Auf dieses Getränk war ich gleichzeitig neugierig und auch sehr skeptisch. Wie schmeckt das, bei der kleinen Menge Zucker und der großen Menge Nelken?
Die Zubereitung ist sehr einfach und man muss nur ein wenig Zeit mitbringen, bis der Saft fertig gekocht ist. Beim Absieben bin ich so vorgegangen, wie ich auch meine Liköre abgiesse. Zuerst gebe ich alles durch ein sehr grobes Sieb. Dadurch werden die groben Teile entfernt und das Sieb verstopft nicht. Danach gieße ich den Saft noch durch ein sehr feines Sieb. So bekomme ich einen klaren Saft in kurzer Zeit.
Die Farbe des Backpflaumensaft ist nicht besonders attraktiv, aber der Geschmack ist sehr gut. Eine sehr feine alkoholfreie Alternative zu Glühwein & Co.
Ich bin froh, dass ich dieses Rezept für meine Rezension des Buchs "Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise durch Polen" ausgewählt habe.
200 gr. getrocknete Pflaumen
1,5 L Wasser
50 gr. Zucker
1 TL Nelken
1 Zimtstange
Zitronensaft und Zucker zum Dekorieren der Gläser
Die Nelken in einer elektrischen Kaffeemühle grob mahlen und dann mit den Pflaumen mit Wasser, Zucker und Zimt in einem großen Topf aufkochen. Für eine Stunde ganz sanft köcheln lassen und anschließend abpassieren. Die Flüssigkeit reduziert sich in dieser Zeit um die Hälfte. Den Saft warm servieren.
Die Ränder der Gläser in Zitronensaft tauchen und anschließend in Zucker, um einen Zuckerrand zu bekommen.
Die restlichen Pflaumen können z. B. mit Vanilleeis kombiniert werden.
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Montag, 15. Dezember 2014
Sonntag, 14. Dezember 2014
Mohnnudeln
aus Kandierte Orangen
Mohnnudeln habe ich vor mindestens 20 Jahren einmal in einem Kochkurs kennengelernt. Es ging um die böhmische Küche und ich hatte dieses süße Nudelgericht angenehm in Erinnerung. Als ich ein Rezept im Buch "Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise durch Polen" entdeckte, wollte ich es im Rahmen meiner Rezension unbedingt ausprobieren.
Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich die kandierten Orangen, die ebenfalls auf meiner Nachkoch-Liste standen, gleich hierfür verwenden konnte.
Im Rezept sind Bandnudeln angegeben und auf dem Rezeptfoto entdeckte ich, dass die Nudeln in Sternform waren. Das fand ich so hübsch, dass ich eine kleine Menge Nudelteig gemacht habe und diesen ganz dünn ausgerollt und dann zu Sternen ausgestochen habe. Leider wirkt es auf dem Teller nicht so, wie ich es erhofft hatte. Beim nächsten Mal würde ich nur ein paar Sterne machen und die für die Dekoration von Bandnudeln verwenden. Für Herrn bushcook gab es glutenfreie Bandnudeln und die sahen auch hübsch aus.
Auf die Konsistenz des Mohns, der lange gekocht und über Nacht stehen sollte, war ich sehr gespannt. Zum Schluss entstand eine Art Polenta-Brei mit leichtem Biss. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass dieses Gericht, bis auf die Nudeln, komplett vorbereitet werden kann und so im Bedarfsfall schnell ein Essen auf dem Tisch steht.
Im Rezept ist angegeben, dass die Mohnnudeln kalt und warm schmecken. Ich habe beides ausprobiert und fand sie kalt auch sehr köstlich.
Für 2 Personen
100 gr. Blaumohn
300 ml Milch
250 gr. Bandnudeln, auch glutenfrei möglich
1 TL Honig
50 gr. Rosinen
50 gr. gehackte Mandeln
1 Streifen kandierte Orangenschale
etwas Butter
Den Mohn und die Milch zum Kochen bringen und für 10 Minuten leise köcheln lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und den Mohn für 12 Stunden quellen lassen.
Die Mandeln in einer trockenen Pfanne goldgelb rösten. Die Orangenschale in feine Streifen schneiden.
Den Mohn bei kleiner Hitze sanft erwärmen und Honig, Rosinen und die gerösteten Mandeln zugeben.
Die Bandnudeln in leicht gesalzenem Wasser kochen. Dann abgießen, kurz abtropfen lassen und mit der Butter mischen, damit sie nicht kleben. Zum Schluss mit dem Mohn vermengen und auf Tellern anrichten. Mit den Orangenstreifen garnieren.
Ein schöner Nebeneffekt war, dass ich die kandierten Orangen, die ebenfalls auf meiner Nachkoch-Liste standen, gleich hierfür verwenden konnte.
Im Rezept sind Bandnudeln angegeben und auf dem Rezeptfoto entdeckte ich, dass die Nudeln in Sternform waren. Das fand ich so hübsch, dass ich eine kleine Menge Nudelteig gemacht habe und diesen ganz dünn ausgerollt und dann zu Sternen ausgestochen habe. Leider wirkt es auf dem Teller nicht so, wie ich es erhofft hatte. Beim nächsten Mal würde ich nur ein paar Sterne machen und die für die Dekoration von Bandnudeln verwenden. Für Herrn bushcook gab es glutenfreie Bandnudeln und die sahen auch hübsch aus.
Auf die Konsistenz des Mohns, der lange gekocht und über Nacht stehen sollte, war ich sehr gespannt. Zum Schluss entstand eine Art Polenta-Brei mit leichtem Biss. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass dieses Gericht, bis auf die Nudeln, komplett vorbereitet werden kann und so im Bedarfsfall schnell ein Essen auf dem Tisch steht.
Im Rezept ist angegeben, dass die Mohnnudeln kalt und warm schmecken. Ich habe beides ausprobiert und fand sie kalt auch sehr köstlich.
Für 2 Personen
100 gr. Blaumohn
300 ml Milch
250 gr. Bandnudeln, auch glutenfrei möglich
1 TL Honig
50 gr. Rosinen
50 gr. gehackte Mandeln
1 Streifen kandierte Orangenschale
etwas Butter
Den Mohn und die Milch zum Kochen bringen und für 10 Minuten leise köcheln lassen. Dann den Topf vom Herd nehmen und den Mohn für 12 Stunden quellen lassen.
Die Mandeln in einer trockenen Pfanne goldgelb rösten. Die Orangenschale in feine Streifen schneiden.
Den Mohn bei kleiner Hitze sanft erwärmen und Honig, Rosinen und die gerösteten Mandeln zugeben.
Die Bandnudeln in leicht gesalzenem Wasser kochen. Dann abgießen, kurz abtropfen lassen und mit der Butter mischen, damit sie nicht kleben. Zum Schluss mit dem Mohn vermengen und auf Tellern anrichten. Mit den Orangenstreifen garnieren.
Samstag, 13. Dezember 2014
Kandierte Orangen aus dem gleichnamigen Buch
Wenn ein Buch den schönen Titel "Kandierte Orangen" trägt, dann bietet es sich doch an, das Titel-Rezept für eine Rezension auszuprobieren.
In der Weihnachtsbäckerei verwenden wir traditionell Zitronat und Orangeat und viele mögen den Geschmack nicht. Diese kandierten Orangen haben nicht im entferntesten etwas mit dem Angebot des Handels zu tun. Sie erfordern ein wenig Mühe, beim Vorbereiten der Schale. Doch die Arbeit lohnt sich sehr. Ein wunderbarer Duft zieht durch das Haus, wenn sie im Sirup köcheln und als Lohn der Arbeit bekommt man eine kandierte Orangenschale, die ein herrliches Aroma hat.
Am nächsten Tag habe ich ein paar Streifen für die Mohnnudeln klein geschnitten. Sofort haben sie wieder ihren schönen Duft verbreitet. Ich finde sie fast zu schade, sie mitzubacken oder mitzukochen. Sie sind Aromageber und sollten eher zur Abrundung eines Gerichts oder als Luxus-Süßigkeit einfach so gegessen werden.
2 Bio-Orangen
600 ml Wasser
340 gr. Zucker
Zucker zum Wälzen
Die Orangen heiß abwaschen. Mit einem scharfen Messer die Orangenschale rundum zweimal einschneiden, damit vier gleichgroße Segmente entstehen. Aufpassen, damit man nicht in das Fruchtfleisch schneidet.
Die vier Schalensegmenten vorsichtig mit den Fingern abschälen. Die Haut möglichst plan auf das Schneidebrett legen und mit einem kleinen scharfen Messer das innere Weiße abschneiden. Dies muss in mehreren Schichten erfolgen. Je weniger von dem Weißen noch vorhanden ist, desto gerader kann man die Schale auflegen und desto besser kann das Weiße entfernt werden.
Die Schalensegmente längs in 4 gleichgroße Streifen schneiden.
In einem großen Topf Wasser und Zucker bei kleiner Hitze aufkochen lassen. Dabei ständig rühren, damit sich der Zucker vollständig auflöst. Die Schalen hineingeben und für ca. 2 Stunden bei schwacher Hitze offen köcheln lassen. Regelmäßig kontrollieren, ob die Schalen noch in genug Sirup schwimmen. Gegen Ende der Garzeit reduziert sich der Sirup sehr und wird sehr schaumig. Jetzt bleibt man besser neben dem Topf stehen und rührt öfters, damit nichts anbrennt.
Nach den 2 Stunden die Schalen mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen und etwas abkühlen lassen. Zucker in eine Schüssel geben, die noch warmen, klebrigen Schalen darin wälzen und anschließend nebeneinander auf Backpapier trocknen lassen. Dafür nimmt man am besten eine Pinzette, damit die Orangenschalen einzeln auf dem Backpapier liegen.
Die getrockneten kandierten Orangenschalen kann man in Gläsern an einem trockenen Ort bis zu 3 Monate aufbewahren.
In der Weihnachtsbäckerei verwenden wir traditionell Zitronat und Orangeat und viele mögen den Geschmack nicht. Diese kandierten Orangen haben nicht im entferntesten etwas mit dem Angebot des Handels zu tun. Sie erfordern ein wenig Mühe, beim Vorbereiten der Schale. Doch die Arbeit lohnt sich sehr. Ein wunderbarer Duft zieht durch das Haus, wenn sie im Sirup köcheln und als Lohn der Arbeit bekommt man eine kandierte Orangenschale, die ein herrliches Aroma hat.
Am nächsten Tag habe ich ein paar Streifen für die Mohnnudeln klein geschnitten. Sofort haben sie wieder ihren schönen Duft verbreitet. Ich finde sie fast zu schade, sie mitzubacken oder mitzukochen. Sie sind Aromageber und sollten eher zur Abrundung eines Gerichts oder als Luxus-Süßigkeit einfach so gegessen werden.
2 Bio-Orangen
600 ml Wasser
340 gr. Zucker
Zucker zum Wälzen
Die Orangen heiß abwaschen. Mit einem scharfen Messer die Orangenschale rundum zweimal einschneiden, damit vier gleichgroße Segmente entstehen. Aufpassen, damit man nicht in das Fruchtfleisch schneidet.
Die vier Schalensegmenten vorsichtig mit den Fingern abschälen. Die Haut möglichst plan auf das Schneidebrett legen und mit einem kleinen scharfen Messer das innere Weiße abschneiden. Dies muss in mehreren Schichten erfolgen. Je weniger von dem Weißen noch vorhanden ist, desto gerader kann man die Schale auflegen und desto besser kann das Weiße entfernt werden.
Die Schalensegmente längs in 4 gleichgroße Streifen schneiden.
In einem großen Topf Wasser und Zucker bei kleiner Hitze aufkochen lassen. Dabei ständig rühren, damit sich der Zucker vollständig auflöst. Die Schalen hineingeben und für ca. 2 Stunden bei schwacher Hitze offen köcheln lassen. Regelmäßig kontrollieren, ob die Schalen noch in genug Sirup schwimmen. Gegen Ende der Garzeit reduziert sich der Sirup sehr und wird sehr schaumig. Jetzt bleibt man besser neben dem Topf stehen und rührt öfters, damit nichts anbrennt.
Nach den 2 Stunden die Schalen mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen und etwas abkühlen lassen. Zucker in eine Schüssel geben, die noch warmen, klebrigen Schalen darin wälzen und anschließend nebeneinander auf Backpapier trocknen lassen. Dafür nimmt man am besten eine Pinzette, damit die Orangenschalen einzeln auf dem Backpapier liegen.
Die getrockneten kandierten Orangenschalen kann man in Gläsern an einem trockenen Ort bis zu 3 Monate aufbewahren.
Freitag, 12. Dezember 2014
Rezension:
Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise durch Polen
Im Sommer war ich das erste Mal in Polen und es hat mir sehr gut dort gefallen. Von der traditionellen polnischen Küche konnte ich nur einen kleinen Einblick gewinnen und war deshalb sehr gespannt auf das Buch "Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise".
Beata Zatorska wurde in Polen geboren und wanderte Mitte der 1980er Jahre mit ihren Eltern nach Australien aus. Dort studierte sie Medizin und lernte ihren Mann Simon Target kennen. Heute lebt sie mit ihm und ihren beiden Kindern in Sydney und arbeitet als Ärztin. Nach über 20 Jahren kehrte sie mit ihrem Mann in das polnische Dorf zurück, in dem sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen war. Die beiden bereisten einen ganzen Sommer Polen und veröffentlichten ihre Eindrücke, traditionelle Rezepte und Fotos in dem Buch "Rosenmarmelade: Ein Sommer in Polen". Für das zweite Buch reisten die beiden erneut nach Polen, diesmal im Winter. Wieder zeichnet ihr Mann Simon Target, ein erfolgreicher Regisseur und Drehbuchautor, für die Fotos verantwortlich.
Das im Gerstenberg Verlag erschienene großformatige Buch ist mehr ein Lesebuch zum Träumen, als ein Kochbuch. So sind die Kapitelüberschriften Geschichten gewidmet und die Auflistung der 47 Rezepte finden sich erst im alphabetischen Register am Ende des Buches. Das Register beinhaltet auch Personen, Orte und allgemeine Begriffe, die im Buch behandelt werden.
Im ersten Kapitel "Eine Kindheit in Polen" erzählt die Autorin von ihren Erinnerungen und stimmt uns auf die besondere Atmosphäre in der Weihnachtszeit ein. In "Der Winter naht" haben wir teil an den winterlichen Reiseerlebnissen in Warschau, Lublin und Schloss Lancut. In den Kapiteln "Advent" und "Weihnachten zu Hause" erfahren wir viel über polnische Weihnachtsbräuche und -Geschichten. Wie in den Familien in Deutschland folgt nach der Weihnachtszeit der Jahreswechsel. Wie das in Polen gefeiert wird, erfahren wir in "Ein Neues Jahr". Die beiden abschließenden Kapitel "Winterferien" und "Fortfliegen" nehmen uns wieder mit auf die Reise durch Polen und die Kindheit der Autorin.
Das Buch ist eine sehr liebevolle und opulente Zusammenstellung von Erinnerungen, privaten Fotos, Gedichten, Geschickten, Collagen, Reisefotos und Rezepten. Am liebsten möchte man sich einen Glühwein kochen, dicke Sochen anziehen und zum Schmökern auf die Couch zurück ziehen. Unterstützt wird dies durch unterschiedliche Papiersorten und den Wechsel von Schreibschrift und Druckschrift.
Für die Rezension habe ich drei Rezepte zum Nachkochen ausgewählt. Selbstverständlich musste das Titelrezept, die kandierten Orangen dabei sein. Für die Mohnnudeln und den Backpflaumensaft entschied ich mich, weil die Rezepte ungewöhnlich waren und sie mich neugierig machten. Es ist sehr ungewöhnlich für mich, wenn ich mich streng an Rezepte halte. In diesem Fall habe ich es getan, da ich mit der polnischen Küche nicht vertraut bin und an manchen Stellen hat es mich schon sehr gereizt, eine Variation einzubauen. Aber ich bin standhaft geblieben und war im Nachhinein sehr froh darüber. Alle drei Rezepte haben bestens funktioniert und meinen kulinarischen Horizont erweitert. Geschmacklich waren die Orangenschale, die Mohnnudeln und der Saft sehr fein und ich freue mich schon darauf, weitere Rezepte, gerade in der Weihnachtszeit, zu servieren.
Kandierte Orangen
Mohnnudeln
Backpflaumensaft
Fazit:
Das Buch Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise durch Polen empfiehlt sich für alle, die die Weihnachtszeit richtig genießen möchten und sich Zeit für besinnliche Momente nehmen. Ich kann es mir auch sehr schön vorstellen, mit Kindern darin zu blättern, die Bilder zu betrachten und Geschichten vor zu lesen oder eigene Geschichten zu erzählen. Wer auf der Suche nach weihnachtlichen Rezepten mit feinem Geschmack ist, wird hier ebenfalls fündig.
Beata Zatorska wurde in Polen geboren und wanderte Mitte der 1980er Jahre mit ihren Eltern nach Australien aus. Dort studierte sie Medizin und lernte ihren Mann Simon Target kennen. Heute lebt sie mit ihm und ihren beiden Kindern in Sydney und arbeitet als Ärztin. Nach über 20 Jahren kehrte sie mit ihrem Mann in das polnische Dorf zurück, in dem sie bei ihrer Großmutter aufgewachsen war. Die beiden bereisten einen ganzen Sommer Polen und veröffentlichten ihre Eindrücke, traditionelle Rezepte und Fotos in dem Buch "Rosenmarmelade: Ein Sommer in Polen". Für das zweite Buch reisten die beiden erneut nach Polen, diesmal im Winter. Wieder zeichnet ihr Mann Simon Target, ein erfolgreicher Regisseur und Drehbuchautor, für die Fotos verantwortlich.
Das im Gerstenberg Verlag erschienene großformatige Buch ist mehr ein Lesebuch zum Träumen, als ein Kochbuch. So sind die Kapitelüberschriften Geschichten gewidmet und die Auflistung der 47 Rezepte finden sich erst im alphabetischen Register am Ende des Buches. Das Register beinhaltet auch Personen, Orte und allgemeine Begriffe, die im Buch behandelt werden.
Im ersten Kapitel "Eine Kindheit in Polen" erzählt die Autorin von ihren Erinnerungen und stimmt uns auf die besondere Atmosphäre in der Weihnachtszeit ein. In "Der Winter naht" haben wir teil an den winterlichen Reiseerlebnissen in Warschau, Lublin und Schloss Lancut. In den Kapiteln "Advent" und "Weihnachten zu Hause" erfahren wir viel über polnische Weihnachtsbräuche und -Geschichten. Wie in den Familien in Deutschland folgt nach der Weihnachtszeit der Jahreswechsel. Wie das in Polen gefeiert wird, erfahren wir in "Ein Neues Jahr". Die beiden abschließenden Kapitel "Winterferien" und "Fortfliegen" nehmen uns wieder mit auf die Reise durch Polen und die Kindheit der Autorin.
Das Buch ist eine sehr liebevolle und opulente Zusammenstellung von Erinnerungen, privaten Fotos, Gedichten, Geschickten, Collagen, Reisefotos und Rezepten. Am liebsten möchte man sich einen Glühwein kochen, dicke Sochen anziehen und zum Schmökern auf die Couch zurück ziehen. Unterstützt wird dies durch unterschiedliche Papiersorten und den Wechsel von Schreibschrift und Druckschrift.
Für die Rezension habe ich drei Rezepte zum Nachkochen ausgewählt. Selbstverständlich musste das Titelrezept, die kandierten Orangen dabei sein. Für die Mohnnudeln und den Backpflaumensaft entschied ich mich, weil die Rezepte ungewöhnlich waren und sie mich neugierig machten. Es ist sehr ungewöhnlich für mich, wenn ich mich streng an Rezepte halte. In diesem Fall habe ich es getan, da ich mit der polnischen Küche nicht vertraut bin und an manchen Stellen hat es mich schon sehr gereizt, eine Variation einzubauen. Aber ich bin standhaft geblieben und war im Nachhinein sehr froh darüber. Alle drei Rezepte haben bestens funktioniert und meinen kulinarischen Horizont erweitert. Geschmacklich waren die Orangenschale, die Mohnnudeln und der Saft sehr fein und ich freue mich schon darauf, weitere Rezepte, gerade in der Weihnachtszeit, zu servieren.
Kandierte Orangen
Mohnnudeln
Backpflaumensaft
Fazit:
Das Buch Kandierte Orangen: Eine kulinarische Reise durch Polen empfiehlt sich für alle, die die Weihnachtszeit richtig genießen möchten und sich Zeit für besinnliche Momente nehmen. Ich kann es mir auch sehr schön vorstellen, mit Kindern darin zu blättern, die Bilder zu betrachten und Geschichten vor zu lesen oder eigene Geschichten zu erzählen. Wer auf der Suche nach weihnachtlichen Rezepten mit feinem Geschmack ist, wird hier ebenfalls fündig.
Montag, 14. Juli 2014
Besuch bei der weißen Koludzka-Gans in Polen
Anfang Juli hatte ich die Gelegenheit an einer Studienreise nach Polen teilzunehmen. Im Rahmen eines EU-Projekts waren wir eingeladen uns über das QAFP-Siegel und die damit verbundene neue Qualität in der Geflügelbranche zu informieren.
Zu meiner großen Freude gehörten zu unserer bunt gemischten Reisegruppe aus Journalisten auch ein Küchenchef, ein deutscher Gänsezüchter und meine beiden Bloggerfreundinnen Astrid von Arthurs Tochter kocht und Petra von Der Mut Anderer.
Unser Programm startete kurz nach der Ankunft in Posen mit einer kleinen Stadtführung durch die Altstadt, die mit vielen schönen Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten gespickt war. Und sie endete am Alten Markt, einem unbeschreiblich schönen Platz im Herzen der Stadt. Das goldene Abendlicht und der weiß-blaue Himmel (fast wie daheim) unterstrichen natürlich die Attraktivität der Atmosphäre.
Besonders positiv ist mir natürlich aufgefallen, dass es überall freien Internet-Zugang gibt, wenn man eine polnische Telefonnummer hat. Davon sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt. Auch das WLAN im sehr attraktiven Hotel Andersia funktionierte perfekt. In dieser Qualität erlebe ich das selten auf unseren Reisen daheim.
Rund um den Platz gibt es viele Restaurants und Cafés, die alle eine Terasse haben. Die einheitlichen Sonnenschirme verleihen dem Platz einen hübschen Markt-Charakter. Überall waren fröhliche Menschen, die den lauen Sommerabend genossen. Posen ist keine Touristenstadt, trotzdem gibt es sehr viel junges und internationales Publikum, da jeder fünfte Einwohner Student ist.
Im Restaurant "Le Palais du Jardin", einem der besten Restaurants der Stadt, waren wir zum festlichen Abendessen eingeladen. Ich habe es sehr genossen, an diesem schönen Abend im Freien zu sitzen, die tolle Kulisse zu erleben und ein feines Menü zu essen. Aus der Menüauswahl entschied ich mich für:
Am nächsten Tag mussten wir früh raus und es ging mit dem Bus nach Koluda ins Staatliche Forschungsinstitut / Versuchsbetrieb, die exklusiver Züchter der weißen Koludzka-Gans sind. Auf der Fahrt waren einige Störche zu sehen und es ist mir aufgefallen, wie anders dort die Felder aussehen. Es gibt viele kleine Felder mit unterschiedlichen Getreidesorten und Gemüseanbau. Zwischen dem Getreide blitzen jede Menge Korn- und Mohnblumen hervor und geben der Landschaft eine hübsche Farbe.
In Koluda Wielka wurden wir sehr herzlich mit selbstgebackenem Kuchen und aromatisiertem Wasser empfangen. Eigentlich ist es so doch viel attraktiver, als immer diese Flaschen und das leichte Zitronen- und Minzaroma schmeckt auch besser.
Wir lernten Frau Dr. Halina Bielińska, die stellvertretende Direktorin des Instituts kennen. Sie ist eine ausgezeichnete Spezialistin für die Zucht der Hafermastgans und leitet auch die nationale Gänseforschungs- und Zuchteinrichtung. In ihrem sehr interessanten Vortrag erläuterte sie, dass die weiße Koludzka-Gans aus der weißen italienischen Gans gezüchtet wurde, die 1962 aus Dänemark kam. Diese Gans war eine sog. primitive Gans und für die Zucht nicht besonders gut geeignet, da sie wenig Nachwuchs bekam.
Es dauerte 50 Jahre, bis die weiße Koludzka-Gans den Status als eigene Geflügelart bekam. Sie ist nicht nur für die Zucht sehr gut geeignet, sondern auch eine hervorragende Mastgans, die im Alter von über 100 Tagen geschlachtet wird.
Für die Gänse mit dem QAFP-Siegel gelten strenge Normen bezüglich ihrer Herkunft, ihrer Haltung, ihrer Fütterung und der Hafermast. Die Gänse des Instituts werden so gehalten und das Institut prüft andere Gänsezüchter, ob sie diese Regeln einhalten. Weitere Informationen über das QAFP-Siegel findet ihr auf dieser deutschsprachigen Webseite.
Anschließend ging es hinaus zu den Gänsen. Das Institut ist eine sehr großzügige Anlage, die mich an ein Gut erinnerte. Auf dem weitläufigen Gelände stehen mehrere Gebäude, in denen die 2.520 Gänse des Institus in kleinen Herden leben. Jeweils sechs Gänse-Damen und ein Gänserich teilen sich einen Stall. Im Inneren befinden sich die Brutkästen und im Aussenbereich gibt es auch ein Wasserbecken. Die Gänse dürfen auch auf die großen Wiesen. Das ist ein sehr schöner, fast altmodisch anmutender Anblick. Die friedliche Ruhe auf dem Areal und in der gesamten, sehr ländlich geprägten Gegend, war richtig wohltuend.
Auch das schönste Leben einer Gans dauert nicht ewig und die Tiere werden nach der Mast in einem Schlachthaus auf dem Grundstück geschlachtet. Die Mast erfolgt niemals unter Zwang. Das Futter wird in den richtigen Mengen bereit gestellt und die Gans frisst so viel sie will. Da die Gänse einer natürlichen Futtergier unterliegen nehmen sie auch reichlich, wenn viel da ist.
Im Hofladen des Institus kann man Gänseprodukte wie Gänseleberpastete, geräucherte Gänsebrust, eingemachtes Gänsefleisch und Wurst kaufen. Da auch Schafe gehalten werden, gibt es verschiedene Schafskäse und Schafsfrischkäse. In dem Moment haben wir drei Foodblogger-Damen uns natürlich nichts sehnsüchtiger gewünscht, als eine riesige Kühlbox. In unserer Verzweiflung kauften wir dann Nudeln, die mit Wachteleiern gemacht wurden.
Nach einem kleinen Abstecher beim Gänse-Denkmal ging es zurück in den Konferenzraum.
Dort war der Tisch schon reich gedeckt mit den Köstlichkeiten aus der Schafsmilch. Es gab zwei Sorten Frischkäse, von denen der eine so seidig und wunderbar im Geschmack war, dass ich am liebsten nochmal nachgenommen hätte. Auch der Hartkäse und der geräucherte Käse schmeckten mir sehr gut. Dazu wurde selbstgemachtes Preiselbeer-Kompott gereicht.
Gut, dass ich vorsichtig war, denn der Koch servierte nun eine sehr gehaltvolle Suppe. Es ist eine polnische Nationalspeise mit dem Namen Zurek und wird aus Sauerteig gemacht. Sie ist sehr sättigend und hat noch jede Menge Wurst- und Ei-Einlage. Geschmeckt hat sie ausgezeichnet, eine richtig gute selbstgemachte Brühe, völlig frei von Glutamat.
Nun wurde es Zeit für die Hauptdarstellerin: die Gans nach dem Rezept von Frau Dr. Halina Bielińska und sie wurde auch von ihr persönlich tranchiert. Beim ersten Anblick dachte ich, sie wäre etwas dunkel geraten. Aber nichts davon, sie war perfekt. Ich habe noch nie so eine gute Gans gegessen. Das Fleisch war ganz zart, das konnte man am Gaumen zerdrücken und sie war so gut gewürzt, dass der gute Fleischgeschmack optimal herauskam. Begleitet wurde sie von einem feinen Kartoffelpüree mit viel guter Butter und Dill und einem Blaukraut. Bei der Gans und dem Püree wurde ich schwach und habe mir nochmal eine kleine Portion genommen.
Als ob unsere Gastgeber es geahnt hätten, bekamen wir noch Nudeln, geräucherte Gänsebrust, Gänseleberpastete und zwei Sorten Schafskäse mit nach Hause. Die kamen nach unserer Rückfahrt mit dem Bus gleich in den Kühlschrank der Minibar und sind auch wunderbar im Koffer daheim angekommen. So konnte ich Herrn bushcook nicht nur viel erzählen und Fotos zeigen, sondern ihn auch noch teilhaben lassen an den feinen Köstlichkeiten.
Wer glaubt, dass nach so einem opulenten Mittagessen jetzt etwas kürzer getreten wird, der kennt die polnische Gastfreundschaft nicht.
In einem Konferenzraum des Hotels erwartete uns Tomasz Jakubiak, sozusagen der polnische Steffen Henssler. Er ist als Koch und kulinarischer Journalist in Polen durch seine Fernsehshows bekannt. Vor unseren Augen zauberte er mit seinem Assistenten unser Abend-Menü. Seine Spezialität ist es, klassische polnische Rezepte modern zu interpretieren. Dabei verwendet er gerne Obst in pikanten Gerichten.
Sein Menü bestand aus:
Das Dessert steuerte der Küchenchef des Hauses bei. Ich habe mich für das Überraschungsdessert entschieden und würde es als dekonstruierte Philadelphia-Torte :-) bezeichnen.
Damit die geschätzten Gäste nach einem mehrgängigen Mittags- und Abendmenü auf keinen Fall verhungern, hatte die Küche des Hotels noch ein kleines Buffet vorbereitet.
Es gab kleine kalte Kanapees mit Ei und Kaviar, mit Salami und Oliven, mit Tatar aus Rinderlende, mit Hering und Apfel und warmes Fingerfood wie Pfannkuchen mit Gemüse und Schafskäse, Mini-Pizza, Pflaume im Speckmantel und Fleischbällchen.
Die Liebhaber von süßen Speisen kamen mit Kirschen in Schokolade, Empanadas mit Banane und einem weißen Schoko-Rum-Mousse nicht zu kurz.
Lange sind wir gesessen und haben uns ausgezeichnet unterhalten und viel gelacht. Die armen Service-Mitarbeiter des Hotels hatten schon Angst, dass wir niemals schlafen gehen. Irgendwann war dann doch Schluß. Auch wenn es keiner glaubt, am nächsten Tag hat uns das große und vielfältige Frühstücksbuffet wieder geschmeckt.
Wir drei Mädels fühlten uns jetzt wieder gestärkt, um das tolle Gebäude gegenüber dem Hotel zu erkunden. Eine alte Brauerei wurde von einer Investoren-Familie renoviert und in ein sehr chices Einkaufszentrum mit attraktiven Restaurants umgewandelt. In dem Gebäude gibt es auch Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Gleich dahinter schließt sich ein kleiner Park an, der zum Verweilen einlädt.
Ein kleiner Abstecher zum Marktplatz musste noch sein und dann ging es zurück zum Flughafen und nach Hause. Wir waren ein bisserl wehmütig beim Abschied, weil wir so herzlich aufgenommen wurden und wunderbare Tage in Polen verbracht haben.
Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Organisatoren der Reise, Frau Gray und Herrn Blavius von icf, Frau Dr. Halina Bielińska und unserem liebenswürdigen und ständig simultan dolmetschenden Simultan-Dolmetscher Michal Scheuer.
Bald sollen in den Edeka- und Lidl-Märkte solche Gänse oder Gänseteile mit dem Siegel erhältlich sein. Ich werde Ausschau halten, weil ich sehr gerne so eine Gans selbst zubereiten möchte. Es wäre für mich wichtig, mich darauf verlassen zu können, dass ich kein steinhartes Fleisch bekomme. Gerade bei Gänsen besteht die Gefahr, dass sie - auch bei bester Zubereitung - hartes, zähes Fleisch haben. Mich haben die Gänseprodukte in Koluda Wielka überzeugt und ich würde mich freuen Gänsefleisch in dieser Qualität kaufen zu können.
Berichte der Kollegen:
Fotos eines polnischen Bloggers zu einem Blog-Event
Petra von Der Mut Anderer
Zu meiner großen Freude gehörten zu unserer bunt gemischten Reisegruppe aus Journalisten auch ein Küchenchef, ein deutscher Gänsezüchter und meine beiden Bloggerfreundinnen Astrid von Arthurs Tochter kocht und Petra von Der Mut Anderer.
Unser Programm startete kurz nach der Ankunft in Posen mit einer kleinen Stadtführung durch die Altstadt, die mit vielen schönen Geschichten zu den Sehenswürdigkeiten gespickt war. Und sie endete am Alten Markt, einem unbeschreiblich schönen Platz im Herzen der Stadt. Das goldene Abendlicht und der weiß-blaue Himmel (fast wie daheim) unterstrichen natürlich die Attraktivität der Atmosphäre.
Besonders positiv ist mir natürlich aufgefallen, dass es überall freien Internet-Zugang gibt, wenn man eine polnische Telefonnummer hat. Davon sind wir in Deutschland leider noch weit entfernt. Auch das WLAN im sehr attraktiven Hotel Andersia funktionierte perfekt. In dieser Qualität erlebe ich das selten auf unseren Reisen daheim.
Rund um den Platz gibt es viele Restaurants und Cafés, die alle eine Terasse haben. Die einheitlichen Sonnenschirme verleihen dem Platz einen hübschen Markt-Charakter. Überall waren fröhliche Menschen, die den lauen Sommerabend genossen. Posen ist keine Touristenstadt, trotzdem gibt es sehr viel junges und internationales Publikum, da jeder fünfte Einwohner Student ist.
Im Restaurant "Le Palais du Jardin", einem der besten Restaurants der Stadt, waren wir zum festlichen Abendessen eingeladen. Ich habe es sehr genossen, an diesem schönen Abend im Freien zu sitzen, die tolle Kulisse zu erleben und ein feines Menü zu essen. Aus der Menüauswahl entschied ich mich für:
- Wildfasanbrühe mit Fasanenfleisch-Wan-Tans und jungen Steinpilzen
- Hähnchenleber in einer Portwein-Orangen-Sauce
- Hähnchenbrust vom Grill mit Mozzarella-Basilikum-Füllung, Tomatencreme und Nudeln
- Eiscreme im Karamellkörbchen.
Am nächsten Tag mussten wir früh raus und es ging mit dem Bus nach Koluda ins Staatliche Forschungsinstitut / Versuchsbetrieb, die exklusiver Züchter der weißen Koludzka-Gans sind. Auf der Fahrt waren einige Störche zu sehen und es ist mir aufgefallen, wie anders dort die Felder aussehen. Es gibt viele kleine Felder mit unterschiedlichen Getreidesorten und Gemüseanbau. Zwischen dem Getreide blitzen jede Menge Korn- und Mohnblumen hervor und geben der Landschaft eine hübsche Farbe.
In Koluda Wielka wurden wir sehr herzlich mit selbstgebackenem Kuchen und aromatisiertem Wasser empfangen. Eigentlich ist es so doch viel attraktiver, als immer diese Flaschen und das leichte Zitronen- und Minzaroma schmeckt auch besser.
Wir lernten Frau Dr. Halina Bielińska, die stellvertretende Direktorin des Instituts kennen. Sie ist eine ausgezeichnete Spezialistin für die Zucht der Hafermastgans und leitet auch die nationale Gänseforschungs- und Zuchteinrichtung. In ihrem sehr interessanten Vortrag erläuterte sie, dass die weiße Koludzka-Gans aus der weißen italienischen Gans gezüchtet wurde, die 1962 aus Dänemark kam. Diese Gans war eine sog. primitive Gans und für die Zucht nicht besonders gut geeignet, da sie wenig Nachwuchs bekam.
Es dauerte 50 Jahre, bis die weiße Koludzka-Gans den Status als eigene Geflügelart bekam. Sie ist nicht nur für die Zucht sehr gut geeignet, sondern auch eine hervorragende Mastgans, die im Alter von über 100 Tagen geschlachtet wird.
Für die Gänse mit dem QAFP-Siegel gelten strenge Normen bezüglich ihrer Herkunft, ihrer Haltung, ihrer Fütterung und der Hafermast. Die Gänse des Instituts werden so gehalten und das Institut prüft andere Gänsezüchter, ob sie diese Regeln einhalten. Weitere Informationen über das QAFP-Siegel findet ihr auf dieser deutschsprachigen Webseite.
Anschließend ging es hinaus zu den Gänsen. Das Institut ist eine sehr großzügige Anlage, die mich an ein Gut erinnerte. Auf dem weitläufigen Gelände stehen mehrere Gebäude, in denen die 2.520 Gänse des Institus in kleinen Herden leben. Jeweils sechs Gänse-Damen und ein Gänserich teilen sich einen Stall. Im Inneren befinden sich die Brutkästen und im Aussenbereich gibt es auch ein Wasserbecken. Die Gänse dürfen auch auf die großen Wiesen. Das ist ein sehr schöner, fast altmodisch anmutender Anblick. Die friedliche Ruhe auf dem Areal und in der gesamten, sehr ländlich geprägten Gegend, war richtig wohltuend.
Auch das schönste Leben einer Gans dauert nicht ewig und die Tiere werden nach der Mast in einem Schlachthaus auf dem Grundstück geschlachtet. Die Mast erfolgt niemals unter Zwang. Das Futter wird in den richtigen Mengen bereit gestellt und die Gans frisst so viel sie will. Da die Gänse einer natürlichen Futtergier unterliegen nehmen sie auch reichlich, wenn viel da ist.
Im Hofladen des Institus kann man Gänseprodukte wie Gänseleberpastete, geräucherte Gänsebrust, eingemachtes Gänsefleisch und Wurst kaufen. Da auch Schafe gehalten werden, gibt es verschiedene Schafskäse und Schafsfrischkäse. In dem Moment haben wir drei Foodblogger-Damen uns natürlich nichts sehnsüchtiger gewünscht, als eine riesige Kühlbox. In unserer Verzweiflung kauften wir dann Nudeln, die mit Wachteleiern gemacht wurden.
Nach einem kleinen Abstecher beim Gänse-Denkmal ging es zurück in den Konferenzraum.
Dort war der Tisch schon reich gedeckt mit den Köstlichkeiten aus der Schafsmilch. Es gab zwei Sorten Frischkäse, von denen der eine so seidig und wunderbar im Geschmack war, dass ich am liebsten nochmal nachgenommen hätte. Auch der Hartkäse und der geräucherte Käse schmeckten mir sehr gut. Dazu wurde selbstgemachtes Preiselbeer-Kompott gereicht.
Gut, dass ich vorsichtig war, denn der Koch servierte nun eine sehr gehaltvolle Suppe. Es ist eine polnische Nationalspeise mit dem Namen Zurek und wird aus Sauerteig gemacht. Sie ist sehr sättigend und hat noch jede Menge Wurst- und Ei-Einlage. Geschmeckt hat sie ausgezeichnet, eine richtig gute selbstgemachte Brühe, völlig frei von Glutamat.
Nun wurde es Zeit für die Hauptdarstellerin: die Gans nach dem Rezept von Frau Dr. Halina Bielińska und sie wurde auch von ihr persönlich tranchiert. Beim ersten Anblick dachte ich, sie wäre etwas dunkel geraten. Aber nichts davon, sie war perfekt. Ich habe noch nie so eine gute Gans gegessen. Das Fleisch war ganz zart, das konnte man am Gaumen zerdrücken und sie war so gut gewürzt, dass der gute Fleischgeschmack optimal herauskam. Begleitet wurde sie von einem feinen Kartoffelpüree mit viel guter Butter und Dill und einem Blaukraut. Bei der Gans und dem Püree wurde ich schwach und habe mir nochmal eine kleine Portion genommen.
Als ob unsere Gastgeber es geahnt hätten, bekamen wir noch Nudeln, geräucherte Gänsebrust, Gänseleberpastete und zwei Sorten Schafskäse mit nach Hause. Die kamen nach unserer Rückfahrt mit dem Bus gleich in den Kühlschrank der Minibar und sind auch wunderbar im Koffer daheim angekommen. So konnte ich Herrn bushcook nicht nur viel erzählen und Fotos zeigen, sondern ihn auch noch teilhaben lassen an den feinen Köstlichkeiten.
Wer glaubt, dass nach so einem opulenten Mittagessen jetzt etwas kürzer getreten wird, der kennt die polnische Gastfreundschaft nicht.
In einem Konferenzraum des Hotels erwartete uns Tomasz Jakubiak, sozusagen der polnische Steffen Henssler. Er ist als Koch und kulinarischer Journalist in Polen durch seine Fernsehshows bekannt. Vor unseren Augen zauberte er mit seinem Assistenten unser Abend-Menü. Seine Spezialität ist es, klassische polnische Rezepte modern zu interpretieren. Dabei verwendet er gerne Obst in pikanten Gerichten.
Sein Menü bestand aus:
- Gebratene Piroggen Großpolnische Art mit gebratener Ente, Birnensuppe und Sauerkirschen
- Kaltschale aus geschmolzenen Tomaten und Koriander, Sanddorn-Pesto und Frischkäse
- Hähnchenbrust mit Kohl-Pfifferlings-Gemüse und jungen Bratkartoffeln
Das Dessert steuerte der Küchenchef des Hauses bei. Ich habe mich für das Überraschungsdessert entschieden und würde es als dekonstruierte Philadelphia-Torte :-) bezeichnen.
Damit die geschätzten Gäste nach einem mehrgängigen Mittags- und Abendmenü auf keinen Fall verhungern, hatte die Küche des Hotels noch ein kleines Buffet vorbereitet.
Es gab kleine kalte Kanapees mit Ei und Kaviar, mit Salami und Oliven, mit Tatar aus Rinderlende, mit Hering und Apfel und warmes Fingerfood wie Pfannkuchen mit Gemüse und Schafskäse, Mini-Pizza, Pflaume im Speckmantel und Fleischbällchen.
Die Liebhaber von süßen Speisen kamen mit Kirschen in Schokolade, Empanadas mit Banane und einem weißen Schoko-Rum-Mousse nicht zu kurz.
Lange sind wir gesessen und haben uns ausgezeichnet unterhalten und viel gelacht. Die armen Service-Mitarbeiter des Hotels hatten schon Angst, dass wir niemals schlafen gehen. Irgendwann war dann doch Schluß. Auch wenn es keiner glaubt, am nächsten Tag hat uns das große und vielfältige Frühstücksbuffet wieder geschmeckt.
Wir drei Mädels fühlten uns jetzt wieder gestärkt, um das tolle Gebäude gegenüber dem Hotel zu erkunden. Eine alte Brauerei wurde von einer Investoren-Familie renoviert und in ein sehr chices Einkaufszentrum mit attraktiven Restaurants umgewandelt. In dem Gebäude gibt es auch Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen. Gleich dahinter schließt sich ein kleiner Park an, der zum Verweilen einlädt.
Ein kleiner Abstecher zum Marktplatz musste noch sein und dann ging es zurück zum Flughafen und nach Hause. Wir waren ein bisserl wehmütig beim Abschied, weil wir so herzlich aufgenommen wurden und wunderbare Tage in Polen verbracht haben.
Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei den Organisatoren der Reise, Frau Gray und Herrn Blavius von icf, Frau Dr. Halina Bielińska und unserem liebenswürdigen und ständig simultan dolmetschenden Simultan-Dolmetscher Michal Scheuer.
Bald sollen in den Edeka- und Lidl-Märkte solche Gänse oder Gänseteile mit dem Siegel erhältlich sein. Ich werde Ausschau halten, weil ich sehr gerne so eine Gans selbst zubereiten möchte. Es wäre für mich wichtig, mich darauf verlassen zu können, dass ich kein steinhartes Fleisch bekomme. Gerade bei Gänsen besteht die Gefahr, dass sie - auch bei bester Zubereitung - hartes, zähes Fleisch haben. Mich haben die Gänseprodukte in Koluda Wielka überzeugt und ich würde mich freuen Gänsefleisch in dieser Qualität kaufen zu können.
Berichte der Kollegen:
Fotos eines polnischen Bloggers zu einem Blog-Event
Petra von Der Mut Anderer
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