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Samstag, 23. Januar 2016

Kühlungsborn kocht:
Geniesser-Menü in Bülow's Steakhaus

Der November in Kühlungsborn ist ein besonders genussvoller Monat und steht unter dem Motto "Kühlungsborn kocht". Während der Gourmet-Tage veranstalten die teilnehmenden Restaurants besondere Themenabende und lehrreiche Workshops. Über den ganzen Festival-Zeitraum bieten sie das Geniesser-Menü an. Dafür steht den Küchenchefs ein vorgegebener Warenkorb zur Verfügung. Welches Produkt sie für welchen Gang verwenden und wie sie das Menü umsetzen bleibt ihnen überlassen. Im November 2015 lagen im Warenkorb Quitte, Lamm, Geflügel und Ostseefisch.

Während unseres Aufenthalts in Kühlungsborn hatten wir die Gelegenheit das Geniesser-Menü von Küchenchef Jens Hacker in Bülow's Steakhaus zu erleben. In den letzten 20 Jahren hat er sich einen sehr guten Ruf für ausgezeichnete Steaks erworben. Bei seinem Geniesser-Menü zeigt er, dass er auch in der klassischen Küche zu Hause ist.

Bülow's Steakhaus gehört zum Hotel Polar-Stern und liegt direkt an der Ostseeallee. Vor über 20 Jahren verliebte sich Albrecht Kurbjuhn, nach einem Sommerurlaub, in den Ort. Er erwarb die schöne Jugenstilvilla, sanierte sie und eröffnete das Hotel zusammen mit seiner Frau. Im Familienunternehmen sind heute auch noch die beiden Töchter und der Schwiegersohn tätig.



Von unserem schönen Platz am Fenster konnten wir direkt ins Grüne schauen. Gleich dahinter sind der Strand und das Meer. Der Perlhuhn-Cappuccino war ein perfekter Auftakt in ein stimmiges Menü, das uns sehr gut geschmeckt hat. Ein bisserl Wehmut war bei uns dabei, weil wir danach Abschied nehmen mussten von dem schönen Ort und seinen freundlichen Menschen.

Cappuccino vom Perlhuhn

Filet vom Ostseedorsch aus der Pfanne auf mediterranem Süßkartoffelstampf

Lammrückenfilet vom Lavasteingrill auf schottischer Minzsauce,
geschmortem Wirsingkohl und Rosmarinkartoffeln

Quittenmousse an einem Drambuie-Whiskylikör
Das Dessert spannt den Bogen zu einem weiteren Genussplatz im Hotel Polar-Stern, der Bülow's Garten Lounge. Dort kann man unter mehr als 100 Single Malt Whiskys auswählen oder sich vom Barmanager Christian Kerber einen Cocktail mixen lassen. Die Lounge gilt als Begegnungsstätte für Kunst und Kultur. Regelmäßig finden dort Livekonzerte statt und die Wände des ganzen Hauses werden als Ausstellungsfläche für Kunstobjekte genutzt.





Donnerstag, 21. Januar 2016

"Eat to the beat" im Restaurant Wolkenlos
mit Oliver Schols

Die Gourmet-Tage in Kühlungsborn erstrecken sich über den ganzen November. Jedes Restaurant bietet Workshops und Themenabende an. Zusätzlich gibt es den ganzen Monat das Geniesser-Menü. Bei diesem Menü stehen vier Zutaten im Fokus.

Am letzten Wochenende im November waren wir vor Ort und erlebten "Kühlungsborn kocht" hautnah. Wir entschieden uns für den Themenabend im Restaurant Wolkenlos. Unter dem Motto "Eat to the beat" zauberte der Küchenchef Oliver Schols ein Vier-Gang-Menü, das musikalisch von Raphael Marionneau, einem französischen DJ, der in Hamburg lebt, unterlegt wurde. Er mixt Ambient, Chillout, Downtempo, Trip Hop, Ibiza-Sounds, ethnische und klassische Musik. Mit diesem speziellen Musikstil schuf er ein neues Genre, den french chillout.

Beim Studium des kulinarischen Gesamt-Programms habe ich mich sehr bewusst für diesen Abend entschieden, weil er eigentlich nicht meinen Vorlieben entsprach. Aber, ich wollte offen sein für neue kulinarische Erfahrungen und mir ein Urteil aufgrund eigenen Erlebens bilden.

Für diesen kleinen Mut wurde ich sehr belohnt und erlebte ein kreatives Menü, das geschmacklich sehr nah am Produkt gekocht wurde. Genau das schätze ich sehr. Dazu gab es eine musikalische und visuelle Begleitung, die ich als sehr gelungen empfand. Sowohl die Klänge, als auch die Bilder passten gut zum gesamten Abend und waren niemals aufdringlich oder störend.

Die Stimmigkeit des wunderbaren Abends hatten wir sicher dem Küchenchef Oliver Schols zu verdanken, der seit 2010 als Küchenchef des Restaurants Wolkenlos tätig ist. Seine zweite Leidenschaft gehört der elektronischen Musik und er legt zusätzlich als professioneller DJ auf. Dabei wird er von dem maritimen Lifestyle der Ostsee inspiriert.



Möhrensorbet
Buttermilchschaum / Süßholz Biskuit

Hummersuppe
Scampi / Sesam / Algen

Rehrücken
Muskatkürbis / Aprikose / Petersilie / Purple Curry

Meersalz-Karamell-Eis / Mascarpone Parfait / Orange / Erdnuss

Dienstag, 19. Januar 2016

Schokoladenkurs mit Sebastian Völz im
Restaurant NEUZEIT@gewagt

Bei den Gourmet-Tagen "Kühlungsborn kocht" präsentiert sich jedes teilnehmende Restaurant mit verschiedenen Veranstaltungen. Ein fester Programmpunkt sind die Workshops. Das Angebot ist bunt und vielfältig. Jeder Küchenchef stellte ein anderes Thema in den Fokus. Während unseres Aufenthalts fand im Restaurant NEUZEIT@gewagt, unter der Leitung des Küchenchefs Sebastian Völz, ein Schokoladen-Workshop statt.



Seit zwei Jahren verantwortet er die Küchen in den beiden Hotels Schloss am Meer und Hansa-Haus. Zuvor sammelte er ausgiebig Erfahrung in Italien und Deutschland. Zwei der Stationen auf seinem Weg waren der Königshof in München bei Martin Fauster und das Lorenz Adlon in Berlin bei Hendrik Otto.


Sebastian Völz hat sich viel Zeit genommen und uns zum Einstieg verschiedene Schokoladensorten vorgestellt und wie man die Schokolade richtig temperiert. Dann ging es schnell zum praktischen Teil über und wir durften seine Blutorangen-Trüffel "nachbasteln".

Obwohl ich schon ein paar Pralinenkurse gemacht habe, konnte ich hier wieder etwas Neues dazulernen. Besonders hilfreich war für mich die grad-genaue Anleitung zum Temperieren der Schokolade und die praktische Übung, bis zu welcher Höhe man die Füllung in die Hohlkörper gibt. Bis jetzt hat mir bei der Pralinen-Herstellung das Ummanteln der verschlossenen Hohlkörper mit Schokolade am wenigsten Freude bereitet. Sebastian Völz hat uns eine andere Methode gezeigt, die mir wesentlich besser gefällt. Dazu werden Silikonhandschuhe getragen und man gibt einen Klecks temperierte Schokolade auf die Hände. Darin wird die Praline gewälzt, bis sie rundum mit Schokolade überzogen ist. Nach dem Trocknen auf Backpapier kann dieser Vorgang wiederholt werden. Das geht schneller und man hat nicht so viel Verlust beim Abtropfen der Schokolade.


Sehr gut gefallen haben mir auch die vielen Ideen zur Verwertung der Rest-Schokolade. Egal, wie sorgfältig man die Schoko-Mengen bemisst, es gelingt nie, dass alles restlos aufgebraucht wird. Meistens habe ich die Schüsseln mit den Schokoladenresten tagelang durch die Küche geschoben und irgendwann ein paar Tassen heiße Schokolade daraus gemacht. So richtig überzeugend fand ich das nicht.

Da gefällt es mir schon viel besser, Schokoladentafeln, Obstspieße, Marzipanwürfel oder Schokoladengarnituren daraus zu machen.



Sebastian Völz und sein Team sorgten bei allen Workshop-Teilnehmern für einen sehr kurzweiligen und lehrreichen Nachmittag. Die "süße Beute" durften wir mit nach Hause nehmen und konnten uns damit noch länger an die schönen Stunden erinnern.

Sonntag, 17. Januar 2016

Gänseessen in Tillmann Hahns Gasthaus
mit der Chaîne de Rôtisseurs

Die Confrérie de la Chaîne de Rôtisseurs ist der hohen Kunst des Kochens verpflichtet und hat sich zur Aufgabe gemacht gastronomische Werte und gepflegte Tischsitten aufrecht zu erhalten. Dabei beruft sie sich auf die Traditionen und Praktiken der alten, königlichen französischen "Gilde von Gänseröstern". In ihrer aktuellen Form wurde sie 1950 in Paris gegründet und hat dort noch immer ihren Sitz. Zur Zeit sind etwa 24.000 Mitglieder in 75 Landesverbänden aktiv. Neue Mitglieder werden nur aufgenommen, wenn zwei Paten für den einwandfreien Charakter des Neumitglieds bürgen.

Während unseres Aufenthalts bei den Gourmet-Tagen in Kühlungsborn gab es die seltene Gelegenheit auch als Nichtmitglied beim traditionellen Gänseessen in Tillmann Hahns Gasthaus teilzunehmen.

Tillmann Hahn machte seine Kochausbildung bei Fritz Schilling in den legendären Schweizer Stuben. Auf seinen Wanderjahren war er u. a. bei Dieter Müller im Schloßhotel Lerbach und im Mandarin Oriental in Hongkong tätig. 1999 kehrte er als Küchenchef in die Schweizer Stuben zurück. Danach führte ihn sein Weg an die Ostsee, wo er zuerst die Position des Küchenchefs im Grand Hotel Heiligendamm übernahm. Während dieser Zeit war er für die Verköstigung des G8-Wirtschaftsgipfels verantwortlich. Als Küchendirektor wechselte er 2008 in die benachbarte Yachthofenresidenz Hohe Düne. Seit 1999 wurde er vom Guide Michelin durchgehend mit einem Stern bewertet. Vor zwei Jahren entschied er sich für die Selbstständigkeit und eröffnete in Kühlungsborn  "Tillmann Hahns Gasthaus", wo er eine bodenständige, aber feine Küche anbietet. Dafür hat er in kurzer Zeit bereits den Bib Gourmand erhalten.

Seit vielen Jahren gehört seine Leidenschaft den regionalen Produkten und er setzt sich als Botschafter für die regionalen Köstlichkeiten Mecklenburg-Vorpommerns ein. Diese Produkte finden sich nicht nur auf seiner Speisekarte, sondern auch in dem angeschlossenen kleinen Lebensmittelladen.


Die Tische waren festlich gedeckt und in der Küche stand schon alles bereit. Nach der offiziellen Begrüßung und einem kleinen Glühwein-Umtrunk konnte das Menü starten.


Gänse-Rillettes mit Apfel-Selleriesalat und Topinky

Hongkong-Style Gänse-Essenz mit gelbem Shaoxing-Reiswein und Foie Gras-Wantans

Brust und Keule von der Freilandgans mit Rotkohl und Thüringer Klößchen

Ganz was anderes zum Dessert :-)

Dieser Abend hat uns rundum sehr viel Spaß gemacht und wir kamen an den langen Tafeln schnell ins Gespräch mit den anderen Gästen, die alle kulinarisch sehr interessiert waren.

Freitag, 15. Januar 2016

Gourmet-Tage in Kühlungsborn an der Ostsee

Wenn mir vor einiger Zeit jemand gesagt hätte, ich verbringe einen kleinen Urlaub in Deutschland am Meer und das im November, dann hätte ich mich sehr darüber gewundert. Weder die Ostsee, noch November waren jemals in meinem Fokus. Trotzdem hat die Neugierde gesiegt, als wir die Gelegenheit bekamen, die Gourmet-Tage in Kühlungsborn zu besuchen. Dieses Festival fand 2015 bereits zum 14. Mal statt.


Wir wohnten direkt am Meer, im Schloss am Meer, dessen Name sehr treffend gewählt ist. Die frisch renovierte Jugendstil-Villa liegt direkt am Strand und gehört zu einem eleganten Villen-Ensemble rund um das Hotel Hansa-Haus.


Das Wetter war durchwachsen und der Wind blies uns ganz ordentlich um die Nase. Sobald die Sonne da war, erstrahlte alles in einem unglaublichen Licht, wie ich es sonst noch nirgendwo erlebt habe. Diese Kombination aus leerem Strand am Meer, lichtdurchfluteten Farben und schöner Architektur hat uns sehr begeistert und zu manchem Spaziergang eingeladen.


Das Frühstücksbuffet im Hansa-Haus lies keine Wünsche offen, sogar glutenfreies Brot wurde angeboten. Besonders gut gefallen hat mir die Karte mit den Eierspeisen, die frisch zubereitet werden. Das umfangreiche und hochwertige Frühstücksbuffet mit bis in die Mittagsstunden angeboten. Damit können auch Langschläfer vor dem Frühstück noch einen Strandspaziergang machen. Alleine der Meeresblick aus den großen Fenstern ist schon ein Grund lange beim Frühstück sitzen. Auch die Qualität von Brot, Gebäck, Wurst, Käse, Marmelade, Fisch, Obst und kleinen Speisen verführt zu einem ausgiebigen Frühstück.


Das Ostseebad Kühlungsborn ist durch den Zusammenschluss der Orte Brunshaupten (heute Kühlungsborn-Ost) und Arendsee (Kühlungsborn-West) 1938 entstanden. In seiner Mitte befindet sich eine große grüne Lunge, der Kühlungsborner Stadtwald. So verfügt es heute über zwei Stadtzentren, die durch die Ostseeallee verbunden sind. Dort reihen sich Hotels, Restaurants und Läden aneinander. Die meisten Veranstaltungen der Gourmet-Tage finden dort statt. Es gibt eine Buslinie, mit der man bequem von Ort zu Ort kommt oder man fährt mit den freundlichen Taxifahrern, die man bald alle kennt und so noch mehr vom Leben in Kühlungsborn erfährt. Der Westen ist ruhiger und lädt zum Ausspannen und Entschleunigen ein, also ideal für einen Genuss- und Wellness-Urlaub.



Kühlungsborn bietet das ganze Jahr ein abwechslungsreiches Programm für Urlauber an. Der November ist dem Thema Genuss gewidmet. Im Nachhinein betrachtet ist das für mich sehr stimmig, da zu Genuss auch die Muse gehört, ihn zu zelebrieren. Dafür bietet Kühlungsborn die optimalen Voraussetzungen. Der Ort ist noch "in Betrieb" und fühlte sich zu keinem Zeitpunkt ausgestorben an. Die Feriengäste belebten den Ort, ohne dass es voll, laut oder hektisch war.

Unter dem Motto "Kühlungsborn kocht" finden den ganzen November verschiedene kulinarische Veranstaltungen statt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Wochenenden. Während unseres Aufenthalts am letzten November-Wochenende von Freitag bis Sonntag konnten wir uns einen sehr guten Überblick über die vielfältigen Angebote der teilnehmenden Restaurants verschaffen.

Bei so einem Kulinarik-Festival möchte natürlich jeder Küchenchef zeigen, was er kann. Dafür sind die Themenabende der ideale Rahmen. Im Gasthaus des renommierten Spitzenkochs Tillmann Hahn traf sich die Chaine de Rôtisseur, um ein Menü rund um die Gans zu genießen.

(Link zum Detail-Bericht)










Fester Bestandteil des Programms sind die Workshops, die von jedem Restaurant angeboten werden. Die Themen sind weit gestreut, vom Umgang mit Stubenküken bis zum Ostseefisch. Man kann etwas lernen über Käse und Wein oder hausgemachte Pasta zubereiten. Wer sich mehr für Getränke interessiert, konnte eine z. B "Spirituose Reise durch Südamerika" machen. Ich entschied mich für einen Schokoladenkurs bei Sebastian Völz vom Restaurant NEUZEIT@gewagt.

(Link zum Detail-Bericht)

Bei unserem zweiten Themenabend im Restaurant Wolkenlos erlebten wir "Eat to the Beat" mit einem ausgezeichneten Menü von Küchenchef Oliver Schols untermalt von passender Musik mit Lightshow.

(Link zum Detail-Bericht)
Die vielen individuellen kulinarischen Veranstaltungen werden vom "Geniesser-Menü" eingerahmt. Was so unspektakulär klingt ist für mich eine sehr interessante Geschichte. Jedes Jahr werden vier Zutaten ausgewählt und jedes teilnehmende Restaurant bietet im gesamten Zeitraum ein 4-Gang-Menü an, bei dem diese vier Zutaten eingesetzt werden. Wir durften dieses Menü von Küchenchef Jens Hacker in Bülow's Steak Restaurant erleben.

(Link zum Detail-Bericht)




Donnerstag, 17. Dezember 2015

Für abenteuerlustige Gourmets: Restaurant "Der Butt" in der Yachthafenresidenz Hohe Düne

Direkt an der Ostsee liegt das Strandbad Warnemünde. Es gehört zwar zu Rostock, liegt aber etwas davon entfernt. Am zweiten Tag unseres Aufenthalts planten wir einen Ausflug dort hin. Mit dem Wetter, Ende November, hatten wir so großes Glück und es war sonnig und die Luft wunderbar klar.

Wir begannen mit unserem Rundgang beim Leuchtturm am Teepott. Die beiden gehören zu den Wahrzeichen von Warnemünde und das Gebäude verdankt seinen Namen wohl der ungewöhnlichen Form. Es beherbergt Geschäfte und Restaurants, die im Sommer sicher sehr belebt sind. Wir erlebten alles sehr ruhig und vieles hatte geschlossen. Das gab uns mehr Zeit die Strandpromenade entlang zu schlendern und den Ort, mit seinen schönen Häusern zu erkunden.



Hier, so direkt an der Ostsee habe ich mich in dieses Licht verliebt. Sobald die Dämmerung einsetzt, beginnen die Häuser zu leuchten. Es bleibt nicht viel Zeit diese Stimmung zu erleben, da bereits gegen 15.00 Uhr die Dämmerung einsetzt und es schnell dunkel wird.


Deshalb erlebten wir die Flaniermeile in der Nähe des großen Yachthafens erst in der Dunkelheit. Auch das hatte einen großen Reiz. Wir schlenderten an den vielen kleinen Restaurants und Geschäften nur entlang, weil wir eigentlich ein anderes Ziel hatten. Wir wollten das Gourmet-Restaurant "Der Butt" in der Yachthafenresidenz Hohe Düne besuchen. Das lag auf der anderen Seite und das Wasser war eine trennende Barriere. Es gibt dort keine Brücke, aber eine Fähre. Mit einer Fähre fahre ich immer sehr gerne und so kamen wir in den Genuss unserer ersten Anreise in ein Restaurant per Schiff.


Viele Jahre war Tillmann Hahn dort Küchenchef und seine Küche war mit einem Michelinstern ausgezeichnet. Anfang des Jahres 2014 übergab er die Verantwortung an Mathias Stolze und eröffnete in Kühlungsborn ein eigenes Restaurant. Sein Nachfolger konnte die Bewertung halten und wir waren neugierig, was uns dort erwarten wird und entschieden uns für das große Menü mit sechs Gängen. Ein wenig gestutzt habe ich anfangs, über die preislichen Sprünge, je mehr Gänge man nimmt. Dann habe ich es wieder vergessen. Jetzt, so im Nachhinein habe ich den Eindruck, dass die Portionsgrössen nicht angepasst werden. Die Mengen waren uns leider deutlich zu viel, schade.

Das Restaurant ist anscheinend wirklich nur auf Hotelgäste ausgerichtet und reine Restaurantbesucher dürften dort die Exoten sein. Der Yachthafen Hohe Düne verfügt über 750 Liegeplätze und dazu wurde die riesige Hotelanlage gebaut, in der sich mehrere Restaurants befinden. Vermutlich ist die Idee der Karte, unterschiedliche Gerichte anzubieten, aus der sich der Hotelgast, während seines Aufenthalts, verschiedene Dreigang-Menüs zusammenstellt.

Sehr spannend gestaltete sich auch die Rückfahrt in unser Hotel in Rostock. Es gab dort keine Taxis vor der Türe, wie es eigentlich bei Hotels in dieser Kategorie üblich ist. Selbstverständlich hat man uns eins gerufen, aber es war ungewiss, wann es kommt. Die Taxis befinden sich auf der anderen Wasserseite und die Fähre fährt nachts nur noch selten. Wenn der Taxifahrer die nächste Fähre nicht bekommt, müssten wir 90 Minuten warten. Das gleiche gilt dann für die Rückfahrt, die sehr lange werden würde. Wir hatten wirklich Glück und nach ungefähr 30 Minuten war das Taxi da und er gab wirklich Gas, damit wir noch auf die letzte Fähre konnten. Das ist ihm glücklicherweise gelungen - es wäre sonst eine sehr lange Nacht geworden. Nach dieser spannenden Erfahrung muss ich leider sagen, dass ein Besuch des Restaurants ohne Hotelübernachtung vor Ort nicht sinnvoll ist.


Fingerfood

Makrele, schwarzer Miso, Rote-Bete-Schaum

Foie Gras, pochierte Entenleber mit Keulenfleisch-Rillette und Zwetschge

"Cristall Garnele" mit allerlei Kürbis und Apfel

"Wappentier" Steinbuttfilet & Kalbskopf mit Estragon, Parmesan und Queller

Bison "BBQ-Style" mit Minigemüse, Sour Creme und Süßkartoffel

Eichelschwein, Filet vom Iberico Schwein & Jamon de Pata Negra mit Kichererbsen, Bohnen und Perlzwiebeln

Punsch-Marzipan-Schnitte und Bratapfel

"Die Blonde" feinste Valrhona Dulcey Kuvertüre mit Mango und Passionsfrucht

Pralinen - Douglasien, Maracuja, Chili/Kardamom

Dienstag, 15. Dezember 2015

Das weihnachtliche Rostock

Vor ein paar Jahren habe ich zufällig ein paar Bilder von der Hansestadt Rostock gesehen und nicht mehr vergessen. Damals wurde die Idee geboren, einmal Rostock zu besuchen. Ende November war es endlich soweit und wir flogen nach Rostock-Laage. Der Flughafen liegt ziemlich weit außerhalb, da er eigentlich ein Militärflughafen ist und man ergänzend ein Flughafenterminal für die zivile Nutzung dazu gebaut hat. Leider ist die Anbindung an Rostock mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig. Es gibt einen Bus, der zum ZOB fährt und bei unserer Ankunft stand ein einziges Taxi vor der Türe. Das alles konnte unsere Vorfreude auf Rostock nicht trüben und das blieb den ganzen Aufenthalt so. Rostock ist eine sehr schöne Stadt und absolut besuchenswert. Was wir im Vorfeld nicht wussten, dass dort der größte Weihnachtsmarkt in Norddeutschland stattfindet.

Dessen Wahrzeichen ist diese große und wunderschöne Weihnachtspyramide, die vor dem rosa Rathaus mit den sieben Türmen steht. Im ersten Stock befindet sich ein gemütliches und einladendes Stüberl. Leider entspricht das Essen nicht dem bezaubernden Ambiente. Man bleibt besser beim Glühwein oder Eierpunsch.



Rund um die Weihnachtspyramide laden viele, weihnachtlich dekorierte, Fahrgeschäfte zum Mitmachen ein. Dazwischen kann man sich bei den Glühwein- und Essensbuden stärken. Gereizt hat uns eine Fahrt mit dem großen Riesenrad, die wir uns für den nächsten Tag aufgehoben haben. Der Wettergott meinte es gut mit uns und bei strahlendem Sonnenschein erlebten wir diesen tollen Blick über die Stadt bis zum Stadthafen.


Der Rostocker Weihnachtsmarkt zieht sich vom Neuen Markt am Rathaus durch die ganze Fussgängerzone in der Altstadt. Dort verändert sich sein Charakter und der Schwerpunkt der Buden liegt bei Essen und Trinken. Vereinzelt gibt es auch Anbieter, bei denen man Weihnachtsgeschenke kaufen kann. Es macht viel Spaß dort zu bummeln und dabei auch noch die herrlichen Häuser zu betrachten.


Ein besonderes Highlight für uns war der Kunsthandwerker-Weihnachtsmarkt in der Nikolaikirche. In den 70ern wurde die Kirche umgewidmet und Wohnungen in das Dach und Büros in den Turm eingebaut. Gottesdienste finden keine mehr statt. Dafür wird die Kirche für verschiedene Veranstaltungen genutzt. Es ist schon ungewöhnlich, in einer Kirche Geflügel und Wurstwaren zu kaufen. Das mit dem Geflügel wäre im Flugzeug sicher problematisch geworden, aber ein paar Würste vom Bauernhof Kliewe, von der Insel Rügen, haben wir mitgenommen.


Gegenüber der Nikolaikirche entdeckten wir das Cafe in der Likörfabrik und probierten den Mittagstisch aus. Dort gibt es zu zivilen Preisen einfache Gerichte, die frisch gekocht sind und sehr gut schmecken. Besonders verführerisch war auch das Kuchenbuffet und ich konnte bei den hausgemachten Kuchen nicht widerstehen.


Typisch für die Region ist der Sanddorn, dessen säuerlicher Geschmack mir sehr gut gefällt. Bei der Touristen-Information gibt es verschiedene Köstlichkeiten aus Sanddorn, aber auch lokales Bier und Gin zu kaufen. Besuchen sollte man sie auf jeden Fall, denn dort startet der kleine Bus zur Stadtrundfahrt. Die kann ich sehr empfehlen. Man bekommt einen sehr guten Eindruck von der Altstadt und dem Stadthafen. Wir haben die Fahrt durch die schönen Straßenzüge sehr genossen und fühlten uns auch sehr gut informiert.


Von der Touristen-Information sind es nur noch ein paar Schritte zum Kloster zum Heiligen Kreuz. Im Klostergarten findet der Historische Weihnachtsmarkt statt, der Nachts besonders reizvoll ist.

Im Klosterhof befindet sich der Klosterladen, in dem man kulinarische Mitbringsel kaufen kann. Es gibt Kräuter, Gewürze, Salze, Likör, Essig, Senf und vieles mehr.


Immer, wenn wir so nah am Meer sind, möchten wir unbedingt frischen Fisch essen. Das haben wir im Restaurant Borwin ausgiebig getan. Die Karte ist umfangreich, aber wir haben uns auf die Fischkarte konzentriert. Dabei kann man den gewünschten Fisch auswählen und zwei Beilagen nach Geschmack dazu nehmen. Wir entschieden uns für Steinbutt bzw. Kabeljau. Beide waren sehr frisch und saftig zubereitet. Zum Dessert teilten wir uns eine Crème-Brulée-Variation und dann schmeckte hinterher ein Kümmel auch noch gut. Ich war sehr überrascht, wie mild der war.


Die Weihnachtsstimmung in Rostock war wunderbar und überraschte uns sehr. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass der Weihnachtsmarkt bereits eine Woche vor dem ersten Advent geöffnet hatten. So sind war ganz unverhofft zu einem Weihnachtsausflug gekommen, der heuer gar nicht auf dem Plan stand.

Kulinarisch haben wir in Rostock schöne Plätze entdeckt, aber auch Enttäuschungen erlebt. Dazu gehörte leider auch die Weinwirtschaft im Steigenberger Hotel "Sonne". Trotz der gepflegten Weinkarte ist das Essen leider kein Genuss.