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Dienstag, 8. Juli 2025

#lunchtapas: Zitronen-Dattel-Oliven-Salat mit kaltem Braten

Manche Rezepte springen einen so zufällig an. Für mein orientalisches Menü, das ich vor kurzem veröffentlicht habe, brauchte ich Datteln. Natürlich gab es so eine kleine Menge nicht zu kaufen. Einige haben wir einfach so gegessen und dann fiel mir dieses Rezept ins Auge. Das Schöne dabei war, dass ich auch noch Zitronen und Oliven im Haus hatte.

Die Süße der Datteln und die Säure der Zitrone ergänzen die Oliven sehr gut. Trotzdem war uns das Dressing einen Tick zu spitz und ich habe noch eine Prise Zucker verwendet.

Der Salat war ruck-zuck fertig und im Kühlschrank gab es auch noch ein halbes gebratenes Steak vom Vortag. Die beiden haben sich prima ergänzt. Ich kann mir den Salat auch zu kaltem Braten oder zu Frischkäse gut vorstellen. Man kann ihn auch wunderbar, einfach so, alleine essen. Oder bei einer Mezze-Auswahl servieren.



für 2 Personen

1 Zitrone
5 Datteln
10 große grüne Oliven (Gigante)
Salz
Zucker
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl
2 Zweige Petersilie

Die Schale der Zitrone fein abreiben und in eine Schüssel geben. Die Zitrone halbieren und die eine Hälfte filetieren. Die Filets ggf. entkernen und in kleine Streifen schneiden und zur Schale geben. Die Datteln entkernen und in kleine Würfel schneiden. Die Oliven entkernen, dazu das Fruchtfleisch längs herunterschneiden und dann die Streifen halbieren. Beides zur Zitrone geben und vermengen.

Die zweite Zitronenhälfte auspressen und den Saft mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen. Dann das Olivenöl dazugeben und alles cremig verrühren. Den Salat mit dem Dressing anmachen.

Die Petersilienblätter abzupfen und in feine Streifen schneiden. Den Salat damit dekorieren.


Eine Inspiration aus:























Mittwoch, 2. November 2016

Hühner-Tajine mit Quitten, Salzzitronen
und grünen Oliven

Nach dem Quittenmenü im Restaurant Broeding habe ich den Küchenchef Manuel Reheis ganz treuherzig angeschaut und gefragt, was er mit der Deko-Quitte auf unserem Tisch macht, wenn alle Gäste weg sind? Da hat er gelacht und gesagt, dass ich sie mitnehmen kann. Aber, er war neugierig und hat mich gefragt, was ich damit mache. Damit brachte er mich nicht in Verlegenheit, weil ich ganz genau wusste, was aus den wunderbaren Quitten von Marius Wittur (selbstverständlich habe ich noch eine zweite bekommen) machen werde. Es sollte ein ganz traditionelles marokkanisches Gericht werden, eine Tajine mit Quitten, Salzzitronen und grünen Oliven.

Ich hatte fast alles dafür daheim. Wunderbare eingemachte grüne Oliven habe ich von meiner Schwägerin zu Weihnachten bekommen. Die Salzzitronen hatte ich vor kurzem nach diesem Rezept eingelegt und so musste ich nur noch die Kräuter und die Hähnchenkeulen frisch kaufen. Noch ein Wort zu den Hähnchenkeulen. Ich bevorzuge es ganze Bio-Hühnerkeulen zu kaufen und das Huhn dann selbst zu zerlegen. Wegen wichtiger Verpflichtungen kam ich nur sehr spät in den Biomarkt und es gab kein ganzes Huhn mehr. Hühnerbrust war sowieso aus - leider wird die hauptsächlich gekauft und die Leute vergessen ganz, dass ein Huhn nicht nur aus der Brust besteht. Die Hähnchenkeulen bleiben als Ladenhüter liegen.  So war das auch an diesem Tag, es gab reichlich übrige Keulen und deshalb habe ich das Rezept ganz spontan geändert. Kauft bitte Hähnchenkeulen und gönnt Euch dieses aromatische orientalische Gericht. (Falls Ihr keine Quitten bekommt, lasst sie einfach weg und damit könnt Ihr es jederzeit kochen).

Obwohl dieses Gericht köstlich schmeckt, ist es optisch leider kein Highlight. Ich habe trotzdem zwei Versionen mitgebracht und meine schönen Teller aus Rabat werten den Anblick etwas auf.

Wer dieses Gericht für Gäste kochen möchte, der sollte die Hähnchenteile kochen und aus dem Sud nehmen. Am nächsten Tag können sie dann im Ofen gebraten (und damit auch erwärmt) werden. Die Sauce kann in dieser Zeit ebenfalls erwärmt und reduziert werden. Wenn Ihr für eine größere Runde kochen wollt, dann würde ich Euch empfehlen zuerst eine Portion fertig zu stellen. Danach die Sauce aus dem Topf gießen und den ganzen Ansatz erneut zu machen. Die fertig gegarten Hühnerteile können auf einem Blech dann gemeinsam im Ofen gebraten werden und auch die beiden Saucenansätze können gemeinsam reduziert werden.



für 4 Personen (wenn es noch ein Vor- und eine Nachspeise bzw. eine Beilage gibt, dann reicht es auch für 8 Personen, allerdings sollte man dann die Fleischstücke nochmals halbieren, damit jeder die unterschiedlichen Stücke probieren kann)

4 Hähnchenkeulen
1 große Zwiebeln oder drei kleine Zwiebeln
1 Bund Koriandergrün
5 Stiele Petersilie
2 Knoblauchzehen
4 EL Olivenöl
1 TL gemahlener Kreuzkümmel
1/2 TL süßes Paprikapulver
1/2 TL Safranfäden
250 ml Liter Wasser
1 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Meersalz
6 eingelegte Zitronenschnitze (nach diesem Rezept)
18 grüne Oliven

Zwiebeln und Knoblauchzehen schälen und in feine Würfel schneiden. Koriander- und Petersilienblätter von den Stielen zupfen und in feine Streifen schneiden. Den Cumin in einer trockenen Pfanne rösten, bis er duftet, dann fein mahlen und mit dem Paprikapulver mischen. Die Hähnchenkeulen am Gelenk in zwei Stücke zerteilen.

Das Olivenöl in einer Tajine, oder in einem Schmortopf, erhitzen und Zwiebel- und Knoblauchwürfel darin andünsten. Petersilie, Koriander, Cumin, Paprikapulver und Safran zugeben. (Etwas Korianderstreifen für die Deko aufheben.) Mit dem Wasser aufgießen, salzen, pfeffern und gut verrühren. Die Hühnerteile einlegen, einmal wenden und den Deckel auflegen. Den Topfinhalt zugedeckt aufkochen lassen. Die Hähnchenstücke wenden, die Hitze etwas reduzieren und 25 Minuten garen lassen (bei geschlossenem Deckel).

In der Zwischenzeit die Quitten schälen, vierteln und die Kernhäuser entfernen. Dann in feine Spalten schneiden. Die Oliven halbieren. Die Salzzitronen quer halbieren und dann in feine Streifen schneiden.

Die Hähnchenteile im Topf wenden und bei reduzierter Temperatur weitere 15 Minuten köcheln lassen. Dabei regelmäßig den Gargrad des Fleisches prüfen. Den Backofen auf 210 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Das gare Hähnchenfleisch aus dem Topf nehmen und in einer feuerfeste Auflaufform legen, mit etwas Sauce überziehen und für 15 Minuten in den Backofen geben.

Die übrige Sauce in dem Topf zum Kochen bringen und die Quittenspalten einlegen. Nach fünf Minuten die Hitze reduzieren und unter sanftem Köcheln die Sauce einkochen, dabei die Zitronenstreifen und die Oliven zugeben.

Die Hähnchenteile auf einen Teller oder eine Platte legen und mit der Sauce überziehen. Mit etwas Koriander garnieren.



Freitag, 1. April 2016

Marokkanische Salzzitronen und
Zitroniger Kichererbsensalat

Wenn man das große Glück hat, so schöne Bio-Zitronen zu bekommen, wie sie in meinem gemischten Paket von Delicado48 waren, dann sollte man hauptsächlich Salzzitronen davon machen. Sie sind ein Grundbestandteil der marokkanischen Küche und wer einmal eine Hühner-Tajine mit Quitten und grünen Oliven gegessen hat, der vergisst ihren Geschmack nie wieder.

Ich hatte schon lange keine Salzzitronen gemacht und wollte unbedingt wieder welche im Vorrat haben. Das war der Grund, weshalb ich die meisten der Zitronen so verarbeitet habe. Aus Zeitgründen konnte ich sie nicht sofort einlegen und habe sie erst einmal im Kühlschrank zwischengelagert. Der Duft beim Öffnen der Kühlschranktüre war unglaublich. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so duftende Zitronen erlebt zu haben. Zum Einlegen habe ich auch das wunderbare Flor de Sal aus dem Paket verwendet. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden sich gut ergänzen, wenn sie aus der gleichen Region kommen.

Die fertigen Salzzitronen kamen gleich in einen Kichererbsensalat, dem sie eine tolle Frische verleihen. Beide Rezepte sind eine Inspiration aus einem meiner Lieblings-Kochbücher "Zitrusfrüchte" von Armin Zogbaum.




Marokkanische Salzzitronen:


4 große Bio-Zitronen
200 gr. feines Meersalz (Flor de Sal)
250 ml Zitronensaft (nochmals 3 - 4 Zitronen)
Olivenöl

1 großes Glas mit mindestens 1,5 Liter


Die Zitronen heiß waschen und trocknen. Danach in je 8 Spalten zerteilen.

Das Meersalz in dem Zitronensaft verrühren. Es sollte so gut wie möglich aufgelöst sein. Die Zitronenspalten in das Glas füllen und mit dem Zitronensaft-Salz-Gemisch auffüllen. Damit keine Lücken entstehen, mit einem Stössel die Zitronen nach unten pressen. Die Zitronen sollten von dem Saft bedeckt sein. Das Glas an einem hellen, aber nicht sonnigen Platz aufstellen.

Nach sieben Tagen sind die Salzzitronen fertig. Ich verteile sie dann gleichmäßig auf kleinere Gläser und gieße sie mit dem Zitronensaft auf, dann bedecke ich sie mit einer Schicht Olivenöl. Die Gläser können an einem kühlen, dunklen Ort gelagert werden und halten sechs Monate. Angebrochene Gläser bewahre ich im Kühlschrank auf.

Wenn ich zwischendurch Bio-Zitronen habe, deren ich Schale ich nicht gleich verbrauchen kann, dann schäle ich sie mit dem Sparschäler dünn ab und gebe sie zu den Salzzitronen und drücke sie unter die Flüssigkeit.








Kichererbsen-Salat mit marokkanisch eingelegten Zitronen:

175 gr. getrocknete Kichererbsen
4 Schnitze marokkanisch eingelegte Zitronen
1 große rote Zwiebel
1 Bund großblättrige Petersilie
4 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen
1 roter Pepperoncino
ca. 4 EL salziger Zitronensaft der eingelegten Zitronen

Die Kichererbsen für 24 Stunden in kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag das Wasser abgießen und die Kichererbsen in frischem Wasser spülen und abtropfen lassen. Einen Topf mit kaltem Wasser aufsetzen und die Kichererbsen zugeben. Alles einmal aufkochen lassen und dann die Hitze reduzieren, damit das Wasser nur leicht simmert. Die Kichererbsen für eine Stunde leicht kochen lassen.

Nach einer Stunde probieren, ob die Kichererbsen gar sind, dann in einem Sieb abgießen und zurück in den Topf geben. Mit eiskaltem Wasser abschrecken. Sobald die Kichererbsen abgekühlt sind, erneut durch ein Sieb abgießen.

Die Salzzitronenschnitze in feine Streifen schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen schälen. Die Zwiebel halbieren und die Hälften erneut längs halbieren und dann in feine Scheiben schneiden. Die Knoblauchzehen fein würfeln. Den Pepperoncino längs halbieren, die Kerne herausschaben und dann längs in feine Streifen schneiden. Alles zu den Kichererbsen geben und mit dem Zitronensaft und dem Olivenöl vermischen.

Bis dahin kann der Salat einen halben Tag vorher vorbereitet werden.

Die Blätter der Petersilie abzupfen und in feine Streifen schneiden. Die Petersilie sollte erst kurz vor dem Servieren untergemischt werden, da die Kräuter durch das Olivenöl matschig werden. Erneut abschmecken und in kleine Gläser oder eine Salatschüssel füllen und sofort servieren.



Dienstag, 28. April 2015

Milchpudding mit Orangenblütenwasser und Mandeln
Zu Gast in Marokko - Rob und Sophia Palmer

Als Mahalabia oder Muhallabia ist dieser Milchpudding bekannt und in allen orientalischen Küchen zu finden. Es gibt ihn auch mit anderen Aromen, aber das Grundprinzip ist das Gleiche. Gekochte Milch wird mit Stärke gebunden. Obenauf kommt ein Topping, das ich in verschiedenen Variationen kenne. Ein ideales Rezept für meine Rezension.

Das Rezept aus dem Buch "Zu Gast in Marokko" reicht für eine marokkanische Großfamilie. Obwohl wir es sehr gerne essen, habe ich es doch reduziert. Mir gefällt es sehr gut, wenn es in Teegläsern serviert wird und ich habe die Menge darauf abgestellt. Die einzelne Portion ist dann nicht so groß und wer mehr mag, kann ja zwei Gläser essen.

Meiner Meinung nach stimmt bei dem Rezept das Verhältnis von Flüssigkeit und Stärke nicht. Ich musste nochmal einen ordentlichen Schuss Milch zugeben und konnte es nur retten, weil ich es mit dem Pürierstab ordentlich aufgemixt habe. Für meine Rezeptvariante habe ich zwei ähnliche Rezepte überprüft, die ich kürzlich gekocht habe und die funktionierten.

Sehr gut gefallen hat mir das Topping. Das schmeckt viel feiner als das, das ich üblicherweise mache. Allerdings habe ich hier ungeschälte Mandeln gekauft. Seit einiger Zeit habe ich schon die Eindruck, dass man so bessere Qualität bekommt.




für 6 Teegläser

25 gr. Speisestärke
375 ml Milch
50 gr. Zucker
30 ml Pomeranzenblütenwasser
1/2 Bio-Orange
Rapsöl zum Frittieren
25 gr. Mandeln
1/2 TL gemahlener Zimt

Die Speisestärke mit wenig kaltem Wasser in einem Schüsselchen glatt rühren. Sie muss völlig gelöst sein. Von den 50 gr. Zucker 1 EL abnehmen.

Die Milch in einem ausreichend großen Topf mit dem Zucker bei mittlerer Hitze erwärmen. Wenn Sie zu kochen beginnt, die Temperatur reduzieren und die Speisestärke erneut aufrühren. Unter stetigem Rühren, am besten mit einem Schneebesen, in die heiße Milch geben und erneut aufkochen lassen, damit die Milch andickt. Ungefähr 5 Minuten köcheln lassen und dabei immer gut rühren, da die Masse leicht anbrennt.

Die Schale der Orange fein abreiben. Den Topf vom Herd nehmen und Orangenblütenwasser sowie Orangenschale einrühren.

Die warme Masse auf die Teegläser verteilen und bei Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Die Mandeln in heißem Wasser blanchieren und die Haut abziehen, dann mit Küchenkrepp trocknen. Anschließend in Rapsöl goldbraun frittieren. Auf Küchenkrepp abtropfen und auskühlen lassen.

Die Mandeln in der Moulinette fein mahlen und mit dem aufbewahrten 1 EL Zucker und Zimt vermischen. Die Mandelmischung vor dem Servieren auf die Desserts geben.




Montag, 27. April 2015

Hühner-Tajine mit Salzzitrone und Oliven
Zu Gast in Marokko - Rob und Sophia Palmer

Auf unserer Reise durch Marokko hätte ich diese Tajine jeden Tag essen können, ich war sozusagen süchtig danach. Es ist für mich eins der typischsten marokkanischen Gerichte, die Tajine mit Hühnchen, Salzzitronen und grünen Oliven.

Wenn das Rezept nicht in dem Kochbuch "Zu Gast in Marokko" gewesen wäre, dann hätte mich das sehr enttäuscht. Ich bin auch der Meinung, wer dieses Gericht in Marokko nicht gegessen hat, der hat das Land nie kennengelernt. So konnte ich natürlich nicht widerstehen, genau das für meine Rezension nachzukochen.

Ich besitze drei Tajines, eine unglasierte, eine glasierte und eine Schmuck-Tajine zum Servieren. Leider funktionieren die beiden Koch-Tajines nicht auf meinem geliebten Indie, einem AEG-Induktionsherd. Das ist wirklich der einzige Nachteil, den er hat. Ich muss mir vielleicht doch einmal so eine Platte kaufen, die dann zwischen Herd und der Keramik ist. Deshalb habe ich das Gericht in einem Schmortopf gekocht. So kann ich zumindest allen Mut machen, die keine Tajine besitzen.

Geschmacklich hat es mich gleich ein paar Jahre in die Vergangenheit geführt. Es hat ganz genauso geschmeckt, wie ich es in meiner Erinnerung hatte. Die Zubereitung macht nicht viel Arbeit und lässt sich so ganz langsam nebenbei erledigen. Man sollte es einfach im Auge haben, aber man muss sich nicht viel darum kümmern.

Auf jeden Fall sollte man ein ganzes Huhn kaufen. Man sollte grundsätzlich immer ein ganzes Huhn kaufen, um den Re-Import der weniger beliebten Hühnerteile nach Afrika nicht zu unterstützen. Bei uns wird leider hauptsächlich die Brust gegessen und die Keulen werden billig verkauft und ruinieren damit die Geflügelbauern vor Ort. Gut gefällt mir, dass in diesem Rezept die Hühnerleber zum Binden der Sauce verwendet wird. Ich muss gestehen, ich hatte keine - bei meinem Huhn war sie leider nicht dabei. Deshalb habe ich etwas geschummelt, da ich eine sehr hochwertige Streichwurst aus Hühnerleber und -fleisch hatte. Da habe ich einfach einen EL in die Sauce gerührt und es war perfekt.




für 4 Personen als Hauptspeise

1 Huhn
Hühnerleber
8 Knoblauchzehen
1 Salzzitrone
1 TL gemahlener Ingwer
1 Prise Meersalz
1/2 TL frisch gemahlener Pfeffer
2 EL Olivenöl
1 Prise Safranfäden
2 Zwiebeln
1/2 Bund Koriander
60 ml Wasser
200 gr. grüne Oliven

Das Huhn in acht Teile zerlegen und die Leber putzen. Beides zusammen mit vier geschälten Knoblauchzehen in eine Reine legen. Darauf achten, dass nichts aufeinander liegt. Die Salzzitrone abwaschen und Schale und Fruchtfleisch trennen. Die Zitronenschale fein würfeln und aufbewahren.

Die anderen 4 Knoblauchzehen schälen und im Mörser mit Ingwer, Salz, Pfeffer und dem Zitronen-Fruchtfleisch zu einer Paste verarbeiten. Das Fleisch damit einreiben und abgedeckt für 8 Stunden im Kühlschrank marinieren lassen.

Das Fleisch mit der Marinade in einen Schmortopf geben. Die Zwiebeln schälen, in feine Würfel schneiden und in den Topf geben. Den Koriander mit Küchengarn zusammenbinden und ebenfalls in den Topf geben. Den Safran mit etwas Salz mörsern und in 60 ml heißem Wasser auflösen. Das Gemisch zum Fleisch geben. Alles bei mittlerer Hitze und unter Rührem zum Kochen bringen. Dann die Temperatur reduzieren und den Topf nur halb abdecken. So für weitere 30 Minuten köcheln lassen und dabei das Fleisch alle 5 Minuten wenden.

Den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Hühnerteile in eine gefettete Auflaufform legen und ca. 15 Minuten braten, bis die Haut goldbrau gefärbt ist.

In der Zwischenzeit die gegarte Leber herausnehmen und mit einer Gabel zerdrücken. Dann in die Sauce geben, um sie zu binden. Die Sauce, mit erhöhter Temperatur, unter Rühren für ein paar Minuten reduzieren lassen. Das Koriandersträußchen herausholen und die gebratenen Hühnerteile wieder in die Sauce einlegen und darin wenden. Sie sollen von der Sauce umgeben sein. Zum Schluß die gehackte Zitronenschale und die grünen Oliven untermischen.

Die Lebern herausheben und mit der Gabel zerdrücken, dann zurück in die Sauce geben. Die Temperatur erhöhen und die Sauce 3 bis 5 Minuten kochen, bis sie leicht einreduziert ist. Das Koriandersträußchen entfernen. Die gebratenen Hühnerteile wieder in das Gefäß geben und in der Sauce wenden. Zum Servieren gehackte Zitronenschale und Oliven in die Tajine geben.

Nach Belieben mit Korianderblättern garnieren.



Dazu gab es einen grünen Veltliner vom österreichischen Weingut Fred Loimer. Der 2013 Heiligenstein stammt aus dem Kamptal und hat neben einer rassigen Säure das schöne Aroma von Zitrusfrüchten und exotischen Gewürzen. Damit war er eine feine Ergänzung zu unserer Tajine.



Sonntag, 26. April 2015

Blumenkohlsalat mit Safran-Korinthen-Dressing
Zu Gast in Marokko von Rob und Sophia Palmer

Als ich das Buch "Zu Gast in Marokko" in den Händen hielt, wusste ich sofort, dass ich für meine Rezension so eine Art marokkanisches Menü kochen wollte. Eine einsame Vorspeise ist in der orientalischen Küche absolut ungewöhnlich, es kommen immer viele verschiedene Gerichte als Mezze auf den Tisch. Ich war trotzdem sehr zufrieden, da dieser Blumenkohlsalat herrlich geschmeckt hat. Da brauchte es nicht mehr.

Etwas skeptisch war ich Anfangs wegen der Korinthen, doch genau die geben einen geschmacklichen Kick, dass ich beim nächsten Mal noch mehr verwenden würde. Der Salat wird lauwarm serviert, wir haben die Reste auch kalt gegessen und das geht genauso. Wenn man die Blumenkohlröschen mit der Vinaigrette anmacht und das Topping aus Petersilie, Zwiebel und Mandel getrennt aufbewahrt, kann man ihn auch für Gäste gut vorbereiten.

Sehr glücklich bin ich über meine marokkanische Keramik, die ich mir in vielen Jahren angesammelt habe. Bei solchen Gerichten stelle ich sie immer besonders gerne auf den Tisch.




für 4 Personen als Vorspeise oder als große Portion auf einer Mezze-Tafel

500 gr. Blumenkohl in Röschen zerteilt
2 EL Olivenöl
1 kleine rote Zwiebel
1 Bund Petersilie
50 gr. Mandeln

Safran-Korinthen-Dressing:
1,5 TL Safranfäden
3 EL Olivenöl
2 EL Rot- oder Weißweinessig
2 EL Korinthen
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Den Backofen auf 190 Grad vorheizen. Den Blumenkohl in größere Röschen zerteilen und in eine passende Auflaufform legen. Die Röschen sollten nicht übereinander liegen. Das Öl über den Röschen verteilen und gut vermischen. Die Auflaufform für ca. 20 Minuten in den Ofen geben.

In der Zwischenzeit die Safranfäden in eine kleine Schüssel geben, etwas Salz zugeben und mit einem Löffelrücken etwas zerreiben. Einen EL kochendes Wasser zugeben und den Safran verrühren. Etwas abkühlen lassen, dann Essig und Olivenöl einrühren und die Korinthen darin einweichen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden. Die Petersilienblätter abzupfen und fein hacken. Die Mandeln bei Bedarf schälen, in einer trockenen Pfanne rösten und grob hacken. Alles in einer Schüssel mischen.

Der Blumenkohl sollte noch einen leichten Biss haben. Dann aus dem Ofen nehmen, die Vinaigrette durchrühren und über den Blumenkohl geben. Alles vermischen und auf eine Platte geben. Das vorbereitete Topping darauf geben und mit Olivenöl beträufeln. Sofort servieren.


Mischung beiseitestellen und vor der Verwendung erneut umrühren.




Zu der würzigen Süße der Vinaigrette mit dem Safran und den Korinthen habe ich diesmal ganz mutig zu einem Süßwein gegriffen. Die Weine von der österreichischen Winzerin Heidi Schröck kenne ich schon länger und besonders gut gefällt mir, dass die Weine nicht klebrig süß sind. Sie kontern immer noch mit etwas Säure. Ein ganz großer Fan bin ich auch von den aktuellen Etiketten, die nicht nur sehr attraktiv sind, sondern auch gleich Orientierung für das Foodpairing bieten. Die Abbildung der Honigmelone hat mir den Weg gewiesen und ich würde immer wieder die Beerenauslese zu diesem Gericht kombinieren. Das war ein echter Glücksgriff.




Samstag, 25. April 2015

Rezension: Zu Gast in Marokko
von Rob und Sophia Palmer

Die Idee zu diesem Buch hatten der australische Fotograf Rob Palmer und seine Frau Sophia bei ihrer Hochzeit in Marrakech. Sophia wurde in Marokko geboren wurde spricht neben Englisch und Französisch auch Arabisch. Der Plan war, eine Reise durch Marokko, zu den Menschen, zu machen. Dies war möglich, da Sophias Familie und Freunde als Reiseführer zur Verfügung standen. Von dieser Reise brachten sie Fotos, Rezepte und Erinnerungen mit. Daraus entstand das wunderschöne Buch "Zu Gast in Marokko". Die deutsche Übersetzung erschien nun im Callwey-Verlag.

Bereits das Cover entführt nach Marokko. Dieses Muster, das die Sonne symbolisiert, trifft man in Marokko im wahrsten Sinne des Wortes auf Schritt und Tritt, da viele Böden und Wände damit gefliest sind. Der erhabene Streifen in der Mitte ist ein sehr edles Gestaltungselement, das wir auch im Inneren des Buchs wieder treffen. Immer wieder entdecken wir eine kleine Doppelseite aus ähnlichem Papier zwischen den großformatigen Fotos mit einer persönlichen Geschichte von Sophia und Rob.




Die Karte mit der Reiseroute des Paares zeigt mir sofort, dass sich unsere damalige Reise zu 80 % mit dieser deckt. Wir waren noch viel weiter südlich in Tafraoute und Tiznit. Die einzelnen Kapitel sind den unterschiedlichen Regionen gewidmet. Marokko ist landschaftlich sehr unterschiedlich und sehr reizvoll. So unterschiedlich sind auch die regionalen Gerichte. Die Auswahl der Rezepte zu einer Region ist für mich sehr stimmig und zeigt die Vielfalt und Eleganz der marokkanischen Küche.

Die vielen stimmungsvollen Fotos von Land und Leuten lassen den Leser tief eintauchen und zeigen ein realistisches Bild eines sehr schönen Landes. Besonders wohltuend sind für mich auch die Rezeptfotos. Die Gerichte werden in landestypischer Keramik angerichtet und es ist nichts von den geschmacklosen Dingen zu sehen, wie sie immer mehr unsere Märkte überschwemmen. Es wird deutlich, dass das Konzept von Rob und Sophia aufgegangen ist, sich für diese Reise von Familie und Freunden helfen zu lassen. Man merkt deutlich, dass hier viele Türen geöffnet wurden und wir einen ganz besonderen Einblick bekommen.

Die Kapitel dieser Reise sind:
- Berauschendes Chaos (Marrakesch)
- Ewige Passatwinde (Essaouira und Mohammedia)
- Schatten der Vergangenheit (Casablanca und Rabat)
- Auf den Spuren der Kaiser und Könige (Fès, Volubilis, Moulay Idris, Meknès)
- Unter dem Zitronenbaum (Oujda)
- Staubige Wüsten und majestätische Berge (Ifrane, Midelt, Rissani, Erg Chebbi, Imilchil, Dades-Tal,
  Todra-Schlucht, Ouarzazate und Aît Ben Haddou)
- Land der Kontraste (Marrakesch)

In den Kapitel wechseln sich Fotos der Reise mit Hintergrund-Geschichten und Rezepten ab. So wird man immer wieder verführt mehr über das Land und seine Küche erfahren zu wollen. Jedes Rezept ist bebildert, mal mit einem ganzseitigen Foto und manchmal mit kleineren Bildern. Neben der Zutatenliste und der Beschreibung der Zubereitungsschritte gibt es noch einen Einleitungstext und eine Angabe zur Personenzahl. Die Rezepte sind authentisch, dies bedeutet auch, dass für eine größere Personenzahl gekocht wird. Es ist aber kein Problem die Menge zu verringern, oder sich einfach Gäste einzuladen.

Abschließend gibt es ein Verzeichnis von Unterkünften in Marokko, ein alphabetisches Glossar mit Zutaten, Kochgeräten und allgm. marokkanischen Begriffen, ein alphabetisches Rezeptregister mit einer Einteilung in Rezeptkategorien und ein allgemeines alphabetisches Register.

Es gibt kaum ein Rezept im Buch, das ich nicht ausprobieren wollte. Um den Geschmack und die Vorgehensweise zu beurteilen, habe ich mich dann entschlossen zwei Rezepte auszuprobieren, die ich gut kenne. Beim dritten wollte ich auch noch etwas Neues kennen lernen und so fiel meine Wahl auf den Blumenkohlsalat mit Safran-Korinthen-Dressing. Wie bereits erwähnt, habe ich die Mengen reduziert. Ansonsten habe ich mich eng an die Rezepte gehalten und war sehr begeistert davon. Die Zubereitung ging mir gut von der Hand. Die Beschreibung war klar und verständlich - es hat alles bestens geschmeckt. Und geschmacklich haben mich alle drei Gerichte sehr überzeugt. Genau so kannte ich das aus Marokko.



Blumenkohlsalat mit Safran-Korinthen-Dressing

















Hühner-Tajine mit Salzzitrone und Oliven


Milchpudding mit Orangenblütenwasser
und Mandeln














Fazit:
 "Zu Gast in Marokko" ist ein sehr empfehlenswertes Buch für Liebhaber der orientalischen Küche, die sich mit der marokkanischen Küche besser vertraut machen wollen. Es ist für unerfahrene Köche genauso geeignet, wie für ambitionierte Hobbyköche. Wer eine Reise nach Marokko plant, dem würde ich es auch sehr für die Reisevorbereitung empfehlen. Im Unterschied zu einem Reiseführer, der nach der Reise seine Schuldigkeit getan hat, nimmt man dieses Buch immer noch gerne zur Hand, um sich zu erinnern.