanisches Rezept mit saisonalem Gemüse, wie dem Mangold, auszuprobieren. Sobald man das Gemüse geschnitten hat, lässt es sich ziemlich flott zubereiten und ist für ein schnelles Mittagessen ideal. Geschmeckt hat es uns ausgezeichnet, besonders die Rosinen bringen eine interessante Note in das Gemüse und ein belegtes, knuspriges Baguette schmeckt eigentlich immer.




für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 Personen als Vorspeise oder 8 Personen als Amuse

6 große Stiele bunter Mangold (ca. 300 gr.)
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
Meersalz
Zucker
3 EL Rosinen
4 EL Pinienkerne
Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
8 Scheiben Baguette, schräg geschnitten, damit sie etwas größer werden

Die Mangoldblätter von den Stielen schneiden. Die Stiele in vier ungefähr gleich große Teile schneiden und längs halbieren, dann in kleine Würfel schneiden. Die Würfel mit Salz und etwas Zucker marinieren und kurz stehen lassen, damit sie Wasser ziehen.

Die Mangoldblätter längs vierteln (bei schmalen Blättern reicht es, sie zu halbieren) und in feine Streifen schneiden. Ebenfalls mit Salz und Zucker marinieren.

Die Schalotte und die Knoblauchzehe schälen und fein würfeln.

Die Rosinen in kochend heißem Wasser einweichen und danach in einem Sieb abtropfen lassen.

Die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne hellbraun rösten.

Etwa 2 EL Olivenöl in einem weiten Topf erhitzen und die Schalotten- und Knoblauchwürfel darin anschwitzen, leicht salzen. Die Mangoldwürfel mit dem gezogenen Wasser dazugeben und bei mittlerer Temperatur und geschlossenem Deckel bissfest garen. Anschließend die Mangoldblätter dazugeben und zusammenfallen lassen (wie bei Spinat). Zum Schluss kommen noch die abgetropften Rosinen und die Pinienkerne dazu, alles gut durchrühren.

Während der Mangold gart, in einer Pfanne Olivenöl erhitzen und die Baguettescheiben von beiden Seiten darin knusprig braten.

Die Brotscheiben mit dem Gemüse belegen und sofort servieren. Das Gemüse schmeckt heiß, lauwarm und kalt.



Eine Inspiration aus:
















Mein Beitrag zu Zorras Blog-Event "So schmeckt Spanien"

Blog-Event CCIII - So schmeckt Spanien (Einsendeschluss 15. Januar 2024)

Montag, 11. Mai 2020

Tapasauswahl aus Simply Tapas von der Bodega Dali, München

Statt einer großen Portion von einem Gericht, esse ich viel lieber kleine Portionen von verschiedenen Gerichten. Da kommen mir Tapas natürlich entgegen. Genau das ist die Idee, in Spanien in eine Tapas-Bar zu gehen und sich eine Vielzahl kleiner Köstlichkeiten zu bestellen und bei einem Glas Wein zu genießen. So habe ich mich mit viel Freude an die Zubereitung von unterschiedlichen Gerichten gemacht, die schnell von der Hand gehen. Genau das ist die Idee des Kochbuchs "Simply Tapas", der drei Wirte des Münchner Restaurants Bodega Dali. Die Rezepte sind einfach, mit wenig Zutaten und lassen sich schnell zubereiten.

Meine Rezension ist hier nachzulesen.





Thunfisch in Kombination mit Avocado ist immer ein großer Genuss. Durch den Zitronensaft wird der Fisch "kalt gegart". Trotzdem sollte man beste Qualität, also Sashimi-Qualität kaufen um auf der sicheren Seite zu sein. Für den notwendigen Crunch sorgen die Tortillachips und so hat man sehr schnell eine edle Vorspeise gezaubert.

Tatar de atún - Thunfischtatar auf Avocado
für 2 Personen

150 gr. Thunfischfilet
1 Zitrone
Meersalz
1 EL Sesamöl
2 EL weißer Sesam
1 EL grüner Tabasco
1 Avocado
Tortillachips

Das Thunfischfilet in kleine Würfel schneiden. Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen. Die Thunfischwürfel mit dem Sesamöl marinieren. Dann mit Zitronenschale, der Hälfte des Zitronensaft, Salz, Tabasco und Sesam abschmecken.

Die Avocado schälen und in kleine Würfel schneiden. Sofort mit der zweiten Hälfte des Zitronensaft marinieren, damit sie nicht braun wird.

Mit Hilfe von zwei Anrichtringen, zuerst die Avocadowürfel einfüllen und andrücken. Dann das Thunfischtatar darauf geben und ebenfalls andrücken. Die Ringe vorsichtig abziehen und mit den Tortillachips garnieren. Sofort servieren.



Eine Tortilla de patatas gehört für mich zu den großen Klassikern der spanischen Küche. Eigentlich ist sie ein typisches "Arme-Leute-Essen", aber sie schmeckt immer sehr gut. Ich mag sie kalt sogar noch lieber. Mit einem kleinen Salat zusammen ist sie für mich ein perfektes Mittagessen.

Tortilla de patatas - Kartoffel-Omelett
für 2 Personen

4 mittelgroße Kartoffeln
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 Eier
Meersalz
2 Stiele Petersilie
Olivenöl

Die Kartoffeln schälen und über Salzwasser ca. 20 Minuten dämpfen. Sie müssen nicht ganz gar sein, das sie im Ofen nachziehen. Die Kartoffeln etwas abkühlen lassen.

Den Backofen auf 250 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Blätter der Petersilie abzupfen und in feine Streifen schneiden. Alles mit den Eiern, Salz und Pfeffer mischen. Die Kartoffeln in mittelgroße Würfel schneiden und unter die Eimasse mischen.

Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, die Masse hineingeben und etwas anbraten. Dann die Pfanne in den Ofen stellen und das Omelett etwa 15 Minuten stocken lassen. Vor dem Servieren, in Stücke schneiden und mit der Petersilie bestreuen.



Das Putzen der kleinen Calamaretti macht immer etwas Arbeit, aber ich mache die gerne, weil ich sie so gerne frisch esse.

Chipirones a la plancha - Calamari vom Grill
für 2 Personen

350 gr. Calamaretti
1 Knoblauchzehe
1 Zitrone
Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Calamaretti putzen, die Tentakel abschneiden und die Tuben in Streifen schneiden. Den Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Zitrone halbieren, eine der beiden Hälften in Spalten schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Calamaretti darin gut anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Zum Ende der Bratzeit den Knoblauch zugeben und die halbe Zitrone auspressen. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Zitronenspalten servieren.

Dazu passt auch etwas gehackte Petersilie, die man noch in die Pfanne gibt und die ich vergessen habe.


Diese flambierte Chorizo habe ich vor rund 10 Jahren zum ersten Mal bei einem portugiesischen Koch-Event kennen und lieben gelernt. Sie ist mir immer im Gedächtnis geblieben, aber leider habe ich sie seit dem nie wieder gegessen. Es war also höchste Zeit und sie hat mir immer noch sehr gut geschmeckt. Ganz besonders mag ich ja diese kleine, böse Schärfe.

Chorizo al diablo - flambierte Paprikawurst
für 2 Personen

2 kleine frische Chorizo
1 rote Peperoni
2 cl Brandy (mind. 40 % sonst brennt er nicht)

Die Wurst in 2 cm breite Scheiben schneiden. Die Peperoni schräg in Scheiben schneiden und die meisten Kerne entfernen.

Chorizo und Peperoni in einer beschichteten Pfanne erhitzen und so lange anbraten, bis die Wurst schön gebräunt gebraten und das Fett ausgetreten ist. Den Pfanneninhalt in eine Schüssel geben, mit dem Brandy übergießen und anzünden. Sofort servieren.

Samstag, 9. Mai 2020

Rezension: Simply Tapas aus der Bodega Dali in München

Mich freut es immer, wenn ein Münchner Restaurant ein Kochbuch mit seinen Rezepten veröffentlicht. So ging es mir auch, als ich das "superschnelle Tapas-Kochbuch "Simply Tapas" entdeckt habe. Die Autoren Frédéric Schulz, Stephan Wagner und Jose Francisco Rodriguez betreiben in Schwabing die Bodega Dali, bzw. kochen in der Bodeguita Bar. Eigentlich war der Plan, nachdem ich Rezepte ausprobiert habe, dort zum Essen hinzugehen. Ob und wann ich das realisieren kann steht jetzt in den Sternen. Ich drücke fest die Daumen, dass die Bodega Dali die schwere Zeit übersteht und wieder aufsperren kann.



Stephan Wagner und Frédéric Schulz hatten immer den Traum, eine Tapas-Bar zu eröffnen. Diesen verwirklichten sie in München-Schwabing mit der Bodega Dali. Getreu dem Motto, dass man für gute Tapas erst einmal gut einkaufen muss, fahren sie regelmäßig nach Spanien, um Wein, Schinken, Käse mitzubringen. Erst vor ein paar Monaten eröffneten sie zusätzlich die Bodeguita Bar und konnten dafür Jose Francisco Rodriguez als Koch gewinnen. Der gebürtige Venezolaner kochte in Miami und Spanien bereits in der Spitzen-Gastronomie und war auch bei Bobby Bräuer im EssZimmer tätig.

Das Buch kostet kleine 16,95 Euro und ist trotzdem hochwertig gemacht. Das Format ist kleiner, als das was der DK-Verlag sonst macht. Ich finde das angenehm, da es gut in der Hand liegt und man es gerne durchblättert. Grundsätzlich geht es um Tapas-Rezepte, deren wenige Zutaten gut im Supermarkt zu bekommen sind und die Zubereitung nur 20 Minuten dauert. Und das ist gelungen.

Zum Auftakt stellen sich die Autoren und ihre Restaurants vor. Die folgende Spanienkarte, die die typischen Tapas der unterschiedlichen Regionen vorstellt, hat mir gut gefallen, da sie eine gute Orientierung gibt. Danach wird auf die wichtigsten Produkte verwiesen, die für sich alleine bereits Tapas sind.

Rezepte gibt es in den unterschiedlichen Kapiteln Grundrezepte, Pintxos (das sind Spieße), Suppen, Fleisch, Fisch, Gemüse, Getränke und Desserts. Die Rezepte sind einfach mit kurzer Zutatenliste und kurzer Zubereitungsanweisung. Dazu gibt es ein Foto des fertigen Gerichts. Die Portionsgröße ist für 2 Personen ausgelegt und lässt sich einfach verdoppeln oder man macht einfach mehrere kleine Tapas. Zum besseren Auffinden der Rezepte gibt es am Ende des Buchs noch ein alphabetisches Register mit den Rezepttiteln und wichtigen Zutaten.

Für den Praxistest habe ich vier unterschiedliche Rezepte ausprobiert und das ergab ein schönes und abwechslungsreiches Mittagessen. Alle vier waren schnell und einfach zu kochen. Besonders begeistert waren wir von der Kartoffel-Tortilla. Da war die Portion so reichhaltig, dass wir sie am nächsten Tag kalt gegessen haben. Mir hat sie da fast noch besser geschmeckt.



Tatar de atún - Thunfischtatar auf Avocado
Tortilla de patatas - Kartoffel-Omelett
Chipirones a la plancha - Calamari vom Grill
Chorizo al diablo - flambierte Paprikawurst


















Fazit:
"Simply Tapas" von Frédéric Schulz, Stephan Wagner und Jose Francisco Rodriguez ist eine schöne Sammlung einfacher und schneller Tapas. Die Zutaten sind im gut sortierten Supermarkt erhältlich und die Zubereitung geht schnell. Es ist auch für wenig geübte Hobbyköche geeignet, da die Rezepte gut erklärt sind.





















Mittwoch, 15. April 2020

Mediterran gewürzter Lammeintopf aus Mallorca von Marc Fosh

Als ich dieses Gericht im Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh entdeckt hatte, hatte ich den Geschmack gedanklich schon auf der Zunge. Die Kombination aus Lammfleisch, Tomaten, Safran, Aprikosen und Salzzitrone konnte nur großartig sein. Genauso war es auch.

Die Zubereitung ist denkbar einfach. Die Zutaten werden in der Vorbereitung geschnitten und dann Stück für Stück in den Topf gegeben. Die Vorgehensweise entspricht dem von jedem klassischen Schmorgericht. Die gesamte Zeit dauert, aber die eigentliche Arbeitszeit ist kurz. Wenn man seinen Herd gut kennt und die Temperatur einschätzen kann, dann kann man dieses Gericht auch über eine sehr lange Zeit sich selbst überlassen.

Ich habe das zu einer Zeit gekocht, als ich mir gut überlegt habe, wie oft ich einkaufen gehe, um keine Ansteckung mit dem Corona-Virus zu risikieren. Wir haben es mit Reis gegessen, um es "zu strecken". Die größte Menge davon habe ich eingefroren, um noch für längere Zeit gutes Essen im Vorrat zu haben. Dafür ist es ideal und wir freuen uns heute schon auf das Auftauen.

Die Rezension zum Kochbuch ist hier nachzulesen.



für 4 - 6 Personen als Hauptgericht

1 kg Lammschulter ohne Knochen
1 TL Zimt, gemahlen
1 TL Cumin, gemahlen
1 TL Paprika edelsüß
1 TL Cayennepfeffer
Olivenöl
2 Zwiebeln
2 Karotten
4 Knoblauchzehen
1 TL Safran
750 ml Hühnerbrühe
600 gr. gehackte Dosentomaten
120 gr. getrocknete Aprikosen
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
1 Spalte Salzzitrone
1 Bund Koriander

Die Lammschulter in grobe Würfel schneiden. Zimt, Cumin, Paprika und Cayennepfeffer mischen und zum Fleisch geben. Mit den Händen gut durchmischen und über Nacht im Kühlschrank kaltstellen.

Am nächsten Tag das Fleisch rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit es Zimmertemperatur bekommen. Die Zwiebeln und den Knoblauch schälen und in feine Würfel schneiden. Die Karotten ebenfalls schälen und fein würfeln. Reichlich Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und das Lammfleisch darin gut anbraten. Es sollte rundum gebräunt sein. Dann Zwiebeln, Knoblauch und Karotten dazugeben und ebenfalls anschwitzen. Die Aprikosen in feine Würfel schneiden und gemeinsam mit Safran, Brühe und Tomaten dazugeben. Alles einmal durchrühren und einmal aufkochen lassen. Die Hitze zurückschalten und mit Salz und Pfeffer würzen. Den Eintopf bei geschlossenem Topfdeckel für 1,5 Stunden bei sanfter Hitze schmoren lassen.

In der Zwischenzeit die Salzzitrone fein würfeln und den Koriander (mit den Stielen) in grobe Streifen schneiden. Beides am Ende der Garzeit in den Eintopf geben und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der Eintopf schmeckt alleine bereits sehr gut. Er kann aber auch "gestreckt" werden, wenn man eine Beilage, wie Reis, Kartoffeln, Nudeln oder Polenta dazu serviert. Auch Brot passt sehr gut dazu. Er eignet sich auch sehr gut zum Einfrieren.



Samstag, 11. April 2020

Marinierter Wolfsbarsch mit Salat aus gerösteten Paprikaschoten und eingelegten Zitronen aus Mallorca von Marc Fosh

Dieses sehr frische Sommer-Gericht aus dem Kochbuch  "Mallorca" von Marc Fosh hat mich sofort angesprochen. Es hat meine Erwartung auch absolut erfüllt. Das was marinierter Wolfsbarsch genannt wird, ist eher ein gebeizter Fisch und die Beize ist so perfekt, dass ich mir sie als Basis-Rezept merken werde. Dabei ist sie in der Zusammenstellung der Zutaten eher schlicht. Aber, das ist meistens so, wenn etwas genau auf den Punkt schmeckt. Die Beize tut dem Wolfsbarschfilet auch insofern gut, dass es durch das Salz Flüssigkeit abgibt und das Fleisch fester und kompakter wird.

Wenn man Paprikaschoten im Ofen gart, um danach die Haut abzuziehen, hat man sie als Nebeneffekt auch gegart. Der Geschmack wird intensiviert und in der Kombination mit den Kapern und Salzzitronen wird das noch verstärkt.

Meine Rezension zum Kochbuch ist hier nachzulesen.




für 4 Personen als Vorspeise

Wolfsbarsch:
400 gr. Wolfsbarschfilet ohne Haut
20 gr. Meersalz
20 gr. Zucker
1 Bio-Zitrone
4 Pfefferkörner

Das Fischfilet auf Gräten kontrollieren und ggf. entfernen. Die Pfefferkörner im Mörser zerstoßen, die Schale der Zitrone fein abreiben und beides mit Salz und Zucker mischen. Den Wolfsbarsch auf eine Arbeitsplatte legen und auf beiden Seiten mit der vorbereiteten Beize einreiben. Anschließend in eine flache Schale geben, diese abdecken und für 3 Stunden in den Kühlschrank geben.

Danach den Fisch herausnehmen, mit kaltem Wasser abbrausen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Vor dem Servieren in dünne Scheiben schneiden.


Salat:
4 rote Paprikaschoten (oder 2 rote und 2 gelbe)
2 EL Arganöl
1 Schnitz Salzzitrone
2 EL Kapern
1/2 Bund Koriander
1 TL schwarzer Sesam
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Paprikaschoten in Segmente schneiden und die Kerne entfernen. Mit der Schale nach oben auf ein Backblech geben und in den Ofen schieben. Dort für 15 - 20 Minuten braten, evtl. noch den Grill zuschalten. Die Haut sollte sich vom Fleisch lösen und darf auch anfangen schwarz zu werden. Dann das Blech herausnehmen und ein Küchenhandtuch mit kaltem Wasser nass machen. Tropfnass auf die heißen Paprikaschoten legen und komplett auskühlen lassen.

Die Paprikaschoten häuten und in breite Streifen schneiden. Die Kapern abtropfen lassen (falls sie in Salz eingelegt waren, das Salz abwaschen und abtropfen lassen). Den Koriander mit den zarten Stielen in feine Streifen schneiden. Die Salzzitrone in feine Würfel schneiden. Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Arganöl vermengen. Mit Salz (vorsichtig, da Zitrone und Kapern bereits sehr salzig sind) und Pfeffer abschmecken.


Anrichten:
Basilikumblätter
Korianderblätter
Olivenöl

Den Salat auf Tellern verteilen, den Wolfsbarsch darauf anrichten und mit Olivenöl beträufeln. Mit den Kräutern bestreuen.





Donnerstag, 9. April 2020

Rezension: Mallorca von Marc Fosh

Mallorca ist die Lieblingsinsel der Deutschen. Trotzdem war ich noch nie dort und es hat mich auch nie dort hingezogen. Anders war es mit dem Kochbuch "Mallorca" von Marc Fosh. Für das habe ich mich sofort interessiert, da ich die mediterrane Sommerküche sehr liebe und gespannt darauf war, wie ein Spitzenkoch typische mallorquinische Rezepte interpretiert.



Bereits 1981 arbeitete Marc Fosh in London in zwei Restaurants, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet waren und er setzte sich das Ziel diese Auszeichnung ebenfalls zu erkochen. In den 90ern zog es ihn nach Spanien, um sich mit der Küche der Avantgarde auseinander zu setzen. Von San Sebastian aus, wo er mit Martin Berasategui in der Bodegon Alejandro arbeitete, war es nur noch ein kurzer Weg nach Mallorca.

In einem Landhotel in Santa Maria konnte er seine Vorstellung einer Küche mit frischen, hochwertigen Zutaten, modern interpretiert, umsetzen und erhielt dafür 2002 den ersten Michelin-Stern. Sieben Jahre später machte er sich mit dem Restaurant Simply Fosh in Palma selbständig. Auch hier wurde er mit einem Stern ausgezeichnet. Somit ist Marc Fosh der einzige englische Koch, der je in Spanien einen Stern erreichen konnte.

Im Fokus des großformatigen Buchs stehen 18 typische mediterrane Zutaten, wie verschiedene Meeresfrüchte, Olivenöl, Zitronen, aber auch Schokolade, Mandeln oder Pfirsiche. Die hat der Autor für die 100 Rezepte verwendet. Das führt zu einer ungewöhnlichen Sortierung, da sich innerhalb eines Kapitels herzhafte Gerichte und Desserts entdecken lassen.

Zu jeder Zutat, der ein Kapitel gewidmet ist, gibt es ein kleines Vorwort, in dem Marc Fosh seine Gedanken dazu erläutert. Da auch Olivenöl, Safran, Reis oder Zitronen die Klammer für die Rezepte bilden, können in einem Kapitel vegetarische Gerichte genauso wie Gerichte mit Fisch oder Fleisch zu finden sein. Anfangs war da für mich schwierig, mich bei der Auswahl zurecht zu finden. Dann fand ich es inspirierend, einfach zu blättern und mich überraschen zu lassen. Nicht jedes Rezept hat ein Rezeptfoto. Manchmal sind stattdessen sehr stimmungsvolle Aufnahmen der Landschaft zu finden. Dafür sind die Rezepte sehr gut strukturiert. Auf einen Blick sind Angaben zur Personenanzahl, Zutatenliste und Beschreibung zu sehen. Der Rezepttext ist gut verständlich und nachvollziehbar. Ergänzt werden die Rezepte durch ein sehr ausführliches, alphabetisches Zutaten- und Rezeptregister.

Für diese Rezension habe ich mitten in der Corona-Krise gekocht. Damals galt für mich die Devise so wenig, wie möglich einkaufen zu gehen und nur einen Laden aufzusuchen. Das konnte ich so planen, da ich ausreichend Grundzutaten daheim hatte und im Frischeparadies einkaufen wollte. Dort konnte ich sicher gehen, die notwendigen frischen Zutaten zu bekommen. Trotzdem habe ich vorsichtshalber einen Einkaufsliste mit vier Gerichten vorbereitet. Und es war tatsächlich so, dass ich eine Zutat nicht bekommen konnte. Damit fiel dieses Gericht leider aus der Auswahl, aber im Hinterkopf behalte ich es noch. In dieser schwierigen Zeit haben wir es sehr genossen, zwei ausgezeichnete Fischgerichte und ein köstliches Fleischgericht zu essen. Besonders der gebeizte Wolfsbarsch mit dem Paprikasalat hat uns so gut gefallen, dass wir das für Gäste kochen möchten, sobald es möglich ist. Den Lammeintopf haben wir bewusst mit einer Beilage gestreckt, damit wir den größten Teil davon einfrieren konnten und so die Einkaufssituation nochmals zu entzerren. Diese drei Gerichte entsprechen genau meiner Vorliebe für Rezepte von Spitzenköchen für das Kochen daheim.


Marinierter Wolfsbarsch mit Salat aus gerösteten Paprikaschoten und eingelegten Zitronen
Gegrillte Meerbrasse mit Blumenkohlpüree und Antibose-Sauce
Mediterran gewürzter Lammeintopf



















Fazit:
 "Mallorca" von Marc Fosh ist ein Kochbuch, das sehr schöne und schmackhafte Rezepte aus der Mediterranen Küche beinhaltet. Darunter sind auch Klassiker aus der spanischen Küche, aber auch viele Rezept-Ideen, die nicht an jeder Ecke zu finden sind. Es ist besonders interessant, für Hobbyköche, die gute Produkte schätzen und es bevorzugen, wenn diese in einem Gericht optimal verwendet werden.




















Link zum Buch