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Mittwoch, 7. September 2016

Rezension: Trüffel und andere Edelpilze
von Ralf Bos

Trüffel gehören zu den Dingen, die ich sehr gerne esse und obwohl sie zu meinen Lieblings-Aromen gehören, schätze ich es sehr, dass sie rar sind. Zumindest gute Trüffel mit Aroma sind das. Diese Leidenschaft verbindet mich mit Ralf Bos, der sich als Trüffel-Papst einen Namen gemacht hat. Bereits vor einigen Jahren ist sein Buch "Trüffel und andere Edelpilze" erschienen und ich besitze es schon länger. Er hat es mir signiert, als wir uns bei einem Trüffel-Menü zu Gunsten von "Spitzenköche für Afrika" persönlich kennen gelernt haben.

Auch die Trüffel-Welt steht nicht still und so hat Ralf Bos die australischen Trüffel entdeckt und nach Deutschland gebracht. Dafür hat er aktuell ein zusätzliches Kapitel für sein Buch geschrieben, das mittlerweile als Standardwerk gilt.

Wer auch gerne ein signiertes Exemplar besitzen möchte, kann das Buch auch direkt bei BOS FOOD bestellen. Ralf Bos signiert es gerne.



Ralf Bos hat die Gastronomie im Blut. Nach der Ausbildung zum Koch, folgte die zweite zum Restaurantfachmann. In dieser Disziplin sammelte er umfangreiche Berufserfahrung als Barkeeper, Oberkellner, Sommelier und Restaurantleiter. Dort zeigte er bereits sein Organisationstalent und so ließ er sich von Ralph Siegel abwerben, als Tourmanager für die Band Wind. Der wichtigste Meilenstein in seiner beruflichen Karriere ist die Gründung der Bos Food GmbH im Jahr 1990. Seine Vision war es, nichts so zu machen, wie es ihn in den Jahren der Gastronomie gestört hat. Und so bietet er seinen Gastro-Kunden einen Service, der perfekt auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist. Auch die Hobbyköche schätzen ihn mittlerweile als zuverlässigen Lieferanten für Zutaten, die es nicht an jeder Ecke gibt.

Das großformatige Buch ist eine Hommage an ein ganz besonders edles Lebensmittel. Bereits auf den ersten Seiten können wir ganz tief in die ganzseitigen Fotos der unterschiedlichen Sorten eintauchen. Es bleibt nur ein Wermutstropfen, dass der typische Geruch fehlt. Aber beim Betrachten der Bilder, kommt sofort die Erinnerung daran hoch.

Der Schwerpunkt des Buchs liegt auf der Warenkunde. Das Kapitel "Welche Trüffel gibt es?" listet 20 unterschiedliche Sorten in den entsprechenden Unterkapiteln auf. Die unterschiedlichen Methoden der Trüffelsuche und wissenswertes über Trüffelmärkte erfahren wir in dem Kapitel "Wie man Trüffel sucht und findet...". Ergänzt wird dies mit Informationen über "Den Handel mit Trüffel", "In der Trüffelfabrik" und "Notwendige Werkzeuge".

Das Kapitel "Wein und Trüffel" leitet zu "Der Genuss von Trüffel" über. Dort sind die Rezepte zu finden. Abschließend wird der Bogen gespannt zu "Andere Edel- und Zuchtpilze". In diesem Kapitel werden Steinpilz, Herbsttrompeten, Pfifferling und Co. vorgestellt.

So dominant, wie die ganzseitigen Fotos bereits im allgemeinen Teil sind, so stellen sie sich auch bei den Rezepten dar. Man könnte von einem Rezeptfoto mit integriertem Rezept sprechen. Die Darstellung ist klassisch, mit einer Zutatenliste und der Beschreibung für die Zubereitung. Für die bessere Übersicht gibt es am Schluss des Buches eine Kombination von alphabetischem Index und Rezeptverzeichnis.

Geschmack und Geruch von Trüffel sind so speziell und dominant, dass es wenig dazu braucht. Die besten Trüffelgerichte, die ich bisher gegessen habe, waren eher schlicht, wie Risotto, Nudeln oder Rührei. Deshalb habe ich mich entschlossen, in dieser Kategorie zu bleiben und eine Sellerierahm-Suppe mit schwarzen Trüffeln gekocht. Das war genau die richtige Entscheidung. Das Rezept war klar und deutlich beschrieben und die Zutatenmengen haben bestens gepasst.



Fazit:
 "Trüffe und andere Edelpilze" von Ralf Bos ist das perfekte Buch für den Trüffel-Liebhaber. Er findet dort alles, was man über die edle Knolle wissen kann und schöne Rezept-Anregungen.

Dienstag, 19. April 2016

Rezension: Mein kulinarisches ABC von Ralf Bos

Meine erste Begegnung mit Ralf Bos war via TV. Er war auf der Suche nach Delikatessen und damit in seinem Element. Schon damals habe ich begriffen, mit welchem kulinarischen Wissen er gesegnet ist. Nach einer Ausbildung als Koch, sattelte er eine weitere als Restaurantfachmann darauf. Seine berufliche Erfahrung erstreckt sich vom Bartender, über den Sommelier bis zum Restaurantleiter. Sogar als Tourmanager hat er schon gearbeitet und damit sein Organisationstalent unter Beweis gestellt.

Persönlich kennenlernen durfte ich ihn bei einem Menüabend im Isargold, dem ehemaligen Restaurant von Martin Baudrexl. Er engagierte sich schon lange für die Stiftung von Karlheinz Böhm und hat "Spitzenköche für Afrika" mit ins Leben gerufen. Diese Aktion sammelte Geld für Schulen in Äthiopien und hat bereits drei Schulen dort eröffnet.

Vor über 25 Jahren gründete er den Delikatessen- und Weinhandel "BOS FOOD", der bei Profiköchen und vielen Hobbyköchen sprichwörtlich "in aller Munde ist". Eigentlich gibt es dort nichts aus dem kulinarischen Sortiment, das es nicht gibt. Ralf Bos begeistert sich für Qualität und tolle Produkte. Einen Namen hat er sich auch als ausgezeichneter Trüffelexperte gemacht.

Ralf Bos ist ein sehr charmanter Geschichtenerzähler und kulinarische Geschichten kennt er unzählige. Wer nicht das Glück hat, neben ihm zu stehen und ihm zuzuhören, der kann trotzdem viel über seinen kulinarischen Kosmos erfahren. Mit "Mein kulinarisches ABC" ist sein drittes Buch erschienen. Es ist das erste, das kein Kochbuch ist. Es ist ein kulinarisches Lesebuch.



Von A bis Z, wird kein Buchstabe ausgelassen. Zu allen 26 Buchstaben des Alphabets kann Ralf Bos eine Geschichte erzählen und sein Fachwissen ausspielen. Das Buch ist kurzweilig zu lesen und bietet humorvolle Anekdoten, gepaart mit interessanten Hintergrund-Informationen. Illustriert sind die Geschichten mit witzigen Collagen in dem Stil, wie auf dem Cover zu sehen ist.

"Mein kulinarisches ABC" von Ralf Bos ist die ideale Urlaubslektüre für den kulinarisch interessierten Leser.

Bis Ende April verlose ich dieses Buch und noch drei weitere. Wer dabei sein will, kann sich hier informieren.

Dienstag, 5. April 2016

Turbulente Tage in Hamburg: Internorga, Gastro Vision, Chef's Night, Gastro Premium Night und Restaurantbesuche

Zu meinen ganz festen kulinarischen Terminen im Jahr gehört die Gastro-Messe Internorga in Hamburg. Während den Messetagen platzt die Stadt aus allen Nähten. Unzählige Köche und Gastronomen nutzen die Gelegenheit, sich über Neuheiten zu informieren und ihr Netzwerk zu pflegen. Rund um die Messe haben sich bereits einige Veranstaltungen etabliert und es werden jedes Jahr mehr.

Wir haben mittlerweile auch schon einige Fix-Termine, die wir während unseres Besuchs wahr nehmen. Traditionell starten wir unser verlängertes Internorga-Wochenende in der Bullerei von Tim Mälzer. Da unser Hotel in unmittelbarer Nähe liegt, beenden wir die Hamburg-Tage auch dort. Zwischen den Bildern dieser Collage liegen also fünf Tage und jede Menge spannende Themen.


Meine Lieblings-Messehalle ist A4 und das ist immer mein erster Weg. Der führt mich zum Bohner-Stand. Das Familienunternehmen am Bodensee stellt hochwertige und innovative Geräte für Profi-Küchen her. Die Atmosphäre am Stand ist immer sehr herzlich und gastfreundlich. Für mich kommt dazu, dass ich da meine Freunde treffen kann, die in Live-Cooking-Shows die Geräte vorführen und ihr Können zeigen. Zum festen Team gehören, Stefan Marquard, Julia und Michael Wurm, Xiao Wang, Sören Wörl, Markus Haxter und noch viele andere "gestandene" Köche.


Der Weg von den A-Hallen zu den B-Hallen ist ziemlich weit. Verbunden sind die beiden Hallen-Komplexe über den Sky-Walk. Dort ist jedes Jahr die längste Tafel der Welt zu finden und gibt einen Eindruck über das vielfältige Angebot der Geschirr-Aussteller. Dort verschaffe ich mir einen Überblick, welchen Stand in Halle B7 ich besuchen werde. Heuer lag der Schwerpunkt bei ASA mit einer neuen Serie, die in Zusammenarbeit mit Tim Raue entstanden ist, und Rosenthal, die heuer Mesh in den Mittelpunkt gestellt haben.


Beim Servicebund konnte ich beim Presse-Dinner einige der Eigenmarken kennenlernen. Zur Vorspeise gab es Ravioli von Salva d'Or, die frisch eingefroren werden. Dadurch bleiben Konsistenz und Geschmack erhalten. Besonders gut gefallen hat mir der Zwischengang mit einem Rindertatar auf Gelbe-Bete-Carpaccio. Im Hauptgang gab es Lamm aus Neuseeland und beim Dessert konnten wurde uns gezeigt, wie der Servicebund Gastronomen unterstützt, mit einfachen Mitteln ansprechende Desserts auf die Karte zu setzen.


So gut gestärkt konnte ich bei meinem Besuch am Stand von Herba Cuisine einen kleinen Cocktail vertragen. BASIC textur, das natürliche Bindemittel aus Zitronen gehört mittlerweile zu den Standard-Produkten in der Gastronomie, da es sich auch für Allergiker und Veganer eignet.


Der erste Messetag verging wie im Flug und wir hatten nur wenig Zeit, um uns auf den Abend vorzubereiten. Ich hatte einen Tisch im Restaurant Engel von Tarik Rose reserviert. Tarik hat seine ersten Fernseherfahrungen bei den "Beef Buddies" zusammen mit Frank Buchholz und Chakall gemacht. Inzwischen hat er eine eigene Kochsendung beim NDR, die sehr beliebt ist. Sein Restaurant liegt auf dem Fähranleger Teufelsbrück und ist für mich damit Hamburg pur.


Der zweite Messe-Tag war eine gelungene Mischung aus spannenden Informationen und weiteren netten Treffen mit wunderbaren Menschen aus meinem gastronomischen Netzwerk. Besonders gespannt war ich darauf, einen Blick hinter die Kulissen eines iPad-Kassensystems werfen zu können. Ihr kennt das bestimmt, wenn der Kellner an Euren Tisch kommt und die Bestellung in ein iPhone oder ein iPad eintippt. Ich wollte endlich mal wissen, was da alles im Hintergrund passiert. Nach der sehr informativen Präsentation verwöhnte mich Stefan Schneider, der Küchenchef von Otto Gourmet mit Kostproben der hochwertigen Fleischspezialitäten unterschiedlicher Züchter. Im Anschluss hatte ich noch das große Glück, ein längeres Gespräch mit Ralf Bos zu führen und Hubertus Tschirner von Komet rundete alles mit einem kleinen Dessert ab.


Für den zweiten Abend habe ich mir einen großen Wunsch erfüllt. Vor zwei Jahren hat mich der Spitzen-Patissier Christian Hümbs mit seinem Vortrag auf der Chefsache in Köln sehr fasziniert. Er erzählte, dass er bei seinen Desserts wie ein Koch agiert und beispielsweise Zutaten im eigenen Saft gart, um das Aroma zu verstärken. Das Menü im Restaurant Haerlin hat uns sehr begeistert und meine Erwartung an die Desserts und die Petit Fours wurde sogar noch übertroffen.


Parallel zur Internorga läuft noch eine zweite Gastronomie-Messe. Die Gastro Vision findet im Empire Riverside Hotel, in der Nähe des Hafens, statt. Die verschiedenen Austellungsräume haben einen Themenschwerpunkt, wie z. B. Streetfood oder Beef Club. Heuer waren sie besonders attraktiv und kunstvoll gestaltet. Zusätzlich gibt es die Stage of Taste. Dort präsentieren Spitzenköche, Bartender, Barista und Patissiers ihre neuesten Kreationen. Im Beef Club konnte man bei Michael Riedl verschiedene Fleischstücke verkosten. Die Spitzenköche Heiko Antoniewicz und Adrien Hurnungee zeigten ein Fischgericht, bei dem sie auch die Schuppen und die Flossen verwendeten.


Sonntag Nacht ging es dann zur ersten Party. Die Chef's Night lud in die Fabrik ein, eine lässige Location, die für diesen Anlass perfekt war. Die Stimmung war toll und mich hat es sehr gefreut viele gute Bekannte zu treffen. Kulinarisch war es eine Spitzenveranstaltung, auf der auch Thomas Bühner oder der frisch mit einem Michelin-Stern gekürte Christian Sturm-Willms für die Bewirtung der Gäste zuständig waren. Eine der Kochstationen war mit Sebastian Frank besetzt, der 2011 den Wettbewerb "Koch des Jahres" für sich entscheiden konnte.



Nach der Party ist sozusagen vor der Party. Auch heuer hat Ole Plogstedt zu seiner legendären A.C.A.B.-Night in das Restaurant Olsen eingeladen. Hier trifft sich die ganze Nacht ein verschworener Kreis von Köchen und Wegbegleitern. Ole steuert die Plattform bei, damit die Freundschaften gepflegt werden können.


Der Montag-Abend ist fest für die Gastro Premium Night reserviert. In einem langen Auto-Zug pilgert die Szene an den Süllberg. In meinem Fokus stand diesmal die Präsentation der unterschiedlichen Züchter von Otto Gourmet. Besonders erwähnen möchte ich den liebenswerten Frans aus Holland, der verschiedene Schweine gekreuzt hat und jetzt mit seinem Livar-Schwein hochwertiges Schweinefleisch aus artgerechter Haltung anbieten kann. Und das ist sehr deutlich zu schmecken.


Die Gastro Premium Night präsentierte sich wieder als eine geballte Sammlung von Köstlichkeiten auf kleinstem Raum. Bosfood hatte viele kleine Teigschälchen im Gepäck, die salzig bzw. süß gefüllt waren. Davon hätte ich noch viel mehr probieren können. Der optisch schönste Stand war von Essbare Landschaften, in Kooperation mit dem Keltenhof. Bei Torsten Pistole servierten Reinhard Angerer vom Gut Sonnenhausen und Hannes Arendholz Wallertatar mit Culatello-Schinken.


Im Rahmen der Gastro Premium Night findet auch das Finale zum "Jungen Wilden" statt. Unter dem Vorsitz von Stefan Marquard wählte die Jury heuer Joachim Jaud zum Sieger.


Montag, 10. August 2015

Heiß, heißer, Kulinarik-Festival im Waldschlößl

Es ist eine schöne Tradition, dass wir heuer bereits zum vierten Mal das Kulinarik-Festival von Lucki Maurer im Waldschlößl erleben durften. Eine Veranstaltung, die trotz ihrer jungen Geschichte bereits Kult ist. Warum das so ist, versuche ich mit diesem Bericht zu erklären.

Das Sport- und Wellnesshotel Waldschlößl liegt wunderschön im Bayerischen Wald und nur wenige Kilometer dahinter verläuft die tschechische Grenze. Für ein Wochenende im August wird es zum kulinarischen Hot Spot. Nicht nur die Spitzenköche reisen aus ganz Deutschland an, auch die Gäste nehmen weite Anreisen auf sich.


Dort werden sie herzlich von Marianne und Josef Maurer empfangen.


So langsam fällt auch die Anspannung von den Gastgebern Stephanie und Ludwig Maurer ab. Der Leichtigkeit und tollen Atmosphäre des Festivals sieht man den unglaublichen Arbeitsaufwand der Beiden im Vorfeld nicht an. Die Vorbereitungen beginnen immer schon Monate vorher und die erste Arbeitslawine rollt mit dem Kartenvorverkauf immer schon zu Jahresanfang auf sie zu. Hier gleich mein erster Tipp: wer das nächste Mal dabei sein will, sollte schnell sein. Heuer waren die Karten innerhalb einer Woche ausverkauft.


Damit aus dem Hotel Waldschlößl DAS Kulinarik-Festival wird, reicht es nicht Essen zu kochen und Getränke zu besorgen. Letztendlich wird das gesamte Haus und das gesamte Gelände auf den Kopf gestellt. Der Aufbau beginnt schon einen Tag vorher und erfordert sehr viel fleißige Hände (ähnlich gestaltet sich auch der Abbau danach). Und hier spürt man gleich, was den Mythos des Festivals ausmacht. Hier arbeiten keine Kollegen Hand in Hand - hier arbeiten Freunde und es ist ihnen wichtig, dass alle eine tolle Zeit erleben können.

Das Kulinarik-Festival gibt es nicht nur für die Gäste, es gibt es auch für die Protagonisten, die seit vielen Jahren befreundet sind und hier eine feste Anlaufstelle haben um sich zu treffen. Den größten Anteil am reibungslosen Ablauf haben diese Köche. Allen voran, sozusagen als "Executive Mädchen für Alles" Michael Riedl von der Hillbilly Food Crew und Stefan "Eisi" Eisenreich. Eigentlich verantwortete er die Küchenleitung vom Kulinarik-Festival und war trotzdem jede Sekunde beim Auf- und Abbau dabei und behielt ständig seine strahlende Laune. Genauso feste Größen und langjährige Weggefährten sind Mathias Selbert von Le SMut und Johann Pilz von der Waldschänke Pilz.



Die vier haben die perfekten Bühnen hingestellt, für die unzähligen kulinarischen Genüsse, die uns geboten wurden. Auf der leer geräumten Terrasse und im Restaurant entstand der "Sternebereich", wie ihn Insider scherzhaft nennen. Dort waren einige Stars der Kochszene zu finden. Zusammen mit Stefan Marquard verwöhnten uns Michael Wurm vom Landgasthof Apfelblüte und Andreas Schiessel mit "Lachs und Dreierlei von der Gurke". Mit den beiden erstgenannten kochte Lucki einige Jahre bei der Jolly Roger Cooking Gang.


Gleich daneben präsentierte Frank Oehler von der Speisemeisterei "Gebackenes Kalbsbries, Rauch-Onsenei, Brunnenkressecreme, Zitruslachs". Auch er gehört schon lange zu diesem Netzwerk, da er zusammen mit Stefan Marquard Gründungsmitglied bei den Jungen Wilden war. Ihn kann man regelmäßig in der RTL2-Sendung "Kochprofis" sehen. Und da merkt man gleich den Profi. Die Zeit für die Fotos war mehr als knapp und er hatte kaum den letzten Knopf der Kochjacke zu, da hatte ich ihn schon im Visier. Sorry Frank für die Hektik und danke, dass Du so entspannt warst.

Zwischen Frank und Stefan konnte man bei Spyridoula Kagiaoglou hochwertige, griechische Olivenöle probieren.


Am Teppanyaki-Grill stand der "köstliche Osten". So werden Heiko Arndt aus Leipzig und Xiao Wang aus Shanghai liebevoll genannt. Ihr Gericht, die Garnelen mit gebratenen Nudeln schmecken nicht nur köstlich, auch die Show von Xiao ist sehenswert. Er wirbelt virtuos durch die Zutaten und schafft so spielend leicht die perfekte Verbindung der einzelnen Komponenten.


Mit einer Engelsgeduld öffnete Markus Haxter unzählige Austern, die so frisch natürlich am besten schmecken. Bei seiner Routine blieb auch noch Zeit, um mit Wolfgang Müller ein bißchen Unfug zu machen. 


Schließlich hatte Wolfgang Müller sich perfekt vorbereitet. Sein "Sauerbraten von Rinder- und Kalbszunge "Kebab-Style" wanderte schnell in die Semmel und war mit einem Klecks Mayonnaise sofort servierbereit. So blieb natürlich noch Zeit für ein weiteres Späßchen mit Reinhard Angerer vom Gut Sonnenhausen, der das Festival als Gast besuchte. Wolfgang Müller, Stefan Marquard und Lucki Maurer, oder die 3M verbindet die Liebe zum bewussten Fleischgenuss seit vielen Jahren.

Mit Otto Gourmet war ein weiterer Fleischexperte am Start. Zum Online-Fleischhändler der Gebrüder Otto bestehen schon seit Jahren freundschaftliche Kontakte. Beim Festival war diesmal Stefan Schneider, einer der beiden Köche von Otto Gourmet, und hatte "Gesmoktes Brisket, Sellerieremoulade, Apfel und Asche" mitgebracht.


Auch die Nachwuchsförderung liegt Lucki sehr am Herzen und so bekommen jedes Jahr junge Köche eine eigene Kochstation. Diesmal zeigten Franziska Wolf, Vroni Wolf und Dominik Rossmann ihr Können. Sie begeisterten die Gäste mit einer "Vichysoisse mit gebratener Garnele und Lauchstroh".

Zusätzlich zu den Kochstationen werden immer wieder feine Kleinigkeiten zu den Gästen gebracht. Die wurden von den Köchen des Waldschlössls und weiteren Köchen, die ich leider gar nicht alle einzeln vorstellen kann, zubereitet.

Wer schon einmal auf einem großen kulinarischen Festival mit vielen, vielen kleinen Gerichten war, der hat eine Vorstellung davon, welche Berge von kleinen Tellern und Schälchen da anfallen. Ich habe schon Veranstaltungen erlebt, wo sich Berge von schmutzigem Geschirr türmten. Das läuft beim Kulinarik-Festival ganz anders. Da gibt es eine große Mannschaft von ganz engagierten Servicemitarbeitern, die sich wirklich die Füße platt laufen und jedes schmutzige Teil sofort erspähen und mitnehmen. Das Team besteht aus den Mitarbeitern des Waldschlößl und den SERVICE Allstars. Stellvertretend für alle, lacht Nico Breitenstein in die Kamera und war gleich wieder verschwunden, um das Fingerfood zu den Gästen zu bringen.


Bei über 30 Grad Außentemperatur bis in die späte Nacht, hatten die Köche mit der Kochstation im Restaurant den schwierigsten Arbeitsplatz. Umso mehr ist ihre Professionalität zu bewundern, mit der sie immer aufmerksam und freundlich die Gäste verwöhnten. Bobby Bräuer aus München, dessen Restaurant Esszimmer mit zwei Michelin-Sternen bewertet ist, stellte sich genauso diesen Arbeitsbedingungen, wie Martin Göttlinger, vom Restaurant Göttlinger aus der Region. Und genau das macht den Charme dieses Festivals aus. Die Gäste erfreuten sich an "Saibling, Gartengurke, Dill, Sauerrahm" von Bobby genauso, wie an "Blutwurst-Ravioli mit karamellisiertem Rahmkraut, Zwiebelkompott und Schwartensegel" von Martin.



Für ordentlich "Dampf in der sowieso schon heißen Hütte", sorgte Ralf Bos mit seinen "Tagliatelle mit Trüffelsauce und frischem Trüffel aus dem Parmesanlaib". Der gelernte Koch baute in den letzten Jahren den großen Online-Delikatessenhandel "Bosfood" auf. Er gilt als "Trüffelpapst" und machte seinem Namen alle Ehre, als er mit 6 kg Trüffel im Bayerischen Wald ankam.

Und jetzt habe ich ein schlechtes Gewissen, weil es mir nicht gelungen ist ein Foto von den mit Liebe handgemachten Dim Sum von Ulf Tassilo Münch und seiner Frau zu machen. Die müssen sehr gut gewesen sein, da keine mehr da waren, als ich kam.



Als bekennender Dessertmuffel hatte Lucki bisher kein so großes Augenmerk auf die süße Abteilung gelegt. Glücklicherweise hat er Véronique Witzigmann kennengelernt und schon bei einigen Veranstaltung das Dessert sozusagen "outgesourct". Dieses Konzept hat er beibehalten und so freuten wir uns über "Gewürzcrumble mit Aprikosenragout und Kokos-Mango-Schaum" von Véronique und Volker Debus.

Das Angebot der Winzer war heuer nochmals umfangreicher und das Weingut Horst Sauer schenkte Silvaner und Riesling aus. Passend zum Dessert gab es auch eine Silvaner Auslese.


Heiko Antoniewicz zählt auch schon zu den festen Größen des Festivals. Ihm zur Seite stand wieder Wolfgang Laschtowitz. Die beiden sind ein eingespieltes und harmonisches Team. Ganz entspannt brachten sie ein Spitzengericht auf den Teller: "Schweinebauch, Absinth-Mayonnaise, Gold Delicious, Haselnuss".


Terrasse und Restaurant bilden mit dem Außenbereich gegenüber das Herzstück des Festivals. Besonders geprägt wird sie von der "Getränkemeile". Es war ein sehr heißer Tag und auch nachts kühlte es kaum ab. Glücklicherweise wurden wir von Gewittern verschont, die in der Nähe herunter kamen. Das führte natürlich zu viel Arbeit für die Brauer, Winzer und Sommeliers.

Dominik "Dom" Perras übernahm wieder den Ausschank bei Rhaner Bräu, obwohl er schon seit über einem Jahr bei der Privatbrauerei Riehmhofer tätig ist. Tatkräftig unterstützt wurde er von seiner charmanten Freundin Yvonne. Rhaner schickte Fabian Loibl, den neuen Braumeister, und die Rhaner Bierkönigin Angelina. Zusammen präsentierten sie erstmals die Craftbiere 1904 und 1776.

Wie im letzten Jahr arbeiteten die beiden Spitzen-Sommeliers Helen Mol und Marco Giovanni Zanetti, Winepunk, wieder Hand in Hand. Unterstützt wurden die beiden vom Winzer Sebastian Class.


Fast hatte man den Eindruck, dass das Bundesland Hessen eine eigene Delegation geschickt hat. Das hessische Nationalgericht "Grie Soß" war ebenfalls würdig vertreten und man sieht, dass es davon viele Rezepte gibt und alle sehr gut schmecken.

Angie und Robert Geißler vom Hotel-Restaurant Hessischer Hof haben zusammen mit ihrem Koch-Azubi Pascal Schlag bereits daheim ein perfektes Mis en place gezaubert. So konnte Angie die "Tafelspitzsülze mit Frankfurter Grie Soß" blitzschnell aus dem Bauchladen anbieten. Robert und Pascal versorgten die Gäste mit "Äppelwoi Forever" geschmortes Schweinebäckchen mit gebackenem Kartoffelstampf und Calvadossößje" am Stand.



Zwischen die "Hesse-Gang" hat sich Frank Buchholz geschummelt, der gleich seinen Wild-Dog-Anhänger mitgebracht hat. Diesmal ging kein Hot Dog über den Tresen, sondern "Rotlachstatar mit Büffelmozzarella und Basilikumschmand und Wildkräuter vom Gonsenheimer Acker".

"Waller White", so nannte Christoph Brand, in Anlehnung an einen Musiker, sein Gericht. Dazu gab es eine andere Variante der "Grie Soß". Der Chef der "Fliegenden Köche", der viele Musiker während ihrer Tourneen versorgt, hatte jede Menge Unterstützung, darunter auch die Jungköchin Katharina Angerer.


Ab einer bestimmten Uhrzeit bilden sich Trauben um den Chocolatier Franz Xaver Clement. Da bleibt keine Zeit mehr für einen kleinen Scherz. Aus seinem fast unglaublichen Vorrat an süßen Köstlichkeiten legt er ständig feine Pralinen nach. Man hat das Gefühl, es hört gar nicht mehr auf. Das ist die Phase, wo sich jeder über einen Teller Pralinen freut und mit den Tischgefährten teilt.


Diesmal war die Qual der Wahl sogar noch größer, da Patrick von Vacano ebenfalls Schokospezialitäten aus der hochwertigen Schokolade von Original Beans dabei hatte. Bei ihm gab es ein Schokosorbet und Macarons. Darüber freuten sich die vielen Süßschnäbel sehr.

Zum perfekten Abschluss eines Menüs gehört für mich immer ein guter Espresso. Dafür sorgte das Team um Heiko Rehorik, der die Regensburger Kaffeerösterei betreibt.


Wer statt einem Dessert lieber zu Käse greift, der ist bei Rainer Heubeck bestens aufgehoben. Wie in den vergangen Jahren gab es bei ihm excellenten Käse mit Chutneys zu entdecken. Das haben die Gäste gerne angenommen und sich nach ihrem Gusto die Käseteller zusammen gestellt.


Für den "Verdauungsschnaps" sorgten Richard Söldner mit seinem Vodrock, ein milder Wodka aus dem Bayerischen Wald und das Team der Brennerei Gerhard Liebl mit einer riesigen Auswahl bester Obstbrände, Whiskey und Gin. Mein Liebling des Abends war der Blutorangenbrand.


Nur wenige Schritte geht es leicht bergauf und man kommt den entspanntesten Sektor des Festivals. Dort sorgt der vegetarische Spitzenkoch Steffen "Irie" Prase mit "Ackee-Burger mit Wildkräutersalat", Reggae-Musik und Cocktails für karibische Stimmung.


Gleich neben ihm kocht die Hauptstadt. Die Kochbox aus Berlin hat sich diesmal ein ganz spannendes Konzept ausgedacht. Hinter dem Titel "6erlei Cool Culture Cocktails" verbarg sich
"Gartensalat mit Tatar vom Galloway-Rind und Königsberger Kartoffel-Chips", "Curry-Karotte mit Pulled Pork in Orangensauce", "Reis-Eis mit geräucherter Teriyaki-Ente und blauen Koriander-Chips", "Sellerie-Meerrettich mit Dry-Salt-Mint-Schinken vom Rind mit Craftbeer", "Rucola mit Parmesan-Espuma, Cherrytomaten und Champagner" und "Wakamé-Algen mit gebeitzem Caipirinha-Lachs und Limonenschaum". Da gab es beim Anrichten viel zu tun und er hatte zur Unterstützung sein Kochteam und den Azubi Erich mitgebracht.


"Schärfer geht immer, besser nicht!" - unter diesem Motto stellte Felix Stass vier verschiedene Chilisaucen von fruchtig bis extra hart, Chiligewürze und Grillgewürze vor. Alles war vom singenden Koch oder kochenden Sänger für sein Label Heartcore Cooking selbstgemacht. Im sonstigen Leben ist Felix der Frontmann der Band Crematory.



Der vierte im Bunde, im oberen Bereich, war Frieder Ziebs. Der gelernte Koch, der sonst den Service in der Klosterschänke Weltenburg übernimmt und auch bei keinem Stefan-Marquard-Event im Landgasthof Schwögler fehlen darf, hatte seine Premiere beim Kulinarik-Festival. Und die hat er bravurös mit "Donaufischpflanzerl mit Kartoffel-Gurken-Salat und Remoulade" gemeistert.


Bereits letztes Jahr hat der Profi-Griller Tom Heinzle mit seinem Team von Tom's Grillwerkstatt dafür gesorgt, dass der neue Bereich über der Straße zu einem Anziehungsmagnet wurde. Diesmal war es wieder genauso. Unterstützt von seinem Freund Wolfgang Ponier, einem österreichischen Koch-Ausbilder, versorgten sie blitzschnell die Gäste mit "Pulled-Pork-Rolle", "Lamm mit Zitronen-Rosmarin-Butter und Pfefferminz" und "Gegrillte Rote Bete mit Frischkäse".


Die Grillfans kamen auch bei Frank Heppner und dem Rösle BBQ-Team voll auf ihre Kosten. Sie begeisterten mit einem "Pulled Lamb Burger" und im Gegensatz zu vielen Streetfood-Festivals musste man hier kaum anstehen. Da merkt man gleich, wenn Profis am Stand sind und mit der notwendigen Schnelligkeit arbeiten.


Die Gäste, die ihren Tisch in diesem Bereich hatten, wurden auch hier perfekt mit edlen Weinen versorgt. Das die ganze Familie Schroll vom Weinhaus Schroll war anwesend und überraschten die Gäste auch noch mit einer tollen Big Bottle Party ab 23.00 Uhr. Das Angebot wurde natürlich mit Freude angenommen.


Die Mischung macht's und dafür sorgten Basti Völkl vom Café-Restaurant Jedermann mit "Flammkuchen mit Schmandlauch und kalt gebeiztem Roastbeef" und "Balsamico-Linsen mit kalt gebeiztem Roastbeef" und Thomas Schindler mit "Kaninchenschinken aus eigener Zucht mit Focaccia". Basti hat seine Koch-Ausbildung bei Stefan Marquard gemacht und war danach als Küchenchef für Lucki Maurer tätig. Thomas ist auch ein langjähriger Weggefährte von Lucki und arbeitet heute als Chef-Patissier im Landgasthof Schwögler. In seiner Freizeit züchtet er Kaninchen für die Spitzengastronomie.


Die längste Anreise der Köche hatte vermutlich Tarik Rose. Er kam direkt aus Hamburg, wo er das Restaurant Engel betreibt. Zusammen mit Frank Buchholz und Chakall war er in der ZDF-Sendung "Beef Buddies" zu sehen. In einer Folge besuchten sie auch Lucki auf seinem Hof Schergengrub, wo er Bio-Wagyus züchtet. Tariks Einstand beim Kulinark-Festival war ein fein-würziges "Tatar mit orientalischer Mayo".



Es passte einfach alles und es wurde eine sehr lange Nacht. Das war wieder einmal so ein Moment, wo man dankbar sein sollte, dass man ihn erleben durfte. Tolle Menschen, tolles Essen, tolle Getränke, tolle Stimmung - lieber Lucki wir hoffen auf das fünfjährige Jubiläum nächstes Jahr.

Du hast sicher wieder die Unterstützung von allen Köchen auf diesem beeindruckenden Foto und auch von allen anderen Beteiligten, die nicht auf diesem Bild sind. Ich bin mir sicher, das sind nochmal genauso viele.

Danke an Dich, an Steffi, an Deine Eltern und einfach an ALLE!!!!



Dienstag, 2. August 2011

Äthiopiengrün und Isargold

Äthiopien: Land der Ethnien, Land einer christlichen Hochkultur, Land der Höfe, Land der Grüntöne, Land der Armut und des Hungers - Land der Widersprüche. Für mich nicht. Auch ein armes Land verfügt über Reichtümer, eben Reichtümer anderer Art.

Unser letzter Äthiopienbesuch liegt viele Jahre zurück. Trotzdem kann ich in Sekundenschnelle Erinnerungen an ein atemberaubend schönes Land mit liebenswerten Menschen und einer einzigartigen, äußerst wohlschmeckenden Gewürzküche zurückrufen.

Jetzt, wo Teff einfach zu bekommen ist, sollte ich wirklich wieder mal äthiopisch kochen.

Brotkorb

Aber darum geht es nicht, oder doch? Ralf Bos engagiert sich schon lange mit der Aktion "Spitzenköche für Afrika" für "Menschen für Menschen" von Karlheinz Böhm. Es war Glück, daß ich von dem Dinner bei Martin Baudrexel im Rahmen der Initiative Städtewette erfahren habe.

Spargel-Creme-brûlée, Schwarzer Knoblauch, Physalis

Es wurde ein sehr, sehr schöner Abend mit gutem Essen, anregenden Gesprächen, neuen Bekanntschaften und wieder ein bißchen Küchenluft schnuppern. Herzlichen Dank an Ralf Bos für das große persönliche Engagement, Veronique Witzigmann für die kulinarische Inspiration, an den tollen Service und die engagierten Jungs in der Küche und ein dickes Danke an Martin für den Besuch im "Allerheiligsten".

Flusskrebse, Morchelvinaigrette, Brunnenkresse,
Spargel-Tempura

Und damit wurden wieder einige Steine gelegt für die Zukunft der äthiopischen Kinder. Genuß für Bildung ist ein stimmiges Konzept.











Spargelconsommé, Markklößchen, Kerbel


Rinderfilet vom Galloway, Sauce Foyot, Spargelpanzerotti,
Mairübchen, Rahmspinat


Linzer-Schoko-Schnitte-Rhabarbereis, Curryaprikose