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Freitag, 18. August 2017

Menschen, Tiere, Sensationen.... Lucki Maurers Kulinarik Festival 2017

Zugegeben, außer einem Bären als Papp-Aufsteller, gab es keine Tiere auf dem 6. Kulinarik-Festival im Hotel Waldschlößl. Aber dafür jede Menge Menschen und sensationelles Essen. Kein Wunder, was Lucki Maurer, fast schon im privaten Kreis, erstmals zum 150. Jubiläum des Familienhotels gestartet hat, hat sich zum kulinarischen Hot-Spot Deutschlands entwickelt. Wenn er ruft, dann folgen ihm nicht nur die Spitzenköche aus der Region, viele seiner Kollegen, die zu guten Freunden geworden sind, Nachwuchstalente, Winzer, Sommeliers, Brenner und andere Genuss-Experten. Auch die Gäste stehen jedes Jahr in den Start-Löchern, wenn er über facebook den Karten-Vorverkauf eröffnet. Entsprechend schnell sind die Tickets vergriffen und jeder ist erleichtert, dass er im kommenden Jahr wieder dabei sein kann.


Das alljährliche Gruppenfoto ist inzwischen eine Herausforderung geworden, um alle fleißigen Hände, die die Gäste verwöhnen einfangen zu können. Mit diesem Foto wird immer der offizielle Start eingeleitet. Vorher ist die Atmosphäre sehr entspannt, die Protagonisten kommen an, bauen ihre Stände auf und geben ihren Gerichten den letzten Schliff. Einen sehr schönen Bericht, wie es sich anfühlt, wenn man hier als Koch dabei ist, gibt es bei Robert. Zum lesen, bitte hier klicken.


Die Zelte stehen, die Köche freuen sich über das Wiedersehen, die Gäste sind neugierig und freuen sich über den perfekten Sommertag. (Im Bild Heiko Antoniewicz, und Adrien Hurnungee mit Bär und mit den Kollegen Stefan Lemberger, Laura Kroiss und Wolfgang Müller.)


Für jede Menge Charme sorgte Meta Hiltebrand, die gemeinsam mit Christoph Brand eine Roulade vorbereitet hatte. Den lauschigsten Platz des Geländes teilen sich jedes Jahr Steffen Prase und die Jungs von der Kochbox.


Zum ersten Mal waren heuer Tobi Stegmann, Zweitplatzierter bei The Taste und der Spitzenkoch Alexander Huber dabei. Alte Hasen dagegen sind Anton Schmaus, Spyridoula Kagiaoglou, Stefan Marquard und Jockel Kaiser. Eine besondere Augenweide war heuer das bezaubernde Empfangskomitee unter der Leitung von Stephanie Maurer.


Thomas Schindler, Louis Lingnau, Katharina Angerer, Markus Haxter, Rabea Bilz und Ralf Bos - die müssen auch jedes Jahr dabei sein. Einige von Ihnen haben inzwischen den Job gewechselt, aber für Luckis Kulinarikfestival ziehen sie jedes Jahr wieder die Kochjacke an.


Neben den Jungs von der Kochbox gehören Frieder Ziebs, Johann Pilz, Volker Debus, Veronique Witzigmann und Xiao Wang zu den festen Größen an diesem Abend.


Die Auswahl an Essen war wirklich sensationell und für jeden Geschmack etwas dabei. Filigrane Gerichte aus der Sternegastronomie hatten genauso ihre Berechtigung, wie Burger, Würstel, Eintöpfe oder etwas vom Grill.


Ich habe es weder geschafft, alles zu essen, noch alles zu fotografieren. Deshalb bin ich sehr froh für die Unterstützung meiner Freundin Petra vom Blog "Der Mut Anderer", die mir großzügig ausgeholfen hat.


Auch für Süßschnäbel und Käseliebhaber gab es Köstlichkeiten zu entdecken.


Gutes Essen und gute Getränke gehören zusammen und auch dafür war mit einer großen Auswahl gesorgt. Der Winepunk Marco Giovanni Zanetti schenkte seine Weine ebenso aus, wie die Weingüter Horst Sauer, Markus Molitor oder Künstler.


Sebastian Class von Neverland Wines hatte ebenfalls wunderbare Weine dabei. Die Bier-Liebhaber umlagerten den Stand der Rhaner Brauerei, die heuer auch mit tollen Craft-Bieren begeistern konnte.


Wie immer, das Kulinarik-Festival war ein ganz besonderes Erlebnis und wir hatten viel Spaß und eine grandiose Nacht. Es ist so groß geworden, dass ich nicht mehr herum komme, alle zu porträtieren und alles zu probieren. Deshalb sorry an alle, die nicht genannt wurden und nächstes Jahr beim Fotografieren bitte vordrängeln.



Mittwoch, 7. Juni 2017

Was macht Tobi Stegmann aus Tomaten, Paprika, Gurken und Weißbrot?

Die charmante Idee von Tobias Stegmanns Kochbuch "Rock'n Soul Kitchen" ist es, aus den gleichen Zutaten zwei völlig unterschiedliche Gerichte zu kochen. Während das Eine eher bodenständig und einfach gehalten ist, glänzt das Zweite mit Kreativität und Eleganz und ist gut für Gäste-Einladungen geeignet. Das gefällt mir deshalb so gut, da ich bei Einladungen zu einem Menü die einzelnen Gänge gerne in kleiner Menge koche. Meist bleiben dann Zutaten übrig und hier passt es perfekt, wenn man dann gleich ein Rezept zur Hand hat, für eine schnelle Alltagsküche.



Um das für die Rezension des Buchs zu demonstrieren, habe ich natürlich zwei Gerichte ausprobiert, die zusammen gehören. Das Knoblauchbrot mit Tomaten, Gurkenschmand und Grillpaprika gehört zu den Gerichten der Kategorie "Freestyle". Bei Paprika-Crème-Brûlée mit Salsa, Aioli und Weissbrotknusper wird es schon edler und deshalb darf das "On Stage" serviert werden.

Meine Rezension kann hier nachgelesen werden.

Die beiden Rezepte gingen wunderbar Hand in Hand. Der Schnittlauchbund verteilte sich, genauso wie die Gurke, in beiden Rezepten. Aus den Resten des Baguette wurde der Weißbrotknusper. Beide Gerichte waren sehr unterschiedlich, aber sehr gut im Geschmack. Um das Experiment noch fortzuführen, habe ich zu beiden Gerichten den gleichen Wein eingeschenkt. Einen Silvaner Kabinett trocken, 2016 vom Winzerkeller Sommerach. Ein unkomplizierter und frischer Wein, der einfach zu dieser Küche mit mediterranen Aromen gut passt.



Knoblauchbrot mit Tomaten, Gurkenschmand und Grillpaprika


für 4 Personen

8 Scheiben Baguette
Olivenöl
1 Knoblauchzehe
2 rote Paprikaschoten
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Ochsenherztomaten
1/2 Bund Schnittlauch
Zucker
1/2 Gurke
150 gr. Schmand

Die Paprikaschoten mit dem Sparschäler schälen, dann in Segmente schneiden und entkernen. Nun die restliche Haut mit dem Sparschäler entfernen. Die Segmente in 2 cm breite Streifen schneiden und mit Olivenöl bestreichen. Eine Grillpfanne erhitzen und die Paprika darin rundum etwa 5 Minuten braten. Herausnehmen, in einer Schüssel mit Salz, Pfeffer und 2 EL Olivenöl mischen und abkühlen lassen.

Die Tomaten auf der Gemüsereibe in eine Schüssel raspeln, dabei die Haut und die Stielansätze entfernen. Den Schnittlauch in Röllchen schneiden und mit 2 EL Olivenöl zu den Tomaten geben. Mit etwas Zucker, Salz und Pfeffer würzen.

Die Gurke schälen, längs halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel auskratzen. Die Hälften in feine Würfel schneiden und mit dem Schmand mischen, mit Olivenöl, Salz und Pfeffer würzen.

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen. Die Knoblauchzehe schälen, fein würfeln und mit 2 EL Olivenöl mischen. Die Baguettescheiben nebeneinander auf ein Backblech legen und mit dem Olivenöl beträufeln. Im Ofen auf der mittleren Schiene 5 - 8 Minuten goldgelb rösten.

Das geröstete Brot auf Teller verteilen und mit den geriebenen Tomaten bestreichen. Jeweils 2 bis 3 Paprikastreifen darauflegen, mit etwas Gurkenschmand beträufeln und mit 1 Prise Pfeffer bestreuen.






Paprika-Crème-Brûlée mit Salsa, Aioli und Weissbrotknusper

für 4 Personen


Crème Brûlee:
3 rote Paprikaschoten
100 ml Milch
200 gr. Sahne
2 EL Himbeeressig
Meersalz
Zucker
Olivenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
5 Eigelb
Zucker zum Karamellisieren

Die Paprika in Segmente schneiden, entkernen und dann in Streifen schneiden. Diese mit Salz und Zucker marinieren, bis sie Wasser gezogen haben und dann mit einem Schuss Olivenöl sehr weich dünsten. Die Paprikastreifen in ein hohes Gefäss geben und mit Milch und Sahne pürieren. Mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken, die Eigelbe dazugeben und erneut kräftig mixen. Wer keine Reste der Schale haben möchte, kann die Masse noch durch ein Sieb streichen.

Den Backofen auf 110 Grad vorheizen. Vier ofenfeste Förmchen auf ein tiefes Backbleck stellen und die Masse verteilen. Das Blech in den Ofen auf die mittlere Schiene schieben und wenig Wasser neben die Förmchen dazugießen. Die Crème Brûlée im Ofen 50 bis 60 Minuten stocken lassen. Herausnehmen, abkühlen lassen und sofort kühl stellen.


Salsa:
2 Strauchtomaten
1/3 Salatgurke
1/2 Bund Schnittlauch in Röllchen
1 TL Balsamico blanco
1 EL Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zucker

Die Tomaten vierteln, Stielansätze und Kerne entfernen. Dann in feine Würfel schneiden. Die Gurke längs halbieren und die Kerne mit einem Teelöffel auskratzen. Die Hälften in feine Würfel schneiden. Den Schnittlauch in feine Röllchen schneiden. Tomaten, Gurke, Schnittlauch, Essig und Öl mischen, mt Salz, Pfeffer und Zucker würzen und etwas ziehen lassen.


Aioli:
1/2 Bio-Limette
80 ml Milch
200 ml Öl
1 Knoblauchzehe
Meersalz

Den Knoblauch schälen und mit etwas Salz zu einer Paste reiben. Die Schale der Limette fein abreiben und den Saft auspressen. Limettensaft und -Schale, Milch, Öl, Knoblauch und Salz mit Stabmixer cremig pürieren.


Knusper:
altbackene Baguettescheiben vom Vortag
3 EL Olivenöl
Fleur de Sel

Für den Knusper das Brot grob reiben und in einer Pfanne mit Olivenöl goldgelb braten, mit einer Prise Fleur de Sel würzen.


Anrichten:

Zum Servieren die abgekühlten Crèmes Brûlées mit dem Zucker dünn bestreuen und mit einem Flambierbrenner karamellisieren. Den Vorgang wiederholen, dann wird die Zuckerschicht härter. Crème Brûlée in den Förmchen auf Teller oder Bretter stellen und die Salsa mit Hilfe eines Anrichtrings danebensetzen. Die Aioli als Klecks daneben anrichten und den Weißbrotknusper darüberstreuen.





Montag, 5. Juni 2017

Rezension: Rock'n'Soul Kitchen von Tobi Stegmann

Es scheint mir, dass die Kochbuch-Neuerscheinungen explodieren und der Kochbuchmarkt ist sogar für mich sehr unübersichtlich geworden. Fast scheint es so, als sei alles schon gesagt worden, nur noch nicht von allen. Um so erfreulicher war es für mich, dass ich ein interessantes Kochbuch eher zufällig entdeckt habe: "Rock'n' Soul Kitchen" von Tobi Stegmann.




Tobias "Tobi" Stegmann kam erst auf Umwegen zum Beruf des Kochs. Nach einer Ausbildung zum Flugzeugmechaniker entschied er sich doch, seiner Leidenschaft für das Kochen zu folgen und begann die Ausbildung zum Koch in einem italienischen Restaurant. Mit seinem Talent konnte er sich beim Kantinenbetrieb "LaVita" vom Küchenchef bis zur Küchenleitung hocharbeiten. Der gebürtige Erdinger lebt heute mit seiner Familie in Landshut.

Bekannt wurde er durch die Fernsehsendung "The Taste". Dort verpasste er 2015 nur knapp den Sieg, mit seiner sympathischen Ausstrahlung galt er aber als "Sieger der Herzen". Danach war er auf seinem Youtube-Channel "ROCK'n SOUL KITCHEN" und als Juror bei "Mein Lokal, Dein Lokal" zu sehen. Vor kurzem hat er in Landshut sein eigenes Restaurant "Denkma(h)l" eröffnet.

Wie in seinen Koch-Videos ist sein Buch eine Mischung aus kreativen Rezepten, Tipps rund ums Kochen und Musik. Das Ganze ist schwungvoll und modern präsentiert. Das Besondere ist allerdings, dass mit den gleichen Zutaten zwei verschiedene Rezepte vorgestellt werden. Die Grundidee ist es, saisonal zu kochen. Für jede der vier Jahreszeiten stellt Tobi Stegmann drei Menüs mit je drei Gängen vor. Dabei sind die Hauptzutaten im Fokus, die bereits im Inhaltsverzeichnis vorgestellt werden. Aus diesen Zutaten zaubert der Autor zwei Varianten: "Freestyle" für unkomplizierte Alltagsküche und "On Stage" für die festliche Gästebewirtung. Mir gefällt das deshalb so gut, weil man gerade beim Menükochen oft Zutaten übrig hat. So hat man gleich eine Idee an der Hand, wie die restlichen Zutaten verarbeitet werden können. Genau das hat mich beim Nachkochen gereizt und ich habe mich für die beiden Vorspeisen aus dem Sommermenü "Sign o' the Times" entschieden. Der Bezug zu Tobis Lieblingsmusik wird nicht nur durch die Benennung der Menüs mit Rocktiteln hergestellt. Auch im Nachwort der Kapitel erklärt er seine Philosophie des Kochens im Vergleich mit Musik.

Die Rezepte haben eine Angabe zur Personenzahl, die Zutatenliste ist entsprechend der einzelnen Komponenten der Gerichte aufgebaut und die ausführliche Zubereitungsbeschreibung ist gut verständlich. Zu den meisten Rezepten gibt es ein Foto, manchmal auf der gleichen Seite, manchmal auf einer der Folgeseiten. Etwas verwirrt hat mich die Reihenfolge der Rezepte. Für Frühling und Herbst hat man sich entschieden zuerst das jeweilige Freestyle-Menü und dann das On-Stage-Menü vorzustellen. Bei Sommer und Winter werden zuerst beide Vorspeisen, dann beide Hauptgänge und zum Schluss beide Desserts präsentiert.

Das alphabetische Register am Ende des Buchs ist eine ausführliche Kombination von Zutaten und Rezepttiteln. Ergänzend gibt es auch noch eine Auflistung der Rezepte nach den Kategorien Fisch, Fleisch, Geflügel und Gemüse.

Bei den beiden Gerichten, die ich ausprobiert hatte, war das Rezept sehr gut nachzuvollziehen. Geschmacklich hat uns beides mit seiner geschmacklichen Tiefe sehr überzeugt.


Knoblauchbrot mit Tomaten, Gurkenschmand und Grillpaprika

















Paprika-Crème-Brûlée mit Salsa, Aioli und Weissbrotknusper















Fazit:
"Rock'n' Soul Kitchen" von Tobi Stegmann ist ein modernes Kochbuch, mit gutem handwerklichen Anspruch. Die Rezepte sind kreativ, saisonal ausgerichtet und bieten Ideen für unterschiedliche Anlässe (Alltag und festlich). Es ist besonders für junge Hobbyköche geeignet, die bereits die ersten Erfahrungen am heimischen Herd gemacht haben.