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Dienstag, 14. Oktober 2025

#zucchinischwemme - Zucchinigemüse mit Harissa und Salzzitrone

Es gibt irgendwann einen Zeitpunkt, zu dem ich aufhöre Kochbücher eines Autors zu kaufen. Das hatte ich zum ersten Mal bei Jamie Oliver spontan entschieden und gemerkt, wie richtig das war. Trotzdem mag ich seine alten Bücher immer noch sehr gerne, aber irgendwann war er "auserzählt". Im Laufe der Jahre habe ich das auch bei anderen Autoren gemerkt und dazu gehört auch Yotam Ottolenghi. Die beiden letzten Kochbücher, die ich gekauft habe waren "Flavour" und "Shelf Love". 

Bei "Flavour" habe ich dieses Rezept für ein Zucchinigemüse mit orientalischem Touch entdeckt. Wobei ich sagen muss, dass ich das Originalrezept für merkwürdig halte und ich wäre wirklich interessiert, ob das mal jemand genauso gekocht hat, wie es beschrieben ist. Statt einem Kilo Zucchini hatte ich 600 Gramm und die in, wie angegeben, in sehr feine Scheiben geschnitten. Das ist eine ganze Menge. Wie man diese vielen Scheiben in 18 Minuten (mit Wenden!) in einer großen Pfanne weich braten kann, ist mir ein Rätsel. Ich habe eine wirklich sehr große Pfanne und ganz schnell die Zucchinischeiben wieder herausgenommen und portionsweise gebraten.

Dieses Rosen-Harissa hat ja so ziemliche Begeisterungsstürme in der Kochbuch-Fangemeinde ausgelöst. Ich habe einfach Harissa mit einer Blütenmischung verrührt. Letztendlich geht es darum eine schmackhafte Sauce zu produzieren. Im Original wird Basilikum als Topping verwendet. Das hat mich verwundert und ich habe eine Probe gemacht mit Basilikum und Koriander. Letzteren halte ich für besser passend.

Also, wer gerne dünne Zucchinischeiben braten möchte, kann auch ganz einfach eine schmackhafte Sauce dazu verrühren und mein Rezept dient auch nur als Hinweis. Es geht einfach um eine leicht scharfe Sauce mit Zitrusaromatik. Blüten kann man, muss man aber nicht, aber bitte lieber Koriander nehmen als Basilikum nehmen.

Noch viel mehr Zucchini-Rezepte gibt es hier.


für zwei Personen als Hauptgericht oder 4 - 6 Personen als Vorspeise oder Mezze-Gericht

600 gr. Zucchini
3 Knoblauchzehen
Salz
Olivenöl
1 EL Harissa
1 TL Gewürzmischung Blütenrausch
1/8 Salzzitrone
2 EL Wasser der Salzzitrone
Zucker
1/2 Bund Koriander

Die Zucchini in sehr dünne Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen schälen, halbieren und feine Scheiben schneiden.

Olivenöl in einer großen, beschichteten Pfanne erhitzen und die Knoblauchscheiben darin anschwitzen. Die Hälfte des Öls und die Knoblauchscheiben herausnehmen und in eine kleine Schüssel geben.

Die Zucchinischeiben portionsweise in der Pfanne weich braten, dabei mehrfach wenden und leicht salzen.

Die Salzzitrone in sehr feine Würfel schneiden und, mit dem Wasser der Salzzitrone zum gebratenen Knoblauch geben. Mit Harissa, Blütenrausch, Salz, einer Prise Zucker und Olivenöl zu einem würzigen Öl verrühren und abschmecken.

Den Koriander in feine Streifen schneiden.

Die Zucchinischeiben auf einem Teller anrichten, mit dem Öl beträufeln und mit dem Koriander bestreuen.

Eine Inspiration aus:










Link zum Buch








Sonntag, 26. Januar 2025

Tropea-Zwiebeln in Misobutter mit Wildkräutersalat

Manchmal kommen Gerichte ganz spontan auf den Tisch, so wie bei diesen Zwiebeln nach Ottolenghi. Ich habe ja das große Glück, dass ich in München jede Zutat bekomme, die ich haben möchte und das meist auch noch mit ganz wenig Aufwand. Das von mir heiß geliebte Frischeparadies im Schlachtviertel hat eigentlich immer das Gewünschte. Andere haben nicht so viel Glück. 

So hat mich eine kochbegeisterte Freundin aus Freiburg bereits Mitte Dezember gefragt, ob ich Tropea-Zwiebeln besorgen kann. Sie lädt regelmäßig zu großen Menüs ein und die Gäste dürfen sich eine Zutat wünschen. Einer hat sich ausgerechnet für diese schöne Zwiebel entschieden. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass man die in manchen Regionen nicht bekommen kann. In meinem  Frischeparadies liegen die immer herum, die gibt es sogar in der Version Frühlingszwiebeln.

Also habe ich ein Paket mit einem Tropea-Zwiebel-Zopf, einem Bund Tropea-Frühlingszwiebeln und ein paar Roscoff-Zwiebeln nach Freiburg geschickt. Danach haben wir uns ausgetauscht, wie die Tropea-Zwiebeln zu einem Gang im Menü werden und sie hat mich auf ein Rezept von Yotam Ottolenghi aus dem Kochbuch Flavour aufmerksam gemacht. Da ich auch noch ein paar Zwiebeln da hatte, wollte ich es unbedingt ausprobieren.

Nach Ottolenghi sollen die Zwiebeln eine Beilage sein, ich habe mich dazu entschieden, sie als eigenständiges Gericht mit einem kleinen Wildkräutersalat mittags auf den Tisch zu bringen.


für 2 Personen

3 Tropea-Zwiebeln
50 gr. Butter
50 gr. Shiro-Miso
300 ml warmes Wasser

Wildkräutersalat
1 Tropea-Frühlingszwiebel
weißer Balsamico
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

1 Auflaufform in der passenden Größe
Alufolie

Den Backofen auf 240 Grad Umluft vorheizen.

Die Zwiebeln schälen und ggf. die erste Schicht ebenfalls entfernen, wenn sie trocken ist. Von Wurzel und Stängel nur sehr wenig entfernen, damit die Zwiebel zusammenhält. Dann längs halbieren. Die Zwiebelhälften mit der Schnittfläche nach unten in eine Auflaufform legen. Die Zwiebeln sollten genau hineinpassen. Sie dürfen nicht überlappen und es sollte auch kaum Freiraum geben.

Die Butter in einem Topf schmelzen und das Miso einrühren. Mit dem warmen Wasser aufgießen und gut verrühren. Die Mischung über die Zwiebeln geben und die Aufflaufform sorgfältig mit Alufolie abdecken und in den Ofen geben.

Die Zwiebeln dort für 35 Minuten garen, dann die Form herausnehmen, die Alufolie entfernen und die Zwiebeln wenden. Die Schnittflächen mit der Sauce übergießen und erneut in den Ofen geben. Nun müssen die Zwiebeln für weitere 50 Minuten garen. Dabei alle 10 Minuten wenden und übergießen.

In der Zwischenzeit den Salat waschen und trockenschleudern. Aus weißem Balsamico, Salz, Pfeffer und Olivenöl eine Vinaigrette rühen und den Salat marinieren. Die Frühlingszwiebel schräg in feine Scheiben schneiden.

Den Salat auf Tellern anrichten, mit Frühlingszwiebeln bestreuen und die Tropea-Zwiebeln anlegen.


Eine Inspiration aus:









Link zum Buch



 

Montag, 4. Juli 2016

Ein glückliches Fleckchen Erde:
Ballymaloe in Irland und das LIT Festival 2016

Dank des Ballymaloe LIT Festivals war ich letztes Jahr zum ersten Mal in Irland und bin restlos begeistert wieder nach Hause gekommen. (Bericht vom letzten Jahr). Mir wurde schnell klar, da will ich wieder hin und noch mehr Zeit auf dem Festival verbringen. Das habe ich in die Tat umgesetzt und noch mehr Koch-Demonstrationen besucht, als letztes Jahr. Auch diesmal habe ich viele Impressionen von diesem wunderschönen Flecken Erde mitgebracht.


Das Wetter hat es heuer nicht so gut mit uns gemeint und zwischendurch kam es zu heftigen Regenfällen. Wenn sich die Sonne hat blicken lassen, dann waren es perfekte Sommertag. Das Ballymaloe LIT Festival wurde wieder am Freitag mit dem großen Scheunenfest eröffnet. Man kommt ganz zwanglos zusammen und holt sich, nach Lust und Laune, Essen und Getränke bei den Ständen.


Der zweite zentrale Platz des Festivals ist, neben Ballymaloe House, die Ballymaloe Cookery School von Darina Allen. Glücklicherweise hat sich dort nichts verändert. Im Shop gibt es immer noch alle möglichen Küchen-Accessoires, frisch geerntetes Obst und Gemüse, frische Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte und Gebäck, eingemachte Lebensmittel und Kochbücher. Auch die Hühner laufen noch immer frei herum und zeigen, wie gut es Ihnen geht.


In der Ballymaloe Cookery School finden alle Koch-Demonstrationen statt. Vorher gibt es eine kleine Stärkung mit hausgemachtem Gebäck und Kaffee / Tee.


Den Auftakt machten Eric Werner und Mya Henry, die auf der Halbinsel Yucatan das Restaurant Hartwood betreiben. Die beiden sympathischen Amerikaner gaben eines Tages ihre Jobs in New York auf, um in Mexiko ein völlig neues Leben zu starten. Eric kochte vorher in einem Restaurant, um berufliche Praxis zu bekommen. Das Hartwood Restaurant liegt am Strand und es gibt dort nur offenes Feuer. Sie arbeiten eng mit Bauern aus der Region zusammen und verarbeiten nur Lebensmittel, die sie vor Ort bekommen können. Ihre Rezepte haben Sie im Kochbuch "Hartwood" veröffentlicht. Viele der Zutaten sind bei uns nicht zu bekommen, aber ihre Idee, das zu verwenden, was vor der Haustüre ist, kann sehr gut für die heimische Küche übernommen werden. Mich hat es dazu angeregt, die Kräuter aus meinem Garten noch konsequenter einzusetzen.

Sie zeigten die Zubereitung von Pequin-Chili-Lamm mit Tomatillo-Sauce (Tomatillo ist das Grüne ganz oben links im Bild), Gebackene Süßkartoffeln mit Kamille, Honig und Kürbiskernen, Ceviche de Aguja mit Ingwer und Mezcal und Agave-Schweinebauch mit gegrillten Ananas.

Es ist Tradition bei diesen Koch-Demonstrationen, dass von den Lehrern und Schülern der Kochschule alle Gerichte in einer großen Menge parallel gekocht werden. So kann jeder Teilnehmer hinterher alle Gerichte verkosten. Das hilft mir immer sehr, wenn ich weiß, wie es schmecken soll. Besonders begeistert war ich von der Tomatillo Sauce und der Ceviche, die ich bereits nachgekocht habe.


Alle Köche haben sich begeistert über die Qualität der Zutaten geäußert. Es ist schon etwas besonderes mit frischem Gemüse zu kochen, das am Morgen noch in der Erde steckte. Für die Gäste liegen auch kleine Kostproben bereit.


Gut gestärkt ging es mit dem Shuttle-Bus zurück zu Ballymaloe Haus. In einer Scheune, die während des Festivals zum "Drinking Theatre" umfunktioniert wird, besuchte ich den Workshop "Irish Whiskey and The Role of Wood". Moderatoren waren Kevin O'Gorman von der Midleton Distillery und Dave Broom, einer der führenden irischen Autoren zu diesem Thema.

Unter seiner fachlichen Anleitung verkosteten wir Whiskeys aus verschiedenen Fässern: American Bourbon Barrel, Sherry Butt, Redbreast 12 Years old (Jameson Destille), Green Spot Chateau Leoville Barton und Midleton Dair Ghaelach. Es hat mir großen Spaß gemacht, wie unkompliziert Dave die Sache anging. Besonders begeistert war er von dem Redbreast, den er begeistert mit "Erdbeertarte" umschrieb. Da passt auch der Name Rotkehlchen sehr gut dazu. Den Green Spot empfahl er besonders für Grillfeste, wenn man schon Rotwein getrunken hat, Lust auf einen Whiskey bekommt und die Gläser nicht wechseln möchte. Der Green Spot würde das verzeihen. Vermutlich stimmt das sogar, denn das Weinfass war gut zu schmecken.



Für den Abend hatten wir uns einen ganz besonderen Programmpunkt ausgesucht. Wir besuchten das Pop-Up Restaurant von Mews. Das Menü wurde in einem der Vortragssäle der Kochschule gekocht und serviert. Zum Empfang gab es Cider und ein Amuse mit Topinambur und Ricotta.


In Baltimore, dem südlichsten Dorf Irlands eröffneten Robert, Lukas und James das Restaurant Mews. Sie verwenden nur Zutaten aus Irland, was nicht besonders schwierig ist, da es in Irland alles in bester Qualität gibt. Durch ihre Lage an der Atlantikküste stehen ihnen auch Fisch und Meeresfrüchte zur Verfügung.

Alle Gerichte wurden im family-style pro Tisch serviert. Auch die Getränke waren, bis auf eine Ausnahme, aus Irland. Spannend war besonders der Gin Tonic mit Austernwasser und Algen. Den Auftakt machten Muscheln mit Spargel. Im Zwischengang wurde Steinbutt auf einem Bett von verschiedenen Algen serviert. Der Hauptgang bestand aus Mangalitza Schwein geschmort und gebraten, Kartoffeln, Kohlrabi, jungem Gemüse und jungen Zwiebeln. Den süßen Abschluss bildete Rhabarber, Ginstereis und Kuchen mit Süßdolde.


Am nächsten Morgen war frühes Aufstehen angesagt, da der Tag mit dem absoluten Highlight starten sollte. Eine Koch-Demonstration mit Yotam Ottolenghi und Ramael Scully. Sie präsentierten Gerichte aus ihrem Restaurant Nopi in London. Die Rezepte sind auch im gleichnamigen Kochbuch "Nopi" veröffentlicht worden.

Hier prasselte ein Feuerwerk an Ideen und Witz auf die Zuhörer nieder. Die Stimmung war bereits vorher großartig und alle waren ganz aufgeregt die beiden zu treffen. Meiner Meinung nach war es die umfangreichste, lustigste und spannendste Koch-Demonstration, die ich besucht habe. Entsprechend begeistert fielen auch die Reaktionen des Publikums aus.


Probieren konnten wir hinterher: gebrannter Frühlingszwiebel-Dip mit Grünkohl, junge Karotten mit Mungbohnen und geräuchertem Labneh, Knoblauch-Kichererbsen-Pfannkuchen mit Butterbohnen-Püree, gewürzter Buttermilch Kabeljau auf Urid-Dhal, gebratene Entenbrust mit Haselnuss-Bier-Butter und Ricotta-Nocken mit Cassis-Sauce.


Nach einem kleinen Spaziergang durch die Gärten von Ballymaloe Cookery School stand am Nachmittag eine zweite Koch-Demonstration auf dem Plan. Nicolaus Balla und Cortney Burns von der Bar Tartine in San Francisco zeigten das Fermentieren. Beide haben ost-europäische Wurzeln und das Konservieren von Lebensmitteln haben sie bereits von ihren Großmüttern gezeigt bekommen. In ihrem Restaurant verwenden sie hauptsächlich Produkte von umliegenden Farmen. Vieles davon konservieren Sie für das Restaurant und sie gelten als Experten für Fermentation. Ihre Rezepte sind auch in dem Kochbuch "Bar Tartine" zu finden.


Die Küche der beiden ist sehr aromenreich und kräftig gewürzt. Besonders überzeugt haben mich die glutenfreien Käse-Dumplings, die ich unbedingt daheim noch ausprobieren möchte. Diese Gerichte wurden vorgestellt: Bauernkäse mit Brot und Paprikapaste, glutenfreie Käse-Dumplings in Pilz-Brühe, Linsen-Kroketten mit Kefir und Kresse, grünes Chili-Fisherman's-Stew, geräucherte Kartoffeln mit schwarzem Knoblauch und fermentiertem Bärlauch und Grünkohlsalat mit Sonnenblumen-Tahini und Joghurt.


Die Tage in Irland waren rundum gelungen und zur guten Erholung trug vor allem unser wunderschönes Bed and Breakfast "Wisteria House" in Cloyne bei.


Arta und Albert sind besonders herzliche und aufmerksame Gastgeber. Deshalb plane ich schon wieder den Aufenthalt für das nächste Jahr. Dann möchte ich länger in Irland bleiben und es besser kennen lernen.


Mittwoch, 4. Februar 2015

Gebackene Rote Zwiebel mit Walnuss-Salsa
Ottolenghi - Vegetarische Köstlichkeiten

Zwiebeln essen wir sehr gerne und sobald ich ein Rezept entdecke, bei der die Zwiebel im Fokus steht, probiere ich es gerne aus. Da hat es mich natürlich gefreut, dass ich in Yotam Ottolenghis "Vegetarische Köstlichkeiten" ein schönes Gericht mit Roten Zwiebeln entdeckt habe. Das kam gleich auf die Liste für meine Rezension.

Im Original-Rezept werden die Zwiebeln und der Ziegenkäse mit den Kräutern wie ein Salat gemischt. Ich hatte mir überlegt auch den Käse etwas zu erwärmen und auf die Zwiebelhälften zu legen und auf dem Salatbett anzurichten. Das hat mir optisch besser gefallen. So würde ich mir auch trauen, es vorzubereiten und dann vor dem Servieren die Zwiebeln und den Käse nur noch zu erwärmen.




Für 2 Pers. als Hauptmahlzeit

3 mittelgroße Rote Zwiebeln
Olivenöl
1/2 Schale Rucola
1 Bund Petersilienblätter
1/2 Rolle Ziegenkäse
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Salsa:
50 gr. Walnusskerne, grob gehackt
1 rote Thai-Chili
1 Knoblauchzehe
Rotweinessig
Olivenöl
Meersalz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Granatapfelkerne für Deko

Den Ofen auf 220 Grad vorheizen. Die Walnüsse in grobe Stücke hacken und auf ein Backblech legen. Sobald der Ofen 180 Grad erreicht hat, die Nüsse für 6 Minuten in den Ofen geben und sie rösten. Dann das Blech herausnehmen, die Nüsse zum Auskühlen auf einen Teller geben und das Blech mit Backpapier belegen.

Die Zwiebeln schälen, Stiel- und Wurzelansatz abschneiden, in drei gleichdicke Scheiben schneiden und auf das Blech legen. Die Zwiebelscheiben mit Olivenöl bepinseln und Salz und Pfeffer würzen. Dann für ca. 40 Minuten in den Ofen geben und garen, bis sie weich sind.

In der Zwischenzeit die Ziegenkäserolle in 6 Scheiben schneiden und in ein feuerfestes Gefäß geben. Die Thai-Chili halbieren, die Samen entfernen und in feine Streifen schneiden. Die Petersilienblätter abzupfen, den Rucola waschen und trocken schleudern. Die Knoblauchzehe schälen und in feine Würfel schneiden. Die Kerne aus dem Granatapfel lösen.

Nüsse, Chili, Knoblauch mischen. Aus Salz, Zucker, Pfeffer, Essig und Öl eine Vinaigrette rühren und zur Nussmischung geben.

Nach Ablauf der Backzeit, die Zwiebeln herausnehmen und prüfen, ob die äußerste Zwiebelhülle ebenfalls weich ist, ansonsten einfach entfernen. Die vorbereiteten Käsescheiben in die Restwärme des Ofens geben.

Petersilie und Rucola mischen und mit der Salsa anmachen. Etwas für die Deko der Zwiebeln zurück behalten. Den Salat auf Tellern oder einer Platte anrichten. Die Zwiebelscheiben darauf geben und die warmen Käsescheiben obenauf legen. Mit der restlichen Salsa und den Granatapfelkernen bestreuen.

Sofort servieren!







Dienstag, 3. Februar 2015

Kräutersalat mit Roter Bete
Ottolenghi - Vegetarische Köstlichkeiten

In dem neuesten vegetarischen Kochbuch von Yotam Ottolenghi, Vegetarische Köstlichkeiten, gibt es so viele köstliche Rezepte, dass ich gar nicht wusste, was ich für meine Rezension ausprobieren sollte. Auf jeden Fall wollte ich Rücksicht auf die Saison nehmen und Wintergemüse verarbeiten.

Dieser Salat mit roher Roter Bete, ganz vielen Kräutern und ganz vielen Nüssen hat mich neugierig gemacht und ich dachte auch an meine "Nüsse-Box" in der Küche. Da haben sich in der letzten Zeit so viele halb-volle Tütchen mit den unterschiedlichsten Nüssen angesammelt, dass es dringend notwendig wurde wieder einige davon aufzubrauchen. So passt das Rezept auch sehr gut zum Blog-Event von magentratzerl: Schatzsuche im Vorratsschrank.

Die Rote Bete sollte in Streifen geschnitten werden. Ich habe lange überlegt, in welcher Form ich das machen soll und letztendlich habe ich zwei Versionen ausprobiert. Eine Rote Bete habe ich mit dem Sparschäler immer weiter geschält und so breite Streifen erhalten. Die beiden anderen habe ich mit meinem tollen Julienne-Hobel zerkleinert und das hat mir letztendlich optisch und vom Biss besser gefallen.

Der Salat ist mit den vielen Kräutern eine wahre Geschmacksexplosion. Es macht schon ein bisschen Mühe die ganzen Kräuter zu zupfen, aber es lohnt sich sehr. Besonders der Estragon macht sich sehr gut in der gesamten Mischung. Wie im Rezept angegeben, habe ich die Nüsse im Backofen geröstet. Normalerweise mache ich das in der Pfanne. Das hat sehr gut funktioniert und ich musste den Röstvorgang nicht überwachen. Exakt nach 6 Minuten hatten die Nüsse eine leichte Bräunung und nichts war verbrannt. Diese Methode ist sehr empfehlenswert.





Dieser Salat ist mit dieser Menge ein vollwertiges Essen für 2 - 3 Esser - je nach Hunger. Yotam Ottolenghi empfiehlt ihn auch als Beilage zu Fisch oder Lamm. Das kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Dann reicht diese Menge für 4 - 6 Personen.

30 gr. Mandelblättchen
15 gr. weiße Sesamsamen
45 gr. Kürbiskerne
3 mittelgroße Rote Bete, ca. 350 gr.
1 großer Bund Basilikum
1 Bund Petersilie
2 Bund Dill
1/2 Bund Koriander
3-4 Stiele Estragon
1 TL gemahlener Chili
1 Bio-Zitrone
75 ml Olivenöl
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Mandeln, Kürbiskerne und Sesam auf einem Backblech verteilen und für 6 Minuten im Ofen rösten. Herausnehmen und abkühlen lassen.

Die Rote Bete schälen und in Julienne-Streifen hobeln. Petersilien-, Koriander-, Dill- und Estragonblätter von den Stielen zupfen und mit der Roten Bete mischen. So kann der Salat auch ein paar Stunden vorher vorbereitet werden. Er sollte kühl stehen und mit einem nassen Küchenpapier abgedeckt werden.

Die Schale der Zitrone fein abreiben und den Saft auspressen. Zitronenschale, Chilipulver und die Nussmischung unter den Salat heben. Aus Zitronensaft, Meersalz, Pfeffer und Olivenöl eine cremige Vinaigrette rühren und den Salat damit anmachen. Sofort servieren.





Als Chilipulver nehme ich bevorzugt mein selbst gemachtes aus Nymphenburger Knubbel. Einen Teil der Chili ernte ich im Herbst und friere sie ein. Den anderen Teil trockne ich und mahle die Schoten mit den Kernen sehr fein in der Moulinette. Ich bewahre das Pulver in einem kleinen Schraubglas auf und entnehme es mit einem meiner geliebten jemenitischen Teelöffel. So kann ich es schön portionieren und auch gleichmäßig verstreuen.

Und bevor wieder Fragen kommen, die Schale ist von ASA Selection aus der Serie "A la Plage".

Mein Beitrag zum Event "Schatzsuche im Vorratsschrank":

Schatzsuche im Vorratsschrank - Dauerevent

Montag, 2. Februar 2015

Rezension: Vegetarische Köstlichkeiten
von Yotam Ottolenghi

Yotam Ottolenghi gilt als Shooting-Star unter den Autoren vegetarischer Kochbücher. Sein erstes Buch "Genussvoll vegetarisch" war ein sehr großer Erfolg und rief viel Begeisterung bei den deutschen Hobbyköchen hervor. Dabei ist er selbst kein Vegetarier. Für ihn zählen Qualität der Produkte, Geschmack und Frische zu den wichtigsten Punkten beim Essen.

Die folgenden Neuerscheinungen "Das Kochbuch" und "Jerusalem" beinhalten auch Rezepte mit Fisch und Fleisch. Sein neuestes Buch "Vegetarische Köstlichkeiten" hat wieder die vegetarische Ernährung im Fokus. Ich war sehr gespannt, ob mich die Rezepte wieder so begeistern werden, wie bei seinen anderen Büchern.



Yotam Ottolenghi wurde in Jerusalem als Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er studierte Philosophie und Literatur an der Universität von Tel Aviv und machte im Anschluss daran eine Kochausbildung in London. Dort betreibt er sehr erfolgreich ein Restaurant und mehrere Delis. Im Herbst durfte ich den sympathischen Koch in München kennen lernen und habe lange darüber nachgedacht, was ich ihn fragen wollte. Ich konzentrierte mich auf eine Frage und konnte ihn immerhin ein bisschen damit überraschen. Ich wollte gerne wissen, wenn er eine Person, die ihn sehr beeinflusst hat, zum Abendessen einladen würde, wer wäre sein Gast? Selbstverständlich sah er den Einfluss seiner Eltern als besonders wichtig an. Aber er hatte mich schon richtig verstanden und reflektierte die Frage auf den kulinarischen Einfluss. Zu meiner großen Freude, wäre sein Gast Claudia Roden, die Grand Dame der orientalischen Kochbücher.


Vegetarische Köstlichkeiten ist wieder eine pralle Sammlung köstlicher Rezepte und dementsprechend schwer und dick ist das Buch. Alle Fans des wattierten Umschlags werden sich freuen, auch dieses Buch ist so ausgestattet. Wer das nicht so schätzt, muss einfach darüber hinweg sehen.

In der Einführung beschreibt Yotam Ottolenghi sehr kurzweilig, wie er damit angefangen hat vegetarische Rezepte zu entwickeln und wie er mittlerweile mit seinem Team vorgeht, um so ein Kochbuch auf die Beine zu stellen. Und dann geht es schon los mit den Rezept-Kapiteln. Diesmal sind die Gerichte in folgenden Kategorien zu finden:
- Schnell gemischt
- Sanft gedämpft
- Kurz blanchiert
- Langsam geköchelt
- Geschmort & gedünstet
- Knusprig gegrillt
- Aus dem Ofen
- Gebraten & frittiert
- Püriert & zerstampft
- Aufgeschlagen & verquirlt
- Gebacken & gratiniert
- Süß & fruchtig

Das weißt schon darauf hin, dass unterschiedliche Zubereitungsmethoden im Fokus stehen. Bei der Auswahl der Rezepte für die Rezension hat mir das sehr gut geholfen, da ich gleich einschätzen konnte, ob die Zubereitung eher mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich finde es auch eine gute Hilfestellung, wenn man ein Menü oder ein Buffet für Gäste zusammenstellen möchte. So vermeidet man gleich, zu ähnliche Gerichte auszuwählen.

Zu fast allen Rezepten gibt es ein ganzseitiges Rezeptbild. Nur wenige Rezept sind ohne Foto ausgestattet. Dafür haben alle eine kleine Einführung durch den Autor. Das gefällt mir fast besser, da ich mehr über seine Gedanken dazu und über mögliche Varianten erfahre. Die Gerichte sind typisch für Ottolenghi. Er achtet sehr darauf frische Kräuter und aromatische Gewürze zu verwenden. Er hat seine kulturellen Wurzeln nicht vergessen und schöpft daraus eine fröhliche, bunte und sehr geschmacksintensive Küche.

Für diese Rezension hatte ich diesmal hauptsächlich meine Nüsse-Sammlung im Hinterkopf. Da haben sich so viele Restetütchen angesammelt und zwei Rezepte mit "Nuss-Verwertung" haben mich sehr angesprochen. Beim dritten Rezept war ich sehr neugierig auf die Kombination von Brombeeren, Lorbeer und Gin. Das konnte ich mir nicht vorstellen, sowas muss man ausprobieren. Glücklicherweise konnte ich TK-Brombeeren kaufen und jetzt stand der neuen Geschmacks-Kombination nichts mehr im Wege.

Die Zutaten für die drei Gerichte sind überall gut zu bekommen. Die Rezepte sind sehr ausführlich und leicht nachvollziehbar beschrieben. Alles ging mir gut von der Hand und der zeitliche Aufwand war alltagstauglich. Es sind keine Blitzrezepte, aber die sehr geschmackvollen Gerichte rechtfertigen es, ein wenig Zeit ins Kochen zu investieren.


Kräutersalat mit Roter Bete













Gebackene Rote Zwiebel mit Walnuss-Salsa












Gedünstete Brombeeren mit Lorbeercreme und Gin 












Fazit:
Wer Ideen sucht, wie er sich im Alltag genussvoll mit vegetarischen Gerichten ernähren kann, der ist mit diesem Kochbuch sehr gut bedient. Auch verwöhnte Gaumen haben Freude daran. Für erfahrene Hobbyköche gibt es jede Menge neuer Ideen und Anfänger müssen sich nicht vor den Rezepten fürchten. Da Yotam Ottolenghi nicht dogmatisch ist, empfiehlt er bei manchen Rezepten auch, wie sie mit Fisch oder Fleisch kombiniert werden können. Das ist eine ideale Basis für Familien, bei denen sich nicht alle rein vegetarisch ernähren möchten.