Grausam hat der Wecker um 6.00 Uhr geklingelt. Um 7.30 Uhr sollte ich schon am vereinbarten Treffpunkt sein. Glücklicherweise habe ich das gut geschafft und gleich die Gruppe der Genußliebenden entdeckt. Katharina und ich haben uns gleichzeitig erkannt. Alles gut. Aus einem Taxi sprang der Web- und Sängermeister mit einem großen Karton in der Hand. So eroberten wir unseren Bus. Es war alles top vorbereitet. Außer der arme Busfahrer, der war nicht auf uns vorbereitet. Alle hatten Getränke dabei, dabei hatte er doch gekühlte Getränke an Bord. Als Katharina liebevoll die wunderbaren warmen Topfengolatschen der Bäckerei
Gragger verteilte, geriet seine Welt etwas aus den Fugen. Zumindest wurde die Devise ausgegeben: "Es wird bitte in die Tüte gebröselt!" Die Stimmung an Bus war ausgelassen und heiter. Katha machte uns näher bekannt und schwupps waren wir schon vor dem Laden von
labonca.
Dort trafen wir Franz Wirth, den Koch der beiden Initiatoren. Zusammen mit Norbert Hackl, einem Biobauern, ging er einen sehr konsequenten Weg, um Schweine artgerecht zu halten, in Würde zu schlachten und komplett zu verwerten. Sie sind angetreten, um uns zu zeigen, wie Schweine früher geschmeckt haben. Keine Mangalitza-Schweine sollten es sein, sondern die Sonnenschweine, eine Kreuzung aus Duroc und dem Schwäbisch-Hällischen. Die Tiere leben auf einer großen Weide, angrenzend an ein Naturschutzgebiet. Sie können dort frei laufen, wühlen, sich suhlen, fressen, wenn sie Hunger haben. Die Ferkel werden ebenfalls im Freien geboren und haben genug Platz um zu spielen. Wer einmal fröhlich springende Ferkel sehen will, der muß unbedingt mal einen Besuch machen. Nähere Infos dazu findet Ihr auf der
Homepage von labonca.
Gemeinsam ging es auf die Weide zu den Sonnenschweinen, die uns fröhlich begrüßten. Die hatten ja keine Ahnung, daß keine Vegetarier an Bord waren. Vor Ort erklärte uns Franz Wirth genau das Konzept und die Lebensbedingungen der Tiere. Es ist ein schlüssiges und eigentlich ganz simples Konzept. Artgerechte Haltung, möglichst stressfreie Schlachtung, vollständige Verwertung und gesunder Genuss für die Verbraucher. Labonca verfügt über die gesamte Kompetenz: Landwirt, Metzger, Koch!
Um diesen Gedanken noch konsequenter zu verfolgen ist der Bau eines Weideschlachthauses geplant. Um dies zu unterstützen können Genußscheine bei labonca erworben werden.
Nach diesen Erlebnissen, bin ich noch stärker überzeugt, lieber weniger, dafür nur gutes Fleisch zu essen. In Deutschland ist es kaum möglich die labonca-Produkte zu bekommen, alternativ stehen mir die
Herrmannsdorfer Landwerkstätten zur Verfügung. Eine kleine Chance bleibt mir noch, da die Produkte auch beim
Salzburger Heimatwerk erhältlich sind.
Wir hatten sehr viel Spaß mit den Schweinen auf der Weide und ich muß gestehen, daß sich trotzdem alle auf die bevorstehende Verkostung gefreut haben :-).
Labonca bietet nicht nur das rohe Fleisch der Tiere an, sondern hat eine breite Palette an Wurst, Schinken, Schmalz und Fleischaufstrichen im Programm. So kann jedes Schwein komplett verwertet werden. Auch hier wird sehr auf Qualität und biologischen Anbau der Zutaten geachtet.
Franz Wirth erklärte uns jedes Produkt genau und dann wanderte der Probierteller durch die Reihen. Wie Ihr an den Fotos sehen könnt, saß ich ganz hinten. Alles war unbeschreiblich köstlich, aber auch die letzte Reihe bekam noch eine Kostprobe ab. Jeder Teller ging leer zurück, das fand sogar Franz Wirth bemerkenswert.
Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir noch zwei Informationen von Franz Wirth:
- Schmalz soll nie in Plastik aufbewahrt werden, da sich die Weichmacher lösen
- Koriander kann mit Olivenöl und Salz zu einer Paste verarbeitet und eingefroren werden.
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| Völlig richtiges Verhalten: Katha schnuppert genussvoll |
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| Schmalz mit Hanf |
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| Schmalz mit Grammeln und Koriander |
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| Fleischaufstrich mit Brennessel und Ingwer |
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| gewürztes Rillette mit Brioche |
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| weißer, geräucherter Speck |
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| Käswurst |
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| Schinken |
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| Salametti |
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| Fenchelsalami |
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Luftgetrockneter Edelschopf (Nacken)
Ganz herzlich möchte ich mich noch bei Hubert bedanken, der mir einige besonders schöne Fotos (darunter das von Katha) zur Verfügung gestellt hat.
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